Körperfettanteil und Geschlecht

Hallo,

ich kapier nicht, wieso eine Körperfettwaage je nach dem eingegebenen Geschlecht bei ansonsten gleichen Werten (Alter, Größe, Gewicht) völlig unterschiedliche Körperfettanteile berechnet (w 37%, m 24%) - wie kann das denn sein? Dass Frauen ein paar genetische Fettpölsterchen mehr haben, ist mir schon klar, aber sollte das nicht erst in der manuellen Auswertung (Tabelle mit alters- und geschlechtsspezifischen Normwerten) berücksichtigt werden? Wie kann denn der gemessene Widerstand geschlechtsabhängig sein??

Falls ich mit meiner Ratlosigkeit hier flasch bin und mich eher den PhysikerInnen o.ä. anvertrauen sollte, bitte ich um einen nachsichtigen Rausschmiss. :smile:

Ansonsten vielen Dank im Voraus für sachdienliche Hinweise!

Gabi

Hallo,
nicht jedes Pölsterchen wirkt sich auf den gemessenen Widerstand aus.

Gruss
Enno

Enno schrieb:

nicht jedes Pölsterchen wirkt sich auf den gemessenen
Widerstand aus.

Hm, aber warum findet die Waage mich weniger fett, wenn ich ihr vorschummle, dass ich ein Kerl bin? Die Pölsterchen sind doch dieselben.

Gabi

Hallo,

Hm, aber warum findet die Waage mich weniger fett, wenn ich
ihr vorschummle, dass ich ein Kerl bin? Die Pölsterchen sind
doch dieselben.

im Modell der Waage nicht. Der „prototypischen“ Frau, die mit diesem Widerstand einhergeht, wird ein mehr Körperfett zugeschrieben, als dem entsprechenden „prototypischen“ Mann. Z.B. weil der Fettanteil am Oberkörper durchschnittlich höher ist. Um eine genauere Erklärung zu finden - wo wird gemessen (direkt über die Füße oder über die Hände), was ist an Eingaben notwendig (Alter, Größe etc.).

Gruss
Enno

[ot] zum Modell
Hi Enno,

Hm, aber warum findet die Waage mich weniger fett, wenn ich
ihr vorschummle, dass ich ein Kerl bin? Die Pölsterchen sind
doch dieselben.

im Modell der Waage nicht.

weißt Du da mehr drüber? Mich interessiert schon lang, wie diese BFI-Werte zustandekommen, bislang konnte ich aber nichts zur Kalkulation finden.

Gruß Ralf

Hallo,

die Frage ist: was ist die Grundlage der Berechnung in der Waage.

Vermutlich hat man Messreihen gemacht. Man hat bei verschiedenen Personen den Körperfettanteil bestimmt (natürlich mit einer einigermaßen zuverlässigen Methode), und hat ihr Gewicht und den el. Widerstand bestimmt. Damit ergab sich eine Abhängigkeitskurve (genauer eine Fläche oder eine Kurvenschar), die beschreibt, wie der Fettanteil von Gewicht und Widerst. abhängt. Dabei stellte man fest, dass bei gleichem Gewicht und Widerstand eine Frau einen deutlich höheren Körperfettanteil besitzt als ein Mann, was natürlich mit dem Körperbau zusammenhängt (bei einem Mann ist bei gleichem Gewicht insbesondere am Oberkörper deutlich mehr Muskulatur).

Der Körperfettanteil hängt also von Gewicht, Widerstand und Geschlecht ab. Die ersten zwei Werte kann die Waage selbst bestimmen, den letzten muss ihr der Mensch eingeben.
Mit diesen Werten sucht die Waage sich dann den entsprechenden Wert aus ihren gespeicherten Tabellen heraus (ich bezweifele, dass in der Waage eine Formel hinterlegt und irgendetwas berechnet wird, außer dass vieleicht Zwischenwerte interpoliert werden). Wenn du ihr das falsche Geschlecht eingibst, liest sie eben den Wert aus einer falschen Tabelle aus.

Das Problem ist, dass von einer „Norm-Frau“ bzw. einem „Norm-Mann“ ausgegangen wird. Ich schätze, dass eine Hochleistungs-Bodybuilderin eher einem „Norm-Mann“ entspricht als einer „Norm-Frau“. Auch ist die Messstrecke nicht immer gleich lang (lange Bein - kurze Beine?).
Aus diesem Grund halte ich die Messergebnisse eher für fragwürdig.

Gruss, Niels

Hallo,
nein, wie das beim einzelnen Hersteller im Detail gelöst wurde, ist mir nicht bekannt. Ich würde allerdings auch von dem von Niels beschriebenen Modell ausgehen.

Gruss
Enno

Hi Enno,

wie das beim einzelnen Hersteller im Detail gelöst wurde, ist mir nicht bekannt.

das Prinzip hätte mir schon gereicht.

Ich würde allerdings auch von dem von Niels beschriebenen Modell ausgehen.

Eher nicht. Was ich bislang gesehen habe, stützt sich auf die Impedanzmessung, ohne allerdings darzulegen, was die Brüder darunter verstehen. Grenzt an Voodoo. Schade!

Gruß Ralf

Prinzip der Messung
Hallo zusammen,

das Prinzip der Messung wurde hier angesprochen aber nicht ausgeführt, hier die „Grundlagen“:

Es wird ein schwacher, nicht spürbarer Strom durch den Körper geleitet. Dabeit wird auf die unterschiedlichen Leitfähigkeiten von Flüssigkeiten/Muskeln/Fett die bioelektrische Impedanz bestimmt.
Beispielsweise ist der Widerstand von Fett/Knochen viel höher als der von Muskeln.

Die Geräte arbeiten mit Frequenzen im Bereich von rund 50 kHz (falls nur eine verwendet wird). Niedrige Frequenzen gehen hauptsächlich durch extrazelluläre Flüssigkeiten, wohingegen hohe Frequenzen den ganzen Körper durchströmen (schon mal ein Ohm-Meter an den Körper gehalten?).

Nun gibt es Statistiken, so dass unter Berücksichtigung von Geschlecht, Größe und Gewicht der betreffenden Person, kann der Körperfettanteil berechnet werden. Natürlich nicht exakt, als Fehlerwahrscheinlichkeit habe ich ca. 10% gefunden… Mit einer entsprechenden Formel kann man dann eben einen „Anhaltswert“ ausrechnen…

Hoffe ich konnte ein bisschen weiterhelfen…

Gruß
Marc