Körper und Geist

Hallo,

ich als Laie habe natürlich kein tieferes Fachwissen in der Anatomie. Hier im Forum nehme ich mal an gibt es Personen welche tiefere Einblicke haben auf Grund ihrer med. Fachausbildung.
Meine Frage: wie ist es möglich, daß der Geist Einfluss nehmen kann auf organische Bereiche des Körpers? Wie kann das materielle Gehirn etwas Nichtkörperliches wie Gedanken, Wille, Vorstellungen erzeugen die dann Einfluss auf organische Abläufe nehmen?
Gibt es darüber medizinische Erkenntnisse?
Bitte keine Antworten aus dem Bereich der Vermutung. Danke.

Hallo,

Meine Frage: wie ist es möglich, daß der Geist Einfluss nehmen
kann auf organische Bereiche des Körpers? Wie kann das
materielle Gehirn etwas Nichtkörperliches wie Gedanken, Wille,
Vorstellungen erzeugen die dann Einfluss auf organische
Abläufe nehmen?

Also der Geist kann vieles:stuck_out_tongue:

Wenn du Angst hast, wird dein Puls schneller… oder sowas:stuck_out_tongue:

z.b. Aktivierung des sympatischen und parasympatischen Nervensystems. Diese setzen dann Botenstoffe frei, die auf Organe wirken…

Anja

Hi,

Bitte keine Antworten aus dem Bereich der Vermutung.

Die ganze Forschung basiert auf „Vermutungen“ - ohne eine solche gäbe es keinen Anlass, Phänomene jedweder Art zu untersuchen.

Gruß,

Anja

Hallo,

zunächst muß ich Dir mitteilen, daß man sich in der Wissenschaft von der Trennung der Welt in materielle Dinge (z. B. Körper, Gehirn) und Nicht-Materielles, „Geistiges“ (wie Du meinst, Gedanken, Wille, Vorstellungen) verabschiedet hat. Bereits seit dem 19. Jh. nimmt man allgemein an, auch z. B. die Gedanken hätten irgendwie eine materielle Grundlage, obwohl man noch nicht wußte, welcher Art und wie, und noch kaum Vorstellungen darüber hatte.

Heute wissen wir ein wenig mehr darüber, wir wissen von chemischen und elektrischen Vorgängen im Hirn, und wir können diese mit z. B. mit dem EEG oder mit bildgebenden Verfahren wie der funktionellen Magentresonanztomographie (fMRT) beobachten (zumindest grob). So gab es zahlreiche Experimente, wo Versuchspersonen z. B. Rechenaufgeben lösen mußten, währenddessen wurde die Aktivität des Gehirns mittels fMRT oder mittels PET beobachtet. Warum wir allerdings unsere Gedanken usw. (manchmal) bewußt wahrnehmen, und warum wir überhaupt etwas bewußt wahrnehmen und empfinden können, ist noch völlig ungeklärt.

Wenn Gedanken also eine materielle Grundlage haben (mußt Du Dir als Prozesse denken, die aus Abfolgen von elektrischen Potentialänderungen, Neurotransmitter-Freisetzungen usw. bestehen), dann können sie natürlich auch Bewegungen von Muskeln, und weiters ganze Handlungen in Gang setzen.

Wenn Du aber fragen wolltest, wie die Psyche in den Körper kommt (z. B. psychosomatische Erkrankungen), das läuft, ganz grob dargestellt, so:

Besonders hervorstechende Reize (= „saliente“ Reize), die also besonders verlockend oder bedrohlich sind, erreichen Strukturen im Gehirn, die es in eine allgemeine Erregung (Erhöhung der Aufmerksamkeit) versetzen können (der „Locus coeruleus“ [= blaue Stelle], produziert Noradrenalin, hat diffuse Verbindungen zu fast dem ganzen übrigen Gehirn).

Auch Erinnerungen werden in diesen Vorgang einbezogen, zumal wenn sie emotional aufgeladen sind (der Ort dieser emotionalen Erinnerungen ist die Amygdala, Signal z. B. „Achtung, das war schon einmal sehr gefährlich!“ --> deshalb alles in Alarmbereitschaft versetzen). Diese Amygdala und andere Strukturen sind Teil des „zentralen autonomen Netzwerks“, die das vegetative Nervensystem beeinflussen und ihm übergeordnet sind.

Weiter führt der Weg zum Hypothalamus, worin die Zentren des vegetativen Systems sind. Dort wird eine Kaskade via Hypophyse bis zu den Nebennieren in Gang gesetzt, wo Stresshormone produziert werden, die den Körper in Alarmbereitschaft (Kämpfen oder flüchten) versetzen. Eines dieser Hormone ist das Cortisol, es gilt als das gefährlichste Stresshormon, weil es zahlreiche schädliche Wirkungen hat, wenn davon zuviel vorhanden ist. Es unterdrückt zum Beispiel Immunreaktionen, was zu erhöhter Krankheitsanfälligkeit führt. Cortisol hat aber auch schädliche neurotoxische Wirkung auf bestimmte Strukturen des Gehirns selbst. Man kann sich auf solche Weise erklären, wie psychosomatische Erkrankungen zustande kommen.

Vom Zentren des Hypothalamus führen aber auch hemmende und erregende Nervenbahnen zu anderen Bereichen (etwa den Ursprungsgebieten des N. vagus), die auf die Kreislaufregulation Einfluß nehmen (den Barorezeptoren-Reflex), sodaß dann Blutdruck und Herzfrequenz gesteigert werden, ebenfalls um den Körper auf erhöhte Anforderungen einzustellen.

Grüße,

I.

Hallo!

Meine Frage: wie ist es möglich, daß der Geist Einfluss nehmen
kann auf organische Bereiche des Körpers? Wie kann das
materielle Gehirn etwas Nichtkörperliches wie Gedanken, Wille,
Vorstellungen erzeugen die dann Einfluss auf organische
Abläufe nehmen?

Das nennt sich Körper-Geist-Trilemma ist eines der ungelösten, ja unlösbaren Probleme der Philosophie.

Bitte keine Antworten aus dem Bereich der Vermutung. Danke.

Es gibt hier nur Antworten aus dem Bereich der Vermutung.

Lg,
Max

Hi,

Meine Frage: wie ist es möglich, daß der Geist Einfluss nehmen
kann auf organische Bereiche des Körpers?

^^ Allein in dieser Frage steckt schon ein noch nicht gelöstes Rätsel der Philosophie:
Was ist ein Geist?
Haben wir sowas wie ein Geist?
wenn ja, wie handelt er, bzw. wie ist der Geist.

Ich weiss es nicht…

mfg,

Hanzo

Hallo,
das Thema wird sowohl in der Pychologie, Philosophie, aber auch in naturwissenschaftlichen Disziplinen, die Medizin und Physik diskutiert (Stichwort "Leib-Seele-Problem). Jeder weiss inzwischen, dass der sowohl der Körper Einfluss auf den Geist nehmen kann und umgekeht (Fachgebiet Psychosomatik) - das WIE ist aber bis heute nicht erklärt und bewiesen.

Was den Willen betrifft, so gibt es neue (natürlich auch umstrittene) Studien, die belegen wollen, dass es keinen freien Willen gibt.

Viele Grüße

Hallo,
wieso „Trilemma“? Körper+Geist=2, also Dilemma, oder?

Viele Grüße

Hallo!

wieso „Trilemma“? Körper+Geist=2, also Dilemma, oder?

Oje, das ist etwas kompliziert. Trilemma deshalb, weil sich das Problem durch drei Sätze beschreiben lässt, von denen immer nur zwei gleichzeitig wahr sein können. Hier ist es ganz gut beschrieben:

http://books.google.de/books?id=iQVPlisO4TMC&pg=PA19…

Gruß,
Max

wie ist es möglich, daß der Geist Einfluss nehmen kann auf organische Bereiche des Körpers?

Es geht natürlich auch andersherum. Und der einfachste Weg, diese wechselseitige Beziehung zu erklären stellt dar, Geist und Körper als die 2 Aspekte des selben zu betrachten, die sich im idealen Fall der vollkommenen Gesundheit universalharmonisch zur sog. „Seele“ ergänzen.

Die Physik nennt solche Beziehung von Gegensätzen wie Masse [m] und Lichtbewegung [c] eine Wahrscheinlichkeitswelle, und sieht hinter diesem in sich dualistischen Basis’element’ aller Phänomene eine sie zwar erschaffende, aber nicht direkt messbare Energie [E]. Insofern stellt Einsteins E=mc² eine Parallele zur Freuds Seelenlehre dar (Libido=ES [Keim von KörperGeist])

Der Darm das zweite Gehirn (Bauchgefühl)
Hallo!
In diesem Zusammenhang finde ich das Thema „Der Darm das zweite Gehirn“ oder „Das Bauchgefühl gibt es wirklich“, interessant.
Siehe zum Beispiel: Schönen GrußForrest