Kirchenaustritt? Kontra´s gesucht!

Hallo, ich würde einmal gerne Meinungen von anderen hören, die sich gegen einen Kirchenaustritt aussprechen.

Zunächst zu mir: Ich komme aus dem Rheinland und bin in einer Familie aufgewachsen, die sehr katholisch war. Bei uns galt die Sonntagspflicht. Einmal haben wir allesamt den sonntäglichen Kirchgang im Dorf verschlafen, dann ist mein Vater mit uns im Auto durch die Gegend gerast, um noch irgendwo einen Gottesdienst zu erwischen. Zu Lebzeiten meiner Eltern wäre ich niemals aus der Kirche ausgetreten. Auch später bin ich immer wieder sonntags in die Kirche gegangen und habe mich auch immer darum bemüht - wie man so schön sagt - „ein guter Christ zu sein“. Ich habe stets die Auseinandersetzung mit Theologen gesucht und auch gefunden. Aber theologische Spitzfindigkeiten und Verweise auf kirchenrechtliche Details sind nicht sonderlich hilfreich gewesen. Das merkwürdigste Argument gegen einen Kirchenaustritt war bisher: „Dann bekommst Du keine kirchliche Bestattung, sondern wirst nur verscharrt, wie ein Hund.“

Ich bin jetzt fast 40 Jahre alt und unterstütze eine Amtskirche mit meinen Steuern, die ich eigentlich ablehne. Argumente wie: „Wir, die Gemeinschaft der Gläubigen, sind doch die Kirche, wenn Du austritts gehörst DU nicht mehr dazu und kannst auch nichts verändern!“ sind doch schein-heilig, denn ich kann ja doch nichts ändern. Warum sollen wir denn alle akzeptieren, wenn fortschrittlichen Priestern die Lehrbefugnis entzogen wird. Mit der jährlichen Kirchensteuer kann man als „Besserverdiener“ ja ganz andere Projekte unterstützen, die mir sinnvoller erscheinen. Ich überlege immer, ob Jesus, wenn er heute leben würde, eigentlich katholisch wäre oder irgendeiner anderen Religionsgemeinschaft angehören würde?

Ich würde mich über jede Antwort freuen, wobei die Pro Kirche - Argumente für mich interessanter wären.

Zitat dazu von Erich Kästner
Da hilft kein Zorn. Da hilft kein Spott.
Da hilft kein Weinen, hilft kein Beten.
Die Nachricht stimmt! Der Liebe Gott
ist aus der Kirche ausgetreten.

Hi Klaus,

als Niemals-Mitglied einer Kirche spiele ich jetzt trotzdem mal den advocatus diaboli:

Das merkwürdigste Argument gegen einen
Kirchenaustritt war bisher: „Dann bekommst Du keine kirchliche
Bestattung, sondern wirst nur verscharrt, wie ein Hund.“

Das Argument ist gar nicht so merkwürdig, denke ich. Mit Noch-nicht-40 bist Du ja noch ein junger Spund und wenn es dem HErrn gefällt, sind Dir noch einige Jährchen im Diesseits vergönnt. Aber da es tatsächlich eine Erklärung der Diözesanbischöfe gibt, in der der Kirchenaustritt als „schwere Verfehlung“ bezeichnet wird, der mit dem Entzug von kirchlichen Rechten geahndet wird, sollte man sich schon darüber klar sein, was man mit dem Austritt in Kauf nimmt. Und vielen ist es halt wichtig, von einem Geistlichen unter die Erde gebracht zu werden. „Verscharren“ ist natürlich nicht die Alternative, schließlich gibt es auch weltliche Trauerredner. Aber für viele Angehörige ist das dann schon bitter, wenn der Herr Pfarrer ihnen beim Tode einer nahestehenden Person die kalte Schulter zeigen muß. Am „sakramentalen Leben“ kann der Ausgetretene - sagen die Diözesanbischöfe - erst dann wieder teilnehmen, wenn er seine Austrittserklärung rückgängig macht und Kirchensteuer zahlt. Insbesondere kann er nicht am Empfang der Sakramente teilnehmen, kein Patenamt übernehmen und - ohne Erlaubnis des Bischofs - keine kirchliche Hochzeit feiern.

Weltliche Grüße
Michael Niepel

Hallo Klaus!

Jesus war katholisch? Kann ich mir fast nicht vorstellen. Ich glaub der war Buddhist.

Der liebe jetzige Pabst hat vor einiger Zeit ziemlich klar definiert was auf den Sünder wartet: Die Hölle!

Nur wenn du in der kath. Kirche bist, allen weltlichen Genüssen entsagst und fleissig deine Beiträge zahlst wird Gott deine Seele retten. Sonst musst du in der Hölle schmoren. Und dort ists nicht lustig.

Grüße Dusan

Hallo Klaus,

Mit der jährlichen Kirchensteuer kann man als
„Besserverdiener“ ja ganz andere Projekte unterstützen, die
mir sinnvoller erscheinen.

Das eine schliesst doch das andere nicht aus.
Wir haben z.B. in der letzten kirchlichen Aktion ein Fussballtunier zu gunsten von aidskranken Eltern in Sambia gemacht. Somit haben die Eltern die Gewissheit, dass nach ihrem ableben die Kinder vernünftig untergebracht werden. Gute Projekte finden sich immer und gute Denkanstöße gibt es in der Kirche.

Ich überlege immer, ob Jesus, wenn
er heute leben würde, eigentlich katholisch wäre oder
irgendeiner anderen Religionsgemeinschaft angehören würde?

Das überlege ich mir auch öfter.
Ich denke aber er wäre katholisch, auch wenn (wie bei jeder großen Organisation) nicht immer alles gut läuft. Wir sind nun mal Menschen und wenn nicht Gott, wer sonst sollte uns Fehler verzeihen.
Ausserdem fällt mir keine andere Organisation ein, in der die Bibel versucht wird zu leben, aber das ist nur meine persönliche Meinung.

Ich würde mich über jede Antwort freuen, wobei die Pro Kirche

  • Argumente für mich interessanter wären.

Mir macht es einfach Spaß in kirchlichen Gruppen mitzuarbeiten.
Hier wird, unabhängig von der sozialen Stellung, allen ein Platz in der Gemeinde angeboten.
Die generationsübergreifende Gemeinschaft gefällt mir sehr gut und habe ich woanders noch nicht so erlebt.
Bei den Menschen in unserer Gemeinde habe ich den Eindruck, dass der in der Gesellschaft immer mehr verbreitete Egoismus nicht so stark vorhanden ist.
Das wichtigste für mich ist es, Gleichgesinnte zu treffen, bei denen es nicht um die eine Stunde Gottesdienst in der Woche geht, sondern das man den Glauben lebt.

Jesus wollte die Gemeinschaft der Glaubenden „Wo 2 oder 3 in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“

Wenn natürlich der Glauben nicht vorhanden ist, gibt es kein Argument gegen den Kirchenaustritt, es wäre auf jeden Fall ehrlicher die Konsequenz zu ziehen.

Viele Grüße,
Joe

Hi Klaus!

Gleich im voraus, ich bin ebenfalls katholisch und verbringe einen nicht unwesentlichen Teil meiner Lebenszeit damit, mich über meine Kirche zu ärgern. Warum ich es trotzdem bin - und bleibe - kann ich in zwei Sätzen zu sagen versuchen.

  1. Christlicher Glaube ist nur in Gemeinschaft möglich.

Ich empfinde mich als Christ und sehe das als einen Teil meines Lebens, der nicht in meiner Verfügungsgewalt steht. Ich respektiere andere Religionen und glaube, dass kein Mensch - als endliches, begrenztes Wesen - hier über „richtig“ und „falsch“ urteilen kann. (Dies im Einklang mit der Lehre der katholischen Kirche, BTW.) Mein Christ-sein ist auf die Botschaft Jesu gegründet. Andere Leute haben ihn an der Straßenecke getroffen, ich (leider?) nicht; ich bin also auf das, was über ihn erzählt wird, angewiesen. Die Gemeinschaft, in der über ihn erzählt wird, ist die christliche Kirche. Diese Kirche hat in mehreren Jahrhunderten die Zeugnisse gesammelt und in der Bibel festgehalten; die Kirche ist vor der Bibel dagewesen. Will ich also Christ sein, so ist das nur in einer Kirche möglich, wenn ich mich nicht selber von den Quellen abschneiden will.

  1. Man kann sich seine Glaubensgemeinschaft nicht aussuchen, ebensowenig wie seine Sprache, seine Nationalität oder seine Familie.

Der Glaube ist etwas, in das man in irgendeiner Form hineinwächst, auch wenn es der bewussten Entscheidung bedarf, dieses Erbe für sich selbst zu übernehmen. Wie auch in Hinblick auf die anderen Religionen, habe ich nicht den (gottgleichen) Standpunkt, hier über „richtig“ oder „falsch“ zu urteilen. Es kann sich ergeben, dass durch die komischen Wege, die unsere Glaubensbiographie manchmal nimmt, es unmöglich wird, in einer konkreten Gemeinschaft zu bleiben. Der Entschluss, sie zu verlassen, ist in meinen Augen jedenfalls ein Grenzfall, über den man nicht abstrakt diskutieren kann - so wie es für manche Menschen notwendig ist, sich von ihrer Familie völlig loszusagen. Wie eingangs gesagt, ich leide an meiner Kirche, wenn das Lehramt seine verknöcherten Positionen zur Empfängnisverhütung, zur Sexualmoral etc. immer wieder von sich gibt. Ich bin aber auch stolz auf meine Kirche, wenn das selbe Lehramt als einzige weltweite moralische Autorität sich gegen den Krieg zwischen den Kulturen stellt, die Solidarität der ersten Welt mit der Dritten Welt einfordert etc. Ich lebe glücklich in meiner Gemeinde und finde dort Zugang zu den Schätzen der gemeinsamen spirituellen Tradition. Also bleibe ich katholisch und hoffe, dass mich nicht ein mentales Erdbeben aus meiner Heimat vertreibt.

lg
Täubchen

Hallo Dusan,

verstehe ich Deine Antwort als ironischen Beitrag zum Thema? Wie steht es mit Dir? Gehörst Du einer Religionsgemeinschaft an?

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Hi Klaus,

als Niemals-Mitglied einer Kirche spiele ich jetzt trotzdem
mal den advocatus diaboli:

Das merkwürdigste Argument gegen einen
Kirchenaustritt war bisher: „Dann bekommst Du keine kirchliche
Bestattung, sondern wirst nur verscharrt, wie ein Hund.“

Das Argument ist gar nicht so merkwürdig, denke ich. Mit
Noch-nicht-40 bist Du ja noch ein junger Spund und wenn es dem
HErrn gefällt, sind Dir noch einige Jährchen im Diesseits
vergönnt. Aber da es tatsächlich eine Erklärung der
Diözesanbischöfe gibt, in der der Kirchenaustritt als „schwere
Verfehlung“ bezeichnet wird, der mit dem Entzug von
kirchlichen Rechten geahndet wird, sollte man sich schon
darüber klar sein, was man mit dem Austritt in Kauf nimmt. Und
vielen ist es halt wichtig, von einem Geistlichen unter die
Erde gebracht zu werden. „Verscharren“ ist natürlich nicht die
Alternative, schließlich gibt es auch weltliche Trauerredner.
Aber für viele Angehörige ist das dann schon bitter, wenn der
Herr Pfarrer ihnen beim Tode einer nahestehenden Person die
kalte Schulter zeigen muß.

Ja, da ist was dran … mir selbst kann es ja ziemlich egal sein. Glaubensfragen sind davon ja unberührt. Ich kann mir nicht recht vorstellen, daß ich eines Tages vor der Himmelspforte stehe und jemand sagt: „Moment, ich sehe hier ein Problem. Sie haben seit 2003 keine Steuern mehr bezahlt. Sorry, das bedeutet zunächst einmal 3 Jahre Fegefeuer, wir sehen uns dann später wieder“. Aber tatsächlich könnte es für einige Angehörige, sollten sie mich denn überleben, problematisch werden.

Am „sakramentalen Leben“ kann der
Ausgetretene - sagen die Diözesanbischöfe - erst dann wieder
teilnehmen, wenn er seine Austrittserklärung rückgängig macht
und Kirchensteuer zahlt. Insbesondere kann er nicht am Empfang
der Sakramente teilnehmen, kein Patenamt übernehmen und - ohne
Erlaubnis des Bischofs - keine kirchliche Hochzeit feiern.

Aber genau diese kirchenrechtlichen Engstirnigkeiten bestätigen mich doch: „Wenn Du nicht zahlst, bekommst Du das und das nicht und darfst dann das und das nicht“. Das ist doch im höchsten Maße unchristlich!

Hallo Joe,

vielen Dank für Deine Zeilen! Zu einigen Punkten habe ich dann aber doch noch eine Frage:

Das überlege ich mir auch öfter.
Ich denke aber er wäre katholisch, auch wenn (wie bei jeder
großen Organisation) nicht immer alles gut läuft. Wir sind nun
mal Menschen und wenn nicht Gott, wer sonst sollte uns Fehler
verzeihen.
Ausserdem fällt mir keine andere Organisation ein, in der die
Bibel versucht wird zu leben, aber das ist nur meine
persönliche Meinung.

Es ist schön einen Menschen zu finden, der so gefestigt ist in seinem Glauben. Das meine ich ganz ernst! Ich hätte allerdings nicht erwartet, daß jemand tatsächlich der Ansicht ist, Jesus wäre heute katholisch. Sein Leben war doch immer auch ein Kampf für die Schwachen und gegen die Pharisäer. Gegen jene, die sich für gerecht empfinden, die sich selbst für die guten Gläubigen halten, die selbst bestimmen, was andere dürfen und was nicht!

Mir macht es einfach Spaß in kirchlichen Gruppen
mitzuarbeiten.
Hier wird, unabhängig von der sozialen Stellung, allen ein
Platz in der Gemeinde angeboten.
Die generationsübergreifende Gemeinschaft gefällt mir sehr gut
und habe ich woanders noch nicht so erlebt.
Bei den Menschen in unserer Gemeinde habe ich den Eindruck,
dass der in der Gesellschaft immer mehr verbreitete Egoismus
nicht so stark vorhanden ist.

Nun, das stimmt alles, gilt aber auch für andere Gruppen z.B. für Freimaurer. Du scheinst in einer netten Gemeinde zu leben. Ich habe schon ganz andere Dinge in Gemeinden erlebt. Hier war die Ausgrenzung anderer üblich und gewollt.

Das wichtigste für mich ist es, Gleichgesinnte zu treffen, bei
denen es nicht um die eine Stunde Gottesdienst in der Woche
geht, sondern das man den Glauben lebt.

Jesus wollte die Gemeinschaft der Glaubenden „Wo 2 oder 3 in
meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“

Wenn natürlich der Glauben nicht vorhanden ist, gibt es kein
Argument gegen den Kirchenaustritt, es wäre auf jeden Fall
ehrlicher die Konsequenz zu ziehen.

Stop, jetzt verwechselst Du was. Ich glaube an Gott und an Jesus Christus. Und wenn sich 2 oder 3 in seinem Namen versammeln, achtet er darauf, daß sie Steuern zahlen???

Hallo nochmal,

Es ist schön einen Menschen zu finden, der so gefestigt ist in
seinem Glauben. Das meine ich ganz ernst! Ich hätte allerdings
nicht erwartet, daß jemand tatsächlich der Ansicht ist, Jesus
wäre heute katholisch. Sein Leben war doch immer auch ein
Kampf für die Schwachen und gegen die Pharisäer. Gegen jene,
die sich für gerecht empfinden, die sich selbst für die guten
Gläubigen halten, die selbst bestimmen, was andere dürfen und
was nicht!

Na ja, ich glaube kaum er würde etwas besseres finden.
Der Kampf für die Schwachen findet immer noch statt. Wer sitzt denn (auch an Weihnachten) in der Hofheimer Teestube bei den Obdachlosen?
Wer besucht alte Menschen, die nicht mehr das Haus verlassen können?
Wer kümmert sich denn um Menschen, die einen nahen Angehörigen verloren haben? Etwas weiter unten steht etwas über weltliche Prediger, die Reden bei Beerdigungen halten. Kommen die etwa wieder, wenn der Angehörige nicht mit dem Verlusst zurecht kommt? Ich glaube nicht.
Dies alles passiert in einer funktionierenden Gemeinde. Warum sollte Jesus dies nicht gut finden?

Mir macht es einfach Spaß in kirchlichen Gruppen
mitzuarbeiten.
Hier wird, unabhängig von der sozialen Stellung, allen ein
Platz in der Gemeinde angeboten.
Die generationsübergreifende Gemeinschaft gefällt mir sehr gut
und habe ich woanders noch nicht so erlebt.
Bei den Menschen in unserer Gemeinde habe ich den Eindruck,
dass der in der Gesellschaft immer mehr verbreitete Egoismus
nicht so stark vorhanden ist.

Nun, das stimmt alles, gilt aber auch für andere Gruppen z.B.
für Freimaurer. Du scheinst in einer netten Gemeinde zu leben.
Ich habe schon ganz andere Dinge in Gemeinden erlebt. Hier war
die Ausgrenzung anderer üblich und gewollt.

Das ist schade. Trotzdem glaube ich, dass dies die Ausnahme ist.
Beispiele zur gewollten Ausgrenzung würde ich gerne mal hören.

Das wichtigste für mich ist es, Gleichgesinnte zu treffen, bei
denen es nicht um die eine Stunde Gottesdienst in der Woche
geht, sondern das man den Glauben lebt.

Jesus wollte die Gemeinschaft der Glaubenden „Wo 2 oder 3 in
meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen“

Wenn natürlich der Glauben nicht vorhanden ist, gibt es kein
Argument gegen den Kirchenaustritt, es wäre auf jeden Fall
ehrlicher die Konsequenz zu ziehen.

Stop, jetzt verwechselst Du was. Ich glaube an Gott und an
Jesus Christus. Und wenn sich 2 oder 3 in seinem Namen
versammeln, achtet er darauf, daß sie Steuern zahlen???

Damit meinte ich Dich nicht persönlich. Ich finde es allgemein halt besser, Konsequenzen zu ziehen wenn man zu einer Organisation nicht mehr steht.

Gruß, Joe

Hossa … jetzt hast Du mich im Kern getroffen! All das waren bisher die Gründe, warum ich der Kirche treu geblieben bin. Gerade die „spirituelle Tradition“ ist das stärkste Argument. Kein Buch, kein Gedanke, keine sonstige Weltanschaung ergreift mich, wie die gemeinsame Eucharistie. Selbst meinem Bruder, bekennender Atheist und früherer Messdiener, wird beim gemeinsamen „Vater Unser“ nach eigenen Bekunden immer abwechselnd heiß und kalt. Weil ihm immer so komisch wird, meidet er die Kirche. Aber zu manchen Anlässen kommt man nicht daran vorbei (Hochzeit, Taufe, etc.).

Thaddäus Troll hat einmal geschrieben: „Ein betender Mensch muß entweder sehr dumm oder sehr weise sein“.

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Hallo,

Aber genau diese kirchenrechtlichen Engstirnigkeiten
bestätigen mich doch: „Wenn Du nicht zahlst, bekommst Du das
und das nicht und darfst dann das und das nicht“. Das ist doch
im höchsten Maße unchristlich!

Das ist doch nicht unchristlich. Wenn Du aus der Kirche austrittst und damit laut und deutlich bekannt gibst, daß Du eben nicht mehr zur katholischen (oder auch anderen) Glaubensgemeinschaft gehören willst, kannst Du doch wohl nicht erwarten, daß Du auf der anderen Seite aber alle Vorteile / Angebote wahrnehmen kannst. Wenn Du nicht in der Gewerkschaft bist, bekommst Du schließlich auch kein Streikgeld und keinen kostenlosen gewerkschaftlichen Rechtsanwalt vor dem Arbeitsgericht.
Nur die Rosinen rauspicken ist nicht, das gilt überall im Leben.

Axel

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Dienstleistungen und Dienst am Nächsten
Hi,

Wer kümmert sich denn um Menschen, die einen nahen Angehörigen
verloren haben? Etwas weiter unten steht etwas über weltliche
Prediger, die Reden bei Beerdigungen halten. Kommen die etwa
wieder, wenn der Angehörige nicht mit dem Verlusst zurecht
kommt? Ich glaube nicht.

Nein, die kommen nicht wieder, zumindest nicht in ihrer Funktion als Trauerredner. Es sind bezahlte Dienstleister. Aber auch in weltlichen Gemeinschaften gibt es „den Dienst am Nächsten“.

Dies alles passiert in einer funktionierenden Gemeinde. Warum
sollte Jesus dies nicht gut finden?

Ich denke nicht, dass christliche Gemeinschaften ein Monopol auf Nächstenliebe haben. Für Andere eintreten kann ich nicht nur dann, wenn ich denke, dass es einen Gott gibt, der das ganz klasse findet, sondern auch aus völlig „diesseitigen“ Überlegungen heraus.

Michael Niepel

Hi zurück,

Wer kümmert sich denn um Menschen, die einen nahen Angehörigen
verloren haben? Etwas weiter unten steht etwas über weltliche
Prediger, die Reden bei Beerdigungen halten. Kommen die etwa
wieder, wenn der Angehörige nicht mit dem Verlusst zurecht
kommt? Ich glaube nicht.

Nein, die kommen nicht wieder, zumindest nicht in ihrer
Funktion als Trauerredner. Es sind bezahlte Dienstleister.
Aber auch in weltlichen Gemeinschaften gibt es „den Dienst am
Nächsten“.

es war übrigens ein Fehler meinerseits, denn es stand im Brett „sonstiges“.

Dies alles passiert in einer funktionierenden Gemeinde. Warum
sollte Jesus dies nicht gut finden?

Ich denke nicht, dass christliche Gemeinschaften ein Monopol
auf Nächstenliebe haben. Für Andere eintreten kann ich nicht
nur dann, wenn ich denke, dass es einen Gott gibt, der das
ganz klasse findet, sondern auch aus völlig „diesseitigen“
Überlegungen heraus.

Sicherlich haben wir kein Monopol. Das habe ich auch nicht behauptet. Es ging ja nur um Gründe gegen einen Kirchenaustritt.
Auf jeden Fall ist das Angebot zur Hilfe und zum Hilfe bekommen bei der Kirche sehr groß.
Wenn Du anderweitig Menschen hilfst, finde ich das klasse.
Für mich gibt es halt 2 wichtige Gebote, nämlich die Gottes- und Menschenliebe.
Wahrscheinlich wäre ich auch im DRK, wenn ich nicht christlich erzogen worden wäre, aber das Christensein ermuntert mich immer, mich zu prüfen und ggf. mein Verhalten zu ändern. Für mich ist dies sehr wichtig.
Ich möchte aber auf gar keinen Fall so verstanden werden, dass ich mich für etwas besseres halte.

Schönen Gruß, Joe

Hallo,

Zunächst zu mir: Ich komme aus dem Rheinland und bin in einer
Familie aufgewachsen, die sehr katholisch war. Bei uns galt
die Sonntagspflicht. Einmal haben wir allesamt den
sonntäglichen Kirchgang im Dorf verschlafen, dann ist mein
Vater mit uns im Auto durch die Gegend gerast, um noch
irgendwo einen Gottesdienst zu erwischen. Zu Lebzeiten meiner
Eltern wäre ich niemals aus der Kirche ausgetreten. Auch
später bin ich immer wieder sonntags in die Kirche gegangen
und habe mich auch immer darum bemüht - wie man so schön sagt

  • „ein guter Christ zu sein“. Ich habe stets die
    Auseinandersetzung mit Theologen gesucht und auch gefunden.
    Aber theologische Spitzfindigkeiten und Verweise auf
    kirchenrechtliche Details sind nicht sonderlich hilfreich
    gewesen. Das merkwürdigste Argument gegen einen
    Kirchenaustritt war bisher: „Dann bekommst Du keine kirchliche
    Bestattung, sondern wirst nur verscharrt, wie ein Hund.“
    Ich bin jetzt fast 40 Jahre alt und unterstütze eine
    Amtskirche mit meinen Steuern, die ich eigentlich ablehne.
    Argumente wie: „Wir, die Gemeinschaft der Gläubigen, sind doch
    die Kirche, wenn Du austritts gehörst DU nicht mehr dazu und
    kannst auch nichts verändern!“ sind doch schein-heilig, denn
    ich kann ja doch nichts ändern. Warum sollen wir denn alle
    akzeptieren, wenn fortschrittlichen Priestern die Lehrbefugnis
    entzogen wird. Mit der jährlichen Kirchensteuer kann man als
    „Besserverdiener“ ja ganz andere Projekte unterstützen, die
    mir sinnvoller erscheinen.

Du sprichst eine Absurdität in Deutschland an: Als Theologin, die hier eine weitere Spitzfindigkeit von sich geben möchte: Man kann aus der Kirche nicht austreten. Einige regt das furchtbar auf (ich erinnere mich an einen erbitterten Artikel im Spiegel), aber wer einmal getauft ist, der ist Mitgleid der Gemeinschaft der Gläubigen. Es ist ähnlich wie mit der Staatsangehörigkeit: Du kannst auch nicht sagen, „Ich bin kein Deutscher mehr“, sondern wenn ist das nur durch die Übernahme einer anderen Staatsangehörigkeit möglich (bzw. man erkennt Dir die Staatsangehörigkeit ab, römisch-katholisch wäre das die Exkommunikation, die aber mW nur durch ein förmliches Verfahren möglich ist, aber die Experten mögen hier korrigierend einschreiten). D.h., egal, was Du tust, Du bleibst erst einmal (katholischer) Christ und es lediglich die Absurdität des deutschen Steuereintreibers, der Dich zu einem endgültigeren Schritt zwingt als ein - finanzieller - Protest gegen die Kirche in anderen Ländern bedeuten würde.
Tatsächlich aber haben beider Großkirchen in Deutschland sich kirchenrechtlich mit der Steuer verquickt, so daß sich bei einem - vielleicht ja auch nur mittelfristigen - finanziellen Protest durchaus grausame Konsequenzen ergeben. Jedenfalls sollte man das mit der Beerdigung meiner Erfahrung nach nicht unterschätzen.
Gegen einen „Kirchenaustritt“ sprechen also durchaus die kirchenrechtlichen Konsequenzen. Du solltest Dir überlegen, ob Dir das zur Zeit etwas ausmacht (man kann ja auch wieder eintreten:wink: ).
Außerdem: Was bedeutet Dir Kirche? Was Frömmigkeit? Ich fand interessant, was Du über Deinen Bruder weiter unten geschrieben hast. Frömmigkeit ist beileibe nicht beliebig und hat nicht nur viel mir Religiösität, sondern auch mit „seelischer Heimat“ zu tun. Eine katholische Messe wird Dir sicherlich immer mehr geben können als ein protestantischer Gotttesdienst. Nun, es wird Dich keiner daran hindern, weiter oder irgendwann mal wieder eine Messe zu besuchen. Du kannst Dein Geld direkt spenden, also vielleicht für konkrete Projekte Deiner Gemeinde, damit das Geld nicht irgendwo versackt. Natürlich kannst Du Dir auch eine Gemeinde bzw. Gemeinschaft gleichwelcher Religion suchen, in der Du Dich sowohl seelisch zuhause fühlst als auch eben nicht das Gefühl hast, nichts ändern zu können.
Letztlich kann ich aber weder ein echtes Pro noch ein Contra Argument geben… Nur noch eine theologische Spitzfindigkeit: Gott macht sich von menschlichen Satzungen nicht abhängig, auch nicht, wie man beerdigt wurde:wink:

Ich überlege immer, ob Jesus, wenn

er heute leben würde, eigentlich katholisch wäre oder
irgendeiner anderen Religionsgemeinschaft angehören würde?

Jesus war Jude und seine Botschaft ist nicht anders denkbar, als daß sie auch jüdischen Boden stand - ich würde also vermuten, er wäre es heute auch:wink:

Grüße,
Taju

unchristlich …

Das ist doch nicht unchristlich. Wenn Du aus der Kirche
austrittst und damit laut und deutlich bekannt gibst, daß Du
eben nicht mehr zur katholischen (oder auch anderen)
Glaubensgemeinschaft gehören willst, kannst Du doch wohl nicht
erwarten, daß Du auf der anderen Seite aber alle Vorteile /
Angebote wahrnehmen kannst. Wenn Du nicht in der Gewerkschaft
bist, bekommst Du schließlich auch kein Streikgeld und keinen
kostenlosen gewerkschaftlichen Rechtsanwalt vor dem
Arbeitsgericht.
Nur die Rosinen rauspicken ist nicht, das gilt überall im
Leben.

Ich verstehe Deinen Beitrag nicht. Von welchen Rosinen spricht Du? Welche Vorteile oder Angebote? Ich spreche von der amtskirchlichen Androhung, daß man mit dem Kirchenaustritt eine „schwere Verfehlung“ begeht. Man droht mit der Hölle und verweigert fortan jegliche Nächstenliebe. Es geht doch nicht um Streikgelder oder kostenlose Rechtsberatung. Ich bin doch nicht in der Kirche, weil mir das bestimmte Vorteile bringt!!!

Gegenfrage
Hallo.

Wer besucht alte Menschen, die nicht mehr das Haus verlassen
können?

Ja, genau, wer? … Schwiegeroma Schwerstpflegefall, demzufolge nicht mehr in der Lage, in die Kirche zu gehen, hätte gerne vor ihrem Tode noch eine/n Geistliche/n gesehen … war wohl nix (dauerte übrigens über ein Jahr, wäre also durchaus noch Zeit gewesen). Aber kurz danach mit dem Hut rumgehen bei uns, das konnten sie. Wohlgemerkt : Schwiegermutter hatte angerufen bei der Pfarreuse.

Ich kenne die kath. Kirche nur als kriminelle Vereinigung (wg. dem, was Wackelhennes und seine Vorgänger so verzapft haben), und die evangelische auch nur als Abzockunternehmen erster Güte (s.o.).

Für das Gebimbammel bei Beerdigungen etc. wird natürlich extra die Hand aufgehalten - aber Steuern kassieren wollen …

Bei mir schon lange nicht mehr, und habe trotzdem kirchlich geheiratet. Pfarrer bezahlt, Gebimbammel bezahlt, Blumen bezahlt, kleine Spende für den Erhalt der - wirklich schönen - Kirche; und es war nicht einen Deut anders als bei Steuerzahlers. Ob nun irgendwelche heiligen Geister um uns rumschwoben oder nicht, weiß ich nicht, war zu sehr beschäftigt. Bei regelmäßig zahlenden Kirchenkunden waren aber genauso viele zu sehen.

Gutes tun kann ich ohne die Kirche und ihre Funktionäre viel effektiver, ohne noch so faule *PIEP* wie „unsere“ Pfarrerin davon mitfüttern zu müssen.

Gruß kw
*steinigung zwecklos, trägt helm*

Absurditäten

Du sprichst eine Absurdität in Deutschland an: Als Theologin,
die hier eine weitere Spitzfindigkeit von sich geben möchte:
Man kann aus der Kirche nicht austreten. Einige regt das
furchtbar auf (ich erinnere mich an einen erbitterten Artikel
im Spiegel), aber wer einmal getauft ist, der ist Mitgleid der
Gemeinschaft der Gläubigen. Es ist ähnlich wie mit der
Staatsangehörigkeit: Du kannst auch nicht sagen, „Ich bin kein
Deutscher mehr“, sondern wenn ist das nur durch die Übernahme
einer anderen Staatsangehörigkeit möglich (bzw. man erkennt
Dir die Staatsangehörigkeit ab, römisch-katholisch wäre das
die Exkommunikation, die aber mW nur durch ein förmliches
Verfahren möglich ist, aber die Experten mögen hier
korrigierend einschreiten). D.h., egal, was Du tust, Du
bleibst erst einmal (katholischer) Christ und es lediglich die
Absurdität des deutschen Steuereintreibers, der Dich zu einem
endgültigeren Schritt zwingt als ein - finanzieller - Protest
gegen die Kirche in anderen Ländern bedeuten würde.
Tatsächlich aber haben beider Großkirchen in Deutschland sich
kirchenrechtlich mit der Steuer verquickt, so daß sich bei
einem - vielleicht ja auch nur mittelfristigen - finanziellen
Protest durchaus grausame Konsequenzen ergeben. Jedenfalls
sollte man das mit der Beerdigung meiner Erfahrung nach nicht
unterschätzen.
Gegen einen „Kirchenaustritt“ sprechen also durchaus die
kirchenrechtlichen Konsequenzen. Du solltest Dir überlegen, ob
Dir das zur Zeit etwas ausmacht (man kann ja auch wieder
eintreten:wink: ).

Die Auseinandersetzung mit Theologen ist doch immer wieder hilfreich. Das habe ich so zwar nicht gewußt, mir aber fast denken können. Ist ja ähnlich wie bei dem Ehesakrament. Vor Gott soll ich ja angeblich noch immer mit meiner ersten Frau verheiratet sein. Allerdings nur solange, bis ich beantrage, daß die Ehe kirchenrechtlich annulliert wird. Das wäre auch möglich, weil die Ehe kinderlos blieb. Dauert zwar etwas, aber es geht. Sollte also Gott dann sagen: „Vor mir seid Ihr noch Mann und Frau!“, könnte ich (rheinisch) kontern: „Enä, ich hann datt schritflisch vum Bischoff, da luurste, wa?“

Außerdem: Was bedeutet Dir Kirche? Was Frömmigkeit? Ich fand
interessant, was Du über Deinen Bruder weiter unten
geschrieben hast.

Ja, so gesehen sind mein Bruder und ich vermutlich furchtbare Katholiken und man würde uns nie in den Pfarrgemeinderat wählen. Andererseits sind wir aber auch sehr fromm. Wenn wir mal ganz furchtbare Angst haben, dann schämen wir uns vermutlich nicht, gemeinsam den Psalm 23 herunterzubeten. Immerhin haben wir den noch immer „auf der Pfanne“ :wink:

Frömmigkeit ist beileibe nicht beliebig und
hat nicht nur viel mir Religiösität, sondern auch mit
„seelischer Heimat“ zu tun. Eine katholische Messe wird Dir
sicherlich immer mehr geben können als ein protestantischer
Gotttesdienst. Nun, es wird Dich keiner daran hindern, weiter
oder irgendwann mal wieder eine Messe zu besuchen. Du kannst
Dein Geld direkt spenden, also vielleicht für konkrete
Projekte Deiner Gemeinde, damit das Geld nicht irgendwo
versackt. Natürlich kannst Du Dir auch eine Gemeinde bzw.
Gemeinschaft gleichwelcher Religion suchen, in der Du Dich
sowohl seelisch zuhause fühlst als auch eben nicht das Gefühl
hast, nichts ändern zu können.
Letztlich kann ich aber weder ein echtes Pro noch ein Contra
Argument geben… Nur noch eine theologische Spitzfindigkeit:
Gott macht sich von menschlichen Satzungen nicht abhängig,
auch nicht, wie man beerdigt wurde:wink:

Da hast Du wohl recht. Aber die Repressalien sind schon mächtig. Ich möchte einfach, daß wir nicht von Ängsten unsere Entscheidungen abhängig machen.

Ich überlege immer, ob Jesus, wenn

er heute leben würde, eigentlich katholisch wäre oder
irgendeiner anderen Religionsgemeinschaft angehören würde?

Jesus war Jude und seine Botschaft ist nicht anders denkbar,
als daß sie auch jüdischen Boden stand - ich würde also
vermuten, er wäre es heute auch:wink:

Lach … ja, klingt logisch. Ob das unseren Bilderbuch-Katholiken gefallen würde?

1 „Gefällt mir“

Kirchenaustritt einer Ungetauften
Hallo Taju,

Du sprichst eine Absurdität in Deutschland an: Als Theologin, die hier eine weitere Spitzfindigkeit von sich geben möchte: Man kann aus der Kirche nicht austreten. Einige regt das furchtbar auf (ich erinnere mich an einen erbitterten Artikel im Spiegel), aber wer einmal getauft ist, der ist Mitgleid der Gemeinschaft der Gläubigen.

daß Kirchenaustritte eine rein staatliche Angelegenheit sind, kann ich durch mein persönliches, reichlich absurdes Beispiel stützen:

Meine Eltern waren bzw. sind beide getaufte Protestanten (noch etwas genauer: lutherisch & reformatorisch) und passives Mitglied der Kirche. Ich bin nicht getauft.

Mit 18 suchte ich meinen ersten Nebenjob und stellte mit Befremden fest, daß sich auf meiner Lohnsteuerkarte der Vermerk „lt“ fand. Auf Nachfrage erfuhr ich, daß das Ordnungsamt mein Ansprechpartner in dieser Angelegenheit sei. Dort erklärte man mir, ich könne diesen Eintrag nur löschen lassen, wenn ich aus der Kirche austreten würde. Auf meinen Einwand, ich sei noch nicht mal getauft, erwiderte man, das möge ja so sein, aber da meine Eltern beide kirchensteuerpflichtig seien, müsse der Staat davon ausgehen, daß ich es auch sei.

Fazit: Obwohl nicht getauft, war ich gezwungen (völlig verdattert) eine Kirchenaustrittserklärung zu unterschreiben.

Die Kirche war in den gesamten Vorgang nicht involviert.

Viele Grüße
Diana

Auch hallo,

Wer besucht alte Menschen, die nicht mehr das Haus verlassen
können?

Ja, genau, wer? … Schwiegeroma Schwerstpflegefall,
demzufolge nicht mehr in der Lage, in die Kirche zu gehen,
hätte gerne vor ihrem Tode noch eine/n Geistliche/n gesehen
… war wohl nix (dauerte übrigens über ein Jahr, wäre also
durchaus noch Zeit gewesen). Aber kurz danach mit dem Hut
rumgehen bei uns, das konnten sie. Wohlgemerkt :
Schwiegermutter hatte angerufen bei der Pfarreuse.

das ist in der Tat schlecht gelaufen, aber ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass das böse Absicht war. Menschen machen Fehler, besonders in der Verwaltung ist so etwas nachvollziehbar.
Warum hast Du nicht nachgehakt, als Du erfahren hast, dass die Pfarrerin nicht kommt?

Ich kenne die kath. Kirche nur als kriminelle Vereinigung (wg.
dem, was Wackelhennes und seine Vorgänger so verzapft haben),
und die evangelische auch nur als Abzockunternehmen erster
Güte (s.o.).

Meinst Du, dass er sich für soziale Gerchtigkeit in der Welt einsetzt?
Oder meinst Du mit den Vorgängern das finstere Mittelalter?

Für das Gebimbammel bei Beerdigungen etc. wird natürlich extra
die Hand aufgehalten - aber Steuern kassieren wollen …
Bei mir schon lange nicht mehr, und habe trotzdem kirchlich
geheiratet. Pfarrer bezahlt, Gebimbammel bezahlt, Blumen
bezahlt, kleine Spende für den Erhalt der - wirklich schönen -
Kirche; und es war nicht einen Deut anders als bei
Steuerzahlers. Ob nun irgendwelche heiligen Geister um uns
rumschwoben oder nicht, weiß ich nicht, war zu sehr
beschäftigt. Bei regelmäßig zahlenden Kirchenkunden waren aber
genauso viele zu sehen.
Gutes tun kann ich ohne die Kirche und ihre Funktionäre viel
effektiver, ohne noch so faule *PIEP* wie „unsere“ Pfarrerin
davon mitfüttern zu müssen.

Ich weiss das Du das kannst. Fang doch damit an, dass Du kranke Menschen nicht mehr als Wackelhannes bezeichnest (nur so ein kleiner Tipp).

Gruß kw
*steinigung zwecklos, trägt helm*

Der Helm ist unnötig, denn für Christen ist Gewalt keine Lösung :wink:

Gruß, Joe