Moin,
wie soll ich die Probleme (als Erst-Eltern) voraussehen bevor
das Kind auf der Welt ist und mich im Vorhinein gegen alle
Möglichkeiten feien und informieren?
Du musst im Normalfall gar nicht „alle Möglichkeiten“ vorhersehen. Es geht eher darum, eine bestimmte Grundeinstellung zu entwickeln, und diese Grundeinstellung läßt sich dann auch auf alle möglichen unvorhergesehenen Situationen anwenden. Wenn du selbst (oder deine Kinder) in dir selbst ruhst, selbstbewusst bist und eine positive Einstellung zum Leben hast, dann wirst du (oder deine Kinder) auch mit vielen Situationen im Leben fertig werden, auf die du nicht speziell vorbereitet wurdest.
Sicher, wie Cess sagt, gesunder Menschenverstand ist der
Filter. Aber ich weiß auch, wie unsicher man in manchen
Situationen sein kann - und wie viele überzeugende Tips geben.
Ja klar. Die meisten Menschen hatten eben selbst auch keine besonders optimale Kindheit und wurden selbst auch mit psychischer oder physischer Gewalt „erzogen“. In sofern haben sie auch nicht selbst erlebt, wie man es anders machen kann.
Auch wenn ich normalerweise aus gutem Grund keine „Ratgeber“-Empfehlungen abgebe, möchte hier doch mal auf ein Buch verweisen, dass diese Zusammenhänge vielleicht deutlich macht. Es heißt „Gemeinsam leben, gemeinsam wachsen“ und ist von Daniel Siegel und Mary Hartzell ISBN-10: 3936855064 Buch anschauen
Es ist eher ein
gesellschaftliches Problem. Man fragt Leute, denen man
vertraut, bekommt Ratschläge, die sinnvoll klingen, aber vllt
beim eigenen Kind nicht helfen.
Wie ich weiter oben schon sagte, das Problem ist, dass viele mit Gewalt verbundene Maßnahmen ja tatsächlich zumindest kurzfristig helfen. Dass man sich damit Probleme ganz anderer Art heranzieht, die vielleicht dann Jahre später erst auftauchen, wenn das Kind plötzlich sozial aus dem Ruder läuft, kein Selbstbewusstsein hat usw., ist vielen Eltern ja gar nicht bewusst, vielleicht auch, weil sie sich nie damit auseinander gesetzt haben, woher eigentlich ihre eigenen Probleme rühren.
Die entscheidende Frage ist eben nicht, was kurzfristig „funktioniert“, sondern die Frage nach langfristigen, grundsätzlichen Zielen und möglichen Nebenwirkungen, selbst wenn das Ergebnis kurzfristig vielleicht nicht so optimal erscheint. So ist es auch mit dem schlafen gehen.
Ich würde mich auch schwertun
zu einer Beratungsstelle zu gehen und zu sagen: mein Kind
schläft schlecht ein.
Mal angenommen, eine Freundin käme zu dir und würde dir sagen: Hey, ich schlafe schlecht ein. Was könntest du mit dieser Aussage anfangen? Ist das überhaupt ein Problem für diese Freundin? Vielleicht sagt sie ja auch: Hey, ich schlafe schlecht ein. Darum nehme ich mir immer ein Buch mit ins Bett und les noch, bis mir die Augen zufallen. Da ich morgens ausschlafen kann, hab ich damit auch kein Problem. Oder meint sie damit: Hey, ich schlafe schlecht ein, weil mich im Moment meine finanziellen Sorgen fertig machen. Wenn ich dann morgens früh raus muss, erscheine ich völlig verpennt auf der Arbeit und habe Angst, dass ich deshalb auch noch bald meine Job verliere. Oder sie meint: Hey, ich schlafe schlecht ein, weil in letzter Zeit immer öfter ein bestimmter Alptraum kommt, und ich schweißgebadet und völlig verängstigt aufwache, daher hab ich schon vorm Einschlafen Angst, weil ich Angst hab, dass der Traum wieder kommt.
usw.
Du siehst, hinter der Aussage „schläft schlecht ein“ können sich ganz vielfältige Probleme verbergen, oder es kann auch gar kein Problem sein, wenn man es schafft, die Umstände zu verändern.
Wer gibt
denn in dieser Zeit der überschwemmenden Ratgeber gerne zu mit
einer Situation mit einem Baby/Kleinkind überfordert zu
sein??? Viele belächeln einen, dass man nicht mal den Umgang
mit einem Baby/Kleinkind „gebacken“ bekommt.
Seit ich die „Mütter-Mafia“ gelesen haben, muss ich über sowas nur noch lachen
Meistens sind die „Belächler“ nämlich die, die sich am wenigsten auskennen.
Sie hat hilfreiche Informationen bekommen. Zusätzlich zu ihrer
Einsicht, ihrem Kind mit der Aktion nicht geholfen zu haben
bekommt sie aber auch noch ziemlich einen „reingewürgt“.
Das sehe ich anders. Die UP kann froh sein, dass die Aktion nicht geholfen hat, bzw. dass sie diese frühzeitig abgebrochen hat, um ihre eigenen Nerven zu schonen. Das langfristige Ergebnis, wenn sie mit diesem permanenten Vertrauensbruch Erfolg gehabt hätte, wäre nämlich noch katastrophaler gewesen. Dass die Aktion nicht „geholfen“ hat, ist tatsächlich die gute Nachricht, und genau das hab ich versucht zu vermitteln, in dem ich ihr vermeintlich eins reingewürgt habe, in dem ich ihr versucht habe aufzuzeigen, was mit dieser Aktion tatsächlich verbunden ist.
ich denke, jeder weiß inzwischen worauf du
hinaus wolltest 
Schön wärs ja 
Bist zum nächsten „Jedes Kind kann durch psychische oder körperliche Gewalt lernen, die Klappe zu halten“ Thread in diesem Forum *g*.
Lieben Gruß,
Marion