Ladenschluss

unlogisch…

Hallo Raimund,

Es geht nicht darum, dass die Verkäufer es bequem haben. Wie
Lehi schon schrieb: Krankenschwester, Kellner, Busfahrer haben
es auch nicht.
Es geht darum, dass die Käufer die Möglichkeit haben, da
einkaufen zu gehen, wenn sie Zeit und Lust haben. Es ist
unverschämt, dass samstags nach 16:00 Uhr alles schon dicht
ist.

was hat die Krankenschwester, der kellner, der Busfahrer mit einem verkäufer zu tun?
Dies sind Berufe, deren Arbeitszeit nicht anders zu legen sind.
Beim Verkauf ist das möglich!
Hat auch nichts mit der Bequemlichkeit der Verkäufer zu tun.
Aber wartet es nur ab: bitte keine Beschweren wegen schlechten Verkäufern. Es wird in Zukunft nur noch Auffüller geben. Beratung? Was´n das?
Grüße
Raimund

wenn Du als Alternative nur noch Großmärkte haben willst!?
Übrigens: es ist eine Unverschämtheit, dass die Angestellten und Beamten um 17:00 dienstschluss haben!
Ich fordere die Aufhebung sämtlicher Büroschlusszeiten!
Es lebe die Schichtarbreit!
KFZ Werkstätten will ich Zukunft auch um 24:00 aufsuchen können. Und Ind Bürgermeisteramt will ich anschließend um 1:00.
Achließend passt es mir ganz gut, wenn ich so um 1:30 zu meiner Kasse gehen kann…
Grüße
Raimund

Hallo Ralf,

das häufigste was man von Banken will ist Geld. Dafür haben die meisten einen Geldautomaten. Im Supermarkt gibt es keinen Lebensmittelautomat, also müssen sie länger öffnen bzw. wenigstens die Möglichkeit haben, dies zu tun.

Gruß

Marcus

Hallo Raimund,

wenn Du als Alternative nur noch Großmärkte haben willst!?
Übrigens: es ist eine Unverschämtheit, dass die Angestellten
und Beamten um 17:00 dienstschluss haben!
Ich fordere die Aufhebung sämtlicher Büroschlusszeiten!
Es lebe die Schichtarbreit!

Die meisten Dienstleister haben ihre Call-Center bis mind. 20 Uhr, manche bis 22:00 und einige auch bis Mitternacht besetzt.

KFZ Werkstätten will ich Zukunft auch um 24:00 aufsuchen
können. Und Ind Bürgermeisteramt will ich anschließend um
1:00.

Jetzt übertreib mal nicht. Supermärkte nennt man auch „Geschäfte des tägl. Bedarfs“. Niemand muß täglich in eine Autowerkstatt.

Achließend passt es mir ganz gut, wenn ich so um 1:30 zu
meiner Kasse gehen kann…

Nicht mal in Amerika haben die Supermärkte 24/7 auf. Auf dem Land schließen die meisten zwischen 23 und 6 Uhr. Ich bin mir sicher, daß die Leute auch gerne Sonntags 3 Std. einkaufen gehen würden. Möbel-Geschäfte öffnen z.B. Sonntags. Der eine Verkäufer schläft vielleicht gerne aus und geht erst mittags zur Arbeit, der Frühaufsteher hat von 8-17 h Schicht. Ich sehe nichts, was dagegen spricht. Wenn es sich nicht lohnt, wird kein Geschäft weiter ewig geöffnet haben.

Gruß

Marcus

Moin Raimund,

Ich fordere die Aufhebung sämtlicher Büroschlusszeiten!

Sämtliche ist übertrieben. Aber es ist tatsächlich ein Unding, wenn man Urlaub nehmen muss, um seinen Pass verlängern zu können.

Es lebe die Schichtarbreit!

Ja, warum nicht?

Ciao

Ralf

Moin Raimund,

Beratung? Was´n das?

Beratung wird man dann bezahlen müssen. Es wird Geschäfte geben, die Service anbieten und dafür teurer sind und die beratungsfreien Preisbrecher.

Dann kann sich der Kunde entscheiden.

Ciao

Ralf

Hi Ralf,

meine Bank hat samstags bis 16 Uhr geöffnet…

Grüße
Jana

hallo Ralf,

Beratung? Was´n das?

Beratung wird man dann bezahlen müssen. Es wird Geschäfte
geben, die Service anbieten und dafür teurer sind und die
beratungsfreien Preisbrecher.

Dann kann sich der Kunde entscheiden.

klar, nach der Beratung geht er in den Supermarkt und kauft das empfohlene Produkt dort.
Ergebnis: die kleinen, guten Läden sterben aus.
Grüße
Raimund

Kunden, Verkäufer, Lebensgestaltung

Also, nachdem ich alle bisherigen Antworten gelesen habe: Da ich arbeite, mein Partner ebenfalls sind uns natürlich die traditionellen Öffnungszeiten bis 18:30 Uhr zu kurz. Mit 20 Uhr unter der Woche und 16 Uhr Samstags kann ich dagegen gut leben.

Die Forderung, die jetzt immer mehr auftaucht, ALLE Beschränkungen fallenzulassen und Ämter, Geschäfte, Banken, Büros ihre Arbeitszeit frei gestalten zu lassen scheint mir auf eine Verringerung der Lebensqualität hinauszulaufen. Warum?

Ich bin nicht nur Kundin, ich muss wie gesagt auch arbeiten. Fast alle müssen das. Die Vorstellung, dass der Arbeitnehmer sich seine Arbeitszeiten selbst aussucht, halte ich für eine Illusion. Es wird dann ganz schnell heißen: Wenn Sie Ihren Job behalten wollen, dann kommen Sie in Zukunft Sonntags und legen Ihr „Wochenende“ auf Mi/Do. Mein Freund wird dann sein „Wochenende“ vielleicht am Fr/Sa haben. Und wann können wir etwas gemeinsam machen? Nie? Gemeinsam einkaufen am Wochenende? Ach war das damals schön, als wir beide gemeinsam den Sa/So verbringen konnten und die Geschäfte bis 16 Uhr offen hatten.

Das Thema Kinder wurde schon angesprochen: Klar, die Schulen schliessen Sa/So. Oder wollen wir das auch flexibilisieren? Wenn Eltern etwas mit ihren Kindern zusammen unternehmen wollen, dann geht das nur am Wochenende. Selbst wenn dann auch die ideale Kinderbetreuung am Wochenede eingeführt würde - wollen wir das wirklich? Jeder, der mich kennt, weiß, wie sehr ich mich für bessere Kinderbetreuung einsetze. Aber soll es darauf hinauslaufen, dass in einer Familie, einer WG, einem Freundeskreis jeder an einem anderen Tag der Woche frei hat?

Und wenn nicht - wie wollen wir das denn vermeiden? Wenn sich die Öffnungszeiten immer mehr flexibilisieren, dann müssen auch immer mehr Leute quer durch die Bank zu allen möglichen Zeiten arbeiten. gemeisname Freizeit läßt sich am einfachsten organisieren, wenn im Wesentlichen alle an den beiden gleichen tagen frei haben. Fällt jemandem eine andere Möglichkeit ein? Wenn es eine gibt, bin ich offen.

Geöffnete Geschäfte an den Wochenendenden sind für die Kunden bequemer, das ist klar (auch für mich). Aber sie haben den Nebeneffekt, dass dann immer weniger Paare und Familien überhaupt gemeinsame Freizeit haben werden. Und dieser Nachteil überwiegt für mich bei Weitem.

Ich weiß, bei einigen Berufsgruppen ist das heute schon so, aber ich halte überhaupt nichts davon, das jetzt immer weiter auszudehnen.Die Lebensqualität würde dadurch nicht steigen sondern sinken. das ist meine Meinung dazu.

Was ich mir noch vorstellen könnte ist, dass Familienbetriebe ohne Angestellte ihre Öffnungszeiten selbt gestalten. Wenn Selbständige am Wochenende arbeiten, dann kann man noch sagen, die haben sich das selbst ausgesucht. Angestellte dagegen haben kaum Spielraum, um ihre Arbeitszeiten nach ihren Wünschen festzulegen.

Mit vielen Grüßen, Stefanie

Hallo Raimund,

wenn Du als Alternative nur noch Großmärkte haben willst!?

Tankstellen sind auch keine Großmärkte und haben sich klammheimlich Lebensmittelkontingente zugelegt.

Übrigens: es ist eine Unverschämtheit, dass die Angestellten
und Beamten um 17:00 dienstschluss haben!

Aus welcher Zeitung hast Du denn schon wieder diesen Mumpitz? Die meisten Behörden haben seit Jahren Gleitzeit, das bedeutet, dass die Mitarbeiter nur noch zu einer festgelegten Kernzeit (meist von 9 bis 15 Uhr) am Arbeitsplatz sein müssen, den Rest der Dienstzeit können sie sich legen, wie sie wollen. Übrigens mit der Folge, dass viele (gerade Eltern) lieber abends länger arbeiten!

Und ganz nebenbei arbeite ich auch im öffentlichen Dienst, und ich weiß wirklich nicht, wann ich das letzte Mal um 17 Uhr aus dem Büro gekommen bin. Und ich bin da kein Einzelfall.

Ich fordere die Aufhebung sämtlicher Büroschlusszeiten!

Längst geschehen…

Es lebe die Schichtarbreit!

Wo sie angebracht ist, warum nicht!

KFZ Werkstätten will ich Zukunft auch um 24:00 aufsuchen
können.

Wenn es die Möglichkeit gibt, wird es sicherlich auch Werkstätten geben, die sich darauf verständigen können.

Und Ind Bürgermeisteramt will ich anschließend um
1:00.

Das hat keinen wirtschaftlichen Nutzen, aber viele Ämter bieten inzwischen einen Internet-Service an, den man rund um die Uhr in Anspruch nehmen kann.

Achließend passt es mir ganz gut, wenn ich so um 1:30 zu
meiner Kasse gehen kann…

Die Geldautomaten gibt es nun auch schon eine Weile.

Grüße
Jana

P. S. Weiß gar nicht, weshalb Du Dich so aufregst?

Moin Raimund,

klar, nach der Beratung geht er in den Supermarkt und kauft
das empfohlene Produkt dort.

Jein. Erstens lohnt sich der zusätzliche Weg nur bei relativ hochpreisigen Produkten. Zweitens kann man die (z.B. Möbel) mit einem Zusatznutzen (Aufstellen des Möbels, längere Garantie etc.) anbieten.

So einfach ist es nicht.

Ciao

Ralf

Tach Raimund,

Vorhersage: es wird keine Mehreinnahmen geben, es werden die
Kosten steigen, es wird nur noch „Schrott“-Verkäufer gegen.
Der Verkäufer, der was kann, der geht entweder in einen Laden,
der um spätestens 19:00 zumacht, oder er sucht sich eine
andere Arbeit.

Was brauch ich denn als Kunde einen Verkäufer. Gut, vielleicht in einem Fachgeschäft, wenn ich wirklich was spezielles will. Mein Lieblings-Computerladen hat übrigens die letzte Ladenschlußverschiebung nicht mitgemacht. Das hat ihn schon den ein oder anderen Euro (von mir) gekostet. Wennich Samstags nachmittags bei ihm nichts kriege, dann fahr ich halt zur Konkurrenz, denn eigentlich brauch ich auch hier keinen Verkäufer.
Wenn im Laden alles da ist, reicht mir das vollkommen. Das machen soweit ich weiß irgendwelche unterbezahlten Servicekräfte.
Es beschweren sich immer alle über die Servicewüste Deutschland, aber ganz ehrlich nervt es mich kolossal,wenn ich in irgendeinem laden stehe und ich mit „Kann ich ihnen vielleicht helfen“ von der Seite angelabert werde. Die leute können ja nichts dafür, es ist ja ihr Beruf. Ich werde auch nicht unfreundlich, aber wenn ich nicht klar komme, dann frage ich halt.
Ich seh auch das Problem nicht. Es wird ja kein Laden gezwungen, einen späteren ladenschluß mitzumachen, wenn er nicht glaubt, es lohnt sich für ihn. Und es muß sich auch nicht unbedingt zu Gunsten der großen verschieben, du wirst in keinem Aldi nach 18:30 noch was einkaufen können.
Freier Kauf und verkauf für freie Bürger!

Gruß
L.

Tach Ralf,

Jein. Erstens lohnt sich der zusätzliche Weg nur bei relativ
hochpreisigen Produkten. Zweitens kann man die (z.B. Möbel)
mit einem Zusatznutzen (Aufstellen des Möbels, längere
Garantie etc.) anbieten.

Bei mir direkt um die Ecke gibt es einen Spar-Markt. Dort kostet alles etwa das doppelte wie beim Lidl. Also kaufe ich nur beim Lidl, und für einen Studenten lohnt das sich schon für ein Toast und ein Paket Butter.
Deshalb werde ich im Spar aber doch nicht besser beraten! (In einem Lebensmittelmarkt!!!) Von mir aus können sie alle Spars der Welt noch heute schließen. Klar, ein paar alte leute haben es vielleicht nicht ganz so einfach, die vierhundert Meter weiter zum Lidl zu laufen, aber dafür bekommen sie da auch nicht ihre Rente auf unverschämteste Art und Weise aus der Tasche gezogen.
Und was brauchst du für ne Beratung bei Möbeln. Wer nicht alleine in der Lage ist, zwischen furniertem Preßspan und Echtholz zu unterscheiden, der hat es verdient, über`n tisch gezogen zu werden.

Gruß
L.

hallo Lohengrin,
der dümmste Satz, den ein Verkäufer sagen kann: „darf ich Ihnen helfen?“ Was bleibt Dir anderes übrig, als „nein“ zu sagen?
Wer so fragt, ist kein Verkäufer!
Da gibt es andere Methoden den Käufer zum Umsatz zu bringen.
In den Händen eines verkaufsgeschulten Verkäufers ist der Kunde Wachs.
Doch ich weiß, im Verkauf tummeln sich die meisten Nichtverkäufer. Habe selbst jahrelang versucht, meinen Verkäuferinnen verkaufen beizubringen.
Zwecklos.
Grüße
Raimund

Ihr „Wochenende“ auf Mi/Do. Mein Freund wird dann sein
„Wochenende“ vielleicht am Fr/Sa haben.

Und was ist, wenn Du in Zukunft von 8-16 Uhr arbeiten mußt und Dein Freund von 12-20 Uhr? Und was ist, wenn Dein Freund nach Radevormwald und Du nach Buxtehude versetzt wird?

Was ist mit den Menschen, die Dir am Samstag Deine Klamotten verkaufen, abends Deine Pizza liefern, dafür sorgen, daß am Sonntag Wasser aus der Leitung kommt, Dir nicht pausenlos Flugzeuge auf den Kopf fallen und sicherstellen, daß Du auch am Neujahrstag von A nach B kommst?

Glaub´ mir, wenn man nicht ganz so sehr auf ein bestimmtes Wochenende fixiert ist, hat das durchaus seine Vorteile.

Ich weiß, bei einigen Berufsgruppen ist das heute schon so,
aber ich halte überhaupt nichts davon, das jetzt immer weiter
auszudehnen.Die Lebensqualität würde dadurch nicht steigen
sondern sinken. das ist meine Meinung dazu.

Was ist denn mit diesen Berufsgruppen? Sind die totunglücklich? Wenn nein, haut Deine Argumentation nicht hin. Und wenn ja: Da haben wir wieder die gute alte Besitzstandswahrung (wobei ich nachwievor bestreite, daß es da was zu wahren gibt).

Gruß
Christian

Bei mir direkt um die Ecke gibt es einen Spar-Markt. Dort
kostet alles etwa das doppelte wie beim Lidl. Also kaufe ich
nur beim Lidl, und für einen Studenten lohnt das sich schon
für ein Toast und ein Paket Butter.

Ja, und mir ist der Preis egal. Ich hab´ keinen Bock über Paletten zu stolpern, ewig in leere Regale zu glotzen und bei einem wesentlichen Anteil der anderen Kunden unangenehmen Körpergeruch festzustellen. Außerdem esse ich lieber argentinisches Rindfleisch als deutsches, mag Mumm-Sekt und nicht Schloß Dingenskirchen und finde die Nudeln bei Aldi und Lidl zum Kotzen (wörtlich).

Jeder Markt hat seine Zielgruppe und nicht zwangsläufig einen Grund, dies zu ändern. Mitunter wechselt man selber aber in eine andere Zielgruppe.

nicht ihre Rente auf unverschämteste Art und Weise aus der
Tasche gezogen.
Und was brauchst du für ne Beratung bei Möbeln. Wer nicht
alleine in der Lage ist, zwischen furniertem Preßspan und
Echtholz zu unterscheiden, der hat es verdient, über`n tisch
gezogen zu werden.

Wenn ich einen Schrank aber auf Maß gefertigt haben will, oder einen Möbelfuzzy bei mir zuhause antanzen lassen will, um mir Ratschläge für die Einrichtung geben zu lassen, suche ich im Internet und Roller vergeblich.

Gruß
Christian

Und was ist, wenn Du in Zukunft von 8-16 Uhr arbeiten mußt und
Dein Freund von 12-20 Uhr? Und was ist, wenn Dein Freund nach
Radevormwald und Du nach Buxtehude versetzt wird?

Wir tun, was wir muesen. Raeumliche Trennungen ueber Jahre haben wir schon hinter uns. Momentan sind unsere Arbeitsstaetten ca. 60 km voneinander entfernt und wir wohnen zusammen. Aber, und das ist das Entscheidende: ich versuche auf keinen Fall, in diesen Situationen immer wieder einen drauf zu setzen. Raeumliche Trennungen und auseinanderklaffende Wochenenden von Paaren, Familien und Freundeskreisen sind Nachteile und keine Errungenschaften. Ich versuche, sie klein zu halten und nicht noch weiter auszudehnen.

Was ist mit den Menschen, die Dir am Samstag Deine Klamotten
verkaufen, abends Deine Pizza liefern, dafür sorgen, daß am
Sonntag Wasser aus der Leitung kommt, Dir nicht pausenlos
Flugzeuge auf den Kopf fallen und sicherstellen, daß Du auch
am Neujahrstag von A nach B kommst?

Soweit ich mich entsinne, habe ich dazu schon etwas geschrieben. Es ist mit bewusst, dass es heute schon Berufsgruppen gibt, die am Wochenende arbeiten muessen, aber ich saehe es als Nachteil, dies immer weiter auszudehnen. Heute kann man sich bei der Berufswahl wenigstens noch ueberlegen, ob man einen Beruf in Kauf nimmt, der einem am Wochenende fordert. (Wobei ich recht sicher bin, dass etliche Ehen am Schichtdienst scheitern.)

Glaub´ mir, wenn man nicht ganz so sehr auf ein bestimmtes
Wochenende fixiert ist, hat das durchaus seine Vorteile.

Nicht an einem bestimmten Wochenende, sondern an gemeinsamen Wochenenden mit dem Partner und eventuell den gemeinsamen Kindern. Bisher hat mir noch niemand erklaeren koennen, wie in einer immer flexibleren Arbeitswelt auf solche Belange Ruecksicht genommen werden soll.

Was ist denn mit diesen Berufsgruppen? Sind die
totunglücklich? Wenn nein, haut Deine Argumentation nicht hin.

siehe oben.

Mit vielen Gruessen, Stefanie
*Wochenende*

Und es wäre sehr sozialdemokratisch, zu einer Zeit, da die
Bürger immer weniger Geld in der Tasche haben und der
Mittelstand im Boden versinkt, alles zu tun, um Preise weiter
anziehen zu lassen (und das WIRD die Konsequenz aus einer
Lockerung der Öffnungszeiten sein) und kleine Geschäfte, die
nicht so flexibel öffnen können, wie große Ketten (und vor
allem dabei noch weniger Preisstabilität bieten werden) weiter
zu vernichten.

Irgendwie scheinst Du die Sache nicht verstehen zu wollen. Die GEschäfte, die ihre Preise erhöhen, werden Kunden an die verlieren, die billiger sind. Diese billigeren Geschäfte werden nach Deiner Theorie diejenigen, die weniger lange geöffnet haben. Damit kann der Konsument so frei daüber entscheiden, ob er längere Öffnungszeiten will oder nicht, wie der Geschäftsmann entscheiden kann, ob er länger öffnen will oder nicht.

Schau Dir doch als Vergleichsobjekt die Börse an. Früher wurde von 10.30-13.30 gehandelt, inzwischen - nach einigen Schritten - von 9-20 Uhr. Und dann schau Dir mal an, wieviel nach 17 Uhr noch gehandelt wird. Resultat der Veranstaltung: Es sitzt ein Kollege abends bis 20 Uhr, der dafür morgens länger schläft. Wie Du vielleicht weißt, sind die KOsten für Börsentransaktionen in den letzten Jahren - teilweise deutlich - gesunken.

Ganz so dramatisch können die Folgen also nicht sein.

Gruß
Christian

War ja nur eine Frage…
Hi! (das ist ein Gruß)

… ich kann nur logisch denken und entsprechende
Zusammenhänge erkennen.

Sorry, aber ich denke, da überschätzt Du Dich!

Wenn ich als Versicherungsmakler arbeite (oder in einer
Tankstelle, als Krankenschwester …), weiß ich von Anfang an,
dass solche Arbeitszeiten auf mich zukommen. Hier ist es auch
gar nicht anders möglich. Man muss Tankstellen rund um die Uhr
geöffnet haben, Krankenhäuser müssen 24 Std. am Tag für
Notfälle gewappnet sein, Versicherungen müssen in Notfällen
schnell und unbürokratisch helfen können … aber wann ich in
den 11 Stunden, die Geschäfte in Deutschland in der Regel auf
haben, einkaufen gehe, kann ich selber planen.

Blödsinn! Ich kenne etliche Tankstellen, die nicht 24 Std geöffnet haben! Mir fallen einige Versicherungsmakler ein, die ihre festen Geschäftszeiten haben! Und in meinem Bekanntenkreis gibt es sogar Krankenschwestern, die in der mobilen Betreuung arbeiten, damit sie eben keinen Nachtdienst schieben müssen… Kein Mensch zwingt Dich zu Arbeitsverträgen, die Dir nicht passen! Ich begreife einfach nur nicht, warum es dem Einzelhandel als einzigem Wirtschaftszweig verboten ist, Sonntags zu arbeiten! Alle anderen dürfen das unter lächerlichen Auflagen! Ich überlege gerade, was Verkaufspersonal im Einzelhandel von anderen Arbeitnehmern abhebt - aber irgendwie fällt mir dazu gar nichts ein!

Eben! Wer hat geöffnet? Die großen Ketten. Wer nicht? Kleine
und mittelständische Betriebe, die sich das nicht leisten
können. Wer macht immer mehr pleite? Letztere, weil sie eben
nicht so günstig und flexibel sein KÖNNEN, wie die großen
Geschäfte.

Schon mal auf die Idee gekommen, dass sie das nicht wollen? Merkwürdigerweise überleben Videotheken ganz gut mit einer ewig langen Öffnungszeit!

Und du hast in der Zeit von 9 - 20 Uhr keine halbe Stunde, in
der du einkaufen könntest? In was für ´nem Stressjob arbeitest
du denn?

Was bitte ist daran so ungewöhnlich? Ich fange in der Regel gegen 8 Uhr morgens an, arbeite bis ca. 17 Uhr und bilde mich danach meistens noch weiter - so von 17:30 bis 20:30 Uhr. Nein - da ist keine halbe Stunde Einkaufszeit möglich! Es sei denn, ich würde aufs Essen verzichten, und das ist bekannt ungesund!

Ja doch! Aber wenn die Nachfrage nicht steigt, wie sollen denn
dann diese neuen Arbeitskräfte finanziert werden? Das geht
dann nur noch durch Preiserhöhungen. Da das aber schlecht für
den Wettbewerb ist, werden viele Geschäfte davor
zurückschrecken - ergo weniger Gewinn machen - was
zwangsläufig zu noch mehr Pleiten führen wird - was wiederum
eben Arbeitsplätze VERNICHTET, statt welche zu schaffen.

Hast Du ein ganz klein wenig Ahnung von Volkswirtschaft? Dann weißt Du sicher, dass die Bedürfnisse der Menschen unendlich groß sind! Es reicht, wenn die Möglichkeit gegeben wird, diese zu befriedigen - dadurch geht die Nachfrage automatisch hoch!

Noch einmal: Die von dir angesprochnen Arbeitsbereiche sind
ausnahmslos Berufe, bei denen man von Anfang an auch weiß, was
arbeitszeittechnisch auf einen zu kommt. Im Einzelhandel ist
das aber nicht so! Hier bekommen die Angestellten, per Dekret,
auferlegt, wie sie ab sofort zu arbeiten haben. Ob das eine
alleinerziehende Mutter mit 3 Kindern leisten kann, oder
nicht, wird häufig in der Praxis egal sein. Wenn ihr die
Arbeitszeit nicht passt, kann sie sich ja eine andere suchen -
und wir wissen alle, wie einfach das heute ist.

Noch einmal: Man kann Arbeitszeit nicht so einfach hochsetzen! Und ich möchte gerne dabei sein, wenn Du einem Bergarbeiter erzählst, dass es ja völlig unmöglich und unverschämt sei, von heute auf morgen von jemandem zu verlangen, am Wochenende arbeiten zu kommen…

Kurz: HALLO!!! Auf welchem Ross sitzt Ihr? Wenn Ihr vor die Wahl gestellt würdet: Job weg oder das Wochenende - welche Wahl würdet Ihr treffen?

Grüße (auch das ist ein Gruß - zum Abschied)
Guido

Nun ja, …
…einige Dinge unserer Verfechter der Zwangsliberalisierung stimmen ja zumindest: andere Branchen arbeiten auch länger. Das müssen sie auch, um gewisse unaufschiebbare Dienste zu gewährleisten. Aber wer immer noch denkt, die vollständige Liberalisierung der Ladenschlusszeiten würde „kaum Veränderungen“ bringen oder gar „dem Handel gut tun“, hat wohl seit der letzten Einführung der längeren Öffnungszeiten in Lappland gelebt. Ganze drei Jahre nach eben dieser Einführung nutzten immer noch nur ein Viertel der kleinen Geschäfte mit weniger als 250.000 DM Jahresumsatz die neuen Öffnungszeiten, dafür aber 98 Prozent aller großen Supermärkte. Und das maßgeblich nur wegen Personalproblemen - die Kosten für weitere Arbeitskräfte oder Überstunden deckten sich nicht mit den Mehreinnahmen, weil keine da waren - es fand lediglich eine Umverteilung der Einkaufsgewohnheiten statt, in keinem Fall aber eine Umsatzerhöhung. Was stattdessen bisher geschah: als direkte Folge - damit sind wiederum die ersten drei Jahre nach Einführung gemeint - auf die verlängerten Öffnungszeiten gab es ein Minus an Arbeitsplätzen im Einzelhandel von 5,8 Prozent, lediglich der Teilbereich der begrenzten Teilzeitbeschäftigung konnte ein Plus von 2,5 Prozent ausmachen. In den Jahren davor ist die Beschäftigungszahl im Einzelhandel übrigens konstant angestiegen.

Somit bleibt die hier oft zitierte und noch öfter heftigst dementierte Rechnung bei einer weiteren Lockerung oder kompletten Abschaffung der Ladenschlusszeiten logisch: es findet kein Mehrkonsum statt, sondern nur eine Umverteilung. Keine Studie hat bisher erwiesen, daß sich freie Öffnungszeiten positiv auf das Kaufverhalten der Bevölkerung auswirken - in der Beckenberg-Luetzow-Studie von 2001, die sich mit vier unreglementierten Ländern im Vergleich befasst hat, steht der Einfluss langer Ladenöffnungszeiten auf die Kaufwilligkeit in einer Liste von Einflüssen auf Platz 17.

Die nötige Mehrleistung an Arbeitskraft macht einem Geschäft mit fünfzehn Mitarbeitern weniger zu schaffen, als einem Geschäft mit drei Mitarbeitern. Und sie macht den Mitarbeitern selbst zu schaffen: die Arbeitszeit des einzelnen hat sich im Durchschnitt verlängert, die Forderung des Arbeitgebers nach Flexibilität ist in die Höhe gesprungen - anders, als die Bezahlung. Gerade erziehende Mütter sprachen noch im Jahr 2001 von der deutlich verschlechterten Möglichkeit, Beruf und Familie zu verbinden. Immerhin für 46,8 Prozent der Befragten einer SFS/Infratest-Studie von 1999 ist die Einheit von Familie und Arbeit minderwertiger geworden, nur 8,9 Prozent sahen nach den neuen Ladenschlusszeiten eine Verbesserung. Zwei Jahre später dasselbe Bild: 42,4 Prozent sahen eine Verschlechterung seit 1996, 9,5 Prozent eine Verbesserung. Auch interessant: die früher oft gehandhabte Praxis, nach dem Ladenschluss eine Fortbildung durchzuführen, kann heute so kaum noch stattfinden - in den meisten Bereichen haben sich die Fortbilder nicht an die späteren Abendstunden angepasst. Die Folge: schlicht weniger Fortbildungen seit Verlängerung der Ladenöffnungszeiten.

Bleibt die Frage, was unterm Strich stehenbleibt. Der Sinn der Öffnungszeiten liegt in der Chancengleichheit für den Einzelhandel gegenüber dem Großhandel. Nur mit Mehrertrag lassen sich Mehrkosten decken. Mehrertrag gibt es durch längere Öffnungszeiten nicht - die kleinen Läden schließen wie bisher. Die durch die Liberalisierung in ihrer Kaufzeit umverteilten Kunden, die nach den alten Öffnungszeiten im Einzelhandel kaufen würden, wandern zum Großhandel ab. Somit bleibt ein spürbarer Umsatzverlust für den Einzelhandel, ein wenig spürbarer Gewinn dagegen für den Großhandel. Gleichzeitig profitiert nur eine kleine Gruppe von Arbeitnehmern von der neuen Regelung - die Gruppe der Hochflexiblen. Der Rest, etwa alleinerziehende Mütter oder Familienväter, muss Mehrarbeit bei in der Relation stagnierenden Gehältern leisten und im Einzelhandel durch fehlende Flexibilität der Arbeitnehmergruppe zusätzlich ungeliebte Arbeitszeiten in Kauf nehmen, worunter wiederum die Familie leidet.

Positiv natürlich für den Verbraucher: die Möglichkeit, entspannt einkaufen zu gehen. Wobei er das anscheinend gar nicht mehr so sehr will, wenn er es denn eine Zeit lang konnte: die Beckenberg-Luetzow-Studie zeigt, daß in vielen Ländern ohne begrenzte Öffnungszeiten die Supermärkte nach 20.00 Uhr mittlerweile leergefegt sind. Die Leute kaufen wieder von acht bis zwanzig Uhr ein. Scheint doch irgendwie zu gehen.

Gruss, Joachim