Hi,
Je länger ich über dieses Bild nachdenke, umso besser gefällt
es mir; ich geh auch noch weiter:
Materie ist gefrorene Energie.
Energie ist aufgetaute Masse.
Argh. Materie ist ohnehin mehr ein populärwissenschaftlicher Begriff. Manchmal bezeichnet man Fermionen als Materie (im Gegensatz zu den Vektorbosonen, die die Wechselwirkungen vermitteln, und für die (da masselos) keine Erhaltung der Teilchenzahl gilt). Und Fermionen und Energie sind Begriffe unterschiedlicher Kategorie. Teilchen (oder allgemeiner Zustände) „besitzen“ Energie, so wie einen (allerdings zeitlich sich ändernden) Ort, Impuls, Ladung und noch andere Observablen/Quantenzahlen. Sie sind aber nicht Energie, auch nicht gefrorene.
[…]
Zunächst einmal ist das gar nicht meine Metapher, ich hab
nämlich mal unter Google gesucht, ob das wirklich so unsinnig
ist und jede Menge Texte gefunden, die das selbe Bild
benutzen.
Schlimm genug. Aber bloss weil’s (meinetwegen auch tausendfach) im Netz steht, wird’s nicht besser oder richtiger. Die B*ld ist auch die auflagenstärkste Zeitung in D.
Ich würde sogar noch weiter gehen und den Unterschied in der
Betrachtungsweise zwischen relativistischer und
quantenmachanischer Masse-Energie-Äquvalenz so beschreiben:
Einstein:„Materie ist gefrorene Energie“
Schrödinger: „Materie ist geknotete Energie“
Siehe oben.
Seid doch mal ehrlich, findet ihr es eigentlich nicht schade,
wenn ihr euch solche Gedanken verschließt, nur weil sie nicht
genau sind…?!
Wir/Ich verschließen uns nicht. Diese Gedanken sind schlicht nicht nicht genau, sondern in diesem Fall falsch.
Und bevor der Einwand kommt, „Was ist mit E = m c^2?“, zitiere ich aus http://theory.gsi.de/~vanhees/faq/anettes-faq/anette…, Punkt 1.1:
Die Masse eines Körpers ist nach heutiger Konvention dessen
Energie im Ruhsystem seines Schwerpunktes, wobei man im SI-
Einheitensystem noch durch " c ^ 2 " teilen muß. Das kommt in
der berühmten Formel " E = m c ^ 2 " zum Ausdruck, die
eigentlich nur soviel besagt wie " E = m ". Diese Masse nannte
man früher Ruh[e]masse und heute einfach nur noch „Masse“. Sie
ist ein Skalar (siehe auch 1.7), d.h. sie ist relativistisch
invariant.
Wenn ein Körper beschleunigt wird, dann ändert sich sein
Impuls, seine Geschwindigkeit und seine Energie, jedoch nicht
seine Masse. Der Energie-Impuls-Zusammenhang eines Teilchens
mit der konstanten Masse " m " ist " E ^ 2 = ER ^ 2 + EP ^ 2
", dabei ist der Ruhterm (Masseterm) " ER := m c ^ 2 " und der
Impulsterm " EP := c P ".
Anmerkung meinerseits: Masse != Materie. Masse ist eine Größe, die Teilchen (neben anderen Quantezahlen wie Ladung oder Spin) charakterisiert.
Ich hoffe, die Ausführungen haben etwas Klarheit bringen können.
Tja, da kann ich nur Einstein zitieren:
„Phantasie ist wichter als Wissen“
Gruß
Oliver
Gruß, Christoph