Kopftuchstreit Fereshta Ludin

Hallo,

Feine Sache. Dann können Lehrer ja auch „Ausländer raus“
Plaketten tragen, so als Weltanschauung und Erinnerungsstück
an die letzte tolle Demo.

Heee? Ich meine genau das Gegenteil. Ich fordere Toleranz,
„Ausländer raus“ drückt Intoleranz aus!

genau da fängt mein Problem an.
„Ausländer raus“ drückt Intoleranz aus. ‚Glatze, Kampfanzug und Springerstiefel‘ sicher auch. Nun frag ich mich, ob das für DIESES Kopftuch nicht auch gilt. So sehr tolerant sind die islamischen Fundamentalisten ja wohl auch nicht.

cu Rainer

Hallo,

P.S. noch ein Denkanstoß in beide Richtungen: wie sieht es mit
Perücken aus - um das eigene Haar zu verdecken.

Daß Perücken eine Weltanschauung/Religion ausdrücken sollen ist mir neu. In dem Urteil ging es doch nicht um Mode. Du hast selbst den Zusammenhang zu den Kruzifixen in Bayern hergestellt. Bleib auf dieser Ebene, da gehört das Thema hin.

Daß das inkonsequent gehandhabt wird, stört mich persönlich am meisten.
Ich finde es richtig, das Kopftuch und die Kruzifixe aus den Klassenzimmern zu verbannen. Nicht in Ordnung finde ich eindeutig Christliche Geschichten, teilweise in Anlehnung an die Bibel, in Lesebüchern, also im Deutschunterricht zu finden. Das verstößt meiner Meinung nach gegen die Relogionsfreiheit.

cu Rainer

kopftuch die 2te
hallo Wolfgang

Friedrich, fühlst Du Dich durch den Anblick einer Frau, die
ein Kopftuch trägt, sittlich gefährdet, bedroht oder sonstwie
beeinträchtigt?

also meine Meinung ist sehr pauschal:

Ich denke das das Koptuch ein Symbol

der Unterdrückung

ist und eine bestimmte Lebensweise fordert.

die genannte Frau findet Frauen
unrein die sich anders verhalten

da steckt eine geballte bittere Ladung Zynismus hinter

… die Türkei und auch Frankreich sehen das auch nicht so naiv wie du es siehst:wink:
cu
Friedrich

Gruß
Wolfgang

Trennung von Kirche und Staat.
Hallo Wolfgang,

ich sehe es wie Marion: An staatlichen Schulen haben weder Kruzifixe zu hängen, noch Lehrer mit ihren SPD-Button oder Lehrerinnen mit ihrem muslimischen Kopftuch zu erscheinen. Es geht hier nicht um Verbote an Schulen (Schülerinnen tragen weiter, was sie wollen). Sondern um die weltanschauliche Neutralität von Lehrern.

Müssen wir jetzt die Tracht
der Ordensschwestern in konfessionellen Schulen abschaffen?

Nein, denn es handelt sich um konfessionelle Schulen. Frau Ludin unterrichtet an eine Privatschule, und wenn sie hier eine Kopftuch trägt, ist das ja auch völlig in Ordnung.

Ich will keine Kruzifixe in deutschen Gerichten, und ich will keine LehrerInnen an einer staatlichen Schule für meine (zur Zeit nicht vorhandenen:smile:) Kinder, die ihre Weltanschauung so dringend nach außen tragen müssen.

Grüße,

barbara

Hallo Rainer,

P.S. noch ein Denkanstoß in beide Richtungen: wie sieht es mit
Perücken aus - um das eigene Haar zu verdecken.

Daß Perücken eine Weltanschauung/Religion ausdrücken sollen
ist mir neu. In dem Urteil ging es doch nicht um Mode. Du hast
selbst den Zusammenhang zu den Kruzifixen in Bayern
hergestellt. Bleib auf dieser Ebene, da gehört das Thema hin.

Es geht mir bei Perücken ganz sicher nicht um Mode sondern um die Praxis von moslemischen Frauen, anstelle des Kopftuchs die unauffälligere Perücke als Alternative zu wählen, um das eigene Haar vor Männerblicken zu verstecken und um die daraus resultierende Frage, ob das Tragen von als Perücken erkenntlichen Perücken von moslemischen denn dann auch verboten werden sollten / könnten…
(Offensichtlich sind die im Umlauf befindlichen Perücken so gut, daß es den Männern nicht auffällt (sorry, kleiner Scherz am Rande))

Daß das inkonsequent gehandhabt wird, stört mich persönlich am
meisten.
Ich finde es richtig, das Kopftuch und die Kruzifixe aus den
Klassenzimmern zu verbannen. Nicht in Ordnung finde ich
eindeutig Christliche Geschichten, teilweise in Anlehnung an
die Bibel, in Lesebüchern, also im Deutschunterricht zu
finden. Das verstößt meiner Meinung nach gegen die
Relogionsfreiheit.

Ich halte es aber für richtig, Äußerlichkeiten wie Kette oder Kopftuch zuzulassen (Religionsfreitheit), auch wenn die Inhalte (Neutralitätsprinzip), und damit stimme ich mit Dir wieder überein, neutral zu halten sind.

Gruß
Claudia

… In dem Urteil ging es doch nicht um Mode.

Hallo!

Bitte erkläre mir, woran man erkennt, ob ein Kopftuch aus religiösen, modischen, kosmetischen oder anderen Gründen getragen wird. Denke dabei nicht nur an häßliche graue oder schwarze Fummel. Schau Dir manche Frauen mit durchaus modisch-elegantem Kopftuch an: Ein Genuß fürs Auge und pure Ästhetik! Ich finde es einfach nur verquast, darin besondere Symbolik, gar Unterdrückung, Gefährdung der Kinder, politische oder religiöse Beeinflussung oder was auch immer zu sehen.
Menschen mit Wurzeln in anderen Kulturkreisen kleiden sich nun einmal anders, als es die Leute hier gewohnt sind.
Es ist leider wahr, daß Kleidung in einigen Kulturkreisen zwangsweise verordnet als Teil einer religiös verbrämten Unterdrückungsmaschinerie mißbraucht wird. Darum ging es im vorliegenden Fall aber nicht im entferntesten. Viele junge, selbständig lebende Frauen kleiden sich bei uns entsprechend ihren kulturellen Wurzeln und ihrer lebenslangen Gewohnheit. Einfach freiwillig, weil sie es so und nicht anders leiden mögen. Das läuft anderweitig unter Brauchtum. Mit einem bestimmten Glauben, mit Indoktrination und Zwang hat das alles herzlich wenig zu tun. Was ist daran anstößig oder kollidiert mit irgendwelchen deutschen Vorschriften? Was in einigen Länderparlamenten ablaufen soll, ist miefige Tölpelei provinzieller Dumpfbacken.

Gruß
Wolfgang

Frage
Hallo Barbara,

wie ich hier schon mal schrieb, trage ich als Lehrerin ein Kreuz an meiner Halskette. Es ist eindeutig ein Symbol des Christentums, obwohl ich es nur trage, weil es ein Erinnerungsstück ist. Es ist mir wichtig, ich lege es nie ab, auch nicht in der Nacht.
Müsste ich es deiner Meinung nach doch ablegen, wenn ich in die Schule gehe? Oder irgendwo unterschreiben, dass ich nicht gläubig bin??

Die Frage ist ernst gemeint.

Lieben Gruß
Camilla

Hallo Camilla,

wie ich hier schon mal schrieb, trage ich als Lehrerin

Bist Du Beamtin oder Angestellte an einer staatlichen Einrichtung?

Müsste ich es deiner Meinung nach doch ablegen, wenn ich in
die Schule gehe?

Du hast mich zwar nicht gefragt, aber ich würde es begrüßen, wenn Lehrer an staatlichen Schulen sowas dann unter der Kleidung tragen. Wenn das nicht geht, dann eben gar nicht.

Was hältst Du von Lehrern mit satanischen Symbolen um den Hals in Grundschulen?
Würde es Dich nicht stören, so in keinster Weise, wenn Deine Tochter eine solche Lehrerin hätte?

Interessiert mich wirklich. Hanna hat mir auf dieselbe Frage leider noch nicht geantwortet.

Gruß,

Malte.

Ich finde es einfach nur verquast, darin besondere
Symbolik (…) zu sehen.

Es war Fereshta, die damit anfing, ihr Kopftuch als besondere Symbolik wichtig zu nehmen, anstatt es auf eine Weise zu tragen, die keinen Anstoß erregt.

Mit herzlichem Gruß,

Wolfgang Berger

Hallo Malte,

ich bin keine Beamtin, aber arbeite in fester Anstellung bei einem Bildungsträger, der vom Arbeitsamt und Europäischem Sozialfonds (also mit öffentlichen Mitteln) finanziert wird. Ich sehe keinen Unterschied zweischen meiner Funktion und der von Lehrern in „normalen“ Schulen.

Ich gebe zu, mich würden satanische Symbole zwar stören, ich würde aber nicht gleich deswegen Amok laufen. Ich würde abwarten, wie der Lehrer so ist. Wenn er seinen Job gut macht und die Schüler nicht beeinflusst, habe ich kein Problem mit dem, was er trägt. Vielleicht trägt es das nur, weil ihm so etwas einfach gefällt? Vielleicht ist er trotzdem ein sehr guter Leherer?

Ich hätte auch keine Problem mit einer Leherin, die ein Kopftuch trägt. Das Problem käme erst, wenn sie versuchen würde, meinen Kinder ihre Religion aufzudrängen. Ansonsten kann sie tragen, was sie immer möchte.

Lieben Gruß
Camilla

Hi,

ich bin keine Beamtin, aber arbeite in fester Anstellung bei
einem Bildungsträger, der vom Arbeitsamt und Europäischem
Sozialfonds (also mit öffentlichen Mitteln) finanziert wird.
Ich sehe keinen Unterschied zweischen meiner Funktion und der
von Lehrern in „normalen“ Schulen.

Naja, ich schon ein wenig, aber der Unterschied mag nur ein philosophischer sein.

Ich gebe zu, mich würden satanische Symbole zwar stören, ich
würde aber nicht gleich deswegen Amok laufen.

Nun, einen Amoklauf sehe ich auch nicht wirklich - mir _scheint_, am emotionalsten reagieren in dieser Diskussion die „Tolerierer“.

Ich würde
abwarten, wie der Lehrer so ist. Wenn er seinen Job gut macht
und die Schüler nicht beeinflusst, habe ich kein Problem mit
dem, was er trägt.

Akzeptiert - ich fände es hochspannend, zu sehen, wie so „der Schnitt durch die Gesellschaft“ damit umgehen würde. Ich denke nicht, daß der Lehrer besonders glücklich würde, und ich glaube auch nicht, daß sonderlich viele für ihn in die Bresche springen würden, wie sie es jetzt für das Kopftuch tun.

Vielleicht trägt es das nur, weil ihm so
etwas einfach gefällt? Vielleicht ist er trotzdem ein sehr
guter Leherer?

Ja, das ist möglich. Das hat auch keiner bestritten, IIRC.

Ich hätte auch keine Problem mit einer Leherin, die ein
Kopftuch trägt. Das Problem käme erst, wenn sie versuchen
würde, meinen Kinder ihre Religion aufzudrängen. Ansonsten
kann sie tragen, was sie immer möchte.

Wann beginnt „aufdrängen“? Schwierig.
Ich versuche in dieser Diskussion, mich in die Rolle des betroffenen Vaters hineinzuversetzen - und bevor ich mein Kind wegen so etwas auf eine andere Schule schicken würde (und damit evtl. gar von seinen Kindergartenfreunden o.ä. trennen würde), würde ich wohl auch erstmal mit den Leuten sprechen und danach dann auf mein Bauchgefühl, also den Gesamteindruck vertrauen.

Für den Interessenkonflikt „Glaubensfreiheit Trennung von Kirche und Staat“ fällt mir auch keine tolle Lösung ein, aber mir persönlich ist letzteres halt wichtiger.

Gruß,

Malte.

Hallo Wolfgang,

genau das ist eigentlich das typische am bürgerlichen Staat. Man macht gesetze, die jeden bürger in eine für ihn beschriebene Rolle versetzen, aus der er ohne Gesetzesbruch nicht herauskommt. Das nennt man Freiheit.
Einfacher wäre es natürlich, sich auf ein simples rechtssystem zu einigen, welches auf allgemeinsten Grundlagen beruht (ähnlich zehn Gebote, reicht fast) und wenn einer unbedingt eine faschistische Diktatur errichten will, soll er das tun, muß sich aber nen Kopf darüber machen, wie er sich bis dahin verköstigt. Glaub mir, ne Bratwurst und ein Bier nach zwei Tagen reicht, um ihn seine polititische Gesinnung überdenken zu lassen. Dafür muß er allerdings eine Gegenleistung erbringen.
Sowas kann man allerdings tatsächlich erst machen, wenn es genügend geistigt weit emanzipierte Menschen gibt.

Gruß
Frank

Gute und böse Symbole

Hallo Barbara,

wie ich hier schon mal schrieb, trage ich als Lehrerin ein
Kreuz an meiner Halskette. Es ist eindeutig ein Symbol des
Christentums, obwohl ich es nur trage, weil es ein
Erinnerungsstück ist. Es ist mir wichtig, ich lege es nie ab,
auch nicht in der Nacht.
Müsste ich es deiner Meinung nach doch ablegen, wenn ich in
die Schule gehe? Oder irgendwo unterschreiben, dass ich nicht
gläubig bin??

Die Frage ist ernst gemeint.

Es gibt einen gesellschaftlichen Grundkonsens,
was gut und böse ist.

Frauen schlagen ist z.B. böse, seinem
Nächsten helfen, barmherzig sein,… ist gut.

Gewaltverherrlichende Symbole sollten selbstverständlich
von Erziehenden, (und einen Erziehungsauftrag hast
du als Lehrer *ausdrücklich* vom Gesetzgeber übertragen!)
nicht getragen und präsentiert werden.

Dein Kreuz symbolisiert einen Glauben, der
anhält selbstlos Gutes zu tun, sogar das wohl bekannteste
Beispiel für Gewaltfreiheit (Rechte und Linke Wange)
stammt daher und ist deshalb meiner Meinung nach
nicht nur erlaubt, sondern im wahrsten Sinne des
Wortes *gut* für Deine „Kleinen“ :smile:

Gruss, Marco

Hi Marco,

Es gibt einen gesellschaftlichen Grundkonsens,
was gut und böse ist.

Aha.

Gewaltverherrlichende Symbole sollten selbstverständlich
von Erziehenden, (und einen Erziehungsauftrag hast
du als Lehrer *ausdrücklich* vom Gesetzgeber übertragen!)
nicht getragen und präsentiert werden.

Jegliche religiösen Symbole sollten aufgrund der Trennung von Kirche und Staat nicht getragen werden.

Dein Kreuz symbolisiert einen Glauben, der
anhält selbstlos Gutes zu tun, sogar das wohl bekannteste
Beispiel für Gewaltfreiheit (Rechte und Linke Wange)
stammt daher und ist deshalb meiner Meinung nach
nicht nur erlaubt, sondern im wahrsten Sinne des
Wortes *gut* für Deine „Kleinen“ :smile:

Mir wird schlecht…

Aus einem Internetforum:

Inquisition (13.-18. Jh.)
Bis 10 Millionen Tote sowie unzählige Gefolterte, Misshandelte und Terrorisierte (Der Spiegel, 1.6.98).

Kreuzzüge (11.-13. Jh.)
Bis zu 22 Millionen Tote, darunter Tausende von deutschen Juden (Hans Wollschläger, „Die bewaffneten Wallfahrten nach Jerusalem“).

Heiden (9.-12. Jh.)
Während des Mittelalters werden Zehntausende germanische und slawische »Heiden« von deutschen Königen und Fürsten mit Gewalt zum »Christentum« bekehrt oder grausam abgeschlachtet. Die Kirche gibt ihren Segen dazu oder ruft zu »Kreuzzügen« gegen die Slawen auf (Karlheinz Deschner, »Kriminalgeschichte des Christentums«, Band 4, 5 und 6).

Eroberung Amerikas
In den ersten 150 Jahren nach der Eroberung durch die Spanier »im Namen Gottes« sterben 100 Millionen Menschen - der »größte Völkermord aller Zeiten« (Theologe Boff, Publik-Forum, 31.5.91).

Katharer, Waldenser, Hussiten, Täufer
Tausende von Andersgläubigen sterben auf Geheiß der Kirchen (auch der lutherischen).

Hexen (16.-18. Jh.)
Deschner veranschlagt die Opfer des kirchlichen Hexenwahns auf 9 Millionen (Deschner, »Abermals krähte der Hahn«, S. 347). Andere Schätzungen liegen tiefer, doch jedes Opfer ist ein Opfer zuviel. Zumeist Frauen sterben einen grausamen Tod, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Die Anleitung dazu, der »Hexenhammer«, stammt von zwei deutschen Dominikanermönchen. Auch Luther lässt Hexen verbrennen. (s. a. Hubertus Mynarek, »Die neue Inquisition«)

usw. usf…

Und jetzt sag nicht, das Kreuz sei nur ein christliches Symbol und nicht nur den Kirchen vorbehalten - die Swastika hat Hitler auch nicht erfunden.
All diese Schrecken sind von den Kirchen stets gedeckt oder veranlasst worden.

Blut. DAFÜR steht das Kreuz auch.

Ich hoffe, daß ich dieses Kreuz von meinen „Kleinen“ maximal fernhalten kann, bis sie selbst entscheiden können.

Du siehst, mit dem Konsens ist es nicht weit her, was „Gut“ und „Böse“ ist…

Missverständnis?
Camilla und Pendragon:

Man sollte unterscheiden zwischen der
Präsentation beliebiger weltanschaulicher
Symbole einmal als Schmuck und einmal
als Ausdruck einer Überzeugung.

Warum sollte man sich *nicht* schmücken
dürfen?

Dann kommen wir zu Verhältnissen,
bei denen auch noch Lippenstift
und Nagellack verboten werden.

Gruss, Marco

Hi Marco,

Es gibt einen gesellschaftlichen Grundkonsens,
was gut und böse ist.

Aha.

Ich habe nicht behauptet, Deine Werte müssten
damit übereinstimmen.

Gewaltverherrlichende Symbole sollten selbstverständlich
von Erziehenden, (und einen Erziehungsauftrag hast
du als Lehrer *ausdrücklich* vom Gesetzgeber übertragen!)
nicht getragen und präsentiert werden.

Jegliche religiösen Symbole sollten aufgrund der Trennung von
Kirche und Staat nicht getragen werden.

Du bist nicht sehr belesen?

Schau Dir mal das Grundgesetz, insbesondere
Präambel und die ersten paar Paragraphen an.

Dein Kreuz symbolisiert einen Glauben, der
anhält selbstlos Gutes zu tun, sogar das wohl bekannteste
Beispiel für Gewaltfreiheit (Rechte und Linke Wange)
stammt daher und ist deshalb meiner Meinung nach
nicht nur erlaubt, sondern im wahrsten Sinne des
Wortes *gut* für Deine „Kleinen“ :smile:

Mir wird schlecht…

Das war nicht meine Absicht, und es tut
mir leid, sollte die Ursache bei *mir* liegen.

Aus einem Internetforum:

[… viele Verbrechen des Mittelalters …]

All diese Schrecken sind von den Kirchen stets gedeckt oder
veranlasst worden.

Alles verändert sich, auch Kirchen.
Welche Kirche hat in den letzten zwei Jahren
die meisten Toten verursacht?

Welche hat den meisten Menschen *geholfen*?

Blut. DAFÜR steht das Kreuz auch.

Das Kreuz steht für Leiden.
Dafür, dass alles Unrecht, alle Sünden
und alles Böse zu Leiden führt.

Ich hoffe, daß ich dieses Kreuz von meinen „Kleinen“ maximal
fernhalten kann, bis sie selbst entscheiden können.

Dieses „Kreuz“ solltest Du auch von ihnen fern halten.

Bedenke:
In der Kinderkirche wird Deine „Kleinen“ sicherlich
keiner zu Kreuzzügen oder Hexenverbrennungen
auffordern. Aber an Geschichten wie den
„Verlorenen Sohn“ und den „Barmherzigen Samariter“
werden sie sich noch als Erwachsene und möglicherweise
als Entscheidungsträger erinnern.

Du siehst, mit dem Konsens ist es nicht weit her, was „Gut“
und „Böse“ ist…

Ganz im Gegenteil! Wir stimmen sehr stark
überein, was Gut und Böse ist. Hexenverbrennungen
sind böse, und genau das ist auch ein, wenn
auch nur ein ganz kleiner Teil des gesellschaftlichen
Grundkonses, den ich meine.

Gruss, Marco

Hallo Camilla,

mir geht es nicht um gute oder böse Symbole. Ich denke, das Kreuz als Symbol des Christentums ist allgemein bekannt und es würde von jedem so verstanden werden. Also solltest du es als Lehrerin an einer staatlichen Schule eigentlich nicht sichtbar tragen. Ich würde mir wünschen, das an staatlichen Schulen Lehrer ihre Weltanschauungen für sich behalten, bis sie gefragt werden - und sie nicht nach außen demonstrieren. Dass es immer Einzelfälle geben wird, wo manches vor Ort einzeln zu bewerten ist, wie in deinem Fall, stimmt sicher. Aber davon kann ich doch nicht eine grundsätzliche Entscheidung abhängig machen, die die weltanschauliche Neutralität des Staates wahren bzw. herstellen soll (das gilt auch @Wolfgang). Und dieser Neutralität sind explizit seine Diener - sprich die Beamten - auch verpflichtet und darauf eingeschworen. Was du sonstwo machst und trägst, ist ja dein Ding und interessiert mich nicht und geht auch den Staat dann wirklich gar nichts an.

liebe grüße,

barbara

Jegliche religiösen Symbole sollten aufgrund der Trennung von
Kirche und Staat nicht getragen werden.

Du bist nicht sehr belesen?

Schau Dir mal das Grundgesetz, insbesondere
Präambel und die ersten paar Paragraphen an.

Das ändert wohl nichts daran, oder?

Dein Kreuz symbolisiert einen Glauben, der
anhält selbstlos Gutes zu tun, sogar das wohl bekannteste
Beispiel für Gewaltfreiheit (Rechte und Linke Wange)
stammt daher und ist deshalb meiner Meinung nach
nicht nur erlaubt, sondern im wahrsten Sinne des
Wortes *gut* für Deine „Kleinen“ :smile:

Mir wird schlecht…

Das war nicht meine Absicht, und es tut
mir leid, sollte die Ursache bei *mir* liegen.

Es sei Dir verziehen…

Aus einem Internetforum:

[… viele Verbrechen des Mittelalters …]

All diese Schrecken sind von den Kirchen stets gedeckt oder
veranlasst worden.

Alles verändert sich, auch Kirchen.

Das Kreuz ist stets dasselbe geblieben, oder?

Welche Kirche hat in den letzten zwei Jahren
die meisten Toten verursacht?

Mein Blick reicht durchaus über zwei Jahre hinaus.
Oder möchtest Du das Hakenkreuz als altindisches Sonnensymbol zulassen, weil in den letzten zwei Jahren keiner unter diesem Symbol umgebracht wurde?

Welche hat den meisten Menschen *geholfen*?

Geholfen? Du meinst die zigtausenden von pädophilen Geistlichen, z.B.?

Blut. DAFÜR steht das Kreuz auch.

Das Kreuz steht für Leiden.

Richtig.

Dafür, dass alles Unrecht, alle Sünden
und alles Böse zu Leiden führt.

Richtig. Eigentlich peinlich, damit rumzulaufen. Wäre es mir zumindest.

Ich hoffe, daß ich dieses Kreuz von meinen „Kleinen“ maximal
fernhalten kann, bis sie selbst entscheiden können.

Dieses „Kreuz“ solltest Du auch von ihnen fern halten.

Ich werd mein Bestes tun.

Bedenke:
In der Kinderkirche wird Deine „Kleinen“ sicherlich
keiner zu Kreuzzügen oder Hexenverbrennungen
auffordern. Aber an Geschichten wie den
„Verlorenen Sohn“ und den „Barmherzigen Samariter“
werden sie sich noch als Erwachsene und möglicherweise
als Entscheidungsträger erinnern.

Solche Geschichten sind weder dem Christentum noch der Kirche vorbehalten.

Du siehst, mit dem Konsens ist es nicht weit her, was „Gut“
und „Böse“ ist…

Ganz im Gegenteil! Wir stimmen sehr stark
überein, was Gut und Böse ist. Hexenverbrennungen
sind böse, und genau das ist auch ein, wenn
auch nur ein ganz kleiner Teil des gesellschaftlichen
Grundkonses, den ich meine.

Wie dem auch sei - _diese_ Diskussion ist hier wohl offtopic.
Mir kommt es darauf an, darauf hinzuweisen, daß „Gut“ und „Böse“ sehr willkürliche Kategorien sind.

Malte.

die abweichende Meinung der Richter:
Hallo,

ich fand sehr interessant, was die Richter zu vermelden hatten, die in der Minderheit waren, sie haben sie ungewöhnlich scharf vom Mehrheitsurteil distanziert:

Ein Auschnitt, den ich wichtig finde:

Die Senatsmehrheit nimmt zu Unrecht einen schwerwiegenden Eingriff in die Religions- und Weltanschauungsfreiheit der Beschwerdeführerin an, um einen Gesetzesvorbehalt zu rechtfertigen. Damit verkennt sie die funktionelle Begrenzung des Grundrechtsschutzes für Beamte. Im Fall des Zugangs zu einem öffentlichen Amt gibt es keine offene Abwägungssituation gleichwertiger Rechtsgüter; das für die Grundrechtsverwirklichung wesentliche Rechtsverhältnis in der Schule wird in erster Linie durch den Grundrechtsschutz von Schülern und Eltern geprägt.

  1. Wer Beamter wird, stellt sich in freier Willensentschließung auf die Seite des Staates. Der Beamte kann sich deshalb nicht in gleicher Weise auf die freiheitssichernde Wirkung der Grundrechte berufen wie jemand, der nicht in die Staatsorganisation eingegliedert ist. In Ausübung seines öffentlichen Amtes kommt ihm deshalb das durch die Grundrechte verbürgte Freiheitsversprechen gegen den Staat nur insoweit zu, als sich aus dem besonderen Funktionsvorbehalt des öffentlichen Dienstes keine Einschränkungen ergeben. Der beamtete Lehrer unterrichtet auch im Rahmen seiner persönlichen pädagogischen Verantwortung nicht in Wahrnehmung eigener Freiheit, sondern im Auftrag der Allgemeinheit und in Verantwortung des Staates. Beamtete Lehrer genießen deshalb bereits vom Ansatz her nicht denselben Grundrechtsschutz wie Eltern und Schüler: Die Lehrer sind vielmehr an Grundrechte gebunden, weil sie teilhaben an der Ausübung öffentlicher Gewalt.

uswusf.

Urteil und abweichende Meinung findet man hier:

http://www.bverfg.de/cgi-bin/link.pl?presse

beste Grüße,

Barbara

P.S. Auf Entscheidung vom 24.09.2003 klicken
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