Krankengymnastik

Liebe/-r Experte/-in,

bei meinen KG-Übungen (Gleitwirbel LWS), hieß es oft, LWS im Liegen durchdrücken /Bodenkontakt (natürlicherweise ist sie ja gebogen nach innen). Ich merke auch, daß Schmerzen nachlassen, wenn ich das Durchdrücken im Stehen mache.

Aber - beim Rückenschonenden Arbeiten heißt es doch, daß man gebückt nicht heben soll, sondern besser in die Knie gehen. Das Bücken entspräche aber eher dem Bodenkontakt bei der Liegeübung (und im Knien hat die WS ihre natürliche Biegung).

Warum also das Durchdrücken bei der Übung, nicht aber beim Heben?

Freundiche Grüße - Sabine Müller

Liebe Sabine Müller,
bei Übungen soll über die Muskelspannung eine Stabilisierung der WS erreicht werden. Dies funktioniert am besten, wenn man die WS in die Unterlage drückt. In dieser Position öffnen sich die Zwischenwirbelräume nach hinten, was man deutlich als Entlastung spürt. Deshalb war lange Zeit die Stufenlage (Beine in Rückenlage auf einem Würfel abgelegt) die erste Wahl der Therapie. Diese Wirbelstellung entspricht jedoch nicht der natürlichen Stellung, denn hierbei werden die Bandscheiben auf der vorderen Hälfte zusammengedrückt und quellen nach hinten heraus.
Mittlerweile biegt man die WS in der Therapie eher in die andere Richtung, d.h. Übungen in Bauchlage, bei denen der Oberkörper hochgestützt wird. Auch Brustschwimmen, was lange Zeit bei solchen Beschwerden verboten war, wird inzwischen wieder empfohlen.
Gerade beim Heben sollte man auf die natürliche Schwingung der WS achten und das bedeutet in der LWS die Lordose (leichtes Hohlkreuz). Wichtig ist hierbei die Stabilisierung durch die Muskulatur. Mit rundem Rücken drücken die Bandscheiben nach hinten raus und es könnte zu einem Bandscheibenvorfall kommen.
Ich kann hier nur allgemein sprechen. Jeder Mensch ist anders und die Beschwerden sind anders, daher kann ich hier nicht verallgemeinern. Es gibt Fälle, in denen Übungen mit „rundem“ Rücken angebracht sind, doch sie bilden eindeutig die Ausnahme. Bei Beschwerden solltst du einen Arzt vorzugsweise einen Orthopäden aufsuchen, der dann z.B. Krankengymnastik verordnet. Ein Physiotherapeut kann dann Übungen individuell für dich zusammenstellen.

Grüße
Leila

Hallo Frau Müller,

bis zu einem bestimmten Grad der „Beugung“ der WS werden bei Ihnen belastete Struckturen entlastet(z.B. Nervengewebe). Ab einer stärkeren Beugung, die ggf. dauerhaft eingenommen wird und oder mit hohem Gewicht ausgeführt wird, werden andere Struckturen stark belastet (z.B. Bandscheibengewebe).

Ich hoffe das erklärt Ihre Frage.

Mit freundlichen Grüßen
Niels Backe

Zum einen ist die Belastung beim Heben auf die
Bandscheibe sowie auf die Wirbelsäule NOCH GRÖßER
und der Gleitwirbel Gleitet noch mehr.
Zum zweiten sollen die KG-Übungen deine Muskelatur
stärken und Falsche Übungen Belasten eher die Gelenke
sowie Wirbelsäule und Bänder.Solltest du noch Fragen Melde dich oder Frag doch deinen Therapeuten der Hilft dir gerne weiter.

Gruß Harald

Hallo Frau Müller-ich beantworte gern Ihre Frage!

Kurzgesagt-die Schwerkraft ist das Problem. Wenn Sie auf dem Rücken liegen und Übungen ausführen, ist die Schwerkraft durch den Bodenkontakt aufgehoben-gleichzeitig verhindert der Bodenkontakt ein zu starkes Krümmen der WS bei der von Ihnen beschriebenen Mobilisation der LWS. Das Durchdrücken erfolgt gefahrlos, weil äußere Widerstände und Kräfte nur in dem Maße zugelassen werden, wie es für die Therapie günstig ist.
Anders sieht es aus, wenn Sie stehen und diese Kräfte beim Bücken auf Becken und LWS wirken.

Wenn Ihr Oberkörper beim Heben nach vorn geneigt ist und sich der Körperschwerpunkt ändert, spüren Sie deutlich den Zug der Schwerkraft.
Die Muskulatur reguliert die Veränderung des Körperschwerpunktes, trotzdem ist die LWS ein Schwachpunkt beim Nachvornneigen des Oberkörpers. LWS und Becken sind der Bereich, in dem beim Bücken die meiste Bewegung stattfindet und auch die Belastung besonders hoch ist. Die Muskulatur muss einwandfrei funktionieren, um alle Kräfte abzufangen, die auf diesen Drehpunkt wirken.
Die Belastung verstärkt sich durch das Heben von Lasten. Der Druck auf die LWS erhöht sich mit dem Gewicht und Abstand des zu hebenden Gutes. Je dichter am Körperschwerpunkt, umso einfacher.
Wenn Sie sich bücken, wird sich das Becken ab einem bestimmten Winkelgrad mitbewegen. Das Bücken limitiert die Beckenaufrichtung, die paravertebrale Muskulatur leistet schwerkraftbedingt Haltearbeit, ist also stark angespannt. Wenn Sie beim Bücken den Rücken krümmen, denn das wäre die Konsequenz des von Ihnen beschriebenene Durchdrückens der LWS, ist der Druck auf die einzelnen Lendenwirbel enorm hoch, weil der Rücken durch die Krümmung keine feste Grundspannung aufbauen kann. Die Muskulatur wird fehlbelastet, weil infolge des Zusammenwirkens von Beckenstellung und Rückenkrümmung eine ungünstige Zugbelastung an den bereits stark gespannten, Haltearbeit leistenden Rückenstreckern eintritt. Es ist daher beim Bücken wie auch beim Sitzen oder Stehen von entscheidender Bedeutung, die Muskulatur zu entlasten und für eine gleichmäßige Druckverteilung auf die Wirbel und Bandscheiben zu sorgen. Dabei ist die Stellung des Beckens entscheidend.

Frau Müller-ich hoffe, ich konnte Ihnen helfen. Sollten Sie noch Fragen haben, setze ich den Dialog gern fort. :smile: Liebe Grüße von Tom Bünger

Hallo,
grundsätzlich soll man den Rücken beim Bücken krumm machen! Früher hat man das Bücken verboten, inzwischen ist es aber so, daß man sich bücken darf, weil sonst die Rückenmuskeln verkümmern. Natürlich muß man auf das Gewicht des zu hebenden Objektes Rücksicht nehmen. Aber man darf und soll ruhig in gebückter Haltung arbeiten, aber schmerzangepaßt.
Wenn Du bei einer Sache keine Schmerzen hast, gibt es auch keinen Grund sich anders zu verhalten.

Grüße

Hallo Sabine,

Das problem bei Gleitwirbel in LWS ist, dass ein oder mehrere Wirbel nach vorn, zum Bauch hin rutschen. Diese Fehlstellung wird bei den Bewegungen, in dem du Hohlkreuz machst, verstärkt. Diese Verstärkung ist noch deutlicher, wenn du das Hohlkreuz unter Belastung, zum Beispiel beim heben, durschführst. Daher ist deine Übung von der Richtung her, also weg vom Hohlkreuz, richtig. Und es ist auch sehr gut, dass du die Übung nicht nur im liegen sondern auch im stehen machst. Denn Tagsüber stehen bzw. sitzen wir ja normalerweise. Dadurch ist die Übung im stehen für dich auf jedenfall funktionel. Das durchdrücken der LWS als Bewegung wird durch das Kippen des Beckens nach hinten ermöglicht. Lass uns diese Bewegung als Becken Aufrichten nennen. Dieses Rückenfreundliches Bücken in dem du in die Knie gehst bezieht sich mehr auf die Bandscheiben. Dadurch schützt du diene Bandscheibe, genauer gesagt die Rückwand von der, vor Überdehnungen bzw. Überlastungen. So kannst du eine evtl. Bandscheibenvorfall vorbeugen. Und du hast recht, wenn du dich so bückst wird die LWS leicht hohl. Es ist unmöglich dein Becken durchgedrückt zu halten und dich so zu bücken. Versuche es mal. Also könnte kontraproduktiv in deinem Fall sein. Aber es ist auch von dem Gewicht abhängig, das du aufhebst. Je schwerer ist das Gewicht, desto mehr Gleitkräfte, die auf den Wirbel wirken. Was tun? Zum glück haben wir auch Muskeln, die die Wirbelsegmente stabilisieren: Das sind die Rückenmuskel und Bauchmuskeln, besonders die tiefen Bauchmuskeln. Mein Rat wäre deine tiefen Bauchmuskeln immer zu aktivieren, wenn du dich im Alltag bücken musst oder etwas heben und tragen (und wieder absetzen musst). Am einfachsten kannst du jedes Mal bei den o.g. Aktivitäten einfach dein Bauchnabel einziehen (Richtung Rücken bzw. LWS) und Beckenboden anspannen, als ob du drigend auf WC musst und bis zum WC dein Pipi aufhalten musst :smile: . So werden die tiefen muskeln aktiviert, LWS wird stabilisiert. Zusätzlich mit diesem Maneuver wird die Luft, die sich im Bauchbereich befindet nach hinten, zur LWS, gepresst.Und sorgt für zusätzliche Stabilität. Du kannst dich natürlich auch mal so bücken, in dem du deinen Rücken Rund machst. Wenn du dabei keine schweren Gewichte hebst oder die Bewegung 1000 Mal wiederhohlst, ist es kein Problem. Es sein den es tut Weh. Dann solltest du es nat. vermeiden. Lange Rede kurzer Sinn ; Aktiviere deine tiefen Bauchmuskel beim heben und Tragen, bück dich möcglichst Rückenfreundlich wenn du Gewichte heben musst, achte dabei drauf dass du dein hohlkreuz im Rahmen hälst, sonnst versuche dich so normal wie möglich zu bewegen. Du solltest die Informationen aus der Rückenschule nicht zu sehr verinnerlichen, sodass du Angst vor Bewegung entwickelst. Gesunde, beschwerdenfreie Tage wünscht dir: Bora Akdemir; Physiotherapeut, Manualtherapeut.
Liebe/-r Experte/-in,

bei meinen KG-Übungen (Gleitwirbel LWS), hieß es oft, LWS im
Liegen durchdrücken /Bodenkontakt (natürlicherweise ist sie ja
gebogen nach innen). Ich merke auch, daß Schmerzen nachlassen,
wenn ich das Durchdrücken im Stehen mache.

Aber - beim Rückenschonenden Arbeiten heißt es doch, daß man
gebückt nicht heben soll, sondern besser in die Knie gehen.
Das Bücken entspräche aber eher dem Bodenkontakt bei der
Liegeübung (und im Knien hat die WS ihre natürliche Biegung).

Warum also das Durchdrücken bei der Übung, nicht aber beim
Heben?

Freundiche Grüße - Sabine Müller

Liebe Frau Müller

ohne Sie gesehen zu haben und mir selber ein Urteil zu bilden kann ich diese Frage nicht genau bzw. verständlich erkären! Das runter drücken hat mit Muskelspannung zu tun. Das bücken ansich ist wieder unter Belastung zusehen. Bitte fragen Sie bei Ihrer nächsten Behandlung nach und lassen sich das am Besten vor Ort erklären. Noch einen angenehmen Sonntag I.Hain-Treytnar

bei meinen KG-Übungen (Gleitwirbel LWS), hieß es oft, LWS im
Liegen durchdrücken /Bodenkontakt (natürlicherweise ist sie ja
gebogen nach innen). Ich merke auch, daß Schmerzen nachlassen,
wenn ich das Durchdrücken im Stehen mache.

Aber - beim Rückenschonenden Arbeiten heißt es doch, daß man
gebückt nicht heben soll, sondern besser in die Knie gehen.
Das Bücken entspräche aber eher dem Bodenkontakt bei der
Liegeübung (und im Knien hat die WS ihre natürliche Biegung).

Warum also das Durchdrücken bei der Übung, nicht aber beim
Heben?

Freundiche Grüße - Sabine Müller

Guten Tag, Herr Akdemir,

vielen Dank für die ausführliche und hilfreiche Antwort!

Ich möchte Ihnen deshalb noch ein paar Fragen zum Krankheitsbild stellen, die kommen einem ja erst nach dem Arztbesuch.

Ich habe den Neurologen so verstanden, daß der Wirbel nach hinten geschoben wird, wo die außerhalb des Wirbelkanals liegenden Nerven bedrängt werden können.

Warum ist der Ischiasschmerz einseitig und außerhalb der Wirbelsäule sitzend (von da ausstrahlend), wahrscheinlich Kreuzbein (ISG-Gelenk?, Zusammenhang mit Wirbelgleiten?)?

Wie ist es überhaupt möglich bei CT als Momentaufnahmen einen Verschiebungsgrad festzustellen?

Wie kann ein Grad von 0-1 bei körperlicher Arbeit furchtbare Ischiasschmerzen verursachen, manchmal sogar ohne Kreuzschmerzen (die im allgemeinen erträglich sind).

Falls Sie noch einmal antworten möchten, fassen Sie sich gerne kurz.

Freundliche Grüße - Sabine Müller

Vielen Dank!

Vielen Dank für die Erklärungen, insbes. hinsichtich der Muskeln.

Danke!

Danke!.

Danke!..

Hallo Frau Müller,

Sorry für die verspätete Antwort.

Ich fasse mich also dieses Mal kurz.

1- Einseitiger Schmerz ist ein Zeichen dafür, dass nur auf diese Seite die Strukturen betroffen sind. Obwohl das Gleiten beidsetig erfolgt kann der Symptomatik einseitig auftreten.

2- Ausstrahlung des Schmerzens ist normal. Bei Wirbelsäulen erkrankungen strahlt der Schmerz meistens nach unten in den Hautbereich, der von dem bettroffenen Nerv versorgt wird. z.B. wenn der Nerv L3 auf der Höhe von Wirbelsäule einklemmpt kann man die Schmerzen im Oberschenkel Vorderseite spüren, da dieser Hautbereich von L3 versorgt wird.

3- Eine beteiligung des ISG´s kann man nicht ausschliessen. Teoretisch möglich. Ich kann dazu aber nichts sagen ohne sie klinisch untersucht zu haben.

4- Röntgenbild oder CT liefern in dem fall klare, aussagekräftige Ergebnisse. Es ist eine Momentaufnahme. Aber in dem nächsten Moment wird es nicht anders aussehen, wenn gleiten vorhanden ist.

5- Mit Grad 1 starke Schmerzen zu haben ist nicht zu erwarten. Es liegt eventuell daran, dass Sie begleit Erkrankungen wie Verschleiss der Wirbelgelenke und degeneration der Bandscheibe haben.

freundliche Grüsse