Hallo,
eine Frage:
Wie heißt das, wenn ein Kind absolut nicht fremdelt?
Wir hatten grad welche zu Gast mit so einem Kind. Die Eltern sagten, sie könnten jetzt für immer weggehen und ihr Kind dalassen bei uns, das wäre dem Kind egal. Tatsächlich war der kleine schon mit 9 Monaten bei den Großeltern - sechs Wochen lang ohne Mama und Papa und war alles super.
Ich würde darüber gerne mal was nachlesen, und da wäre es hilfreich, wenn wer den Namen dieser Gemütskrankheit wüßte.
Gruß
Ze
Hallo,
Auch hallo!
eine Frage:
Wie heißt das, wenn ein Kind absolut nicht fremdelt?
Das heißt, dass das Kind zu keinem Menschen, auch nicht zu den Bezugspersonen, eine tiefe, engere Beziehung aufgebaut hat!
Wir hatten grad welche zu Gast mit so einem Kind. Die Eltern
sagten, sie könnten jetzt für immer weggehen und ihr Kind
dalassen bei uns, das wäre dem Kind egal. Tatsächlich war der
kleine schon mit 9 Monaten bei den Großeltern - sechs Wochen
lang ohne Mama und Papa und war alles super.
Wie alt ist das Kind jetzt?
Ich würde darüber gerne mal was nachlesen, und da wäre es
hilfreich, wenn wer den Namen dieser Gemütskrankheit wüßte.
Du meinst das Williams-Beuren-Syndrom? Hmm, aber da wäre ich vorsichtig, wer weiß, was wirklich dahinter steckt! Eine Diagnose, so überhaupt eine zu stellen ist, müsste von einem Arzt gestellt werden. Nicht jedes Kind, das distanzlos ist oder/und nicht fremdelt, ist gleich hypersozial oder sogar „krank“!
Sprich doch mal/nochmal mit den Eltern!
Gruß
Renate
Auch hallo,
wenn Du Dich für dieses Thema interessierst, dann suche mal unter dem Stichwort „Bindungsstörung“. Da wirst Du bestimmt eine Menge finden.
Einen ersten Überblick kannst Du Dir bei wikipedia holen, dabei vor allem der Teil über Mary Ainsworths „Fremde Situation“ Test und die Bindungstypen, die sie bei diesem Experiment gefunden hat. So, wie Du den Fall schilderst, würde ich z.B. das Kind als unsicher-vermeidend gebunden einschätzen.
http://de.wikipedia.org/wiki/Bindung_(Psychologie)
Hoffe, das hilft Dir weiter!
Viele Grüße,
Sibylle aus M
P.S. Eine „Gemütskrankheit“ würde ich da nicht gleich sehen, vor allem bei so einem kleinen Kind. Unter Umständen könnte man das Verhalten des Kindes als depressiv beschreiben, aber so richtig paßt das nicht. „Gemütskrankheiten“ sind ja nur Depressionen oder Ängste, oder was verstehst Du darunter?
Danke für die Antworten bisher.
Ich möchte noch sagen, daß das Baby 18 Monate alt ist und mir ansonsten normal entwickelt erscheint (hat z.B. recht früh gehen gelernt).
Es meidet den Blickkontakt, das ist mir aufgefallen.
Die Eltern sind zwar als Anfänger und fern von allen Großeltern recht unsicher, aber Vernachlässigung, Hospitalismus oder gar Mißhandlung kommt m.E. in dem Fall nicht in Frage.
Gruß
Ze
Nachtrag
Hallo Ze,
im Grunde sind die Informationen zu „dürftig“ für jede Art der „Ferndiagnose“. Bei fehlendem Blickkontakt und fehlender Bindung könnte u.U. auch frühkindlicher Autismus (Kanner-Syndrom) in Frage kommen, da müßten aber noch weitere Faktoren vorliegen, insbesondere verzögerte Sprachentwicklung und die für Autismus typischen repetitiven Verhaltensweisen. Wirklich feststellen kann das nur ein Arzt.
Gruß,
Sibylle aus M
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Hi Ze,
Stichworte zum Thema Bindungsstörung hast Du ja schon bekommen.
Für mehr Diagnose reichen die Informationen nicht.
Was mich mehr interessiert:
Die Eltern sagten, sie könnten jetzt für immer weggehen
und ihr Kind dalassen bei uns, das wäre dem Kind egal.
Diese Aussage finde ich etwas seltsam. Fanden die Eltern das prima oder machten sie sich Sorgen? Haben sie das Verhalten des Kindes schon mal untersuchen lassen oder war das für sie in bester Ordnung?
Ich glaube, Du solltest bei dem Eltern ansetzen und dort einfach noch einmal nachfragen.
Liebe Grüße,
Nike
Diese Aussage finde ich etwas seltsam. Fanden die Eltern das
prima oder machten sie sich Sorgen? Haben sie das Verhalten
des Kindes schon mal untersuchen lassen oder war das für sie
in bester Ordnung?
Eben, die Eltern machen sich keine Sorgen, und die Großeltern (in Südosteuropa), bei denen das Kind wochenlang ohne die Eltern war, fanden das offenbar ganz super.
Ich glaube, Du solltest bei dem Eltern ansetzen und dort
einfach noch einmal nachfragen.
Das ist nicht so einfach, dem Elternpaar ins Gesicht zu sagen, ihr Kind sei gemütskrank.
Gruß
Ze
Bindungsstörung oder ‚attachment disorder‘?
Hi nochmal,
Eben, die Eltern machen sich keine Sorgen, und die Großeltern
(in Südosteuropa), bei denen das Kind wochenlang ohne die
Eltern war, fanden das offenbar ganz super.
Ah, verstehe. Du suchst jetzt vorab Argumentationshilfen.
Ich glaube, Du solltest bei dem Eltern ansetzen und dort
einfach noch einmal nachfragen.
Das ist nicht so einfach, dem Elternpaar ins Gesicht zu sagen,
ihr Kind sei gemütskrank.
Das ist es auch nicht, wurde ja unten ja schon gesagt. Gemütskrank wäre sicher der falsche Ausdruck. Wahrscheinlich (aber bei so wenigen Informationen ist das eben nur unsicher zu sagen) ist es eben eine Bindungsstörung. Darüber findest Du einiges im Net. Das englische Stichwort lautet „attachment disorder“.
Schau mal hier:
http://www.uni-duesseldorf.de/AWMF/ll/028-024.htm (recht wissenschaftlich, aber dafür fundiert)
http://www.attachment-disorder.net/
http://www.bkjpp.de/forum/for102/kleinkind.htm
Vielleicht kannst Du anhand dieser Links besser herausfinden, ob tatsächlich eine Bindungsstörung vorliegt. Ansonsten würde ich mal nach den anderen Dir bereits gegebenen Stichworten googeln, es könnte auch etwas anderes vorliegen (mir fällt z.B. Autismus ein).
Viel Erfolg bei Deinem Engagement!
Nike
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