Lebens- und Leidensgeschichte eines Bodybuilders

Hallo,

http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/812/18794/

Erschreckend.

Gruß
Michael

Auch Hallo,

http://www.sueddeutsche.de/panorama/artikel/812/18794/

Erschreckend.

Und leider die Wahrheit.
Man riskiert aber, daß man eines nachts mächtig auf die Schnauze kriegt, wenn man Roß und Reiter nennt.
Entweder von denen, die immer noch glauben BB sei ein Sport oder von der Dopingmafia, die dran verdient.
Ich habe selbst leute gesehen, die binnen sechs Monaten vom kräftigen Normalo zum Muckipaket mutierten. Die Muskelmengen entwickelten, die man mit Training alleine nicht hinbekommt.
Man erkennt sie schnell, wenn man weiß, worauf zu achten ist. Das kantige Kinn zum Beispiel, der muskulöse Unterkiefer. Der Händedruck, der sich so komisch anfühlt. Als sei die Hand geschwollen.
Spätestens, wenn der Betreffende sich von Freunden isoliert und von Schauspielerkarriere oder Leistungssport faselt weiß man, daß wieder einer auf Schwarzenegger, Stallone, Möller und Co. reingefallen ist.

Die Studios leisten Vorschub. Nicht offen, einige sicher weniger als andere. Aber alle stellen sie stolz ihre Pokale zur Schau.
Ich habe selbst eine Weile trainiert, aus Spaß an der Freud´ und weils schön ist, wenn sich der Muskel nach dem Training hart und gefordert anfühlt. Aber früher oder später merkt man, wo´s beim BB hinläuft: entweder bleibst Du Studiobeitragszahler der auch mal mit Eisen pumpen darf (solange er nicht im Weg steht) oder Du willst so werden, wie der größte Muckimotz im Stall. Dann geht NICHTS mehr ohne Hormone.
Ich hab´s aufgegeben.

Traurig ? Ja.

Gruß
Bernd

Hallo Michael,

in besagtem Fall greift leider die Memetik überproportional. Ein völlig überzogenes Verhalten, gerade von einem, der sich für einen Außenseiter hält und gerne integriert und geachtet (und bewundert) werden will. Es kommt zu einem Amok-ähnlichen Zustand - einer Art Bewußtseinstrübung - die ein Feindbild erschafft (eigener Körper), ein ideologisches Ziel hat (gesellschaftlich hoher Status/Bewunderung) und über eine (teil)isolierte Gesellschaft (bzw. einen engeren Personenkreis mit ähnlichen Interessen) eine definierte Richtung vorgibt. Das kann in völliger Selbstaufgabe bis hin zur Selbstzerstörung (Amok-Lauf/Berserker-Gang/Selbstmordattentat) enden.

Bei den meisten endet ein solcher Ego-(Wahn)Trip (zum Glück?) nur im finanziellen Ruin, sich über statusfördernde Äußerlichkeiten, beispielsweise ein viel zu teures Auto, komplett zu übernehmen.

Beste Grüße,

Stephan

PS. sind wir nicht alle ein bischen …

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo,

Man erkennt sie schnell, wenn man weiß, worauf zu achten ist.
Das kantige Kinn zum Beispiel, der muskulöse Unterkiefer.

Das dürfte nur STH-Konsumenten betreffen, also Leute die „Wachstumshormone“ nehmen. Und von den 200.000 im Artikel genannten „Stoffern“, macht dies sicher nur ein sehr kleiner Teil (das Zeug ist nicht gerade billig).

Der Händedruck, der sich so komisch anfühlt. Als sei die Hand geschwollen.

Das betrifft auch nur Leute die überdosieren oder ohne Plan schlucken. Roter Kopf schon eher. Noch besser sichtbarer Pumpeffekt beim Training - der wird durch die vermehrte Blutbildung und Glykogenaufnahme deutlich gesteigert.

Die Studios leisten Vorschub. Nicht offen, einige sicher
weniger als andere. Aber alle stellen sie stolz ihre Pokale zur Schau.

Die Hochzeiten von echten „Pumperbuden“ sind längst vorbei. Die meisten Fitness-Studios dulden solche Klientel nur widerwillig - sie „verschrecken“ die normale Masse.

… oder Du willst so werden, wie der größte Muckimotz im Stall.
Dann geht NICHTS mehr ohne Hormone.
Ich hab´s aufgegeben.

Komische Logik. Zumal Du immer Deinen Meister (mit oder ohne Stoff) finden wirst. Wenn nicht in „Deinen“ Stall, dann halt auf der Bühne.

Gruss
Enno

Hallo,
auch wenn der Artikel wirklich ein trauriges Schicksal aufzeigt, leidet er unter einigen Ungenauigkeiten:

o Clenbuterol spielt für den Dauerstoffer kaum eine Rolle. Es eignet sich nur sehr bedingt als Diätmittel, seine anabole (genauer anti-katabole) Wirkung ist mickrig im Vergleich zu stärkeren Steroiden und es hat eine Reihe direkt spürbarer unschöner Nebenwirkungen (u.a. Depressionen, Krämpfe, Kopfschmerzen). Einsatz findet es überwiegend beim professionellen Frauen-Fitness, da die Nebenwirkungen von Steroiden bei Frauen früher sichtbar werden.

o Die 200.000 im Artikel genannten Stoffkonsumenten sind sicher nicht alle Dauerkonsumenten. Und unterliegen damit auch nicht den typischen Schäden die bei Dauerkonsum auftreten (Leber-/Nierenschäden, Hodenatrophie, Gefäßverkalkung etc.).

o Im Artikel bleibt es unklar, ob die Verweiblichung von Börjesson einfach so aus heiterem Himmel oder beim Absetzen auftrat. Mir scheint letzteres der Fall zu sein und das ist bei längeren Konsum bittere Normalität.

Die eigentliche Problematik, die im Artikel nicht näher beleuchtet wurde, ist das ungeheure Suchtpotential, daß von diesen Mitteln ausgeht (psychisch wie physisch). Jeder der selber schon mal Kontakt mit stärkeren Steroiden hatte, wird bestätigen können, daß das Absetzen ernorme Disziplin und Willensstärke erfordert.

Gruss
Enno

hallo!

wie heisst es doch so schön: „störungen des körperbildes sind stark
auf dem vormarsch“.
die einen pumpen sich mit allem voll um „mehr“ zu werden-die anderen
hungern sich zu tode-nur sehr wenige sind mit dem zufrieden wer sie
sind und was sie haben.

auch interessant: ein artikel wie der in der sz beschreibt einen
einzelfall und deutet auf eine grosse dunkelziffer hin; ist somit
eines zeitungsartikels „würdig“.
die richtigen „killer“-die bei denen die leute öffentlich tot
umfallen jucken schon lange keinen mehr (http://bmj.bmjjournals.com/
cgi/content/full/327/7416/688-a).

tschüss

matthias