Kinder werden geschlagen, was tun?

Hallo Sharon!

Sorry erstmal an Birgit, daß ich ausgerechnet dein Posting
nehme, aber dank dir hab ich jetzt den Punkt, der mich
aufregt, jetzt schriftlich :wink:

Och bitte - so selten, wie ich mich hier melde… :wink:

Du wiederholst es wieder! Nur auf die Frage, warum man es mit
Klaps macht, wenn es denn auch ohne geht (ist wohl die
Kernfrage)
kam nicht einmal ein Versuch der Erklärung von Dir.
Aufgrund meines Berufs und anhand meines Kinds sehe ich keine
Notwendigkeit!

Ihr regt euch alle darüber auf, daß es ja immer ohne Schläge
auch geht, aber auf die konkrete Frage wie (siehe mein
Thread weiter oben), da schweigen plötzlich alle…

Mein Mann (oops - jetzt habe ich mich verplappert *g*) hat Dir doch das eine Beispiel genannt! Das fandest Du ja auch gut.
Zum Punkt erklären: Versuche, Dein Kind, Dinge erfahren zu lassen (natürlich ohne Gefährdung!). Bei Kindern gilt in punkto „Lernen“ eigentlich das Gleiche wie bei Erwachsenen:
Nur lesen (bei Kids hören) - es bleibt sehr wenig hängen
hören und sehen - es bleibt etwas hängen
Selbst machen - es bleibt sehr viel hängen

Und für die von Dir angesprochenen Extremsituationen musst Du nun mal abwarten, was Dein Kind für Vorlieben und Schwächen hat, worauf es reagiert und was ihm egal ist, etc.

Wenn Du Guidio quälen willst, lege „PUR“ als Musik auf - ich finde die dagegen klasse. Menschen (und Kinder sind nun mal Menschen) sind verschieden!

Ich weiß nicht, ob ich Dir jetzt helfen konnte -> aber bevor Du hier von irgendwem den Tip: Hau drauf! bekommst…

Es grüßt
Birgit

erstmal

Erstmal: Hallo!

erstmal hast du sehr wohl antworten bekommen

Von einem einzigen! Und von hier aus direkt mal ein großes Danke an Guido! Da waren aber noch mehr, die so brüllten…
Aber, ohne jetzt abwertend klingen zu wollen, sooooviele brauchbare Tipps enthielt das Posting auch nicht :-/

was grundsätzlich anderes ist mir auch nicht eingefallen

Warum dann die (immer wiederkehrende) Aussage, es gehe immer?
(Provokationsmodus)
Entweder kennst du diese Momente nicht (mangelnde Erfahrung?) oder weißt es schlichtweg nicht trotz Erfahrung - und in beiden Fällen würde ich solche Aussagen nicht machen!

also brauch ich nichts zu wiederholen, was andere geschrieben habe.

Ich suche ja auch nach Tipps, möglichst mehr als einen, damit ich die Wahl habe zwischen Schlägen und anderen Methoden!
Wenn du keine kennst, dann sage bitte nicht, daß es immer anders geht.

(/Provokationsmodus)

neu wäre der rat, dich an eine erziehungsberatungsstelle zu
wenden, aber diese einrichtungen wurden als extremistisch
abgelehnt.

Das tue ich nicht. Das problem ist aber, daß gerade schlagende Eltern eher selten diese Stellen aufsuchen - leider.
Das zweite Problem ist, daß die von mir beschriebenen Situationen selten sind. Kommen die öfter vor und die Eltern sind hilflos und wollen Schläge o. Klappse vermeiden, suchen die sicher so eone Stelle auf - würde ich zumindest tun.

und zum zweiten ist mir die erziehungskompetenz abgesprochen
worden - zwar nicht von dir, aber dieses thema wäre sicher
aufgegriffen worden und dazu hatte ich keine lust.

Jeder kann erziehen, wie ist eine andere Frage. Und mir geht es in erster Linie um das Sammeln von Tipps. Über deren Sinnhaftigkeit kann man ja diskutieren :wink:
Aber wenn es einen Pool von Tipps gibt, haben auch diejenigen, die entweder hilflos dastehen wie ich oder die, die Klappse verteilen, zumindest eine ALternative!

Gruß,
Sharon

Tipp für die FAQ
Hi!

Zunächst mal: Bei mir und einer großen Anzahl Bekannter geht es ohne! Ich halte diese Anzahl Bekannter für representativ, da sie aus verschiedenen sozialen Umgebungen und aus verschiedenen Kulturen stammen.

Kannst Du mir das Radfahren erklären? Wenn ich es nicht könnte und ich würde auf Deine Erklärung hören, würde ich stürzen - richtig?

Erziehung ist wohl etwas komplizierter als Radfahren (macht dafür aber auch ungleich mehr Spaß), aber Du wirst Deinen eigenen Weg finden müssen.

Vielleicht fragst Du mal Kubi - der hat drei Kinder!

Oder hier sollte mal eine FAQ-Liste zu diesem Thema eingerichtet werden!
Das ist jetzt definitiv kein Witz!

Soo viele Gedanken, die Du Dir hier machst - Du schaffst es garantiert!

Liebe Grüße
Guido

Warum ziehst Du Dir diese Schuhe an?
Hi Helena!

Auf den Beispiel mit den Zahnstochern habe ich sehr wohl
reagiert. Wie auch auf anderen.

Nö - hast Du nicht! Du sagtest nur, dass es bei Kinderfingern nicht so sei! Das ist eine Anmerkung, aber keine Erklärung

Man kann sehr wohl anhand ein Argument zu zwei (oder mehr)
völlig verschiedene Schlußfolgerungen kommen.

Kann mir eigentlich niemand meine Frage beantworten, warum der Klaps, wenn es auch ohne geht?
Diese rage wird ja fast schon rein rhetorisch

„einige Äußerungen waren wirklich eine Qual“

Wenn Du Dir diesen Schuh anziehst - war das eine persönliche Antwort an Dich?

„Sind wir jetzt schuld an Eurer Erziehungsunfähigkeit, weil
wir es für wichtig halten, Kinder mit Respekt und viel Geduld
zu behandeln, statt stupide draufzuhauen?“

Antwort an Wolle - sorry: Wolfgang Berger

„Ich finde es derart herrlich, dass jemand aufgrund mangelnden
IQs oder einfach nur aufgrund seiner Primitivheit nicht
schafft, auf zwei Fragen zu antworten“

Antwort an Wolfgang Berger

„Guido, der froh ist, zu sehen, dass die
Neandertal-Erziehungsmethoden zum Glück rückläufig sind“

Auch hier habe ich Dich nicht angesprochen

„Hallo! (ich wurde dazu erzogen, nur Menschen zu grüßen, bei
denen es mir wichtig ist - das ist bei Dir mangels Respekt
nicht der Fall! Deshalb Netiquette)“
(wer schon das wort Respekt nicht kennt, bzw
Dir-nichts-mir-nichts verwendet, hat er was Grundlegendes
verpaßt
)

Ich kenne die Bedeutung des Worts Respekt! Ich habe nicht gesagt, dass ich **keinen Respekt habe, ich sagte der Respekt sei mangelhaft.
Wenn Du das als Beleidigung auffasst - ok! Vielleicht war ich zu ehrlich…

„…wie ich kotzen muss, wenn ich das hier lese: Doch ein
Klapps ist
es, aus Erfahrung mit meinem Sohn, manchmal wichtig.Ohne
Gruß Guido“

Wenn mir jemand erklärt, ein Klaps sei wichtig, wird mir nun mal schlecht!

Ich halte ihn weder für notwendig, geschweige denn für wichtig.
Und als regelmäßiges Instrument der Erziehung finde ich ihn einfach nur schlimm!

Das sind nur ein paar Zitate. Ich konnte noch weitere
ausführen aber ich denke, diese reichen vollkommen aus.

Falls Du das nicht gemerkt hast: Die beleidigenden Sachen gingen in Richtung Wolfgang Berger! Wenn Du Dich auf eine Stufe mit seinen Methoden (gegen den Kopf, Rohrstock - wenn er denn einen hätte) stellst, dann kannst Du sie auch gegen Dich verstehen! Das ist Dir ganz allein überlassen!

Ich weiß, dass Du mir sehr deutlich gesagt hast, dass Du mit mir nicht mehr reden willst! Aber wenn Du schon Dinge verdrehst (ob jetzt bewusst oder nicht), dann musst Du auch mit einer Entwirrung meinerseits rechnen!

Grüße
Guido**

Ich suche ja auch nach Tipps, möglichst mehr als einen, damit
ich die Wahl habe zwischen Schlägen und anderen Methoden!
Wenn du keine kennst, dann sage bitte nicht, daß es immer
anders geht.

entschuldigung, aber deine frage kam mir eher wie eine fangfrage vor: „jetzt geben wir denen mal ein problem und dann nehmen wir ihre antworten auseinander“

aber bitte, ein paar alternative methoden:

belohnung für erwünschtes verhalten
belohnungsentzug
bestrafung - geht ja auch nicht-körperlich zb. eine arbeit machen lassen, die das kind nicht leiden kann
genaue, konkrete anweisungen geben - sind anweisungen abstrakt oder fehlen, macht das kind fehler
sich selbst nicht widersprechen
sich vom partner unterstützung holen - wenn sich die eltern nicht einig sind, nutzen manche kinder das aus
sich zu mehr geduld zwingen und konsequent bleiben
selbstsicher auftreten
sich diskussionen für ruhige stunden aufheben und im streit nicht auf die vernunft des kindes setzen - im streit reagieren auch erwachsene nicht vernünftig
nach ursachen des problemverhaltens suchen - ein aggressives kind hat eventuell ärger in der schule
to be continued

konkret zu deinen beispielen:

  1. kind im supermarkt, schreit nach süßigkeiten:
  • das kind zu sich ziehen und ihm energisch sagen: „du kriegst das jetzt nicht!“
  • einkaufswagen notfalls stehen lassen, kind unter dem arm klemmen, ins auto verfrachten, wortlos heim fahren, daheim angekommen, irgendwas zu essen kochen, das das kind nicht mag, erklärung: „leider hatte ich nichts anderes mehr da, wegen dir konnte ich ja nicht einkaufen“
  • die süßigkeiten vor den augen des kindes aufreissen und sich selbst in den mund stopfen, erklärung: „wer schreit, kriegt nix!“
  • sich blöd stellen: freundlich sagen „hast du hunger? ja? klar kriegst du was!“ ein stück gurke oder sonst was locker machen und dem kind geben
  • das kind eine zeitlang nicht mit der oma (oder einer anderen person) einkaufen gehen lassen, bei der diese tour zum erfolg führt
  • das kind das nächste mal nicht mit zum einkaufen nehmen, erklärung: „du schreist mir wieder den ganzen laden zusammen“
  1. kind auf der wendeltreppe: treppe mit gitter sichern, so daß das kind nicht selbständig die treppe benutzen kann; ebenso bei stereoanlage oder PC: wegsperren oder unbenutzbar machen zb. stecker ziehen (was natürlich nicht offensichtlich sein darf) oder mit paßwort schützen; für steckdosen gibt es sicherungsscheiben - ein pfennigartikel.

3)schreien lassen, konsequent von der gefahrenquelle wegziehen und bestimmt „nein“ sagen; wenn man mit der geduld zu ende ist, das kind in den laufstall setzen; gefahrenquelle ausschalten: eine wohung muß kindersicher sein.

neu wäre der rat, dich an eine erziehungsberatungsstelle zu
wenden, aber diese einrichtungen wurden als extremistisch
abgelehnt.

Das tue ich nicht. Das problem ist aber, daß gerade schlagende
Eltern eher selten diese Stellen aufsuchen - leider.

sage ich doch.

Das zweite Problem ist, daß die von mir beschriebenen
Situationen selten sind.

wollen wir es hoffen.

Kommen die öfter vor und die Eltern
sind hilflos und wollen Schläge o. Klappse vermeiden, suchen
die sicher so eone Stelle auf - würde ich zumindest tun.

das würde ich auch tun.

Jeder kann erziehen, wie ist eine andere Frage.

mir würde gesagt, ich hätte als kinderlose keine ahnung von kindererziehung. kann schon sein, fakt allerdings ist, daß leute bei ihrem ersten kind auch keine ahnung von erziehung haben und mit den aufkommenden problemen auch auf ihre intuition angewiesen sind.

Und mir geht
es in erster Linie um das Sammeln von Tipps. Über deren
Sinnhaftigkeit kann man ja diskutieren :wink:

die tips kann man nur ausprobieren. personen reagieren unterschiedlich, deshalb gibt es keine allgemeingültigen lösungen. ich behaupte auch nicht, daß meine tips erfolgreich wären.

2 „Gefällt mir“

Hallo Sharon,

überzeugte Vertreter der partnerschaftlichen Erziehung neigen beispielsweise zu folgenden Strafmaßnahmen:

  • Das Kind mit unaufhörlichen Sermonen zutexten, z.B. „stell dir mal vor du wärst der Onkel, dem du gerade die Limonade ins Genick geschüttet hast, was würdest du denn an seiner Stelle empfinden…blablabla…“
  • Das Kind dauerhaft mit den Folgen seiner bösen Tat konfrontieren, um ihm Schuldgefühle zu machen. Z.b. „Weil du das und das gemacht hast, können wir alle heute nicht zum Ausflug fahren.“
  • Sozialstrafen, z.B. Ausschließen vom gemeinsamen Mahl wegen Essenwerfen usw.
  • Liebesentzug, z.B. „weil du das und das getan hast, ist die Mama ganz traurig und will jetzt allein sein.“
  • Die brutalste Verirrung der Fanatiker der „Gewaltlosigkeit“ in der Erziehung wird heute (wohl auch von Kerbi, Guido und Konsorten) nicht mehr propagiert (wie ich hoffe, nicht nur deswegen, weil man zumeist vom Normalfall der Einkindfamilie ausgeht), nämlich „Kind A war böse, darum kümmere ich mich jetzt liebevoll um Kind B.“

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Beispiele, vielleicht
Hallo Sharon,

Warum dann die (immer wiederkehrende) Aussage, es gehe immer?
(Provokationsmodus)
Entweder kennst du diese Momente nicht (mangelnde Erfahrung?)
oder weißt es schlichtweg nicht trotz Erfahrung - und in
beiden Fällen würde ich solche Aussagen nicht machen!

Jetzt probier ich mal meinen Erfahrungsschatz auszuschuetten. Warum sich an dem Wort IMMER aufhaengen? Natuerlich gibt es Extremsituationen, und man reagiert als Eltern darauf. Nicht jede Situation eignet sich zum „Erziehen“. Manche Situationen will man nur managen, nur rumkriegen. Ich kann mich an eine scheussliche Situation erinnern: wir waren gerade umgezogen, ich kannte keinen Menschen in der neuen Stadt und meine zwei (damals 3 und 4) machten alles, um mich auf die Palme zu bringen. Konkret weiss ich gar nicht mehr, was es war. Aber ich weiss noch, dass ich sie irgendwann weggesperrt habe: einen ins Badezimmer, einen ins Gaesteklo - nicht als Strafe (obwohl sie es sicher so empfanden), sondern damit ich ihnen nicht an die Gurgel gehen konnte. Wenn ich das nicht gemacht haette, dann haette ich wahrscheinlich zugeschlagen. Nachdem ICH mich wieder beruhigt hatte, konnten sie wieder raus und wir haben (soweit das mit Kindern in dem Alter geht - nicht leicht, aber es geht!) darueber geredet. Ich habe ihnen erklaert, dass sie mich an meine Grenzen getrieben hatten. Das ging. Das hat verhindert, dass ich meine Kinder geschlagen habe.

Haette ich das nicht gemacht, sondern geschlagen - was waere besser gewesen? Was immer sie damals machten, sie haben inzwischen gelernt, es nicht mehr zu machen (sonst wuesste ich es noch).

Um ehrlich zu sein, muss ich zugeben, dass mir trotzdem schon „die Hand ausgerutscht“ ist. Ich bin nicht stolz darauf. Ich habe aber auch kein grossartig schlechtes Gewissen deswegen. Meine Kinder haben u.a. dabei gelernt, dass Mama Grenzen hat. Nur: zum Guten hat das in den wenigen Situationen NIE gefuehrt. Meinen juengerer Sohn, das habe ich dabei gelernt, muesste man krankenhausreif schlagen, um ihn von einem Verhalten abzubringen - bei ihm loesen Schlaege totalen Trotz aus. Da probier ich es lieber mit anderen Methoden.

Und das Patentrezept fuer die Extremsituationen - darauf antwortet vielleicht deshalb keiner konkret, weil das fuer jedes Kind anders ist. Da probiert man aus, was beim eigenen Kind funktioniert. Und verwirft. Und manchmal laesst man es auch gut sein. Man muss nicht jede Situation meistern.

Noch ein Beispiel. Meine Sohne (inzwischen 11 und 12) fluchen zuweilen, was das Zeug haelt (da er meist englisch spricht, geht es hauptsaechlich um das „f…“-Wort und den „motherf…“). Ignorieren hat nicht funktioniert (wir spielen das Spielchen schon seit Jahren, es gibt immer wieder Phasen), wohl auch, weil die anderen Erwachsenen (Lehrer, Muetter von Freunden usw.) es NICHT ignorieren. Verschiedene Strafen haben nicht funktioniert. Ich hab mal bloederweise auf eine Freundin gehoert und den beruehmten „Mund-mit-Seife-auswaschen“-Trick probiert. Das artete in eine solche Rangelei aus, dass das bestimmt nicht mehr erzieherisch wirksam war. Inzwischen funktioniert es so: ich habe meinen Kindern gesagt, dass es eine Theorie gaebe, dass nur Kinder fluchen, die nicht genug Liebe bekommen haetten, weswegen ich ihnen, diese Liebe nun nachreichen wuerde. Ergo: jedesmal wenn ihnen eine f… rausrutscht, bekommen sie von mir - egal wo wir sind - einen Druecker und einen Kuss. Methode funktioniert bei dem juengeren der beiden. Es ist ihm schrecklich peinlich. Der aeltere wendet es in einen Zirkus und knutscht zurueck und macht auf Baby. Bei beiden ist das Fluchen aber zurueckgegangen (wielange das wirkt, weiss ich nicht - irgendwann werden sie es vielleicht wirklich ganz bleiben lassen). Womit wir aber wieder beim Individuellen waeren (was bei zwei fast Gleichaltrigen neue Probleme aufwirft, auf die ich jetzt nicht eingehen moechte).

Ich stimmte Guido und Birgit und Kerbi und wemnoch zu: es gibt keine Situation, die durch Schlaege/Hiebe/Klapse verbessert wird. Man muss als Eltern vielleicht aber auch lernen, dass nicht jedes Versagen gleich die Weichen fuer eine verkorkste Erziehung stellt. Mit Versagen meine ich hier nicht doch Klapse, sondern eine Situation auch mal nicht im Griff haben.

Viele Gruesse,
Elke

3 „Gefällt mir“

überzeugte Vertreter der partnerschaftlichen Erziehung neigen
beispielsweise zu folgenden Strafmaßnahmen:

  • Das Kind mit unaufhörlichen Sermonen zutexten, z.B. „stell
    dir mal vor du wärst der Onkel, dem du gerade die Limonade ins
    Genick geschüttet hast, was würdest du denn an seiner Stelle
    empfinden…blablabla…“

trotz überzeugung von partnerschaftlichen erziehung finde ich diese sermone auch doof.

  • Das Kind dauerhaft mit den Folgen seiner bösen Tat
    konfrontieren, um ihm Schuldgefühle zu machen. Z.b. „Weil du
    das und das gemacht hast, können wir alle heute nicht zum
    Ausflug fahren.“

wenn es stimmt, daß eine tat böse folgen hat, wieso soll das das kind nicht erfahren dürfen? nur so kann es lernen, wieso eine tat „böse“ ist. wenn man allerdings die übrige familie durch unehrliche aussagen aufhetzt (der ausflug fällt aus einem anderen grund aus), schadet man der ganzen familie.

  • Sozialstrafen, z.B. Ausschließen vom gemeinsamen Mahl wegen
    Essenwerfen usw.

finde ich angemessen: wenn ein kind mit essen wirft, ist es nicht verkehrt, es 1x (!) auszuschließen. die strafe soll sich ja nicht über stunden hinziehen!

  • Liebesentzug, z.B. „weil du das und das getan hast, ist die
    Mama ganz traurig und will jetzt allein sein.“

finde ich auch nicht schlimm: auch das kind will die mama nach einem streit nicht unbedingt sehen. man muß dem kind kein schlechtes gewissen einreden (du bist schuld, daß ich mich schlecht fühle), sondern sagt ihm einfach, daß man sich beruhigen muß und es so lange weggehen soll. außerdem muß das kind lernen, daß bestimmtes verhalten bei anderen menschen nicht gut ankommt und diese wütend/traurig macht.

  • Die brutalste Verirrung der Fanatiker der „Gewaltlosigkeit“
    in der Erziehung wird heute (wohl auch von Kerbi, Guido und
    Konsorten) nicht mehr propagiert (wie ich hoffe, nicht nur
    deswegen, weil man zumeist vom Normalfall der Einkindfamilie
    ausgeht), nämlich „Kind A war böse, darum kümmere ich mich
    jetzt liebevoll um Kind B.“

wer so was macht, ist total gestört. der schadet nicht nur kind a, sondern auch kind b, indem er die beziehung zwischen den beiden kaputt macht (er fordert eifersucht geradezu heraus). außerdem ist er unehrlich zu kind b.

ich bin zwar gegen gewaltfreie erziehung, aber nicht total gestört - auch wenn sich das deiner meinung nach gegenseitig ausschließt.

Hallo Wolfgang,

ich habe keine Ahnung was für einen Namen die Erziehung
von Guido und Konsorten hat :smile:) (Smilie gilt nicht dir), meine nennt sich Gewaltfreie Erziehung!

Diese miesen Methoden von Schuldgefühlen züchten, fallen
in deinen Machtbereich der Erziehung.

Es gibt im w-w-w die Möglichkeit, sich die eigenen Artikel in einem Brett nochmal nacheinander im Schnelldurchlauf nachzulesen und auszudrucken.
Mach das mal!
Es ist mir klar, daß du Rechtfertigung und lächerliche
Äußerungen von dir geben mußt, ich frage mich nur ob dir das bewußt ist?

Meine Tochter ist 18J und hat Zugang zu meinen Artikeln, teilweise besprechen oder diskutieren wir Threads. Ich schreibe von daheim und der PC steht im Wohnzimmer.
Kannst du das auch?

Gruß
Kerbi

‚Gewaltfrei‘ und partnerschaftlich
Hallo Kerbi,

meine nennt sich Gewaltfreie Erziehung!

Das Wort „gewaltfrei“ diffamiert jeden anderen Erziehungsstil als gewalttätig. Ich nenne das - Du könntest es bemerkt haben - den partnerschaftlichen Erziehungsstil. Das ist nicht wertend. Zu Komposita mit „Gutmensch“ neige ich, wenn ich gereizt werde - Euresgleichen hält dann bereits eingestandenermaßen richtig beleidigende Äußerungen für zielführend.

Diese miesen Methoden von Schuldgefühlen züchten, fallen
in deinen Machtbereich der Erziehung.

Das ist kein Deutsch. Ich kann mir daraus mit Mühe etwas zusammenreimen, was aber eine Lüge ist.

Meine Tochter ist 18J und hat Zugang zu meinen Artikeln,
teilweise besprechen oder diskutieren wir Threads. Ich
schreibe von daheim und der PC steht im Wohnzimmer.
Kannst du das auch?

Was Du alles wissen willst. Nach einer Reihe von Hardwaredefekten haben bei uns die Kinder derzeit keinen eigenen PC mehr. Meine Frau hat einen alten Laptop ohne Internet. Ich arbeite am großen PC in meinem Bürozimmer zuhause, über den sämtliche Internet- und E-mail-Aktivität aller Familienmitglieder laufen. Wenn meine Frau oder sonstwer ins Internet will, unterbreche ich meine Arbeit und kümmere mich derweil z.B. um die Zwerghasen.

Leiderleider läßt unser viertes Baby immer noch auf sich warten, aber wenn es mal kommt, dann werden wohl auch unser halbwüchsigen Kinder praktisches Interesse an Erziehungsfragen bekommen (müssen). Im Moment ist kein theoretisches Interesse an solchen Fragen da, neben der Schule sind Freunde, Sport und Klassische Musik vorherrschend.

Meine Frau teilt im wesentlichen meine Ansichten zur Kindererziehung, obwohl es da manchmal zu konträrlaufenden Mutter-Tochter-Kumpaneien kommt…

Mit freundlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Beispiele
Hallo Schokolinda,

  1. kind im supermarkt, schreit nach süßigkeiten:
  • das kind zu sich ziehen und ihm energisch sagen: „du kriegst
    das jetzt nicht!“

OK, aber energisch zu sich ziehen ist bereits eine körperliche Strafe, allerdings eine solche, die dem zärtlichen Heranziehen sehr ähnlich ist. Willst Du den Unterschied verwischen?

  • einkaufswagen notfalls stehen lassen, kind unter dem arm
    klemmen, ins auto verfrachten, wortlos heim fahren, daheim
  • dem Kind also richtig satt die Schuldgefühle reindrücken. Das wäre mir zu brutal.

angekommen, irgendwas zu essen kochen, das das kind nicht mag,
erklärung: „leider hatte ich nichts anderes mehr da, wegen dir
konnte ich ja nicht einkaufen“

Je nach Alter denkt sich das Kind, daß die Mama halt irgendwie böse ist, oder es erkennt die reine Gehässigkeit, die da abläuft.

  • die süßigkeiten vor den augen des kindes aufreissen und sich
    selbst in den mund stopfen, erklärung: „wer schreit, kriegt
    nix!“

Damit bist Du beim Streit/Kampf mit dem Kind auf gleich zu gleich. Man soll seine Kinder aber nicht bekämpfen.

  • sich blöd stellen: freundlich sagen „hast du hunger? ja?
    klar kriegst du was!“ ein stück gurke oder sonst was locker
    machen und dem kind geben

Ich würde meine Kinder nie so mies verarschen.

  • das kind eine zeitlang nicht mit der oma (oder einer anderen
    person) einkaufen gehen lassen, bei der diese tour zum erfolg
    führt

Hier haben wir es zwar eher mit Omaerziehung als mit Kindererziehung zu tun - und gleich ist die Kontaktsperre, also eine Sozialstrafe das Mittel der Wahl.

  • das kind das nächste mal nicht mit zum einkaufen nehmen,
    erklärung: „du schreist mir wieder den ganzen laden zusammen“

Die zeitliche Dehnung der Schuld.

und bestimmt „nein“ sagen; wenn man mit der geduld zu ende
ist, das kind in den laufstall setzen; gefahrenquelle

Ach guck an, der Laufstall kommt hier plötzlich zu neuen Ehren.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

1 „Gefällt mir“

deine lösungen?

  1. kind im supermarkt, schreit nach süßigkeiten:
  • das kind zu sich ziehen und ihm energisch sagen: „du kriegst
    das jetzt nicht!“

OK, aber energisch zu sich ziehen ist bereits eine körperliche
Strafe

wo steht oben was von „energisch ziehen“ - da steht „energisch sagen“.

und was hast du gegen energisches vorgehen? diskussionen hältst du doch für ungeeignet. dein rat wäre also: nichts zu tun, wenn man nicht schlagen will? in welchem keller bist du groß geworden, daß es es für dich immer 2 möglichkeiten gibt?

allerdings eine solche, die dem zärtlichen Heranziehen
sehr ähnlich ist. Willst Du den Unterschied verwischen?

man dürfte sehr wenig tun, wenn man handlungen und verhaltensweisen ausschließlich einem zweck zuordnen will. normalerweise erkennen menschen an der gestik, an der mimik und am tonfall schon, ob sich jemand zärtlich oder aggressiv nähert.

im übrigen finde ich dieses argument von jemanden, der seine kinder anpackt, um sie zu verdreschen, ziemlich verdreht! um deine kinder zu schlagen, mußt du sie auch erst mal zu dir ran ziehen. oder sind sie dermaßen gut erzogen, daß sie sich dir bereitwillig übers knie legen? wenn hier irgendwelche grenzen verwischt werden, dann bist du auch mit dabei!

  • einkaufswagen notfalls stehen lassen, kind unter dem arm
    klemmen, ins auto verfrachten, wortlos heim fahren, daheim
  • dem Kind also richtig satt die Schuldgefühle reindrücken.
    Das wäre mir zu brutal.

siehst du: mir wäre es zu brutal, dem kind eine runterzuhauen. ich finde es sinnvoller, auf die schreierei nicht weiter einzugehen. wenn ich nichts sage, haben sowohl das kind als auch ich zeit, uns abzukühlen. keiner sagt, daß man nun stundenlang mit dem kind nicht sprechen darf. ich jedenfalls würde die erst gelegenheit, die sich bietet, zu einem gespräch nutzen.

angekommen, irgendwas zu essen kochen, das das kind nicht mag,
erklärung: „leider hatte ich nichts anderes mehr da, wegen dir
konnte ich ja nicht einkaufen“

Je nach Alter denkt sich das Kind, daß die Mama halt irgendwie
böse ist, oder es erkennt die reine Gehässigkeit, die da
abläuft.

da hast du recht: je nach alter. ein sehr kleines kind würde die aktion nicht verstehen. sinnlos, sie bei einem kleinen kind durchzuziehen. ein älteres kind jedoch kann ruhig erfahren, daß mütter auch gehässig sein können. wer probiert, seine eltern zu manipulieren, sollte erfahren, daß diese sich darüber nicht freuen.

was ich an diesem punkt vermisse: deinen lösungsvorschlag? was würdest oder was hast du in so einer situation gemacht?

  • die süßigkeiten vor den augen des kindes aufreissen und sich
    selbst in den mund stopfen, erklärung: „wer schreit, kriegt
    nix!“

Damit bist Du beim Streit/Kampf mit dem Kind auf gleich zu
gleich. Man soll seine Kinder aber nicht bekämpfen.

das kind kämpft um macht. wenn ich die nicht hergeben will, dann muß ich wohl auch kämpfen.

den einwand hättest du auf jeden meiner vorschläge schreiben können. genauso gut hättest du diesen vorschlag auch wieder als gehässig bezeichnen können. klar, es ist gehässig. ich würde das auch nicht bei jedem kind machen oder wenn das kind zum ersten mal im kaufhaus nach süßigkeiten plärrt. es ist ein drastisches mittel, das ich einsetzen würde, wenn alles andere nicht funktioniert hat.

  • sich blöd stellen: freundlich sagen „hast du hunger? ja?
    klar kriegst du was!“ ein stück gurke oder sonst was locker
    machen und dem kind geben

Ich würde meine Kinder nie so mies verarschen.

und ich würde meinen kinder nie den arsch verhauen - oder wie du es nennst: die untere rückenpartie stimulieren.

2 personen - 2 methoden.

du findest es verarsche. ich halte es für ein drastisches mittel für ein kind, das hartnäckig versucht, mich zu verarschen.

  • das kind eine zeitlang nicht mit der oma (oder einer anderen
    person) einkaufen gehen lassen, bei der diese tour zum erfolg
    führt

Hier haben wir es zwar eher mit Omaerziehung als mit
Kindererziehung zu tun - und gleich ist die Kontaktsperre,
also eine Sozialstrafe das Mittel der Wahl.

daß man dem kind verbietet, mit einer bestimmten person einkaufen zu gehen, kann man wohl nicht als kontaktsperre bezeichnen. oder kommt bei euch die oma bloß, um mit den kindern einzukaufen? einkaufen mit der oma wäre verboten, nicht jedoch spielen mit der oma, spazierengehen mit der oma usw.

im übrigen hat das oma-einkaufsverbot den sinn, daß das kind das erwünschte verhalten beim einkauf mit einer geeigneten person übt und in sein verhaltensrepertoire aufnimmt. nach einiger zeit ist es dann soweit, daß es auch bei personen, die das unerwünschte verhalten nicht unterbinden können oder wollen, nicht mehr zeigt.

  • das kind das nächste mal nicht mit zum einkaufen nehmen,
    erklärung: „du schreist mir wieder den ganzen laden zusammen“

Die zeitliche Dehnung der Schuld.

davon könnte man sprechen, wenn man dem kind 1 woche lang vorwürfe macht. tatsächlich wird eine vergangene situation ins gedächtnis gerufen - was ist daran falsch? nach dieser erinnerung verspricht das kind möglicherweise, sich nicht wieder so zu verhalten. wenn ich an die ernsthaftigkeit des versprechens glauben würde, würde ich das kind mitnehmen und es anschließend, falls es sich gut betragen hat, dafür loben. falls es sich nicht wie versprochen verhalten hat, würde ich es das nächste mal zuhause lassen, denn anscheinend ist es dafür noch zu klein.

Ach guck an, der Laufstall kommt hier plötzlich zu neuen
Ehren.

was meinst du damit? ein laufstall ist ein guter ort, wo kleine kinder sicher spielen können. wenn ein kind was angrapscht, das es nicht soll, und man kann das ding nicht sichern, dann muß man kind und ding eben trennen. wie man das macht, ist eine frage des alters.

ich sag es nochmal: ich lese sehr gern deine vorschläge von dir super-papi! die versäumst du ja meist, zu geben.

MOD.: SCHLUSS!
Huhu an alle hier im Thread!

Bitte! Bemüht euch bitte, halbwegs höflich und sachlich zu bleiben, ja?
Noch etwas heftiger und ich lösche kommentarlos, okay?

Viele Grüße, Vanessa

von mir aus sehr gerne.