Komme nie über die kennenlernphase hinaus

How!

Das finde ich interessant.
Gibt es nichts, wo du dich mit schlafwandlerischer Sicherheit
bewegst?

Es gibt Bereiche, in denen habe ich mir eine solche Sicherheit erarbeitet. Was nicht heißt, daß es da nicht trotzdem latente Zweifel geben kann oder es manchmal zu einer Krise kommt, in der ich frage, ob ich nicht völlig auf dem falschen Dampfer bin.

Am ehesten bin ich mir auf Gebieten wie deutsche Sprache und Eisenbahn schlafwandlerisch sicher - da gibt es aber im Alltag auch kaum fachlich fundierten Widerspruch bzw. die Fakten sind leicht nachprüfbar. Ich würde jetzt sicher nicht daran zweifeln, daß ich weiß, was ein Prädikat oder eine Schieberstange ist. :smile:

Problematisch wird es eher dort, wo unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen - da ziehe ich in der schwarzen Tiefe meiner Seele für mich selbst standardmäßig in Betracht, daß ich mich irren könnte. (Und wenn es um existenzielle Lebensfragen wie Beziehungen oder Sexualität geht, kann einem der Gedanke, völlig falsch zu liegen, durchaus Angst machen.) Im Prinzip würde das auch bei der Schieberstange funkltioneren: Würde jemand mit ausreichender Souverität behaupten, die Schieberstange sei definitiv ein Teil des Sicherheitsventils, dann würde ich vermutlich zum Fachlexikon greifen und nachsehen, ob er nicht recht hat (Möglicherweise gibt es ja auch ein Teil dort, was genauso heißt, wobei es unwahrscheinlich wäre, daß ich noch nie davon gehört habe.)

Interessant ist: Die Sicherheit ist da. Im Grunde meines Herzens weiß ich, was ich für richtig halte. Nur ist es manchmal dermaßen zugeschüttet mit Zweifeln, Ängsten und Fremdmeinungen, daß ich kaum mehr sagen kann, was davon bin eigentlich ich?, und was ist nur mein Zweifel? Ich kann manchmal auch nicht klar wahrnehmen, worauf ich wirklich Lust habe, ich muß mir das erst bewusst machen. Lustigerweise (und das sind wir wieder im Medizinbrett) nehme ich sogar Durst oft nicht wahr, sondern muß mir erst bewusst amchen, daß das, was ich gerade empfinde, Durst ist.

Ich finde, von anderen Menschen erwünscht, erbeten zu sein,
ist die ultimative Bestätigung, richtig zu sein.

Ja, aber es ist ein trügerische Sicherheit. Selbstsicherheit heißt gerade deshalb Selbst sicherheit, weil sie aus einem selbst heraus kommt, nicht aus der Bestätigung anderer. Aber klar: Ablehnung nagt an der Selbsticherheit - und fehlende Selbstsicherheit führt wieder zu Ablrehmung.

Viele spüren das nicht. Zum Beispiel ich. Ich bin da wie der
Rainman. Und brauche eine Avance am besten dreifach
schriftlich mit notarieller Beglaubigung. :wink:

Mein Blutsbbruder. :smile:

Ich kann keinen Hochschulabschluss vorweisen und auch kein
Abitur.

Diesmal ist es an mir, mich zu wundern. Das hätte ich jetzt nicht gedacht.

Des Lösungs Rätsel war: Ich war zu eitel, meine Brille
aufzusetzen (und bei Gott - es gab in der „DDR“ fürchterliche
Brillen!) und so kniff ich, um einiger Maßen scharf zu sehen,
die Augen zusammen, so dass das wahrscheinlich sehr aggressiv
ausgesehen haben musste!

Ja, das gibt es mir auch. Ich bin kurzsichtig und habe noch dazu sehr lichtempfindliche Augen, ähnlich wie Bud Spencer, dessen zugekniffener Blick im wesentlichen auch auf seiner Lichtempfindlichkeit beruht. Es gibt ein Foto von mir aus Schulzeiten, da habe ich einen ausgesprochenen Ich-bin-Django-sprich-Dein-Gebet-Blick drauf - der Fotograf hatte mich gegen die Sonne schauen lassen.

Ich habe aber früher auch durchaus mit einer sehr verschlossenen Mine unbewusst Leute von mir fernhalten wollten - ich war klein, mein Herz war rein, und ich habe lieber prophylaktisch ganz böse geguckt, bevor mir jemand was tut. Das war mir aber nie klar, bis es mir ein älterer Mitstudent der Psychologie gesagt hat.

Viele Grüße,
Max