Lebensberatung

Ola liebes Forum,

ich will für euch meine Gedanken aufschreiben, und erbitte mir euren Rat oder eure Sichtweise.
Kritik oder Mutmache alles ist erlaubt.
Vielleicht ergibt sich ja eine interesante Diskussion über unterschiedliche Ansichten.

Ich stehe an einem Scheidepunkt auf meinem Lebensweg.
Erstmal die Datenbasis.

Zur Zeit befinde ich mich im 8. Semester BWL an einer FH.
In den letzten Jahren war ich oft und viel im Ausland (Italien, Spanien) als „zu junge“ Führungskraft für einen Reiseveranstalter unterwegs. Mit Personalverantwortung bis zu 12 Personen und feschem Gehalt, aber auch dem gehaltentsprechenden Stress und Druck.
Und ich habe auch noch 2 weitere FHs von innen gesehen, da ich 2 mal in Deutschland umgezogen bin. Einmal aus Jobgründen und einmal für die Liebe. Ich bin von Bayern in den Ruhrpott gewechselt und finde es hier auch ganz nett.

Ich besitze von meiner ersten FH ein Vordiplom mit Note 2,9 in Wirtschaft und Recht und jetzt auch ein weiteres in BWL auch mit 2,9.

Meine Hauptstudiumsnoten tendieren gegen 1,3 , da ich jetzt ganz anders gefordert werde als im Grundstudium, und das wirkte sich dann positiv aus.
Im Grundstudium war ich eher nebenberuflich Student und hauptberuflich Weltenbummlerin.

Aber ich kann mit meinen Grundstudiumsnoten sehr gute analytische Fähigkeiten klar belegen. Alles was mit Mathe oder mit Nachdenken zu tun hat ist deutlich besser als der Rest.

Meine Schwerpunkte sind HRM und Unternehmensführung.
Als ausseruniversitäres Engagement kann ich eine Beratertätigkeit bei einer studentischen Unternehmensberatung vorweisen.
Meine „EDV“ - Kenntnisse: Windows, Office, Adobe Grafik Suite, Lotus, SPSS, Lotus Notes, Dreamweaver und Flash
Sprachen: Englisch, Franz, und Grundkenntnisse in Spanisch und Italienisch und einen sehr perfekten Kaulderwelsch aus allem.
Mein Typ: extrovertiert und kritisch

Ich habe mich in letzter Zeit viel mit Existenzgründung beschäftigt. Kann kalkulieren, kann Steuern, kann das Recht.
Ich würde sogar sagen, dass Businessplanschreiben ein Hobby von mir geworden ist. Habe auch eine kleine Agentur gegründet, mit der ich mir mein Studium finanziere, aber nix großes, nur eben schon mit einem sehr guten Partner (ganz anderer Typ, aber sehr willenstark) und vielen Kontakten.

Jetzt stehe ich hier und habe eine Entscheidung zu treffen.
Mir ist nämlich letzte Woche eine perfekte Firmenidee in Form einer Modelagentur über den Weg gepurzelt und ich habe auch schon viele Ressourcen abgesichert und muss mich jetzt einfach entscheiden, ob ich sie durchführe.

Auf der anderen Seite könnte ich auch eine Diplomarbeit über Personalabbau schreiben, ein schickes Diplom einfahren und dann versuchen bei einer Personalberatung unterzukommen und mein Leben als Angestellter durchzuführen.

Morgen habe ich ein Vorstellungsgespräch bei einem deutschen Globalplayer für ein Praktikum in den Semesterferien in der internationalen Personalabteilung.

Was würdet ihr machen?
Selbstständigkeit oder Angestellter?
Wie habt ihr euch entschieden?
Was waren für euch wichtige Gründe?
Ich bin erst 24 und oftmals haben ältere Menschen wirklich mehr Überblick und davon würde ich gerne profitieren.

So long

A

Guten Abend!

Die Alternative Diplom machen, um danach als Angestellte zu arbeiten, der neuen Geschäftsidee gegenüber zu stellen, halte ich für unzweckmäßig. Ein abgeschlossenes Hochschulstudium ist eben auch in der Selbständigkeit nicht hinderlich, oft genug sogar Voraussetzung. Weniger für die Selbständigkeit an sich, aber als Türöffner bei Kunden, bei der Finanzierung eines Vorhabens, bei der Einstufung als Freiberufler oder auch nur als Schmuck auf der Visitenkarte.

Ein so weit fortgeschrittenes Studium würde ich unbedingt mit dem Diplom abschließen, schon deshalb, weil Du nicht wissen kannst, was Dich längerfristig erwartet.

Die Realisierung einer Geschäftsidee für eine nachhaltig tragfähige Existenz verträgt selten Eile und braucht regelmäßig gründliche Vorbereitung. Planung und Vorbereitung kannst Du voran bringen und die Realisierung auf die Zeit nach Abschluß des Studiums schieben. Zeitdruck kann entstehen, weil z. B. gerade jetzt der ideal erscheinende Partner für die Gründung zur Verfügung steht. Der Preis wäre mir zu hoch, wenn damit der Studienabbruch einher geht.

Zusammengefaßt: Erste Priorität für das Studium! Was daneben noch geht ist ok, steht aber im Zweifel hinter dem Studium zurück.

Gruß
Wolfgang

Moin auch,

Was würdet ihr machen?

Erst Abschluß (nebenbei immer die Selbstständigkeit verfolgen und weiterführen) und dann erst den Schritt in die Selbstständigkeit gehen.

Selbstständigkeit oder Angestellter?

Selbstständigkeit, aber erst nach Abschluß.

Wie habt ihr euch entschieden?

Hauptberuflich Angestellt, Gewerbe nebenbei.

Was waren für euch wichtige Gründe?

Durch die Familie, Haus, entstehen hohe Verpflichtungen. Das Risiko war mir zu hoch.

Ich bin erst 24 und oftmals haben ältere Menschen wirklich
mehr Überblick und davon würde ich gerne profitieren.

Ältere Menschen haben zwar eine andere Sicht der Dinge, aber die ist nicht immer richtig. Wenn du bereit bist das Studium hinzuschmeißen, deine Selbstständigkeit durchzuführen und bei einem Mißerfolg nicht deinem abgebrochenen Studium hinterher trauerst, tja…

Meine Erfahrung:
„Alles im Leben hat seinen Preis! Bist du bereit für deine Idee den Preis zu zahlen, egal wie hoch er sein sollte???“

Good luck

Martin

Hallo,

das ODER ist nicht relevant. Hier gilt es zu überlegen das UND richtig zu verteilen.
Ich würde es so machen: Je höher Umsatz und Gewinn bei deiner Geschäftsidee desto weniger perfekt dein Uniabschluss.

Und von wegen alt und erfahren, da kann ich nur einen Gedanken beisteuern:
Wir alle kennen erfolgreiche Biografien von Staatsmännern, Konzernchefs, Unternehmern, Erfindern, Visionären, Unterhaltungsstars. Nur bedenkt man sehr oft nicht, dass hinter jeder dieser Erfolgsstories mind. zehn Menschen stehen, die gleiche oder sogar bessere Vorraussetzungen hatten und es eben nicht geschafft haben.
Damit will ich sagen, mit einer guten Idee ist es nicht getan, man braucht die richtigen Kontakte, Durchhaltevermögen und sehr, sehr viel Glück.
Aber ein Versuch ist es allemal wert.

Also viel Glück.

D.K.

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Danke für eure Antworten!

Ich will auf jeden Fall mein Diplom machen. Ich komm quasi auch gar nicht mehr drum herum.

Es ging mir da jetzt auch eher um die Semesterferien.
Soll ich die Zeit nutzen um mein Business aufzubauen oder meinen Lebenslauf zu formen und einge wichtige Dinge zu lernen?

Mein Vorstellungsgespräch heute verlief sehr positiv.
Und man würde mir für mein Praktikum schlappe 800 Euro pro Monat zahlen.
Diese Zahl hat mich wirklich überrascht.
Komischweise wurde mir auch gleich klargemacht, dass ich eine Einstellung oder eine Diplomarbeit vergessen kann, da Einstellungsstop herrscht.
Man sucht scheinbar nach einer billigen Arbeitskraft und nicht nach Nachwuchs.