Ich suche nach ein paar Anregungen, Tipps… um die eigene Körperwahrnehmung zu verbessern/zu intensivieren.
Ich denke mal, dass jede Art von Sport sich positiv auf das Körpergefühl auswirkt. Welche Übungen/Richtungen jedoch helfen „eindringlich“, den eigenen Körper wahrzunehmen?
Ich hab hier eine 40-jährige Frau, adipös, die null (!) mit ihrem eigenen Körper anfangen kann. Laut ihrer Aussage: Er ist da. Und er funktioniert. Punkt.
Sie hat bisher auch keinerlei sexuelle Erfahrungen gemacht (auch nicht SB). Ich erwähne das deshalb, weil meines Erachtens gerade dieser Teilbereich sehr stark dazu beitragen kann, den eigenen Körper kennen zu lernen (was tut mir gut, was weniger).
Also: Lange Rede, kurzer Sinn: Was kann Frau tun, um ihren Körper wahrzunehmen? Um mit ihm umgehen zu lernen? Um ihre eigene Weiblichkeit zu entdecken?
Was könnte man im Alltag irgendwie integrieren? Bisher bin ich nur auf „bewusstes eincremen“ gekommen… na ja… eventuell tanzen? Oder vielleicht Pilates/Yoga?
Das zusätzliche Problem ist, dass sie in kein Fitnesscenter reinzubekommen ist – das mag sie nicht. Genauso wenig Schwimmbäder. Wie´s mit eventuellen Kursen aussieht, müssen wir erst sehen…
Vielleicht hat jemand ja ein paar Anregungen – würde mich freuen!
Ich suche nach ein paar Anregungen, Tipps… um die eigene
Körperwahrnehmung zu verbessern/zu intensivieren.
Also: Lange Rede, kurzer Sinn: Was kann Frau tun, um ihren
Körper wahrzunehmen? Um mit ihm umgehen zu lernen? Um ihre
eigene Weiblichkeit zu entdecken?
Was könnte man im Alltag irgendwie integrieren?
na ja… eventuell
tanzen?
Pilates ist eine feine Sache, so finde ich, weil auch Schwergewichtige das schaffen, weil die Übungen erst in Verbindung mit viel Körperbewußtsein möglich sind, weil das Körperwohlbefinden sich unmittelbar nach der Stunde einstellt, weil man sich nach 3-4 Kursstunden unendlich freut wenn die Übungen immer besser klappen (Stolz auf seinen Körper mit seiner Leistungsfähigkeiten). Ich mache das schon einige Semester, und wir haben von superschlank bis sehr kräftig alle Frauentypen dabei, und es gibt da auch ganz junge Frauen bis zu den 70jährigen Frauen - ich weiß diese Mischung sehr zu schätzen, weil der Sport uns verbindet, aber nicht das gleich sein und gleich aussehen.
Also: Lange Rede, kurzer Sinn: Was kann Frau tun, um ihren
Körper wahrzunehmen? Um mit ihm umgehen zu lernen? Um ihre
eigene Weiblichkeit zu entdecken?
Entdecken der eigenen Weiblichkeit setzt voraus, dass man als Frau überhaupt seinen Körper so annimmt wie er ist. Ich denke da als Lösungsmöglichkeit an eine Massage, also sich massieren lassen. Das bedeutet sich jemanden Fremden anzuvertrauen und die fachkundigen Handgriffe genießen zu können.
Oder wie wäre es mit Floaten? Ich fand das als eine sehr interessante Erfahrung: http://www.float.at/
In dem Basin ist sie allein und unbeobachtet, kann die Schwerelosigkeit genießen und die Haut fühlt sich hinterher wunderbar an.
Manche Volkshochschulen bieten gerade für Frauen, die keine Modelmaße haben, Styling-Beratung an. Es geht darum, das bei sich hervorzuheben, was attraktiv ist und eben auch Tipps wie man manches kaschiert.
Was könnte man im Alltag irgendwie integrieren?
Wer sich mit seinem Körper nicht akzeptiert, ist eben hauptsächlich mit dem Ausklammern seiner Körperlichkeit beschäftigt. Ich schätze mal, die Frau ist auch entsprechend kontaktscheu. Aber wenn sie sich auf Aktivitäten einläßt, die sie zu ihrer Körperfülle passen (Sport, den sie bewältigen kann, Tipps für eine besseres Aussehen für Mollige…usw.), dann ist ein Schritt auf die Eigenakzeptanz getan. Eigenliebe macht aufgeschlossen und attraktiv, und der nächste Schritt ist getan, um Menschen kennenzulernen und diese an sich heranzulassen. Und irgendwann bekommt sie dann auch Komplimente von den Männern…
für im Alltag zu integrieren fällt mir Rückenschule und Walking ein. Das ist gesund und hilft noch dazu bei Kräftigung und natürlich Wahrnehmung. Und wenn man sich nicht so gern bewegen und spüren mag, ist es vielleicht ein guter Einstieg.
Bauchtanz ist tatsächlich super, setzt aber schon ein wenig Körperbewusstsein voraus, da es zwar Bewegungen sind, die eigentlich jeder irgendwoher kennt, sie aber für uns Europäer völlig verquer zusammen gesetzt sind. Salsa ist auch klasse und vielen hilft Feldenkrais, und zwar sowohl Gruppenstunden, als auch mal eine Einzelstunde, in der man bewegt wird! Beim Feldenkrais gehts eigentlich fast nur um Wahrnehmung. Zumindest für den Laien.
Yoga wäre auch gut.
Sieht Sie denn selber, dass sie etwas tun möchte?
Denn das alles setzt voraus, das man dort hin geht.
Auch wenn es nicht alles zwingend in Fitnesstudios gibt, hat es doch häufig Studio-Charakter.
Für sie allein zu Hause könnten die Cantienica Bücher vielleicht ein Einstieg sein.
ich mag jetzt vielleicht völlig danebenliegen, aber mein erster Gedanke beim Lesen deiner Anfrage war: Qi Gong!
Ich bin vor einigen Jahren zufällig dazu gekommen, und zwar im Rahmen meines Stimmbildungsunterrichts - und ich möchte es nicht mehr missen
Ein guter Punkt in deinem Fall wäre vielleicht, daß Qi Gong etwas völlig „Unsportliches“ ist; vielleicht wäre sie dazu eher bereit, als zu offensichtlich verpönten sportlichen Aktivitäten?
Hallo, gerade bei Essgesestörten, egal ob zu dick oder zu dünn wird auch gerne so eine Konfrontation mit den vermuteten und den echten Massen gemacht (durch Psychologen, ist sicher wichtig, wenn es denn zu einem gewissen heilsamen Schock kommt.)
Dabei wird eine Packpapierplane an die Wand oder Tür gehängt und erst einmal soll die Pat. ihre Kontur in Lebensgröße an die Wand malen, so wie sie meint, wie sie geformt ist. (Körperhöhe ist oft schon schwierig, die seitlichen Aussmasse werden noch schwieriger zu schätzen sein, bei Adipösen ist es oft so, dass noch ein Hauch von Taille vermutet wird, wo definitiv keine mehr ist etc.).
Danach stellt sich die Pat. mit dem Rücken an die Wand und die Therapeutin umzeichnet die Körperform mit einem anderen Stift (zB. rot statt schwarz).
Der Unterschied wird beide umhauen…
Da diese Pat aber offensichtlich ihre gesamte Körperlichkeit abgespalten hat (war sie evtl schon immer dick, oder zumindest zur sensiblen Pubertät mit entsprechenden hänseleien), würde ich sowieso eine Psychologische wenn nicht gar psychiatrische Behandlung hinzunehmen.
der schon erwähnte Bauchtanz ist gut, um überhaupt auch die Weiblichkeit und ihre Reize zu erwecken (zB. reiner Hüftschwung), selbst wenn man sich nun wirklich nicht sexy fühlt und Pat. offenbar auch diese Art von Körperlichkeit abgespalten hat oder zumindest sich nicht eingestand…
Ausserdem verbrennt es Kalorien und geht nicht allzusehr auf die Knöchel, da man mit den Füssen anfangs nicht so große Bewegungen machten muss (also zB. verglichen mit Steptanz oder klassischen Paartänzen).
Es gibt auch spezielle Tanztherapeuten, die sie von der reinen Bewegung auch zur sexuellen Seite (also zumindest erst mal das Verführerische, lockende, weibliche etc.) hinführen können, ohne dass es gleich wie eine Tantrastunde oder evtl unangenehme Berührung wie bei Massage sein muss.
Ansonsten sind Berührungen aber auch eine Therapiemöglichkeit, durch die man den eigenen Körper spürt. Doch dass ist bei dieser Pat. evtl etwas zu viel des Guten, sprich ihr unangenehm.
Ich werde mit ihr die vorgeschlagenen Dinge mal durchgehen, und schauen, was sie sich zutraut, was sie anlacht… Sie WILL was ändern – aber ich denke, es ist nicht so leicht für sie. Der erste Schritt ist immer der schwierigste…
beachte, dass 40jährige frauen, die noch nie sexuelle erfahrungen gemacht und auch keine selbstbefriedigung betreiben, in der regel einen grund dazu haben, nämlich ein psychisches trauma! die verleugnung oder abwendung von körperlichkeit hat eine intensive schutzfunktion und wirkt angst-verhindernd. wenn du mit der frau einen prozess der körperabwehr beginnen willst, musst du mit einer krise und dem auftreten von angst rechnen.
also mal ganz vorneweg: ich versuche hier nicht, als Laie jemanden zu therapieren – wie von dir mit einem so netten Ton unterstellt. Sie ist keineswegs Versuchskaninchen…
Es geht um eine Freundin von mir, die „endlich“ (O-Ton) etwas für ihr Körpergefühl - für ihr Körperwohlfühlgefühl - machen möchte. Ich kenne sie verdammt gut – und ihre sexuelle Unerfahrenheit hat z.B. gänzlich andere Gründe als deine vermuteten. Natürlich (!) spielt ihre Vergangenheit/ihr Lebensweg eine große Rolle und hat sich in ihrem Verhalten manifestiert – wie im übrigen bei jedem von uns.
Zu deiner Beruhigung kann ich dir versichern, dass wir beide – oder auch ich mit ihr – sehr vorsichtig miteinander umgehen. Wenn du so möchtest: ich begleite sie auf diesem Weg (als Freundin) – gehen muss und wird sie ihn ganz alleine. Und zwar genau so viel und so weit, wie sie gehen will… Die Gefahr, dass sie auf irgendeine Art und Weise getriggert wird bzw. eben alte Traumata (wie z.B. sex. MB ect.) aufbrechen, ist nicht gegeben.