Lebensbeginn

Hi Klio

Menschliches fängt dann an, wenn man es zu tun anfängt.

Was ist, wenn man nichts mehr tun kann, weil behindert,
alt, im Koma … ?

Ich weiß nicht, was dann ist. Ich meinte mit dem „tun“ auch (siehe Antwort oben) eine Art des „Tuns“, die nicht wiederum rein biologisch/physisch zu fassen ist. Daran sollte ein zu alt oder zu jung sein, ein zu viel oder zu wenig behindert sein nicht hindern. Und was in einem Menschen vorgeht, der im Koma liegt, weiß ich nicht, und was in einem Menschen, der - biologisch gesehen - „gestorben“ ist, weiß ich auch nicht…

Gruß

Metapher

'morjen, KDK

Diese Frage hat sich schon Descartes gestellt und kam zu dem
Schluss, dass das einzige für ihn selbst Beweisbare seine
eigene Existenz ist: „Ich denke, also bin ich.“ Sonst ist
absolut nichts beweisbar.

Auf den wollte ich anspielen, ich wollte hier nur nicht mit Namen rumprotzen :wink:, vor allem interessiert mich, wie Du mit den ethischen Folgen dieser Grundannahme umgehst. Das Dumme daran ist ja, daß es, wenn Du es tatsächlich kategorisch durchziehst, Dich eigentlich dazu bringen müsste, jedem Lebewesen die gleichen Rechte zuzugestehen, also Mensch = Katze = Baum = Bakterium = Alge…
Und???

freundlich-neugierigen Gruß
Sibylle

Guten Morgen Sibylle,

vor allem interessiert mich, wie Du mit
den ethischen Folgen dieser Grundannahme umgehst.

Da drängen sich mehrere Fragen auf?

  1. Haben Tiere und Pflanzen ein Bewusstsein, wie ich es meine? Können Sie ein „ICH“ denken? (Ich weiß es nicht)
  2. Ist die Beantwortung dieser Frage für mein ethisches Handeln relevant? Bin ich nur „bewussten“ Lebewesen gegenüber verantwortlich? (Ich denke: nein)
  3. Führt eine konsequente Verfolgung dieser Grundannahme nicht Zwangsläufig zur Egozentrik? (Ich hoffe nicht)

Das Dumme
daran ist ja, daß es, wenn Du es tatsächlich kategorisch
durchziehst, Dich eigentlich dazu bringen müsste, jedem
Lebewesen die gleichen Rechte zuzugestehen, also Mensch =
Katze = Baum = Bakterium = Alge…
Und???

Du hast Recht, daraus erwächst auch die Verantwortung für die eigene menschliche, tierische, pflanzliche Umwelt.

Spinnen wir die Gedanken doch mal philiosophisch weiter…
Gibt es wirklich was anderes außer mir? Könnte das „ICH“ an das ich denke, nicht dasselbe „ICH“ sein, an das Du und jede® andere denken? Mit anderen Worten: Sind wir alle nicht vielleicht nur verschiedene Facetten desselben „ICH“. Dann wäre die Verantwortung vor der Umwelt gleichzeitig eine Verantwortung vor sich selbst und umgekehrt…
Vielleicht ist das Geheimnis gerade, dass dieses „ICH“ das Leben aus allen Perspektiven mal kennenlernt…
Und nun???

Einen schönen Tag wünscht

KDK

hallo Wolfgang,
es geht hier nicht um die psychische Seite, sondern um die Bezeichnung „mensch“. Ab wann kann ein Fötus als Mensch bezeichnet werden? Oder erst wenn er zur Welt kommt? Oder erst wenn das Wesen anfängt abstrakt zu denken? Oder erst ab 18 Jahren? Was ist das Zeichen des Menschseins?
Und hier ist nach meiner Meinung der Zellhaufen am Anfang schon ein Mensch. Er unterscheidet sich in den Genen vom Schwein oder Affen. Und dazu brauche ich nicht zu warten, bis er abstrakt denken kann.
Das hat mit der Psyche oder mit dem Strafgesetzbuch nichts zu tun
Grüße
Raimund

Hallo Metapher,
schön geschrieben… wie immer.
Doch ist eine Abkoppelung der Biologie überhaupt möglich? Der Mensch besteht ja zu 98% noch aus Tier.
Koppele ich die Biologie ab, so muss ich als Zyniker sagen: es gibt genügend „Menschen“ die Zeit ihres Lebens das Ziel Mensch nicht erreichen.
Auch die bisherige Meinung, dass nur der Mensch zu abstraktem Denken fähig ist, also diese Fähigkeit ihn vom Tier unterscheidet, ist schon ad acta gelegt. Es gibt Tiere, die ebensfalls abstrakt denken können. Sind sie jetzt Menschen?
Ich glaube, eine exakte Abgrenzung und Definition, was ist der Mensch, ist zumindest hier im Brett nicht machbar.
Mit steigendem Wissensstand wird es immer schwieriger.
Grüße
Raimund

Hi!

Wenn ja, was sind Spermien?
Pflanzen? Tiere? Menschen?

Biologisch? Tiere

Interessante Aussage.
Woran machst du den Unterschied zwischen Pflanze, Tier und Mensch fest?
Dazu noch die Frage, wieso kann ein Mensch (hier „Mann“, weiter unten gilt aber auch gleiches für „Frau“) Tiere produzieren (um das Wort „zeugen“ zu vermeiden)?

*kicher* Nette Schlußfolgerung, leider nicht richtig - wenn
man mich nach Ablauf meiner Lebenszeit begräbt, so will ich
doch schwer hoffen, daß ich tot bin, dennoch besteht mein
Körper nicht aus toter Materie - ich bin dann bestimmt nicht
versteinert…

Tote Materie hat nichts mit Versteinerung zu tun. Dein toter Körper ist eine Ansammlung bestimmter chemischer Elemente: Kohlenstoff ©, Stickstoff (N), Sauerstoff (O) und was man sonst noch so im Körper hat. Drei Kilo Kohlenstoff ist auch tote Materie.

Ist der Zeitpunkt der Zellverschmelzung also der relevante?

Ist er das für Dich?

Tja nun…
Da grüble ich nun schon ein paar Jahrzehnte drüber nach. Aber zu einem Schluß bin ich noch nicht gekommen.

Grüße
Heinrich

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Hai, KDK

Da drängen sich mehrere Fragen auf?

  1. Haben Tiere und Pflanzen ein Bewusstsein, wie ich es meine?
    Können Sie ein „ICH“ denken? (Ich weiß es nicht)
  2. Ist die Beantwortung dieser Frage für mein ethisches
    Handeln relevant? Bin ich nur „bewussten“ Lebewesen gegenüber
    verantwortlich? (Ich denke: nein)
  3. Führt eine konsequente Verfolgung dieser Grundannahme nicht
    Zwangsläufig zur Egozentrik? (Ich hoffe nicht)

Du hast Recht, daraus erwächst auch die Verantwortung für die
eigene menschliche, tierische, pflanzliche Umwelt.

Spinnen wir die Gedanken doch mal philiosophisch weiter…
Gibt es wirklich was anderes außer mir? Könnte das „ICH“ an
das ich denke, nicht dasselbe „ICH“ sein, an das Du und
jede® andere denken? Mit anderen Worten: Sind wir alle nicht
vielleicht nur verschiedene Facetten desselben „ICH“. Dann
wäre die Verantwortung vor der Umwelt gleichzeitig eine
Verantwortung vor sich selbst und umgekehrt…
Vielleicht ist das Geheimnis gerade, dass dieses „ICH“ das
Leben aus allen Perspektiven mal kennenlernt…
Und nun???

Womit wir etabliert hätten, daß „ich“ und „das andere“ dasselbe wäre, und Egozentrik Nächstenliebe ist… :wink:
Aber auch Du lebst nicht wirklich nach dieser Prämisse, oder ist es für Dich wirklich das selbe, ob Du ein Hühnerbein oder einen (Achtung, provokante Ausdrucksweise) Kinder-Schenkel auf dem Teller hast? Reagierst Du auf nicht zu Befruchtung gelangte Ei- oder Samenzellen genauso, wie auf eine tote Tante? Ist es für Dich unerheblich, ob die Toxidität eines Stoffes an einer Zellkultur oder an einem 5-jährigen Kind getestet wird? Also (an den Haaren zum Thema zurückschleif): Wo ist bei Dir die Grenze zwischen Zellhaufen/wegschüttbaren Zellsammlungen und Mensch/zukünftiger Mensch, bei dem man sich das „Wegschmeissen“, bitteschön, sparen möchte?

Gruß
Sibylle

'tag, Heinrich

Interessante Aussage.
Woran machst du den Unterschied zwischen Pflanze, Tier und
Mensch fest?

Unterschied zwischen Pflanze und Tier: ein biologischer: Tiere haben Zellmembranen, Pflanzen Zellwände und Pflanzen haben Chlorophyll, Tiere nicht (vollständigerweise müsste man hier noch die Pilze erwähnen, die weder noch sind…)
Unterschied zwischen Tier und Mensch: ein rein philosophischer, da Mensch ein Tier ist und wir (biologisch bedingt) schlicht zwischen „meine Art“ und „andere“ unterscheiden.

Dazu noch die Frage, wieso kann ein Mensch (hier „Mann“,
weiter unten gilt aber auch gleiches für „Frau“) Tiere
produzieren (um das Wort „zeugen“ zu vermeiden)?

OK - präziser wohl: tierische Zellen, wenn auch mit relativ kurzer Lebensspanne…

Tote Materie hat nichts mit Versteinerung zu tun. Dein toter
Körper ist eine Ansammlung bestimmter chemischer Elemente:
Kohlenstoff ©, Stickstoff (N), Sauerstoff (O) und was man
sonst noch so im Körper hat. Drei Kilo Kohlenstoff ist auch
tote Materie.

Nun ist daß Leben im Menschen aber nicht an die Lebendigkeit des Individuums gebunden, wir haben haufenweise Symbionten, die auch ohne uns munter weiterlebeben, z.B. E. Coli. Selbst einige unserer Körperzellen überleben uns noch eine Weile… also, nur weil ich tot bin, heißt das nicht, daß mein Körper nur noch tote Materie ist.

Tja nun…
Da grüble ich nun schon ein paar Jahrzehnte drüber nach. Aber
zu einem Schluß bin ich noch nicht gekommen.

Hach, schade, aber vielleicht hast Du schon eine Antwort auf die Frage, ab wann Deine Zellen nicht mehr Deine Zellen, nicht mehr Teil Deines Körpers sind? Also, grob ausgedrückt, wenn Du Dir einen Finger abhackst, ist das Dein Bier, ab welchem Zeitpunkt hast Du das Bestimmungsrecht über Deinen Samen verloren?

Gruß
Sibylle

Hallo Sibylle

Womit wir etabliert hätten, daß „ich“ und „das andere“
dasselbe wäre, und Egozentrik Nächstenliebe ist… :wink:

Wäre das ein erschreckender oder erfreulicher Gedanke? Eine interessante neue Bedeutung von „Wer andern eine Grube gräbt…“.

Aber auch Du lebst nicht wirklich nach dieser Prämisse, oder
ist es für Dich wirklich das selbe, ob Du ein Hühnerbein oder
einen (Achtung, provokante Ausdrucksweise) Kinder-Schenkel auf
dem Teller hast?

In der Natur gibt es wenige Wesen, die ihre eigenen Artgenossen essen…
Aber warum habe ich auch Probleme bei Hund, Katze, Pferd etc. - ausgerechnet bei den Tieren, die wir als Freunde des Menschen verstehen? Diesen Tieren scheinen wir eher ein Bewusstsein zuzugestehen als einem Huhn.

Reagierst Du auf nicht zu Befruchtung
gelangte Ei- oder Samenzellen genauso, wie auf eine tote
Tante? Ist es für Dich unerheblich, ob die Toxidität eines
Stoffes an einer Zellkultur oder an einem 5-jährigen Kind
getestet wird? Also (an den Haaren zum Thema zurückschleif):
Wo ist bei Dir die Grenze zwischen Zellhaufen/wegschüttbaren
Zellsammlungen und Mensch/zukünftiger Mensch, bei dem man sich
das „Wegschmeissen“, bitteschön, sparen möchte?

Mit dem Thema Ei- oder Samenzellen habe ich mich bisher zum Glück noch nicht befassen müssen, deshalb habe ich hierzu auch noch keine Einstellung entwickelt.
Die Frage, ob es sich hierbei schon um Menschen handelt, oder nicht, ist meineserachtens nicht objektiv zu beantworten.

Allerdings halte ich die Experimentiererei mit Embryonen und Stammzellen etc. für äußerst bedenklich.
Uns Menschen stünde mehr Ehrfurcht vor dem natürlichen Gang der Dinge gut zu Gesicht.

KDK

nochmal 'tach, KDK

Wäre das ein erschreckender oder erfreulicher Gedanke? Eine
interessante neue Bedeutung von „Wer andern eine Grube
gräbt…“.

*ggg*

In der Natur gibt es wenige Wesen, die ihre eigenen
Artgenossen essen…
Aber warum habe ich auch Probleme bei Hund, Katze, Pferd etc.

  • ausgerechnet bei den Tieren, die wir als Freunde des
    Menschen verstehen? Diesen Tieren scheinen wir eher ein
    Bewusstsein zuzugestehen als einem Huhn.

Ich schätze, daß hat damit zu tun, daß wir diesen Tieren menschliche Eigenschaften zuordnen, bzw. mit ihnen „zwischenmenschliche“ Beziehungen aufbauen - sie zu Ersatz-Menschen machen und sie damit in das „Iss-Deinen-Artgenossen-nicht“ miteinbeziehen. Einen ähnlichen Effekt kann man beobachten, wenn Tiere unterschiedlicher Arten in der Obhut des Menschen miteinander aufwachsen, Katzen verteidigen „ihren“ Hund gegen andere Hunde, Wellensittiche versuchen, mit „ihrer“ Katze zu schnäbeln usw.

Mit dem Thema Ei- oder Samenzellen habe ich mich bisher zum
Glück noch nicht befassen müssen, deshalb habe ich hierzu auch
noch keine Einstellung entwickelt.

Huch, wie alt bist Du denn? 8? (ich glaub’, jetzt werde ich albern… *g*)

Allerdings halte ich die Experimentiererei mit Embryonen und
Stammzellen etc. für äußerst bedenklich.

Lass mich mal versuchen, das zu „übersetzen“: Du bist gegen Experimente mit potentiellen Menschen (ev. auch gegen Abtreibung); es handelt sich um ein Bauch-Gefühl, für das Du keinen intellektuellen Ausdruck findest?

Uns Menschen stünde mehr Ehrfurcht vor dem natürlichen Gang
der Dinge gut zu Gesicht.

Uuiii, argumentative Falle: dem „natürlichen Gang der Dinge“ folgend, wäre ich mit ca. 11 Mutter gewesen, mit ca. 25 verbraucht, und inzwischen wahrscheinlich schon länger tot - wenn mich meine Kurzsichtigkeit nicht schon vorher zum Opfer eines Carnivoren gemacht hätte…

greetings
Sibylle

Hi Sibylle.

Mit dem Thema Ei- oder Samenzellen habe ich mich bisher zum
Glück noch nicht befassen müssen, deshalb habe ich hierzu auch
noch keine Einstellung entwickelt.

Huch, wie alt bist Du denn? 8? (ich glaub’, jetzt werde ich
albern… *g*)

Was soll ich auf dieses Thema antworten? Muss ich da genauer werden? Wenn das Thema Ei oder Samenzellen für mich akut geworden ist, habe ich meist an andere Dinge gedacht, als an die Frage: „Ist die Samenzelle jetzt schon ein bewusster Mensch oder nicht?“ :wink: Ist das bei Dir anders?
Ich habe mich mit dem Thema Ei- oder Samenzellen bisher zum Glück noch nicht in Bezug auf meine ethischen Maßstäbe befassen müssen. Auch das Thema Verhütung ist für mich kein Thema, mit dem ich mich bzgl. moralischer Bedenken befassen muss.

Allerdings halte ich die Experimentiererei mit Embryonen und
Stammzellen etc. für äußerst bedenklich.

Lass mich mal versuchen, das zu „übersetzen“: Du bist gegen
Experimente mit potentiellen Menschen (ev. auch gegen
Abtreibung); es handelt sich um ein Bauch-Gefühl, für das Du
keinen intellektuellen Ausdruck findest?

Ich bin dagegen, dass Menschen meinen, Gott ähnlicher werden zu müssen, indem Sie eine eigene Schöpfung erschaffen, mit Genen rumexperimentieren, Mäuse ohne und Frösche mit zwei Köpfen erschaffen.
Die Vorstellung, mich gäbe es geklont, wäre unerträglich, etc.
Der Ausdruck dafür heißt „Verantwortung vor der Schöpfung“.

Uns Menschen stünde mehr Ehrfurcht vor dem natürlichen Gang
der Dinge gut zu Gesicht.

Uuiii, argumentative Falle: dem „natürlichen Gang der Dinge“
folgend, wäre ich mit ca. 11 Mutter gewesen, mit ca. 25
verbraucht, und inzwischen wahrscheinlich schon länger tot -
wenn mich meine Kurzsichtigkeit nicht schon vorher zum Opfer
eines Carnivoren gemacht hätte…

ich merke, Du provozierst gerne… (ich auch…)
Du willst doch wohl hoffentlich nicht sagen, dass Du als Frau naturgemäß als passive Gebärmaschine veranlagt bist und dass die Selbstbestimmung der Frau (soweit sie umgesetzt ist) lediglich auf unsere Kultur zurückzuführen ist, oder?

Ciao
KDK

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Hallo Raimund,

Und hier ist nach meiner Meinung der Zellhaufen am Anfang
schon ein Mensch.

Daraus folgt die Forderung, daß eine sexuell aktive Frau stets besondere Vorkehrung treffen muß, daß ein etwaiger spontaner Abortus keinesfalls unbemerkt bleibt, damit er würdig bestattet und von den Angehörigen betrauert werden kann.

Wenn das der Natur des Menschen entspräche, dann würden wir in allen Weltgegenden, Religionen und Epochen entsprechendes Brauchtum sehen.

Auch die katholische Kirche sagt, daß der Mensch zum Zeitpunkt seiner Zeugung mit dem Menschsein beginnt. Da nun aber im ersten Schwangerschaftsdrittel Gott häufig natürliche Abtreibungen vornimmt, bei denen das Vorhandensein des kleinen Menschen erst nach dessen Absterben bemerkt werden kann, müßte es eine Art postkoitale Vortaufe noch zu Lebzeiten des Fötus geben.

Gruß

Wolfgang Berger

'n Abend, KDK

Was soll ich auf dieses Thema antworten? Muss ich da genauer
werden? Wenn das Thema Ei oder Samenzellen für mich akut
geworden ist, habe ich meist an andere Dinge gedacht, als an
die Frage: „Ist die Samenzelle jetzt schon ein bewusster
Mensch oder nicht?“ :wink: Ist das bei Dir anders?

*hüstel - rotwerd*

Ich bin dagegen, dass Menschen meinen, Gott ähnlicher werden
zu müssen, indem Sie eine eigene Schöpfung erschaffen, mit
Genen rumexperimentieren, Mäuse ohne und Frösche mit zwei
Köpfen erschaffen.

Ich glaub’ auch, daß das zu weit geht, aber ich habe nicht wirklich etwas gegen medizinische Forschung einzuwenden und ich sehe auch keinen Grund, In-Vitro-Befruchtungen zu verbieten - ich weiß nur nicht, ob es „besser“ ist, die „überzähligen“ befruchteten Eier wegzuwerfen, oder zur Forschung zu verwenden - ich hätte ja auch weniger dagegen, mich plastinieren zu lassen, als mich irgendwo verbuddeln und verfaulen zu lassen (wieder mal grob ausgedrückt…), wobei ich am liebsten als „Ersatzteillager“ dienen würde (selbstverständlich nach meinem Ableben…)

Die Vorstellung, mich gäbe es geklont, wäre unerträglich, etc.

Och, solange ich nicht mit mir leben müsste (ich glaube, daß würde ich nicht aushalten), hätte ich damit keine Probleme, wohl aber damit, daß für einen „funktionierenden“ Klon, x „Fehlversuche“ entstehen würden - damit hab ich mehr als nur ein Problem…

ich merke, Du provozierst gerne… (ich auch…)

iiich??? *unschuldig Augen aufschlag*

Du willst doch wohl hoffentlich nicht sagen, dass Du als Frau
naturgemäß als passive Gebärmaschine veranlagt bist und dass
die Selbstbestimmung der Frau (soweit sie umgesetzt ist)
lediglich auf unsere Kultur zurückzuführen ist, oder?

Ob es mir nun gefällt, oder nicht, aber natürlicherweise sind wir Frauen dazu da, neues Leben auszutragen und aufzuziehen, wenn auch nicht unbedingt passiv, und ihr Männer habt Euch gefälligst um unsere Gunst zu prügeln, auf daß der beste, schönste und stärkste die nächste Generation zeugen möge.
Insofern ist nicht nur die Selbstbestimmung der Frau, sondern auch die des Mannes auf die Kultur zurückzuführen. Aber wenn wir Menschen uns noch diesem natürlichen Lauf der Dinge unterwerfen würden, würden wir hier diese Diskussion nicht führen, und genau darum ist „der natürliche Lauf der Dinge“ auch eine argumentative Falle…

schön’ Abend noch
Sibylle

hallo Wolfgang

Und hier ist nach meiner Meinung der Zellhaufen am Anfang
schon ein Mensch.

Daraus folgt die Forderung, daß eine sexuell aktive Frau stets
besondere Vorkehrung treffen muß, daß ein etwaiger spontaner
Abortus keinesfalls unbemerkt bleibt, damit er würdig
bestattet und von den Angehörigen betrauert werden kann.

Das ist natürlich hoffnungslos überzogen. Ich bin zwar Gegner der Abtreibung (nicht, wenn es sein muss: Gefahr für die Frau, kranker odrer lebensunfähiger Fötus…), doch irgend wo ist eine Grenze. Außerdem bin ich kein Verfechter ritualer Beerdigungsgebräuche. Ob ein Mausoleum gebaut wird mit Staattrauer oder ob ein Loch in die Erde gebuddelt wird und Überreste des Menschen rein ist mir Jacke wie Hose. Wenn´s nach mir ginge, müsste man meinen abgestorbenen „Astralleib“ in Tücher wickeln (damit die Nerven der Umstehenden nicht zu arg strabaziert werden) und ab ins Loch! Diese Geschäftemacherei mit den Leichen ist mir zuwider! Da das nicht erlaubt ist (staatliche Hilfe für die Sargindustrie), habe ich mit meiner Frau abgemacht, dass ich mal verbrannt werde. Urnengrab ist billiger. Und die Kiste, die sie leider trotzdem kaufen muss: die billigste, die zu haben ist.

Wenn das der Natur des Menschen entspräche, dann würden wir in
allen Weltgegenden, Religionen und Epochen entsprechendes
Brauchtum sehen.

In irgend einer gibt´s tatsächlich so etwas. Weiß nur nicht mehr welche. Doch erkläre ich mir das Fehlen solcher Riten damit, dass die Religionen erfunden wurden, als man noch nicht die Zusammenhänge so richtig wusste. In Neuseeland wissen z.B. die Maories (die noch im Busch leben) noch nicht den Zusammenhang zwischen Zeugung und Geburt. Die glauben immer noch, das Kind wird von irgend welchen Göttern in den Bauch der Frau gesteckt. Sollten wir hier einführen: praktisch für uns Männer: „war ich nicht. Muss der Geburtsgott gewesen sein!“
Grüße
Raimund

Wenn´s
nach mir ginge, müsste man meinen abgestorbenen „Astralleib“
in Tücher wickeln (damit die Nerven der Umstehenden nicht zu
arg strabaziert werden) und ab ins Loch!

dann mußt du doch wohl noch jude werden. dann wird dir dieser wunsch erfüllt. :wink:

und wech.

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kein Problem damit (aber vielleicht Sharon :smile:)
Und schnipseln müsste man bei mir auch nicht mehr!:wink:)))
Nur ein paar sture, altere Verwandte würden mich nicht mehr ansprechen.
Würde ich überleben.
Grüße
Raimund

Hallo Raimund,

Das ist natürlich hoffnungslos überzogen.

Ja, als logische Folge Deiner Extremposition.

eine Grenze. Außerdem bin ich kein Verfechter ritualer
Beerdigungsgebräuche.

Privatsache. Als Vorbild hingestellt jedoch wiederum eine extremistische Position.

In irgend einer gibt´s tatsächlich so etwas. Weiß nur nicht
mehr welche.

Das wäre ja dann wohl Korea, was ich allerdings schwer bezweifeln würde, denn es wäre auf einen zuverlässigen postkoitalen Konzeptionsdetektor angewiesen, den es bis heute nicht gibt.

Doch erkläre ich mir das Fehlen solcher Riten
damit, dass die Religionen erfunden wurden, als man noch nicht
die Zusammenhänge so richtig wusste. In Neuseeland wissen z.B.

Worauf willst Du hinaus: eine in aller Bescheidenheit würdevolle Bestattung des spontanen Abortus in möglichst jedem Fall oder eher die Müllabfuhr für jeden?

die Maories (die noch im Busch leben) noch nicht den
Zusammenhang zwischen Zeugung und Geburt. Die glauben immer
noch, das Kind wird von irgend welchen Göttern in den Bauch

Einen Schmarrn.

Gruß

Wolfgang Berger

Thanks @ all
ich hab allen Teilnehmenden dieser Diskussion je ein Sternchen verpasst, ohne genau auf den einzelnen Artikel zu achten, also nicht wundern, wenn sie an obskuren Stellen auftauchen… :wink:
Ihr habt mir auf alle Fälle geholfen, auch wenn ich mich in einzelne Unterdiskussionen nicht eingemischt habe
Gruß
Sibylle