Natürlich kann ich dafür ein paar Beispiele nennen:
- eine ältere Person lockt Kinder und Jugendliche in seinen Garten und stellt Ihnen einen Raum als „Rückzugsmöglichkeit“ zur Verfügung. Von Nachbarn, den Jugendsozialarbeitern und den Ortsvorsteher fällt auf, dass dort vor allem die Jugendlichen sehr viel Alkohol zu sich nehmen. Unter den Jugendlichen befinden sich Personen die zwischen 13 und 16 sind - nur ein- bis zwei Personen sind Älter.
Die Polizei und das Ordnungsamt wurden von Nachbarn verständigt, die Angelegenheit wurde herunter gespielt. Es handelt sich um eine Feier (wie jedes Wochenende - Anmerkung von mir). Es wird drauf geachtet, dass die jüngeren kein Alkohol zu sich nehmen und die Eltern wüssten bescheid.
Tun sie wahrscheinlich auch… - aber es interessiert sie wohl nicht, was genau dort passiert und welche Absichten der alte Herr dort hat.
Im Ort gibt es einen sehr gut ausgestatten Jugendclub, für die Jugendarbeit wird insgesamt viel getan, aber auch die Jugendsozialarbeit hat gemeinsam mit dem Ortsvorsteher keine Möglichkeit etwas zu unternehmen.
Von behördlicher Seite heißt es da nur, wir können nichts machen.
Was muss hier passieren, damit die Situation nicht irgendwann aus dem Ruder läuft?
Andere Situation:
Eine Frau hat sich von Ihrem Mann getrennt und lebt in Scheidung. Der Mann terrorisiert die Frau mit Anrufen.
Zig mal wurde eine Anzeige gestellt - Ergebins: Verfahren eingestellt.
Obwohl die Frau Protokoll geführt hat, wann die Anrufe eingegangen sind und welche Inhalte hinterlassen worden sind.
Solange nichts ernstes passiert, können wir nichts unternehmen heißt es da lapidar von Amstwegen.
Noch ein Beispiel:
Ein Vater nimmt Kontakt zu seinem erwachsenem Kind auf und droht am Telefon das Kind umzubringen. Die Polizei wird sofort verständigt, der Vater im Auto angehalten und es folgt eine Durchsuchung der Person und des Wagens.
Ohne Ergebnis - keine Waffe oder Waffenähnliches gefunden.
Es kommt zur Gerichtsverhandlung im Amtsgericht Tiergarten. Verfahren wird eingestellt, da nicht nachvollziehbar ist, wie das Telefonat abgelaufen ist und keine Waffen gefunden wurden.
Also auch hier… so lange nichts passiert…
Die geschilderten Sachverhalte sind reale Situationen gewesen - niemand wurde vor sich selbst oder vor anderen geschützt.
Der Vater beging wenige Monate nach der Tag suizid.
Die Frau änderte mehrmals ihre Telefonnummer.
Die Kinder und Jugendlichen betrinken sich noch heute jedes Wochenende.
Das sind Beispiele, die mir im Laufe meiner Arbeit als Sozialarbeiter in einer Großstadt und im ländlichen Bereich begegnet sind.
Weitere kann ich gerne aufzählen.
Gruß
Denkzettel