Hallo,
ich poste hier, weil ich etwas „Rückenstärkung“ brauche. Ich nenne es mal Rückenstärkung - eigentlich fehlt es mir an Schlagfertigkeit, wenn es um dieses Thema geht.
Also ich fange mal an (es ist leider recht lang geworden - möchte lieber hier als persönlich mit Bekannten darüber reden):
Ich bekomme in wenigen Tagen mein erstes Kind und möchte es gerne in absehbarer Zeit taufen lassen.
Warum?
Es liegt wohl daran, dass ich selber als Kind getauft und auch einigermaßen religiös erzogen wurde und ich mich für religiös halte. Weiter möchte ich auf meine Beweggründe nicht eingehen.
Ich bin christlich - evangelisch (lutherisch) - getauft und später auch konfimiert worden.
Der Vater des Kindes ist nicht sehr religiös - seine Einstellung dazu ist schwer zu beschreiben - er zweifelt nicht an dem Glauben und inwieweit er ihm wichtig ist, kann ich trotz langjähriger Beziehung schwer beurteilen.
Er selber wurde als Kind getauft, danach schwand sein religiöses Interesse. Im Gegensatz zu seiner Familie (sh. nächsten Absatz) hat es es bei dieser einen Taufe belassen.
Für ihn spricht allerdings nichts dagegen, wenn unser Kind getauft wird.
Seine Familie ist seit einigen Jahren baptistisch - sprich - man wird durch die Erwachsenentaufe in die Gemeinde aufgenommen. Kindstaufen gibt es dort gar nicht. (Ist aber auch eine evangelische Richtung des Christentums, soweit ich weiss.)
So bald steht Weihnachten vor der Tür und ich habe Bammel, dass das Thema Religion wieder auf den Tisch kommt. Vor allem wenn ein bestimmter Teil der Familie dort zu besuch erscheint.
Ich hatte mit meinem „Schwager“ schon eine Meinungsverschiedenheit wegen Kindstaufen. Er findet es nicht richtig und fing damit an, dass in der Bibel Erwachsenentaufen vorkämen, Kindstaufen wären nicht beschrieben.
Da ich nicht so bibelfest bin, konnte ich nur schwer darauf reagieren. Kenne lediglich nur das Zitat „Lasset die Kinder zu mir kommen“.
Wie kann ich reagieren, dass mein Wunsch nach einer Kindstaufe ernst genommen wird und nicht zu einer ellenlangen Diskussion führen wird? Ich habe ja eine Meinung, die ich auch vertreten möchte - aber mit guten Argumenten und nicht so flapsig wie andere es aus der weitläufigen Familie tun.
Symbolisch würde ich in dieser Angelegenheit gerne dem einen oder anderen in der Familie „den Kopf abreissen“, da es unsere Entscheidung ist, was wir mit unsrem Kind machen werden. Ich mag ehrlich gesagt niemanden so wirklich vor den Kopf stoßen oder gar das Weihnachtsfest vermiesen, indem ich unüberlegt einen Kommentar fallen lassen. Zumal mich damals schon die eine Meinungsverschiedenheit mit dem „Schwager“ ziemlich gekränkt hat.
Möchte nur selbstbewußt meinen Standpunkt der Taufe unseres Sprosses vertreten können.
Ich freue mich deswegen über eure Vorschläge, wie ich dem „fanatisch religiösem“ Teil der Familie selbstbewußt(er) gegenüber treten kann.
Vielen Dank schon mal vorab.
LG
Molika

