Kindstaufe - Rückenstärkung für Diskussion gesucht

Hallo,
ich poste hier, weil ich etwas „Rückenstärkung“ brauche. Ich nenne es mal Rückenstärkung - eigentlich fehlt es mir an Schlagfertigkeit, wenn es um dieses Thema geht.

Also ich fange mal an (es ist leider recht lang geworden - möchte lieber hier als persönlich mit Bekannten darüber reden):

Ich bekomme in wenigen Tagen mein erstes Kind und möchte es gerne in absehbarer Zeit taufen lassen.

Warum?

Es liegt wohl daran, dass ich selber als Kind getauft und auch einigermaßen religiös erzogen wurde und ich mich für religiös halte. Weiter möchte ich auf meine Beweggründe nicht eingehen.
Ich bin christlich - evangelisch (lutherisch) - getauft und später auch konfimiert worden.
Der Vater des Kindes ist nicht sehr religiös - seine Einstellung dazu ist schwer zu beschreiben - er zweifelt nicht an dem Glauben und inwieweit er ihm wichtig ist, kann ich trotz langjähriger Beziehung schwer beurteilen.
Er selber wurde als Kind getauft, danach schwand sein religiöses Interesse. Im Gegensatz zu seiner Familie (sh. nächsten Absatz) hat es es bei dieser einen Taufe belassen.
Für ihn spricht allerdings nichts dagegen, wenn unser Kind getauft wird.

Seine Familie ist seit einigen Jahren baptistisch - sprich - man wird durch die Erwachsenentaufe in die Gemeinde aufgenommen. Kindstaufen gibt es dort gar nicht. (Ist aber auch eine evangelische Richtung des Christentums, soweit ich weiss.)

So bald steht Weihnachten vor der Tür und ich habe Bammel, dass das Thema Religion wieder auf den Tisch kommt. Vor allem wenn ein bestimmter Teil der Familie dort zu besuch erscheint.
Ich hatte mit meinem „Schwager“ schon eine Meinungsverschiedenheit wegen Kindstaufen. Er findet es nicht richtig und fing damit an, dass in der Bibel Erwachsenentaufen vorkämen, Kindstaufen wären nicht beschrieben.

Da ich nicht so bibelfest bin, konnte ich nur schwer darauf reagieren. Kenne lediglich nur das Zitat „Lasset die Kinder zu mir kommen“.

Wie kann ich reagieren, dass mein Wunsch nach einer Kindstaufe ernst genommen wird und nicht zu einer ellenlangen Diskussion führen wird? Ich habe ja eine Meinung, die ich auch vertreten möchte - aber mit guten Argumenten und nicht so flapsig wie andere es aus der weitläufigen Familie tun.
Symbolisch würde ich in dieser Angelegenheit gerne dem einen oder anderen in der Familie „den Kopf abreissen“, da es unsere Entscheidung ist, was wir mit unsrem Kind machen werden. Ich mag ehrlich gesagt niemanden so wirklich vor den Kopf stoßen oder gar das Weihnachtsfest vermiesen, indem ich unüberlegt einen Kommentar fallen lassen. Zumal mich damals schon die eine Meinungsverschiedenheit mit dem „Schwager“ ziemlich gekränkt hat.

Möchte nur selbstbewußt meinen Standpunkt der Taufe unseres Sprosses vertreten können.

Ich freue mich deswegen über eure Vorschläge, wie ich dem „fanatisch religiösem“ Teil der Familie selbstbewußt(er) gegenüber treten kann.

Vielen Dank schon mal vorab.

LG
Molika

Hi,

Du brauchst weder Argumente noch Bibelzitate, Du brauchst lediglich daran festhalten, dass es…

unsere Entscheidung ist, was wir mit unsrem Kind machen werden.

Eben. Du brauchst das nicht zu diskutieren. Du möchtest das, der Vater des Kindes zeiht da mit, fertig, aus. Alle anderen haben dazu genau gar nichts zu melden. Deine Schwiegerfamlie möge sich da raushalten. Du kannst ihr freundlich mitteilen, dass Du ihre Meineung und religiöse Überzeugung als solche tolerierst, aber Deine eigenen Entscheidungen triffst und in denen bitte nicht bedrängt werden möchtest.

Gruß,

Malte

Hallo Molika!

Ich kann Malte nur vollinhaltlich zustimmen. Deine Verwandten haben ihre Überzeugung, Du die Deine. Sie dürfen ihre Kinder gerne ungetauft lassen ohne dass Du ihnen ellenlange Predigten hältst, und Du hast auch das Recht, Dein Kind taufen zu lassen, wenn Du das willst - ohne dass Du Dich dafür rechtfertigen müsstest.

Von biblischer Seite her gibt es nicht wirklich Argumentationshilfe für Dich, da sie sich für die Glaubenstaufe, also die Taufe aus Überzeugung, ausspricht. Aber das hat Dir die Verwandtschaft ohnedies schon klargemacht.

Wenn Du trotzdem Dein Kind taufen lassen willst: Tu es. Und tröste die Verwandtschaft, dass dem Kind die Taufe ganz sicher nicht schaden wird … :smile:

Hanna

Hi!

Du bist religiös, dein Mann hat nix dagegen - na also, taufen.

DU musst das Kind schließlich erziehen, ich bezweifle das deine Schwiegerfamilie das für dich übernimmt bzw. übernehmen will, also sollen sie sich da gefälligst raushalten.

Da muss man mal etwas Rückgrad beweisen, grade die Schwiegerfamilie kann verdammt fies werden, wenn Frau Schwäche zeigt (ich spreche da aus lebenslanger Erfahrung…) also Schultern zurück, Brust raus, und wenn das geklärt ist wird das auch recht schnell wieder unter den Tisch fallen.

lg
Kate

Huhu!

Bei Diskusionen über Glauben (und um eine Solche handelt es sich), kommt m.E. nur sehr selten etwas vernüftiges bei raus.

Es geht um Glauben, etwas das gewissermaßen den Kern der Seele der Betroffenen ausmacht.

Man kann prima darüber diskutieren, vielleicht stolpert man dabei über total spannende Sachen, aber letzendlich überzeugen kann man sich gegenseitig nicht - und darum gehts dir ja letztlich.

Sachliche, bzw. religiöse Argumente helfen da gar nicht, im Zweifelsfalle zieht immer der andere eine Quelle heran, von der man noch nix gehört hat.

Es gibt nicht das Killerargument, das die Diskusion dann entscheidet.

Am Schluss ist man dann unglücklich und jeder ist immer noch bei seiner Meinung.

Lass die Diskusion - ist auch eigentlich nicht wirklich relevant, das Thema. (Finde ich, und da kommt meine unumstößliche Meinung ins Spiel :wink:

Geniess das Fest, lade den Teil der Verwandschaft ein, von dem du meinst, das er es verkraftet, und habe einen schönen Tag.

Viele Grüße!
Philipp aka Scrabz aka Drache.

Hallo Molika,

Ich bekomme in wenigen Tagen mein erstes Kind und möchte es
gerne in absehbarer Zeit taufen lassen.

wenn der Kindesvater nichts dagegen hat, sollte das kein Problem sein.

Warum?

Es liegt wohl daran, dass ich selber als Kind getauft und auch
einigermaßen religiös erzogen wurde und ich mich für religiös
halte. Weiter möchte ich auf meine Beweggründe nicht eingehen.
Ich bin christlich - evangelisch (lutherisch) - getauft und
später auch konfimiert worden.

Und gemäß der evangelischen Religion ist es auch logisch, das Kind taufen zu lassen.

Für ihn spricht allerdings nichts dagegen, wenn unser Kind
getauft wird.

Na dann ist ja alles in Butter :smile:

Seine Familie ist seit einigen Jahren baptistisch - sprich -
man wird durch die Erwachsenentaufe in die Gemeinde
aufgenommen. Kindstaufen gibt es dort gar nicht. (Ist aber
auch eine evangelische Richtung des Christentums, soweit ich
weiss.)

Ja und?
Auch getaufte Kinder „dürfen“ später bei den Baptisten als Erwachsene getauft werden. (Wenn sie das wollen!)
Wo ist das Problem?

Ich hatte mit meinem „Schwager“ schon eine
Meinungsverschiedenheit wegen Kindstaufen. Er findet es nicht
richtig und fing damit an, dass in der Bibel Erwachsenentaufen
vorkämen, Kindstaufen wären nicht beschrieben.

Aber es ist auch nicht ausdrücklich verboten!
Und es ist Dein Kind und nicht seines.
Lass Dich auf keine Diskussion ein, das geht ihn gar nichts an.

Wie kann ich reagieren, dass mein Wunsch nach einer Kindstaufe
ernst genommen wird und nicht zu einer ellenlangen Diskussion
führen wird?

Verweise auf die Religionsfreiheit in unserem Lande.
Und dass Du es vor Gott und Deinem Gewissen nicht verantworten könntest, das Kind nicht taufen zu lassen.

Ich habe ja eine Meinung, die ich auch vertreten
möchte - aber mit guten Argumenten und nicht so flapsig wie
andere es aus der weitläufigen Familie tun.

Tut mir Leid, aber Argumente liefert die Bibel nicht für eine Kindertaufe. Aber da es eine Glaubensfrage ist, sollst Du nach Deinem Glauben entscheiden.

Dazu gibt es dann doch etwas:
Römer 14
1
Den Schwachen im Glauben nehmt an und streitet nicht über Meinungen.
22 Den Glauben, den du hast, behalte bei dir selbst vor Gott. Selig ist, der sich selbst nicht zu verurteilen braucht, wenn er sich prüft.
23 Was aber nicht aus dem Glauben kommt, das ist Sünde.

Möchte nur selbstbewußt meinen Standpunkt der Taufe unseres
Sprosses vertreten können.

Ich hoffe für Dich, dass es hilft.

Gruss Harald

Hallo Molika,

wie es sich mit der Taufe an unmündigen Kindern verhält hat Jesus in seiner Offenbarung durch den Propheten Jakob Lorber, 1800-1864, Graz, wie folgt beschrieben:

[GEJ.04_110,07] (GEJ=Großes Evangelium Johannes) Als Johannes taufte, da brachten sie ihm wie auch seinen Jüngern Kinder zur Taufe, und er taufte sie auch, wenn sich fürs Kind gewissenhafte Stellvertreter vorstellten und auf das heiligste gelobten, für die geistige Erziehung die eifrigste Sorge zu tragen. Nun, in diesem Falle kann wohl auch ein Kind des Namens wegen mit Wasser getauft werden; die Taufe aber heiligt des Kindes Seele und Leib auf nicht länger als auf so lange nur, bis das Kind zur wahren Erkenntnis Gottes und seiner selbst und zum Gebrauche des freien Willens kommt. Bis dahin hat der Stellvertreter auf das gewissenhafteste zu sorgen, daß das Kind in allem, was zur Erlangung der wahren Heiligung nötig ist, bestens versehen werde, – ansonst der Stellvertreter alle Verantwortung auf seine Seele geladen trägt.

[GEJ.04_110,08] Es ist darum besser, die Wassertaufe erst dann erfolgen zu lassen, wenn ein Mensch für sich fähig ist, alle Bedingungen zur Heiligung seiner Seele und seines Leibes aus seiner Erkenntnis und aus der freiwilligen Selbstbestimmung zu erfüllen…

Herzliche Grüße
Helmut

Hallo,

das entspricht voll und ganz auch meiner Meinung. Wenn das Gespräch auf Taufe und Religion kommt, lächle dabei und antworte: „Dieses Thema haben mein Partner und ich geklärt, ansonsten wünschen wir keine weitere Diskussion darüber.“ Das mag im ersten Moment vielleicht etwas schroff klingen, aber du wirst sehen, man wird (nach ein paar mal Schlucken) eure Meinung respektieren.
Außerdem: Warum musst du dich mit der Schwiegerfamilie auseinandersetzen, schließlich hast du ja auch noch einen Partner!

Kopf hoch, Brust raus und alles Gute!

LG Birgitt

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Kindstaufe - es gibt kein Richtig oder Falsch!
Hallo Molika,

lass Dich nicht beirren! Du und Dein Partner trifft diese Entscheidung und das ist auch gut so. Dein Kind kann diese Entscheidung dann später nochmals rituel mittragen - durch die Konfirmation oder die Kommunion/Firmung.

Da ich nicht so bibelfest bin, konnte ich nur schwer darauf
reagieren. Kenne lediglich nur das Zitat „Lasset die Kinder zu
mir kommen“.

Es gibt in dieser Frage kein „richtig“ oder „falsch“. Natürlich kann man die Kindestraufe ablehnen, indem man den Standpunkt einnimmt, dies sei nicht eindeutig biblisch. Aber die Kirche (katholisch wie lutherisch) kennt neben dem Wort Christi auch die Wichtigkeit der Tradition und Lehre der Kirchenväter. Die Kindstaufe ist Ritus aus Tradition seit dem 2. Jahrhundert! Einen gute Übersicht über dieses Thema und die Pro- sowie Contraargumente aus theologischer bzw. dogmatischer Sicht bietet Dir u. a. Wikipedia (http://de.wikipedia.org/wiki/Kindertaufe).

Wie kann ich reagieren, dass mein Wunsch nach einer Kindstaufe
ernst genommen wird und nicht zu einer ellenlangen Diskussion
führen wird? Ich habe ja eine Meinung, die ich auch vertreten
möchte - aber mit guten Argumenten und nicht so flapsig wie
andere es aus der weitläufigen Familie tun.

Eine Bekannte hat mal etwas sehr schönes zum Thema Kindstaufe gesagt: "Rituale sind vor allem für uns Menschen gedacht. Wir Menschen brauchen meistens sichtbare Zeichen für das, was in unserem Kopf vorgeht.

Wir haben viele ritualisierte Verhaltensweisen wie zum Beispiel das Küssen (ursprünglich das Füttern von Mund zu Mund) oder den Handschlag (ritualisiertes Kräftemessen) oder das Handheben zur Begrüßung (zeigen, dass man keine Waffe in der Hand hat) -

Und darum nehmen wir über Rituale nicht nur Kontakt zu unseresgleichen, sondern auch zu Gott auf. Gott entscheidet selber, was mit der Seele des kleinen Kindes geschieht. Wir Menschen bezeugen aber mittels Ritualen wie Taufe und Gebet, dass wir glauben und das Kind in seine Obhut geben.

Wenn wir mit unseren religiösen Ritualen aufhören würden, dann würde nicht Gott sich von uns abwenden, sondern wir uns von ihm."

Danach erübrigt sich m. E. jegliche Diskussion. :o)

Herzliche Sonntagsgrüße,

fr. Christian

Huhu,

in meiner Familie ist es so ähnlich - ein Teil ist weitgehend atheistisch, die anderen sehr religiös und in einer Gemeinde, die auch erwachsen tauft.

Deshalb bin ich als Kind auch nicht getauft worden.

Würde ich nun aber eins kriegen, würde ich, wenn ich mich schon rechtfertigen müsste, die Taufe so begründen:

Ich habe mit Gottes Hilfe ein Kind bekommen, weshalb ich sehr froh und dankbar bin, und ich möchte Gott darauf antworten, indem ich es taufen lasse und es somit zu „seinem“ Kind mache.
Was ja nicht ausschließt, dass das Kind sich früher oder später nochmal selbst entscheiden muss, klar.
Die Funktion hat ja dann die Konfirmation/Firmung. Und wie schon gesagt wurde, so eine Baptisten-Taufe geht dann immer noch.

Grüße
Sonja

Hallo

Inhaltlich kann ich dazu nichts sagen, aber das Problem liegt ohnehin woanders. Was du beschreibst ist kein religiöses sondern ein familiäres Problem.

Ganz am Anfang muß man wissen, wie die räumliche Aufteilung der Familie ist. Wie nahe wohnt ihr an diesen Verwandten? Was ist mit deiner Familie? Wo ist mehr Nähe? Mit wem wird das Kind in erster Linie aufwachsen? Das ist eine wichtige Frage. Es geht dabei nicht um deine Meinungen sondern um das Wohl des Kindes. Angenommen die baptistische Verwandtschaft wird in Zukunft mehr um das Kind herum sein als vielleicht du - ist ein Streit dann sinnvoll? Seid ihr abhängig von diesen Menschen? Finanziell oder anderweitig?

Räumlicher Abstand ist ein großes Kriterium. Menschen, die man ein paar Mal im Jahr sieht, haben einfach weniger zu melden als jene, mit denen man zusammenwohnt. Notfalls könnt ihr den Abstand vielleicht vergrößern durch Umzug, wenn ein Streit unabwendbar ist. Aber dann muß der Mann mitspielen.

Es wäre außerdem interessant zu wissen, ob diese Verwandtschaft immer schon so dachte oder es erst in der letzten Zeit dazu kam. Wenn sie immer schon so waren, dann müßt du und dein Mann sich doch irgendetwas dabei gedacht haben, als ihr geheiratet haben. Ihr habt euch das doch ausgeredet, oder? Denn irgendwann wird die Frage auf dem Tapet stehen, wie die Kinder denn nun erzogen werden sollen. Und wenn beide Familien derart unterschiedliche Weltbilder haben, dann wird es zwangsläufig zum Konflikt kommen.

Einfach zu sagen „die haben nichts zu melden“ ist total blauäugig. Wenn der Mann irgendeinen Sinn für Familie hat (und das hoffen wir doch im Sinne des Kindes), dann wird es ihm nicht egal sein, was seine eigene Familie denkt, auch dann nicht, wenn sie weit weg wohnt. Der Konflikt kann also nicht einfach so gelöst werden, indem der Mann jeden Kontakt abbricht (und darauf läuft es sich IMMER hinaus, wenn radikale Religion im Spiel ist). Der Punkt ist nur: Das hält nicht für ewig, und irgendwann wirst du denn kürzeren ziehen. (Glaub mir ich kenne etliche derartige Fälle, und am Ende ist es meistens die Frau, die alleine dasteht).

Ein Mittel das helfen kann ist nicht „du gegen alle“ (und am Ende noch gegen deinen Mann!) sondern „deine Familie als Gegengewicht“. Zeige, daß auch du eine Familie mit Werten hast und bringe sie ein. Stehe nicht als Quertreiber da sondern auch als Familienmensch.

Und vor allem: Laß ja nicht zu, daß zwischen dir und deinem Mann ein Keil getrieben wird. Sei intelligent anstatt rechthaberisch (ist ein Sprichwort) und zeige, daß du im Gegensatz zu den anderen keinen religiösen Fanatismus hast: Notfalls verzichte eben auf die Taufe - deine Beziehung und das Kind sollte dir wichtiger sein (im Gegensatz zu den Verwandten - denen das offenbar egal ist).

Gruß
datafox

Hi Molika,

du begibst dich hier auf einen gefährlichen Pfad -
nämlich den vor der Verwandtschaft die Erziehung deines Kindes zu rechtfertigen.
Du und der Vater des Kindes entscheiden ob, wann, wo und wie getauft wird.
Lass dich erst gar nicht auf Diskussionen ein - wenn der Vater des Kindes und Du eine Entscheidung getroffen haben muss das akzeptiert werden.
Bei solchen Diskussionen in der Familie stellt sich auch immer die Frage inwieweit es wirklich um das Wohl des Kindes geht - oder ob es nur einfach Rechthaberei ist.

Ich musste innerhalb der Familie die Entscheidung vertreten dass meine Kinder nicht getauft werden - frage nicht nach Sonnenschein!!!
Inzwischen hat sich jeder an die Situation gewöhnt und es ist auch kein Thema mehr.

Also lasst euch nicht beirren und auch nicht auf der Nase herumtanzen - es ist euer Kind, ihr erzieht es und damit Ende.
Ausserdem finde ich es unmöglich wenn die Sippe dann gerade an Weihnachten ankommt und zu diskutieren anfängt…du willst schließlich ein schönes Weihnachtsfest feiern und nicht ein Theologieseminar abhalten !

viele liebe Grüße
Sue

noch etwas :wink:
Hallo,

So bald steht Weihnachten vor der Tür und ich habe Bammel,
dass das Thema Religion wieder auf den Tisch kommt. Vor allem
wenn ein bestimmter Teil der Familie dort zu besuch erscheint.
Ich hatte mit meinem „Schwager“ schon eine
Meinungsverschiedenheit wegen Kindstaufen. Er findet es nicht
richtig und fing damit an, dass in der Bibel Erwachsenentaufen
vorkämen, Kindstaufen wären nicht beschrieben.

„Weihnachtsfeiern“ sind in der Bibel auch nicht beschrieben.
Vielleicht sollten sie das auch bleiben lassen. *g*

Gruss Harald

Hallo,

Was du beschreibst ist kein religiöses sondern ein familiäres Problem.

völlig korrekt.

Einfach zu sagen „die haben nichts zu melden“ ist total
blauäugig.

„Einfach“ ist das sicher nicht. Aber der einzig gangbare Weg, wenn man nicht möchte, dass die Familie einem immer wieder reinredet. Wehret den Anfängen!

Und vor allem: Laß ja nicht zu, daß zwischen dir und deinem
Mann ein Keil getrieben wird.

ACK.

Notfalls verzichte eben auf die Taufe - deine Beziehung und
das Kind sollte dir wichtiger sein

Da gibt es imho noch einiges an Möglichkeiten vorher, die sehr erfolgversprechend sind - diesen Verzicht (der ja auch wieder nur ein ZUgeständnis von Einfluss an die Familie ist, also ein gefährliches Zeichen, das zu mehr ermutigt!) würde ich nun wirklich an die allerletzte Stelle packen, und nur dann in Erwägung ziehen, wenn der Vater(!) sich damit dann wohler fühlen würde.

Mit dem steht ohnehin ein Gespräch an, inwiefern er gedenkt, seine Verwandschaft aus der eigenen Familie rauszuhalten. Männer sind da oftmals nur zaghaft bzw. desinteressiert, so dass Erhellung über das, was da grad passiert wohl schon viel bewirken kann.

Gruß,

Malte

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Hallo Molika,

lass dir bei so einer wichtigen Frage nicht dreinreden! Es ist dein (euer) Kind. Bei euch muss es aufwachsen, und ihr werdet es erziehen. Du kannst ihm also nur diejenige religiöse Erziehung geben, die für dich Sinn macht. Sie muss nicht unbedingt für den „fanatischeren“ Teil der Verwandtschaft Sinn machen.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass das Recht auf freie Religionsausübung ja nicht plötzlich deswegen seine Gültigkeit verliert, weil andere Familienmitglieder, was das Religiöse angeht, einen anderen Standpunkt haben. (Ich meine, um ein Beispiel zu nennen: Ich würde mich ja sehr bedanken, wenn jemand mich dazu zwingen wollte, meinen Glauben an Wiedergeburt abzulegen.)

Das hier macht mir übrigens etwas Sorgen:

Es liegt wohl daran, dass ich selber als Kind getauft und auch
einigermaßen religiös erzogen wurde und ich mich für religiös
halte. Weiter möchte ich auf meine Beweggründe nicht eingehen.

Warum möchtest du nicht auf die Beweggründe eingehen? Hast du Angst davor, deinen eigenen Standpunkt klar zu vertreten? … Diese Angst - falls vorhanden - solltest du ablegen, vor allem der Familie gegenüber.

Du hast das Recht darauf, in diesem Punkt eine Entscheidung zu treffen, und die anderen haben das zu akzeptieren.

Schöne Grüße

Petra

Hallo,

Wie kann ich reagieren, dass mein Wunsch nach einer Kindstaufe
ernst genommen wird und nicht zu einer ellenlangen Diskussion
führen wird?

So selbstverständlich wie ihr Euer Kind anzieht, oder was ihr ihm zu Essen gebt, sollte es auch mit der Entscheidung der Taufe gehalten werden.
Auf ellenlange Diskussionen solltest Du Dich erst gar nicht einlassen.
So ist auch die Gefahr einer Streiterei mit der Buckl… äh, lieben Verwandschaft gering.

Viele Grüße
Markus

Hallo Petra,

danke für Deine Antwort!

Das hier macht mir übrigens etwas Sorgen:

Es liegt wohl daran, dass ich selber als Kind getauft und auch
einigermaßen religiös erzogen wurde und ich mich für religiös
halte. Weiter möchte ich auf meine Beweggründe nicht eingehen.

Warum möchtest du nicht auf die Beweggründe eingehen? Hast du
Angst davor, deinen eigenen Standpunkt klar zu vertreten? …
Diese Angst - falls vorhanden - solltest du ablegen, vor allem
der Familie gegenüber.

Möchte kurz den Satz erklären:
Für mich ist eine Taufe im Kindsalter einfach „normal“, gehört also „dazu“ - ich bin als Säugling getauft worden, meine Geschwister und Kinder meiner Verwandten auch. Ich wurde im christlichen Glauben erzogen (soweit ich das beurteilen kann) und möchte das eben bei meinem Kind auch so „handhaben“.
Das mag sich vielleicht etwas schwammig anhören und auch nicht nach richtiger Überzeugung - aber jedesmal, wenn ich als Kind zur Kirche ging bzw. jetzt gehe, dann fühl(t)e ich eben „etwas in mir drin“, was mich berührt(e) und mir Geborgenheit vermittelt(e).

Ich wollte gestern nicht auf die Gründe eingehen, die mich zur Taufe bewegen, weil der Text dann noch länger geworden wäre, als er es letzenends wurde, vor allem, weil ich es nicht für so wichtig betrachtet habe, warum ich mein Kind taufen lassen will - sondern eher die kristischen Äußerungen, die ich aufkommen sehe.

LG
Molika

„Weihnachtsfeiern“ sind in der Bibel auch nicht beschrieben.
Vielleicht sollten sie das auch bleiben lassen. *g*

lol - super Aussage Harald. Die werde ich mir mal für eine passende Gelegenheit merken - also nicht für was familiäres sondern generell.

LG
Molika

Hallo Sonja,
deine Aussage ist sehr schön - vor allem, weil ich nie mit diesem Kind gerechnet habe. Unsere Kleine ist in meinen Augen wirklich ein Geschenk Gottes und daher mag ich deine Worte sehr.

Ich habe mit Gottes Hilfe ein Kind bekommen, weshalb ich sehr
froh und dankbar bin, und ich möchte Gott darauf antworten,
indem ich es taufen lasse und es somit zu „seinem“ Kind mache.

LG
Molika

Hallo Helmut!

Ein riesengroßes DANKE!!!

LG
Molika