Hi,
im Zusammenhang mit Mord vielleicht ein interessantes Diskussionsthema:
Für die es nicht aus den Nachrichten kennen, Laci Peterson wurde von ihrem (Ex?)Mann ermordet, während sie im achten Monat schwanger war. Die Debatte die jetzt entstand dreht sich darum, ob dieser Mord als Doppelmord betrachtet werden sollte. Die Antwort auf diese Frage entscheidet über Leben und Tod des Mörders: Für Doppelmord steht in jenem Bundesstaat (welcher?) die Todesstafe, während einfacher Mord mit Lebenslänglich bestraft wird.
Gültiges Recht geht eigentlich davon aus, daß eine Person erst mit der Geburt „entsteht“. Ein Fötus ist prinzipiell erstmal keine Person, wird auch nicht als solcher im Einwohnerregister geführt. (Totgeburten werden weder registriert noch richtig „begraben“.)
Das ungeborene Leben ist nur insofern geschützt, daß es als Teil des Körpers der Frau betrachtet wird. Tritt jemand eine Schwangere derart stark, daß sie ihr Kind verliert, ist es schwere Körperverletzung, aber KEIN Mord.
Im obigen Fall wurde argumentiert, daß ein 8-monatiger Fötus aber allein lebensfähig ist. Wäre Laci eines natürlichen Todes gestorben, hätte man das Kind herausschneiden können und es hätte höchstwahrscheinlich ganz normal überlebt.
Aber macht dieser Fakt es zu einer zu schützenden Person, für die das Mordverbot gilt?
Wenn ja, dann hat es weiterreichende Konsequenzen. Man stelle sich vor, eine Frau, die im achten Monat schwanger ist, erleidet derartige Komplikationen, daß sie in Gefahr ist zu sterben. Die einzige Rettung wäre, das Kind zu töten. Da das Kind ja jetzt eine Person wäre, wäre das verboten bzw. unter Notwehr einzuordnen.
Es enstehen eine Menge interessanter Probleme.
(Hinweis: Die Ansicht „eine befruchtete Eizelle ist ein Mensch“ ist zwar durchaus konsequent, aber sie trägt zu dieser Diskussion absolut nichts bei. Wer diese Ansicht vertritt, für den ist die ganze Diskussion ohnehin überflüssig. Vielleicht könnte man diese Option ausklammern - der Debatte zuliebe.)
Freue mich auf input.
Gruß
datafox

