Kosten Tierheim

Hallo Levay,

dass eine moralische Verpflichtung besteht diese Kosten zu
übernehmen sei mal außer Frage. Mir geht es nur um den
rechtlichen Aspekt.

Da stelle ich mir als juristischer Laie ähnliche Fragen wie
der Vorposter, nämlich:

  1. muß der Tierschutzverein im Vorfeld vermuten, dass das Tier
    nicht herrenlos ist um überhaupt unter dem Aspekt der GoA
    tätig zu werden?

Damit meine ich, ist es ausreichend erst mal im eigenen
Interesse (also als Tierschutzverein sich um Tiere in Not
kümmern zu wollen) tätig zu werden und sollte sich im
Nachhinein herausstellen, das Tier ist nicht herrenlos und es
kann daher nachträglich vermutet werden man habe im Interesse
des Besitzers gehandelt oder muß der Tierschutzverein zum
Zeitpunkt der Behandlung genau unter dem Aspekt der GoA
(mutmaßliches Interesse und Willen) handeln?

Um es vielleicht etwas deutlicher zu machen folgender Fall:

Ich finde ein verletztes (meiner Ansicht nach wild lebendes) Wildschwein, bin so tierlieb, dass ich es zum Tierarzt bringe und übernehme die Behandlungskosten. Nach der Behandlung stellt sich heraus, dass das Tier Eigentum eines Zoos ist. Kann ich nun (abgesehen von eventuell auf anderem Wege durchsetzbaren Forderungen) wegen GoA die Behandlungskosten vom Zoo einfordern?

  1. wenn der Tierschutzverein vermutet, das Tier sei
    ausgesetzt, es liegt also mutmaßlich nicht im Interesse des
    Besitzers, dass das Tier kostenintensiv behandelt wird, kann
    der Verein dann trotzdessen von einer GoA ausgehen?

Gruß

Joschi

Da stelle ich mir als juristischer Laie ähnliche Fragen wie
der Vorposter, nämlich:

Für einen Laien stellst du aber ziemlich komplexe Fragen zum Leistungsstörungsrecht :wink:

  1. muß der Tierschutzverein im Vorfeld vermuten, dass das Tier
    nicht herrenlos ist um überhaupt unter dem Aspekt der GoA
    tätig zu werden?

Er muss halt Fremdgeschäftsführungswillen haben. Davon würde ich in dem Katzenfall mal ganz locker ausgehen.

  1. wenn der Tierschutzverein vermutet, das Tier sei
    ausgesetzt, es liegt also mutmaßlich nicht im Interesse des
    Besitzers, dass das Tier kostenintensiv behandelt wird, kann
    der Verein dann trotzdessen von einer GoA ausgehen?

Da bin ich mir gerade unschlüssig. Auf den ersten Blick: nein.

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Hallo Levay,

erst mal Danke für deine Antwort

Für einen Laien stellst du aber ziemlich komplexe Fragen zum
Leistungsstörungsrecht :wink:

Mein tiefergehendes Interesse kam aus einer Fragestellung im Mietrechtsbrett: /t/heizoel-bei-auszug-mit-miete-verrechnen/5723012/9

Ich erhoffte mir insgeheim meine Ausführungen dort bestätigt zu sehen :wink:.

Gruß

Joschi

Hallo Lulea,

ich kann nur nochmal auf die fundierte und erfreulich sachliche (da hätte ich persönlich gezz Schwierigkeiten mit) Antwort von Anne verweisen:

/t/kosten-tierheim/5724286/14

Und nochmal zum allgemeinen Verständnis: Du kannst dein Kind nicht ernähren und holst dir eine Katze?

Hätte es denn eine Barbiepuppe nicht auch getan? Die machen auch Freude.

Diese selbstverständliche, egoistische Respektlosigkeit vor der lebenden Kreatur macht mich immer mal wieder sprachlos.

Wer hat dich denn gezwungen, dir ein Viech ins Haus zu holen?

Gruß

Annie

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Hi Anne,

Wie es auch sei: Wer heutzutage ein Haustier anschafft, muss
sich darüber im Klaren sein, dass dieses Tier nicht nur
fressen und sch… wird, sondern auch mal krank werden, einen
Unfall haben oder sogar Schäden verursachen kann.

Du weißt aber auch, dass sich Lebensumstände und damit die finanzielle Grundlage dramatisch verändern können? Eine Katze z.B. wird locker mal eben 20 Jahre und das willst Du vorher planen können? Dann dürfte sich auch niemand Kinder anschaffen, denn die hat man - finanziell - 27 Jahre „an der Backe“.

Gruß,

Anja

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Du weißt aber auch, dass sich Lebensumstände und damit die
finanzielle Grundlage dramatisch verändern können? Eine Katze
z.B. wird locker mal eben 20 Jahre und das willst Du vorher
planen können? Dann dürfte sich auch niemand Kinder
anschaffen, denn die hat man - finanziell - 27 Jahre „an der
Backe“.

Hallo Anja,

klar, alles kann sich ändern, aber die Wahrscheinlichkeit ist bei einem Beamten auf Lebenszeit eine andere als bei einem Zeitarbeitnehmer.

Und dann gibt es auch noch langlebige und kurzlebige Tiere, Tiere, die auch beim Tierarzt weniger kosten als andere. Wir haben genau aus diesen Gründen mal mit Hamstern angefangen. Ein Hamster wird durchschnittlich 2 Jahre alt und kostet beim Tierarzt kaum mal mehr als 50 Euro. Das ist überschaubar.

Aber mal ganz abgesehen davon: Hier in diesem fiktiven Fall ging es um fiktive Hartz IV Empfänger, die das Tierheim aufsuchten, um eine neue Katze als Ersatz für das verschwundene Haustier zu suchen. Fiktive Leute fast ohne Geld wollten sich also eine fiktive Katze mit einer Lebenserwartung von ca. 20 Jahren anschaffen.

Das passt einfach nicht zusammen. Das ist doch genau das, was ich meinte. Der Luxus Katze ist einfach unangemessen für Hartz IV Empfänger. Die Folgekosten übersteigen die Möglichkeiten. Wäre der fiktive Hartz IV Empfänger nicht auf diese Idee gekommen und ins Tierheim gegangen, wäre das Problem Tierarztkosten doch für ihn gar nicht erst entstanden.

Das hat gar nichts damit zu tun, dass jemand, der Haus, Hof, Hund, Ferienwohnung und Auto bereits hat, durch dumme Umstände in Not geraten kann und dann versuchen wird, soviel wie möglich zu halten. Beabsichtigt war eine Neuanschaffung obwohl der Notfall bereits eingetreten war. Und das nenne ich unnötigen Luxus und verantwortungslos. Dass in diesem Fall demjenigen zufällig die alte Katze über den Weg lief, war reiner Zufall.

Viele Grüße

Anne

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Aber mal ganz abgesehen davon: Hier in diesem fiktiven Fall
ging es um fiktive Hartz IV Empfänger, die das Tierheim
aufsuchten, um eine neue Katze als Ersatz für das
verschwundene Haustier zu suchen. Fiktive Leute fast ohne Geld
wollten sich also eine fiktive Katze mit einer Lebenserwartung
von ca. 20 Jahren anschaffen.

Das passt einfach nicht zusammen. Das ist doch genau das, was
ich meinte. Der Luxus Katze ist einfach unangemessen für Hartz
IV Empfänger. Die Folgekosten übersteigen die Möglichkeiten.
Wäre der fiktive Hartz IV Empfänger nicht auf diese Idee
gekommen und ins Tierheim gegangen, wäre das Problem
Tierarztkosten doch für ihn gar nicht erst entstanden.

Es kann auch durchaus sein, dass eine fiktive Person einen Arbeitsplatz mit unbefristeten Vertrag hat, eine Katze, eine Wohnung und ein Auto hat. Nun hat diese fiktive Person eine Krankheit, wird gekündigt und das Leben ändert sich von heute auf morgen.

Die Katze war schon ein Familienmitglied, bevor man fiktives Hart IV erhalten hat.

Willkommen in der Realität!

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Hi!

Die Katze war schon ein Familienmitglied, bevor man fiktives
Hart IV erhalten hat.

Das ist richtig. Aber die Absicht, die hinter dem Weg in Richtung Tierheim steckte, war, sich ein neues Tier anzuschaffen, nachdem das alte verschwunden war. Dieser fiktive Hartz IV Empfänger ging nicht ins Tierheim, um nach dem alten Familienmitglied zu suchen. Er fand es dort nur zufällig wieder.

Die Absicht, die hinter diesem Tierheim-Besuch steckte, war verantwortungslos. Nicht das Ergebnis. Allerdings dann wieder die Fragestellung, wie man sich vor den fiktiven Kosten, die das Tierheim verlangt und die eigene Katze verursacht hat, auch noch drücken kann.

Geldsorgen hin oder her: Ich muss mich doch sehr wundern, welcher Geiz manche Leute treibt. Anstatt froh zu sein, das heißgeliebte Familienmitglied für läppische 800 Euro wieder zurückzubekommen, wird dann geschachert, dass es nicht mehr schön ist. Und dass man auch noch 2 Monate wartet, bis man überhaupt mal im Tierheim nach dem verlorenen Tier guckt, wundert mich jetzt wirklich. Solche Leute sollten gar keine Tiere halten, egal, ob sie reich oder arm sind.

Wäre mir das in meiner arbeitslosen Zeit passiert, hätte ich mein Dispo genommen, das Geld bezahlt und mich gefreut, mein Tier zurückzuhaben. Dann geht man eben ein paar Monate nicht ins Kino, sucht die Papierkörbe nach Pfandflaschen ab, ernährt sich von Kartoffeln und Kohl und/oder kauft ein paar Klamotten weniger. Das geht schon, wenn man es möchte.

Hartherzige Menschen sollten gar keine Haustiere halten. Es gibt doch auch so schöne Stofftiere.

Willkommen in der Realität!

Welche Realität? Es geht hier doch nur um einen fiktiven Fall!

Gruß

Anne

Wäre mir das in meiner arbeitslosen Zeit passiert, hätte ich
mein Dispo genommen

Arbeitslos und Dispo genommen?
Finde den Fehler!

Wäre mir das in meiner arbeitslosen Zeit passiert, hätte ich
mein Dispo genommen

Arbeitslos und Dispo genommen?
Finde den Fehler!

Hi!

Kein Fehler! Mein Dispo blieb konstant.

Könnte daran gelegen haben, dass meine Hausbank immer noch im Grundbuch der Wohnung steht :wink:. Oder daran, dass ich den Dispo auch nie überreizt habe. Oder daran, dass ich dort seit meinem 2. Lebensjahr Kundin war.

Es war kein Fehler - die Bank hat ihr Geld komplett wiederbekommen.

Gruß

Anne

Kein Fehler! Mein Dispo blieb konstant.

Könnte daran gelegen haben, dass meine Hausbank immer noch im
Grundbuch der Wohnung steht :wink:. Oder daran, dass ich den
Dispo auch nie überreizt habe. Oder daran, dass ich dort seit
meinem 2. Lebensjahr Kundin war.

Weiß und will gar nicht wissen, welche Bank das war.
Jede Bank die ich kenne hat die Vorschrift, dass arbeitslose Personen keinen Dispo haben/bekommen.

Vielleicht hats die Bank net mitbekommen?
Oder andere Gründe…normal/standard isses net!

Weiß und will gar nicht wissen, welche Bank das war.
Jede Bank die ich kenne hat die Vorschrift, dass arbeitslose
Personen keinen Dispo haben/bekommen.

Vielleicht hats die Bank net mitbekommen?
Oder andere Gründe…normal/standard isses net!

Hi!

Es war die Sparkasse.

Wenn die Bank es nicht mitbekommt, wenn jahrelang Zahlungen des Arbeitsamts eingehen, dann hat sie wirklich gepennt :wink:.

Ich denke, es lag wirklich an der Immobilienfinanzierung, in die ich den größten Teil der Abfindung reingesteckt hatte.

Warum soll man einem Arbeitslosen keinen pisseligen Dispo einräumen, wenn man ihm notfalls die Wohnung versteigern kann? Ein solches Verhalten wäre geschäftschädigend.

Gruß

Anne