Kleinkinder unbeaufsichtigt an der Rolltreppe

Hallo Forum!

Muss mir nur grade meinen Zorn von der Seele schreiben…

Kürzlich war ich in einem größeren Kaufhaus, Rolltreppen, Gedrängel.
Aus dem Blickwinkel sehe ich grade noch, wie ein ca. 2-3 Jahre altes kleines Mädchen die herunterkommende Rolltreppe betreten will.

Kein Erwachsener weit und breit.

Die Kleine stolpert, ich kann sie grade noch hochreißen.
Die Zöpfe waren nur ganz knapp von der Rolltreppe entfernt!

Habe das schreiende Kind auf dem Arm und rufe „wem gehört dieses Kind?“. Keine Reaktion.
Rufe nochmal, wieder keine Reaktion.
Suche mit dem Kind gemeinsam die Etage ab und finde die Mutter an einem Schnäppchenständer ins Gespräch mit ihrer Freundin vertieft.

Sie verstand überhaupt nicht, warum ich so zornig war. Es sei doch nichts passiert.Dass es haarscharf an einer schlimmen Verletzung vorbeiging hat sie offenbar nicht begriffen.

Bin ich zu empfindlich wenn ich erwarte, dass Eltern während eines Einkaufes ihre Kleinkinder nicht unbeaufsichtigt an der Rolltreppe spielen lassen?

Freue mich auf Eure Antworten.

Angelika

Hallo,

ja, hab ich auch schon erlebt. Ein kleines Mädchen wollte einen heruntergefallenen Bonbon aufheben. Der Bonbon drehte seine Runde dort, wo die Rolltreppe wieder im Boden verschwindet.

Die Hand hatte das Bonbon schon fast erreicht (und die Rolltreppe die Hand), als ich das Kind wegriß. Ich hab ja nicht unbedingt erwartet, daß die Mutter vor mir auf die Knie fällt, aber daß sie mich anschreit, ich soll ihr Kind loslassen und nach meinem Einwand, daß die Hand in Gefahr war, „es geht sie gar nichts an, was mein Kind macht“, hab ich mich umgedreht und bin wortlos gegangen. Ansonsten …

Gerhard

Hallo Angelika,

vorab herzlichen Dank im Namen der allgemeinen Elternschaft. Ich finde es, ganz ohne Ironie, prima, dass du dich um das Mädchen gekümmert hast.

Vielleicht gelingt es mir aber, deinen Zorn etwas zu dämpfen. Du hast ja selbst ein Kind, ich habe deren drei, wir brauchen uns also nichts erzählen, dass es schlichtweg unmöglich ist, ein geschweige den mehrere Kinder ununterbrochen unter Aufsicht zu halten, erst recht dann nicht, wenn man nebenbei noch etwas erledigen möchte; zum Beispiel einkaufen (oder auch mal mit der Nachbarin reden).

Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Menschen sich um Kinder kümmern, wenn sie eingreifen, weil sie sich gebraucht fühlen. Es ist ein Stückweit Verantwortungsbewusstsein. Was ich weniger gern sehe, wenn sie daraus einen Hilfserziehungsauftrag herleiten, die Eltern zu kritisieren oder zu verbessern meinen zu müssen. Manchmal läuft es mit den Kindern nicht gut, das weiß ich dann aber selbst und kann fremde Vorwürfe zweimal nicht gebrauchen.

Es war gut, dass du eingriffen hast und das Kind zur Mutter brachtest. Es war nicht gut, dass du zornig reagiertest. Es wäre besser gewesen, du hättest nur ruhig bemerkt: „Ihr Kind ist auf die Rolltreppe gefallen.“ Ist es eine verantwortungsvolle Mutter, dann wird sie dies zum Anlass genommen haben, ihr Kind auf die Gefährlichkeit von Rolltreppen hinzuweisen. Falls nein, nützt die ganze Wut auch nichts.

Hardey

Ich schließ mich dieser Meinung an. Meine Tochter ist vor kurzem im
Kaufhaus verschwunden. Ich stand an der Kasse und sie direkt neben
mir. Ich drehte mich nur kurz um, um der Kassierin das Geld zu geben
und als ich mich wieder umdrehte war sie weg. Ich bin fast 10 Minuten
rumgelaufen und hab sie gerufen, Leute angesprochen, ob sie sie
gesehen haben. Sogar der Hausdetektiv hat mitgeholfen zu suchen. Mir
wurde es richtig schlecht bei dem Gedanken, dass sie jemand
mitgenommen hat. Erst als ein Aufruf über Lautsprecher kam, brachte
sie eine Frau an die Info. Sie sagte, meine Tochter hätte unter einem
Kleiderständer gehockt und sich die Zeit damit vertrieben, die T-
Shirts über sich zu drehen. Ich dankte der Frau für ihre Hilfe und
sie sagte dann, dass ihr das Gleiche schon passiert war. Das Letzte,
was ich in dieser Situation gebraucht hätte, wär eine Standpauke von
ihr gewesen, von wegen nicht aufgepasst und so.
Lange Rede, kurzer Sinn: Man hat echt nicht Augen und Ohren genug,
wenn man ein kleines Kind hat. Wenn man ein Kind vor einem Unglück
bewahrt, sollte man den Eltern ruhig erklären, was passiert ist. Ich
denke, dann verstehen die meisten es auch. Die, die es nicht
verstehen oder pampig werden gibt es natürlich auch. Aber ich denke,
hauptsache man hat in dem Moment dem Kind geholfen.

LG

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Interessant, dein und Hardeys Posting.

Hardey:
„Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Menschen sich um Kinder kümmern, wenn sie eingreifen, weil sie sich gebraucht fühlen“

Hardey hat „nichts dagegen“, wenn sich ein fremder Mensch um die Gesundheit des eigenen Nachwuchses sorgt.

Alle Achtung! Da hilft man doch gern!

Du:
„Das Letzte, was ich in dieser Situation gebraucht hätte, wär eine Standpauke von ihr gewesen, von wegen nicht aufgepasst und so. Lange Rede, kurzer Sinn: Man hat echt nicht Augen und Ohren genug, wenn man ein kleines Kind hat. Wenn man ein Kind vor einem Unglück bewahrt, sollte man den Eltern ruhig erklären, was passiert ist. Ich denke, dann verstehen die meisten es auch.“

Ebenfalls: Alle Achtung!

Du freust dich darüber, dass ein Fremder sich um dein Kind sorgt, weil Du selber „echt nicht Augen und Ohren genug“ hast, um dich um dein eigenes Kind zu kümmern.

Aber der fremde Kümmerer soll bloss nicht unverschämt werden.

Da hilft man fremden Kindern von fremden Eltern doch gleich viel lieber.

Gruß
karin

die vor kurzem ein fremdes Kind, fremder Eltern vor einem Sturz aus dem Einkaufswagen bewahrt hat, als das Kind sich im rollenden Einkaufswagen aufgerichtet hat und drohte aus dem Wagen zu fallen.
Was bin ich froh, dass die Mutter mich nicht angepampt hat, warum ich ihr Kind in dem Einkaufswagen angefasst habe.

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…der perfekt ist. Mensch, wo kämen wir da hin, wenn wir alle nur zu 99,9% funktionieren würden und also auch mal auf die gegenseitige Hilfe angewiesen wären!

Danke für Deine Klarstellung - und Glückwunsch! Wenn sich die Menschen nur etwas mehr an Beispielgebern wie Dir orientieren würden!

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…der perfekt ist.
Mensch, wo kämen wir da hin, wenn wir alle
nur zu 99,9% funktionieren würden

dann müssten vielleicht ein paar Kinderfinger dran glauben.
Macht ja nix, bleiben noch 9.

und also auch mal auf die
gegenseitige Hilfe angewiesen wären!

Ach so, Du gehörst auch zu den Menschen, die sich nie bedanken, weil sie ja vielleicht auch mal helfen.
Alles klar.

Hallo Hardey!

Ich habe zwar „nur“ ein Kind, aber ein ADS-Kind. Was meinst Du wohl, wie fix der junge Mann als Kleinkind gewesen ist.
Wir hatten für ihn - wie übrigens meine Eltern vor fast 50 Jahren für mich auch - einen sogenannten Laufgurt.
Sieht vielleicht ein bisschen ungewöhnlich aus, hilft aber ungemein dabei, gar nicht erst in solche von mir beschriebene Situation zu geraten.

Was mich so ärgerlich gemacht hat war nicht, dass sie irgendwas in Richtung von Danke oder so gesagt hätte. Das erwarte ich schon lange nicht mehr.
Ärgerlich gemacht hat mich, dass es ihr offenbar sch**ßegal gewesen ist, was mit ihrem Kind geschieht.

Jedermann (!) hätte sich dieses Kind greifen können und von dannen machen.
Ohne, dass es z.B. der Mutter auch nur im Ansatz aufgefallen wäre.

Man muss im Leben Prioritäten setzen.
Für mich sind das Kinder.
Auch die von anderen Leuten.

Angelika

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Als Mutter darf dir jeder reinreden
Hallo

Was mich so ärgerlich gemacht hat war nicht, dass sie
irgendwas in Richtung von Danke oder so gesagt hätte. Das
erwarte ich schon lange nicht mehr.
Ärgerlich gemacht hat mich, dass es ihr offenbar sch**ßegal
gewesen ist, was mit ihrem Kind geschieht.

Was du geschildert hast, finde ich auch ziemlich krass.

Aber irgendwie ist es auch so, dass man als Mutter von kleinen Kindern in der Rolle ist, dass jeder - wirklich JEDER - meint dir Ratschläge geben zu müssen oder zu dürfen oder besser zu wissen, wie man mit Kindern umgeht.

Weißt du, wenn man sich pausenlos um seine Kinder kümmert - was bei so Kleinen meiner Meinung nach nötig ist - wird man auch ständig angepflaumt.

So junge Mütter haben bei mir deswegen eine gewisse Narrenfreiheit.

Viele Grüße
Simsy

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Moin, Angelika,

dass Du das Kind weggeholt hast, war natürlich richtig, die meisten Leute wissen nicht einmal, dass sich Kleinkinder dort die Finger abreißen können. Dein Zorn jedoch - abgesehen davon, dass Zorn immer schadet - hat zumindest das Verständnis der Mutter nicht beflügelt, sie wird auch in Zukunft nicht wissen, welche Gefahr von einer Rolltreppe ausgeht.

Die Reaktion „es ist ja nichts passiert“ zeigt eigentlich nur, dass sie Dir gegenüber kein Versäumnis zugeben wollte. Nicht schön, aber verständlich. Ob sie sich fürs nächste Mal Gedanken macht, weiß halt niemand.

Gruß Ralf

Karin:
Ich weiß nicht, ob du ein Kind hast, aber so wie du schreibst, glaub
ich es fast nicht. Denn jeder, der eins oder mehrere groß zieht, weiß
was das bedeutet, z. B. auch, dass die Kleinen oft schneller aus dem
Blickfeld sind, als man sich vorstellen kann. Es gibt wohl Eltern,
denen es eigentlich total egal ist, was ihre Kinder machen und wo sie
sich rumtreiben. Aber mir ist es das ganz gewiss nicht. Und wenn man
dann halt mal noch in eine von mir geschilderten Situation kommt und
dann noch angepflaumt wird, was für eine schlechte Mutter man doch wär,
würd ich wohl die passende Antwort zurückgeben.
Also ich denke, du kannst deinen Heiligenschein wieder einpacken.

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Hallo Angelika,
nein, du bist überhaupt nicht empfindlich, höchstens empfindSAM und
aufmerksam und hast Zivilcourage.
Die Mutter hat in dem Fall nichts zu melden - du hast das Kind vor
einem schlimmen Unfall bewahrt und die Mutter hat ihre Aufsichtspflicht
verletzt. Wer da nicht eingreift gehört zu denen, die bei Autounfällen
vorbeifahren, weggucken wenn jemand angepöbelt wird oder
schlimmstenfalls zuschauen (gaffen) ohne zu handeln.

Hoffentlich war das eine Ausnahme und die Mutter ist sonst
aufmerksamer…

Viele Grüße

Hallo, Petra

Ich weiß nicht, ob du ein Kind hast, aber so wie du schreibst,
glaub
ich es fast nicht.

nein, ich habe leider keine Kinder, ich musste jedoch in meiner Kinder- und Jugendzeit auf meinen kleinen Bruder aufpassen, daher kann ich mich vielleicht ein bisschen in die Situation einer Mutter mit kleinen Kindern einfühlen.

Denn jeder, der eins oder mehrere groß
zieht, weiß
was das bedeutet, z. B. auch, dass die Kleinen oft schneller
aus dem
Blickfeld sind, als man sich vorstellen kann. Es gibt wohl
Eltern,
denen es eigentlich total egal ist, was ihre Kinder machen und
wo sie
sich rumtreiben. Aber mir ist es das ganz gewiss nicht. Und
wenn man
dann halt mal noch in eine von mir geschilderten Situation
kommt und
dann noch angepflaumt wird, was für eine schlechte Mutter man
doch wär,
würd ich wohl die passende Antwort zurückgeben.

Ich würde nie zu einer fremden Frau sagen, dass sie eine schlechte Mutter wäre. Warum sollte ich Das auch tun?

Also ich denke, du kannst deinen Heiligenschein wieder
einpacken.

Diese Bemerkung finde ich unnötig.

Gruß
karin

Liebe Karin

Du hast wohl meinen Satz in den falschen Hals bekommen

Hardey:
„Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Menschen sich um
Kinder kümmern, wenn sie eingreifen, weil sie sich gebraucht
fühlen“

Hardey hat „nichts dagegen“, wenn sich ein fremder Mensch um
die Gesundheit des eigenen Nachwuchses sorgt.

Alle Achtung! Da hilft man doch gern!

und möglicherweise übersehen

auch Hardey:
vorab herzlichen Dank im Namen der allgemeinen Elternschaft.
Ich finde es, ganz ohne Ironie, prima, dass du dich um das
Mädchen gekümmert hast.

Darum nochmals und vielleicht unmissverständlicher: Es ist uns Eltern unmöglich, unsere Kinder jederzeit und überall unter Kontrolle zu haben. Ich finde es ohne Wenn und Aber gut und prima, wenn du und alle anderen uns unterstützen und einspringen, wenn unseren Kleinen irgendeine Gefahr droht. Dafür sind wir dankbar.

Was wir zu diesem Anlass aber dann nicht so gerne hören, sind Vorwürfe und ungefrage gute Tipps. Einerseits weil wir in diesem Moment emotional nicht besonders gut aufnahmefähig sind, andererseits mag der belehrenden Person auch der Einblick in die genaueren Umstände fehlen. Im allgemeinen wissen wir, was schlecht gelaufen ist. Nur geben wir es nicht gerne zu und schon gar nicht vor Fremden.

Gruß
Hardey

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Hallo Ralf!

Mit Abstand betrachtet und wenn man die Situation nicht selbst erlebt hat, sieht das logischerweise anders aus.

Wenn man aber grade mit einem Puls von 190 und heftigem Adrenalinausstoß so etwas selbst, als aktiv Beteiligter erlebt hat, reagiert man nicht mehr überlegt, sondern emotional.

Wäre es ein Finger in der Rolltreppe gewesen, schlimm.
Das Kind ist aber kopfüber gestürzt, die Haare waren nur knapp über den Stufen, somit wäre das Kind im schlimmsten Fall von der Rolltreppe skalpiert worden.

Angelika

Hallo!

Ohne mich jetzt auf Dich speziell zu beziehen:

Es liegt nicht wirklich in der Natur der Sache und des Menschen, das eine Frau sich 24 Stunden am Tag ganz alleine um ihr Kind/ihre Kinder kümmern muß. Es ist eigentlich von der Natur so vorgesehen, dass eine ganze Familie für die Erziehung der Kinder zuständig ist.
Klar, nun ist das leider in unserer heutigen Zivilisation nicht so leicht zu ändern. Große Familien gibt es fast nicht mehr, jeder kümmert sich hauptsächlich um sich selbst und denkt anscheinend, dass es zuviel verlangt ist, wenn man einfach auch selbst mal die Augen und Ohren offenhält, auch wenn es nicht die eigenen Kinder sind.
Klar hat niemand dazu die Pflicht. Aber wäre es nicht einfach schön, wenn sich die Menschen insgesamt für Kinder verantwortlich fühlen könnten ohne großartiges Aufs-Knien-rumrutschen zu erwarten, wenn man mal einem Kind aus einer schwierigen Situation hilft?
Ich erinnere mich an die Zeiten, in denen ich mit meinem Sohn im Urlaub in südlicheren Ländern war. Irgendwie hat da jeder auf jeden achtgegeben, nicht nur auf die eigenen Kinder und ich mußte kein schlechtes Gewissen haben, dass ich mal kurz auf Toilette gehe. Jetzt bekommt man wirklich gleich den Unterton ab, dass man ja überfordert sei, asozial und wasweißichnochalles, nur weil man etwas nicht schafft, was manchmal einfach utopisch ist. Klar gibt es Kinder, die immer an Mamas Hand bleiben. Aber es gibt auch Kinder, die immer nur rum- und weglaufen, da KANN man einfach nicht immer 100% aufpassen. Mein Sohn gehört zu denen. Ich hab mich in Spanien so wohl gefühlt, weil ich Vertrauen darauf haben konnte, dass da jeder auf Kinder im allgemeinen achtet und das als selbstverständlich ansieht. Dort wär mein Sohn wahrscheinlich noch nicht mal bis zur Rolltreppe gekommen
:wink:

Klar, wenn man dann von einer Mutter angepöbelt wird, ist das nicht okay. Aber ansonsten denke ich, dass man sowas als Selbstverständlichkeit ansehen sollte, genauso wie OmasüberdieStraßehelfen und SitzplatzanKrückenläuferhergeben.

Wie gesagt, ich meine das Posting allgemein und nicht auf Dich speziell bezogen.

Gruß,

N.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo Angelika,

Du hast noch vergessen zu erwähnen, was passiert wäre, wenn Du nicht eingegriffen hättest: Das Kaufhaus hätte Post vom Anwalt bekommen, weil sich das Kind an der Rolltreppe verletzt hat.

Grüße
EK

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo E. Krull,

Freue mich auf Eure Antworten.

Du hast noch vergessen zu erwähnen, was passiert wäre, wenn Du
nicht eingegriffen hättest: Das Kaufhaus hätte Post vom Anwalt
bekommen, weil sich das Kind an der Rolltreppe verletzt hat.

Sieh das doch positiv. Der Anwalt hätte
einen stattlichen Auftrag bekommen, die
Streitsumme wäre enorm hoch, da ja Kinder
in unserer Gesellschaft als besonders
wertvoll gelten und ein Kaufhaus als
Externalisierung eines zugehörigen Kapi-
talsystems mit „drohendem schlechten Ruf“
schön abgegriffen werden kann.

Grüße

CMБ

PS.: wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.

Hallo n.h.!

Es liegt nicht wirklich in der Natur der Sache und des
Menschen, das eine Frau sich 24 Stunden am Tag ganz alleine um
ihr Kind/ihre Kinder kümmern muß. Es ist eigentlich von der
Natur so vorgesehen, dass eine ganze Familie für die Erziehung
der Kinder zuständig ist.

Aber es ist ebenso von der Natur vorgesehen, dass Eltern von ihren Kindern Schaden abwenden und sie bestmöglich (be)schützen.
Kann ich ein Kind in die Welt setzen, muss ich mich auch darum kümmern, und das ggf. auch 24 Stunden am Tag.

Klar, nun ist das leider in unserer heutigen Zivilisation
nicht so leicht zu ändern. Große Familien gibt es fast nicht
mehr, jeder kümmert sich hauptsächlich um sich selbst und
denkt anscheinend, dass es zuviel verlangt ist, wenn man
einfach auch selbst mal die Augen und Ohren offenhält, auch
wenn es nicht die eigenen Kinder sind.

Wenn ein jeder sich um sein(e) Kind(er) angemessen kümmern würde, wäre die Gesellschaft schon ein gutes Stück weiter.

Klar hat niemand dazu die Pflicht. Aber wäre es nicht einfach
schön, wenn sich die Menschen insgesamt für Kinder
verantwortlich fühlen könnten ohne großartiges
Aufs-Knien-rumrutschen zu erwarten, wenn man mal einem Kind
aus einer schwierigen Situation hilft?

Das verstehe ich jetzt nicht und kann den Zusammenhang zu meinem Ausgangsposting nicht herstellen.

Ich erinnere mich an die Zeiten, in denen ich mit meinem Sohn
im Urlaub in südlicheren Ländern war. Irgendwie hat da jeder
auf jeden achtgegeben, nicht nur auf die eigenen Kinder und
ich mußte kein schlechtes Gewissen haben, dass ich mal kurz
auf Toilette gehe.

Andere Situation als o.g
Du bittest nämlich jemanden, für einen Moment auf Dein Kind aufzupassen.

Jetzt bekommt man wirklich gleich den
Unterton ab, dass man ja überfordert sei, asozial und
wasweißichnochalles, nur weil man etwas nicht schafft, was
manchmal einfach utopisch ist.

Was ist utopisch daran, dass man auf sein eigenes Kind acht gibt. Wenn ein Kind sich von der Hand losreißt sieht die Sache anders aus. Aber wie ich oben schrieb, die Mutter stand in der entgegengesetzten Ecke der Etage seelenruhig ins Gespräch vertieft und hatte noch nicht mal bemerkt, dass ihr Kind weg war.

Klar gibt es Kinder, die immer
an Mamas Hand bleiben. Aber es gibt auch Kinder, die immer nur
rum- und weglaufen, da KANN man einfach nicht immer 100%
aufpassen.

Dann sollte man sich vorher überlegen, was man unternehmen kann. Wie ich schrieb gibt es geeignete Möglichkeiten (Laufgurt), oder aber man nimmt sein Kind auf den Arm, wenn man ein Gespräch führt oder an einem Kleiderständer guckt.

Mein Sohn gehört zu denen. Ich hab mich in Spanien
so wohl gefühlt, weil ich Vertrauen darauf haben konnte, dass
da jeder auf Kinder im allgemeinen achtet und das als
selbstverständlich ansieht. Dort wär mein Sohn wahrscheinlich
noch nicht mal bis zur Rolltreppe gekommen
:wink:

Das von mir beschriebene Kind war offenbar nicht wichtig. Ich hätte damit problemlos aus dem Kaufhaus verschwinden können.
Mal einen Schritt weitergedacht: geeignete Umstände für Pädophile

Klar, wenn man dann von einer Mutter angepöbelt wird, ist das
nicht okay. Aber ansonsten denke ich, dass man sowas als
Selbstverständlichkeit ansehen sollte, genauso wie
OmasüberdieStraßehelfen und SitzplatzanKrückenläuferhergeben.

Ich glaube, Du hast nicht verstanden was mich bewegt.

Kinder sind doch das Wertvollste, was man haben kann.
Wir als Eltern sind für ihr Wohlergehen zuständig, denn sie selbst können erst nach und nach erlernen Eigenverantwortung übernehmen.
Was bekommen Kinder für Werte vermittelt wenn sie nicht beaufsichtigt werden, und man im Kaufhaus nach den Eltern erst suchen muss, während diese ihr Kind noch nicht einmal vermissen!

Wie gesagt, ich meine das Posting allgemein und nicht auf Dich
speziell bezogen.

Ich fühle mich aber angesprochen, weil ich diese Sorglosigkeit im Umgang mit Kindern einfach nicht nachvollziehen kann.

Angelika

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Hallo!

Aber es ist ebenso von der Natur vorgesehen, dass Eltern von
ihren Kindern Schaden abwenden und sie bestmöglich
(be)schützen.
Kann ich ein Kind in die Welt setzen, muss ich mich auch darum
kümmern, und das ggf. auch 24 Stunden am Tag.

Leider nun mal nicht immer zu 100 Prozent zu schaffen. Und ich sprach nicht von Sorglosigkeit, sondern davon, dass niemand 24 Stunden pro Tag zu 100% einsatzfähig ist.

Wenn ein jeder sich um sein(e) Kind(er) angemessen kümmern
würde, wäre die Gesellschaft schon ein gutes Stück weiter.

Ich glaube, das tun schon die meisten. Leider KANN man nicht alle Gefahren abwenden, es geht nicht!

Klar hat niemand dazu die Pflicht. Aber wäre es nicht einfach
schön, wenn sich die Menschen insgesamt für Kinder
verantwortlich fühlen könnten ohne großartiges
Aufs-Knien-rumrutschen zu erwarten, wenn man mal einem Kind
aus einer schwierigen Situation hilft?

Das verstehe ich jetzt nicht und kann den Zusammenhang zu
meinem Ausgangsposting nicht herstellen.

Das kann ich sehr wohl. Du sahst es als Vernachlässigung der Aufsichtspflicht an, dass das Kind an der Rolltreppe war. Und Du hast erwartet, dass die Mutter sich in einer bestimmten Weise verhält. Selbstverständlich war Dein Verhalten für Dich nicht, sondern Du hast Dank erwartet.

Andere Situation als o.g
Du bittest nämlich jemanden, für einen Moment auf Dein Kind
aufzupassen.

Nein. Ich hätte niemanden darum bitten müssen. Sie taten es automatisch. Die andere Seite ist nur, dass ich das HIER niemals tun würde.

Was ist utopisch daran, dass man auf sein eigenes Kind acht
gibt. Wenn ein Kind sich von der Hand losreißt sieht die Sache
anders aus. Aber wie ich oben schrieb, die Mutter stand in der
entgegengesetzten Ecke der Etage seelenruhig ins Gespräch
vertieft und hatte noch nicht mal bemerkt, dass ihr Kind weg
war.

Mein Kind ist so gut wie NIE an meiner Hand, deshalb kann es sich auch nicht losreißen. Wie alt war das Kind überhaupt? Vielleicht war es ja auch alt genug, selbst auf seine Haare aufzupassen? Wer weiß es denn? Inwiefern sie nun wirklich nicht auf ihr Kind geachtet hat, kann man natürlich nicht genau sagen. Aber gleich deshalb auf irgendwelche Dinge zu schließen, naja…

Klar gibt es Kinder, die immer
an Mamas Hand bleiben. Aber es gibt auch Kinder, die immer nur
rum- und weglaufen, da KANN man einfach nicht immer 100%
aufpassen.

Dann sollte man sich vorher überlegen, was man unternehmen
kann. Wie ich schrieb gibt es geeignete Möglichkeiten
(Laufgurt), oder aber man nimmt sein Kind auf den Arm, wenn
man ein Gespräch führt oder an einem Kleiderständer guckt.

Klar, ich nehme mein Kind an die Leine, weil es zuviel verlangt ist, dass ein Mensch mal kurz was sagt, wenn er sieht, dass ein anderer Mensch sich eventuell verletzen könnte? Super. Dann schwache und alte Menschen auch gleich an die Leine, die können nämlich auch nicht immer zu 100% auf sich selbst aufpassen und haben auch nicht immer einen Erziehungsberechtigten dabei. Die müssen sich auch darauf verlassen, dass ihnen ggf. jemand hilft. Ein Kind läßt sich halt auch nicht immer auf den Arm nehmen! Mein Sohn würde an einer Laune ausflippen und zwar so sehr, dass man mich noch viel mehr als asozial hinstellen würde! Ihr stellt Euch das alles so einfach vor - mal auf den Arm nehmen, mal an die Leine…

Das von mir beschriebene Kind war offenbar nicht wichtig. Ich
hätte damit problemlos aus dem Kaufhaus verschwinden können.
Mal einen Schritt weitergedacht: geeignete Umstände für
Pädophile

Ähem, naja. Also, wenn ich so denken würde, dann dürfte mein Sohn bald gar nichts mehr! Man kann natürlich auch vor lauter Schiß sein Kind in den goldenen Käfig sperren und sich später wundern…

Ich glaube, Du hast nicht verstanden was mich bewegt.

Kinder sind doch das Wertvollste, was man haben kann.
Wir als Eltern sind für ihr Wohlergehen zuständig, denn sie
selbst können erst nach und nach erlernen Eigenverantwortung
übernehmen.
Was bekommen Kinder für Werte vermittelt wenn sie nicht
beaufsichtigt werden, und man im Kaufhaus nach den Eltern erst
suchen muss, während diese ihr Kind noch nicht einmal
vermissen!

Ja, Kinder sind das Wertvollste, was man haben kann. Und ich tue mein Bestes. Aber ich wiederhole noch einmal: Niemand kann zu 100% 24 Stunden am Tag an seinem Kind kleben. Es geht schlichtweg nicht. Und das verstehen eigentlich auch nur Leute, die schon Kinder haben. Wenn ich mein Kind die ganze Zeit auf dem Arm hätte wie von Dir vorgeschlagen, wird man schon wieder angequatscht, dass man es verwöhnen würde. Was ist dann eigentlich mit Frauen, die zwei oder mehr Kinder haben? Müssen die, Deiner Meinung nach, zu Hause bleiben?

Wie gesagt, ich meine das Posting allgemein und nicht auf Dich
speziell bezogen.

Ich fühle mich aber angesprochen, weil ich diese Sorglosigkeit
im Umgang mit Kindern einfach nicht nachvollziehen kann.

Das ist allerdings Deine Sache. Ich finde es aber nicht okay, bei sowas gleich von Sorglosigkeit zu sprechen, tut mir leid.

N.

Angelika