Lebensziel Kind(er) - wenn unerfüllt geblieben

Biologischer Sinn
Hallo

(…) Aber im biologischen
Sinne ist fehlende Nachkommenschaft sinnlos - wenn man es
gaaaaaaaaaanz engstirnig sieht.

was ist mit Eltern, deren Kinder vor ihnen sterben?
Sie haben zwar Kinder geboren und (evtl. teilweise)
grossgezogen und dann fallen sie auf die Stufe der
biologischen Sinnlosigkeit zurück?
Es wär doch zynisch So zu denken!

Abgesehen davon finde ich es angesichts des gegenwärtigen Zustands der Erde (Überbevölkerung) absolut sinnvoll, die Anzahl der Menschen etwas einzuschränken, indem man eben keine Kinder hat*, sondern eher dazu beiträgt, dass die Kinder, die es gibt, eine gute Erziehung und möglichst wenig Leid, Hunger, Gewalt und Ungerechtigkeiten erfahren, so dass sie ohne allzu große Schwierigkeiten zu friedlichen, hassfreien und sozial verantwortlich handelnden Menschen werden können; und ferner nach Möglichkeit dazu beizutragen, dass dieser Planet so wie im Moment (noch) bewohnbar bleibt, und zwar nicht nur für Menschen, sondern für alle Lebewesen.

Das wären meiner Meinung im Sinne der Erhaltung der Art zur Zeit die sinnvollsten Tätigkeiten. Ein Mensch muss sich doch nicht unbedingt wie eine Amöbe (IQ = 0,8) verhalten, um seinem biologischen Sinn gerecht zu werden.

Viele Grüße
Simsy

* Bitte nicht persönlich nehmen, ich selber hab Kinder

Hallo Karin,

Es gibt noch einen anderen Weg, um seinem Leben einen Sinn zu
geben, wenn man keine eigenen Kinder bekommen kann - z.B. eine
Patenschaft für ein fremdes Kind zu übernehmen.

Natürlich ist es nicht das Gleiche, wie ein eigenes Kind zu
haben und man kann sich auch nicht ein einzelnes, eigenes Kind
aussuchen,

ein eigenes Kind kann man sich übrigens auch nicht aussuchen. Und ich hoffe, dass die Pränataldiagnostik nie soweit reichen wird, dass man sich das gewünschte Kind „aussucht“.

Gruß, Karin

Patenschaften

was ist mit Eltern, deren Kinder vor ihnen sterben?
Sie haben zwar Kinder geboren und (evtl. teilweise)
grossgezogen und dann fallen sie auf die Stufe der
biologischen Sinnlosigkeit zurück?
Es wär doch zynisch So zu denken!

Hallo Karin!
Um ein Kind zu verlieren, muss man erst eins gehabt haben …
Sinnlos war das Leben ganz gewiss nicht.

Es gibt noch einen anderen Weg, um seinem Leben einen Sinn zu
geben, wenn man keine eigenen Kinder bekommen kann - z.B. eine
Patenschaft für ein fremdes Kind zu übernehmen.

Diesen Weg habe ich bereits beschritten (siehe unten). Aber nicht vorrangig, um meinem Leben einen Sinn zu geben, sondern um einem Kind ein etwas besseres Leben zu ermöglichen. Auch wenn ich jetzt erfahren habe, dass die Eltern es mit 10 von der Schule genommen haben, damit es auf dem Feld mithilft … Das ist sehr bitter für mich zu hören, aber ich muss es akzeptieren. Das Leben dieses Kindes würde ich deswegen aber nicht als weniger sinnlos betrachten und meinen Beitrag dafür auch nicht.

Val

Hallo, Valle

Es gibt noch einen anderen Weg, um seinem Leben einen Sinn zu
geben, wenn man keine eigenen Kinder bekommen kann - z.B. eine
Patenschaft für ein fremdes Kind zu übernehmen.

Diesen Weg habe ich bereits beschritten (siehe unten).

Sorry, habe ich nicht gesehen.

Aber
nicht vorrangig, um meinem Leben einen Sinn zu geben, sondern
um einem Kind ein etwas besseres Leben zu ermöglichen. Auch
wenn ich jetzt erfahren habe, dass die Eltern es mit 10 von
der Schule genommen haben, damit es auf dem Feld mithilft …
Das ist sehr bitter für mich zu hören, aber ich muss es
akzeptieren. Das Leben dieses Kindes würde ich deswegen aber
nicht als weniger sinnlos betrachten und meinen Beitrag dafür
auch nicht.

Mich wundert es, dass Du ein einzelnes Kind zur Unterstützung bekommen hast (das war zunächst auch mein Ziel), soweit ich sehen konnte, ist das absolut ungewöhnlich.
Und wenn man Deine negativen Erfahrungen in Betracht zieht, scheint es tatsächlich sinnvoll zu sein, die Unterstützung von Kindern nicht nur an einem einzelnen Kind festzumachen, sondern z.B. eine ganze Dorfgemeinschaft zu unterstützen.

Gruß
karin

Hallo Helena,

Würdest Du dann behaupten das gilt für das ganze Land? Oder
für die ganze Region?

nun übertreib mal nicht: Ich sprach von vielen und nicht von allen Heimen. Natürlich gibt es Ausnahmen.

Bei Straßenkindern sind das Menschen, die an mehreren Punkten
in Russland an die Kinder täglich Essen verteilen, mit den
Kindern die Ämter abklappern (um Papiere wiederzufinden), sie
ins Krankenhaus bringen und dort regelmäßig besuchen,

Schön und gut. Das passiert hier auch und viele (du offenbar
auch) nehmen das als gegeben hin.
Darüber hinaus daß es Orte gibt, wo Kinder (und Erwachsenen)
im lebensunwürdigen Umständen leben ist bekannt, aber zu
behaupten, daß es im größten Land der Welt überall so ist,
finde ich -entschuldigung- lächerlich.

Es ist gang und gäbe, ja, aber ich weiß auch von Heimen, die eine Ausnahme bilden.

„Bis zu 30 Prozent der ehemaligen russischen Heimkinder
begehen Selbstmord! Weitere 60 Prozent sind später
alkoholkrank.[…]
Die Kinder haben nie gelernt, im normalen Leben klar zu
kommen. Nur 5-10 Prozent gelingt dies - mehr oder weniger.“
http://www.lebensbruecke.de/index.php?id=322

Das ist eine von den zwei Quellen, die du schon vorhin erwähnt
hast.

Hast du eigentlich die Quellen gelesen? Ich habe zuerst zwei Quellen genannt: http://www.iwanuschka.de/ und http://www.deti.zp.ua/eng/index.php
Die o.g. Quelle ist die dritte und die weiter unten stehende die vierte Quelle.

Auch dieser deutsche Verein ist direkt vor Ort tätig.

Das glaube ich Dir gerne. Aber sie kennen -und das garantiere
ich dir- ganz sicher nicht ALLE Kinderheime Rußlands. Nicht
einmal ein zehntel davon, wetten???

Sicher nicht alle, aber verdammt viele.

http://forge.fh-potsdam.de/~Sozwes/projekte/PmP/DA_A…

Selbiges.

Was - selbiges? Das ist schon die vierte Quelle und zudem eine wissenschaftliche Arbeit, die wiederum auf andere wissenschaftliche Quellen verweist. Wieviele Quellen brauchst du denn? Jedes Mal, wenn ich eine weitere anbringe, heißt es von dir nur, das sei nicht genug. Ich habe den Eindruck, du liest dir die Links gar nicht durch.

Wie gesagt, dass ich ein Beispiel bringe, heißt nicht, dass
ich mein Wissen nur daraus beziehen würde. Ein Beispiel ist
eben ein Beispiel, nicht mehr und nicht weniger.

Eben! Und ein Beispiel sagt nie über die Allgemeinheit aus.

Liest du überhaupt, was ich schreibe? Ich schrieb: „heißt nicht , dass ich mein Wissen nur daraus beziehen würde.“

Klar, du musst es nicht glauben. Wenn es dich wirklich
interessiert, kannst du auch persönlich hinfahren und dich vor
Ort von der Misere überzeugen.

Ja. ich war mehrmals in diesem Land und ich kenne viele
„Heimkinder“ persönlich. Da bin ich aber sehr froh, daß Deine
Konstellation in keinster Weise zutrifft!!

Du hast die Ausnahmen kennengelernt. Wo solltest du auch all diejenigen kennenlernen, die als völlige Verlierer der Gesellschaft Junkies und Bettler geworden sind, die Suizid begangen haben oder die aufgrund der gravierenden Entwicklungsrückstände faktisch als Behinderte leben (die in Russland ebenfalls ein klägliches und abgeschottetes Dasein führen)?

Wenn du dir meine Quellen durchgelesen hättest, hättest du gesehen, dass es durchaus Heime gibt, in denen engagierte Erzieher arbeiten. Aber das sind leider sehr wenige (normalerweise sind es solche in größeren Städten; die meisten Heime auf dem Land sind der reinste Horror!) und auch diese Heime sind völlig unterversorgt! Die besten Erzieher können nichts machen, wenn das zur Verfügung stehende Geld nicht einmal für Essen und Kleidung ausreicht, geschweige denn für Förderung der Kinder und die Behandlung kranker Kids.

Gruß,
Anja

Hallo Helena,

zwei Quellen habe ich ja schon angegeben. Welche Zahlen
konkret zweifelst du an?

Eben diese wo du sagst daß 10% der Heime ganz schlimm
aussehen.

es ist schon das zweite Mal in dieser Diskussion und das dritte Mal überhaupt, dass ich sehe, dass du dir die Postings nicht aufmerksam durchliest. Auf diese Weise kann man nicht diskutieren. Geschrieben hatte ich nämlich wörtlich:
„10% der ehemaligen Heimkinder in Russland begehen kurz nach ihrer Entlassung aus dem Heim Selbstmord.“
In der Ukraine sieht die Situation vermutlich noch schlimmer aus.

Wenn man Prozente nennt, bezieht es sich idR. auf
alle Heime,

Richtig.

PS: Dass die offizielle Statistik vielleicht anders aussieht,
wäre verständlich.

Glaube mir: Es ist so!!!

Warum sollte ich dir glauben, wenn alle Menschen, die sich ehrenamtlich Tag für Tag darum kümmern, das Leben dieser Kinder zu verbessern, etwas ganz anderes sagen? Entschuldige bitte, wenn ich diesen Menschen mehr Kompetenz unterstelle als dir. Es sei denn, du kannst mir plausibel erklären, woher du deine Kenntnisse nimmst (Quellen wären übrigens nicht schlecht, denn während ich dir schon vier angebracht habe, habe ich von dir noch keine einzige bekommen).

Ich bewege mich aber in Kreisen von Leuten,
die direkt mit diesen Kindern zu tun haben und versuchen, ihre
Lebensumstände etwas menschlicher zu gestalten.

Was ser löblich ist. Aber was ich partout nicht nachvollziehen
kann ist wenn Du anhand zwei Webseiten und ein paar Bekannten
in Rußland, felsenfest behauptest (so kommt es bei mir an) daß
überall in diesem Land (Anmerkung: wir reden von dem größten
Land dieser Erde!) daß er dort überall so ist.

Siehe meine Antwort auf dein Posting weiter unten.

Außerdem geht
es natürlich nicht in allen Kinderheimen so zu, doch
leider an viel zu vielen.

s.o. was ich über prozente gesagt habe.
Für solche statistiken sollte man allgemein bekannten Vereine
oder Geselschaften nehmen (wie zB rotes Kreuz oder Ärzte ohne
Grenze, zB um nur zwei zu nennen)

Bitte schön: http://www.redcross.int/EN/mag/magazine2000_1/voyage…

Zitat:
"Orphans and „social orphans“ - children whose parents cannot care for them, or who have had their „parental rights“ withdrawn - enter dom rebyonki or baby houses where they spend the first four years of life. At that point, an assessment is made by a board of state medical and educational reviewers and those with heavy mental or physical disabilities are given over to the care of the Ministry of Labour and Social Development. They are officially labelled as idiots and sent to closed institutions. There they remain till the age of 18 when - if they survive - they move to adult asylums for the rest of their lives.

There are 600,000 „orphans“ in Russia, up to 95 per cent of them may have at least one living parent. But as conditions worsen, more and more children are being born handicapped, to parents who cannot support them, who are alcoholics, or diseased, or simply don’t care. The system is cracking - lack of money means lack of food and clothes, which means poorer health, with fewer drugs to fight illness, less staff to cope, morale in a downward spiral

And what happens to those children who leave the system at the age of 15 or 16? UNICEF estimates that one in three lives on the streets, one in five is a criminal, and one in ten commits suicide. If children are the hope for the future of a country, these grim statistics do not bode well for Russia."
(Hervorhebungen von mir)

Gruß,
Anja