Kleinster gemeinsamer Nenner

Hallo, Community der Polyglotten!

Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, dann habe ich das Aufsuchen des kgN als eine Optimierung verstanden; ihn gefunden zu haben, war ein Erfolgserlebnis, weil die Voraussetzung fürs sinnvolle Weiterrechnen bis zur Lösung der Aufgabe.

Wenn ich aber die politische Diskussion verfolge, dann ist der kgN zum Schimpfwort geworden für etwas, das als Einigung auf etwas unsäglich Dürftiges denunziert werden soll.

Ist das auch in den anderen Sprachen so? Oder herrscht nur im deutschen Sprachraum dieses gestörte Verhältnis zum Bruchrechnen?
(Eine Ministerin, die auch ins neue Kabinett übernommen werden will/soll, schwärmte neulich sogar von der Suche nach dem größten gemeinsamen Nenner …)

Gruß
H.

Hallo, Hannes,
ich fürchte es folgt von mir keine wirkliche Beantwortung deiner Frage (die ich sehr spannend finde).

Im Deutschen scheint es sich aber eher um ein mathematisches Missverständnis zu handeln, da ja, je kleiner der KGN, desto größer der Bruchteil (im politischen Sinne die Schnittmenge der gemeinsamen Ansichten/Ziele) ist.

Vielleicht zeigt dies auch nur das etwas gebrochene intellektuelle Verhältnis der Deutschen zur Mathematik?

Gruß
Eckard

im politischen Sinne die Schnittmenge

Hallo Eckard,

jetzt bringst Du auch noch die Schnittmenge ins Spiel!
Du hast ja recht.
Aber der gute Cantor ist sicher eh längst am Rotieren, spätestens seit eine führende Grüne festgestellt hat, sie sehe viele (!) Schnittmengen zwischen ihrer und einer anderen Partei.

Umso dringlicher meine Frage nach dem gestörten Verhältnis zu Zahlen.

Bestens grüßend
H.

Hallo Hannes,

als den SPD (–> smallest possible denominator) gibt’s
auch im Englischen im uebertragenen Sinn, allerdings wird
er IMO nicht so oft zitiert wie im Deutschen.

Gruesse
Elke

Mahlzeit,

Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, dann habe ich das
Aufsuchen des kgN als eine Optimierung verstanden; ihn
gefunden zu haben, war ein Erfolgserlebnis, weil die
Voraussetzung fürs sinnvolle Weiterrechnen bis zur Lösung der
Aufgabe.
Wenn ich aber die politische Diskussion verfolge, dann ist der
kgN zum Schimpfwort geworden für etwas, das als Einigung auf
etwas unsäglich Dürftiges denunziert werden soll.

Ich finde die Übertragung ins übrige Leben, also auch in die Politik, eine sehr gelungene und logisch nachvollziehbare. Deiner Interpretation als Optimierung kann ich nicht folgen. Betrachte das so: Brüche kommen doch aus verschiedenen Welten, die durch den jeweiligen Nenner gekennzeichnet werden. Einzeln sind sie einigermaßen flexibel: man kann sie erweitern und evtl. auch kürzen. Aber wenn man mit einem anderen Bruch arbeiten will, muß man sich auf Kompromisse einlassen: man findet den kleinsten gemeinsamen Nenner, der eine deutliche Einschränkung der Flexibilität darstellt. Und will man eine dritte Partei integrieren, wird die Schnittmengenfindung noch schwieriger, das Ganze noch unbeweglicher…

Ist das auch in den anderen Sprachen so? Oder herrscht nur im
deutschen Sprachraum dieses gestörte Verhältnis zum
Bruchrechnen?

Auf Spanisch kenne ich nur den „denominador común“, also den gemeinsamen Nenner (ohne speziell den kleinsten zu nehmen). Der wird tatsächlich ein bißchen anders verwendet, und zwar eher neutral als ein Ausdruck, der die Gemeinsamkeit zwischen verschiedenen Dingen hervorhebt.

Gruß

Sancho

smallest possible?

I know it as the ‚lowest common denominator‘, und er wird schon desöfteren erwähnt, wenn auch nicht so häufig wie in Deutschland.

Ich hab mir aber auch mal mein Hirn abgerackert, um zu verstehen, warum es ausgerechnet der LOWEST common denominator sein soll, und schliesslich aufgegeben mit der Meinung, in Mathe eh’ immer schlecht gewesen zu sein…

gruss, isabel

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Mahlzeit,

Ich hab mir aber auch mal mein Hirn abgerackert, um zu
verstehen, warum es ausgerechnet der LOWEST common denominator
sein soll, und schliesslich aufgegeben mit der Meinung, in
Mathe eh’ immer schlecht gewesen zu sein…

das ist simpel - natürlich läßt sich jeder Bruch mit einer beliebeigen Zahl erweitern. Wenn man aber rechnen will, will man nicht unnötige Rechenoperationen mitschleppen, die am Ende ohnehin gekürzt werden müssen. Gesucht ist also immer der kleinste gemeinsame Nenner.

Gruß

Sancho

Hi Isabel,
ograus,
und ich hab mich gewundert, dass ich mir SPD so
lustig vorkam.
Sorry.
Hab vorhin eine alte Freundin getroffen.
Wir sind zu mir nachhause.
Eh… sie hatte was zu trinken dabei.
Ich hatte auch was da.
Die Kinder sind derweil bei Freunden.
Fehlerfrei tippen kann ich wohl noch, aber …
LCD - klar, so heisst das.
Und wird im uebertragenen Sinn benutzt.

Ich glaub, ich geh mal eiskalt duschen oder
so was.

Tschuess,
Elke

Altanativ kann ich als Entschuldigung vorbringen,
dass mir das viele Mathelernen mit meinen Kindern
auf’s Gehirn gehaut hat.

LCD - klar, so heisst das.

LCD, like the LCD display?
or LSD, like the stuff you might think you’ve just taken, even if in reality it was just a bit of booze? *g*

Ich glaub, ich geh mal eiskalt duschen oder
so was.

Oh poor Elkiieee, how many times a day do you have to hop into the shower? This morning you, eh, peed in your pants?

Now you need to get rid of the effects of the alcohol before the kids get home?

What’s next…?

I think I should recommend to that husband of yours that a return to Saudi needs to be most urgently considered - no booze, no women drivers, just well-behaved, disciplined people everywhere…

gruss, isabel
who’ll happily share some of the booze with you some day…

HAVE FUN!

Altanativ kann ich als Entschuldigung vorbringen,
dass mir das viele Mathelernen mit meinen Kindern
auf’s Gehirn gehaut hat.

Ach, machen die gerade Bruchrechnung?
You know, lowest common denominator and such things?

*g* gruss, isabel

Hallo, Community der Polyglotten!

Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, dann habe ich das
Aufsuchen des kgN als eine Optimierung verstanden; ihn
gefunden zu haben, war ein Erfolgserlebnis, weil die
Voraussetzung fürs sinnvolle Weiterrechnen bis zur Lösung der
Aufgabe.

Wenn ich aber die politische Diskussion verfolge, dann ist der
kgN zum Schimpfwort geworden für etwas, das als Einigung auf
etwas unsäglich Dürftiges denunziert werden soll.

auch wenn dieser artikel nicht wirklich ins fremdsprachenbrett gehoert:smile:…

du brauchst einen gemeinsamen nenner, um ueberhaupt weiterrechnen zu koennen.

fuer die politik waere wohl das wort „schnittmenge“ besser geeignet, das stimmt.

ich hoffe doch, dass die mathematiker jetzt nicht streiken…
naja…vielleicht nur die von der gewerkschaft…

in vielen anderen laendern wird es diese diskussion nicht geben, das stimmt auch. z.b. usa, russland, china, pakistan, irak, amfrikanische laender, die ich nicht aussprechen kann usw.

mfg
rene

Moin, isabel,

warum es ausgerechnet der LOWEST common denominator sein soll

den gibt es einfach nicht. Wenn Siebtel und Achtel addiert werden sollen, dann geht das nur, wenn ich beide in Sechsundfünzigstel umrechne. (Ich stelle mir gerade vor, Hundertelftel und Hundertdreizehntel müssten voneinander subtrahiert werden…) Damit haben die beiden zwar einen gemeinsamen, aber weder einen kleinsten noch einen größten Nenner, deshalb fällt der Begriff auch nicht unter Mathematik, sondern unter Dummdeutsch. Du hast also keinen Grund, an Deinen Mathe-Kenntnissen zu zweifeln.

Gruß Ralf

Hi Ralf
erstens waere es Dummenglisch.
Denn heute -wo ich wieder klar im Kopf bin *g -
kann ich also nochmal nuechtern bestaetigen -
es heisst Lowest Common Denominator.

Aber deinen Einwand verstehe ich nicht.
Achtel und Siebtel haben als Common Denominator,
als gemeinsame Nenner, 56 und 112 und 224 und 448 (und
ein paar dazwischen, fuer die ich jetzt aber zu faul
bin) und von diesen ist 56 eindeutig der kleinste (lowest)
Gemeinsame (common).
Warum soll das unlogisch sein?

Gruesse
Elke

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offtopic
Hi Isa,

You know, lowest common denominator and such things?

alle Jahre wieder

auch *g*
Elke

PS: auf dein andere Posting antworte ich nicht -

  1. erinner ich mich an nix
  2. hab ich Kopfweh

Hi Elke,

erstens waere es Dummenglisch.

von Englisch verstehe ich nichts, ich hatte den deutschen Begriff gemeint.

Achtel und Siebtel haben als Common Denominator

beliebig viele, genauer gesagt unendlich viele, nämlich alle Vielfachen von 56. Da aber alle außer 56 mathematisch nutzlos sind, ist es auch sinnlos, von einem kleinsten zu sprechen.

Warum soll das unlogisch sein?

Von unlogisch habe ich nichts gesagt, mit Logik hat Sprachgebrauch ja wenig zu tun, eher mit Zweckmäßigkeit.

Gruß Ralf

*g* (owt)
.

Hi Ralf,

Da aber alle außer 56 mathematisch nutzlos
sind, ist es auch sinnlos, von einem kleinsten zu sprechen.

Ich sehe das vom mathematischen Verstaendnis meiner Jungs,
oder besser, vom einen her, der sich damit schwertut.
Wenn du ein anderes Beispiel waehlst, z.B. Halbe und Viertel,
dann kanns u.U. schon passieren, dass er mit Achteln rechnet
und erst am Ende kuerzt und dann doch das richtige Ergebnis
hat - auch wenn’s nach meinem Verstaendnis schneller und
eleganter gewesen waere, auf andere Art zum (selben) Ergebnis
zu kommen.
Von daher macht der Begriff, schon Sinn, gerade bei der
Einfuehrung der Bruchrechnung.
ABer das hat nun nichts mehr mit Fremdsprachen zu tun

Gruesse
Elke

Hi Elke,

wenn auch off topic: Dein Sohn hat völlig richtig erkannt, dass der Hauptnenner (ja, so heißt der - nicht k.g.N.) im einfachsten Fall das Produkt der beteiligten Nenner ist. Damit ist er immer auf der sicheren Seite; dass ein frühes Vereinfachen des Hauptnenners das Rechnen einfacher machen kann, kriegt er bestimmt bald raus.

Gruß Ralf

look into wikipedia
Hi

http://de.wikipedia.org/wiki/Kleinstes_gemeinsames_V…
http://en.wikipedia.org/wiki/Least_common_multiple

Gruß
Gerald