Armer Menschenbruder Eli,
bist Du krank oder was ist mit Dir sonst los?
Weder habe ich Dich angegriffen, noch wünsche ich mir was von
Dir. Auch kannst und darfst Du leicht weiter an Dir nicht
genehmen Standpunkten rumnölen und Deine Kommentare dazu abson-
dern. Aber, welchen geistigen, sittlichen Nährwert bringt das
für die hier doch immerhin mit angesprochene Allgemeinheit?
(Denn ansonsten könnte man doch die Antworten privatim versenden.)
Daß Du offenbar gerne der Folterung der eigenen Kinder zusehen
magst, wie es Dich mir öffentlich zu schreiben wohl drängt,
dies ist in meinen Augen irgendwie krank, kaputt, destruktiv.
Willkommen im neuen Jahr, Jahrzehnt, Jahrhundert!
Ich würde mich von solchen Szenarien abseilen, auswandern; weil
doch heute niemand mehr wegen seiner Religion verfolgt wird.
Ja, ganz anders als dies die Christen in den vergangenen
Jahrhunderten sahen, als sie uns von diesem Leben erlösen
wollte…
Dies ist Deine Version von Geschichte; Wolfgang von Goethe hat
über derlei wunderliche Abartigkeiten damals bereits zutreffend
gelegentlich uns, dem Volk der Dichter und Denker, geschildert.
Bin ich ‚die Christen‘? Sicher nicht.
Mit der Rundumschlagkeule kann man bekanntlich alles zermatschen.
Geschichte ist bekanntlich immer ein Produkt der Legendenbildung
der jeweiligen Sieger. Wer hat denn diesmal über wen ‚gesiegt‘?
Und vor allem, ist eine Gegenmeinung zu der Deinigen derzeitig
irgendwo verboten?
Ja und?
Natürlich nicht wörtlich, buchstäblich, sondern
geistig-geistlich.
Es ist mir klar,daß Du mir da geistig nicht folgen können kannst.
Deswegen werde ich es auch nicht mit vielen Worten en Detail ver-
suchen, für Dich. Bist offensichtlich die Ausnahme der Regel,denn
alle anderen haben das verstanden, sonst hätten sie auch was dazu
geschrieben. Schade, wieder allein.
Ist dir noch bewusst, dass damals den Menschen das Schwert am
Hals lag, als sie die Wahl dieser Freiheit hatten?
Absolut nicht. Diese Märchenstunde ist zwar im Umlauf, aber desto weniger wahr, als sie lautstark herausgetutet wird.
Damals, wann ist damals eigentlich!, konnte jeder reisen, wohin
er wollte. Wer aber dablieb, der erklärte und erklärt sich noch
heute mit den Gegebenheiten vor Ort einverstanden. Und sollte
sich auch danach richten, oder darf die Konsequenzen erleben.
Wenn mir die Bananenrepublik, in der ich lebe, nicht paßt, kann
ich auch jederzeit meine Zelte abbrechen, oder halt mit den
hiesigen Wölfen gemeinsam gen Mekka heulen, oder gen Jerusalem,
wenn Dir das ehrlicher ist.
Ja und? (Sonderbar, dass Christen immmer wieder meinen diese
urjüdische Botschaft Juden vorhalten zu müssen.)
Du solltest eigentlich verstandesmäßig wissen, daß Christen so
etwas bestimmten Juden nur vorhalten werden, wenn sie davon
überzeugt sind, daß Juden diese vorgeblich urjüdische Botschaft
nicht ernst nehmen bzw. mißachten. Ein jeder Bruder in Gott ist
deswegen aufgerufen, seinem Bruder auf den rechten Weg zu helfen.
Wenn der das dann immer noch nicht will, so ist dem armen, ver-
bohrten Traditionalisten in überlebten und erledigten Ritualen
seine Freiheit natürlich zu lassen. Wer nicht will, Freiheit!
Sonderbare Worte im Verhältnis zu deiner Kritik am KolNidre.
Vielleicht solltest Du noch einmal bedenken, was bitten und
klopfen für andere Menschen heissen könnte?
Wieso sollte ich und dann auch noch einmal?
Für mich ist der Sachverhalt klar und der Geist aus dem Kol-Nidre
hervorguckend ebenso. Es ist nicht mein Geist Gottes, Ruach.
Wessen Geist es ist, habe ich bereits eineindeutig beschrieben.
Ja und? Willst Du den Juden nun vorwerfen, dass die Christen
diesen Antijudaismus erfunden haben?
Nein, will ich nicht. Vorwürfe bringen nichts. Ich will nur auf-
zeigen für andere, was bereits geschehen ist, was eine Unter-
scheidung der Geister bedeutet, bzw. wie wichtig sie für den
rechten Glauben ist.
Bekanntlich soll man nicht einem jeden Wort glauben, sondern bei
Jesus Christus darf man alles prüfen!!! - und das Gute behalten.
Das ist ein Geist, der frei und großzügig atmet, der mich zum
Mitschwingen bringt und erkennbar für mich der Geist Gottes ist.
Amen.
Ja, ja, diese schäbigen Juden, welche mit G’tt handeln und
feilschen und denen nicht zu trauen ist. Willkommen im
Mittelalter.
Das hast Du, nicht ich gesagt!
Sollte ich Dir widersprechen dürfen?
Ist dir bewusst, dass diese Psalm von den selben widerlichen
Menschen stammt?
Dieser Psalm 23 stammt nicht von irgendwelchen Juden; wie die
gesamte Bibel, mit einigen wenigen redigierenden menschlichen
Eingriffen ausgenommen, stammen die Psalmen auch als Eingabe
des Geistes (Ruach) Gottes von Gott selber. Den Menschen von
Gott Selber gegeben, damit sie daran wachsen und lernen und
letztlich, wie im Neuen Testament bei Jesus klar beschrieben,
reifen sollen. Halt wie die Weizenhalme auf dem Felde des
Landwirtes, der die Disteln und Brennesseln nicht vorzeitig
ausjätet, sondern am Reifungstage eines jeden Weizenhalmes
diesen jeweiligen Weizenstengel erntet. So hält es Gott mit
den Seinigen, die die Weizenhalme verkörpern, die Disteln und
sonstigen Schädlinge sind zu dieser Ernte nicht berufen, sie
werden Dünger einer späteren Weizenernte sein, wobei der Weizen
stets die Seelen der Gotteskinder aus der Menschenschar ist.
Gottlob wird eines Tages eine jede Seele heimkehren dürfen.
Amen.
In diesem gnadenvollen, huldigen und demütigen Stehen vor Gottes
Schöpfung kann ich einem jeden Geist ein Schalom im göttlichen
Sinne zurufen und es auch ehrlich so meinen. Am Ende sind wir
alle vereint beim einigen, einzigen Adonei, Abba, dem lieben Vater.
Wolfgang.
-))
Schalom,
Eli