Körperverletzung Haarausfall

Salve!

Kollege A stielt zum dritten Mal von Kollege B Haar- und Duschgel in der betrieblichen Umleide.
Kollege B hatte aber schon nach dem zweiten Diebstahl die Schnauze voll, und stellt nun präparierte Dusch- und Haarpflegemittel an seinen Platz.

Wie weit darf Kollege B da gehen? Glitzersterne im Haargel, Enthaarungscreme im Schampoo? Lebensmittelfarbe? Oder ne Stinkbombe?

Hätte Kollege A (Der DIEB!!!) ansprüche auf Schmerzensgeld o.ä. obwohl er fremdes Zeugs benutzt?

Danke

Euer Dude

PS. siehe auch „SoKo Duschgel“ im Plauderbrett…

salute

also ich hab mal gelesen, dass man einen friseur wegen körperverletzung anzeigen kann, wenn man von ihm eine offensichtlich geschmacklose/unvorteilhafte (wenn man dann halt irgendwie kaka aussieht und das von seinem umfeld auch bestätigt kriegt) frisur verpasst bekommt.

demnach müsste die sache mit der enthaarungscreme bei anschliessendem haarausfall auf jeden fall körperverletzung sein.

So ein Quatsch…

Gruß
Christian

Wieso Quatsch? Dass Haareabschneiden strafbare Körperverletzung sein kann, ist doch zutreffend…

Levay

Wieso Quatsch? Dass Haareabschneiden strafbare
Körperverletzung sein kann, ist doch zutreffend…

Levay

Also, also …

Natürlich kann so etwas unter bestimmten Umständen den Tatbestand der Körperverletzung erfüllen. Wenn ich aber zum Friseur gehe und der mir eine Frisur verpasst, die ich und andere „Kaka“ (O-Ton im Posting) finden, ist das doch idR. keine Körperverletzung. Da gehört schon mehr dazu. Das brauche ich Levay doch nicht zu erzählen. Selbst wenn das so wäre, wäre die von El Borbah scharfsinnig aufgestellte Folgerung „demnach müsste die sache mit der enthaarungscreme bei anschliessendem haarausfall auf jeden fall körperverletzung sein“ einfach Quatsch.

Da ist mal wieder jemand, der hat irgendwann irgendwo was gelesen, was irgendwie so ähnlich (oder auch nicht) war und daraus werden dann Schlussfolgerungen gezogen, die einfach Nonsens sind.

Gruß

S.J.

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Natürlich kann so etwas unter bestimmten Umständen den
Tatbestand der Körperverletzung erfüllen.

Eben. Und „kann“ habe ich ja auch geschrieben. Es handelt sich wie immer um eine Frage des Einzelfalls.

Wenn ich aber zum
Friseur gehe und der mir eine Frisur verpasst, die ich und
andere „Kaka“ (O-Ton im Posting) finden, ist das doch idR.
keine Körperverletzung.

Richtig, in der Regel. Ausnahmen wie immer abhängig vom Einzelfall. Argumentate unter diesem Link ganz oben:

http://www.ganz-recht.de/stlehre/Fallbearb/mutex02.htm

Selbst wenn das so wäre,
wäre die von El Borbah scharfsinnig aufgestellte Folgerung
„demnach müsste die sache mit der enthaarungscreme bei
anschliessendem haarausfall auf jeden fall körperverletzung
sein“ einfach Quatsch.

Da fehlt jetzt die Begründung, so dass mir auch eine Erwiderung schwer fällt.

Ich weiß nicht, wie realistisch eine solche Geschichte ist. Aber davon ausgehend, dass sie so geschehen würde: A tauscht Haarwaschmittel gegen Haarentfernungsmittel aus, damit B - was dann auch geschuieht - alle Haare ausfallen, sehe ich momnetan nicht, woran die Körperverletzung (zunächst einmal rein tatbestandlich, wohl aber auch hinsichlich ihrer Rechtswidrigkeit) scheitern sollte.

Ich bin durchaus offen dafür, Argumente zu diskutieren. Das hier:

Da ist mal wieder jemand, der hat irgendwann irgendwo was
gelesen, was irgendwie so ähnlich (oder auch nicht) war und
daraus werden dann Schlussfolgerungen gezogen, die einfach
Nonsens sind.

ist für mich aber kein Argument. (Auch wenn ich mir damit wahrscheinlich den Zorn eines gewissen Users zuziehe, der mir jetzt vorwerfen wird, dass ich immer nur gelten lasse, was mir in den Kram passt :wink:)

Levay

irgendwie vergeht einem die motivation in dieses forum überhaupt noch reinzuschauen, geschweigen denn noch irgendetwas darin zu posten.

ich erhebe nicht den anspruch alles zu wissen und ich behaupte auch nicht, dass alles was ich hier von mir gebe die letzte weisheit ist. wenn ich etwas falsches schreibe, bin ich offen für kritik und bereit etwas dazu zu lernen. aber wenn jemand auf beiträge mit „so ein quatsch“ antwortet und ein anderer ihm dann noch zustimmt indem er mir vorwirft ich würde irgendwas schreiben was ich irgendwann mal irgendwo gelesen habe, ohne dass derjenige ein einziges argument aufführen kann (weil er offensichtlich selbst keine ahnung hat), dann frag ich mich wo ich hier bin. im schlaumeier-und-besserwisser-forum?

wenn einer genau die richtige antwort auf eine gestellte frage weis, dann soll er sie doch bitte posten.

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Hi Dude,

hmmm, seltsame Frage, aber ich nehme sie mal nicht wirklich bösartig ernst. Also mir kommt die Gegenfrage in den Sinn: könnte dann nicht auch jeder Einbrecher sein Opfer verklagen, wenn er sich beim Einbrechen verletzt, weil er z.B. sich den Arm im Fensterrahmen beim Reingreifen zum Fenster öffnen verletzt, über eine Teppichkante stolpert oder ein in einer Limo-Flasche abgefülltes Lösungsmittel trinkt?
Ich denke das kommt darauf an, ob die Sachen, hier also Hygiene-Artikel, frei zugänglich sind oder abgeschlossen verwahrt werden. Ich denke jedoch, Sachen die nicht wirklich schädlich sind oder massive Einschränkungen nach sich ziehen, könnten wohl ohne rechtliche Folgen davon kommen. Also z.B. das Shampoo gegen Oliven-Öl mit etwas duftverschönernder Beigabe austauschen. Soll wie ich hörte gut gegen trockene Kopfhaut sein :wink: Ich meine, Du hast doch sicher nur deswegen den Inhalt getauscht, oder??? *grins*

wölfin

könnte dann nicht auch jeder Einbrecher sein Opfer verklagen,
wenn er sich beim Einbrechen verletzt, weil er z.B. sich den
Arm im Fensterrahmen beim Reingreifen zum Fenster öffnen
verletzt, über eine Teppichkante stolpert oder ein in einer
Limo-Flasche abgefülltes Lösungsmittel trinkt?

Die Fälle sind nicht vergleichbar. Zivilrechtlich fehlt es hier an einer Verkehrssicherungspflicht, strafrechtlich am Vosatz der Körperverletzung oder des Tötungsdeliktes. Das ist in dem Ausgangsfall ganz anders: Dort wird der Schaden ja gerade bezweckt.

Levay

Wie kommt’s dann, daß alle Friseure nicht schon längst hinter Schloß und Riegel sitzen? :wink:

Wer zum Friseur, ihn auffordert, einem die Haare zu schneiden und hinterher strafrechtlich gegen ihn vorgehen will, weil er das Haareschneiden für Körperverletzung hält, muß schon sehr mit dem Klammerbeutel gepudert sein und gehört wegen groben Unfugs verdonnert.

Daß man gegen eine komplett verhunzte Frisur zivilrechtlich vorgehen kann, will ich gar nicht bestreiten.

Aber auf Grund eines „Die Frisur, die sie mir geschnitten haben, gefällt mir nicht!“ eine angebliche Straftat zur Anzeige bringen zu wollen, ist - mit Verlaub - lächerlich.

Gruß
Christian

Ergänzung
„Wer zum Friseur GEHT“ sollte es natürlich heißen.

Es ist aber auch lächerlich zu sagen, der Chirurg, der eine Operation durchführt, gehöre danach wegen schwerer Körperverletzung ins Gefängnis. Die eine Situation ist mit der anderen eben nicht vergleichbar. Denn die gleiche Art der Behandlung (Aufschneiden mit dem Messer) kann in einer anderen Situation eben doch eine Körperverletzung sein, die bestraft wird. Ein Vergleich von Äpfeln mit Birnen!

Im Ausgangsfall geht es nicht um einen Besuch beim Friseur, sondern es geht darum, dass jemand ein chemisches Mittel verwendet, um bei einem anderen die Haare ausfallen zu lassen. Du hast bislang noch kein Argument gebracht, warum das keine rechtswidrige und schuldhafte Körperverletzung sein sollte.

Ich warte also immer noch gespannt darauf, an welchem Punkt das scheitern sollte. Am Körperverletzungserfolg? An der Kausalität? Zurechnung? Vorsatz? Rechtswidrigkeit? Schuld?

Levay

Lieber Levay, ich rede überhaupt nicht vom Ausgangsfall (von dessen Bewertung ich mich bewußt zurückhalte), sondern - wie du im Aufbau des Artikelbaum vielleicht siehst - auf die Aussage von El Borbah, der seinen Friseur wegen einer angeblich „Kaka“ aussehenden Frisur strafrechtlich belangen will.

Und *hier* warte ich dann eher auf ein Argument des Profis, wo eine angeblich (und wer will DAS rechtlich beurteilen?) verhunzte Frisur - ohne eigentlich Schaden - eine Körperverletzung darstellen soll.

Gruß
Christian

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Ah so, na, dann war das ein Missverständnis. In einem solchen Fall sehe ich das natürlich auch etwas kritischer.

Levay