Knüppel auf den Kopp

Hallo liebe Community,
mich plagt seit Tagen eine eher historisch-merkwürdige Frage:
Warum wurden in Zeiten der fehlenden Narkosemittel die Patienten nicht mittels KO-Methode „anästhesiert“?
Weit ab von Film und Fernsehen frage ich mich schlicht ob ein solches Vorgehen nicht besser als das übliche Festbinden, -halten und nicht zuletzt der Schock der Operation bei vollem Bewußtsein gewesen wäre. Man denke allein an die Amputationen durch die Kriegsverwundungen, das Richten komplizierter Brüche oder das Entfernen von Fremdkörpern. Da scheint ein Schlag ja die reine Erholung um Vergleich…
Und so schwer jemanden gezielt - und quasi freiwillig - auszuknocken kann es ja nicht sein…oder etwa doch?
Gespannt erwarte ich eure kopfschüttelnden Antworten!

Moin,

Warum wurden in Zeiten der fehlenden Narkosemittel die
Patienten nicht mittels KO-Methode „anästhesiert“?

das Problem dürfte die Dosierung sein. Was den einen noch nicht mal benommen macht, dürfte den anderen töten.

Die Nachwirkungen dürften auch nicht ohne sein.

Zudem wurden Schmerzerfahrungen in früheren Zeiten gänzlich anders wahrgenommen, das ist in vielen Gegenden der Erde immer noch so.

Gandalf

Hallo,

Gandalf hat Recht, das Risiko eines „Operation gelungen, Patient tot“ Falles wäre einfach zu groß.
Die durch den Schlag ausgelöste Bewußtlosigkeit ist ja eine Folge eines Schädel-Hirn-Traumas, schau ma da:
http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%A4del-Hirn-Trauma

Gruß
Maja

Hi,

wurde das denn überhaupt gemacht? Habe mal (oberflächlich zugegeben) in Wikipedia recherchiert und keinen Hinweis in diese Richtung gefunden.

Wo ist unsere Medizinhistorikerin?

Gruß S

Huhu,

jetzt bin ich doch aber einigermaßen geplättet! Möglicherweise wurde das doch gemacht. *aua*
Ich hab mal aus Spaß nach „Holzhammernarkose“ gesucht und das hier über unser Archiv gefunden:
/t/holzhammernarkose/1283109

http://www.brandenburg1260.de/hospital2.html
„Zur Anästhesie setzte man Narkoseschwämme, die in Opiate, Alkohol und andere betäubende Lösungen (Alraunensaft, Schierling, Giftlattichextrakt) getaucht wurden, oder auch die Narkotisierung durch einen Schlag mit dem Hammer auf den Kopf des Patienten, der dafür mit einem besonderen, gefütterten Helm bedeckt wurde. Die so erzeugte leichte Gehirnerschütterung verursachte Bewußtlosigkeit und ermöglichte dann kleinere Operationen.“

Da dröhnt einem doch der Schädel…

Gruß
Maja

Hallo, ne also so einen Helm würde ich gerne mal sehen… sorry aber die Holzhammernarkose ist Tünneff. Vielleicht lokal bei den Johannitern auf Malta. (ich hab nach der Theorie mit dem Helm gesucht und sie immer nur in Verbindung mit einem Prof. Cassar gefunden, mal in einer Publikation von 1955 mal einer aus den 60gern,aber keine Bestätigung von anderer Seite, bis auf die, die ihn damit zitieren. Er schrieb aber ausschließlich über Maltesische Medizin)

Den Holzhammer braucht es auch gar nicht, weil der Patient meist durch den Schmerz an sich ohnmächtig wurde. Weshalb da noch zusätzliche Risiken, wie Schädel-Hirn-Traumata, Schädelbruch etc. eingehen?
Schlafschwämme sind dagegen durchaus genutzt worden und waren auch sehr wirksam. Einige der Mittelchen die darin verwendet wurden, wie Alraune, wirken dabei, da sie über die Nasen- oder Mundschleimhaut aufgenommen werden, sind aber auch sehr gefährlich, weshalb dann doch oft lieber ohne sie operiert wurde.

Gruß Susanne

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Hallo

Zudem wurden Schmerzerfahrungen in früheren Zeiten gänzlich
anders wahrgenommen, das ist in vielen Gegenden der Erde immer
noch so.

dazu als Beispiel
http://video.google.com/videoplay?docid=-63625037830…

ich hoffe der Link klappt so.

Aber Achtung NICHTS FÜR SCHWACHE NERVEN

Gruß Susanne