Kollateralschaden bei PISA

Und dass
Kuß und Gruß mit der gleichen Endung geschrieben
wurden, war Willkür und schlicht nicht zu begründen.

Das ist falsch - die Regel lautete Wortende --> ‚ß‘.

Ähnlich wie vor einem Konsonanten „immer“ das ‚ß‘ zu stehen hatte.

Ich wußte es. Wir mußten! Muß das sein?
Es gibt Beßres! Ganz schön wäßrig. Friß! Iß!


Gab natürlich auch „Ausnahmen“, die dann aber mit anderen Dingen zu tun hatten. (bpw. Du aßest schnell.)

Auf diesem Gebiet hat die neue Schreibung einfach verloren.

MfG

Eine schlichte Regel: kann man das „ß/ss“
splitten, also auf zwei Silben verteilen, schreibt man „ss“,
sonst „ß“.

Das ist alles. Auch nicht schwieriger als die neue Regel…

Wenn man die neue Regel als Regel bezeichnen will -
Sache wurde nicht durchdacht an den Schreibtischen der Theoretiker.

Ich habe nämlich schon „Fussball“ gelesen, weil man in der und der Region eben das „u“ dort kurz spricht. :wink:

Es müßte doch schon jedem zu denken geben, wenn zu einer angeblich eindeutigen Reform, mehrteilige Pamphlete, teilweise mit mehr als 300 Seiten, erscheinen und zur Aufklärung beitragen *müssen*, weil die Regeln entweder nicht nachvollziehbar, unlogisch oder willkürlich sind.

MfG :wink:

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Hallo.

Es geht nicht darum, Sprache „humaner“ zu gestalten, denn die
Rechtschreibreform wurde über die Köpfe der meisten Leute
hinweg einfach geändert - nur weil die heutige
Schülergeneration schlicht zu dämlich ist, einfachste Regeln
zu beherrschen.

ich hoffe, du meinst das nur ironisch:smile:

Das ist nicht ironisch, das ist erstens empirischer Ernst, zweitens sogar von den Verantwortlichen als eine der PLANUNGSGRUNDLAGEN der Rechtschreibreform eingeräumt worden.
Sinngemäß hieß es, man wolle die Rechtschreibung an gängige Fehlerquellen der jungen Schüler angleichen.

Aber nochmal zu dem „human“ zurück: Man kann spätestens dann
nicht vereinheitlichen, wenn Wendungen in unterschiedlicher
Schreibung auch unterschiedliche Bedeutungen aufweisen.

wieso nicht?..das ist genau die einschraenkung, die jede
sprache ins unendliche treiben wuerde, wenn jede sprache das
befolgen wuerde:smile:))

Nein, eben nicht - es ist Grundkonzept einer Sprache, daß geregelte Zeichenfolgen (Wörter, deren Schreibung, Interpunktion) mit einem exakten Sinngehalt verknüpft sind.

Sprache an sich ist auf natürliche Weise unscharf, jedoch nicht ungenau.

Du plädierst für den Heilsbringer „Kontext“ - der wird aber oft überschätzt. Bei gesprochener Sprache spielen noch ganz andere Dinge mithinein, bei geschriebener Sprache kann sich sogar der Kontext erst durch die Schreibung ergeben. Je nachdem, wie etwas geschrieben steht, ziehen wir Rückschlüsse auf das, was gemeint ist.

Einschub: Das kann auch in gesteigerter Form zum Problem werden, wenn nämlich Leute anfangen, in Texte etwas hineinzuinterpretieren, was gar nicht geschrieben steht und sich nur aus einer völlig subjektiven und meist durch Vorurteile oder klischeehafte Erwartungshaltungen ergibt;
ein Phänomen, unter dem besonders solche Foren wie wer-weiß-was leiden.

Du verwechselst hier Ursache mit Wirkung und solltest versuchen, Dir diese Sache noch einmal klar vor Augen zu führen.

und bevor du mit recht von
gegensaetzlichem sinn sprichst.
was fuer einen sinn haette der satz: der angeklagte handelt
wieder rechtlich?

Der Gedanke hätte dann einen Sinn, wenn Du ihn nicht in diese juristische Form zwängen würdest.

Warum muß es gleich ein Angeklagter sein?

Schon einmal philosophische Texte gelesen? Da ist es nicht gerade sehr abwegig, daß man solche Formulierungen wie „Das Individuum handelt an diesem Punkt wieder rechtlich…“ finden könnte.
Dem sind natürlich dann seitenweise Definitionen vorausgegangen, was der Schreiberling unter „rechtlich“ versteht.

Du siehst, Du hängst Dich erstens an den falschen Beispielen auf und denkst die Sache dann nicht zuende, oder siehst den Rahmen viel zu eng.

fuerst renier zu schumi: ich werde ihnen steuern abziehen -
aber ausschliesslich kirchensteuer:smile:

was fuer steuer(n) zahlt er nun?

Je nachdem, was gemeint ist, kann man das auch exakt ausdrücken.
Es ist einfach nicht sinnvoll, Beispiele zu konstruieren, die qualitativ so schlecht gebastelt werden, daß sich das angeprangerte Problem automatisch ergeben muß.

Das nennt man selbsterfüllende Prophezeiung.

was passiert, wenn sich diese entartete sprache im volk
durchsetzt?

Erstens gibt es eine tendenziell größere Chance, daß es nicht dazu kommt. Zweitens bin ich Zyniker - im Zweifelsfall kümmert es mich also nicht.

Spätestens wenn Chat-„Deutsch“ oder „SMS“-Deutsch in den
Unterricht einziehen und sich auf diesem Niveau bewegt wird,
hört der Spaß auf.

der eingebildete spricht von niveau, der gebildete spricht
deutlich, sagt mein prof immer…*autschbinichfrech*

Hmm, Dein Professor würde aber nicht den Fehler begehen, diesen Spruch so wie Du gerade in diesen Kontext zu setzen, weil er genau weiß, daß es eben nichts weiter als ein recht amüsanter Spruch ist.

und um dem nun noch die krone aufzusetzen…was waere denn,
wenn die schueler ploetzlich in IHRER sprache spass am lernen
entwickeln wuerden???

Wie soll das funktionieren? Diese entartenden Soziolekte werden nirgends aktiv in Schulen vermittelt. Es gäbe als eine Diskrepanz, bei der die Schüler verloren wären.
Darüber hinaus stellen die Schüler insgesamt eben nur einen kleineren Teil der deutschsprachigen Menschen, so daß auch hier dann eine Sackgasse lauern würde, wenn es dann um Interaktion mit anderen ginge.

wuerdest du unter diesen umstaenden die
sprache fuer bio,chemie,physik, mathe usw. vernachlaessigen
oder bist du stur?*gg*

Natürlich nicht - und mit stur hat das nichts zu tun.
Es gehört erstens dazu, sich auch in diesen Fächern vernünftig auszudrücken. Übrigens ein massives Problem an mehr und mehr Grundschulen - die Schüler versuchen nur in Deutsch ordentlich zu schreiben und in anderen Fächern geht es plötzlich drunter und drüber.

Zweitens unterstellst, daß es sich bei den angesprochen Entartungen Chat und SMS um tragfähige Sprache handelt, die also unter anderem komplzierte Sachverhalte exakt und verständlich (auch einfach) auszudrücken vermag.
Dies ist natürlich nicht gegeben, denn Chat und SMS sind ja gerade durch das Gestammel ein Problem.

Deine ketzerischen Gedanken kannst Du also im Schubfach lassen :wink:

Es gab da einmal eine bekloppte Sendung auf RTL mit dem
grandiosen Zitat „Ein Teufelskreis!“ :wink:

zunehmende Konzentrationsschwächen
zunehmende Leseschwächen
Verkümmerung der Kommunikationsfähigkeiten und Entfremdung der
Kinder voneinander
Entartungen der Sprachfähigkeiten auf Chat/SMS-„Deutsch“

ich nehme an, diese probleme hat meine oma mit ihren
freundinnen schon vor 50 jahren ueber die „jugend von heute“
geklagt:smile:))

Um auf das berühmte Zitat von Aristoteles zu verweisen: nicht wirklich, denn was Du meinst, sind eher die Sprüche über das Benehmen.

Da oben stehen aber inzwischen deutlich beobachtbare, spürbare und auch nachweisbare Tendenzen bei Jugendlichen. Das habe ich mir ja nicht eben ausgedacht. Darüber hinaus sind auch sonst im Verhalten gewisse Auffälligkeiten so langsam nachweisbar, daß die heutigen Eltern/Großeltern mit diesem ausgeleierten Spruch von wegen Benehmen sogar recht haben. Stichwort streng monoton fallende :wink: Achtung vor materiellen und immateriellen Werten, zunehmende Gewaltbereitschaft et cetera.

dann wuerde ich sagen, der kluegere sollte nachgeben
oder?:smile:))

Schön, Du warst schneller als ich: Ich wollte gerade empfehlen, daß Du die ketzerischen Gedanken an diesem Punkt unterlassen und zu mir in die Fraktion der Zyniker wechseln solltest.

Dein Kommentar ist ein guter Anfang dafür.

:wink:

Mal sehen, wann sich die Mehrzahl der Jugendlichen folgendes Motto auf die Stirn schreiben kann: „Unter mir biegt sich jede Brücke - der Klügere gibt nach.“ :wink: :wink:

MfG

Russ und Ruß
Hi alien,

…kann bei unterschiedlicher Aussprache in unterschiedlichen
Regionen zu unterschiedlichen Ergebnissen führen.
Und dann?

Im Dialekt kannst Du schreiben, wie es Dir gefällt.

Wart no, boid kimmt a, da Russ.
Moing muaß i ruaßn.

Gruß Ralf

Hi Kubi,

Wo gemäß der alten Regel nach dem Komma ein
daß stand, steht heute ein dass.

Und was soll daran nun einfacher sein?

habe ich das behauptet? Wer das und daß/dass vorher nicht auseinanderhalten konnte, kann das jetzt genausowenig.

Und dass
Kuß und Gruß mit der gleichen Endung geschrieben
wurden, war Willkür und schlicht nicht zu begründen.

Keine Willkür. Eine schlichte Regel: kann man das „ß/ss“
splitten, also auf zwei Silben verteilen, schreibt man „ss“,
sonst „ß“.

Dann erzähl mal den Verfechtern der „regionalen“ Aussprache, wie sie fußeln und Fusseln auseinanderhalten sollen.

Gruß Ralf

Hi!

Nix Dialekt, in Österreich wird Ruß mit kurzem u gesprochen, macht nach Neuschreib also Russ.
Das Österreichische Wörterbuch läßt folgerichtig BEIDE Schreibweisen zu.

Nicht jeder Unterchied zwischen österreichischem und deutschem Deutsch läßt sich als „Dialekt“ abtun!

alien

Das ist nicht ironisch, das ist erstens empirischer Ernst,
zweitens sogar von den Verantwortlichen als eine der
PLANUNGSGRUNDLAGEN der Rechtschreibreform eingeräumt worden.
Sinngemäß hieß es, man wolle die Rechtschreibung an gängige
Fehlerquellen der jungen Schüler angleichen.

eine eingeraeumte planungsgrundlage???*ggg*
naja…ich kann mich nicht erinnern, dass schueler frueher „dass“ geschrieben haben…teilweise magst du recht haben,aber ein halb volles glas ist nunmal auch halb leer.

wieso nicht?..das ist genau die einschraenkung, die jede
sprache ins unendliche treiben wuerde, wenn jede sprache das
befolgen wuerde:smile:))

Nein, eben nicht - es ist Grundkonzept einer Sprache, daß
geregelte Zeichenfolgen (Wörter, deren Schreibung,
Interpunktion) mit einem exakten Sinngehalt verknüpft sind.

Sprache an sich ist auf natürliche Weise unscharf, jedoch
nicht ungenau.

voellig richtig, aber sprichst hier insbesondere von der deutschen sprache.
es haette z.b. keine katastrophalen auswirkungen, dass sz abzuschaffen. es muessten dazu lediglich ein paar leute ein wenig ihrer sturkoepfigkeit mal im bett lassen.
man soll ja nicht die ganze sprache aendern.

Du plädierst für den Heilsbringer „Kontext“ - der wird aber
oft überschätzt. Bei gesprochener Sprache spielen noch ganz
andere Dinge mithinein, bei geschriebener Sprache kann sich
sogar der Kontext erst durch die Schreibung ergeben. Je
nachdem, wie etwas geschrieben steht, ziehen wir Rückschlüsse
auf das, was gemeint ist.

Einschub: Das kann auch in gesteigerter Form zum Problem
werden, wenn nämlich Leute anfangen, in Texte etwas
hineinzuinterpretieren, was gar nicht geschrieben steht und
sich nur aus einer völlig subjektiven und meist durch
Vorurteile oder klischeehafte Erwartungshaltungen ergibt;
ein Phänomen, unter dem besonders solche Foren wie
wer-weiß-was leiden.

das passiert nicht nur hier. das passiert ueberall:smile:rat mal, warum u.a. anwaelte noetig sind:smile:

Der Gedanke hätte dann einen Sinn, wenn Du ihn nicht in diese
juristische Form zwängen würdest.

Warum muß es gleich ein Angeklagter sein?

Schon einmal philosophische Texte gelesen? Da ist es nicht
gerade sehr abwegig, daß man solche Formulierungen wie „Das
Individuum handelt an diesem Punkt wieder rechtlich…“ finden
könnte.

nun, wenn man die philosophie als grundlage der modernen sprache verstehst, dann verstehe ich auch, wo das problem zwischen lehrer und schueler besteht.

Dem sind natürlich dann seitenweise Definitionen
vorausgegangen, was der Schreiberling unter „rechtlich“
versteht.

richtig…ich koennte auch „hutzbutz“ fuer „rechtlich“ schreiben, wenn ich es vorher erklaere. sicher gibt es den ausdruck: …wieder rechtlich, aber dieser ausdruck waere kein dilemma und wuerde zu keiner katastrophe fuehren…es gibt andere.
und ich will mich ja auch nicht an bestimmten beispielen aufhaengen:smile:ist ja nur ein: man koennte mehr vereinfachen.

und ich denke, so weit sind unsere beiden interessen da nicht auseinander.

Du siehst, Du hängst Dich erstens an den falschen Beispielen
auf und denkst die Sache dann nicht zuende, oder siehst den
Rahmen viel zu eng.

ja…wahrscheinlich.

fuerst renier zu schumi: ich werde ihnen steuern abziehen -
aber ausschliesslich kirchensteuer:smile:

was fuer steuer(n) zahlt er nun?

Je nachdem, was gemeint ist, kann man das auch exakt
ausdrücken.

natuerlich :smile:

Es ist einfach nicht sinnvoll, Beispiele zu konstruieren, die
qualitativ so schlecht gebastelt werden, daß sich das
angeprangerte Problem automatisch ergeben muß.

Das nennt man selbsterfüllende Prophezeiung.

deine selbsterfüllende Prophezeiung war tatsache in meiner bwl-klausurvorbereitung, als der prof meinte. es kaeme entgeltberechnung(ausschliesslich akkordlohn) dran!!!

was passiert, wenn sich diese entartete sprache im volk
durchsetzt?

Erstens gibt es eine tendenziell größere Chance, daß es nicht
dazu kommt. Zweitens bin ich Zyniker - im Zweifelsfall kümmert
es mich also nicht.

Zweitens unterstellst, daß es sich bei den angesprochen
Entartungen Chat und SMS um tragfähige Sprache handelt, die
also unter anderem komplzierte Sachverhalte exakt und
verständlich (auch einfach) auszudrücken vermag.
Dies ist natürlich nicht gegeben, denn Chat und SMS sind ja
gerade durch das Gestammel ein Problem.

Deine ketzerischen Gedanken kannst Du also im Schubfach lassen

sprachen entstehen auf diese art…nur gab es frueher keinen chat:smile:

Um auf das berühmte Zitat von Aristoteles zu verweisen: nicht
wirklich, denn was Du meinst, sind eher die Sprüche über das
Benehmen.

beziehe es, worauf du willst:smile:

Da oben stehen aber inzwischen deutlich beobachtbare, spürbare
und auch nachweisbare Tendenzen bei Jugendlichen. Das habe ich
mir ja nicht eben ausgedacht. Darüber hinaus sind auch sonst
im Verhalten gewisse Auffälligkeiten so langsam nachweisbar,
daß die heutigen Eltern/Großeltern mit diesem ausgeleierten
Spruch von wegen Benehmen sogar recht haben. Stichwort streng
monoton fallende :wink: Achtung vor materiellen und immateriellen
Werten, zunehmende Gewaltbereitschaft et cetera.

ich sag nur:meine oma…der unterschied: heute kommts im fernsehen.

wir leben in einer schnellen zeit, wo sich nicht nur die wirtschaft schnell entwickelt, sondern auch die sprache.
es wird immer leute geben, und die muss es geben, die fuer die sprache kaempfen…sonst haetten wir bald vordudenverhaeltnisse.
und es wird immer leute geben, die sich nicht daran halten, sonst haetten wir das paradies oder die hoelle auf erden, denn nichts wuerde sich aendern.
oben habe ich das abschaffen bestimmter woerter eingeraeumt. die sprache wird das selbst regeln. wir muessen da nichts tun.

was mir eben nur auffaellt, ist, wie eigentlich oft auf der welt, man tut etwas und legt etwas fest, um dann leuten sagen zu koennen, dass sie es falsch tun, weil sie es eben anders tun, als von den „oberen“ festgelegt.

ansosnten wuerde man ja viel zu wenig fehler machen, braeuchte keine tintenkiller oder korrekturstifte, keine korrektursoftwaere, keine fehler in buechern korrigieren, keine buehcer ueber rechtschreibung, keine sprachexperten…mein gott…es waere die hoelle fuer die wirtschaft:smile:

m gaaaanz fg:smile:
rene

Richtig

nur weil die heutige Schülergeneration schlicht zu dämlich ist, einfachste Regeln zu beherrschen

Genau das ist es! Man paßt sich dem unteren Rand des intellektuellen Spektrums an.

Gruß
Berusatino

2 „Gefällt mir“

Moin,

habe ich das behauptet? Wer das und daß/dass
vorher nicht auseinanderhalten konnte, kann das jetzt
genausowenig.

Wohl wahr. Ich hatte Dich nur so verstanden, als ob Du das durch die neue egelung vereinfacht sähest. Aber da habe ich wohl falsch „geinterpretiert“.

Dann erzähl mal den Verfechtern der „regionalen“ Aussprache,
wie sie fußeln und Fusseln auseinanderhalten sollen.

Öhm…was ist „fußeln“? Ich kenne nur „füßeln“…

fragt ein Dialektunkundiger

Kubi