Hi!
Ich hätte gerne mal die Meinung eines „Profis“ hier. 
Schon seit meiner Kindheit weiß ich in der Mehrzahl meiner (wahrgenommenen/erinnerten) Träume, dass ich träume. Seit mind. 10 Jahren ist mit auch klar, dass ich in manchen (nicht in allen) dieser Träume den Verlauf bewusst ändern kann. Das sind in aller Regel die Träume, in denen was Schlimmes passiert oder zu passieren droht; dann kann ich die Situation quasi „reloaden“ und einen vermutlich drohenden Albtraum(?) „umschiffen“.
(Ich weiß gar nicht, ob mir erst seit 10 Jahren bewusst ist, dass ich meine Träume ändern kann (also, dass ich das schon davor konnte und gemacht habe, aber keine Erinnerung mehr daran besitze), oder ob ich mir diese Fähigkeit im Laufe der Jahre, die ich bis dahin schon „klargeträumt“ hatte, unbewusst angeeignet hatte. Das nur by the way.)
Wie ich vor einiger Zeit durch Zufall (ich glaube, eine TV-Reportage) erfahren habe, gibt es für so was auch einen Fachbegriff: Klarträumen oder luzides Träumen.
Bis dahin war ich gar nicht auf die Idee gekommen, dass das was Besonderes sein könnte, was anscheinend die wenigsten kennen und/oder können, und Menschen sogar versuchen müssen, Techniken zu erlernen, um luzide träumen zu können; denn für mich ist es was ganz Selbstverständliches, mir während des Träumens bewusst zu sein, dass ich träume!
(Hinweis: Es geht mir hier nicht darum, irgendwelche Techniken zu erfahren oder zu erlernen, die es mir z. B. ermöglichen würden, immer luzide zu träumen o. Ä.! Das interessiert mich irgendwie nicht. 
Nachdem ich mich nun aber interessehalber mal im Internet über das Thema schlau gemacht habe, stellt sich mir die Frage, ob das, wie ich träume, aus rein wissenschaftlicher Sicht wirklich als „Klarträumen“ bezeichnet werden kann oder nicht, und wenn nicht: als was dann (siehe Fragen unten)?
Was diese Frage aufgeworfen hat, ist die Kriterienliste von Paul Tholey (http://de.wikipedia.org/wiki/Paul_Tholey), nach der mind. die ersten 4 der folgenden 7 Kriterien erfüllt sein müssen, damit es sich um einen Klarträumer handelt (Quelle: ), wobei ich diese Infos nicht nur auf Wiki gefunden habe, sondern auch auf einschlägigen Psychologieseiten; mit Wiki konnte man’s nur am besten verlinken:
"_1. Der Träumer ist sich darüber im Klaren, dass er träumt.
2. Der Träumer ist sich über seine Entscheidungsfreiheit im Klaren.
3. Das Bewusstsein ist klar, es gibt keine traumtypische Verwirrung oder Bewusstseinstrübungen.
4. Die Wahrnehmung der fünf Sinne ist wie im Wachzustand.
5. Es besteht Klarheit über das Wachleben, also darüber, wer man ist oder was man sich für den Klartraum vorgenommen hat.
6. Nach dem Traum gibt es eine klare Erinnerung.
7. Der Träumer ist sich über den Sinn des Traums im Klaren.
Die Erfüllung der Bedingungen eins bis vier ist für Tholey unerlässlich, fünf bis sieben können erfüllt sein. Der Aspekt, dass der Träumer Klarheit über den Sinn des Traumes hat, stellt für Tholey den wirklichen „Königsweg“ (in Anspielung an Sigmund Freuds Traumdeutung) zum Unbewussten dar._ "
Mein „Problem“ war dann, dass ich nur 1., 2. und 6. uneingeschränkt bei mir bejahen kann. 3. und 4. muss ich z. B. verneinen, da mein Bewusstsein in den Träumen definitiv ganz „traumtypisch verwirrt“ ist und ich in aller Regel auch z. B. schmerzunempfindlich bin und auch sehr wenig von meiner Umgebung höre (von wegen Sinneseindrücke).
Da der Text jedoch wiefolgt weiterging:
„Zur besseren Differenzierung anhand der Begrifflichkeit wird auch von prä-luzidem Traum gesprochen, wenn zwar ein erster Ansatz von Klarheit vorhanden ist, dieser jedoch nicht den ersten vier Bedingungen genügt.“,
dachte ich erst: Na, dann ist es halt prä-luzides Träumen. Hauptsache, das Kind hat einen Namen! 
Aber dann folgte:
„So kann ein Träumer sich durchaus die Frage stellen, ob er denn träume, jedoch „fängt“ ihn der Traum wieder ein und der Ansatz der Klarheit verschwindet.“
Das geht mir aber für mich definitiv nicht weit genug! Schließlich kann ich 1. und 2. voll bejahen.
Mein Fragen daher:
-
Ist Tholey ein in der heutigen Fachwelt anerkannter bzw. „seriöser“ Psychologe bzw. ist seine Kriterienliste allgemein anerkannt?
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Wenn ja: Gibt’s da noch sowas wie einen wissenschaftlich benannten oder wenigstens dokumentierten Zwischenzustand zwischen luzidem und prä-luzidem Träumen?
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Wenn nein: Was ist das sonst, was ich da regelmäßig tue? Träume ich etwa in einer wissenschaftlichen Grauzone?

Können meine Fragen vielleicht gar nicht beantwortet werden, weil schlicht die Forschung noch nicht weit genug ist?
Vielen vielen Dank an alle, die bis hierhin durchgehalten haben!!
LG
Jadzia