Klimawandelskeptiker ernst gemeinte Frage

Hallo zusammen,
ich hätte mal eine ernst gemeinte Frage an Klimawandel -Skeptiker. Vielleicht lesen ja hier welche mit.

Wenn man sagt, der globale Klimawandel sei nicht eindeutig nachweisbar oder nicht eindeutig vom Menschen verursacht - was folgt für euch daraus?

Frage 1:
Heißt das, wir können wirtschaftlich weiter machen wie bisher (weiteres Wirtschaftswachstum, Nutzung fossiler Brennstoffe, Abholzung von Waldfächen?)
(mit „wir“ meine ich die Weltbevölkerung).

Frage 2:
Gibt es Perspektiven, was geschehen soll, wenn die natürlichen Ressourcen verbraucht sind?
Oder werden sie als vorerst unerschöpflich angesehen?

Frage 3:
Ist es auch für Klimawandelskeptiker Fakt, dass Wälder, Moore sowie Öl und Kohle riesige CO2 Speicher sind? Und dass Wälder und Moore (und Meere) Sauerstoff produzieren?

Frage 4:
Halten Klimawandelskeptiker es für nötig und wichtig, diese CO2 Speicher und Sauerstoff-Lieferanten zu schützen? Wenn ja, wie?
Wenn nein, warum nicht?

Wie gesagt, ich meine die Fragen ernst, möchte keinen angreifen, sondern Standpunkte besser verstehen, und habe mir darum mir der Formulierung wirklich Mühe gegeben. Ich freue mich über ebenfalls ernst gemeinte Antworten.

[fehlenden Buchstaben in der Überschrift vom www Team ergänzt]

1 Like

Ich bin kein Skeptiker oder Leugner bezüglich des vom Menschen verursachten Klimawandels.
Mir ist aufgefallen, dass die wahrnehmbare Meinung der Skeptiker sich in den letzten Jahren gewandelt hat. Wo es zuerst hieß, ein Klimawandel existiere gar nicht, hieß es später, dass er zwar existiere, aber nicht vom Menschen verursacht sei, sondern von [beliebige Theorie einsetzen].
Auch das höre ich immer seltener, statt dessen lese ich nun öfter, dass der Klimawandel tatsächlich existiere, vom Menschen verursacht sei, aber die angedachten Maßnahmen wie CO2-Reduzierung nicht funktionieren würden und man statt dessen [beliebige Theorie einsetzen] machen sollte.

Ich habe in den 90ern zum ersten Mal vom Treibhauseffekt als möglichen Auslöser eines Klimawandels gehört. Das, was von der Mehrheit der Wissenschaftler vorhergesagt wurde, ist in etwa so eingetreten. Man könnte nun, nach 30 Jahren, doch tatsächlich einmal global feststellen, dass die wohl Recht hatten.

Ich befürchte aber auch, dass wir längst verloren haben. Es gibt zu viele „weiter so“-Staaten. Augen zu und durch!

3 Like

Der einzige Ausweg wär aus diesem Ungemach
Ihr dächtet selber auf der Stelle nach
Auf welche Weis dem Klima man
Zu einem eingemaßen guten Ende helfen kann.
Verehrtes Publikum, los, such dir selbst den Schluss!
Es muss ein guter da sein, muss, muss, muss!

2 Like

Ich habe das noch etwa 10 Jahre davor gehört, im öffentlich rechtlichen Fernsehen. Da gab es eine Gruppe von Wissenschaftlern (hauptsächlich Physiker), die die Welt dazu bewegen wollte, etwas dagegen zu tun. Sie sagten damals, es sei 5 vor 12. - Das stimmte ja wahrscheinlich.

Irgendwie habe ich immer den Eindruck, dass es deutlich schlimmer ist bzw. schneller geht als vorausgesagt.

Hallo,
auch hier mal meine Meinung. Klimawandel hin oder her, es gab in der Geschichte der Erde immer extreme Schwankungen des Klimas, wie auch des CO2 Gehaltes. Wir leben gerade in einer auslaufenden Eiszeit, also wird es Global natürlich wärmer. Dass es im Moment extrem schnell geht steht ausser Frage, aber ob das alles mit dem CO2 Ausstoß zusammenhängt ist nicht zu 100 Prozenz bewiesen. Wahrscheinlich ist es aber ausser Frage schon.
Dass wir im Moment unsere Ressourcen verballern in einem nicht akzeptablen Maße ist auch Klar. Klar ist aber auch, dass wir die Welt nicht zerstören werden damit, lediglich unsere eigene Spezies, oder zumindest einen Großteil davon. Wir rasen gerade mit Hochgeschwindigkeit auf eine Betonmauer zu und die Bremsen funktionieren nicht (um es mal bildlich auszudrücken). Um das Ruder herumzureißen, bedürfte es so vielen Entbehrungen die unsere Gesellschaft niemals hinnehmen würde. Wir sind den ganzen Luxus und die vielen kleinen Annehmlichkeien so gewohnt, dass man unmöglich darauf verzichten kann (jedenfalls die meisten von uns).
Es müsste sich so viel ändern (und zwar Global), das funktioniert einfach nicht. Theoretisch müssten wir uns wirtschaftlich ins frühe Mittelalter katapultieren. Aber das wollen wir nicht. Ich auch nicht. Es gibt einfach keine Möglichkeit.
Jetzt kommt mir nicht mit E-Mobilität und dergleichen. Alles Humbug. Es gibt so viele Menschen auf dieser Erde, die mit dem Raubbau an uns selbst viel Geld verdienen. Die uns einreden, dies und das haben zu müssen.
Der ganz große Crash wird kommen. Unaufhaltsam.
Der Erde und dem Klima wird das egal sein. Der alte Spruch wird sich bewahrheiten : Die Natur braucht uns nicht. Aber wir brauchen die Natur.
Grüße

1 Like

Ob wir das müssten, weiß ich nicht, aber ok.
Ich würde mich aber trotzdem lieber ins frühe Mittelalter katapultieren als auf eine Betonmauer zu knallen.

Gut, das mit der Betonmauer war nur ein Bild. Aber Waldbrände, Überschwemmungen, Stürme etc., wochenlang kein Wetterwechsel (egal, welches Wetter, das ist in jedem Fall Käse), da ziehe ich wirklich das Mittelalter mit vernünftigem Wetter vor.

Naja, was zu 100% bewiesen ist, ist aber dass mehr CO2 zu höheren Temperaturen führen muss. Das Klima wird von einer Vielzahl Faktoren beeinflusst, aber ein steigender CO2-Gehalt hat genau eine Auswirkung: Es wird wärmer.

Das ist objektiv falsch. Bereits heute ist die Technologie vorhanden die gesamte Stromerzeugung CO2-neutral zu gewährleisten und einen Großteil der Ressourcen zirkulieren zu lassen. Aber es ist eben sehr viel billiger das Zeug aus der Erde zu fördern, als es zurück zu gewinnen.

Du widersprichst dir damit selbst. Es gibt nämlich sehr wohl eine Möglichkeit - wir müssten aufhören, alles dem Kapitalismus unterzuordnen.

2 Like

Was Pelzer, Karl und x-Storm beschreiben, würde ich mal „resignative Haltung“ nennen.
„Es ist sowieso zu spät“ oder " wir können sowieso nichts machen"."Also müssen wir an unserem Verhalten nichts ändern.
Wahrscheinlich eine verbreitete Annahme.
Eine weitere Frage an euch:
Habt geht es euch, wenn ihr das euren Kindern / oder jungen Menschen allgemein/ sagt?

1 Like

Ein anderes Teilthema möchte ich auch noch aufgreifen:
Es wird immer davon gesprochen, dass Veränderung so viel Verzicht mit sich bringe. Dabei wird Verzicht gleichgestellt mit weniger Lebensqualität.

Ich frage mich, ob das zwangsläufig so sein muss.
Könnte Verzicht nicht auch mehr Lebensqualität bringen?

Ich gebe nur mal ein, zugegeben vereinfachtes, Beispiel: Ich arbeite weniger, habe weniger Geld, kann mir weniger kaufen, habe aber mehr Zeit für meine Kinder / Hobbys / Freunde.

1 Like

Hallo,
von mir hast du dafür ein „Sternchen“ bekommen, und zwar dafür, dass das zwar alles etwa zu sehr pessimistisch klingt aber eher doch der Realität entspricht. Wir, und damit meine ich erst mal, wir Europäer meinen, dass wir mit all unseren Aktivitäten dafür sorgen könnten, dass wir den Klimawandel so beeinflussen könnten, dass auch unsere Kinder und Kindeskinder auf diesem Planeten zumindest genauso gut/schlecht leben können wir das bisher getan haben.
Nur, und da bin ich vollkommen deiner Auffassung, das wird nicht funktionieren, denn dazu müssten alle Länder und alle bestehenden Gesellschaftsformen an einem Strang ziehen und wie du es schon beschrieben hast und auch wahrscheinlich auch hier keine bestreiten wird, das wird nicht der Fall sein.
Als „kleine“ Beispiele sei nur mal die Umweltpolitik der USA und Brasilien genannt, was ausserhalb von Europa betrifft. Wir Europäer sind aber auch beileibe nicht diejenigen, die allein von sich aus die Kraft hätten den Klimawandel zu stoppen oder zu beeinflussen.
Ob jetzt wir Menschen dafür gesorgt haben, dass ausgerechnet in den letzten 50 Jahren dieses Thema so in den Vordergrund geraten ist oder ob es auch ohne unser Zutun so weit gekommen wäre wie es sich jetzt zeigt, darüber lässt sich streiten - ich meine, wir haben es schon versaut mit der Umwelt und dem Klima, aber das ist der Natur egal - die kann total am Boden liegen und sich dann wieder erholen, aber das wird dann in einigen hundert Jahren ohne die Menschen passieren.
Es gab auch mal Dinos auf der Erde - vor den Menschen.
Gruss
Czauderna

Heißt das für dich, wir sollten gar nichts tun? Oder gibt es einen Mittelweg zwischen „Welt retten“ und „nichts tun“?

Meinst du nicht, dass einzelne Länder auch Vorreiter sein können ?
(ich sage es vorsichtshalber noch mal, ich meine die Fragen ernst, keine Provokationen)

Hallo,
war mir klar, dass so eine Frage kommt und ich nehme sie nicht als provokant auf.
Ich winde mich jetzt etwas, gebe ich zu. Als hoffnungslose Realist mit optimistischer Neigung sage ich, der Mittelweg ist die beste Lösung, zumindest was unser „Gewissen“ betrifft und die Rolle als „Vorreiter“ beruhigt das Gewissen ungemein, auch unseren Kindern und Kindeskindern gegenüber, schließlich tun wir doch etwas.
Die Welt retten - wie gesagt, das geht so, wie es bisher passiert (einige „Vorreiter“ aber eben nur einige) mit Sicherheit nicht.
Gar nichts machen, nein, das geht auch nicht, denn das würde die Welt insgesamt verändern und noch frühzeitiger ins Chaos führen, weil, wenn wir nicht mehr gegen die Erderwärmung kämpfen, dann sind und auch andere Sachen total egal und dann schaffen wir uns selbst ab noch bevor es am Amazonas keinen Urwald mehr geben wird.
Gruss
Czauderna

Hallo wegfish,
Ja was denn tun? Hast du (wenn auch nur Theorethische) Lösung? Ich wäre da dabei. Ein paar andere auch. Aber das ist (und jetzt wieder bildlich gesprochen) wie wenn sich ein paar Schneeflocken in der Lawine weigern ins Tal zu rauschen.
Gruß

Wir haben nach wie vor das Problem, Strom in ausreichendem Maße zu speichern. Die einzige Möglichkeit, die ich sehe, ist mittels Solarenergie Wasserstoff zu produzieren. Den kann man in Tanks speichern und bei Bedarf in andere Energie umwandeln. Von mir aus könnte schon lange jeder Quadratmeter Wüste mit Solarpanelen gepflastert sein. Die müssen aber auch erst produziert werden. Und genau da beißt sich die Maus in den Schwanz.
Grüße

Da bin ich voll bei dir. Wer macht mit? Ach, doch nur so wenige? Ok, sind wir halt die Spinner…

China.

Nein, das ist kein Witz. Google mal, wo es die meisten Umweltschutzaktivisten gibt. Und wo wirklich ohne Rücksicht auf Besitzstände Umweltschutz durchgesetzt wird.

Hmmm, sehr interessannt. Nur was von den Infos ist wahr und was nicht? Das ist bei uns schon schwer genug zu filtern. Aber aus China? Hast du da Leute vor Ort dir neutral berichten?
Gruß

Isso! Man bezichtigt mich der Schwarzmalerei, was das Klima betrifft, aber meiner Meinung nach: Da der Permafrostboden in der Tundra auftaut haben wir einen Kipppunkt überschritten und das Thema ist durch. Zurück kämen wir theoretisch noch, wenn wir mehrere Gigatonnen CO2 aus der Atmosphäre entfernen könnten, das können wir aber nicht (CCS ist keine Alternative).

Mein Senf

R.

Sorry, aber das ist falsch mMn. Abgesehen von Klimawandelleugnern tun die meisten Staaten der Welt nichts/zu wenig aus einem von drei Gründen:

  1. Sie haben das Geld nicht
  2. Sie haben Angst, die Energiewende könnte die Wirtschaft abwürgen
  3. Purer Lobbyismus

Der wichtigste Punkt ist 2. und Europa ist in der glücklichen Lage der Welt zu zeigen, dass dieser Punkt nicht zutrifft. Leider trifft auf Europa Punkt 3 zu und deswegen funktioniert das nicht.

R.

1 Like

Hallo,
du hast auf meinen Beitrag geantwortet - was genau ist jetzt nachweislich falsch daran gewesen - was genau habe ich geschrieben, was deinen Punkten 1-3 so widerspricht?
Danke für die Rückmeldung
Gruss
Czauderna