Kleinkind - reden

Warum müssen heute alle Kids mit ein paar Monaten schon ein Genie sein? Irgendwie wird das langsam pervers…

Ich konnte - nach Aussage meine Mutter - bis ich 3 war nur ein Wort: Nein!
Mehr brauchte ich ja auch nicht, ich bekam doch eh alles, was ich wollte… :wink:
Dann hab ich angeblich innerhalb von 2 Wochen praktisch fließend gesprochen. Hat mir das geschadet? Abi, Studium, selbständig, verheirat und mit Söhnchen… Gut, es ist kein Einstein aus mir geworden, aber das wollte ich auch nie werden… sondern Baggerfahrer… :smiley:

Fazit: Immer cool bleiben und dem Kleinen seinen Spaß lassen. Sollte es keine medizinischen Auffälligkeiten geben, entwicklen sich Kinder so, wie sie wollen. Wer sie beschäftigt und nicht im dunlen Zimmer liegen läßt, kann getrost abwarten und Tee trinken.

Warum müssen heute alle Kids mit ein paar Monaten schon ein
Genie sein? Irgendwie wird das langsam pervers…

Hallo Hermann,

wo sagte ich dass er ein Genie sein soll??? Ich fragte, weil er die Worte schon konnte und einsetzte aber nun keines der Wörter mehr Verwendung findet. Darf ich hier nicht nachfragen wenn ich mir unsicher bin? Ist das nicht der Sinn dieses Forums?

Ich konnte - nach Aussage meine Mutter - bis ich 3 war nur ein
Wort: Nein!

Wie schön für dich - aber um dich geht es hier irgendwie gerade nicht.

Fazit: Immer cool bleiben und dem Kleinen seinen Spaß lassen.
Sollte es keine medizinischen Auffälligkeiten geben,
entwicklen sich Kinder so, wie sie wollen. Wer sie beschäftigt
und nicht im dunlen Zimmer liegen läßt, kann getrost abwarten
und Tee trinken.

und was wenn es einen medizinischen Grund hat? Das Kind wird es mir wohl kaum sagen. Ich würde nicht fragen wenn ich mir nicht sicher wäre. Und so abwertende Antworten stärken nicht gerade die Lust weitere Fragen zu stellen.

Ich hätte noch eine gehabt. Aber dank deiner Reaktion habe ich heute eher beim Kinderarzt angerufen und für nächste Woche einen Termin ausgemacht. Wahrscheinlich eh besser, denn da du wohl nie dieses Problem hattest wird es wohl auch nicht existieren.

lg und danke für deine Antwort

Dany

P.S.: Die anderen Postings haben mir schon weitergeholfen und mich beruhigt dass ich ruhig noch warten soll und mir keine Sorgen machen. Jedoch waren die nicht abwertend. Das hilft einem viel mehr wenn man das Gefühl hat verstanden zu werden.

Danke
Hallo,

dankeschön für eure Antworten. Ja - ich rede schon seit Monaten mit ihm auch bitte und danke nebenbei. Ok, vllt sollte ich nicht erwarten dass er das sagt wenn er was haben möchte, habt ihr wohl Recht. Ansonsten guckt er es sich eh ab im alltäglichen Gebrauch.

Ihr habt mir schon gut weitergeholfen, nun bin ich dahingehend beruhigt :o)

lg, Dany

Hi Dany!

Wie schön für dich - aber um dich geht es hier irgendwie
gerade nicht.

Genauso isses! Und deshalb ärgere Dich nicht, sondern stell´Deine Fragen - dazu ist das Forum doch da!!

Mütter haben wohl jedes Recht, sich Sorgen zu machen - und auch die Pflicht oder?! Natürlich sollte man es nnicht übertreiben und dem Nachwuchs jeden Papierschnipsel aus dem Weg räumen, damit er nicht stolpert. Aber darum ging es ja nicht.
Gerade zum Spracherwerb und zum Sprechen gibt es bei vielen Eltern Unsicherheiten( und nicht nur beim ersten Kind!) und zwar, weil gerade in diesen Kleinkindalter die Kinder unterschiedlich schnell entwickeln können- (ich schrieb:± ein halbes Jahr, d.h. die „Schnellsten“ und die „Langsamsten“ der Altersklasse könnten im Wortschatz …um beinah 1 Jahr differieren! Das holen sie bei normaler Entwicklung und funktionierendem Gehör auf!

Wenn das Kind mit 2 Jahren nur 1-2 Wörter spricht oder nur „Geräusche“
macht, beginnen wir mit Therapien.
Sollten Kinder allerdings deutl. Hörstörungen haben, liegt der Fall etwas anders ( beinahe „taub“, häufige Mittelohrentzündungen…).

Noch mal: ich denke, nach dem was Du geschrieben hast, Dein Sohn ist voll und ganz „im Rahmen“!!!

So, und nun kurz hierzu:

Fazit: Immer cool bleiben und dem Kleinen seinen Spaß lassen.

Schön, dann könnte es sein, dass der Kleine dann mit 10 Jahren immer noch an seinen Füßen spielt - Babys, die sich entdecken, machen das ausgiebig und gern.

Sollte es keine medizinischen Auffälligkeiten geben,
entwicklen sich Kinder so, wie sie wollen.

Ähe: dazu müßten sie wissen, was sie wollen- und das müßte mehr sein, als Essen, Trinken, Schmusen, sauber sein…

Wer sie beschäftigt
und nicht im dunlen Zimmer liegen läßt, kann getrost abwarten
und Tee trinken.

Im hellen Zimmern liegenlassen und Tee trinken?! Sehr effizient!

Und so abwertende Antworten stärken nicht
gerade die Lust weitere Fragen zu stellen.

Schau, disqualifizierte er sich nicht selbst!?

Ich hätte noch eine gehabt.

Stell sie- doch die Bretter sind nun mal öffentlich-und da kommen eben auch Kommentare, die man knicken kann. Ich weiß, Du bist klug genug, um diese zu erkennen.
(Vielleicht hatte er bloß einen schlechten Tag - kommt bei mir auch vor.)

Aber dank deiner Reaktion habe ich
heute eher beim Kinderarzt angerufen und für nächste Woche
einen Termin ausgemacht.

Du bist über etwas noch beunruhigt. Dann geh´zum Arzt - der ist „vor Ort“ . Trotzdem kannst Du Dich „vorinformieren“- wenn Du möchtest und jemand antworten kann.

Wahrscheinlich eh besser, denn da du

wohl nie dieses Problem hattest wird es wohl auch nicht
existieren.

Für ihn! nicht - und was für einen nicht existiert, davon hat man Ahnung??? - Ich denke wohl eher nicht!

Also pfeif Dir eins drauf und denk an Deinen Blutdruck.
Dein Kleiner möchte bestimmt lieber ein zwei Runden mit Dir Toben, Schmusen, Lachen!

Mit freundl. Gruß
Roxelane

Dany

P.S.: Die anderen Postings haben mir schon weitergeholfen und
mich beruhigt dass ich ruhig noch warten soll und mir keine
Sorgen machen. Jedoch waren die nicht abwertend. Das hilft
einem viel mehr wenn man das Gefühl hat verstanden zu werden.

(Danke)

3 „Gefällt mir“

Hallo Pendragon,

du hast im Prinzip schon teilweise recht, nur - ganz so leicht isses
leider auch nicht :wink:

Allerdings: Strafen sind tatsächlich keine Option.

Es gibt aber Hinweise, dass die „Babysprache“, also „Duzi, Duzi,
schönes Töfftöff“ etc. entgegen den Befürchtungen einiger Eltern
nicht schädlich sondern unterstützend im Erstspracherwerb wirkt.

Ebenfalls ist es so: Je mehr man sich mit Kindern unterhält und auch
Sprachspiele (wie „Das ist der Daumen, der schüttelt die
Pflaumen,…“ etc.) spielt, Aktionen und Erlebnisse sprachlich
begleitet, desto mehr erleichtert man den Spracherwerb.

Aber, wie einer meiner Professoren immer sagte: Das faszinierende
ist: Sprache ist ein extrem komplexes Systm, trotzdem erwirbt sie -
umgangssprachlich gesagt- jeder Depp.

Es ist nicht so, dass die so genannte Spracherwerbsforschung
inzwischen wüsste, wie Menschen sprechen lernen.
Sie weiß auch nicht, dass wir es nicht durch Nachahmung lernen.
Stand der Forschung ist: Allein durch Nachahmung geht nicht, allein
durch trial-and-error geht nicht, allein aufgrund des LAD (language
acquisition device, eine Art angeborenes Wissen über den Erwerb
grammatischer Regeln) ist es auch nicht.
Es gibt viele miteinander konkurrierende Ideen, keine davon ist bis
heute eindeutig bewiesen.

Das Einzige, worauf man sich einigen konnte ist die Unterteilung in
verschiedene Phasen, die alle Kinder in dieser Reihenfolge
durchlaufen. Dabei sind manche Kinder „schneller“, andere
„langsamer“, aber deswegen weder gleich Genies noch sprachbehindert:

Vorstadium:
Die ersten Wochen direkt nach der Geburt zeichnen sich durch das so
genannte reflektorische Schreien aus. Dabei ist das zunächst
undifferenzierte Schreien ab der zweiten Woche durchaus als
differenziert zu beschreiben, da das Kind bereits verschiedene
affektive Zustände auszudrücken vermag. Diese Entwicklung nimmt zu,
und in der 4. bis 6. Woche ist das Schreien dann schon deutlich
emotional gefärbt, zuerst nur negativ, dann auch positiv.
Missbehangen und Zufriedenheit können gut unterschieden werden. Man
geht davon aus, dass die Kinder in diesem Stadium ihre Muttersprache
schon von anderen Sprachen unterscheiden können.

Lallstadium:
Im 3. bis 6.Monat kommt es zu einer stimmlichen Expansion, das Kind
spielt mit der Stimme, mit der Fähigkeit, Melodie und Intensität zu
modulieren. Der Vokaltrakt wird ausgebildet, es kommt zum
Ausprobieren aller Laute. Ab dem 6. Monat bildet sich das
Phoneminventar der Muttersprache heraus. Im 7. bis 10. Monat zeigt
das Kind erstmals das Lallen bestimmter Silben, wobei Reduplikationen
(Ma-Ma, Pa-Pa, etc) gehäuft auftreten. Wichtig ist, dass der
Grundlautschatz noch bei allen Kindern identisch ist. Erst ab etwa
dem 12. Monat werden dann nicht- muttersprachliche Kontraste nicht
mehr wahrgenommen.

Einwortphase:
Mit dem 12. Monat beginnen Kinder, die ersten Wörter zu produzieren.
Dabei handelt es sich mehrheitlich um offene Wortklassen, vor allem
Substantive, Verben, Wörter mit einer einfachen Silbenstruktur. Bis
zum Alter 1;6 (1 Jahr 6 Monate) erwirbt das Kind seinen ersten
Wortschatz mit einem Umfang von ca. 40-50 Wörtern. Die Äußerungen
sind oft so genannte „Holophrasen“, die sich aus dem Wort und seinem
Kontext zusammensetzen.

Zweiwortphase:
Etwa im Alter von 18 Monaten zeigen Kinder die ersten Kombinationen
von Wörtern. Dabei treten allerdings keine Flexionen auf, vereinzelt
finden sich Plurale oder Genitive. Die Äußerungen zeichnen sich durch
individuelle Wortstellungen aus. Zwischen 1;8 und 3;6 findet ein
sprunghafter Zuwachs an Wörtern statt, der sich bis etwa ins vierte
Jahr so fortsetzt.

Weiterentwicklung:
Zwischen 2;0 und 2;6 gehen die Kinder von den Zwei- zu Drei- und
Mehrwortäußerungen über, die allerdings noch eine einfache
syntaktische Struktur aufweisen. Erst danach bis etwa zum Ende des
vierten Lebensjahres bilden Kinder Sätze, die bereits eine komplexere
Syntax besitzen, die Flexionen werden ausgebaut, es tauchen
Nebensätze auf. Dieser Ausbau und der Angleich an die
Erwachsenensprache setzen sich anschließend fort.

Die Komplexität des Themenbereichs „Spracherwerb“ ergibt sich aus den
Schwierigkeiten, denen man zwangsläufig begegnet, sobald man
versucht, die Fakten dieses Prozesses aufzuzählen oder überhaupt zu
entdecken. Aus der großen Anzahl an Daten gewann und gewinnt man ein
immer größeres Verständnis und Einsehen in einzelne Teilprozesse oder
Details des Spracherwerbs, aber auch ein Bewusstsein dafür, dass eine
große, übergreifende Theorie noch immer nicht gefunden, bzw. bewiesen
werden konnte. Zu diesem Problembereich gehören solche Fragen wie die
nach Anlage oder Umwelt, nach Lernprozessen oder auch nach dem
Zusammenhang zwischen Sprachproduktion und Sprachverstehen in den
ersten Monaten/ Jahren.

Die bekanntesten Theorien sind Behaviorismus, Nativismus,
Interaktionismus, Instruktionalismus und Kognitivismus.
Bei Interesse kann ich Dir gerne ausführlicheres dazu schreiben.

LG,
Norah

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

2 „Gefällt mir“