Komme nicht weiter bei diesem Lateinsatz

Hallo Leute, ich komme bei einem bestimmten Lateinsatz nicht weiter.
Er heißt:

Quem cum minus, quam vellet, moveret, noctu de servis suis fidelissimum, quem habuit, ad regem misit, ut ei nuntiaret verbis suis adversarios eius in fuga esse.

Meine Aufgabe war es, die Nebensätze und den Hauptsatz einzeln zu übersetzen, bevor ich den gesamten Satz in Zusammenhang setze.
Meine bisherige Vermutung ergibt keinen Sinn.
Hauptsatz: nachts schickte er den treuesten seiner Sklaven zum König

  1. Nebensatz: wenn man mit weniger ging
  2. Nebensatz: als man wóllte
  3. Nebensatz: den er hatte
  4. Nebensatz: dass er seine Worte an die fliehenden Gegner richtet

Wo ist da der Sinn? Wer kann helfen, es ist dringend.

Euer Alex

Hallo Rüdiger,

Quem cum minus, quam vellet, moveret, noctu de servis suis
fidelissimum, quem habuit, ad regem misit, ut ei nuntiaret
verbis suis adversarios eius in fuga esse

ich kriege es auch nur bruchstückhaft hin und würde folgendes Fragment hinzufügen und zur Diskussion stellen:

… nächtens den treuesten unter seinen Sklaven/Dienern zum König geschickt hat, damit er ihm mit seinen eigenen Worten berichte, dass dessen Gegener auf der Flucht seien.

Ich vermute, das ist eine Art Uz. Lass deinen Lateinlehrer doch umgekehrt mal folgenden korrekten deutschen Satz ins Lateinische übersetzen:

„Wieder ist, wie Du, lieber Max, wahrscheinlich bereits festgestellt hast, ein Jahr vergangen, und ich weiß nicht, ob es Dir so geht wie mir: allmählich wird mir dieser ewigwährende Zyklus ein wenig leid, wozu verschiedene Faktoren, deren Urheber ich in diesem Zusammenhang, um mich keinen Unannehmlichkeiten, deren Folgen, die in Kauf zu nehmen ich, der ich gerne Frieden halte, gezwungen wäre, nicht absehbar wären, auszusetzen, nicht nennen möchte, beitragen.“

aus: Wolgang Hildesheimer: „Mitteilungen an Max über den Stand der Dinge und anderes“, 1983 ISBN: 3518377760 Buch anschauen

Gruß Gernot

Ich vermute, das ist eine Art Uz.

Nein, das ist kein Uz. Wenn man dem Satz eine eher deutsche Wortstellung verpasst, käme Folgendes heraus:

Cum quem minus moveret, quam vellet, misit noctu fidelissimum de servis suis quem habuit ad regem,
ut ei nuntiaret verbis suis: adversarios eius in fuga esse.

Auf Deutsch würde ich dies wie folgt wiedergeben:

Weil er diesen* in geringerem Maße zu überzeugen vermochte, als er wünschte, sandte er des Nachts den treuesten Sklaven, den er hatte, zum König, damit er in seinem Auftrag verkünde: Seine Feinde seien auf der Flucht.
(Wer »dieser« ist, müsste im Satz davor stehen.)

Gruß
Christopher

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Die Übersetzung ist korrekt.

Einige winzige Ausfeilungen würde ich noch vorschlagen:

Da er jenen [jedoch] nicht so zu überzeugen vermochte, wie es ihm angebracht erschien, sandte er nächtens [und heimlich] den treuesten Diener, über den er verfügte, [direkt] zum König, um ihm mitteilen zu lassen, daß von seiner Sicht aus des Königs Feinde sich [bereits] auf der Flucht befänden.

Es geht um die Entscheidungs- und Bewegungsfreiheit des Königs. Sein Gesandter zögert noch; der Protagonist läßt den König unter Umgehung der obligatorischen Nachrichtenkette ins Bild setzen, damit jener seine nächsten Schritte gleich ausführen könne, ohne weiter seine Kräfte binden zu müßen, in der potentiellen Abwehr eines Feindes, der in Wirklichkeit längst Fersengeld gegeben hat.

abifiz

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