Kleinkind - reden

huhu,

heute wende ich mich auch nochmal an euch. Mein Sohn (14 Monate) konnte schon ein paar Wörter (Mama, Papa, Ato(Auto), Dall oder Ball, Happa-Happa, nke(Danke), te(Bitte), am(Arm), ha(hallo), ke (keks - Reiswaffel)). Aber er verwendete die Wörter jeweils nur eine Woche, zwei. Und danach nie wieder. Mama kommt ab und zu noch weil er mit dem ersten M eine Spuckeblase am Mund machen kann und er das toll findet. Aber sonst höre ich den lieben langen Tag nur „da“, „äh“, „ga“ (als Alternative zu "da), „ge“(für Joghurt). Er zeigt auf alles, möchte wissen was wie heißt und ich sage ihm das dann auch alles - betont, ohne großes Drumrumgerede.

Aber er spricht nun keines der Wörter. Er brabbelt zwischendurch noch selig in Babysprache wenn er konzentriert spielt. Daher merke ich dass er die Laute an sich beherrscht.

Nun weiß ich nicht genau was ich machen soll. Mama sagt, er solle nich zu spät sprechen da die Synapsenverbindungen im Gehirn wichtig sind. Ich verstehe schon was er will - vielleicht liegt da auch der Hintergrund. Wenn er wo hin zeigt und „da“ sagt, erkläre ich ihm was das ist. Er darf es anfassen (wenns nichts „gefährliches“ oder zerbrechliches ist) oder damit spielen. Wenn ich etwas nicht mache wie er dsa möchte bekomme ich hier Trotzanfälle (gibt es die schon in dem Alter??). Er möchte am liebsten den halben Tag an der Türe stehen und „ah“ in den Flur rufen. Nur liegt das nicht so ganz in meinem Interessendbereich. Wenn ich das dann mal nicht mache beginnt er furchtbar wütend zu schreien und lässt sich auf den Boden sinken. Wenn ich ihn auf den Arm nehme sträubt er sich. Ablenkung ist meistens dann erfolgreich.

Wenn er eine Reiswaffel haben möchte soll er erst „bitte“ (also „te“) sagen - er sagt dann auch mal „nke“ (danke) was ich dann auch gelten lasse.

Liegt es daran dass ich ihm meistens erfülle was er will, oder ist das normal dass er die Worte nicht mehr verwendet? Wie soll ich nun damit umgehen? Ihn einfach lassen und denken: das kommt alles von selbst. Oder soll ich manche Sachen einfach nicht mehr machen wenn er es nicht sagt? Das stelle ich mir jedoch schwierig vor. Habe das mal versucht mit auf den Arm nehmen nur wenn er „arm“ sagt. Aber das haute nicht hin. Er weinte dann nur, manchmal drehte er sich nach ner Weile dann weg und spielte was anderes. Eine Weile kann ich dann konsequent sein, aber wenn er dann stolpert und ich ihn dann hochnehme dann ist das ja auch wieder wett.

Wäre froh um Tips - ob das normal ist, ob ich falsch reagiere…

Danke,

Dany

Hallo

Wenn er wo hin zeigt
und „da“ sagt, erkläre ich ihm was das ist.

Erklären ist vielleicht zu viel des Guten. Ich denke, es reicht, wenn man das Wort dafür sagt. Wenn er also auf eine Auto zeigt, sagt man: „Auto“. Das wird jedenfalls meiner Erfahrung nach am besten verstanden.

Du musst bedenken: Ein Mensch kann nur das richtig verstehen, was er selbst auch sagen kann. Und das sind in dem Alter halt noch keine Sätze, sondern nur einzelne Wörter.

Er darf es
anfassen (wenns nichts „gefährliches“ oder zerbrechliches ist)
oder damit spielen.

Das ist natürlich gut.

Ihn einfach lassen und denken: das
kommt alles von selbst.

Ich denke, sehr viel was anderes wird dir nicht übrig bleiben. Es wird auch von selbst kommen.

Oder soll ich manche Sachen einfach
nicht mehr machen wenn er es nicht sagt?

Bloß nicht! Stell dir doch nur den Stress vor, den du dir selbst damit antust! Die Sache muss doch Spaß machen.

Wäre froh um Tips - ob das normal ist, ob ich falsch
reagiere…

Es ist auf jeden Fall richtig, sich Gedanken zu machen, denn das zeigt, dass das Kind wichtig ist, und das ist ja das Wichtigste.

Viele grüße
Simsy

huhu,

danke schonmal für deine schnelle Antwort :o)

Wenn er wo hin zeigt
und „da“ sagt, erkläre ich ihm was das ist.

Erklären ist vielleicht zu viel des Guten. Ich denke, es
reicht, wenn man das Wort dafür sagt. Wenn er also auf eine
Auto zeigt, sagt man: „Auto“. Das wird jedenfalls meiner
Erfahrung nach am besten verstanden.

Ja, erklären ist auch das falsche Wort - ich wiederhole es halt zwei-dreimal deutlich. Er weiß auch was gemeint ist. Wenn er wo hin zeigt und ich das falsche bennene guckt er dahin was ich fälschlicherweise sagte. Also er kennt die Dinge die ich ihm nenne und kann sie schon unterscheiden.

Oder soll ich manche Sachen einfach
nicht mehr machen wenn er es nicht sagt?

Bloß nicht! Stell dir doch nur den Stress vor, den du dir
selbst damit antust! Die Sache muss doch Spaß machen.

ja, das denke ich auch - es würde ja ein ewiger „Machtkampf“ werden und das möchte ich eigentlich nicht. Denn gezwungen, DANN lernt er nicht Spaß an der Sprache.

Dankeschön,

Dany

Er ist 14 Monate ! Da können einige Kids noch nicht laufen.

Lass ihn brabbeln wie er kann, die Sprache kommt von alleine wenn man sich mit den Kindern unterhält, singt, vorliest

Verwende in deinem Antwortsatz einfach das richtige Wort

  • du solltest das Wort nicht öfters wiederholen, du bist keine Schallplatte.

Die Verwendung von Bitte und Danke und vor allem den Sinn hat meine mit ca. 2,5 Jahren erlernt.

noch was:
er lernt gerade die Sprache kennen, entdeckt Wörter, bei manchen macht ihm das nachsprechen Spaß, bei manchen freut er sich über eure Reaktion, die verwendet er eine Weile bis er das nächste entdeckt.
Es kommt die Zeit da wird er alle Wörter verwenden die er kennt bzw. hört und du wirst ihn vermutlich bitten müssen mal still zu sein.

Ich kann mich sehr gut an ein sehr spontanes, lautstarkes Sch… von mir erinnern, da war meine 2,5 Jahre -
ca. 3 Tage lang mußte ich mir das immer wieder anhören, dann wars vergessen :smile:

Moin,

zunächst einmal möchte ich hier auf einen weit verbreiteten Irrtum hinzweisen: Sprache im Säuglingsalter wird nicht durch Nachahmung erworben. Es würde jetzt zu weit führen, hier den Vorgang des Spracherwerbs genau zu erläutern, nur soviel: Kinder haben grundsätzlich das gesamte Lautrepertoir zur Verfügung, was sie befähigt, jede Sprache der Welt zu erlernen. Sie probieren somit fröhlich alle möglichen Laute aus, und bemerken erst, dass es sich um besondere Laute handeln muss, wenn sie dabei eine Reaktion ihrer Umgebung bemerken (zum Beispiel Entzückensschreie von Mama, wenn zufällig eine „mmmammmma“ ähnliche Lautkombination herauskommt. Kinder müssen jedoch zunächst das Konzept inhaltlich verstanden haben, was sie benennen wollen. Das Konpet „Mama“ wird vermutlich noch sehr schnell verstanden, dass ist die Person, die immer da ist, sich immer kümmert etc. Auch das Konzept „essen“ kann z.B. leicht verstanden werden. Bei einem Wort wie „danke“ seh ich hingegen bei einem Säugling überhaupt keine Chance, damit quälst du dich nur unnötig und verwirrst allenfalls dein Kind. Zwischen dem Verstehen des Konzepts „essen“, dem In Verbindung Bringen dieses Konzepts mit der Lautfolge „essen“ und dem aktiven Anwenden des Worts „essen“ für dieses Konzept vergeht jedoch immer ein bestimmter Zeitraum.

Was kann den erfolgreichen Spracherwerb nun verzögern oder erschweren? Remo Largo nennt in seinem Buch „Babyjahre“ folgendes: Eltern fördern die Sprachentwicklung ihres Kindes, wenn sie seine Ausdrucksweise inhaltlich, aber nicht in der Form korrigieren. Es ist für das Kind nicht hilfreich, wenn die Eltern Aussprache und Satzbau korrigieren und zum Nachsprechen anhalten. Denn, wir rufen nochmal in Erinnerung: Kinder erwerben Sprache nicht durch Nachahmung.

Völlig nach hinten losgehen kann der Schuss, wenn Spracherwerb durch Instruktionen, Aufforderungen oder sogar Strafen (wie du das hier gruseliger weise anregtest) begleitet wird.

Ich kann dir nur drigend raten, dir das Buch von Remo Largo zu besorgen.

Gruß
Marion

Sing mit ihm einfache Kinderlieder
z.B: CD Zehn kleine Zappelfinger (gibt sehr schöne Finger- bzw. Bewegungsspiele dazu)

huhu Marion,

danke für deinen ausfülichen Artikel.

Völlig nach hinten losgehen kann der Schuss, wenn Spracherwerb
durch Instruktionen, Aufforderungen oder sogar Strafen (wie du
das hier gruseliger weise anregtest) begleitet wird.

Darum frage ich ja euch ;o)

Ich kann dir nur drigend raten, dir das Buch von Remo Largo zu
besorgen.

mach ich,

danke, Dany

Sing mit ihm einfache Kinderlieder
z.B: CD Zehn kleine Zappelfinger (gibt sehr schöne Finger-
bzw. Bewegungsspiele dazu)

ja, wir singen und tanzen jeden Tag. Er liebt Musik über alles. Aber mitmachen bei „Aktionen“ beim singen möchte er nicht so gerne. Ich versuche ab und zu Bewegungen zu dem Text zu machen da entzieht er mir aber seine Hände. Aber sonst ist er was Musik angeht sehr offen und direkt angesprochen :o)

lg, Dany

Hallo

zunächst einmal möchte ich hier auf einen weit verbreiteten
Irrtum hinzweisen: Sprache im Säuglingsalter wird nicht
durch Nachahmung erworben.
Es würde jetzt zu weit führen, hier
den Vorgang des Spracherwerbs genau zu erläutern, …

Ich denke aber, wenn man die Sache vereinfacht, dann trifft das Wort „Nachahmung“ doch am ehesten die praktikable Einstellung zu der Sache. Es ist ja nun nicht so, dass ein Kind deutsch lernen könnte, wenn man es ihm niemals vormacht.

nur soviel:
Kinder haben grundsätzlich das gesamte Lautrepertoir zur
Verfügung, was sie befähigt, jede Sprache der Welt zu
erlernen.

Meines Wissens müssen sie aber Laute, die sie später auch beherrschen sollen, ca. im Alter von 9 Monaten wiedergespiegelt bekommen. Mit 14 Monaten ist meines Wissens die Auslese der anzuwendenden Laute bereits getroffen worden.

Sie probieren somit fröhlich alle möglichen Laute
aus, und bemerken erst, dass es sich um besondere Laute
handeln muss, wenn sie dabei eine Reaktion ihrer Umgebung
bemerken (zum Beispiel Entzückensschreie von Mama,…

Meiner Meinung nach muss die Reaktion hauptsächlich darin bestehen, dass diese Laute auch von der Umgebung benutzt werden. Wenn die Mama bei jedem chinesich klingendem Laut entzückt herumschreit, wird das Baby wohl nicht die chinesische Aussprache lernen.

Es geht hier aber um Laute. Das Kind ist aber doch schon 14 Monate alt, und da geht es nicht mehr nur um Laute.

Es ist für das Kind nicht hilfreich,
wenn die Eltern Aussprache und Satzbau korrigieren und zum
Nachsprechen anhalten.

Das wäre meiner Meinung nach für Kleinkinder vor allem nervend und demotivierend, jedenfalls wenn dies öfters am Tag passiert, und sollte schon deswegen unterlassen werden.

Denn, wir rufen nochmal in Erinnerung:
Kinder erwerben Sprache nicht durch Nachahmung.

Aber wie denn sonst?
Komischerweise lernen die meisten englischen Kinder englisch, die meisten russischen Kinder russisch, und die meisten dänischen Kinder, die als Babys japanische Adoptiveltern bekommen, lernen japanisch.
Wie soll man sich dieses Phänomen denn erklären, wenn die Sprache nicht durch Nachahmung gelernt wird?

Die Mittel zum Erwerb jeder Sprache der Welt ist bei jedem Baby der Welt vorhanden, ok, aber trotzdem muss es vorgemacht werden.

Ich kann dir nur drigend raten, dir das Buch von Remo Largo zu
besorgen.

Das ist aber bestimmt trotzdem sehr interessant.

Viele Grüße
Simsy

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Moin,

Ich denke aber, wenn man die Sache vereinfacht, dann trifft
das Wort „Nachahmung“ doch am ehesten die praktikable
Einstellung zu der Sache.

Das sehe ich anders, da das Wort „Nachahmung“ meiner Meinung nach zu einem völlig falschen Verständnis dessen führen kann, was Spracherwerb ist. Spracherwerb ist ja nicht da Nachplappern von Lautkombinationen (der Säugling hat vermutlich mehr Lautkombinationen drauf, als irgend ein Erwachsener), sondern das Verbinden einer bestimmten Lautkombination mit einem Konzept, als einem für den Säugling erkennbaren Sinn. Ähnliches geschiht übrigens beim Lesen, daher hier ein Beispiel.

Honga neftung rebestene hortikei.

Kannst du den obigen Satz laut vorlesen? Mit Sicherheit. Könntest du ihn nach einer Weile nachsprechen, wenn ihn dir jemand mehrmals laut vorsprechen würde (Nachahmung)? Mit Sicherheit auch. Hast du irgend eine Ahnung, was dieser Satz bedeutet, selbst wenn du ihn fehlerlos nachsprechen oder vorlesen kannst? Mit Sicherheit nicht.

Weder Spracherwerb noch Lesen hat somit etwas mit Nachahmung zutun.

Es ist ja nun nicht so, dass ein
Kind deutsch lernen könnte, wenn man es ihm niemals vormacht.

Nein. Aber es erlernt auch niemand eine Sprache, nur weil er die Laute nachplappert, auch ein Kind nicht.

Meines Wissens müssen sie aber Laute, die sie später auch
beherrschen sollen, ca. im Alter von 9 Monaten
wiedergespiegelt bekommen. Mit 14 Monaten ist meines Wissens
die Auslese der anzuwendenden Laute bereits getroffen worden.

Wo kommt diese Meinung her? Wenn ich überlege, wieviele Fremdsprachen ich im Laufe meines Lebens erlernt habe, dann kann das gar nicht stimmen. Ich lerne gerade jetzt im fortgeschrittenen Alter von 42 Jahren eine neue Fremdsprache mit Lauten, die ich so sicher vorher nicht gekannt oder verwendet habe, und es gelingt mir offenbar so gut, dass ich verstanden werden. Also scheint es doch die Möglichkeit zu geben, auch später noch Laute oder Lautkombinationen anzuwenden, die vorher nicht benötigt wurden.

Sie probieren somit fröhlich alle möglichen Laute
aus, und bemerken erst, dass es sich um besondere Laute
handeln muss, wenn sie dabei eine Reaktion ihrer Umgebung
bemerken (zum Beispiel Entzückensschreie von Mama,…

Meiner Meinung nach muss die Reaktion hauptsächlich darin
bestehen, dass diese Laute auch von der Umgebung benutzt
werden. Wenn die Mama bei jedem chinesich klingendem Laut
entzückt herumschreit, wird das Baby wohl nicht die
chinesische Aussprache lernen.

Wieso nicht? Wenn Mama bei jedem deutsch klingenden Wort mit einem bestimmten sinngebenden Verhalten reagiert, lernt das Kind ja auch Deutsch. Entscheidend ist hier, ob das Kind Laute mit einem Sinn verknüpfen kann. Wenn ein Kind beispielsweise den ganzen Tag eine CD auf koreanisch hört, dann werden diese Laute auch in der Umgebung des kindes „benutzt“. Trotzdem wird das Kind dadurch kein Wort koreanisch lernen (vielleicht kann es irgendwann mal Sätze auf koreanisch nachplappern, aber es wird keine Ahnung haben, was diese Sätze bedeuten. Siehe meinen Hinweis oben bezüglich Nachahmung.)

Es geht hier aber um Laute. Das Kind ist aber doch schon 14
Monate alt, und da geht es nicht mehr nur um Laute.

Richtig, es geht um Verknüpfung von Lauten mit Sinn. Dies geschieht haber nicht durch Nachplappern.

Kinder erwerben Sprache nicht durch Nachahmung.

Aber wie denn sonst?

War mein Beispiel oben zur Erläuterung ausreichend?
Gruß
Marion

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Hallo

Das sehe ich anders, da das Wort „Nachahmung“ meiner Meinung
nach zu einem völlig falschen Verständnis dessen führen kann,
was Spracherwerb ist.

Glaub ich irgendwie nicht. Das weiß man doch von sich selber, dass man nur Sachen nachmachen kann, die man irgendwie versteht.

Mit 14 Monaten ist meines Wissens
die Auslese der anzuwendenden Laute bereits getroffen worden.

Wo kommt diese Meinung her?

Ich habe mal eine Sendung dazu gehört. Es kommt mir irgendwie so vor, als ginge die auf das gleiche Buch zurück, das du hier vorgeschlagen hast, oder das Buch nutzt die gleiche Informationsquelle. Jedenfalls wurde da ein bestimmtes Zeitfenster erwähnt, in dem die (vorhandenen) Laute auf eine Resonanz stoßen müssen, und dass sie ansonsten verloren gehen.

Es gab da auch einen Versuch in den USA, wo 9 Monate alten Babys ein- oder zweimal in der Woche von Chinesen Geschichten erzählt worden sind, und die später keine Probleme damit hatten, die chinesischen Laute auszusprechen.

Mit dem Vorspielne von chinesischen CDs hatte das gleiche nicht geklappt.

Also scheint es doch die Möglichkeit zu
geben, auch später noch Laute oder Lautkombinationen
anzuwenden, die vorher nicht benötigt wurden.

Aber es muss doch meistens mühsam geübt werden, und ist nicht einfach so da.

Meiner Meinung nach ist die ganze Spracherlernung eine sehr komplexe komplizierte, noch nicht vollständig erforschte Geschichte, und was bei einem 9 Monate alten Baby stimmt, muss noch nicht bei einem 11 Monate alten Baby auch noch zutreffen. Ich glaub nicht, dass man das hier in einem Beitrag richtig darstellen kann, von daher finde ich das Wort „Nachahmung“ noch am Praktikabelsten, zumal den meisten Leuten klar ist, dass das mit der Nachahmung auch nicht so simpel ist, und dass man auch nicht alles, was einem vorgemacht wird, nachahmen kann.

Ich könnte sonst nämlich auf dem Skateboard fahren.

Viele Grüße
Simsy

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Hi,

Wäre froh um Tips - ob das normal ist, ob ich falsch
reagiere…

ich habe die Erfahrung gemacht, dass so kleine Kinder mit den Erklärungsversuchen oder Erwartung von „bitte“ und „danke“ nichts anfangen können.

Was allerdings meistens funktioniert, ist: Mach dein eigenes Ding. Sprich, wenn du dich immer schön für Dinge bedankst bzw. um Dinge bittest, dann guckt Julian sich das ab. Was Mama macht ist in dem Alter nämlich noch richtig toll. Also sag nicht nur „bitte“ und „danke“ zu anderen (obwohl er sich auch das merkt), sondern auch zu ihm, wenn du was von ihm willst. Sag „bitteschön“ wenn du ihm was gibst, „danke“, wenn du was von ihm bekommst etc., auch wenn er das in dem Moment nicht sagt. Ich habe schon oft beobachtet, dass das so irgendwann auch für die Kinder selbstverständlich wird - ganz ohne dass man sie darauf hinweisen muss.

Gruß und viel Erfolg
Cess

off topic
Hallo

Ich kann mich sehr gut an ein sehr spontanes, lautstarkes
Sch… von mir erinnern, da war meine 2,5 Jahre -

In dem Alter kam das bei meinem Sohn auch, Oma war entsetzt! - er meinte aber Seife!

Gruß
Elke

Die Verwendung von Bitte und Danke und vor allem den
Sinn hat meine mit ca. 2,5 Jahren erlernt.

Ja aber die Halbwertszeit ist da sehr kurz mit 7 können sie sich
nicht mehr daran erinnern solche Worte jemals gelernt zu haben. :smile:

Gruß
Stefan

zunächst einmal möchte ich hier auf einen weit
verbreiteten
Irrtum hinzweisen: Sprache im Säuglingsalter wird
nicht
durch Nachahmung erworben.

Wäre eine Nachahmung nicht das Ziel eines Kindes(Tieres), wie soll es dann sprechen lernen - wie soll es dann überhaupt irgendetwas lernen?

Nur die Geschwindigkeit ist anders als bei einem ausgewachsenen Exemplar. Die Koordination aller beweglichen Teile der „Maschine“ Mensch muss erst „einprogrammiert“ werden.

Oder meinst du, dass es Worte wie MAMA probiert und durch die Reaktion der Mama dann dabei bleibt???

Wenn ein Kind beispielsweise
den ganzen Tag eine CD auf koreanisch hört, dann
werden diese
Laute auch in der Umgebung des kindes „benutzt“.
Trotzdem wird
das Kind dadurch kein Wort koreanisch lernen
(vielleicht kann
es irgendwann mal Sätze auf koreanisch nachplappern,
aber es
wird keine Ahnung haben, was diese Sätze bedeuten.
Siehe
meinen Hinweis oben bezüglich Nachahmung.)

Es wird diese Wörter lernen - durch Nachahmen.

Ich wusste bis vor wenigen Jahren nicht, was je t´aime heißt - aber ich konnte den Satz sprechen.
Nachahmen heißt nachahmen(immitieren, plumpes nachmachen), nicht automatisch auch verstehen. Nachahmen und Verstehen heißt Lernen/Übersetzen.

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Moin,

Glaub ich irgendwie nicht. Das weiß man doch von sich selber,
dass man nur Sachen nachmachen kann, die man irgendwie
versteht.

Wir reden hier aber nicht von „Sachen nachmachen“, sondern von Spracherwerb (weiteres dazu unten).

Mit 14 Monaten ist meines Wissens
die Auslese der anzuwendenden Laute bereits getroffen worden.

Wo kommt diese Meinung her?

Ich habe mal eine Sendung dazu gehört.

Vermutlich eine Scherzsendung. Wäre das der Fall, könnte niemand der älter als 14 Monate ist, Fremdsprachen lernen.

Es gab da auch einen Versuch in den USA, wo 9 Monate alten
Babys ein- oder zweimal in der Woche von Chinesen Geschichten
erzählt worden sind, und die später keine Probleme damit
hatten, die chinesischen Laute auszusprechen.

Wahrscheinlich kann ein Kind, das auf einem Bauernhof aufwächst, auch hervorragend Grunzen. Mit Spracherwerb hat das jedoch nicht das geringste zutun.

Also scheint es doch die Möglichkeit zu
geben, auch später noch Laute oder Lautkombinationen
anzuwenden, die vorher nicht benötigt wurden.

Aber es muss doch meistens mühsam geübt werden, und ist nicht
einfach so da.

Ein 16-Jährige Teenager erlernt eine fremde Sprache in einem entsprechenden Umfeld wesentlich schneller, als ein Säugling, der dafür doch einige Jahre braucht. Wenn du glaubst, ein Kind müsse nicht „mühsam üben“, um eine Sprache zu erlernen, dann frag mal Grundschullehrer, die es immerhin mit Kindern zutun haben, die schon ein paar Jährchen Übung hinter sich haben.

Ich glaub nicht, dass man das hier in einem Beitrag richtig
darstellen kann, von daher finde ich das Wort „Nachahmung“
noch am Praktikabelsten, zumal den meisten Leuten klar ist,
dass das mit der Nachahmung auch nicht so simpel ist, und dass
man auch nicht alles, was einem vorgemacht wird, nachahmen
kann.

Dann hast du den Unterschied zwischen Nachahmung (Plappern ohne Sinn) und Spracherwerb leider immer noch nicht verstanden.

Ich könnte sonst nämlich auf dem Skateboard fahren.

Das ist tatsächlich etwas ganz anderes. Wenn Kinder oder Erwachsene Handlungen beobachten, dann können sie diese durch Nachahmen und fleißiges Üben tatsächlich erlernen. Genau so kannst du durch fleißiges Üben und Nachplappern ein beliebiges tibetisches Wort sicher irgendwann so perfekt nachplappern, dass du von einem Muttersprachler nicht mehr zu unterscheiden bist. Nur, was das Wort eigentlichh bedeutet, musst du dafür nicht wissen. Der Spracherwerb wäre in diesem Fall trotz deiner perfekten Aussprache gleich Null, während jemand, der es durch Nachahmen und Üben geschafft hat, genau so auf dem Skateboard rumzufahren, wie der Profi, tatsächlich Skateboard fahren kann.

Gruß
Marion

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Moin, Marion,
diese These scheint mir aber nur ein Teil der Wahrheit zu sein.
Zugestanden, dass jedes Kind das Lautrepertoire für alle Sprachen der Welt mitbringt.

Nur, um diese Laute mit Konzepten zu verbinden bedarf es der Reaktion. Sobald das Kind feststellt, dass eine Lautäußerung eine erwünschte Reaktion (Läacheln, Zuwendung, Antwort etc) hervorruft und bei Wiederholungen dieser Lautäußerung jweils die gleiche Reaktion erfolgt, wird es die Laute mit der Reaktion verbinden. Das ist der erste Schritt zur Sprache.

Ist dies erst einmal geschafft, wird es auch beginnen nachzuahmen, was ihm an Lauten angeboten wird. Der zweite Schritt des Spracherwerbs.

Der Versuch der Lautbildung, die Beobachtung der Reaktionen und die Nachahmung zusammen sind es, die es schließlich zur sprachlichen Interaktion mit seiner Umwelt befähigen.

Ach, um auch Duplo noch zu beruhigen: Dass solche Dinge nicht kontinuerlich vor sich gehen sondern eher schubweise, wirst Du sicher noch öfter an Julian beobachten können. Grund zur Sorge ist es nicht.

Für seinen Spracherwerb wird es nützlich sein, viel mit ihm zu reden, auf seine Artikulationsversuche einzugehen und vor allem „Babysprech“ zu vermeiden. Ihn jetzt schon mit „Bitte“ und „Danke“ zu belasten halte ich nicht für zielführend. Er wird sich das schon - da bin ich ziemlich sicher - von seiner Mutter abschauen, die diese beiden Worte ihm gegenüber ja auch verwendet.

Grüße
Eckard

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mal ganz anders…
Hallo Dany,

laß ihn plappern, bald wirst du den Knopf am Kind suchen, wo man seinen Redeschwall ausstellen kann, glaub mir…

Gruß
André