Lage für D in September/Oktober 1940

Hallo,
MK ist sachlich geblieben und hat die bekannten Fakten genannt. Der deutsche Angriff war seit dem ersten Druck von „Mein Krampf“ vorprogrammiert. Und das war so vorprogrammiert unabhängig von der russischen Aufstellung, Schicklhuber hatte die Lust an Albion verloren und er brauchte etwas neues Altes.
Es gibt x Simulationsspiele zu Barbarossa, ich kann nur einmal empfehlen die SU angreifen zu lassen, das Ergebnis wäre der Zusammenbruch der SU aus den von MK genannten Gründen.
Manstein schreibt in seinem Buch, die russische Aufstellung kann man als sowohl als auch betrachten, zumindest bei ihm gab es aber ein paar Probleme um die russischen Grenzbefestigungen zu durchbrechen. Hätten die Russen wirklich so etwas wie die Nato-Vorneverteidigung geplant, dann hätte es vielleicht anders aussehen können. Aber dem war nicht so.
Gruss
Rainer

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Hallo,

Hallo Rainer

Der deutsche Angriff war seit dem ersten Druck von
„Mein Krampf“ vorprogrammiert.

Wenigstens indiziert, ja.

Schicklhuber hatte
die Lust an Albion verloren

hab Erbarmen mit arm klein Anfänger und erklär what’s that

und er brauchte etwas neues Altes

was so nicht stehenbleiben sollte. Er war zwar auf Krieg aus, aber er wollte auch seine Propaganda perfektionieren. Und der Russlandfeldzug war für diese Propaganda eben eine Kröte zum Schlucken, sonst hätte Adolf die Dramatisierung bzw. „Akut“-Machung der russischen Angriffslust gar nicht gebraucht.

Manstein schreibt in seinem Buch, die russische Aufstellung
kann man als sowohl als auch betrachten

kann ich nachvollziehen

zumindest bei ihm gab
es aber ein paar Probleme um die russischen Grenzbefestigungen
zu durchbrechen.

Die ja defensiv sind und somit keine weitere Rolle für die Debatte spielen

Hätten die Russen wirklich so etwas wie die
Nato-Vorneverteidigung geplant, dann hätte es vielleicht
anders aussehen können.

Wohl kaum, die Grenzbefestigungen mussten in jedem Fall bleiben.

Gruss
Rainer

Gruss
Mike

Hallo,

Schicklhuber hatte
die Lust an Albion verloren

hab Erbarmen mit arm klein Anfänger und erklär what’s that

hier etwas dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Albion

und er brauchte etwas neues Altes

was so nicht stehenbleiben sollte. Er war zwar auf Krieg aus,
aber er wollte auch seine Propaganda perfektionieren. Und der
Russlandfeldzug war für diese Propaganda eben eine Kröte zum
Schlucken, sonst hätte Adolf die Dramatisierung bzw.
„Akut“-Machung der russischen Angriffslust gar nicht
gebraucht.

Der Krieg gegen Russland war vorprogrammiert, ob Russland offensive oder defensive Aufstellung hatte war so ziemlich egal. Und aus Vorsichtsmassnahmen gegen einen deutschen Angriff, der dem russischen Geheimdienst sicher nicht entgangen war, russische Angriffsabsichten zu zimmern, ist etwas sehr nebulöses und auch durch wenig bis nichts bewiesen.
Was Propaganda angeht, so besitze ich einiges aus der damaligen Zeit, aber wenn da etwa 2000 Gewehre einfach so auf dem Waldboden liegen als Beweis für russische Angriffsabsichten, oder Bilder von 100 Lkw, teilweise mit geöffneten Türen und ein Bild mit drei Geschützen/Haubitzen als Beweis für die Bevorratung, einschliesslich Angriffsabsicht direkt hinter der Grenze zu zeigen, ist Volksverdummung.

Manstein schreibt in seinem Buch, die russische Aufstellung
kann man als sowohl als auch betrachten

kann ich nachvollziehen

zumindest bei ihm gab
es aber ein paar Probleme um die russischen Grenzbefestigungen
zu durchbrechen.

Die ja defensiv sind und somit keine weitere Rolle für die
Debatte spielen

Wenn ich Grenzbefestigungen anlege, die wie gesagt defensiv sind, erübrigt sich jede Diskussion über Präventivkrieg.

Hätten die Russen wirklich so etwas wie die
Nato-Vorneverteidigung geplant, dann hätte es vielleicht
anders aussehen können.

Wohl kaum, die Grenzbefestigungen mussten in jedem Fall
bleiben.

Als Verschleierung des unmittelbar bevorstehenden russischen Angriffs? Der sollte ja im Juli oder August oder sonst wann stattfinden. Leider findet man dazu nichts seriöses.
Gruss
Rainer

Bin weitgehend einverstanden

Hallo

Hallo Rainer

Deine Meinung ist in der Sache der meinigen sehr nahe. Du scheinst aber das Prinzip zu vertreten, ein Präventivkrieg sei nicht möglich. Ich halte ihn demgegenüber (wenigstens in den Köpfen des OKW) nicht für unmöglich, wenngleich vieles dagegen spricht. Es geht vor allem um die Frage, warum Hitler, in der Zeit, bevor er sich in seinen Lagebesprechungen vom 5. und 18.12. Barbarossa zuneigte, so wenig militärisch relevante Attacken gegen GB unternahm - natürlich kann man sagen, der Plan Barbarossa habe bereits existiert oder mutmassen, er habe bereits vorher für Hitler Priorität gehabt. Das ist längerfristig gesehen sogar plausibel. Aber in den zwei Monaten, um die es mir geht, war kaum Priorität für Barbarossa gewachsen.

Man spricht so gerne von der Lufthoheit über GB. Ich bin kein Profi, aber warum nicht mal ein Teilgebiet erobern und dort eine kleinere Invasion versuchen - inkl. Lufthoheit über dieses Teilgebiet (Schottland oder ein Teil davon z. B.)

http://de.wikipedia.org/wiki/Albion

danke

Der Krieg gegen Russland war vorprogrammiert, ob Russland
offensive oder defensive Aufstellung hatte war so ziemlich
egal.

Damit es ein für alle Mal klar ist: Ja, das halte ich für möglich. In der Perspektive von 3-4 Jahren seit '39 war das Hitlers Absicht.

Und aus Vorsichtsmassnahmen gegen einen deutschen
Angriff, der dem russischen Geheimdienst sicher nicht
entgangen war, russische Angriffsabsichten zu zimmern, ist
etwas sehr nebulöses und auch durch wenig bis nichts bewiesen.

Hier ist schon Zweifel angebracht. Was die Russen wirklich wollten, weiss in Westeuropa bis heute kaum einer; die vernünftige Frage kann sich stellen, was die Deutschen darunter wirklich (!) verstanden oder verstehen konnten - wobei ich zugebe, dass sie ihrer eigenen Propaganda stets gerne Glauben schenkten. War es möglich, die „gezimmerten“ Angriffsabsichten auch ohne Propagandabrille für tatsächliche zu halten, oder wäre das für jeden Feldherrn mit den (ungefähren) Kenntnissen der Deutschen (die ich nicht genau einschätzen kann) undenkbar gewesen - das halte ich beides für nicht ganz unmöglich angesichts der Nachrichtenflut. Es wäre überdies immerhin möglich, dass die Briten an Nachrichten über russische Angriffspläne ihre Freude gehabt hätten und die Deutschen dahingehend manipuliert haben - nur, um es nochmals zu betonen, auch mir entzieht sich jede Kenntnis darüber. Es wäre aber ein äusserst schwaches Argument, wenn man ausgerechnet in Bezug auf den Herbst '40 sagen würde, Hitler sei halt dreimal mehr als sonst verrückt und habe ja „ohnehin schon immer“ etwas anderes im Sinn gehabt als GB - was ja nicht zwingend falsch ist.

Was Propaganda angeht, so besitze ich einiges aus der
damaligen Zeit, aber wenn da etwa 2000 Gewehre einfach so auf
dem Waldboden liegen als Beweis für russische
Angriffsabsichten, oder Bilder von 100 Lkw, teilweise mit
geöffneten Türen und ein Bild mit drei Geschützen/Haubitzen
als Beweis für die Bevorratung, einschliesslich
Angriffsabsicht direkt hinter der Grenze zu zeigen, ist
Volksverdummung.

Was im Krieg ein Problem darstellt, weil das Volk (egal mit welchen Medien) der Möglichkeit beraubt ist, sich ein gerechtes Bild zu machen. Ein halbes Jahr vor Juni '41 stellte sich diese hier aufgeworfene Frage noch nicht, denn D war für den Krieg gegen Russland wohl nicht genügend gerüstet (obgleich im Dezember auch von einem sofortigen Auslösen von Barbarossa die Rede gewesen sein soll, was die Präventivkriegsthese ja auch nicht gerade stützt).

Wenn Du etwas zu den Informationen weisst, die der deutschen Führung im Juni '41 (oder vorher) bekannt waren, so ist das allemal wissenswert.

es aber ein paar Probleme um die russischen Grenzbefestigungen
zu durchbrechen.

Die ja defensiv sind und somit keine weitere Rolle für die
Debatte spielen

Wenn ich Grenzbefestigungen anlege, die wie gesagt defensiv
sind, erübrigt sich jede Diskussion über Präventivkrieg.

Nein, sondern die Diskussion, ob diese Befestigungen defensiv seien. Die Aufstellung der Armee kann äusserst offensiv sein und trotzdem an der eigenen Grenze starke Befestigungen vorsehen, etwa für Rückzug nach einem Angriff oder Rückendeckung während eines solchen.

Wohl kaum, die Grenzbefestigungen mussten in jedem Fall
bleiben.

Als Verschleierung des unmittelbar bevorstehenden russischen
Angriffs?

Nein eben als Befestigungen, die nützen ja auch einer Angriffsarmee, wenngleich sie selber unbestrittenermassen ganz klar Defensivanlagen sind.

Der sollte ja im Juli oder August oder sonst wann
stattfinden.

Natürlich nicht bekannt, aber vielleicht fiel nicht nur das Volk, sondern auch die Führung zeitweise einer Desinformation zum Opfer, die nicht allein aus ihrer eigenen Küche stammte.

Gruss
Rainer

Hallo

Du
scheinst aber das Prinzip zu vertreten, ein Präventivkrieg sei
nicht möglich.

Der Präventivkrieg ist eine Erfindung der NS-Propaganda.Erste Überlegungen zu einem Krieg gegen Russland gab es bereits bevor England wirklich angegriffen worden war.
Ich halte ihn demgegenüber (wenigstens in den

Köpfen des OKW) nicht für unmöglich, wenngleich vieles dagegen
spricht. Es geht vor allem um die Frage, warum Hitler, in der
Zeit, bevor er sich in seinen Lagebesprechungen vom 5. und
18.12. Barbarossa zuneigte, so wenig militärisch relevante
Attacken gegen GB unternahm - natürlich kann man sagen, der
Plan Barbarossa habe bereits existiert oder mutmassen, er habe
bereits vorher für Hitler Priorität gehabt. Das ist
längerfristig gesehen sogar plausibel. Aber in den zwei
Monaten, um die es mir geht, war kaum Priorität für Barbarossa
gewachsen.

Welche zwei Monate sind das denn? Als Hitler grünes Licht für Barbarossa gegeben hatte,er hat sich ja die Festlegung des Angriffsbeginns vorbehalten,wurde alles getan um die entsprechenden Vorbereitungen anzuleiern.Wenn Hitler mal wieder zögerte und sich nicht entscheiden konnte, dann war das sein Problem, seine plötzlichen Änderungen sind ja zu Genüge bekannt.

Man spricht so gerne von der Lufthoheit über GB. Ich bin kein
Profi, aber warum nicht mal ein Teilgebiet erobern und dort
eine kleinere Invasion versuchen - inkl. Lufthoheit über
dieses Teilgebiet (Schottland oder ein Teil davon z. B.)

Es gibt das Buch „Invasion“ eines englischen Militärschriftstellers, der so eine Art Parallelweltdokumentation zu Seelöwe geschrieben hat. Dabei wird das BEF in Dünkirchen gefangengenommen und dann quasi ab dem Waffenstillstand mit Frankreich mit aller Kraft Seelöwe in Angriff zu nehmen.Einiges aus dem Buch hätte durchaus so stattfinden können, allerdings hätten die deutschen erhebliche verluste erlitten, aber nach dem Schreiber hätte die Invasion geklappt wenn die deutschen kurzzeitig die Luftherrschaft in den Landungsgebieten gehabt hätten.Ausserdem wäre die gesamten vorhandene Fallschirmjägereinheiten zum freikämpfen von Flugplätzen eingesetzt worden. Es hätte vielleicht so funktionieren können, aber nach meiner Meinung hat der Autor die britische Marine etwas unterschätzt und die Fähigkeiten der deutschen weit überschätzt.

Der Krieg gegen Russland war vorprogrammiert, ob Russland
offensive oder defensive Aufstellung hatte war so ziemlich
egal.

Damit es ein für alle Mal klar ist: Ja, das halte ich für
möglich. In der Perspektive von 3-4 Jahren seit '39 war das
Hitlers Absicht.

Was die Russen wirklich

wollten, weiss in Westeuropa bis heute kaum einer; die
vernünftige Frage kann sich stellen, was die Deutschen
darunter wirklich (!) verstanden oder verstehen konnten -
wobei ich zugebe, dass sie ihrer eigenen Propaganda stets
gerne Glauben schenkten. War es möglich, die „gezimmerten“
Angriffsabsichten auch ohne Propagandabrille für tatsächliche
zu halten, oder wäre das für jeden Feldherrn mit den
(ungefähren) Kenntnissen der Deutschen (die ich nicht genau
einschätzen kann) undenkbar gewesen - das halte ich beides für
nicht ganz unmöglich angesichts der Nachrichtenflut.

Fremde Heere Ost hat zwar die aufgeklärten Einheiten auf den Lagekarten aufgeführt, aber daraus russischen Angriff abzuleiten war ihnen nicht möglich. Auch gibt es die Meinungen einiger hochrangiger Offiziere, die mit der russischen Streitkräftedislozierung keine Angriffsabsichten erkennen konnten. Manstein bezeichnet den Aufmarsch so ungefähr als etwas für egal was.
Es wäre

überdies immerhin möglich, dass die Briten an Nachrichten über
russische Angriffspläne ihre Freude gehabt hätten und die
Deutschen dahingehend manipuliert haben - nur, um es nochmals
zu betonen, auch mir entzieht sich jede Kenntnis darüber.

Spekulation
Es

wäre aber ein äusserst schwaches Argument, wenn man
ausgerechnet in Bezug auf den Herbst '40 sagen würde, Hitler
sei halt dreimal mehr als sonst verrückt und habe ja „ohnehin
schon immer“ etwas anderes im Sinn gehabt als GB - was ja
nicht zwingend falsch ist.

Hitlers gedanken wurden wohl zu sehr von seiner Tagesform und von seinen Einflüsterern geprägt.

Wenn Du etwas zu den Informationen weisst, die der deutschen
Führung im Juni '41 (oder vorher) bekannt waren, so ist das
allemal wissenswert.

Da braucht man sich nur einmal die Memoiren diverser Generäle durchzulesen, bzw. im Internet mit einer Suchmaschine zu suchen.
Gruss
Rainer

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Quellenlage

Hallo

Hallo Rainer

Aber in den zwei
Monaten, um die es mir geht, war kaum Priorität für Barbarossa
gewachsen.

Welche zwei Monate sind das denn?

September und Oktober '40. Am 5.12. wurde die Lagebesprechung abgehalten, an welcher sich Hitler für Barbarossa aussprach, und am 18.12. löste er dann die Vorbereitungen aus (Weisung Nr. 21).

Als Hitler grünes Licht für
Barbarossa gegeben hatte,er hat sich ja die Festlegung des
Angriffsbeginns vorbehalten,wurde alles getan um die
entsprechenden Vorbereitungen anzuleiern.

Richtig, für meine Frage lediglich insofern relevant, als dass man behaupten könnte, Barbarossa sei schon ab September '40 für Hitler prioritär gewesen, das hat er aber nicht kommuniziert, daher ist das äusserst unwahrscheinlich!

Wenn Hitler mal
wieder zögerte und sich nicht entscheiden konnte, dann war das
sein Problem, seine plötzlichen Änderungen sind ja zu Genüge
bekannt.

Aber man kann dann nicht sagen, man habe sauber argumentiert, wenn man das Vorgehen Hitlers einfach als irrational hinstellt, nur weil man sonst Erklärungsbedarf hat. Unberechenbar mag er gewesen sein, im Nachhinein sind aber für die meisten Planungen wenigstens gewisse Motive ersichtlich. Für die fragliche Zeit (noch einmal sage ich: September/Oktober '40) ist das aber so nicht nachvollziehbar.

Es gibt das Buch „Invasion“ eines englischen
Militärschriftstellers, der so eine Art
Parallelweltdokumentation zu Seelöwe geschrieben hat. Dabei
wird das BEF in Dünkirchen gefangengenommen und dann quasi ab
dem Waffenstillstand mit Frankreich mit aller Kraft Seelöwe in
Angriff zu nehmen.Einiges aus dem Buch hätte durchaus so
stattfinden können, allerdings hätten die deutschen erhebliche
verluste erlitten, aber nach dem Schreiber hätte die Invasion
geklappt wenn die deutschen kurzzeitig die Luftherrschaft in
den Landungsgebieten gehabt hätten.Ausserdem wäre die gesamten
vorhandene Fallschirmjägereinheiten zum freikämpfen von
Flugplätzen eingesetzt worden. Es hätte vielleicht so
funktionieren können, aber nach meiner Meinung hat der Autor
die britische Marine etwas unterschätzt und die Fähigkeiten
der deutschen weit überschätzt.

Das ist schon mal interessant, dafür kriegst Du definitv nen Stern.

Manstein bezeichnet den Aufmarsch so ungefähr als
etwas für egal was.

Ich nehme an, dem darf ich mich anschliessen, ohne dass man mich gleich als Nazi verschreit. Es scheint mir am ehesten gerade so.

Es wäre
überdies immerhin möglich, dass die Briten an Nachrichten über
russische Angriffspläne ihre Freude gehabt hätten und die
Deutschen dahingehend manipuliert haben - nur, um es nochmals
zu betonen, auch mir entzieht sich jede Kenntnis darüber.

Spekulation

Aber irgend eine Spekulation scheint mir für die fragliche Zeit nötig, auf schlauere (oder sogar fundierte) würde ich mich freuen.

Hitlers gedanken wurden wohl zu sehr von seiner Tagesform und
von seinen Einflüsterern geprägt.

Und doch kann man seine Motive ansonsten meist gut nachzeichnen.

Wenn Du etwas zu den Informationen weisst, die der deutschen
Führung im Juni '41 (oder vorher) bekannt waren, so ist das
allemal wissenswert.

Da braucht man sich nur einmal die Memoiren diverser Generäle
durchzulesen, bzw. im Internet mit einer Suchmaschine zu
suchen.

Da widerspricht sich alles, und je brauner jemand ist, desto eher neigt er der Präventivkriegsthese zu, bzw. je amilandfreundlicher, desto mehr der Behauptung, Hitler sei „eben absolut irrational“, was dann lustigerweise für andere Zeiträume, für welche man bessere Erklärungen findet, nicht gelten soll.

Gruss
Rainer

Danke aber für den informativen Austausch.
Mike

Hallo,
ich habe mal ein bisschen mich im Internet umgesehen. das Folgende stellt die damalige Situation recht gut dar:
http://www1.historisches-centrum.de/forum/benz04-1.html
Besonders beachtenswert erscheinen mir die Beurteilungen von Fremde Heere Ost
Gruss
Rainer

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zwar sind noch einige Anschlussfragen offen und besonders nach
wie vor das Verhalten Hitlers vor dem Angriff der UdSSR auf
Finnland nicht ganz verstanden,

was ich immer wieder nur empfehlen kann: „Krieg der Genräle“ von Carl Dierks
Die Wenigstens scheinen dies zu kennen bzw. gelesen zu haben. Vieles was explizit nur auf A.H. abgestellt wird, ein Toter kann sich ja nicht mehr wehren, stellt sich dort anhand von Fakten in einem ganz anderem Licht dar.
Und 60 Jahre Siegergeschichtsschreibung anzuzweifeln ist ja auch nicht grade beliebt…vom evtl.umschreiben gar nicht zu reden :wink:

jedoch wird in Bezug auf die

Wehrmacht als Ganzem und insbesondere ihr Ausharren während
Wochen einiges klarer.

Danke den Teilnehmenden, mir scheint eine Frage erörtert
worden zu sein, die für den Kriegsverlauf ab '41 eine
wesentliche Rolle spielte.

Der Finnlandfeldzug der Russen ,derihnen immer alsSchwäche ausgelegt wird.

Welche Westeuropäische Armee hätte überhaupt bei -40C und meterhohem Schnee angegriffen?? Und erst recht gegen eine Verteidigungslinie, wie die Mannerheimlinie??? Welches Land hätte diese Opfer überhaupt gebracht?? Die Russen haben trotzdem gesiegt…Man hat diesen Feldzug völlig falsch bewertet…

Gruss
Mike

LG
Mikesch

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Hallo Rainer,

Was Propaganda angeht, so besitze ich einiges aus der
damaligen Zeit, aber wenn da etwa 2000 Gewehre einfach so auf
dem Waldboden liegen als Beweis für russische
Angriffsabsichten, oder Bilder von 100 Lkw, teilweise mit
geöffneten Türen und ein Bild mit drei Geschützen/Haubitzen
als Beweis für die Bevorratung, einschliesslich
Angriffsabsicht direkt hinter der Grenze zu zeigen, ist
Volksverdummung.

Für mich ist es Volksverdummung IRGENDWAS Konkretes aus solchen
und ähnlichen ‚Allerweltsfotos‘ zu konstruieren.

… ein paar Probleme um die russischen Grenzbefestigungen …

Die ja defensiv sind und somit keine weitere Rolle für die
Debatte spielen

Wenn ich Grenzbefestigungen anlege, die wie gesagt defensiv
sind, erübrigt sich jede Diskussion über Präventivkrieg.

LOL … Dann beweisst der ‚Westwall‘ das Deutschland niemals
Frankreich angegriffen hat?!?

Selbst schwere Grenzbestigungnen können (!) den Zweck haben
einen Abschnitt zu verstärken und so Truppen für Angriffe in
anderen Abschnitten frei zu machen oder um die ‚weichen Flanken‘
eines Angriffs zu decken. Somit ist dein Schluss falsch.

Als Verschleierung des unmittelbar bevorstehenden russischen
Angriffs? Der sollte ja im Juli oder August oder sonst wann
stattfinden. Leider findet man dazu nichts seriöses.

Es liegt in der Natur der Sache, dass man bei jemandem der
niemals seine tatsächlichen Absichten beweissbar niederlegte
nichts bis kaum was Seriöses an Beweissmitteln vorhanden ist.
Somit kann bis heute über die realen Absichten und die even-
tuellen Handlungsweisen von Stalin nur spekuliert werden.

Unbestreitbar ist mMn das Stalin direkt an seiner Westgrenze
rund 70 % seiner gesamten Streitkräfte zusammenzog und das
die vor Rumänien stehenden Gebirgsdivisionen und die vor
Deutschland stehenden Radpanzer für eine defensive Verteidigung
auf eigenem Gebiet total unbrauchbar waren.

Ich halte mich da lieber an die hier schon zitierte Auffassung
von Mansteins der meinte aus der sovietischen Aufstellung
heraus sei Offensive wie Deffensive möglich gewesen und
ergänze nur, dass der Zustand der sovietischen Eisenbahnnetzes
auch gar keine andere Wahl zuliess als die schweren Verbände
relativ grenznah bereitzuhalten da die Schienen im Kriegsfall
kaum zur Versorgung der ‚kämpfenden Truppen‘ ausreichten und
daher z.B. eine Verlagerung nennenswerter Panzerverbände dann
nicht mehr möglich gewesen wäre. Dies änderte sich erst mit den
Lieferungen aus den USA nach (!) dem deutschen Angriff.

Alles entscheidend ist mMn, dass Hitler und die deutsche Generalität
vor dem Befehl zum ‚Unternehmen Babarossa‘ keine Angst vor einer
russischen Invasion (zu diesem Zeitpunkt) hatten und selbst von
der Zahl der Feindverbände überrascht wurden … ergo handelten
sie subjektiv nicht im Rahmen eines kurzfristigen (!) ‚Präventiv-
schlages‘.

Ob die von Stalin für Frühjahr 1942 geplante Ausstellungsstärke
den Deutschen bekannt oder vorhersehbar war, und ob dies widerum
als ‚langfristiger Präventivschlaggrund‘ zu bewerten ist, wäre
eine getrennte Diskussion oder Spekulation wert.

Viele Grüße

Jake

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Hallo Leute

warum hat Hitler die Luftschlacht um England aufgegeben bzw.
nicht wiederholt; …

Zu der Fragestellung gibt es bei der Marine eine Entsprechung
bei der mir jegliches Verständniss und wohl auch einige Fakten
fehlen … diese Frage ist:

Warum hat Hitler nicht die Großkampfschiffe, die die ihm ergebene
Vichy-Regierung kontrollierte, beschlagnahmt oder sonstwie halb-
wegs intelligent genutzt?

Ich nehme als Zeitpunkt mal den Spätherbst 1940. Dann wären
die Vorbereitungen des Heeres für ‚Seelöwe‘ abgeschlossen
gewesen und man hätte mit Küstenbatterien und einem gemischten
Verband deutscher und französischer Kriegsschiffe ganz anders
an die ‚Kanalfrage‘ herangehen können und genau DANN ERST
hätte die Luftwaffe eingreifen müssen.

Das dafür schon bei der Eroberung Frankreichs durch eine
gezielte Inbesitznahme der teilweise nach England geflüchteten
Einheiten hätte gesorgt werden müssen ist klar und sicher
nicht einfach … aber das man sich auch um die im französicher
Hand verbliebenen französischen Schiffe kaum kümmerte ist für
mich total unverständlich.

So aber kam es zur ‚Operation Catapult‘ … einem englischen
Kriegsverbrechen erster Güte! Link dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Catapult

Viele Grüße

Jake

Hallo Leute

Hallo Jake

Warum hat Hitler nicht die Großkampfschiffe, die die ihm
ergebene
Vichy-Regierung kontrollierte, beschlagnahmt oder sonstwie
halb-
wegs intelligent genutzt?

Weil er der französischen Regierung ihre Flotte im Waffenstillstandsvertrag anvertraute und dann keine zwei Wochen Zeit hatte. Der Waffenstillstand wurde am 22.6.40 unterzeichnet, am 3.7.40 fand der britische Angriff statt.

Dann wären
die Vorbereitungen des Heeres für ‚Seelöwe‘ abgeschlossen
gewesen und man hätte mit Küstenbatterien und einem gemischten
Verband deutscher und französischer Kriegsschiffe ganz anders
an die ‚Kanalfrage‘ herangehen können und genau DANN ERST
hätte die Luftwaffe eingreifen müssen.

Die Vichy-Regierung hatte aber mit GB Frieden, bis eben Catapult die französische Flotte versenkte.

Dass ein Angriff möglich war, scheint mir dennoch richtig, bei mangelnder Luftwaffe (was Tatsache war) und schwacher Marine mag es immerhin riskant gewesen sein, aber Teile zu erobern und von dort aus weiterzumachen, war möglich, und mir ist auch nicht klar, warum man das ab Ende August nicht tat.

man sich auch um die französischen Schiffe kaum kümmerte

Sie blieben bis 1944 in französischer Hand, man hatte einen Vertrag mit dem Vichy-Regime, der das so vorsah; ich finde es nicht absolut abwegig, dass man sich zugunsten des Friedens mit den französischen Kolonien an Verträge mit dem Vichy-Regime hielt, das immerhin als selbständige Regierung galt, bis schliesslich die Wehrmacht Frankreich besetzte.

Viele Grüße
Jake

Gruss
Mike

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Hallo Leute

warum hat Hitler die Luftschlacht um England aufgegeben bzw.
nicht wiederholt; …

Zu der Fragestellung gibt es bei der Marine eine Entsprechung
bei der mir jegliches Verständniss und wohl auch einige Fakten
fehlen … diese Frage ist:

Warum hat Hitler nicht die Großkampfschiffe, die die ihm
ergebene
Vichy-Regierung kontrollierte, beschlagnahmt oder sonstwie
halb-
wegs intelligent genutzt?

Ja, wo waren denn die Großkampfschiffe?
In Alexandria und in Großbritannien (Von den Briten eingesammelt)
In Mers el Kebir, und in Dakar.
Bei dem Kaliber der französischen Admirale hätten die entweder ihre Schiffe cersenkt oder wären zu den Alliierten übergelaufen, als dass sie ihre Schiffe Freiwillig übergeben hätten

Und selbst wenn den Deutschen diese Schweren Einheiten in die Hände gefallen wären… die crews hätten wohl kaum mitgemacht. man hätte die Schiffe also mit deutschen Seeleuten bemannen müssen , und diese hätten die Kübel erst einfahren müssen.
Das dauert Monate.

Ich nehme als Zeitpunkt mal den Spätherbst 1940. Dann wären
die Vorbereitungen des Heeres für ‚Seelöwe‘ abgeschlossen
gewesen und man hätte mit Küstenbatterien und einem gemischten
Verband deutscher und französischer Kriegsschiffe

ja, welche Schiffe denn? keine einzige Deutsche Einheit war einsatzklar. Französische entweder noch im Stadium der Übernahme oder selbstversenkt.
Das Wetter an der Nordsee und im Kanal im Spätherbst sollte man auch nicht ausser acht lassen.

ganz anders
an die ‚Kanalfrage‘ herangehen können und genau DANN ERST
hätte die Luftwaffe eingreifen müssen.

dann hätte die Royal Navy mit ihrer Marineluftwaffe den Verband massakriert!

Ausserdem wäre im Spätherbst die Ausstattung der Britischen Armee bereits wieder signifikant besser gewesen. Die damaligen Britischen panzer waren alles andere als schlecht, der mathilda war zwar langsam, verfügte jedoch über eine den damaligen deutschen Tanks überlegene Panzerung, wodurch er gerade ein ziemlich unangenehmer Gegner war.

Gruß
Mike

Hallo,

der Befehl Hitlers zu Seelöwe lautete ja bereits „planen, wenn nötig durchführen“. Hitlers Ideen liefen nicht darauf hinaus, England wirklich zu besetzen (immerhin waren die Engländer ja eigentlich laut Mein Kampf arisches Volk und so weiter). Er hat auch nie in irgendeiner Hinsicht Druck gemacht. Als ihm die unterschiedlichen Varianten von Marine und Heer vorgelegt wurden, wählte er sogar vorsätzlich die aus, von der sogar ihm klar sein musste, dass sie nicht funktionieren würde. Dass die Luftwaffe die Luftüberlegenheit nicht schaffte, z.T. weil sie sich verzettelte, lieferte allen eine gute Ausrede. Aber angefangen von Hitler, der nach Osten schielte, über Raeder, der seine wenigen Einheiten nicht massakriert sehen wollte bis hin zu Rundstedt, der ja selber bei einer Besprechung mit von Leeb offen ausspricht, dass er die Insel stürmen aber nicht unter Kontrolle halten könne, wollte keiner wirklich da hin. So hoffte jeder darauf, dass England um einen Frieden bitten würde. Was aber wiederum an Churchill scheiterte. Wenn man gewollt hätte, dann hätte man gekonnt, aber nicht 1940 sondern eher Frühsommer 1941. Zu diesem Zeitpunkt war die Marine wieder stärker, die Luftwaffe aufgefüllt (allerdings für den Russlandfeldzug) und das Heer war immer noch personell und materialmäßig überlegen. Aber keiner wollte wirklich.

Gruß
Peter B.

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