Kommen dicke schneller in's Schwitzen?

Hallo,

vor ein paar Tagen, war ich an einem interessanten gespräch beteiligt, bei dem sich die Frage stellte ob beleibtere Menschen wirklich schneller schwitzen.

Dass Sie schnelle schwitzen ist wohl bei den meisten so, aber steht das mit dem höheren Körperfettanteil in Zusammenhang oder hängt es nur indirekt mit der Körperfülle zusammen und liegt an der damit meist einhergehenden geringen Kondition?

Ich hoffe auf rege Diskussion!

Thovan

Hi,

Fett ist ein Wärmeisolator, zudem vollbringt eine beleibtere Person viel mehr Arbeit (Gewicht[skraft] * Weg) bestenfalls in der gleichen Zeit (also Leistung; Arbeit durch Zeit) wie ein Normalgewichtiger, also entsteht auch mehr Wärme. Die muss natürlich auch abgebaut werden Stichwort Thermoregulation bla…

Mangelnde Kondition ist wahrscheinlich nicht selten unter Dickeren, man muss aber auch obengenannte ‚Erschwernis‘ sehen…

mfg
Matze

Moin,

Fett ist ein Wärmeisolator, zudem vollbringt eine beleibtere
Person viel mehr Arbeit (Gewicht[skraft] * Weg) bestenfalls in
der gleichen Zeit (also Leistung; Arbeit durch Zeit) wie ein
Normalgewichtiger, also entsteht auch mehr Wärme. Die muss
natürlich auch abgebaut werden Stichwort Thermoregulation
bla…

Wobei das allerdings nur für den Normalalltag gilt, denn sportlich Trainierte sind in der Lage unter Belastung weitaus mehr Schweiß(2-3 l/h) zu produzieren als Untrainierte(0,8-1 l/h).
Allerdings fangen Fitte im Alltag in der Regel auch später an zu schwitzen, was wohl auch an den von die beschriebenen Gründen liegt.

CU

Axel

Wobei das allerdings nur für den Normalalltag gilt, denn
sportlich Trainierte sind in der Lage unter Belastung weitaus
mehr Schweiß(2-3 l/h) zu produzieren als Untrainierte(0,8-1
l/h).

Ja aber warum denn?

Fragt sich
JCK

Hi!

Neben dem was Matze bereits schrieb, meine ich, daß noch andere Faktoren mit eine Rolle spielen.
Zum Beispiel die Kleidung. Besonders im Sommer fällt auf, daß dünne Mädels Miniröckchen und Trägershirt, ev. noch Bauchfrei, tragen. Dickere haben meist (kurze) Hosen an, oft sogar Jeans, und ein weites, langes T-Shirt, möglichst noch dunkel, weil die Farbe Fettpölsterchen eher versteckt. Die Preisfrage: in welchen Klamotten schwitzt man bei der Hitze mehr? :wink:

Außerdem könnte ich mir vorstellen, daß da auch die Psyche mit eine Rolle spielt. Dicke Menschen wohlen oftmals nicht auffallen in der Menschenmasse, möglichst keine Blicke auf sich ziehen usw.
Und je anstrengender man das versucht, desto eher geht das in die Hose bzw. dann meldet sich das Unterbewußtsein: man fängt an zu schwitzen.

Dass Sie schnelle schwitzen ist wohl bei den meisten so, aber
steht das mit dem höheren Körperfettanteil in Zusammenhang
oder hängt es nur indirekt mit der Körperfülle zusammen und
liegt an der damit meist einhergehenden geringen Kondition?

Ich denke, daß da viele Faktoren zusammenkommen, die gemeinsam das stärkere Schwitzen bedingen: isolierendes Körperfett, geringe Kondition, das was Matze schrieb, Kleidung, Psyche…

…und falls mir nochwas einfällt, meld ich mich nochmal *gg*

Gruß,
Sharon

Hi
Interessanterweise habe ich in letzter Zeit Dicke gesehen, die schwitzten OHNE sich über längere Zeiträume überhaupt zu bewegen, im Schatten wie in der sonne, aussentemperatur ~28°.
Das würde bedeuten dass es schneller eigentlich nicht geht.
HH

Hi,

Ja aber warum denn?

Weil sportlich Trainierte mehr leisten.
Der Nettowirkungsgrad der menschlichen Muskulatur liegt irgendwo zwischen 30 und 35%(25% wird auch oft angeführt), lässt sich durch Training nicht verbessern.
Der Rest ist „Abwärme“.
Wenn du also mehr leistest, produzierst du auch mehr Wärme, die muss irgendwo bleiben, also muss mehr geschwitzt werden, damit durch die Verdunstung Wärme abgeführt wird.
Die Fähigkeit, stärker zu schwitzen, ist eine Voraussetzung zu Erzielung höherer Leistungen, weil sonst der Körper sich zu stark erhitzen würde, was wiederum leistungsmindernd wirkt, bzw. sogar zum Belastungsabbruch führen kann.
Deshalb passt sich der Körper an, imdem er im Laufe des Trainingsprozesses mehr Schweiß produziert, der übrigens auch wässriger ist als der Schweiß Untrainierter, das siehst du auch daran, dass bei Trainierten weitaus weniger Schweißränder in der Kleidung zu sehen sind, obwohl intensiv geschwitzt wird.

Gruß

Axel

Hi!
Ich behaupte jetzt ganz einfach mal, dass man das pauschal nicht sagen kann, die Schweißproduktion von Menschen ist einfach von zuvielen Faktoren abhängig, nicht zuletzt von der genetischen Veranlagung!

Beispiel: Sportler A läuft 4 Runden um den Trainingsplatz, sieht danach aus als wenn er nichts gemacht hat, keine erkennbare Schweißbildung, weder im Gesicht noch am Körper
Sportler B (gleiche Größe, gleiches Gewicht) läuft auch 4 Runden…und tropft! Aber mal so richtig…gleiche Belastung, gleiche Vorraussetzungen, gleicher Fitnesszustand, gleiche Geschwindigkeit…und während A aussieht als wäre nichts gewesen, kann man B’s T-Shirt schon auswringen!

Jeder der schonmal schweisstreibenden Mannschaftssport getrieben hat, wird sowohl das eine als auch das andere Extrem kennen…
(oder man achtet mal bei Fußballübertragungen drauf…ein „Schwitz-Extrem“ wäre z.B. Gerald Asamoah, ein „Wenigschwitzer“ eher so jemand wie ein Miroslav Klose, aber da gibts bestimmt noch bessere Beispiele)

Um auf die Ausgangsfrage zu kommen: Fakt ist, Menschen die mehr wiegen, müssen mehr leisten um die gleichen Ergebnisse zu liefern, wie Menschen die wenig wiegen…es muss mehr Masse bewegt werden und in Bewegung gehalten werrden, das braucht mehr Muskeltätigkeit, erzeugt mehr Abwärme und führt zu mehr Schweiß…aber ob dünne Leute nicht genausoviel schwitzen würden (oder vielleicht mehr) wenn sie die gleiche Leistung bringen müssten, wäre mal zu untersuchen

Gruß
George

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Ich habe (leider) 40 kg Übergewicht und schwitze so gut wie gar nicht, auch bei längerer Belastung nicht- was meinen Kreislauf so sehr freut, dass er gern mal schlapp macht.
Ist also nicht grade gesund.
Eine Freundin von mir hat etwas Untergewicht (wieviel hat sie mir nie erzählt), sie schwitzt nach einem Sprint zur überfrühen Straßenbahn schon sehr stark.

Pauschalisieren kann man also nix

H wie Hola.

Weil sportlich Trainierte mehr leisten.

Richtig. Ein Profiradsportler bspw. leistet im Pulsbreich von 120 bis 140 teilweise das Dreifache als ein Gesundheitssportler oder gar ganz Untrainierter. Infolgedessen wird sogar das Abnehmen leichter: Der genannte Profiradsportler benötigt in etwa 12 Stunden Radfahren um ein Kilogramm körperfett zu verbrennen, während Untrainierte in etwa 48 Stunden zusätzlich radeln müssen.

Der Nettowirkungsgrad der menschlichen Muskulatur liegt
irgendwo zwischen 30 und 35%(25% wird auch oft angeführt)

Hättest Du dafür Quellen? Die Werte kommen mir arg groß vor. Lance Armstrong wird mit etwas über 23% angegeben, Jan Ullrich auf Grund seiner Ausnahmephysis bissel höher. Würde mich interessieren, woher die 30er Prozente kommen.

MfG

Einen schönen Spätabend,

Hättest Du dafür Quellen? Die Werte kommen mir arg groß vor.
Lance Armstrong wird mit etwas über 23% angegeben, Jan Ullrich
auf Grund seiner Ausnahmephysis bissel höher. Würde mich
interessieren, woher die 30er Prozente kommen.

Die habe ich hierher:

http://www.physiologie-lehre.uni-tuebingen.de/pdf_da…
(s.5)

Wobei das Problem mit dem Wikungsgrad ist, dass oft nicht angegeben wird, obs der Brutto- oder Nettowirkungsgrad ist, deswegen auch noch der 25er Wert von mir:wink:

CU

Axel

Hi,

Ja aber warum denn?

Weil sportlich Trainierte mehr leisten.
Der Nettowirkungsgrad der menschlichen Muskulatur liegt
irgendwo zwischen 30 und 35%(25% wird auch oft angeführt),
lässt sich durch Training nicht verbessern.
Der Rest ist „Abwärme“.
Wenn du also mehr leistest, produzierst du auch mehr Wärme,
die muss irgendwo bleiben, also muss mehr geschwitzt werden,
damit durch die Verdunstung Wärme abgeführt wird.

Warum leisten die mehr?
Energie ist Energie für einen Vorgang.
Ein dicker Mensch muss doch sogar noch mehr Masse bewegen.
Irgendwie versteh ich das noch nicht…

Gruß
JCK

Hi,

Warum leisten die mehr?

Weil sportlich trainiertee Menschen eine höhere Sauerstoffaufnahme haben, das bedeutet eine höhere Leitungsfähigkeit

Energie ist Energie für einen Vorgang.
Ein dicker Mensch muss doch sogar noch mehr Masse bewegen.

Das mag zwar für einen ruhigen Spaziergang stimmen, aber sobald die Belastung steigt, reicht bei den Dicken die zur Verfügung stehende Sauerstoffmenge nicht mehr aus, umd die Muskeln zu versorgen mit der Folge einer Übersäuerung und Belastungsabbruchs.
Dem Trainierten steht noch genügend Sauerstoff zur Verfügung, denn er muss ja nicht nutzlose Masse in Form von Fett mit sich herumschleppen, er kann sich damit höher belasten und weitaus mehr leisten.
Es muss ja einen Grund haben, warum Sportler in Sportarten, wo über lämngere Zeiträume hohe Leistungen erbracht werden, eher schlank sind.

CU

Axel

wenn wir unter uns waeren, haette ich dir jetzt einen punkt dafuer gegeben. allerdings moechte ich mich nicht ueber dicke lustig machen.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

huhu,

mal von deinem schmutzigen gedanken hier abgesehen…:wink:

wenn jemand dick ist, muss er mehr masse bewegen. das bedeutet, er muss sich mehr anstrengen.

ist er es jedoch gewohnt und sind seine muskeln darauf eingestellt, dann durefte das schwitzen nicht sein.

das liegt daran, dass es eigentlich nicht auf die masse ankommt, sondern auf die von dir aufgenommene energie vor dem schweissausbruch.

mir geht es gerade bei dieser hitze oft so, dass ich z.b. schokolade esse und 5 min spaeter schwitze. nun, dass ich mich beim greifen nach der schokolade ueberanstrenge, kann nicht sein, ich habe kein uebergewicht. aber wenn der koerper energie aufnimmt, ohne sie in form von arbeit abgeben oder ohne sie innerhalb von 5min speichern oder zu koennen, wandelt er sie in die fuer ihn schnellstmoeglich umwandelbare energieform um, in waerme.
das bedeutet, du schwitzt, um die waeme auszugleichen.

es ist auch moeglich, bei dieser hitze zu frieren.

mfg:smile:
rene

H wie Hola.

Zudem ändern sich die Relationen in der Zellatmung.

Es gibt zwar keinen „Fettverbrennungspuls“, wie es immer so schön propagiert wird, aber im aeroben Bereich überwiegt die Energiegewinnung aus Fetten. Baut man jetzt seine aeroben Kapazitäten aus, also langes Ausdauertraining zwischen 65 und 75% der maximalen Herzfrequenz, so wird sowohl die aerobe Glykolyse, als auch der Citratzyklus und schlußendlich auch die Atmungskette vom Körper an den Trainingsreiz angepaßt.

Folglich steigt die Leistung eben in diesem Pulsbereich, so daß trainierte Sportler (wie andernorts bereits geschrieben) bei der gleichen Pulsfrequenz viel mehr Leistung freisetzen.

Darüber hinaus kommen dann auch nich die Effekte hinzu wie Verschiebung des Ruhepulses, steigende Sauerstoffaufnahmefähigkeit, Anpassung des Herzens und, und, und.

MfG

Moin

wenn wir unter uns waeren, haette ich dir jetzt einen punkt
dafuer gegeben. allerdings moechte ich mich nicht ueber dicke
lustig machen.

nun, ich hab auch nicht-Dicke schon ohne sich zu bewegen schwitzen sehen, aber nicht so oft. Ausserdem musste ich beim Schreiben unwillkürlich an den kleinen Marius M.-W. denken. Man soll sich auch nicht lustig machen und so war es auch nicht gemeint.

Helge

Hallo,

physikalisch sieht das so aus, dass die Wärmeabfuhr über die Körperoberfläche passiert. Dicke haben aber ein für die Wärmeabfuhr ungünstigeres Oberflächen-Volumen-Verhältnis als Dünne. Daraus folgt, dass sie schon bei niedrigeren Temperaturen die Verdunstung (= Schwitzen) als Kühlmethode einsetzen müssen. Insbesondere dann, wenn sie körperlich tätig werden, da für jede Bewegung mehr Energie umgesetzt wird. Auch der Grundumsatz ist bei Dicken höher.

Aber wie die anderen Postings ziegen, gibt es da gewaltige individuelle Unterschiede, so dass das oben gesagte nur als „Mittelwert“ gesehen werden kann.

Gruß, Niels

Moin,

nun, ich hab auch nicht-Dicke schon ohne sich zu bewegen
schwitzen sehen, aber nicht so oft. Ausserdem musste ich beim
Schreiben unwillkürlich an den kleinen Marius M.-W. denken.
Man soll sich auch nicht lustig machen und so war es auch
nicht gemeint.

doch, man darf sich lustig machen. Man soll Spaß haben und auch mal einen Spruch reinhauen.
Ich nutze allein in meinem Umfeld die Faktoren blond, Frau, Mann, groß, klein, vollbusig / flach, Beamter, alt, jung, dick / dünn, grau, Glatze etc. pp. um mal einen Kalauer in die Runde zu werfen.
Auch und gerne über mich selbst (135 kg).
Man darf nur nicht immer nur auf einem herumhacken oder jemanden fertig machen, der nicht kontern kann. Und eine echte Schwäche, einen wunden Punkt also, zu mißbrauchen ist eine Sauerei.

Gruß
BeLa
*der diesen Sommer „Tauwetter für Dicke“ nennt und auch leicht schwitzt*

huhu,

mal von deinem schmutzigen gedanken hier abgesehen…:wink:

[…]

Da interessiert mich jetzt aber, welchen „schmutzigen“ Gedanken Du mir unterstellt hast. =)

Ich möchte mich bei allen Beteiligten für die große Sammlung von Erfahrungen und Begründungen bedanken, die hier genannt wurden.
Das fand/finde ich sehr interessant.