Lebensziel Kind(er) - wenn unerfüllt geblieben

Hallo Valle,

(Lebens)konzepte sind dazu da, um überdacht zu werden, wenn die sich als nicht tragbar erweisen.

Klar überlegt man sich, hätten wir bloß dies und jenes und bedauert einiges, aber das Leben ist nicht nach jedem unerfüllten Wunsch zu Ende.

Und alles, was man abhaken MUSS, schmerzt natürlich erstmal, es ist aber wie beim Schach, meist hat man einen alternativen Zug. Und wenn man den Wunschzug nicht ausführen kann, sollte man sich andere Strategie(anderen Wunsch, Vorstellung, Lebenskonzepte) überlegen, um das Spiel (des Lebens) weiter zu spielen. Bis zum Ende.

Das Glück an sich kann man aber NIE in anderen finden, wenn man es nicht in sich selbst trägt. Und je mehr man das von abstrakten (Kinder, die nur als Wunsch existieren) und realen (Partner) Personen erhofft, desto mehr kann man enttäuscht werden.

So übergibt man auch die Verantwortung, oder man hat Entschuldigung, dass man nicht glücklich sein kann.
Kinder oder Partner sollten höchsten Bereicherung darstellen, auf kein Fall das Ziel oder der Lebenssinn.

Du selbst, als deine eigene Glücksquelle, das sollte ein lebenswertes Ziel sein. Und dazu kommen fast automatisch die glückliche Umstände dazu…wenn nicht die, die man sich vorgestellt haben, dann irgendwelches, anderes Glück…
Sich selbst zu überdenken und mit sich selbst zufrieden und glücklich zu sein und EINS zu sein, das ist der Keim des Glücks.
So nach dem Moto: mach dich glücklich, damit du andere glücklich machen kannst.

Jeder von uns hat sicher Wünsche und Vorstellung, für die es sich lohnt zu kämpfen. Aber Selbstvorwürfe, für das was man eventuell HÄTTE tun können, bremsen einen ab in dem was man JETZT tun kann, um eben ANDERS glücklich zu sein.

Das hört sich jetzt vielleicht alles abstrakt an, aber konkret auf deine Frage bezogen: Bist DU mit dir selbst glücklich und zufrieden?
Oder erscheint dir dein Leben ohne ein Kind sinnlos? Beim letzteren würde ich dir schon einen Therapeuten vorschlagen, beim ersten: Wenn dein größter Wunsch ist, eigene Kinder zu haben und du wirklich ALLES getan hast(?) und nichts mehr tun kannst(?) um dir den Wunsch zu erfüllen, was würde dich am nächsten glücklich machen?

Kommt eine Adoption noch in Frage? Wünschst du dir das? Dann versuche es. Aber vergiss dich nicht, auf dem Weg zu deiner Wunscherfüllung, den du wirst immer bei dir sein, mit und ohne KInder, oder ohne sonst was, was du dir als Lebensglück vorstellst.

Nicht alle meine familiäre Lebenswünsche von Kinder, Hunden, Katzen, Hühner und Männer, haben sich erfüllt.
Ich verheddere mich auch manchmal in meinen Wünschen, halte mal länger, mal kürzer dran fest, versuche alles um Erfüllung zu erreichen, mache Fehler und mir Vorwürfe, aber irgendwann wünsche ich mir was Neues und laufe weiter…und immer weiter, und versuche wenigstens - mal schlechter, mal guter :wink: in mir selbst (lebens)glücklich zu sein.

Aber dass mein Kind als mein Lebensziel herhält, das kam mir nie im Sinn, obwohl ich alles für ihn getan habe und tun würde.

Alles Gute für dich und Gruß,
Maja

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hi

Meine Schwester steht auf dem Standpunkt, kinderlose, aber
kinderliebe Menschen seien gleichermaßen tragende Säulen der
Gesellschaft, denn sie können sich gelegentlich sehr intensiv
und sehr hingebungsvoll mit „fremden“ Kindern beschäftigen und
in deren Leben eine wichtige Rolle einnehmen. Indem sie die
Eltern mal „entlasten“ (wenn ich das mal so bezeichnen darf,
denn punktuell empfinde ich das so, wenngleich heute weniger
als früher), ermöglichen sie erst ein harmonisches
Familienleben.

Ohne solche Menschen käme das alltägliche Familienleben nicht
mal in die Nähe des Klischees „Familienidylle“.

Aber natürlich!
Das war erstens früher so (Großfamilien mit vielen Onkeln, Tanten und Cousinen/Cousins die sich kümmern konnten) und ist auch in der Natur so.
Rudeltiere (zu denen man Menschen durchaus zählen kann) leben ja oft so, dass 1-2 Paare Nachwuchs bekommen und der Rest der Verwandten sich liebevoll um diese kümmert und sie beschützt.
Es ist also weder ein neues noch ein dummes Konzept.

Eher eine moderne Erscheinung, dass die Gesellschaft einerseits alles, aber absolut alles von den Eltern verlangt, emotional und finanziell und überhaupt, zum Wohle der Kinder und andererseits auf eine immer stärkere Individualisierung und Heimatlosigkeit (man muss ja „mobil“ sein!) drängt, und dann meckern, warum es nicht genug Kinder in Deutschland gibt…

lg
Kate

Hallo Elke,

Was ich damit meinte: genauso wie es dem Kind, dem es total
wurscht ist, dass in Afrika/Asien oder sonst wo, Kinder Hunger
leiden, wenn es seine Suppe nicht essen will, weil das eine
nichts mit dem anderen zu tun hat, so hat das Elend von
Heimkindern in Russland/Malawi/Indien nichts mit den Kinder-
und Lebenswünschen von westlichen Erwachsenen zu tun.

dieses Elend hat sehr wohl mit Kinderwünschen westlicher Erwachsener zu tun, nämlich dann, wenn sie ernsthaft über eine solche Adoption nachdenken. Das Kind mit der Suppe wird mit diesem Argument quasi zum Essen gezwungen, die Erwachsenen denken hingegen aus freien Stücken über eine Adoption nach.

Das mag sein. Was aber schlägst du vor? Wäre es besser, wenn
dieses Kind zu eben jenen 10% gehört hätte? Wäre es besser,
wenn er jetzt gar nicht die Möglichkeit für seine „Anklage“
hätte, weil er längst im Grab läge?

So wie er es beschreibt, würde er es vorziehen. Ich maße mir
darüber kein Urteil an.

Auch, wenn die Antwort hart klingt: Das Recht aufs Grab hat er jederzeit, das wäre seine selbstbestimmte Entscheidung als Erwachsener. Als Kind hingegen wäre ihm sonst vielleicht keine andere Wahl geblieben.

Oder wenn er, geistig und
körperlich völlig unterentwickelt, zu einem drogenabhängigen
Straßenbettler werden würde?

Dann könnte er nicht über die Alternative nachdenken.

Wohl wahr, weil er sich eine solche Alternative gar nicht erst erträumen könnte.

Der Mensch ist nie zufrieden mit dem, was er hat. Ich bezweifle, dass, wenn man ein auf der Straße lebendes und bettelndes Kind fragt, dieses sich gegen eine im Kindesalter erfolgte Adoption aussprechen würde. Zumindest in Russland jedenfalls laufen viele Heimkinder jedem weiblichen Besucher mit ausgestreckten Ärmchen und den „Mama“-Ruf entgegen. Im Moment wäre eine Adoption ihr Wunsch (gegen ihren Wunsch dürfen die Kinder gar nicht erst adoptiert werden, dafür gab es mehrere Präzedenzfälle, als nach dem Überwinden aller bürokratischer Hürden die Kinder plötzlich nicht mitkommen wollten - und es nicht mussten). Was dieses Kind später darüber denken wird, können wir heute nicht vorhersagen.

Deine Einzelfallschilderung ist natürlich tragisch und
anrührig. Aber mir ging und geht es um etwas anderes: eine
viel differenziertere Sichtweise von Adoption. Ich halte
Adoption - aus eigener Erfahrung und aus Erfahrung mit
Adoptiveltern, -kindern und abgebenden Eltern für eine
idealisierte Verhaltensweise und je blauäugiger (oder
kinderwunsch-besessener) man potentielle Adoptiveltern (die
einzigen, die in diesem Dreieck eine Wahl haben) in diese
Problematik hineinlaufen lässt, desto größer werden die
Probleme (die fast nur von den Adoptivkindern ausgebadet
werden müssen).

Wie gesagt, ich stimme dir zu, sofern die Kinder auch ohne Adoption unter menschenwürdigen Bedingungen leben. Für alle anderen Fälle gilt: Eine optimale Lösung kann es nicht geben (das wäre ein Aufwachsen bei den leiblichen Eltern), also muss man die für das Kindeswohl beste aus den vorhandenen Lösungen wählen. Ist das Kind alt genug, kann man es selbst fragen. Ist es ein Kleinkind, muss man anhand seiner körperlichen und geistigen Unversehrtheit urteilen.

Elend in Kinderheimen gab es schon immer (heute ist die
Blickrichtung eher nach Osteuropa, früher ging sie eher nach
Fernost). Auch wenn das Einzelschicksal betroffen macht - die
Lösung kann nicht durch Auslandsadoptionen kommen, sondern nur
durch ganz konkrete, großangelegte Hilfe vor Ort - oberste
Priorität: den Eltern es möglich machen, sich selbst um ihre
Kinder zu kümmern, danach: menschenwürdige Lösungen für diese
Kinder im eigenen Land.

Hier stimme ich dir zu. Auslandsadoptionen sind hier leider nur ein Tropfen auf den heißen Stein und sicher nicht die optimale Lösung. Sie sind nur häufig eine bessere Lösung für das einzelne Kind.

Im Übrigen finde ich diesen Ansatz interessant für die Fragestellerin. Wie wäre es mit sozialem Engagement im Kinderbereich? Dafür gibt es sowohl im Ausland als auch in Deutschland zahlreiche Möglichkeiten und viele Vereine, die sich solcher Arbeit verschrieben haben. Hilfe brauchen (soziale) Waisen, kranke Kinder, Kinder aus armen oder nicht intakten Familien, „Problemkinder“.

Grüße,
Anja

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Danke euch allen
Ich war 3 Tage vom www „befreit“, daher sehe ich alles erst heute.

Das Thema hat sich ja sehr in Richtung Adoption entwickelt, wozu ich selbst schrieb, dass ich das nicht favorisiere und nie favorisiert habe. Ich wollte vielmehr wissen, wie Menschen, die älter sind als ich und deren biologisch mögliche Familienplanungsphase um ist, damit umgegangen sind - als Rückblick in die Vergangenheit. Woran ich mir etwas abschauen könnte.

Ich werde weiter über eure sehr hilfreichen Antworten nachdenken und mir auch professionellen Beistand suchen, denn diese fruchtlose Grübelei kann ja so wohl nicht weitergehen.

Ich kann sehr gut mit Kindern und Menschen umgehen, und meine Nichte und mein Neffe vergöttern mich. Das gibt ein wenig Kraft, aber sie können nur selten um mich sein.

Besten Dank nochmal,
habe auch ein paar Sternchen dagelassen.

Val

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Noch was
Ich habe eine nette Mail bekommen, in der auch geschrieben wurde, dass man sich klar machen sollte, wozu man auf der Erde lebt. Meine Antwort darauf möchte ich hier auch nochmal festhalten.

Wozu ich meiner Meinung nach auf der Erde lebe, ist, meinen Teil dazu beizutragen, dass die Menschheit weiterbesteht. Sonst wäre ich selbst ja auch nicht da. Also ist der allgemeine Daseinszweck des Menschen die Fortpflanzung. Genau darin besteht nach meiner Vorstellung ein erfülltes Leben. Da ich mein Leben lang davon ausgegangen bin, dass ich irgendwann einmal Kinder haben WERDE, macht mich das sehr traurig, dass sich das mit Ende 30 noch immer nicht erfüllt hat.

Alle anderen Ziele habe ich immer beiseitegeschoben, habe keine Karriere gemacht (bzw. reduziert), weil ich monatlich damit rechnete, schwanger zu werden, um mich lieber meinen Kindern zu widmen und ihnen alles mitzugeben, was die Welt nicht schlechter, sondern besser macht. DANACH bzw. DANEBEN hätte ich dann wieder mehr Kraft und Energie, mich auch meinem beruflichen Fortgang zu widmen. Im Moment erscheint mir ohne diese Aussicht das Leben ziemlich sinnlos. Und an zweiter Stelle nach dem Kinderwunsch kommt tatsächlich eine große Strecke lang ichts. Wozu ein Haus? Wozu eine bescheuerte Reise? Wozu materielle Güter anhäufen … ? Nur zum Selbstzweck?

Wenn ich deswegen therapiert werden muss, dann meinetwegen.

Hallo Anja,

10% der ehemaligen Heimkinder in Russland begehen kurz nach
ihrer Entlassung aus dem Heim Selbstmord. Viele junge Frauen
(bis zu 60%) werden Opfer von Menschenhandel. Schwer kranke
Kinder werden wie Tiere behandelt (in einem ukrainischen
Kinderheim für Kinder mit Down-Syndrom sterben jährlich 10%
der Kinder, das sind 5 von 50 jedes Jahr; in anderen
russischen und ukrainischen Kinderheimen für psychisch oder
körperlich behinderte Kinder müssen die Kinder nackt in ihrem
eigenen Kot schlafen, also völlig ohne adäquate Versorgung;
schau dir bitte diese Seiten an: http://www.iwanuschka.de/ und
http://www.deti.zp.ua/eng/index.php !). Aber auch gesunde
Kinder sind dort sehr häufig unterentwickelt (können z.B. mit
10 Jahren immer noch nicht lesen, haben gravierende
Entwicklungsrückstände, weil sie nicht gefördert werden, haben
psychosomatische Krankheiten, die nach Adoption ausheilen
usw.). Neugeborene werden in Krankenhäusern zurückgelassen und
leben dort mehrere Jahre lang, bevor sie in ein Kinderheim
kommen.

Ich frage mich woher Du diese Angaben hast.
Ich habe etwas ganz anderes erfahren…

Schöne grüße,
Helena

Hallo Valle,

heißt das, das alle die, welche - freiwillig oder unfreiwillig - keine Kinder bekommen, deswegen ein sinnloses Leben führen?

Fragt I.

Engagement

Im Übrigen finde ich diesen Ansatz interessant für die
Fragestellerin. Wie wäre es mit sozialem Engagement im
Kinderbereich? Dafür gibt es sowohl im Ausland als auch in
Deutschland zahlreiche Möglichkeiten und viele Vereine, die
sich solcher Arbeit verschrieben haben. Hilfe brauchen
(soziale) Waisen, kranke Kinder, Kinder aus armen oder nicht
intakten Familien, „Problemkinder“.

Hallo Anja,
bin seit vielen Jahren Unicef-Fördermitglied und habe außerdem seit 5 Jahren ein Patenkind in Afrika. Das sind vielleicht nette Alternativen für’s _Gewissen_, und ich tue es auch gern, aber eben keine Alternativen für’s _Herz_.
Val

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Hallo Anja,
Ich frage mich wo du das alles über Rußland herhast.
Daß nicht überall so geht wie es gehen sollte, steht nicht zur Debatte (weil klar).
Aber zu behaupten, daß in Rußland überall so ist, weil du einen damaligen Kind kennst, der übrigens

von einem Adoptivvater gefunden und
aufgepäppelt worden,

dazwischen liegen mMn. Welten.
Wie auch immer, ich finde Deine Einstellung sehr, sehr subjektiv und bis auf diese zwei Seiten die über die Allgemeinheit Rußlands nichts sagen, überhaupt nicht recherchiert oder gar fachlich begründet.
Es ist für mich so, als ob ich sagen würde, daß weil ich ein Kind auf der Straße gesehen habe, der einen Gips trägt, haben alle deutsche Kinder einen kaputten Knochen.
Nein, solche Seiten sind für mich kein Garant daß ich das glauben muß. Und daß du einen menschen kennst, genauso wenig.
Sorry.
Gruß,
Helena

Nachtrag
Hallo Anja,
Ich frage mich wie oft Du selbst in Rußland warst und dann wieviele solche Bettler und Penner auf der Straße gesehen hast.

Gruß,
Helena

na gut, ich korrigiere

heißt das, das alle die, welche - freiwillig oder unfreiwillig

  • keine Kinder bekommen, deswegen ein sinnloses Leben führen?

Nein, das tun sie natürlich nicht. Die freiwilligen klammern den biologischen Zweck ihres Daseins im Prinzip aus (es gibt Wichtigeres) und die unfreiwilligen haben einen Weg gefunden, damit klarzukommen, bzw. suchen ihn noch. Aber im biologischen Sinne ist fehlende Nachkommenschaft sinnlos - wenn man es gaaaaaaaaaanz engstirnig sieht. Um um diese Engstirnigkeit zu überwinden, dafür sucht man dann einen Therapeuten auf oder stürzt sich in Arbeit oder in den Hedonismus - oder was weiß ich :wink:

Hallo,

Ich frage mich woher Du diese Angaben hast.

zwei Quellen habe ich ja schon angegeben. Welche Zahlen konkret zweifelst du an?

Gruß,
Anja

PS: Dass die offizielle Statistik vielleicht anders aussieht, wäre verständlich. Ich bewege mich aber in Kreisen von Leuten, die direkt mit diesen Kindern zu tun haben und versuchen, ihre Lebensumstände etwas menschlicher zu gestalten. Außerdem geht es natürlich nicht in allen Kinderheimen so zu, doch leider an viel zu vielen.

Hallo Helena,

Ich frage mich wie oft Du selbst in Rußland warst und
dann wieviele solche Bettler und Penner auf der Straße gesehen
hast.

ich komme selbst aus der Ukraine und bin in Kreisen aktiv, die dort Wohltätigkeit betreiben, konkret im Bereich schwer kranke, Heim- und Straßenkinder. Ich könnte dir ein paar mehr Quellen nennen, aber die sind leider alle russischsprachig.

Gruß,
Anja

Hallo Valle,

bin seit vielen Jahren Unicef-Fördermitglied und habe außerdem
seit 5 Jahren ein Patenkind in Afrika. Das sind vielleicht
nette Alternativen für’s _Gewissen_, und ich tue es auch gern,
aber eben keine Alternativen für’s _Herz_.

wenn ich das richtig sehe, sind das aber Dinge, die du allein über Finanzen regelst. Doch wie wäre es, sich vor Ort für benachteiligte Kinder zu engagieren. Das geht sowohl in Deutschland (schwer behinderte Kinder z.B.) als auch im Ausland (da würde allerdings wohl der Urlaub drauf gehen). Ich finde, das ist etwas anderes, als „nur“ regelmäßig Geld zu überweisen (wobei Geld natürlich unbedingt notwendig ist, um Projekte überhaupt zu realisieren, das will ich hier keinesfalls abstreiten!). Und die Hilfe für schwer kranke Kinder würde mit ziemlicher Sicherheit durchs Herz gehen.

Es müssen allerdings auch nicht unbedingt gleich schwer kranke Kinder sein. Du kannst auch im Jugendclub oder in der Kirche nebenan eine Jugendgruppe organisieren und/oder ein Projekt leiten. Auch da widmest du dich mit Herz den Kindern zu.

Gruß,
Anja

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Hallo Helena,

Aber zu behaupten, daß in Rußland überall so ist, weil du
einen damaligen Kind kennst,

das war nur ein Beispiel. Mein Wissen nehme ich aus „breiteren“ Quellen. Zum Beispiel von denen, die regelmäßig die Heimkinder besuchen, dort zusätzliche Förderung und Ausflüge organisieren, Kleider- und andere Sachspenden besorgen und hinbringen, versuchen, für kranke Kinder Medikamente und angemessene medizinische Behandlung durch Spendengelder zu finanzieren, wiederum diese Kinder regelmäßig besuchen usw.

Bei Straßenkindern sind das Menschen, die an mehreren Punkten in Russland an die Kinder täglich Essen verteilen, mit den Kindern die Ämter abklappern (um Papiere wiederzufinden), sie ins Krankenhaus bringen und dort regelmäßig besuchen, versuchen, sie aus den Klauen der Miliz zu befreien, wo mit Straßenkinder die „Aufdeckungsrate“ der Verbrechen „aufgebessert“ wird und die Kinder solange gefoltert werden, bis sie „gestehen“, und versuchen, die Kinder zur Rückkehr in ihre ursprüngliche Familie oder, wenn das nicht geht, zum Leben in einem Kinderheim zu bewegen.

Bei den im Krankenhaus zurückgelassenen Säuglingen und Kleinkindern sind das Menschen, die, obwohl gesetzlich eigentlich nicht erlaubt, versuchen, sich doch Zugang zu den Kindern zu verschaffen (manchmal erlauben das die Klinikchefs), sie mit Essen, Kleidung und Spielzeug versorgen, regelmäßig mit ihnen spielen usw.

Wie auch immer, ich finde Deine Einstellung sehr, sehr
subjektiv und bis auf diese zwei Seiten die über die
Allgemeinheit Rußlands nichts sagen, überhaupt nicht
recherchiert oder gar fachlich begründet.

„Bis zu 30 Prozent der ehemaligen russischen Heimkinder begehen Selbstmord! Weitere 60 Prozent sind später alkoholkrank.[…]
Die Kinder haben nie gelernt, im normalen Leben klar zu kommen. Nur 5-10 Prozent gelingt dies - mehr oder weniger.“
http://www.lebensbruecke.de/index.php?id=322
Auch dieser deutsche Verein ist direkt vor Ort tätig.

„Untersuchungen und Statistiken aus Rußland zeichnen ein erschreckendes Bild über die Zukunftsperspektiven dieser Kinder (vgl. REAN 1998; SLUTZKY 1998): ca. 30 - 50 % der Kinder und Jugendlichen sind von Obdachlosigkeit betroffen, ca. 20 % werden kriminell und ca. 10 % begehen Selbstmord. Diese Zahlen verdeutlichen, daß viele der Jugendlichen, wenn sie die staatlichen Einrichtungen verlassen, nicht in der Lage sind, ein eigenständiges Leben zu führen. Alltägliche Verhaltensweisen, die außerhalb der Heime üblich und wichtig für die Lebensbewältigung nach der Entlassung sind, haben sie nicht erlernt. Eine Nachbetreuung von Jugendlichen die staatlichen Einrichtungen verlassen, fehlt in Rußland ebenso, wie die gesetzlichen Grundlagen, die diese Maßnahmen regeln. Die Misere in den staatlichen Erziehungseinrichtungen wird durch fehlende finanzielle Mittel und eine unzureichende Ausstattung verschärft.“
http://forge.fh-potsdam.de/~Sozwes/projekte/PmP/DA_A…

Es ist für mich so, als ob ich sagen würde, daß weil ich ein
Kind auf der Straße gesehen habe, der einen Gips trägt, haben
alle deutsche Kinder einen kaputten Knochen.

Wie gesagt, dass ich ein Beispiel bringe, heißt nicht, dass ich mein Wissen nur daraus beziehen würde. Ein Beispiel ist eben ein Beispiel, nicht mehr und nicht weniger.

Nein, solche Seiten sind für mich kein Garant daß ich das
glauben muß.

Klar, du musst es nicht glauben. Wenn es dich wirklich interessiert, kannst du auch persönlich hinfahren und dich vor Ort von der Misere überzeugen.

Gruß,
Anja

Hallo,Jemand, der Kinder hat, kann nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man keine hat, und sich welche wünscht. M.Erachtens sollte jedes Kind eine Chance im Leben bekommen. Zu sagen, die meisten Adoptierten sind im Gegensatz zu Leiblichen, unglückliche Erwachsene kann ja wohl nicht stimmen, wenn man die Leiblichen nicht gefragt hat. Kind ist Kind und fast jedes hat seine „Revoluzzerzeit“ zwischen 15 und 40. Darnach gibt sich das. Das eine gräbt seine „Wurzeln“ aus, das andere säbelt diese ab. Is so. Gruß Erika

Hallo,

Jemand, der Kinder hat, kann nicht nachfühlen, wie es ist, wenn man keine hat, und sich welche wünscht.

Jemand, der seine Kinder geplant bekommen hat, kann niemand nachfühlen, wie es ist, wenn man ungewollt schwanger wurde.
Dieser Satz stimmt genauso. Was also sagt dein Satz?
Dass man nur wirklich fühlen kann, was ein anderer fühlt, wenn man schon mal in dieser Situation war? Auch das ist nicht richtig, denn die Situation ist NIE 100%ig die gleiche.
Dass man nur jemandem raten kann oder eine Meinung haben darf, wenn man eine Situation selbst schon erlebt hat? Auch das kann nicht dein Ernst sein.

M.Erachtens sollte jedes Kind eine Chance im Leben bekommen.

Hat das jemand bezweifelt? Hier wurde (allerdings ist mir schleierhaft, warum du das ausgerechnet an Helmuts Posting hängst) lediglich diskutiert, wie diese Chance aussehen kann.

Zu sagen, die meisten Adoptierten sind im Gegensatz zu Leiblichen, unglückliche Erwachsene

Wo hat das irgendjemand gesagt?

Kind ist Kind und fast jedes hat seine „Revoluzzerzeit“ zwischen 15 und 40. Darnach gibt sich das.

???
Das eine gräbt seine „Wurzeln“ aus, das andere säbelt diese ab. Is so.
Ja und?
Hast du verstanden, um was es in der Diskussion ging? Ich bezweifle das.

Gruß
Elke

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Hallo,

zwei Quellen habe ich ja schon angegeben. Welche Zahlen
konkret zweifelst du an?

Eben diese wo du sagst daß 10% der Heime ganz schlimm aussehen. Wenn man Prozente nennt, bezieht es sich idR. auf alle Heime, ausser men schränkt das ein.

PS: Dass die offizielle Statistik vielleicht anders aussieht,
wäre verständlich.

Glaube mir: Es ist so!!!

Ich bewege mich aber in Kreisen von Leuten,
die direkt mit diesen Kindern zu tun haben und versuchen, ihre
Lebensumstände etwas menschlicher zu gestalten.

Was ser löblich ist. Aber was ich partout nicht nachvollziehen kann ist wenn Du anhand zwei Webseiten und ein paar Bekannten in Rußland, felsenfest behauptest (so kommt es bei mir an) daß überall in diesem Land (Anmerkung: wir reden von dem größten Land dieser Erde!) daß er dort überall so ist.

Außerdem geht
es natürlich nicht in allen Kinderheimen so zu, doch
leider an viel zu vielen.

s.o. was ich über prozente gesagt habe.
Für solche statistiken sollte man allgemein bekannten Vereine oder Geselschaften nehmen (wie zB rotes Kreuz oder Ärzte ohne Grenze, zB um nur zwei zu nennen)

Gruß,
Helena

Hallo Anja,

das war nur ein Beispiel.

Siehe meine andere Antowrt an dich.

Zum Beispiel von denen, die regelmäßig
die Heimkinder besuchen, dort zusätzliche Förderung und
Ausflüge organisieren, Kleider- und andere Sachspenden
besorgen und hinbringen, versuchen, für kranke Kinder
Medikamente und angemessene medizinische Behandlung durch
Spendengelder zu finanzieren, wiederum diese Kinder regelmäßig
besuchen usw.

Was würdest du dann sagen von einer Stadt mit rund 500.000 Einwohner und wo ofiziell jährlich rund 1000 aus der Obhut des Erziehungsbereichtigten genommen werden müssen, da die Umständen sehr schlimm sind???
Würdest Du dann behaupten das gilt für das ganze Land? Oder für die ganze Region?

Bei Straßenkindern sind das Menschen, die an mehreren Punkten
in Russland an die Kinder täglich Essen verteilen, mit den
Kindern die Ämter abklappern (um Papiere wiederzufinden), sie
ins Krankenhaus bringen und dort regelmäßig besuchen,

Schön und gut. Das passiert hier auch und viele (du offenbar auch) nehmen das als gegeben hin.
Darüber hinaus daß es Orte gibt, wo Kinder (und Erwachsenen) im lebensunwürdigen Umständen leben ist bekannt, aber zu behaupten, daß es im größten Land der Welt überall so ist, finde ich -entschuldigung- lächerlich.

„Bis zu 30 Prozent der ehemaligen russischen Heimkinder
begehen Selbstmord! Weitere 60 Prozent sind später
alkoholkrank.[…]
Die Kinder haben nie gelernt, im normalen Leben klar zu
kommen. Nur 5-10 Prozent gelingt dies - mehr oder weniger.“
http://www.lebensbruecke.de/index.php?id=322

Das ist eine von den zwei Quellen, die du schon vorhin erwähnt hast. Und ich möchte mich nicht nochmal wieerholen.

Auch dieser deutsche Verein ist direkt vor Ort tätig.

Das glaube ich Dir gerne. Aber sie kennen -und das garantiere ich dir- ganz sicher nicht ALLE Kinderheime Rußlands. Nicht einmal ein zehntel davon, wetten???

http://forge.fh-potsdam.de/~Sozwes/projekte/PmP/DA_A…

Selbiges.

Wie gesagt, dass ich ein Beispiel bringe, heißt nicht, dass
ich mein Wissen nur daraus beziehen würde. Ein Beispiel ist
eben ein Beispiel, nicht mehr und nicht weniger.

Eben! Und ein Beispiel sagt nie über die Allgemeinheit aus.

Klar, du musst es nicht glauben. Wenn es dich wirklich
interessiert, kannst du auch persönlich hinfahren und dich vor
Ort von der Misere überzeugen.

Ja. ich war mehrmals in diesem Land und ich kenne viele „Heimkinder“ persönlich. Da bin ich aber sehr froh, daß Deine Konstellation in keinster Weise zutrifft!!

Gruß,
Helena

Hallo, Valle

(…) Aber im biologischen
Sinne ist fehlende Nachkommenschaft sinnlos - wenn man es
gaaaaaaaaaanz engstirnig sieht.

was ist mit Eltern, deren Kinder vor ihnen sterben?
Sie haben zwar Kinder geboren und (evtl. teilweise) grossgezogen und dann fallen sie auf die Stufe der biologischen Sinnlosigkeit zurück?
Es wär doch zynisch So zu denken!

Um um diese Engstirnigkeit zu
überwinden, dafür sucht man dann einen Therapeuten auf oder
stürzt sich in Arbeit oder in den Hedonismus - oder was weiß
ich :wink:

Es gibt noch einen anderen Weg, um seinem Leben einen Sinn zu geben, wenn man keine eigenen Kinder bekommen kann - z.B. eine Patenschaft für ein fremdes Kind zu übernehmen.

Ich selbst habe auch keine Kinder bekommen, deshalb überlege ich mir, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen, das durch meine finanzielle Unterstützung die Möglichkeit hat, ein besseres Leben zu führen.

Natürlich ist es nicht das Gleiche, wie ein eigenes Kind zu haben und man kann sich auch nicht ein einzelnes, eigenes Kind aussuchen, das man unterstützt, aber man kann doch dazu beitragen, ein bisschen vom eigenen Glück weiterzugeben.

Siehe:
http://www.swr.de/swr1/rp/tipps/alltag/-/id=446800/n…

Gruß
karin