Krank genug für Therapie?

Hallo zusammen!

Seit geschätzten 7 oder 8 Jahren schleppe ich mich mit als leicht diagnostizierten Depressionen so durchs Leben, ausgelöst durch eine noch andauernde Kette von Katastrophen, Umzügen und widrigen Umständen. Therapien blieben Flickwerk, auch bedingt durch unsere ständigen Umzüge. 1 Jahr Gesprächstherapie hier, der Beginn einer anderen woanders, 1 Jahr Antidepressiva wieder woanders und 3 Monate Aufenthalt in einer Tagesklinik.

Die Tagesklinik hat mir recht deutlich gezeigt, wo die Ursachen dafür liegen, dass ich für Depressionen anfällig bin. Die Umsetzung in den Alltag fand leider nicht statt, wir sind auch sofort danach mal wieder umgezogen…

Die Antidepressiva haben mir vor allem bei dem geholfen, was ich eh schon seit Jahren mache: Über meine Kräfte zu leben, meine Grenzen nicht zu spüren, meine Gefühle als unwichtig zu erachten.

So, jetzt stehe ich mal wieder vor dem Schritt, einen Termin beim Hausarzt zu machen, mir eine Therapie verschreiben zu lassen, über monatelange Wartelisten einen Psychologen zu suchen. Schon die Vorstellung, meine Geschichte zum zigsten Male dem gefühlten 3000ten (wildfremden) Menschen zu erzählen erfüllt mich mit Widerwillen.

Ist der Leidensdruck groß, kann ich mich einfach nicht überwinden, den Telefonhörer aufzunehmen und einen Termin zu vereinbaren. Geht es mir besser, denke ich, so schlimm wird das schon nicht sein, ich frage mich dann auch, ob ich überhaupt ernst genommen werden würde. Ich wirke wesentlich robuster als ich bin, ich bin ein Meister der Schauspielerei und erwarte immer wieder, dass jemand auf die Idee kommt, mal nachzufragen. Was natürlich kaum je geschieht und immer wieder zu Enttäuschungen und weiteren Abschottungsmaßnahmen führt.

Ich halte mir immer wieder vor Augen, dass mein Kind ein großes Stück an seiner ständig depressiven Mutter zu schleppen hat. Auch meinen Mann konnte ich teilweise schon in den Strudel mitreinziehen. Mit meinem vorherrschenden Pessimismus werde ich auch kaum jemals eine berufliche Perspektive haben. Freunde zu finden, gesund zu leben usw wird mir wohl auch nie möglich sein, wenn ich nicht etwas unternehme. Ich trinke zuviel Alkohol, esse zu viel, hänge zu lang vor dem Internet. Ablenkung ist alles. Ich sehe das und mache trotzdem damit weiter.

Trotzdem kann und kann ich mich nicht mehr aufraffen, ich habe keine Hoffnung auf Besserung und deshalb auch keinerlei Antrieb.

Ich habe Angst, dass meine Kraft, mich immer wieder neu zu überwinden (damit meine ich jeden Tag und jede Stunde hier meinen häuslichen und Mütterlichen Pflichten nachzukommen) irgendwann zu Ende ist. Ich mag und ich kann nicht mehr (Für alle Besorgten zur Beruhigung denke ich nicht an Selbstmord), ich wünsche mir einfach nur die Decke übern Kopf zu ziehen.

Kann mich bitte jemand motivieren, mir eine Tritt geben oder einen Rat, einen Grund, den nächsten Schritt zu tun?

Das Telefon belauernde Grüße
kernig

Hi, Kernig

ich kenne Deine persönliche Geschichte nicht, weiss nichts über Deine Kindheit und auch nix über Deine Ursprünge, etc. Jeder von uns hat seine eigene Geschichte. Ich kann Dir wahrscheinlich nicht helfen, Deine „Probleme“ verschwinden zu lassen, aber ich will Dir gerne einige Gedanken dazu schreiben, was meine persönliche Meinung dazu ist und welche Erfahrungen ich gemacht habe.

Du suchst die Lösung Deiner Probleme, also Deiner depressiven Verstimmungen außerhalb von Dir (Therapien, etc.) Dies können lediglich Stützen sein, lösen können Sie Dein Problem nicht. Nur Du kannst Dein Problem lösen, weil Du es auch verursacht hast. Depressionen existieren „nur“ in der Wahrnehmung, in Deiner Wahrnehmung. Es ist Deine Perspektive des Lebens und Deiner Situation, die Dich in diese Stimmungslage gebracht hat. Nur Du kannst Deine Sichtweise korrigieren. Nur Du! Das hört sich vielleicht abgetroschen an, aber dadurch, dass Du den Schlüssel selbst in der Hand hältst, ist Dein Problem in Wirklichkeit viel leichter zu lösen, als könnte Dir nur ein Fremder helfen. Es ist ein bisschen so, als ob man sich mit seinem eigenen Fuss selber auf den Finger tritt. Man kommt aber nicht dahinter, dass man eigentlich nur die Hand unterm Schuh vorziehen müßte. (Sorry für dieses blöde Beispiel, aber ich weiß grad nicht, wie ich es sonst beschreiben soll) Mir ging es vor ein paar Jahren auch verdammt scheiße. Bin in eine andere Stadt umgezogen. Kannte keine Sau. Scheiß Bude, scheiß Arbeit, Geldsorgen, etc. Alles war grau in grau. Ich war bei keinem Arzt oder Psychologen, daher weiß ich nicht, ob ich echte Depris hatte, aber es war schlimm genug. Ich war total gelähmt. Ich hätte in Museen gehen können, mir gute Bücher aus der Bücherei holen können, ins Fitnessstudio gehn können, die Stadt erkunden können, etc. Jetzt im Nachhinein, da ich es nach 2 Jahren Kampf durchstanden habe, sind mir diese Dinge klar. Damals hab ich das alles nicht erkannt. Ich war so sehr mit mir selbst beschäftigt, dass ich das Naheliegende nicht erkannte. Es ist so ähnlich, als wollte man ein Feuer mit Benzin löschen und wunderte sich, dass es immer größer wird. Rückblickend kann ich sagen, dass ich an dieser kleinen „Lebenskrise“ gewachsen bin und ich habe vieles über mich selbst erfahren. Jede Krise, auch wenn sie über Jahre hinweg geht, hat auch ihre guten Seiten. Durch Leid und Schmerz entsteht Weiterentwicklung. Alles ist für etwas gut. Traumatisiere Dich nicht selbst dadurch, dass Du Dir Deine schlechte Stimmung vorwirfst oder nach Schuldigen suchst, Dich selbst bemitleidest, etc.

LG, Rolo

Hallo kernig,

Nachdem das schon 7-8 Jahre so geht würde ich Dir dringend raten es nochmal mit medizinischer und therapeutischer Hilfe zu versuchen. Ich weiß natürlich nicht warum Du so oft umgezogen bist, aber vielleicht solltest Du mal versuchen zur Ruhe zu kommen und solange an einem Ort zu bleiben, bis Du stabil bist.

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass gut gemeinte Ratschläge wie die meines Vorredners bei einer echten Depression nicht zielführend sind. Die wenigsten schaffen es diese Krankheit allein zu besiegen, und bei Dir kommt noch dazu, dass es schon so lange dauert.

Gib Dir nochmal eine Chance und geh zum Facharzt (nicht zum Hausarzt) und lass Dir eine/n Therapeuten/in empfehlen.

Morrighan.

Mobil und flexibel
…Muss der Mensch in der heutigen Arbeitswelt sein. Immer dem (vermeintlich) sicherem Job hinterher…

Hallo und danke für Deine Antwort.
Wir machen das nicht mehr mit, haben hier ein Häuschen gekauft und versuchen genau das, nämlich zur Ruhe zu kommen. Leider mit allen Konsequenzen, nämlich der doppelten Arbeitslosigkeit.

Gib Dir nochmal eine Chance und geh zum Facharzt (nicht zum
Hausarzt) und lass Dir eine/n Therapeuten/in empfehlen.

Zum Hausarzt erstmal wegen der Überweisung. Nicht zum Psychater um nicht automatisch rosa Pillen verschrieben zu bekommen.

Hab’s heute sogar noch versucht, leider niemanden erreicht. Morgen wieder.

Grüße
kernig

Hallo nochmal,

Zum Hausarzt erstmal wegen der Überweisung. Nicht zum
Psychater um nicht automatisch rosa Pillen verschrieben zu
bekommen.

Pillen müssen nicht unbedingt schlecht sein, aber ich habe eine Freundin, die ihre Panikattacken, Schlafstörungen und Depressionen, zu meiner Überraschung ganz ohne Tabletten und mit einer Psychotherapie überwinden konnte. Von daher bin ich schon vorsichtiger Pillen zu empfehlen. Aber falls Dein Hausarzt auf die Idee kommen sollte Dir Psychopharmaka zu verschreiben, ziehe doch lieber den Facharzt vor.

Was ich nicht genau weiß, ist ob Du von der Krankenkasse eine Psychotherapie bezahlt bekommst, wenn Du kein Attest vom Facharzt hast. Ich (hier in Österreich) brauchte sowas, damit die Kasse zumindest einen Teil der Kosten übernahm.

Hab’s heute sogar noch versucht, leider niemanden erreicht.
Morgen wieder.

Genau, nur nicht aufgeben.

Alles Gute
Morrighan.

1 „Gefällt mir“

Pillen müssen nicht unbedingt schlecht sein,

nö, aber wenn man ein Mal damit schlechte Erfahrungen gemacht hat, braucht möchte man sie nicht unbedingt :smile:

Während der Jahre in Therapie hab ich nie irgendwelche Pillen gebraucht oder bekommen… völlig überflüssig. Und ich war froh drüber.

Was ich nicht genau weiß, ist ob Du von der Krankenkasse eine
Psychotherapie bezahlt bekommst, wenn Du kein Attest vom
Facharzt hast.

Also hier in Berlin z.B. brauchst Du keine Überweisung vom Hausarzt… macht alles der Therapeut.

Genau, nur nicht aufgeben.

das meine ich auch!

Gruß
Demenzia

vielleicht nicht
hi,

deine einsichten sind ja schon weit gereift, warum also wieder eine neue therapie, wenn du mit den erkenntnissen weisst, was zu tun ist?

du kannst aber auch therapeutisch weiter machen und deinem neuen therapeuten mitteilen, wo du schon behandelt wurdest, der kann dann berichte von vorbehandlern einholen.

therapie ist aber nur begrenzt sinnvoll. anschliessend muss man wieder ins leben und umsetzen, was man in der therapie entdeckt hat. dabei kann wahrscheinlich eine selbsthilfegruppe für depressive besser helfen, als weitere endlosgespräche. dazu rate ich dir dringend.

hinweis gefunden

…Muss der Mensch in der heutigen Arbeitswelt sein. Immer dem
(vermeintlich) sicherem Job hinterher…

Hallo und danke für Deine Antwort.
Wir machen das nicht mehr mit, haben hier ein Häuschen gekauft
und versuchen genau das, nämlich zur Ruhe zu kommen. Leider
mit allen Konsequenzen, nämlich der doppelten
Arbeitslosigkeit.

oh! in dieser lebenssituation hat auch der gesundeste einen grund für depression, besser wäre allerdings, ordentlich ANGST zu bekommen.

Hallo,

ich kenne diese Gratwanderung aus eigener Erfahrung. Ich nehme aber keine Psychopharmaka, nur ab und an nehme ich ein Schlafmittel.

Ich habe vor ein paar Tagen einen Yoga-Kurs begonnen. Früher habe ich das immer als Spinnerei abgetan. Wir haben in der letzten Stunde Entspannungsübungen gemacht. Zum ersten Mal in meinem Leben war ich wirklich richtig entspannt, ich hatte das Gefühl „über mir“ zu schweben, läßt sich mit Worten nicht so richtig ausdrücken. Mir ging es danach richtig gut, ich war wesentlich gelassener und ruhiger und ich freue mich schon auf die nächste Stunde.

Natürlich löst das meine Probleme nicht, aber vielleicht hilft es mir ab und an zur Ruhe zu kommen und nicht immer auf Hochtouren laufen zu müssen.

Ansonsten arbeite ich meine Geschichte in einer Gesprächstherapie mit einem Psychologen auf. Warum ich so bin, wie ich bin erklärt sich oftmals aus meiner Vorgeschichte. Es ist aber verdammt schwer erlernte Verhaltensmuster, die in meiner Kindheit für mich überlebenswichtig waren, zu ändern. Wichtig ist für mein mein starker Partner an meiner Seite und meine beste Freundin.

Tai Chi habe ich übrigens auch ausprobiert, es hilft mir auch immer wieder runter zu kommen. In manch (für mich) Extremsituation habe ich richtig das Bedürfnis meine Übungen zu machen.

Ob Yoga oder Tai Chi, keines wird Dir helfen Deine Probleme zu lösen, vielleicht kannst Du jedoch etwas gelassener damit umgehen. Als Unterstützung zu einer Therapie finde ich es nicht schlecht.

Gruß
Tina

P.S.
So wie Du in anderen Brettern schreibst, wäre ich niemals auf die Idee gekommen, daß Du ernsthafte Probleme hast. Du kannst das ziemlich gut verstecken.

Hallo Tina,

So wie Du in anderen Brettern schreibst, wäre ich niemals auf
die Idee gekommen, daß Du ernsthafte Probleme hast. Du kannst
das ziemlich gut verstecken.

das hat imho nichts mit Verstecken zu tun - nur weil man zu Depressionen neigt, heißt das doch noch lange nicht, dass der Rest der Persönlichkeit flöten geht.

Ganz im Gegenteil, gerade, wenn man zeitweise Probleme hat, den Alltag unbeschadet zu überstehen, kann solch ein Forum wie dieses hier eine wunderbare Möglichkeit sein, wenigstens sein eigentliches Selbst weiterhin ausleben und nicht verkümmern zu lassen.

Beste Grüße

=^…^=

PS: Ich bin nicht depressiv - mein Leben ist wirklich so schrecklich! ;o)

2 „Gefällt mir“

Hallo =^…^=,

Du hast recht. Allerdings kommt es wahrscheinlich auch auf die Art der erfahrenen Verletzungen an. Da mir mein Selbstbewußtsein genommen wurde, fällt es mir schwer, mich vor Angriffen zu schützen. Ich ziehe mich dann hinter meine Mauern zurück.

Manchmal macht das Forum auch AUA!

Gruß
Tina

So?
Hallo alpha!

oh! in dieser lebenssituation hat auch der gesundeste einen
grund für depression, besser wäre allerdings, ordentlich ANGST
zu bekommen.

Vor was Angst? Ich schrieb nichts von Schulden, oder?
Sehr kryptisch, Deine Antwort, kannst Du das bitte konkretisieren?

Grüße
kernig

AUA
Hallo Ihr zwei!

Manchmal macht das Forum auch AUA!

Den Computer kann man ausschalten, wenn es einem zu viel wird. Das ist im richtigen Leben nicht möglich.

Zu meinen Grundüberzeugungen gehört es mittlerweise, dass mein Handeln und Denken keinen Einfluss auf mein Leben hat. Was ich mache und versuche, was ich will und was ich fühle ist schlicht nicht von Bedeutung.

Ich kann da gut unterscheiden zwischen real und virtuell.

Im Übrigen ahnen ja auch in der realen Welt nur wenige, dass es mir nicht gut geht. Ich habe zu kaum jemanden soviel Zutrauen, dass ich mich da öffnen würde. Und die alten Freunde kann ich mit den alten, ewig gleichen Geschichten auch nicht langweilen.

Grüße
kernig

1 „Gefällt mir“

Klug geschnurrt!
Hallo Miez,
könnte *man* sich glatt ausdrucken und übers Körbchen hängen…

…weil man zu Depressionen neigt, heißt das doch noch lange nicht, dass der Rest der Persönlichkeit flöten geht.
Ganz im Gegenteil, gerade, wenn man zeitweise Probleme hat,
den Alltag unbeschadet zu überstehen, kann solch ein Forum wie
dieses hier eine wunderbare Möglichkeit sein, wenigstens sein
eigentliches Selbst weiterhin ausleben und nicht verkümmern zu
lassen.

Deine Worte fand ich jedenfalls sehr gut gewählt.
Grüße von Finjen

Hallo,

Den Computer kann man ausschalten, wenn es einem zu viel wird.
Das ist im richtigen Leben nicht möglich.

So einfach sollte es sein, ist es aber leider nicht! Ich habe volle zwei Tage gebraucht um mich wieder zu fangen.

Im Übrigen ahnen ja auch in der realen Welt nur wenige, dass
es mir nicht gut geht. Ich habe zu kaum jemanden soviel
Zutrauen, dass ich mich da öffnen würde. Und die alten Freunde
kann ich mit den alten, ewig gleichen Geschichten auch nicht
langweilen.

Gute Freunde halten das aus. Aber Du hast recht, man läßt nur sehr wenige Menschen an sich heran und diese auch nicht vollkommen. Jedenfalls wünschte ich mir ich wäre so schlagfertig wie Du.
(Tage später fallen mir auch immer schlagfertige Antworten ein, aber da interessiert sich dann keiner mehr dafür!)

Gruß
Tina

Da hab ich wohl was nicht mitgekriegt?
Hallo!

So einfach sollte es sein, ist es aber leider nicht! Ich habe
volle zwei Tage gebraucht um mich wieder zu fangen.

Da hab ich wohl was nicht mitgekriegt? Mein Nur-Kurzzeitgedächtnis hier im Forum hilft mir dabei, Dinge nicht zu lange nachzutragen. Und die Namen der User sind mir auch nicht so geläufig. Ich mach mir schon mal Gedanken über das eine oder andere online diskutierte Thema und ärgere mich auch über persönliche Angriffe, aber anscheinend (zum Glück) nicht so lange…

Gute Freunde halten das aus.

Nicht auf Dauer. Ich kenne da übrigens beide Seiten.

Jedenfalls wünschte ich mir ich wäre so
schlagfertig wie Du.

Schriftlich ist das ganz was anderes als im Gespräch, da geht es mir häufig so wie Dir. Und was ich hier ganz angenehm finde: Es gibt MODs, die darauf achten, dass die Diskussionen nicht zu sehr aus dem Ruder laufen. Auch die gibt es im richtigen Leben nicht.

Grüße
kernig

aber warum lässte deinem neuen Psychiater nicht die Gespräche des alten P zukommen,dann fragt er vielleicht nurnoch nach

dasde richtig willst glaub ich nurnicht,weil wenn ich meine Probleme kenne und vorher weiss ,dass ich umziehe(oder habter das Haus spontan gekauft ^^ )mach ich direkt einen Termin um keine Behandlungslücke zu haben und organisiere einen reibungslosen Übergang…
Da du nun aber keine Angst mehr vor einem erzwungenen Wechsel haben musst kannste beruhigt an deine Krankheit drangehn…
Du willst aber schnell…
Ich kann mir aber nicht vorstellen ,dass es nur einen P. gibt in deiner Umgebung,ergo lass dir bei allen einen Termin geben und sag dasde bei ausgefallenen Terminen einspringst und der erste der kann hat halt Glück…

P.S.:das Leben ist kein Zuckerschlecken und keiner ist immer super drauf,zumindest nicht ohne Drogen!!Also überprüf mal lieber ob du überhaupt noch Hilfe brauchst…und Tiere bringen auch meist Freude…

ja ziemlich

aber warum lässte deinem neuen Psychiater nicht die Gespräche
des alten P zukommen,dann fragt er vielleicht nurnoch nach

Auch nur vielleicht. Außerdem: Wie genau soll das gehen? Ich werde natürlich die Adressen der bisherigen Stationen angeben, aber ob die sich dann austauschen oder nicht? Da ich das ja schon öfter durch habe, habe ich da keine große Hoffnung.

dasde richtig willst glaub ich nurnicht,weil wenn ich meine
Probleme kenne und vorher weiss ,dass ich umziehe(oder habter
das Haus spontan gekauft ^^ )mach ich direkt einen Termin um
keine Behandlungslücke zu haben und organisiere einen
reibungslosen Übergang…

Du lebst diesbezüglich sehr in der Theorie, oder? Bei Dir mag das ja so funktionieren, Glückwunsch, Du scheinst gesund zu sein.
Irgendwo habe ich mal eine Definition von Depression gelesen, die fand ich sehr passend: „Nicht-wollen-können“. Genau das, was Du beschreibst ist einem Depressivem also nicht möglich.

Da du nun aber keine Angst mehr vor einem erzwungenen Wechsel
haben musst kannste beruhigt an deine Krankheit drangehn…
Du willst aber schnell…
Ich kann mir aber nicht vorstellen ,dass es nur einen P. gibt
in deiner Umgebung,ergo lass dir bei allen einen Termin geben
und sag dasde bei ausgefallenen Terminen einspringst und der
erste der kann hat halt Glück…

Ich hab schon Probleme einen anzurufen. Das dazu. Sonst, in der Theorie: eine gute Idee.

P.S.:das Leben ist kein Zuckerschlecken und keiner ist immer
super drauf,zumindest nicht ohne Drogen!!Also überprüf mal
lieber ob du überhaupt noch Hilfe brauchst…und Tiere
bringen auch meist Freude…

Dazu sag ich jetzt mal nix. Das ist die übliche gutgemeinte aber völlig hilflose und leider nicht zielführende Reaktion.

Grüße
kernig

2 „Gefällt mir“

Hallo zusammen!

Hallo Du Kernige!

Seit geschätzten 7 oder 8 Jahren schleppe ich mich mit als
leicht diagnostizierten Depressionen so durchs Leben,

Seit so vielen Jahren kann die Depression so leicht ja nicht mehr sein! Also erstmal! Hut ab für Deine Courage!

ausgelöst durch eine noch andauernde Kette von Katastrophen,
Umzügen und widrigen Umständen.

wird es langsam besser oder geht es weiter schlechter?

Therapien blieben Flickwerk,

auch bedingt durch unsere ständigen Umzüge. 1 Jahr
Gesprächstherapie hier, der Beginn einer anderen woanders, 1
Jahr Antidepressiva wieder woanders und 3 Monate Aufenthalt in
einer Tagesklinik.

dies wird sich ja erledigen, da ihr das Häusschen habt.

Die Tagesklinik hat mir recht deutlich gezeigt, wo die
Ursachen dafür liegen, dass ich für Depressionen anfällig bin.

Nun dies ist doch schon mal ein guter Anfang!

Die Umsetzung in den Alltag fand leider nicht statt, wir sind
auch sofort danach mal wieder umgezogen…

Die Umsetzung egal welcher Therapie wird diesmal gelingen, Theorie in Praxis umgewandelt werden können, weil Du diesmal nicht umziehen musst,weil Du schon viel mehr von Dir weisst als bei den ersten Versuchen, und es endlich schaffen willst.

Die Antidepressiva haben mir vor allem bei dem geholfen, was
ich eh schon seit Jahren mache: Über meine Kräfte zu leben,
meine Grenzen nicht zu spüren, meine Gefühle als unwichtig zu
erachten.

Diesen Fehler machen die Meisten, anscheinend oft auch weil es so von einem erwartet wird, oder schlimmer noch es einem so eingetrichtert wurde. Manche bekommen zu früh Verantwortung, (für die Eltern, Geschwister usw) Andere mussten sehr früh lernen sich selbst zu schützen (war kein Anderer da)
also immer STARK sein
Aber auf Dauer macht dass keine Seele mit!

So, jetzt stehe ich mal wieder vor dem Schritt, einen Termin
beim Hausarzt zu machen, mir eine Therapie verschreiben zu
lassen, über monatelange Wartelisten einen Psychologen zu
suchen. Schon die Vorstellung, meine Geschichte zum zigsten
Male dem gefühlten 3000ten (wildfremden) Menschen zu erzählen
erfüllt mich mit Widerwillen.

Was durchaus verständlich ist!

Ist der Leidensdruck groß, kann ich mich einfach nicht
überwinden, den Telefonhörer aufzunehmen und einen Termin zu
vereinbaren.

Natürlich nicht, man möchte dann nur noch auf Tauchstation

Geht es mir besser, denke ich, so schlimm wird

das schon nicht sein,

verzögerungstaktik, ganz normal

ich frage mich dann auch, ob ich

überhaupt ernst genommen werden würde.

da kommen die schlechten Erfahrungen wieder hoch (bekämpfen)

Ich wirke wesentlich

robuster als ich bin, ich bin ein Meister der Schauspielerei
und erwarte immer wieder, dass jemand auf die Idee kommt, mal
nachzufragen. Was natürlich kaum je geschieht und immer wieder
zu Enttäuschungen und weiteren Abschottungsmaßnahmen führt.

Nach aussenhin ewig Starksein oder aber auch „Dichtmachen“ ist eben Selbstschutz der total missverstanden wird und Leid erzeugt.

Ich halte mir immer wieder vor Augen, dass mein Kind ein
großes Stück an seiner ständig depressiven Mutter zu schleppen
hat.

Wie äussert sich das?

Auch meinen Mann konnte ich teilweise schon in den

Strudel mitreinziehen.

In wiefern?

Mit meinem vorherrschenden Pessimismus

werde ich auch kaum jemals eine berufliche Perspektive haben.

:Freunde zu finden, gesund zu leben usw wird mir wohl auch nie

möglich sein, wenn ich nicht etwas unternehme.

Du sagst es: WENN Du nicht etwas unternimmst!!

Ich trinke zuviel Alkohol, esse zu viel, hänge zu lang vor dem Internet.
Ablenkung ist alles.

Nein das ist Flucht, Ersatzbefriedigung und gefährlich, hängt aber mit Deiner Depri zusammen. Manchmal kann man nicht mehr anders.
Ein Grund mehr schnell etwas zu unternehmen.

Ich sehe das und mache trotzdem damit

weiter.

Aber Du siehst es wenigstens

Trotzdem kann und kann ich mich nicht mehr aufraffen, ich habe
keine Hoffnung auf Besserung und deshalb auch keinerlei
Antrieb.

Den werden wir Dir schon geben.

Ich habe Angst, dass meine Kraft, mich immer wieder neu zu
überwinden (damit meine ich jeden Tag und jede Stunde hier
meinen häuslichen und Mütterlichen Pflichten nachzukommen)
irgendwann zu Ende ist. Ich mag und ich kann nicht mehr (Für
alle Besorgten zur Beruhigung denke ich nicht an Selbstmord),
ich wünsche mir einfach nur die Decke übern Kopf zu ziehen.

Für Dich wäre eine Kur oder ein Urlaub ohne Veranwortung, ohne Sorgen und ohne Verpflichtungen schon fast ein Muss.

Kann mich bitte jemand motivieren, mir eine Tritt geben oder
einen Rat, einen Grund, den nächsten Schritt zu tun?

Als ich Dich treten wollte traf ich leider den Bildschirm! Also werde ich lieber, wenn Du möchtest, ein Deiner Coach sein.

Ich möchte morgen von Dir hören dass Du Dein Telebim genommen hast und dadurch Dir und Deiner Family eine neue Chance gegeben hast.

Das Telefon belauernde Grüße

Morgen heisst es: Das telefon angrinsende Grüsse

kernig

herzliche Grüsse Nadine

Hallo kernig,

Zu meinen Grundüberzeugungen gehört es mittlerweise, dass mein
Handeln und Denken keinen Einfluss auf mein Leben hat. Was ich
mache und versuche, was ich will und was ich fühle ist
schlicht nicht von Bedeutung.

Bitte,bitte überdenke das nochmal.Das darf so nicht sein!

grüsse
Heidi

1 „Gefällt mir“