Hi!
fühlst du dich bedroht, wenn jemand ein Kreuz trägt?
Wenn ich an die christlichen Fundamentalisten z.B. in den USA denke, ja.
Wenn ich an Kardinal Ratzinger denke, ja.
Wenn ich an Bischof Dyba aus Fulda denke, ja.
Wenn ich an die „Societas Jesu“, ja.
Wenn ich an „Opus dei“ denke, ja.
Wenn ich an diverse Enzyklika des Papstes denke, ja.
Wenn ich an den Abtreibungsprozeß gegen Dr. Theißen in Memmingen denke, ja.
Wenn ich an den gewalttätigen evangelischen Pastor in meinem Geburtsort denke, ja.
Wenn ich an die pädophilien Bischöfe und Priester in Österreich, den USA und anderswo denke, ja.
Wenn ich an Dinge denke wie Kreuzzüge, Bekehrung, Inquisition, ja.
Wenn ich an die Ausrottung von Azteken, Inkas und sonstigen gewaltsamen Bekehrungen im Namen Christi denke, ja.
Das Kreuz ist für mich ein Symbol der Gewalt. So wie Hammer und Sichel. So wie die Swastika. So wie der Halbmond.
Reicht das?
Das Kopftuch ist ein religiöses Symbol, kein politisches und
wohl kaum mit dem Hakenkreuz vergleichbar.
Und warum wird gerade in islamisch geprägten Staaten so heftig um die Kopfbedeckung der Frauen gestritten?
Ich habe im meiner Schulzeit den P-Feudel getragen. Ein simples Halstuch. War das auch nur ein ethnisches Symbol ohne politische Kraft?
Zieh dir mal ein blaues Hemd mit Schulterklappen und passendem Halstuch an - zack, wirst du verhaftet. Weil verboten. Denn Blauhemd und Halstuch haben Symbolkraft.
Und was ist mit dieser Kleidung: Springerstiefel, Reiterhose, braunes Hemd, diagonal über die Brust geführter Lederriemen. Kleidung ohne jede Symbolkraft?
Aber du stehst mit deiner Meinung nicht alleine da: Unsere
tolerante Frau Hohlmeier denkt genauso wie du…
Alice Schwarzer übrigens auch.
Zitat: „Wer sich kritisch über den Schleier äußert, wird gerade in Deutschland gerne der „Intoleranz“, ja des „Rassismus“ verdächtigt. Seither [gemeint ist 1979, der Sieg Khomeinis; Anm. von mir] sind die unter einem Kopftuch oder gar Ganzkörperschleier verborgenen Mädchen und Frauen nicht weniger, sondern mehr geworden. Und das nicht nur in von islamischen Fundamentalisten beherrschten oder terrorisierten Ländern, wie Afghanistan oder Algerien, sondern auch mitten in Europa. Bin ich also eine Rassistin, wenn ich hoffe, dass die Karlsruher RichterInnen die enorme Gefahr erkennen und endlich das schon lange fällige Grundsatzurteil sprechen, dass den Schleier aus deutschen Schulen fernhält - im Namen von Gleichheit, Emanzipation und Selbstbestimmung? Nein, im Gegenteil! Ich fürchte, die wahren Rassisten sind diejenigen, die im Namen einer falsch verstandenen Toleranz für den Schleier in deutschen Schulen plädieren. Denn sie unterstützen damit die sich demonstrativ abgrenzende, eine Gettoisierung von Muslimen in Deutschland fördernde Position einer Minderheit, die die demokratische Mehrheit der MuslimInnen in Deutschland nicht will, die sie aber zunehmend unter Druck setzt, ja terrorisiert. […] In Deutschland aber wird keine Frau gesteinigt, wenn sie kein Kopftuch trägt. Und seit mindestens 20 Jahren ist der Schleier keine Frage von Tradition oder Glauben mehr, sondern - eine politische Demonstration.“
Ich bin wahrlich kein Freund von Alice Schwarzer, aber hier stehe ich auf ihrer Seite.
Die türkischstämmige Lale Akgün (MdB SPD) auch.
Zitat: „Beim Kopftuch geht es doch gar nicht um den persönlichen Glauben. Es gibt viele türkische Lehrerinnen, die keins tragen. Das Kopftuch hat ganz demonstrative Bedeutung, mit dem sich bestimmte religiöse Ambitionen und Tendenzen verbinden. Man kann auch ohne Kopftuch glauben, es ist kein zwingendes Glaubensbekenntnis. Es ist ein Verhaltensmuster. […] Kein Mensch muss seinen Glauben an der Klassentür ablegen. Aber es sollte nicht Teil der Arbeit sein.“
Grüße
Heinrich