es geht um den Shador. Und der ist als solcher erkennbar.
Hallo Raimund,
ich verstehe schon ganz richtig, was in den Köpfen abgeht.
Es geht ausschließlich um den Shador.
Kann man dieses Kleidungsstück nicht einfach nur attraktiv finden, eben hübsch anzusehen? Kann man dieses Kleidungsstück nicht einfach als Ausdruck von Tradition sehen? Kann man dieses Kleidungsstück nicht als Ausdruck der Zugehörigkeit einer bestimmten Volksgruppe sehen wie die Krachlederne der Bayern? Und sollte es uns nicht am A*** vorbei gehen, was die Menschen glauben oder nicht glauben?
Staatliche Schulen und Einrichtungen haben politisch und weltanschaulich neutral zu sein. Aber wie es typische Kleidung in Indien, Afrika und Südamerika gibt und diese Menschen auch hierzulande weiter ihre landestypische, gewohnte Kleidung tragen, gilt das eben auch für ein schlichtes Kopftuch. Man kann beim Anblick vieler Menschen auf die Herkunft und mit einiger Wahrscheinlichkeit zutreffend auf den Glauben schließen. Das sind aber Vorgänge im Kopf des Betrachters. Beim Anblick eines Kopftuches um ein südländisch aussehendes Gesicht assoziiert der Betrachter Taliban, Afghanistan… blah, blah. Auf die Idee, daß da keine Demo und keine Missionierung abgezogen wird, wollen viele Menschen überhaupt nicht kommen. Auch nicht auf die Idee, daß es sich einfach um eine landestypische Kleidung handelt. So wie in vielen Gegenden der Erde die Menschen eben eine andere Hautfarbe haben. Sollen die sich jetzt hell schminken? Sollen Menschen ihre Wurzeln verleugnen?
Dann gibts noch die ganz Schlauen, die Frauen aus anderen Ländern kennen, die kein Kopftuch tragen und daraus messerscharf schließen, mit dem Kopftuch hat es eben doch eine besondere Bewandnis. Ja, Himmel, Arsch und Zwirn, auch wir Deutschen sind doch nicht unentwegt am Jodeln, essen gelegentlich außer Sauerkraut und Eisbein noch andere Speisen, sind nicht alle Schuhplattler und Alpenhornbläser, tragen nicht alle eine Lederhose, trinken nicht ständig literweise Bier aus gewaltigen Krügen und wohnen nicht alle in Heidelberg, um nur wenige Klischees über das Bild der Deutschen zu bedienen.
Merkst Du wirklich nicht, wie krank das alles ist? Es handelt sich ganz schlicht um die Ablehnung alles Fremden. Die Menschen stören uns nicht, sie tun uns nichts, sie machen ihre Arbeit … aber sie sehen irgendwie anders aus. Da wird nun alles an den Haaren herbeigezogen, was nur greifbar ist - natürlich hat alles seine Ordnung und geht alles nach Recht und Gesetz zu. Deshalb bemüht man die abenteuerlichsten Kontrukte und macht aus landestypischer Bekleidung kurzerhand eine religiöse Demonstration. Der Geist der Progrome des Dritten Reichs lebt! Sündenböcke gesucht!
Gruß
Wolfgang