Kommunikationsverhalten

Hallo,

ich dachte, dieses Brett könnte vielleicht noch am besten passen. Meine Frage handelt vom Kommunikationsverhalten (K), u.z. im privaten Bereich.
Mir ist klar, dass jeder Mensch mit einem bestimmten K aufwächst, das ihn sein Leben lang prägt, das er auch nur schwer ändern kann.

Speziell geht es mir darum, dass mich im privaten Umfeld folgendes immer mehr nervt: Ich erzähle irgend etwas, seien es simple Dinge wie z.B. Urlaubserlebnisse, aber mich evtl. auch aufrührende, wie z.B. über die bevorstehende schwere OP meines Mannes.

Statt teilzunehmen und evtl. weiter zu hinterfragen, höre ich dann als Antwort z.B. „Das ging uns auch mal so“, „Der Herr X mußte auch erst kürzlich ins Krankenhaus“ „Meine Mutter hat mir auch erzählt, dass…“

In der Folge erzählen die Menschen mir dann irgend etwas von sich oder xbeliebigen anderen. Ich fühle mich dann immer öfter vor den Kopf gestoßen und empfinde es als mangelnde Teilnahme und Desinteresse an meinem Leben, meiner Person.

Für mich ist es immer selbstverständlich, wenn mir etwas erzählt wird, zu hinterfragen bzw. meine Anteilnahme durch interssierende Fragen zu zeigen und die Menschen erzählen dann auch gerne. Ich habe dies auch im Bekanntenkreis schon mal extra gemacht, weil ich dachte, derjenige merkt das vielleicht. Aber wenn ich dann nach einer halben Stunde vielleicht mal etwas von mir erzählt habe, kam gleich wieder eine Erzählung mit Bezug auf denjenigen selbst. Wollte ich das Gespräch evtl. wieder auf mich beziehen, wurde ich unterbrochen oder es geht nach dem vorherigen Muster weiter.

Inzwischen nervt mich das so sehr, dass ich mich von solchen Bekannten am liebsten komplett zurückziehen würde.
Erwarte ich zuviel? Bin ich zu empfindlich?
Selektieren oder in Kauf nehmen? Oder…?

Viele Grüße,
hemba

Hallo!

Hallo,

ich dachte, dieses Brett könnte vielleicht noch am besten
passen. Meine Frage handelt vom Kommunikationsverhalten (K),
u.z. im privaten Bereich.
Mir ist klar, dass jeder Mensch mit einem bestimmten K
aufwächst, das ihn sein Leben lang prägt, das er auch nur
schwer ändern kann.

Naja, so einfach ist es nicht. Kommunikation ist sehr komplex. Nach Watzlawik kann man nicht nicht kommunizieren.
Ich denke, was du meinst ist die Interaktion (Wechselbeziehung). Die wiederum hat sehr viel mit Verhalten zu tun. Welches erlernt aber auch verändert werden kann.

Speziell geht es mir darum, dass mich im privaten Umfeld
folgendes immer mehr nervt: Ich erzähle irgend etwas, seien es
simple Dinge wie z.B. Urlaubserlebnisse, aber mich evtl. auch
aufrührende, wie z.B. über die bevorstehende schwere OP meines
Mannes.

Statt teilzunehmen und evtl. weiter zu hinterfragen, höre ich
dann als Antwort z.B. „Das ging uns auch mal so“, „Der Herr X
mußte auch erst kürzlich ins Krankenhaus“ „Meine Mutter hat
mir auch erzählt, dass…“

In der Folge erzählen die Menschen mir dann irgend etwas von
sich oder xbeliebigen anderen. Ich fühle mich dann immer öfter
vor den Kopf gestoßen und empfinde es als mangelnde Teilnahme
und Desinteresse an meinem Leben, meiner Person.

Das ist mir auch schon aufgefallen. Ich sehe das eher als gesellschaftlices Problem. Das Interesse am Mitmenschen schwindet immer mehr. In den Medien (Hauptmanipulation der Gesellschaft) geht es auch nur um banale Themen. Menschliche Probleme werden kaum tiefgründig behandelt.

Für mich ist es immer selbstverständlich, wenn mir etwas
erzählt wird, zu hinterfragen bzw. meine Anteilnahme durch
interssierende Fragen zu zeigen und die Menschen erzählen dann
auch gerne. Ich habe dies auch im Bekanntenkreis schon mal
extra gemacht, weil ich dachte, derjenige merkt das
vielleicht. Aber wenn ich dann nach einer halben Stunde
vielleicht mal etwas von mir erzählt habe, kam gleich wieder
eine Erzählung mit Bezug auf denjenigen selbst. Wollte ich das
Gespräch evtl. wieder auf mich beziehen, wurde ich
unterbrochen oder es geht nach dem vorherigen Muster weiter.

Es gibt Menschen, denen wird viel erzählt. Das sind die sogenannten Zuhörer. Das ist nichts schlimmes eher im Gegenteil. Du wirst auch jemanden finden der dir zuhört.

Inzwischen nervt mich das so sehr, dass ich mich von solchen
Bekannten am liebsten komplett zurückziehen würde.
Erwarte ich zuviel? Bin ich zu empfindlich?
Selektieren oder in Kauf nehmen? Oder…?

Nun ich würde prüfen, wenn dir etwas erzählt wird ob es dem Gegenüber dabei gut geht.
Ich würde mich nicht von Bekannten zurückziehen. Suche dir einen der Dir zuhört.

Viele Grüße,
hemba

Gruß

Moin,

ich fürchte bei konsequenter Umsetzung Deines Anspruches recht bald einen sehr Überschaubaren Kreis von Menschen um Dich herum (Freunde) haben würdest.

Es ist heute (nicht zuletzt durch Medien und z. B. Internet, aber auch SMS, Facebook udgl.) scheinbar üblich und akzeptiert, andere mit vermeintlichen Infos zu zu müllen. M. E. sind die meisten Mitmenschen gar nicht in der Lage, diese Flut zu verarbeiten und viele flüchten sich deshalb zunehmend in eine Art Oberflächlichkeit: Man hört kaum noch hin, nimmt nur noch (reißerische) Überschriften wahr und hält sich (dennoch) für gut informiert.

Deinem Anspruch an eine tiefer gehende Unterhaltung dürften nur wenige gerecht werden (können) - und aus diesem kleinen Kreis sollte man seine Freunde (nicht Kumpels, Clique odgl.) haben.

Test
Hallo noch Mal,

ein Arbeitskollege machte dazu bereits in den 1980-er Jahren gerne folgenden „Test“.

Auf die Allerwelts-Frage „wie geht?“ antwortete er gern „Man kann nicht genug klagen!“, was die wenigsten überhaupt wahrnahmen . . .

Und NEIN, der Kollege ist kein Rechtsanwalt odgl. :wink:

Hi,

„Wie geht’s“ ist ein Gruß, und keine Bitte um Information. Oder antwortest du auf „Auf Wiedersehen!“ auch mal mit „Bloß nicht!“ oder auf „Guten Morgen!“ mit „Danke, das ist lieb von dir.“?

die Franzi

3 „Gefällt mir“

Hi,

ich sehe das Ganze nicht ganz so dramatisch.

Kommunikation ist nie zum Selbstzweck da, sie hat keinen Wert an sich - man möchte etwas erreichen. Man bittet um Hilfe, Zustimmung, Kritik, Mitgefühl, man möchte Information weitergeben oder warnen, loben, ermutigen… Und abei darf man nie vergessen: Kommunikation ist das, was beim anderen ankommt. Es ist völlig egal, wie du es gemeint hast - wenn es der andere „verkehrt“ (= nicht so, wie von Dir beabsichtigt) interpretiert, haben wir einen wunderbaren Grundstein für Missverständnisse und Streit.
Man kann Mitgefühl auf verschiedene Arten kommunizieren. Indem man explizit sagt „Ach, das tut mir aber leid für Dich.“ oder „Macht Dich das sehr traurig? Erzähl mir.“ Man kann aber auch Verständnis signalisieren, indem man entgegnet, dass man schon gleiche Erfahrungen gemacht hat. Beides dient dem Zweck, soziale Bindungen herzustellen oder zu vertiefen, dem anderen zu signalisieren, dass er nicht allein ist - entweder, weil der Gesprächspartner für ihn da ist („Du tust mir leid!“), oder weil der Gesprächspartner vermittelt, dass sein Gegenüber nicht alleine ist mit seinem Problem - auch das tröstet und verbindet. Aber jeder von uns hat andere Präferenzren, die vom Typ und von der Situation abhängen.
Anscheinend möchtest du ersteres (Zuhören), und bekommst imer zweiteres (ähnliche Geschichten). Meiner Ansicht nach hat die von dir so gehasste Reaktion nichts mit der modernen Gesellschaft zu tun - sie ist einfach eine von den Möglichkeiten, Anteilnahme zu signalisieren.Versuch es dochmal so: Sage „Ich möchte mal jemandem mein Herz ausschütten. Hör mir einfach nur zu!“ oder „Wie würde es Dir an meiner Stelle gehen?“
Ich gehöre übrigens zu der Gruppe, die mit „Ach, das tut mir leid für dich!“, „und wie geht es Dir dabei?“ oder „Jetzt bist du bestimmt traurig!“ überhaupt nichts anfangen kann - es bringt mich auf die Palme! Die leute haben dabei immer so ein mitleidvolles Gesicht aufsitzen, das ich ihnen nicht abnehme - mein Problem ist ja auch nicht ihres. Ich möchte entweder eine Lösung angeboten bekommen (wenn ich denn schon mal meinen Mund auftue und was sage), oder eben diese Geschichten a la „Das kenn ich auch…“ - damit ich nicht mehr das Gefühl habe, ich wäre der einzige auf der Welt mit dem Problem.

die Franzi

Nun ich würde prüfen, wenn dir etwas erzählt wird ob es dem
Gegenüber dabei gut geht.

Aus welchem Grund „prüfen“? Wenn er mir etwas Bedrückendes erzählt,
sehe ich ggf. die Sorge und versuche sie, mit ihm zu teilen, ihn zu verstehen, ihn ggf. zu ermuntern. Ist es etwas Lustiges, sehe ich die Freude und versuche, sie mit ihm zu geniessen…
Denkst Du an etwas Bestimmtes?

Ich würde mich nicht von Bekannten zurückziehen. Suche dir
einen der Dir zuhört.

Diese Personen gibt es. Aber z.B. in einer Gruppe empfinde ich es ganz stark, in der „man“ sich seit Jahren gegenseitig einlädt, Tennis spielt, ausgeht, usw. Meinst Du, auch da eher nicht zurückziehen, auch wenn sich immer mehr das Gefühl aufbaut, emotional ständig „Gebender“ zu sein und der jeweils andere der „Nehmende“?
Was spricht dafür? Im Alter nicht allein zu sein? Unterhalten zu werden? Christliche/ideelle Werte? Fehlt mir der entsprechende Idealismus dafür, das ständig einseitige Zuhören als befriedigendes Geben zu empfinden?

Gruss, hemba

Hallo,

Du hast recht, - das sind auch meine Gedanken. Manchmal würde ich diesen kleiner werdenden Kreis durchaus lieber haben. Dann wieder scheue ich mich davor.
Aber vielleicht hilft es mir, wenn ich bewußt Deinem Vorschlag folge und die Bekannten, die Clique, etc. als das sehe, wie „es“ sich abspielt: als meist oberflächliche Unterhaltung - und wenn es in die Tiefe geht, mit mir als Zuhörer (der dann eben lernen muss, nicht mehr ganz so gut zuzuhören, um nicht dieses ständige einseitige Gefühl zu haben)…

Danke. Gruss, hemba

Moin,

„Wie geht’s“ ist ein Gruß, und keine Bitte um Information.

schon klar, und dennoch scheint auf diese „Grußformel in Frageform“ eine Reaktion in Form einer Antwort/Entgegnung erwartet zu werden.

Antworte auf diese Floskel Mal mit: „Nicht so gut - meine Mutter ist gestern verstorben“ und wundere Dich (nicht) wie viele darauf erwidern „Das freut mich!“

Ich sehe durchaus eine zunehmende Oberflächlichkeit in der verbalen Kommunikation - in manchen Lebensbereichen und Lokalitäten ist sie wegen des Umgebungslärms überdies kaum möglich.

Oder antwortest du auf „Auf Wiedersehen!“ auch mal mit „Bloß
nicht!“ oder auf „Guten Morgen!“ mit „Danke, das ist lieb von
dir.“?

Ich „antworte“ durchaus, zumal ich ziemlich sicher sein kann, dass die meisten das eh nicht „mitkriegen“ i. S. v. inhaltlich nicht verarbeiten:

„Auf Wiedersehen“ könnte ich sagen „So Gott will“ i. S. v. „Wenn es sich denn gar nicht vermeiden lässt“ oder „Ja, wiedersehen wäre okay“ und lasse aus, dass alles darüber Hinausgehende besser nicht geschieht . . .

Auf die Floskel „Guten Morgen“ antworte ich einem Menschen, bei dem ich das ernsthaft meine z. B. „Den wünsche ich Dir auch“ oder „Ih wünsche Dir sogar einen schönen Tag“

Hallo,
ich denke, du solltest zwischen Smalltalk und „ernsthaftem Gespräch“ unterscheiden. Gesellschaftlicher Standard ist der Smalltalk, um seichte Informationen auszutauschen, in Kontakt zu bleiben, nett zu sein, in Gemeinschaft zu sein oder was auch immer.
Wie ich deinen Zeilen entnehmen kann suchst du aber auch mal ein Gespräch über „Dinge“, die dir etwas mehr bedeuten als ein Schwatz beim Bäcker. Ich denke, das musst du dem oder den Gegenüber(n) signalisieren und das Gespräch sollte mE auch nicht mit zu vielen Leuten gleichzeitig geführt werden.
Und wenn dann trotzdem das Gegenüber das Gespräch auf sich lenkt, dann könnte es ja auch sein, dass das Gegenüber ebenfalls das Bedürfnis hat, sich tiefgehender über „seine“ Anliegen auseinander zu setzen, dann ist das gefragt, was du von anderen einforderst.

Erwarte ich zuviel? Bin ich zu empfindlich?
Selektieren oder in Kauf nehmen? Oder…?

Du hast ein Bedürfnis artikuliert, das aber nicht von allen Menschen befriedigt werden kann.
Bei mir selbst orientiert sich die Qualität einer Beziehung zu anderen an der Möglichkeit, persönliche Themen besprechen zu können. Viele Freunde habe ich nicht…

LG
C.

Hallo hemba

Statt teilzunehmen und evtl. weiter zu hinterfragen, höre ich
dann als Antwort z.B. „Das ging uns auch mal so“, „Der Herr X
mußte auch erst kürzlich ins Krankenhaus“ „Meine Mutter hat
mir auch erzählt, dass…“

Das mit dem Hinterfragen ist immer so eine Sache. Manche Menschen betrachten es als aufdringlich Dinge zu hinterfragen. Man könnte es als zu Neugierig empfinden, von seinem Gegenüber "ausgequetscht " zu
werden. Deshalb halten sich viele mit dem Hinterfragen zurück und warten, bis dieser jemand von allein mit weiteren Informationen rausrückt. ich werte soetwas nicht unbedingt als Dessinteresse, sondern als Rücksichtnahme.

Für mich ist es immer selbstverständlich, wenn mir etwas
erzählt wird, zu hinterfragen bzw. meine Anteilnahme durch
interssierende Fragen zu zeigen und die Menschen erzählen dann
auch gerne. Ich habe dies auch im Bekanntenkreis schon mal
extra gemacht, weil ich dachte, derjenige merkt das
vielleicht. Aber wenn ich dann nach einer halben Stunde
vielleicht mal etwas von mir erzählt habe, kam gleich wieder
eine Erzählung mit Bezug auf denjenigen selbst. Wollte ich das
Gespräch evtl. wieder auf mich beziehen, wurde ich
unterbrochen oder es geht nach dem vorherigen Muster weiter.

Es wird Menschen geben, die dein gut gemeintes Hinterfragen nicht als Interesse deinerseits, sondern als aufdringliche Neugier empfinden.
Man sollte feinfühlig an ein Hinterfragen rangehen.

Inzwischen nervt mich das so sehr, dass ich mich von solchen
Bekannten am liebsten komplett zurückziehen würde.

Wie wäre es erstmal mit der Frage warum sie so sind?

Erwarte ich zuviel? Bin ich zu empfindlich?
Selektieren oder in Kauf nehmen? Oder…?

Wenn du herausfindest, das es wirklich Dessinteresse ist würde ich selektieren, ansonsten würde ich die Rücksichtnahme nicht zu neugierig zu sein akzeptiern, oder absprechen, das du es möchtest, daß hinterfragt wird.

Gruss
pue

Hallo,

die Intention der Zuhörenden könnte ein ganz andere sein als die von dir Gemutmaßte: Indem sie von eigenen Erfahrungen mit dem von dir angesprochenen Problem berichten, möchten sie signalisieren, dass du damit nicht allein dastehst.

Das Ganze nach dem Prinzip „Geteiltes Leid ist halbes Leid“ und eher als Akt der Solidarisierung zu verstehen als das Bemühen, ihre eigenen Erlebnisse über die deinen zu stellen.

Wenn du dich davon nicht gleich ausbremsen lässt, kann daraus ein durchaus fruchtbarer Austausch werden. Sich einfach nur ausheulen hingegen kann man am Ehesten bei Menschen, die einem sehr nahestehen - oder einem professionellen Zuhörer.

Schöne Grüße,
Jule

Hallo,

„Wie geht’s“ ist ein Gruß, und keine Bitte um Information.

ei wo kommst du denn her?

Bei uns ist das immer noch eine Frage nach der Befindlichkeit. Oder ich habe was noch nicht mitbekommen.

LG
Stefan

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Ich kann absolut verstehen, warum du das so empfindest. Ging mir auch so. Menschen reden am liebsten von sich selbst. Auch wenn sich gelegentlich etwas ausführlichere/tiefergehende Gespräche mit nicht engen Freunden (von denen ich auch nur ein oder zwei habe) als one-off ergeben, so sind dies nicht Menschen von denen ich erwarten darf, dass sie sich für mich, mein Leben, meine Probleme interessieren. Ich bin kein relevanter Teil ihres Lebens und bedeute ihnen nichts. Das habe ich akzeptiert. Ich bin nach wie vor bis zu einem gewissen Grad anteilnehmend, frage auch immer noch nach, versuche aber keinen dazu zu bekommen, das Interesse an mir zu zeigen, das ich gerne hätte.

Mein Gefühlsleben ist nicht abhängig von anderen Menschen (außer ich mache den Fehler und lasse es zu). Wenn man die eigene Sichtweise ändert, verändert das die Kommunikation/Erfahrungen und negative Gefühle lassen sich vermeiden. Deine Gefühle folgen deinen Glaubenssätzen („wenn ich etwas erzähle, sollten andere Interesse zeigen“/„wenn ich selbst anteilnehmend bin und Interesse zeige, sollten andere das auch bei mir tun“). Wir haben viel zu viele Glaubenssätze, die für uns nicht mehr funktionieren, die wir jedoch nicht hinterfragen weil wir das nicht gewohnt sind.

Vor allem „schwerwiegende“, mit größeren Emotionen verbundene Dinge erzähle ich meistens gar nicht (außer nur um des Erzählens willen aus einer Situation heraus), denn keine Anteilnahme der Welt von welchen Personen auch immer wird bewirken, dass ich mich besser fühle oder dass sich an meiner Situation was ändert. Ich alleine bin dafür verantwortlich. Da ich Anteilnahme nicht mehr suche, brauche ich auch nicht darüber zu reden und evtl. andere Leute damit zu belasten.

Und hier ist es auch verständlich, dass andere Leute sich nicht mit negativen Emotionen belasten wollen. Denn wer Anteilnahme zeigt, versetzt sich schon mal in die missliche Lage die (oft unbewusst) negative Gefühle erzeugt. Wenn ich also selbst Anteilnahme zeige, dann mit emotionaler Distanz. Der anderen Person hilft es nicht, wenn auch ich mich schlecht fühle. Ganz im Gegenteil kann meine gleichbleibende positive Energie der anderen Person helfen.

Ich glaube, dass es dir helfen würde, deinen Glaubenssatz zu dem Thema zu ändern, denn der „Fehler“ liegt NIEMALS bei anderen Leuten, sondern immer nur an deiner Sichtweise basierend auf deinen Glaubenssätzen. Wenn du die änderst, wirst du auch ganz andere Erfahrungen machen, denn die Leute werden darauf reagieren.

Ich weiß dass es nicht einfach ist Glaubenssätze zu erkennen und zu ändern, hier hilft nur Übung. Aber es macht das Leben so viel besser. Law of Attraction.

Moin!

Aus welchem Grund „prüfen“? Wenn er mir etwas Bedrückendes
erzählt,
sehe ich ggf. die Sorge und versuche sie, mit ihm zu teilen,
ihn zu verstehen, ihn ggf. zu ermuntern. Ist es etwas
Lustiges, sehe ich die Freude und versuche, sie mit ihm zu
geniessen…
Denkst Du an etwas Bestimmtes?

Mit prüfen meine ich, belastet es mich stark. Stellt sich eine Belastung ein, sollte ich mir eine andere Strategie einfallen lassen.

Diese Personen gibt es. Aber z.B. in einer Gruppe empfinde ich
es ganz stark, in der „man“ sich seit Jahren gegenseitig
einlädt, Tennis spielt, ausgeht, usw. Meinst Du, auch da eher
nicht zurückziehen, auch wenn sich immer mehr das Gefühl
aufbaut, emotional ständig „Gebender“ zu sein und der jeweils
andere der „Nehmende“?

Das sind deine persönlichen Eindrücke, die mit den Anderen eher wenig zu tun haben. Das ist deine Rolle in „der“ Gruppe. Ich gehe davon aus, dass du eine gern gesehene Person bist. Ich sehe bei dir einen Wunsch des gegenseitigen Nehmen und Geben.
Ich habe auch Gruppen in denen ich mich mich bewege die oberflächlich sind. Auf der anderen Seite wenig Menschen mit den ich philosophieren und Emotionen austauschen kann. Aus diesen Gesprächen ziehe ich die Kraft die Oberflächlichkeit zu überstehen. Wie gesagt, dass sind sehr intime Gesprächspartner beider Geschlechter.

Was spricht dafür? Im Alter nicht allein zu sein? Unterhalten
zu werden? Christliche/ideelle Werte? Fehlt mir der
entsprechende Idealismus dafür, das ständig einseitige Zuhören
als befriedigendes Geben zu empfinden?

Ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen: „Geben ist seeliger den Nehmen“. Denn Umgang damit, ist was sich lohnt zu lernen.

Gruss, hemba

Gruß

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Hi,

aber du erwartest doch hoffentlich keinen ausführlichen Krankenbericht, oder? Im deutschen antwortet man schon etwas ausführlicher / wahrheitsgemäßer als im Englischen, wo es wirklich eine reine Grußformel ist, die stereotyp mit „Fine“ oder ähnlichem banal-positiv klingenden beantwortet wird.

die Franzi

Ich begrüße Dich.

Moin,

Das ist als Grußformel um die Tageszeit, zu der Du antwortest, wohl unangebracht - 16.20 it es nicht mehr Morgen.

„Wie geht’s“ ist ein Gruß, und keine Bitte um Information.

schon klar, und dennoch scheint auf diese „Grußformel in
Frageform“ eine Reaktion in Form einer Antwort/Entgegnung
erwartet zu werden.

siehe meine Antwort an Stefan.

Ansonsten war Dein Posting sehr aufschlussreich, ich werde also bei Dir genau zuhören (bzw. mitlesen), denn Du meinst ja offensichtlich, was Du sagst.

Insofern nehme ich es Dir übel, dass Du Dich nicht verabschiedet hast.

Ich verabschiede mich (im Gegensatz zu Dir).

die Franzi

Hallo,

ich weiß ja nicht wie es dir geht, aber wenn ich jemanden frage: „Wie geht es dir?“ dann mein ich die Frage ernst. Und wenn dann eine ausführliche Antwort kommt, dann höre ich zu. Ansonsten frage ich nicht.

LG
Stefan

Moin,

Das ist als Grußformel um die Tageszeit, zu der Du antwortest,
wohl unangebracht - 16.20 it es nicht mehr Morgen.

http://de.wikipedia.org/wiki/Moin

Kommunikation ist was richtig Tolles.

Hi,

irgendwo unterwegs ist da ein Missverständnis entstanden, vermutlich aus meiner (etwas engen?) Interpretation der vorher beschriebenen Situation.
Wenn der xte Kollege ins Lehrerzimmer kommt, an mir vorbeiläuft und fragt „Hi! Wie geht’s?“ gibt es nur ein kurzes „Hi! Danke, gut“ oder „Hi!Na, so lala.“
Setzt sich ein Kollege in der Mittagspause neben mich, schaut mich an und fragt: „Na, wie geht’s?“ wird ein Gespräch draus.

die Franzi

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