Kopf-Fitness

ich habe mal ne frage. steigert lesen eigentlich die intelligenz? damit meine ich jetzt nicht das lesen von fachbüchern, was ja wohl klar sein dürfte, sondern das tägliche lesen von romanen etc. werden durch die bildhafte vorstellung von geschichten neue hirnströme entwickelt?

diese frage ist ernst gemeint.

Moin, Bert,

steigert lesen eigentlich die intelligenz?

schwierige Frage, das ist wie mit der Henne und dem Ei: Lesen wir, weil wir intelligent sind oder werden wir intelligent, weil wir lesen?

werden durch die bildhafte
vorstellung von geschichten neue hirnströme entwickelt?

Hirnströme nicht, die fließen oder eben nicht, aber neue Verschaltungen entstehen im Gehirn. Dadurch wird das Gehirn komplexer, ob so auch der Mensch klüger wird, steht wieder auf einem anderen Blatt.

diese frage ist ernst gemeint.

Diese Antwort auch.

Denken, Grübeln, Phantasieren hält zumindest die grauen Zellen in Schwung, und das ist der Intelligenz sicher zuträglicher als sich berieseln zu lassen. Ich glaube aber nicht, dass sich diese Efekte messen lassen.

Gruß Ralf

Hallo!

Wissenschaftlich erklären kann ich es nicht.

Aber ich denke ja, denn es fördert ja die Ausdrucksweise und korrektes Schreiben. Von der Phantasie mal nicht zu reden.

Gruß
Carmen

Hi!
Neben der erwähnten Verbesserung von Ausdrucksweise und Rechtschreibung trainierst du beim Lesen ja auch noch ganz andere Sachen:

  • Du liest mit der Zeit immer schneller, d.h. deine Auffassungsgabe erhöht sich.
  • Deine Interessengebiete werden sich verdreifachen oder mehr, denn je mehr man liest, desto mehr will man wieder lesen (dabei ist es egal, ob es ein historischer Roman oder ein schnöder Krimi ist).
  • Dein Anspruch in Sachen Literatur steigt immens: Während du anfangs alles lesen könntest, was dir in den Weg kommt, wirst du schnell von den Groschenromanen abrücken, sobald du etwas mehr gelesen hast. Irgendwann verstehst du, warum ein Buch gerade so hoch gelobt wird und was mit sprachlicher Genialität gemeint ist.
  • Dein Allgemeinwissen erhöht sich mit jedem Buch, genauso wie die Fähigkeit, sich bestimmte Dinge merken zu können. Jedes noch so billige Werk enthält irgendwo ein paar Randinfos, die dir interessant erscheinen und die du dir vlt. auch nur unterbewusst abspeicherst und bevor du dich versiehst, gehörst du zu den schlauen Bestien, die aus dem Stehgreif 20 Seiten Faust zitieren und auch wissen, was denn nun eigentlich „des Pudels Kern“ ist.

Und wenn du all diese Fähigkeiten verbessert hast, einfach nur durch sture Wiederholung ein und desselben Vorgangs „Lesen“, dann musst du ja erstmal nicht zwangsläufig intelligenter sein. Aber geh dann mal an den Zeitungsstand und kauf dir die, die dir am meisten zusagt. Ich wette 1:100 du nimmst lieber die dicke, ausführliche mit viel Schrift und wenig schwarz-weiß-Bildern, als irgendein Großtituliertes Schrei(b)blatt mit Nakschen…
Ich glaube nicht an den Untergang des Buches zu Gunsten des Internets. Schonmal die „Dreizehneinhalb Leben des Käpt´n Blaubär“ von Walther Moers gelesen? So schön kann nur ein Buch sein…

ciaosen,
the_digger

Hi Bert (

Hallo,

ich habe zufällig heute gelesen: Die fünf größten Irrtümer in Sachen Gedächtnistraining.
5 Beschäftigungen, die das Gedächtnis nicht trainieren: Lesen, Gesellschaftsspiele, Kreuzworträtsel, Fernsehen, passive Mitgliedschaft im Verein
Diese machen fit:
schwieriges Stricken, anspruchsvolle Gartenarbeit, Schach/ Backgammon/ Bridge, Vereinsarbeit im Vorstand, selbstorganisiertes Reisen.

Gruß
Otto

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Hallo Otto,

ich habe zufällig heute gelesen:

was man nicht so alles liest?!

Diese Beraterliteratur sollte eigentlich waffenscheinpflichtig werden.
Nur so meine Meinung, nachdem ich bei meiner Frau, einigen Freunden und Bekannten und auch Verwandten einige Blicke in diverse Ratgebern zu so ziemlich jedem Thema dieser Welt (von a wie Afterpickel bis z wie Zwiebelallergie) geworfen habe.
Da schreibt man, frei von der Last jeglichen Sachverstands, frei von der Leber weg, um seinen eigenen Geist zu befreien und das Konto zu beschweren.

Gandalf

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ich habe mal ne frage. steigert lesen eigentlich die
intelligenz?

Steigern, lieber Bert, lässt sich die Intelligenz schon leider mal sowieso nicht, so fängst schonmal an. Wir haben ein nettes kleines Kontingent an Gehirnzellen, ungefähr so wie wir ein nettes kleines Kontingent an Leberzellen haben, und diese netten kleinen Kontingente können wir jetzt nutzen oder auch nicht. Wir können sie auch durch Saufen etc. reduzieren, aber das ist ja nicht unser Thema.
Na klar, der Geist, die Persönlichkeit usw. des Menschen wird sicherlich durch Lektüre verändert, meistens auch verbesert, aber es kömmt ja wohl sehr arauf an, WELCHEN Schund äh welche Lektüre man sich da zufügt. Wenn ich jeden Tag nur BILD; Mottenpost oder sonntags die furchtbare WELT AM SONNTAG lese, kann mein Geist dadurch natürlich nicht gerade großartig wachsen.
Dann schon lieber die ST PAULI NACHRICHTEN, da wächst wenigsens was Anderes.
Vorzuziehen wäre dann schon sowas wie „Ästhetische Theorie“ von Tho W. Adorno oder weiß der Henker was.
Viel Feude am Lesen wünscht Dir jedenfalls
Branden

[ot] Lesefähigkeit
Hi Otto,

ich habe zufällig heute gelesen: Die fünf größten Irrtümer in
Sachen Gedächtnistraining.

das mag schon sein, gefragt wurde jedoch nach einer Verbesserung der Intelligenz. Wie wir sehr schön an Demenzkranken sehen, gehört dazu weit mehr als nur die Merkfähigkeit.

Gruß Ralf

danke, hast mir aus der Seele gesprochen! owt
ich sagte: owt!!!

intelligenz sucks…
hallo,

ich kenne mich ja schon ne weile und bin sehr skeptisch, dass meine brufsgruppe immer überdurchschnittlich bei diesen IQ tests abschneidet. mich hat ein solcher test i.d. grundschule mal vor der sonderschule-oder-wie-der-politcal-correct.e-ausdruck-heisst bewahrt. immerhin soviel.

ansonsten ist mir das ganze zu subjektiv und ich versuche meine mam auch davon zu überzeugen, dass die ‚üblichen‘ kreuzworträtsel nichts in dieser hinsicht aussagen / messen (anders womöglich bei den a la eckstein / zeit / faz etc. rätseln). für mich kann ich mir sehr gut vielleser vorstellen, die trotzdem einen ‚IQ‘ von unterhalb raumtemperatur haben.

seit ich als anfänger in sachen radikaler konstruktivismus auf das oak-school experiment stiess (http://www.innovationen-fuer-deutschland.de/impulse_…) bin ich dem ganzen thema gegenüber noch skeptischer geworden…

stefan

Hi Bert,

ich glaube, dass Lesen tatsächlich bildet. Auch die Erschaffung einer geistigen Erlebniswelt, die man ja auch beim Lesen aufbaut, fördert neue Verknüpfungen.
Aber es sind eben nur die Verknüpfungen, die mit dem Lesen von Romanen zu tun hat. Deshalb wird man nicht besser in Mathe oder Physik.
Um in allem besser zu werden, muss man auch alles trainieren. Aber das kann ja kaum einer.
Außerdem kommt es auf die Qualität der Romane an.

Jetzt eine kleine Kritik, die du bitte als konstruktive Kritik verstehen sollst:
Wenn du schon viel liest, wirst du sicher erkannt haben, dass es in der deutschen Sprache so etwas wie Groß- und Kleinschreibung gibt.
Deine Anfrage besteht nur aus Kleinschreibung.
Es fördert auch das Denken (die Intelligenz?), wenn man versucht auch in einem Forum die Rechtschreibung zu beachten :wink:

(Ich hab’ es auch versucht, und es ist mir bestimmt nicht wirklich gelungen, oder?)

Viele Grüße

Jens

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