Kulturmanagement-Quereinsteiger

Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,

ich bin Dipl. Designerin und arbeite zur Zeit freiberuflich im Gebiet
Grafikdesign. Ursprünglich komme ich aus Warschau, dort habe ich auch
studiert (FB Produktdesign). Bevor ich (vor zwei Jahren) meine
Tochter bekommen und - gar nicht unglücklich - den Erziehungsurlaub
beantragt habe, arbeitete ich in einer Festanstellung als Junior
Designerin (Verpackungsdesign). Der Job machte zwar Spaß, der
Agenturalltag war (wie es immer so ist) ziemlich stressig, und ich
dachte mir: gut, dass nun diese Pause kommt, ich kann mir überlegen
was ich wirklich beruflich machen möchte. Schon seit der
Studienzeiten gestalten sich meine Interessen und Schwerpunkte
„zweigleisig“: ich lerne gerne und schnell Fremdsprachen, habe neben
Design auch Seminare in der Kunstgeschichte besucht. Kurz gesagt: es
interessiert mich gleichermassen das Praktische an Design und das
Theoretische an der Kunst(wissenschaft).

Nun bin ich eine stolze Mutter und versuche freiberuflich als
Grafikdesignerin tätig zu sein. Mit geringen Erfolg (da sind besimmt
einige Faktoren im Spiel). Deshalb überlege ich seit einiger Zeit
mich neu zu orientieren. Und ein Weiterbildendes Studium im Bereich
Kulturmanagement zu absolvieren (KMM HAmburg).
Wenn ich den Diplom Anschluß anstrebe, werde ich dann 36.

Die Materie finde ich sehr interessant, und eine weitere berufliche
Beschäftigung könnte ich mir auf dem Gebiet
Museumsmanagement/Ausstellungmanagement (mit dem Schwerpunkt Design?)
sehr gut vorstellen.

Da ich persönlich keine/n Kulturmanager/in kenne, wäre ich sehr
dankbar für eine kritische Meinung zu meinen Plänen.

Und hier die Fragen:

  • ist das KMM (Fern) Studium in Hamburg - falls jemand es absolviert
    hat - emplehlenswert?
  • welche Einstellungschancen hat eine KM, die 36 ist?
  • wie ist allgemein die Situation auf dem Markt?
  • werden Fremdsprachenkenntnisse (E, F, I, Pl - fließend) berufliche
    Chancen erhöhen?
  • genauso wie das Erststudium-Diplom? Kann man das (vielleicht?) gut
    kombinieren?
  • macht es Sinn (zeitlich und finanziell) in so eine
    Quereinsteigersache zu investieren? (bitte keine objektive Meinungen
    „Wenn man daran glaubt…“ sondern schön subjektiv die Meinung sagen)

Vielen, vielen Dank!

Liebe/-r wer-weiss-was Experte/-in,

Hallo,

kann es wohl sein, daß Du die Frage bereits im Rahmen der Expertensuche gestellt hast?

Gruß,

Christian

ja, habe ich, und ich glaube, gerade auf ihre antwort wäre ich gespannt!

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo, also Kulturmanagement und Museumsmanagement sind schon zwei paar Stiefel, die zwar einiges gemein haben aber eben auch sehr viele Unterschiede. Und Ausstellungsmanagement setzt zusätzlich vorraus, dass du etwas über die Auszustellende Thematik weißt, und zwar auf Universitärem Niveau. Ohne vorherigen Dr. in Kunstgeschichte wirst du da wohl nicht viel werden.
Bei deinen Vorkenntnissen im Bereich Design denke ich da eher an Raumplanung und -gestaltung durchaus auch im Museumsbereich. Dafür gibt es hier in Kiel seit kurzem einen Studiengang an der Muthesius-Kunsthochschule. Leider weiß ich nicht, wie es dann später mit Jobs aussieht. Designte Räume können sich eigentlich nur große Museen mit öffentlicher Förderung und andere Vorzeigeobjekte leisten.

In den Bereich der Kunstmuseen reinzukommen sehe ich eher kritisch, da gibt es eine Menge arbeitsloser promovierter Kunsthistoriker mit studienbegleitenden Museumspraktika (oft mehrere in sehr renommierten Museen) und ein echtes Geklüngel unter den Direktoren, die sich eigene Zöglinge heranziehen oder die anderer wegschnappen.
Das sieht in kleinen Dorfmuseen und anderen volkskundlichen Sammlungen besser aus, die allerdings auch Generealisten brauchen. Ein bisschen Kunst findest du auch da, aber eben nicht nur und eher unter ferner liefen. Und Geld ist da auch weniger zu verdienen. Da wird dann auch nur ein Museumsmanager gebraucht, und das ist der Museums-Direktor. Einzelne Ausstellungen lassen sich durchaus auch auch mal gestalten, so als externer Freiberufler, aber auch da solltest du schon wissenschaftliches Renomée haben. Oder du landest in einer ehrenamtlich geführten Klitsche. Aber dafür brauchst du dann auch gar kein Studium, sondern nur eine Liebe zu den Dingen, die da gesammelt werden.

Wo du vielleicht eher eine Chance hast unterzukommen und dabei auch noch Geld zu verdienen wären Auktionshäuser und Galerien.
Im Bereich Kulturmanagement gibt es dann natürlich auch noch die Bereiche Literatur- oder Musikhäuser, die wohl weniger Dein Fall wären oder Soziokulturelle Zentren, die auch Kunst ausstellen aber auch anderen Dingen (Theatergruppen, Seminaren, Musik)Raum geben und meist als eV. laufen (der Job also auch eher weniger als Lebensgrundlage angesehen werden kann).

In deinem Fall würde ich es doch nochmal versuchen den Designbereich etwas mehr auszudehnen, mich hier umzuschauen ob es nicht Bereiche hier gibt, die du bisher übersehen hast oder noch gar nicht kennst. Schau dich in deiner Stadt, in deinem Lebensumfeld um nach Dingen, die du designen könntest, wo du Schwächen von anderen Designern siehst, was könntest du viel besser machen. Und wenn du solche Dinge gefunden hast, frage dich, wer macht sowas, in welcher art macht er das (steckt ein unternehmen, ein Marketing dahinter oder ist es freie Kunst), sprich auch ruhig mit den Herstellern…
Eigentlich gibt es doch nichts, was nicht irgendwie designt werden muss, oder?
Zur besseren Orientierung hilft vielleicht auch Das Buch
„Durchstarten zum Traumjob“ von Bolles, gibts auch oft im Leihbüchereien.
Schöne Grüße Susanne

Hallo grazy!

Ich bin zwar nicht vom Fach und kann Dir auch nichts über das Fernstudium sagen, aber vielleicht wäre auch eine berufsbegleitende Fortbildung zur Kulturmanagerin in Köln für Dich interessant?!

Da habe ich nämlich Folgendes gefunden:
http://www.vwa-koeln.de/wps/vwa/home/vwa-ko/4sem_kul…

Vielleicht ist auch dieser Link hier noch informativ:
http://infobub.arbeitsagentur.de/berufe/start?dest=p…

Liebe Grüße und viel Erfolg bei der Zukunftsplanung,
Liza

vielen dank!
ich schaue mal nach.

viele grüße aus köln,

grazyna

vielen, vielen dank für deine umfangreiche mail.
damit kann ich wirklich einiges besser abschätzen.

schöne grüße aus köln,

grazy