War ja nur eine Frage…
Hi! (das ist ein Gruß)
… ich kann nur logisch denken und entsprechende
Zusammenhänge erkennen.
Sorry, aber ich denke, da überschätzt Du Dich!
Wenn ich als Versicherungsmakler arbeite (oder in einer
Tankstelle, als Krankenschwester …), weiß ich von Anfang an,
dass solche Arbeitszeiten auf mich zukommen. Hier ist es auch
gar nicht anders möglich. Man muss Tankstellen rund um die Uhr
geöffnet haben, Krankenhäuser müssen 24 Std. am Tag für
Notfälle gewappnet sein, Versicherungen müssen in Notfällen
schnell und unbürokratisch helfen können … aber wann ich in
den 11 Stunden, die Geschäfte in Deutschland in der Regel auf
haben, einkaufen gehe, kann ich selber planen.
Blödsinn! Ich kenne etliche Tankstellen, die nicht 24 Std geöffnet haben! Mir fallen einige Versicherungsmakler ein, die ihre festen Geschäftszeiten haben! Und in meinem Bekanntenkreis gibt es sogar Krankenschwestern, die in der mobilen Betreuung arbeiten, damit sie eben keinen Nachtdienst schieben müssen… Kein Mensch zwingt Dich zu Arbeitsverträgen, die Dir nicht passen! Ich begreife einfach nur nicht, warum es dem Einzelhandel als einzigem Wirtschaftszweig verboten ist, Sonntags zu arbeiten! Alle anderen dürfen das unter lächerlichen Auflagen! Ich überlege gerade, was Verkaufspersonal im Einzelhandel von anderen Arbeitnehmern abhebt - aber irgendwie fällt mir dazu gar nichts ein!
Eben! Wer hat geöffnet? Die großen Ketten. Wer nicht? Kleine
und mittelständische Betriebe, die sich das nicht leisten
können. Wer macht immer mehr pleite? Letztere, weil sie eben
nicht so günstig und flexibel sein KÖNNEN, wie die großen
Geschäfte.
Schon mal auf die Idee gekommen, dass sie das nicht wollen? Merkwürdigerweise überleben Videotheken ganz gut mit einer ewig langen Öffnungszeit!
Und du hast in der Zeit von 9 - 20 Uhr keine halbe Stunde, in
der du einkaufen könntest? In was für ´nem Stressjob arbeitest
du denn?
Was bitte ist daran so ungewöhnlich? Ich fange in der Regel gegen 8 Uhr morgens an, arbeite bis ca. 17 Uhr und bilde mich danach meistens noch weiter - so von 17:30 bis 20:30 Uhr. Nein - da ist keine halbe Stunde Einkaufszeit möglich! Es sei denn, ich würde aufs Essen verzichten, und das ist bekannt ungesund!
Ja doch! Aber wenn die Nachfrage nicht steigt, wie sollen denn
dann diese neuen Arbeitskräfte finanziert werden? Das geht
dann nur noch durch Preiserhöhungen. Da das aber schlecht für
den Wettbewerb ist, werden viele Geschäfte davor
zurückschrecken - ergo weniger Gewinn machen - was
zwangsläufig zu noch mehr Pleiten führen wird - was wiederum
eben Arbeitsplätze VERNICHTET, statt welche zu schaffen.
Hast Du ein ganz klein wenig Ahnung von Volkswirtschaft? Dann weißt Du sicher, dass die Bedürfnisse der Menschen unendlich groß sind! Es reicht, wenn die Möglichkeit gegeben wird, diese zu befriedigen - dadurch geht die Nachfrage automatisch hoch!
Noch einmal: Die von dir angesprochnen Arbeitsbereiche sind
ausnahmslos Berufe, bei denen man von Anfang an auch weiß, was
arbeitszeittechnisch auf einen zu kommt. Im Einzelhandel ist
das aber nicht so! Hier bekommen die Angestellten, per Dekret,
auferlegt, wie sie ab sofort zu arbeiten haben. Ob das eine
alleinerziehende Mutter mit 3 Kindern leisten kann, oder
nicht, wird häufig in der Praxis egal sein. Wenn ihr die
Arbeitszeit nicht passt, kann sie sich ja eine andere suchen -
und wir wissen alle, wie einfach das heute ist.
Noch einmal: Man kann Arbeitszeit nicht so einfach hochsetzen! Und ich möchte gerne dabei sein, wenn Du einem Bergarbeiter erzählst, dass es ja völlig unmöglich und unverschämt sei, von heute auf morgen von jemandem zu verlangen, am Wochenende arbeiten zu kommen…
Kurz: HALLO!!! Auf welchem Ross sitzt Ihr? Wenn Ihr vor die Wahl gestellt würdet: Job weg oder das Wochenende - welche Wahl würdet Ihr treffen?
Grüße (auch das ist ein Gruß - zum Abschied)
Guido