Krankenhaus wg.körperlicher Erkrankung/psych.krank

Hallo,
ich frage für jemanden, der sehr schwer psychisch erkrankt ist. Er kann nicht alleine bleiben, kann mit niemanden z. B. ein Zimmer „teilen“, kann nur dann alleine in einem Zimmer schlafen, wenn alles von AUßEN verschlossen wurde (er also quasi „eingesperrt“ ist) usw.

Nun hat er eine körperliche Erkrankung die im Krankenhaus behandelt werden muss. Er KANN aber -aufgrund der schweren psychischen Erkrankung- NICHT in ein Krankenhaus!

Kennt irgendjemand eine Lösung für dieses Problem?
Wie/WO kann er statinär im Krankenhaus behandelt werden TROTZ seiner psychischen „Einschränkungen“? Bitte jetzt nicht sowas antworten wie: Er muss sich nur zusammenreißen dann geht das. Er soll sich nicht so anstellen. Er will nur nicht. Fakt ist: Er kann es wirklich nicht leisten, dass sagt auch der ihn behandelnde psych. Arzt! Auch gibt es nicht die Möglichkeit ihn quasi mit Tabletten so „außer Gefecht“ zu setzen, dass er nichts mehr „mitbekommt“.
Es wurde auch z. B. in einigen Krankenhäusern nachgefragt, die eine hauseigene psych. Fachabteilung haben, ob er dort nicht so in einem Zimmer untergebracht werden kann - er erklärt sich auch quasi freiwillig bereit, sich „ans Bett fixieren“ zu lassen, vor lauter psychischen Problemen. Leider haben alle Krankenhäuser die bisher von ihm befragt wurden, das abgelehnt, da man „auf einer psych. Abteilung nicht körperliche Erkrankungen behandeln will“…
Ein Einsehen mit ihm hatte bisher irgendwie niemand.
Aber ein Krankenhausaufenthalt für die körperliche Erkrankung scheint jetzt echt unvermeidbar - wurde bisher von ihm immer rausgeschoben und bisher abgelehnt…

Wie ist das eigentlich, wenn z. B. jemand in einer „geschlossenen/geschützten“ psychatrischen Abteilung/Krankenhaus untergebracht ist und plötzlich dort eine in einem „normalen“ Krankenhaus zu behandelnde Erkrankung hat - als Beispiel fällt mir spontan ein, jemand ist „geschlossen“ untergebracht und hat plötzlich Blinddarm oder Herzprobleme usw. WAS machen die in der Psychiatrie dann mit diesen Patienten, WO/WIE werden die denn dann behandelt? Da setzt sich doch bestimmt niemand 24 Stunden neben von der geschlossenen Abteilung oder?

Sorry für die etwas längere Ausführung, aber sein Problem ist wirklich sehr arg schlimm.

Danke für wirklich jeden sinnführenden Tipp.

Grüße
Marie

Hallo,

was ist denn das für eine Erkrankung, wegen der ein stationärer Aufenthalt erforderlich wäre? Chirurgisch? Internistisch?

WAS machen die in der Psychiatrie dann mit diesen Patienten, WO/WIE werden die denn dann behandelt? Da setzt sich doch bestimmt niemand 24 Stunden neben von der geschlossenen Abteilung oder?

Die großen psychiatrischen Krankenhäuser haben in der Regel eine eigene Abteilung für innere Erkrankungen.

Hallo,
danke für Deine Antwort.

was ist denn das für eine Erkrankung, wegen der ein
stationärer Aufenthalt erforderlich wäre? Chirurgisch?
Internistisch?

Zunächst einmal internistisch (wären etliche Untersuchungen, z. B. Herz, Lunge (Luftnot! vllt. auch vom Herz…), diverse Wassereinlagerungen, Diabetes und dann (je nach Ergebnissen) evtl. auch chirurgisch. Es sind quasi „mehrere Baustellen“ die man bisher versucht hat mit ambulanten Untersuchungen und Medikamenten-Einstellungen abzuklären. Aber das dauert natürlich alles (viel!) zu lange bei niedergelassenen Ärzten, ehe er mal einen Termin bei einem Kardiologen und Lugenfacharzt und anderen Spezialisten usw. bekommt vergehen ja etliche Monate, die Wartzeiten auf Termine sind wirklich sehr lange (er ist Kassenpatient…). Auch wurde schon versucht, das irgendwie alles ambulant in EINEM Krankenhaus abzuklären - scheitert aber immer wieder auch an Termin-Wartezeiten und Koordinationen ärztlicherseits des jeweiligen „Fachbereiches“ des Krankenhauses untereinander.

Danke Dir

Grüße
Marie

Hallo,
danke für deine Antwort.

Die großen psychiatrischen Krankenhäuser haben in der Regel
eine eigene Abteilung für innere Erkrankungen.

Kennst Du dafür konkrete Beispiele in NRW -wäre super? Oer weißt vllt. WO man sich entsprechend für ihn schlau machen könnte - Anlauf-/Beratungsstellen, bisher haben alle von ihm kontaktierten Stelle abgewunken und gesagt: Geht nicht.
Aber er wird doch nicht der Einzige mit dieser Problematik sein?!

Werden die körperlich Erkrankten dann innerhalb dieses psychiatrischen Krankenhauses z. B. in eine Station für innere Erkrankungen -die dann ja auch „geschlossen“ sein müßte- verlegt oder bleiben die z.B. in ihrer „geschlossenen“ psych. Station. Wenn die auf eine „Innere“ Station innerhalb dieses Krankenhauses verlegt werden, wie/was macht man dann seitens der Unterbringung. Also man kann diese Patienten dann ja nicht „quasi offen“ unterbringen?

Was ist z.B. bei einer Herz-OP, z.B. Bypässe oder Schrittmacher, Herzklappen - also bei doch sehr speziellen OP’s. Da man ja nicht GENAU weiß, was konkret er jetzt hat, könnte es ja sein, dass die akute Luftnot z.B. Herz-Ursachen hätte…
Also sind diese „inneren“ Abteilung IN den psych.Fachkrankenhäuse nur für „Allgemein-Chirurgie“ ausgerüstet oder auch spezieller, wenn nicht spezieller -s.o.- was macht man dann mit diesen Patienten?

DANKE Dir sehr

Grüße
Marie

Hallo,
ich vergaß noch folgendes: Die Leberwerte sind sehr schlecht und die Schilddrüse scheint auch nicht o. k. zu sein…
Also in der Tat SEHR viele Baustellen…

Grüße
Marie

Oha.

Das ist natürlich eine schwierige Situation. Aber: so lange keine akut lebensbedrohliche Symptomatik (Schwere Luftnot, evtl. Erstickungssymptomatik? Nierenversagen?) vorliegt oder eine unmittelbare Operation erforderlich ist, besteht eigentlich auch keine zwingende Indikation für eine stationäre Behandlung. Klingt natürlich blöd, ist aber im Gesundheitssystem so vorgesehen - ambulant vor stationär.

Mal aus dem eigenen Arbeitsalltag: natürlich können auch Menschen mit schwersten psychischen Begleiterkrankungen schwer körperlich krank werden und müssen notfallmässig behandelt werden. Grundsätzlich darf hierzulande jeder selber entscheiden, welche Behandlungsmassnahmen er möchte und welche nicht, auch wenn eine unterlassene Massnahme zu schweren Schäden oder Todesfolge führt. Wenn der behandelnde Arzt den Verdacht hat, das jemand psychisch so schwer beeinträchtigt ist, dass er quasi nicht frei entscheiden kann, kann über das PsychKG eine dringend notwendige Massnahme (Infusion, OP, etc. - auch Aufenthalt im Krankenhaus) auch gegen den Willen des Patienten durchgesetzt werden. Das muss natürlich durch ein entsprechendes (Eil-)Gutachten zunächst kurzfristig festgestellt werden, und wird anschliessend regelmässig überprüft. Um die Massnahme durchführen zu können sind - wenn gerichtlich gebilligt - auch Fixierung und Sedierung möglich.

Natürlich ist es für die psychische Situation nicht wirklich günstig, gegen seinen Willen behandelt zu werden. Aber wenn es nicht anders geht, wird es so laufen. Anschliessend an die somatische Grundbehandlung würde man so rasch wie möglich eine stationäre psychiatrische Therapie durchführen und versuchen, den psychischen Schaden wieder auszugleichen.

Hier finden Sie Links zum jeweiligen PsychKG Ihres Bundeslandes: http://de.wikipedia.org/wiki/Psychisch-Kranken-Gesetz

Bedenken Sie bitte, dass bei so vielen internistischen Vorerkrankungen möglicherweise noch mehrere Krankenhausaufenthalte notwendig werden können. Und noch eine Bemerkung aus eigener Erfahrung - man kann notfalls jeden ausreichend sedieren und/ oder fixieren, um eine Behandlung auch durchführen zu können. Auch, wenn das nicht immer schön ist und nur so kurz wie eben notwendig erfolgen sollte.

Ich wünsche Ihrem Bekannten alles Gute und hoffe, dass sich diese komplizierte Situation für ihn erträglich lösen lässt. Leider kenne ich keine Klinik, die sich auf solche Sonderfälle spezialisiert hat und kann diesbezüglich nicht weiterhelfen. Im Notfall wird es im örtlichen Krankenhaus nach o. g. Muster laufen.

Viel Glück.
SilG

z.B hier:

http://www.rk-bedburg-hau.lvr.de/02kliniken/04innere/

Hallo,
danke für Deine Antwort.

Oha.

Das ist natürlich eine schwierige Situation.

Kann man so sagen…
Er ist aber auch wirklich arg „gebeutelt“

Aber: so lange

keine akut lebensbedrohliche Symptomatik (Schwere Luftnot,
evtl. Erstickungssymptomatik? Nierenversagen?) vorliegt oder
eine unmittelbare Operation erforderlich ist, besteht
eigentlich auch keine zwingende Indikation für eine stationäre
Behandlung. Klingt natürlich blöd, ist aber im
Gesundheitssystem so vorgesehen - ambulant vor stationär.

Ja - ambulant vor stationär ist schon allzu hinreichend bekannt…
Ist ja auch im Grunde GENAU in seinem Sinn NICHT zu solchen Untersuchungen in ein Krankenhaus zu gehen.

Mal aus dem eigenen Arbeitsalltag: natürlich können auch
Menschen mit schwersten psychischen Begleiterkrankungen schwer
körperlich krank werden und müssen notfallmässig behandelt
werden.

Aber WO und WIE werden Sie dann mit Ihren psych. Erkrankungen auf den jeweiligen „normalen“ Krankenhausstationen betreut?
Er wird ja wohl nicht der einzigste mit SO einer Erkrankungs-Kombination sein - vermute ich mal!

Grundsätzlich darf hierzulande jeder selber

entscheiden, welche Behandlungsmassnahmen er möchte und welche
nicht, auch wenn eine unterlassene Massnahme zu schweren
Schäden oder Todesfolge führt.

Soweit ist ihm das bekannt. Aus diesem Grunde hat er bisher ja auch immer Krankenhaus-Aufenthalte abgelehnt…

Wenn der behandelnde Arzt den

Verdacht hat, das jemand psychisch so schwer beeinträchtigt
ist, dass er quasi nicht frei entscheiden kann,

Er KANN FREI entscheiden, weil er bei völlig glas-klarem Verstand ist. Er ist nicht eingeschränkt in seinem Urteilsvermögen, in seinen Handlungen oder in seinem allgemeinen Handeln, - man nennt ja Zwangserkrankte auch manchmal „verrückt bei klarem Verstand“ - DAS trifft es bei ihm völlig, er ist sehr intelligent, belesen und hat auch Freunde, kann sehr gute Gespräche führen, organisiert sein Leben vollkommen autark in puncto Behörden, Geld usw. Wenn man nicht weiß, dass er eine psych. Krankheit hat würde man es z. B. in einem Gespräch o.ä. keinesfalls bemerken.
Lediglich in diesem einen Segment Psych. ist er eben „eingeschränkt“ durch diese Erkrankung und braucht adäquate Hilfe. Dies ist in Deutschland übrigens sehr schwer zu vermitteln - und er hat auch schon sehr viele negative Erfahren machen müssen in diesem Punkt - manche Menschen denken sogar heute noch, dass „so was“ ansteckend ist - ECHT!

PsychKG … Um die Massnahme durchführen zu können sind - wenn
gerichtlich gebilligt - auch Fixierung und Sedierung möglich.

Er würde sich ja vollkommen freiwillig fixieren lassen und hat dies bei den jeweiligen Krankenhaus-Anfrage auch so sehr deutlich formuliert und sogar angeboten, dass alles zu unterschreiben - notfalls auch vor z. B. einem Notar - so, dass das Krankenhaus NIE in eine gesetzliche „Schieflage“ geraten könnte - es wurde dankend abgelehnt…

Bedenken Sie bitte, dass bei so vielen internistischen
Vorerkrankungen möglicherweise noch mehrere
Krankenhausaufenthalte notwendig werden können.

Ja - DAS wird wahrscheinich der Fall sein und dessen ist er sich auch völig klar bewußt, deshalb sucht er ja schon sehr lange händeringend nach einer für ihn leistbaren Krankenhaus-Unterbringung - findet aber ja leider keine…

Und noch eine

Bemerkung aus eigener Erfahrung - man kann notfalls jeden
ausreichend sedieren und/ oder fixieren,

wie gesagt, Fixierung wünscht er sich ja sogar selber ausdrücklich - will aber offenbar keiner - ist mir völlig unverständlich.

um eine Behandlung

auch durchführen zu können.

Ich wünsche Ihrem Bekannten alles Gute und hoffe, dass sich
diese komplizierte Situation für ihn erträglich lösen lässt.
Leider kenne ich keine Klinik, die sich auf solche Sonderfälle
spezialisiert hat

offensichtlich scheint es die in diesem Land auch irgendwie nicht zu geben, ich glaube, dass alles was hier „außer der Norm“ liegt nicht „erwünscht“ ist und deshalb auch dafür nichts geregelt wird.

Z. B. diskutiert man ja momentan auch bei Demenzkranken. Wenn die ins Krankenhaus müssen ist es ja auch ein hinlänglich bekanntes Problem - und NIEMAND will es lösen - Grüße an die Politiker die immer alles laufen lassen…

und kann diesbezüglich nicht weiterhelfen.

GANZ lieben Dank an DICH für Deine tollen Ausführungen und die guten Wünsche für ihn.

Grüße
Marie

Hallo,
ganz lieben Dank für den Link, habe ich ihm soeben weitergegeben, er wird sich mit denen in Verbindung setzen.
Aber „Betten“ IN dieser inneren Station haben die nicht oder? Scheint eine reine Diagnostik / Konsiliardienst - Abteilung zu sein - so wie die in Ihrem Internet-Auftritt schreiben.
Kommt denn dann der Arzt für Innere in die jeweiligen Stationen/die Patienten zur Untersuchung in diese Station und WIE geht das bei anstehenden Operationen - wird da auch operiert? *grübel*

DANKE Dir sehr.

Grüße
Marie

Gern geschehen. Ich merke aber gerade, ich habe mich wieder etwas zu umständlich ausgedrückt, deswegen noch mal etwas klarer:

  1. Bei körperlichen Erkrankungen werden psychisch Erkrankte behandelt wie alle anderen auch. Man kann versuchen, soviel Rücksicht wie auf einer normalen Station eben möglich walten zu lassen, aber er wird ein ganz normales Zimmer mit ganz normaler Behandlung bekommen. Wenn schlimmer krank, dann eben auf der Intensivstation.

  2. Hält er das aufgrund seiner Zwänge nicht aus und will die Behandlung z. B. abbrechen, wird der vom Arzt mit Sicherheit hinzugerufene psych. Konsildienst vermutlich zu der Einschätzung kommen, dass eine Zwangserkrankung vorliegt und dass ebendiese ihn wohl so unter Kontrolle hat, dass er die Zwänge über seine körperliche Gesundheit stellt. Gefährdet er damit sein Leben, liegt Eigengefährdung vor und ihm wird nach PsychKG kurzfristig das Recht auf Selbstbestimmung entzogen werden.

  3. Dann wird er unter Aufsicht - sprich z. B. auf den Flur vor das Schwesternzimmer oder wenn er Glück hat im Zimmer mit Sitzwache - so fixiert, dass er sich nicht wehren kann und muss das halt erdulden. Schreit er zu sehr, wird er entsprechend sediert, wenn es denn die Grunderkrankungen zulassen. Kann bei eingeschränkter Atmung mal schwierig sein. Ich persönlich habe häufig so schwer Erkrankte, dass ich sie gleich auf der Intensiv festschnallen kann, da ist dann auch die Überwachung gegeben.

  4. So läuft das übrigens auch in psychiatrischen Kliniken ab, wenn lebensbedrohliche internistische Krankheiten vorliegen. Klassiker: Depressiver nimmt Überdosis seines Antidepressivums ein oder Borderliner isst ein paar Rasierklingen und blutet aus dem Schlund. Die müssen dann zur Überwachung auf die Intensiv, und da kommt kein Psychiater mit. Siehe Punkt 1 bis 3, nur dass es auf einer Intensivstation keine Privatsphäre für Patienten gibt, also auch keine Sitzwache erforderlich ist.

Fazit: Ganz knallhart gesagt hört ab einem bestimmten Gefährdungsgrad die Wohlfühlmedizin auf. Wenn es ums Überleben geht, wird keine Rücksicht auf psychische Befindlichkeiten genommen, das kann geklärt werden, wenn der Patient aus der akuten Krise raus ist. Dann kommen auch wieder die Kollegen von der Psychiatrie zum Zug.

Hoffentlich konnte ich dieses Mal ein etwas klareres Bild vermitteln. Wenn Ihr Bekannter es schafft, ambulant zu bleiben, wäre das vermutlich angenehmer. Sollte ein lebensgefährlicher Zustand bestehen, wird ihn definitiv jedes Krankenhaus nehmen und so wie oben beschrieben auch hoffentlich erfolgreich behandeln können.

Beste Grüsse,
SilG

Ein paar Betten werden die wohl auch haben;
aber die sind doch nur für die absoluten Notfälle, die unter PsychKG stehen, und eventuell noch fixiert werden müssen.

Auf eine internistische Station überweisen, wo dann gleichzeitig die psychischen Erkrankungen mit behandelt werden, wäre mir neu, dass das funktionieren würden.

Das umgekehrte wäre eigentlich der Normalfall:
Auf eine psychiatrische Station überweisen lassen, von wo aus die Zwangserkrankungen behandelt werden;
und gleichzeitig internistische Untersuchungen veranlasst werden.

Hallo,
nochmals Danke an Dich.

Auf eine internistische Station überweisen, wo dann
gleichzeitig die psychischen Erkrankungen mit behandelt
werden, wäre mir neu, dass das funktionieren würden.

GENAU - DAS ist hier das Problem, dass es offensichtlich in diesem System/Land nicht funktioniert… - es scheint im „Plan“ nicht vorzukommen - er ist psychisch krank -wie beschrieben- und gleichzeitig aber momentan akut auch körperlich behandlungsbedürftig, kann aber nicht in ein „Normal“-Krankenhaus weil er eben diese psych. Beschwerden hat…

Das umgekehrte wäre eigentlich der Normalfall:

Was ist schon „normal“ in solch einer Situation… ich denke, wenn ich mir seine Situation so anschaue, ist er sehr sehr hilflos und irgendwie geht nichts. Hier beißt sich der Hund in den Schwanz…

Die psych. Krankenhäuser nehmen ihn nicht, WEIL er körperlich krank ist und die „normalen“ Krankenhäuser nehmen ihn nicht WEIL er psychisch krank ist und da eben die v. g. Hilfen braucht…

Hallo,
danke für diese ausführliche Antwort.
Werde ich ihm aber gar nicht erst in dieser Form weitergeben, denn DANN mit diesen Infos wird er erst recht nicht in ein „normales“ Krankenhaus gehen können - er hat (wie mir scheint ja wohl die völlig berechtigte) Furcht davor dort „unter Betreuung“ gesetzt (diese Betreuung wird man als SO schwerpsych. Kranken ja sehr selten wieder los, deshalb kann ich ihn etwas verstehen…) und GEGEN seinen Willen festgehalten und behandelt zu werden, nicht mehr Herr seiner selbst zu sein, keine eigenen Entscheidungen mehr zu treffen und und und…

Wie gesagt, er ist von selber ja bereit sich in einem „normalen“ Krankenhaus fixieren zu lassen aus FREIEM Willen - DAS will aber ja keiner…

DANKE
Grüße
Marie

Naja, das „freiwillige Fixieren“ will deswegen keiner, weil es nichts bringt. Weil: wenn er freiwillig der Fixierung zustimmt, darf er sie auch beenden. D. h., wenn er sagt „Jetzt reicht’s!“, dann muss man ihn losmachen. Weiter festhalten darf man ihn dann nur, wenn ein entsprechender Beschluss vorliegt. Nützt also nichts in der Akutsituation.

Deswegen ist es den Ärzten völlig egal, ob er sich vorher freiwillig dazu bereit erklärt. Er könnte sich auch freiwillig dazu bereit erklären, nur gepunktete Unterhosen zu tragen, das hätte den gleichen Effekt.

Das Gleiche gilt übrigens für einen Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik - kommt man freiwillig, müssen die Ärzte einen auch wieder gehen lassen, wenn man das will. Kommt man mit Beschluss, sitzt man fest. Nur mal so als Tipp für Ihren Bekannten.

Ich möchte ihm sicherlich nicht zuviel Angst vor einem Klinikaufenthalt machen. Trotz der genannten hart anmutenden Massnahmen arbeiten da immer noch Menschen mit einem Gewissen, die niemals jemanden über Gebühr leiden lassen würden.

Wenn seine Zwänge für ihn so unbeherrschbar sind, wäre es doch ohnehin an der Zeit für eine aggressive psychiatrische Therapie oder nicht? Er wird ja nicht gesünder mit fortschreitendem Alter.

Grüße,
SilG

ich denke, wenn ich mir seine Situation so anschaue, ist er sehr sehr hilflos und irgendwie geht nichts. …

Den Eindruck hatte ich von Anfang an;
da führt doch wohl kein Weg vorbei, dass seine Zwänge behandelt werden.

Die psych. Krankenhäuser nehmen ihn nicht, WEIL er körperlich krank ist und die

Kapier ich nicht;
der Psychiater braucht doch nur eine Überweisung zu schreiben;
mal abgesehen davon,
steht der doch anscheinend eh kurz von einer Zwangsbehandlung und anschließender Betreung in Gesundheitssachen.
Ansonsten kann doch auch der hausarzt eine Überweisung schreiben.

Kapier ich nicht. Der Psychiater braucht doch nur eine Überweisung zu schreiben.

Eine Psychiatrie nimmt tatsächlich nur körperlich halbwegs Fitte. Wenn schwerwiegende somatische Probleme vorliegen - und der Konsiliardienst nicht ausreicht - werden die Patienten immer in die Somatik verlegt.

Ok,
irgendwie hatte ich die Geschichte nicht kapiert.
Also,
der ist jetzt körperlich so schwer krank, dass er umgehend internistisch versorgt werden muss.

Hallo,
es ist so, dass er eben psychisch schwer erkrankt ist und eben WEGEN dieser psych. Erkrankung nicht in der Lage ist in ein NORMALES somatisches Krankenhaus zu gehen, weil er sagt, er kann das nicht leisten mit Mit-Patienten in EINEM Zimmer zu liegen oder aber überhaupt dort zu liegen. Nochmals zur Erklärung, er kann NICHT alleine bleiben oder auch nicht alleine irgendwo hingehen usw., d. h. er hat einen Aktionsradius = Null. Er hat mehrere somatische Krankenhäuser kontaktiert, die Situation geschildert und gesagt, dass er sich freiwillig fixieren lassen würde um die Situation irgendwie meistern zu können. DAS wollen aber die Krankenhäuser nicht und lehnen dies ab, er hat mehrere Telefonate geführt und auch immer wieder nachgehakt und alles klar und deutlich geschildert - auch seine NOTlage. Interessiert die überhaupt nicht!

Es ist so, dass er so viele somatische Erkrankungen hat, dass diese jetzt irgendwie mal grundlegend untersucht/behandelt werden müssen. Aber es geht auch darum, was mal in einem akuten somatischen „Notfall“ -als Beispiel bei einer Blinddarm-OP- geschehen könnte. Er wollte quasi in diesem Punkt im VORAUS klären, was im Notfall geschehen wird.
Das es jetzt langsam akut für ihn werden würde, bereitet ihm SEHR große Sorge. Vor allem, weil man anscheinend nirgendwo Hilfe, Rat oder TAT findet.

Ob er nun wirklich der Einzigste in diesem Land ist, der SOWAS hat?!?

Also wie/wass kann man machen, um einem schwer psychisch Kranken (s.o.) in einem somatischen Notfall einen Krankenhausaufenthalt so ermöglichen zu können, dass er es auch leisten/aushalten kann?

Die Idee war weiterhin, ein großes Krankenhaus zu wählen, z. B. eine Uni-Klinik, die in diesem Haus auch eine psych. Abteilung hat. Im Notfall -so seine Vorstellung- könnte es ja dann so sein, dass er in die Psychiatrie kommt aber von den Arztkollegen aus der Inneren (mit-)behandelt wird. Also quassi: Auf die geschlossene Psychiatrie kommt (freiwillig fixiert) und dann dort von den Fachärzten aus der Inneren (oder welche Abteilung nun dann erforderlich werden würde) behandelt wird.

So was MUSS es doch in Deutschland geben - meine Güte.
Er verzweifelt schon fast und tut mir sehr leid. Ich möchte ihm so gerne helfen für diesen Fall eine Lösung zu finden…
Nochmals: Gegen die massive Zwangserkrankung kann man scheinbar -lt. Auskunft der psych Ärzte- nichts grundlegendes mehr machen. Er hat auch schon viele Aufenthalte in psych.Fachkliniken hinter sich, alles an Medis ausprobiert was der „Markt“ so hergibt, Therapien aller Art usw. nimmt jetzt nur noch Medikamente.

Zwangseinweisung scheidet aus (würde ihn nur noch kränker machen), da er auch bei „klarem Verstand“ ist - echt! Man kann sich ganz normal unterhalten, er ist sehr intelligient usw. usw.

Sehr gerne kannst Du auch noch weitere Fragen stellen, wenn es zur Lösung hilft.

Kennst Du so ein Krankenhaus/Klinik wo so ein Aufenthalt möglich sein könnte?

DANKE
Grüße
Marie

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Ein Kollege gab mir den Tipp, dass es in Österreich wohl ein Modellprojekt gibt, von dem er gehört hätte. Ich habe dann mal etwas gegoogelt und diesen interessanten Artikel gefunden:

http://www.medizin-medien.at/dynasite.cfm?dsmid=1097…

Habe leider keine Ahnung, wo und wie das durchgeführt wird. Wäre Ausland denn für ihn machbar?

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