Land in Sicht

Servus,
mit großer Freude empfange ich die Botschaft, daß die großen Verlage wieder zur alten Rechtschreibreform übergehen.
Für mich bedeutet dieser Schritt sehr viel, denn ich kann endlich wieder Zeitung lesen, Bücher etc. und auch die Software aktualisieren.

Ich hoffe deshalb sehr, daß sich dieser Schritt durchsetzt.

Vielleicht macht dieser Mut Schule und wir lassen die nächste Zeitumstellung auch einfach ausfallen.

Gruß Richard

Wir recht Du hast, Richard.

Antal

Wir recht Du hast, Richard.

Antal

Wie unflexibel ihr seid.

Je mehr ich mich (gezwungenermassen - meine Kinder
schreiben zum ersten Mal deutsch) mit der NDR beschaeftige,
desto logischer finde ich es (Ausnahmen bestaetigen die
Regel, aber vorher gab’s davon mehr!)

Gruesse

Elke

2 „Gefällt mir“

Land in Sicht! Juhu, wir fahren vorbei…
Hi,

Wie unflexibel ihr seid.

ja, das Ganze ist ziemlich beispielhaft für das heutige Deutschland. Fortschritt bedeutet hier leider Rückschritt. Deswegen wird an vielen alten und überholten Sachen festgehalten. Koste es was es wolle.
Auch wenn Österreich und die Schweiz weitergehen, wir Deutschen gehen den Weg rückwärts und feiern uns auch noch selbst dafür, als wären wir die Hüter des heiligen Grals.

schöne Grüße ins Ausland,
J~

2 „Gefällt mir“

ja, das Ganze ist ziemlich beispielhaft für das heutige
Deutschland. Fortschritt bedeutet hier leider Rückschritt.
Deswegen wird an vielen alten und überholten Sachen
festgehalten. Koste es was es wolle.
Auch wenn Österreich und die Schweiz weitergehen, wir
Deutschen gehen den Weg rückwärts und feiern uns auch noch
selbst dafür, als wären wir die Hüter des heiligen Grals.

Österreich geht den österreichischen Weg und sieht das alles nicht so eng. Wenn man die Zeitungen aufmerksam liest, sieht man einfach zahlreiche, aus der alten Rechtschreibung kommende Fehler drinnen, die von allen - Redakteure, Korrektoren, Lesern - übersehen werden.

In Sachen Reform selbst ist sie für mich ein bissi zu inkosequent, zu viele Kompromisse eingegangen, aber das ist halt nur meine persönliche Meinung. Ich habe mir sagen lassen, dass es in vielen Sprachen, etwa im Niederländischen, gar keine offiziellen Regelungen gibt, sondern schleichende Reformen, die sich den Sprachgewohnheiten einfach anpassen. Wozu brauchen wir überhaupt dermaßen streng festgelegte Regeln? Und wenn schon, warum wird dann nicht konsequent vorgegangen?

Ketzerisch,
Livia

1 „Gefällt mir“

mit großer Freude empfange ich die Botschaft, daß die großen
Verlage wieder zur alten Rechtschreibreform übergehen.
Für mich bedeutet dieser Schritt sehr viel, denn ich kann
endlich wieder Zeitung lesen…

Hallo Richard,
du hast bereits 1000 Mal Texte in neuer Rechtschreibung gelesen, ohne es zu merken! Der Unterschied ist nämlich sehr klein und fällt den meisten Lesern gar nicht auf!
Gib zu, du weißt noch nicht einmal, ob diese Zeilen hier in neuer oder alter Rechtschreibung geschrieben sind!
Leider ist die Vorstellung vieler Menschen von der neuen Rechtschreibung ein Phantom, das mit der Realität nichts zu tun hat!
Christian

Alles Nebenkriegsschauplätze
Hallo, ihr alle,

diese Sache liegt mir recht am Herzen, vor allem, weil ich weiß (zu wissen meine), was die deutsche Sprache bedeutet, welche Kraft und Gewalt sie hat. Ich zitiere hierzu nur Jean Paul, der gesagt hat: „Die deutsche Sprache ist die Orgel unter den Sprachen“ (muß jemandem erklärt werden, was die „Orgel“ unter den Musikinstrumenten bedeutet? Und was er damit also ausdrücken wollte?) Und was ich gar nicht möchte, ist, daß (ich schreibe dieses hier noch mal mit ß, obwohl mir das gleich wäre mit ss) sich „Ministeriale, Beamte, Apparatschiks“ (Entschuldigung, ich sag das mal so pauschalierend, wohl wissend (sic, hier schreibt man´s mal auseinander!!), daß ich damit dem einen oder anderen unrecht tue) über so etwas Heikles entscheiden. Denn das ist der gleiche Schlag, das sind Leute aus der gleichen Sparte, die sich Beispiel vor einigen Jahren nicht darauf einigen konnten, an welchem Termin die Sommerzeit beginnen bzw. enden sollte. Geradezu eine Lappalie, und doch hat man sich jahrelang gestritten, und ein Jahrzehnt gebraucht, bis auch nur halbwegs Synchronität geschaffen war. Das kann man eigentlich per Telefonkonferenz an einem Vormittag innerhalb 10 Minuten erledigt haben.

Und von diesen Leute sollen wir uns dam dieser „Orgel“ rumpfuschen lassen? Niemals!!

Damit das aber nicht falsch verstanden wird: Ich sehe selbst und weiß selbst, daß in der alten Schreibung ein Bündel von unlogischen Regeln vorhanden war (sehr schön aufgelistet in dem Buch von Dieter E. Zimmer, Die Elektrifizierung der Sprache). Also etwa: „radfahren“ klein und zusammenschreiben, „Auto fahren“ groß und getrennt. Kein vernünftiger Mensch wird dieses (und anderes) verteidigen wollen. Also, raus damit. Aber muß man gleich so übers Ziel hinausschießen?

Wenn ich nur an diese unseligen Regeln der neuen Getrenntschreibung denke: „Ist diese Frau nun wohl geformt?“ Oder wohlgeformt? Mir wird richtig körperlich schlecht, wenn ich daran denke, daß da offenbar Leute mitreden, und mitentscheiden!!!, die eine solche, glasklar auf der Hand liegende Verschlimmbesserung mit aller Gewalt durchdrücken wollen.

Eigentlich sind das alles Dinge, die eine Gruppe von vernünftigen Menschen, vorher schön aufgelistet (s. Dieter Zimmer), an einem längeren Vormittag entscheiden könnten. Abends kann man schon zusammen essen gehen. Natürlich hätte man damit nur 90 % aller in der alten Schreibung unguten Fälle erledigt. Aber eben doch immerhin 90%, die restlichen 10 % wären so selten, so knapp, daß sie gar nicht mehr auffielen, damit könnten wir die nächsten 100 Jahre leben.

Und auch nicht mißverstehen, meine Bemerkung über die Schönheit der deutschen Sprache ist weder nationalistisch noch chauvinistisch: Ich weiß auch, daß Französisch die Sprache der Diplomaten ist (und spreche es gut genug, um da mitreden zu können), und kenne die Eleganz der italienischen Sprache, und die Prägnanz des Englischen. Und ich habe selbst Jahrzehnte gebraucht (weil man ja immer die Befürchtung hegt, den anderen Unrecht zu tun und die eigene Position überzubewerten) um zu sehen und zu verstehen, daß Deutsch wirklich herausragend ist, die „Orgel“ eben.

Johannes Groß (der sehr wohl ums Deutsche wußte) hat mal geschrieben, als er noch lebte, in welcher Sprache ließe sich in der Anrede in einem Brief Ähnliches ausdrücken wie im deutschen, wenn man schreibt: „Sehr verehrte, liebe gnädige Frau,“

Na ja, hat vielleicht damit zu tun, daß nicht mehr allzu viele solcher Briefe geschrieben werden…

So, und jetzt noch mal zum Anfang zurück: Wenn wir diese NDR erst mal eingeführt und zugelassen haben, führt nie, nie, niemals mehr ein Weg dahin zurück, diese übers Ziel hinausgeschossenen Regeln zurückzunehmen. Es gibt nur einen Weg: Alte Schalter auf zurück!!! Und dann erneut: von vorne. Aber bitte mit mehr Verstand und Einfühlungsvermögen.

Und vielleicht eine abschließende Bemerkung an einige „meiner Vorredner“. Das, diese meine Einstellung, hat nichts zu tun mit „nicht so eng sehen“ (Livia) oder „den Fortschritt nicht wollen“ (jame) oder „unfelxibel“ sein. Das hat damit zu tun, daß die deutsche Sprache ein Wert an sich ist, an der man ebensowenig locker dranrumdoktert, wie an unserem Grundgesetz - beides ordne ich übrigens im Range in etwa gleich ein.

Antal

5 „Gefällt mir“

Hi!

Ich habe mir sagen lassen,
dass es in vielen Sprachen, etwa im Niederländischen, gar
keine offiziellen Regelungen gibt, sondern schleichende
Reformen, die sich den Sprachgewohnheiten einfach anpassen.

Ehrlich?
Die Niederländer haben keine Wörterbücher, in denen steht, wie man ein Wort schreibt bzw. wie nicht?

Kann das ein hier anwesender Niederländer bestätigen?

Grüße
Heinrich

Hi!

Das, diese meine Einstellung, hat nichts zu tun
mit „nicht so eng sehen“ (Livia) oder „den Fortschritt nicht
wollen“ (jame) oder „unfelxibel“ sein.

Genau jene, die die Dinge „nicht so eng sehen“ oder anderen Begriff wie „den Fortschritt nicht wollen“ oder „unflexibel“ unter die Nase reiben, werden vermutlich die ersten sein, die Zeter und Mordio schreien, wenn per Dekret von oben (wie bei der Rechtschreibung geschehen) festgelegt wird, die 1- und 2-EuroCent-Münzen abzuschaffen (was ja auch gerade diskutiert wird) und Preise von 1,98 an der Kasse kurzerhand auf 2 Euro aufgerundet werden. Wetten?

Grüße
Heinrich

Servus

du hast bereits 1000 Mal Texte in neuer Rechtschreibung
gelesen, ohne es zu merken! Der Unterschied ist nämlich sehr
klein und fällt den meisten Lesern gar nicht auf!
Gib zu, du weißt noch nicht einmal, ob diese Zeilen hier in
neuer oder alter Rechtschreibung geschrieben sind!

Doch, eindeutig in „ALTER“.

Es ist hauptsächlich das „ß“, welches beim daß jetz mit „eses“ geschrieben wird, und das tut wirklich mehr als weh.

Leider ist die Vorstellung vieler Menschen von der neuen
Rechtschreibung ein Phantom, das mit der Realität nichts zu
tun hat!

Diese Zeilen sind jetzt „NEUE“, weil nach der alten heißt es nicht „das mit…“, sondern „welches mit …“

Richard

Hi!

Ich habe mir sagen lassen,
dass es in vielen Sprachen, etwa im Niederländischen, gar
keine offiziellen Regelungen gibt, sondern schleichende
Reformen, die sich den Sprachgewohnheiten einfach anpassen.

Ehrlich?
Die Niederländer haben keine Wörterbücher, in denen steht, wie
man ein Wort schreibt bzw. wie nicht?

Das hab ich nicht geschrieben! Nur keine staatlichen Kommissionen oder Kultusministerkulturen (oder wie das heißt) oder Ministerialratssitzungen (wie das bei uns ist), in denen hochoffiziell und amtlich jedes i-tüpfelchen geregelt wird.
Ob das stimmt, weiß ich nicht. Ich hab die Info aber von einer Linguistin und schenke ihr halt einfach mal glauben.

Livia

du hast bereits 1000 Mal Texte in neuer Rechtschreibung
gelesen, ohne es zu merken! Der Unterschied ist nämlich sehr
klein und fällt den meisten Lesern gar nicht auf!
Gib zu, du weißt noch nicht einmal, ob diese Zeilen hier in
neuer oder alter Rechtschreibung geschrieben sind!

Doch, eindeutig in „ALTER“.

Es ist hauptsächlich das „ß“, welches beim daß jetz mit „eses“
geschrieben wird, und das tut wirklich mehr als weh.

Ich sehe im obigen Text kein „daß“ oder „dass“. Woran siehst du also, dass es alte Rechtschreibung ist?

Leider ist die Vorstellung vieler Menschen von der neuen
Rechtschreibung ein Phantom, das mit der Realität nichts zu
tun hat!

Diese Zeilen sind jetzt „NEUE“, weil nach der alten heißt es
nicht „das mit…“, sondern „welches mit …“

Schlicht Quargel!
Ich hoffe das war ein nicht gekennzeichneter Scherz am Rande.

Livia

wird) und Preise von 1,98 an der Kasse kurzerhand auf 2 Euro
aufgerundet werden. Wetten?

Lieber Heinrich, ich würde eher wetten, dass Du offenbar vieles liest, aber davon nur das verwertest, was Dir in den Kram passt.

Deine Aussage oben gibt ein schönes Beispiel ab.

Es ist ja keinesfalls so, dass die Einzelpreise gerundet werden sollen. Da kann an der Tankstelle ruhig weiter mit den x,9 ct-Preisen gerechnet werden. Und auch im Laden können einzelne Waren ohne Probleme mit x.98 € ausgezeichnet bleiben wie bisher.

Wo die Rundung ansetzt ist dann der Gesamtpreis an der Kasse. Dort nämlich werden aus den x.12 € dann ebenso x.10 € wie aus den x,08 €.

An diesem Beispiel läßt sich aber auch gut sehen, wie häufig mir halben Wahrheiten Stimmung gemacht wird (eine große deutsche Tageszeitung mit großen Lettern verwendet dieses Stilmittel des Populismus besonders gern).

In gleicher Weise sind auch die Argumente gegen die NDR zu werten, die hier immer wieder lauthals vorgebracht werden - es wird nur mit halben Wahrheiten gearbeitet.

Wer Missstimmung erzeugt oder Wahrheiten halbiert oder oder in Umlauf bringt wird mit dem Vorwurf des Populismus unter der Gürtellinie bestraft.

Gruß
Eckard

2 „Gefällt mir“

Servus antal,

wie ich Deinen Zeilen entnehme hast Du zwar eine sehr eigene aber doch recht gesunde Einstellung zur Entwicklung der Dinge. Doch in einem Punkt muß ich doch nachbessern.
Du schreibst zwar „alles Nebenkriegsschauplätze“ aber die Frage ist hier doch, in welcher Form?
Ich denke, unsere unfähigen Kapitäne beschäftigen auf diese Art das Volk um dieses von ihrer eigenen Unfähigkeit abzulenken.
Ob Gurtpflicht, Zeitumstellung, Rechtschreibreform oder Hartz IV
dient alles nur dem einen Zweck
Machtausdruck, Machterhaltung und die Bürger mit Nonsens beschäftigen.
Nur mal ein Beispiel.
Selbst als Hauptschüler bin ich dazu in der Lage die finanziellen Mängel in unserem System zu erkennen und wüßte gar Rat um nicht zu sagen die Lösung - und ich bin mir auch ziemlich sicher, daß ich da nicht alleine bin mit dieser Erkenntnis.
Um so mehr frage ich mich "wozu haben denn unsere Großkopfede den studiert - damals auch noch zu 100% auf Kosten der Arbeitenden Klasse ?

Ich persönlich lege keinen Wert auf eine Regierung, die in wesentlichen Fragen versagt und erheblich viel Zeit damit verbringt sich darüber Gedanken zu machen wie sie den Bürgern das Leben erschweren können.

„Sprache ist reinster Ausdruck einer Kultur, und Kultur ist etwas gewachsenes und läßt sich nicht per Gesetz festlegen“.

Hallo, ihr alle,

diese Sache liegt mir recht am Herzen, vor allem, weil ich
weiß (zu wissen meine), was die deutsche Sprache bedeutet,
welche Kraft und Gewalt sie hat. Ich zitiere hierzu nur Jean
Paul, der gesagt hat: „Die deutsche Sprache ist die Orgel
unter den Sprachen“ (muß jemandem erklärt werden, was die
„Orgel“ unter den Musikinstrumenten bedeutet? Und was er damit
also ausdrücken wollte?) Und was ich gar nicht möchte, ist,
daß (ich schreibe dieses hier noch mal mit ß, obwohl mir das
gleich wäre mit ss) sich „Ministeriale, Beamte, Apparatschiks“
(Entschuldigung, ich sag das mal so pauschalierend, wohl
wissend (sic, hier schreibt man´s mal auseinander!!), daß ich
damit dem einen oder anderen unrecht tue) über so etwas
Heikles entscheiden. Denn das ist der gleiche Schlag, das sind
Leute aus der gleichen Sparte, die sich Beispiel vor einigen
Jahren nicht darauf einigen konnten, an welchem Termin die
Sommerzeit beginnen bzw. enden sollte. Geradezu eine Lappalie,
und doch hat man sich jahrelang gestritten, und ein Jahrzehnt
gebraucht, bis auch nur halbwegs Synchronität geschaffen war.
Das kann man eigentlich per Telefonkonferenz an einem
Vormittag innerhalb 10 Minuten erledigt haben.

Und von diesen Leute sollen wir uns dam dieser „Orgel“
rumpfuschen lassen? Niemals!!

Damit das aber nicht falsch verstanden wird: Ich sehe selbst
und weiß selbst, daß in der alten Schreibung ein Bündel von
unlogischen Regeln vorhanden war (sehr schön aufgelistet in
dem Buch von Dieter E. Zimmer, Die Elektrifizierung der
Sprache). Also etwa: „radfahren“ klein und zusammenschreiben,
„Auto fahren“ groß und getrennt. Kein vernünftiger Mensch wird
dieses (und anderes) verteidigen wollen. Also, raus damit.

Warum? ist doch absolut logisch. radfahren das tut derjenige in dem Moment selbst (Muskelkraft); Auto fahren hingegen funktioniert anders, denn hier ist der Motor quasi die Entkopplung, fahren tue ich, Auto aber der Motor - sonst wär’s doch autoschieben.

Aber muß man gleich so übers Ziel hinausschießen?

Wenn ich nur an diese unseligen Regeln der neuen
Getrenntschreibung denke: „Ist diese Frau nun wohl geformt?“
Oder wohlgeformt? Mir wird richtig körperlich schlecht, wenn
ich daran denke, daß da offenbar Leute mitreden, und
mitentscheiden!!!, die eine solche, glasklar auf der Hand
liegende Verschlimmbesserung mit aller Gewalt durchdrücken
wollen.

Eigentlich sind das alles Dinge, die eine Gruppe von
vernünftigen Menschen, vorher schön aufgelistet (s. Dieter
Zimmer), an einem längeren Vormittag entscheiden könnten.
Abends kann man schon zusammen essen gehen. Natürlich hätte
man damit nur 90 % aller in der alten Schreibung unguten Fälle
erledigt. Aber eben doch immerhin 90%, die restlichen 10 %
wären so selten, so knapp, daß sie gar nicht mehr auffielen,
damit könnten wir die nächsten 100 Jahre leben.

Und auch nicht mißverstehen, meine Bemerkung über die
Schönheit der deutschen Sprache ist weder nationalistisch noch
chauvinistisch: Ich weiß auch, daß Französisch die Sprache der
Diplomaten ist (und spreche es gut genug, um da mitreden zu
können), und kenne die Eleganz der italienischen Sprache, und
die Prägnanz des Englischen. Und ich habe selbst Jahrzehnte
gebraucht (weil man ja immer die Befürchtung hegt, den anderen
Unrecht zu tun und die eigene Position überzubewerten) um zu
sehen und zu verstehen, daß Deutsch wirklich herausragend ist,
die „Orgel“ eben.

Johannes Groß (der sehr wohl ums Deutsche wußte) hat mal
geschrieben, als er noch lebte, in welcher Sprache ließe sich
in der Anrede in einem Brief Ähnliches ausdrücken wie im
deutschen, wenn man schreibt: „Sehr verehrte, liebe gnädige
Frau,“

Na ja, hat vielleicht damit zu tun, daß nicht mehr allzu viele
solcher Briefe geschrieben werden…

So, und jetzt noch mal zum Anfang zurück: Wenn wir diese NDR
erst mal eingeführt und zugelassen haben, führt nie, nie,
niemals mehr ein Weg dahin zurück, diese übers Ziel
hinausgeschossenen Regeln zurückzunehmen. Es gibt nur einen
Weg: Alte Schalter auf zurück!!! Und dann erneut: von vorne.
Aber bitte mit mehr Verstand und Einfühlungsvermögen.

Und vielleicht eine abschließende Bemerkung an einige „meiner
Vorredner“. Das, diese meine Einstellung, hat nichts zu tun
mit „nicht so eng sehen“ (Livia) oder „den Fortschritt nicht
wollen“ (jame) oder „unfelxibel“ sein. Das hat damit zu tun,
daß die deutsche Sprache ein Wert an sich ist, an der man
ebensowenig locker dranrumdoktert, wie an unserem Grundgesetz

  • beides ordne ich übrigens im Range in etwa gleich ein.

Antal

Servus Elke,
da kann ich nur sagen:

es war einmal ein Bauer (Landwirt) der fuhr seine Frucht ein, und weil in diesem Jahr das meiste verdorben war, so warf er einfach das Gute weg, denn so hatte er mehr.
kapischi

Gruß Richard

Wie unflexibel ihr seid.

Je mehr ich mich (gezwungenermassen - meine Kinder
schreiben zum ersten Mal deutsch) mit der NDR beschaeftige,
desto logischer finde ich es (Ausnahmen bestaetigen die
Regel, aber vorher gab’s davon mehr!)

Gruesse

Elke

Hi,

Wie unflexibel ihr seid.

ja, das Ganze ist ziemlich beispielhaft für das heutige
Deutschland. Fortschritt bedeutet hier leider Rückschritt.
Deswegen wird an vielen alten und überholten Sachen
festgehalten. Koste es was es wolle.
Auch wenn Österreich und die Schweiz weitergehen, wir
Deutschen gehen den Weg rückwärts und feiern uns auch noch
selbst dafür, als wären wir die Hüter des heiligen Grals.

ja ja, Fortschritt um jeden Preis muß eine Sache nur als Fortschritt bezeichnet werden kaufens alle ungeprüft,
kein Wunder, daß schon überall ne Kamera hängt und der Chip zum einpflanzen ist auch schon bestellt
ja, Fortschritt, keiner wußte wohin er fort schritt.

Gruß R~

Hallo!

mit großer Freude empfange ich die Botschaft, daß die großen
Verlage wieder zur alten Rechtschreibreform übergehen.
Ich hoffe deshalb sehr, daß sich dieser Schritt durchsetzt.

Ich verstehe, dass das viele freut.

Aber ich bin Schülerin, muss mich also „fehlerfrei“ an die neue Rechtschreibung halten, und kann auch nur noch die neue. Wäre für mich also ein Problem.

Mein Vorschlag: Dey Rykkähr zuhr Uraltdeutschzen Rechtshraybung… oder so :smile:

mfg birgit

Servus

du hast bereits 1000 Mal Texte in neuer Rechtschreibung
gelesen, ohne es zu merken! Der Unterschied ist nämlich sehr
klein und fällt den meisten Lesern gar nicht auf!
Gib zu, du weißt noch nicht einmal, ob diese Zeilen hier in
neuer oder alter Rechtschreibung geschrieben sind!

Doch, eindeutig in „ALTER“.

Nein, das sieht man an dem „du“.

Es ist hauptsächlich das „ß“, welches beim daß jetz mit „eses“
geschrieben wird, und das tut wirklich mehr als weh.

Da könnte ich mich dran gewöhnen, aber „es tut mir Weh“ tut mir sehr weh.

Leider ist die Vorstellung vieler Menschen von der neuen
Rechtschreibung ein Phantom, das mit der Realität nichts zu
tun hat!

Diese Zeilen sind jetzt „NEUE“, weil nach der alten heißt es
nicht „das mit…“, sondern „welches mit …“

Und nach der ganz alten „welchselbiges“?

Gruß
mowei

Doch, eindeutig in „ALTER“.

Es ist hauptsächlich das „ß“, welches beim daß jetz mit „eses“
geschrieben wird, und das tut wirklich mehr als weh.

Ich sehe im obigen Text kein „daß“ oder „dass“. Woran siehst
du also, dass es alte Rechtschreibung ist?

ganz einfach, ich konnte es lesen, ohne übersetzen zumüssen. das kleine „du“ deutete ich als schnellschreibfehler.

Leider ist die Vorstellung vieler Menschen von der neuen
Rechtschreibung ein Phantom, das mit der Realität nichts zu
tun hat!

Diese Zeilen sind jetzt „NEUE“, weil nach der alten heißt es
nicht „das mit…“, sondern „welches mit …“

Schlicht Quargel!
Ich hoffe das war ein nicht gekennzeichneter Scherz am Rande.

Livia

siehst Du, „schlicht“ schreibt man klein und dann „Quark“

R

Hallo, nochmals ich, ich hatte unten schon ausführlicher gepostet. Ich möchte nun wirklich nicht rechthaberisch sein, aber zu dem Thema „Rückkehr zur alten Rechtschreibung“ paßt genau ein Leserbrief aus der heutigen FAZ, ich zitiere wörtlich:

Zur Rechtschreibreform: Wir teilen mit, daß der Verlag Klinisches Labor GmbH, Heidelberg, ebenfalls zur alten (bewährten) Rechtschreibung zurückgekehrt ist. Dazu ist anzumerken, daß im medizinischen Bereich die neue deutsche Rechtschreibung nicht brauchbar ist, da der Arzt in vielen Fällen auch juristisch eindeutige Tatbestände dokumentieren muß. Es ist eben ein Unterschied, ob der Patient mit einem frischen Herzinfarkt gleichbleibende oder gleich bleibende Rhythmusstörungen hat. Auch wegen mangelnder juristischer Klarheit hatte im medizinischen Bereich die neue deutsche Rechtschreibung kaum Eingang gefunden.

Dr. med. Heinrich Schmidt-Gayk

Soweit das Zitat. Und es stützt ja das, was ich weiter unten gesagt hatte: Diese völlig unnötigen, neuen Regeln zur Getrennt- und Zusammenschreibung sind der schlimmste „Wummer“. Wie kann einem sowas nur einfallen?

Zu den Klagen z.B. von Schülern, jetzt hätten sie doch nach der neuen gelernt … und so weiter und so fort. Ich persönlich bedauere hier jeden einzelnen Schüler. Aber wenn schon, dann dürfen sie nicht jenen was vorwerfen, die zu etwas „besserem“ zurückkehren wollen, sondern, wenn schon, dann denen, die die NDR nach dem Verfahren eines Husarenstreichs, überrumpelnd, hatten einführen zu können geglaubt.

Zudem, den „Alten“ wirft man häufig vor, sie wären doch nur gegen die NDR, weil sie dazu umlernen müßten, dieses aber aufgrund ihres Alters nicht mehr, oder nicht mehr so leicht könnten. Ich kenne genügend „Alte“, denen das Umstellen leicht fiele, wie mir übrigens auch – aber auf was schlechteres umstellen? Gar niemals.

Aber unbeschadet dessen, wenn die „Jungen“ diesbezüglich offenbar noch sooo viel flexibler sind: Bitte zurücklernen.

Die Front bricht…
Antal