Lehrer Polemik

Freie Schulwahl
Hallo,

Anmerkung hierzu:

Der letzte Punkt hört sich etwas merkwürdig an: Wo kann man
denn bitte das eigene Kind NICHT dahinschicken, wo man gerne
möchte? Eltern können sich sogar über klare Empfehlungen der
Schule hinwegsetzen, was die jeweils nächste Bildungsstufe
angeht.

In Baden-Württemberg gibt es für Grund-und Hauptschulen keine freie Wahl, man ist an seinen Wohnort (Sprengel) gebunden. Das führt beispielsweise dazu, dass besser informierte Eltern ihre Kinder „offiziell“ in anderen Stadtbezirken von einer Tagesmutter betreuen lassen, weil dies einer der Gründe ist, mit denen man die Zwangszuordnung umgehen kann.

Wie sagte mir der Rektor der für uns zuständigen GS kürzlich: „Ich bin es schon gewohnt, dass ein bestimmter Prozentsatz der Eltern alles versucht, ihr Kind nicht an unsere Schule zu geben.“ Da wir hier zugezogen sind, kann ich nicht viel dazu sagen, aber ich höre tatsächlich von allen Nachbarn, deren Kinder im GS-Alter oder kurz davor sind, dass ihre Kinder unter allen Umständen NICHT an besagte Schule sollen - aber das geht eben nur mit Tricks.

Für die weiterführenden Schulen zählt in B-W die Grundschulempfehlung - also auch hier keine freie Wahl. Diese hat man erst ab Klasse 5 bei der Suche nach einem Gymnasium oder einer Realschule.

Alternativ kann man natürlich schon ab Klasse 1 eine Privatschule wählen - sofern man finanziell und/oder ideologisch etwas passendes findet.

Viele Grüße,
Inselchen

Hallo,

Ich finde die arrogante Art und Weise in denen Lehrer wie Du
Menschen wie mir (die 13 Jahre Schule hinter sich und an der
Uni zahlreiche Lehrerfortbildungen geleitet haben)das Recht
absprechen sich zum Alltag der Lehrer zu äußern bezeichnend.

Ich spreche dir nicht das Recht ab, dich zu äußern. Wenn aber deine Äußerungen Stammtischcharakter haben wie (ich zitiere aus deinem Eingangsposting) "im
wesentlichen und von heute aus gesehen ein Haufen
Arschlöcher die über ganze Generationen, ohne daß man
sie aufhalten könnte, Kinder versauen), dann wirst du kaum erwarten können, dass ich dem entnehme, dass du weißt, wie Schulalltag abläuft.

Klar, daß nur Lehrer wissen was Lehrer anstellen. Menschen die
die Schule 13 Jahre lang als Schüler erleben mussten (und noch
dazu Lehrer in der Familie haben) sind Laien die keine Ahnung
haben und die Klappe halten sollen. Das ist großartig!

Wer 13 Jahre die Schule besucht hat, kennt den Lehrerberuf aus Schülersicht, also aus erwa 50% oder weniger dessen, was den Lehrerberuf ausmacht, und auch das nicht einmal unbedingt objektiv. (Ich kenne viele Rückmeldungen ehemaliger Schüler, die sagen, der Lehrer XY war im Nachhinein gesehen klassse, denn bei dem habe ich die Kenntnisse erworben, die ich an der Uni brauchte, wenn ich ihn auch nicht dafür geliebt habe, dass er uns gefordert hat.)Ich maße mir auch kein Urteil an über die Arbeitsbelastung eines Arztes, nur weil ich schon 20mal in seiner Sprechstunde war, oder über die Arbeitsbelastung eines Richters, den man in seinen Verhandlungen sieht.
Was die Erfahrungen mit den Lehrern deiner Verwandtschaft angeht, so ist es natürlich traurig, wenn du ausgerechnet in deiner eigenen Familie die oben zitierte Spezies vorfindest, aber - wie ich dir als Mathematiker sage - nicht zwangsläufig repräsentativ.
Gruß Orchidee

Gruß
Tom

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Hallo.

Du bist doch Student oder? Du bekommst die Möglichkeit zu
Semesterende jede Lehrveranstaltung zu bewerten. Die Antworten
werden von zentraler Stelle ausgewertet und den Instituten
zugeschickt.

Das wird definitiv NICHT durchgeführt. Sowas kam erst ein einziges Mal, und das im Grundstudium, vor.

Ich weiß auch von meinen vielen Bekannten und ehemaligen Schulfreunden (Gott sei Dank weit über die Republik in den unterschiedlichsten Fächern verstreut), daß das bei denen auch ein Novum wäre.

Was Du hier also ansprichst, scheint also in der Breite noch überhaupt nicht angekommen zu sein.

Und die leistungsabhängige Besoldung ist flächendeckend mit
dem Umstieg von der C- auf die W-Besoldung umgesetzt. Der
Anreiz zur Leistung wird weiterhin im wesentlichen durch die
Drittmittelfinanzierung erreicht, die die staatlichen
Zuschüsse mehr und mehr ersetzt. Da kann sich ein Prof. der
Kohle haben will, keine Schwächen mehr erlauben.

Auch das kann ganz bestimmt nicht „flächendeckend“ sein, denn diese Entwicklung beobachte ich mit Interesse und auch hier ist in der Breite der Unilandschaft noch überhaupt nichts angekommen.

Freilich habe ich recht wenige Einblicke in die FH-Landschaft. Aber was dort passiert, hebt mich als Unistudent sowieso nicht an.

Ich bspw. bin HiWi an einer vollen C4-Professur und der Prof hat soviel Kohle übrig, daß er noch zig Leute einstellen könnte.
Und auch das ist noch lange kein Anreiz für Leistung - Du verwechselst hier „Fähigkeit zur Weiterführung der Forschung“ mit „Leistungsanreiz in der Lehre“.
Das Problem ist ja gerade, daß das eine das andere oft behindert und sehen wir es 'mal realistisch:

Abgesehen von der Situation an kleinen Unis, ist JEDER Student, jede zu betreuende Übung etc. eine Behinderung des wissenschaftlichen Mitarbeiters auf dem Weg zu seinem Doktor.

Diese Einschätzung hört man von etwas erfahreneren Studenten oder den Mitarbeitern selbst immer und immer wieder.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, daß sich das Hauptinteresse des Studenten - DIE LEHRE - bessert, wenn dem Professor das Geld FÜR SEINE PROFESSUR gekürzt wird. Seine Bezüge bekommt er im Wesentlichen weiterhin, so daß hier immer noch kein PERSÖNLICHES Interesse gegeben ist.

Sparmaßnahmen und Einschränkungen werden immer zuerst auf Kosten DER LEHRE durchgeführt. Unsere Mathedozentin für Elektrotechniker im Grundstudium konnte ein Lied davon singen. Sie war immer der Meinung, daß man in Mathematik 2
(mehrdimensionale Infinitesimalrechnung, Vektoranalysis, Tensoranalysis, Funktionentheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie) deutlich mehr Stunden an Vorlesung und Übung brauchen würde, damit man nicht wie ein Bekloppter durch den Stoff ackern müßte.
Das ganze Gegenteil war der Fall - die Stunden waren zu dem Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren auf das minimalst Mögliche reduziert worden.

Das ist die Realität in der deutschen Unilandschaft.

Im direkten Vergleich herrschen da an normalen Gymnasien, Realschulen und Grundschulen PARADIESISCHE Zustände.

MfG

Hallo.

Danke, das wußte ich noch nicht. Freut mich immer, wenn ich dieses oder jenes Detail noch hinzulernen kann. :smile:

MfG

Hey. :smile:

Langsam, langsam. Such Dir andere Zielscheiben, als ausgerechnet Ingenieure.

In Deutschland ist das schon seit einiger Zeit kein goldener Beruf mehr - vor allem wenn man in der falschen Region Deutschlands arbeitet.

Ich kenne bspw. keinen Ingenieur, der zuhause nicht ein entsprechend ausgestattetes Büro hätte. Es ist auch nicht jeder Ing in einem Großunternehmen beschäftigt. Da kenne ich Fälle, wo Mitarbeiter ihr EIGENES, TEURES Privatwerkzeug mitbringen müssen, weil es sonst einfach keines gäbe. Oder, daß einem einzigen Ing gleichzeitig 6 Projekte aufgehalst werden und er unentgeltlich noch am Wochenende etwas tun mußte, um das Arbeitspensum zu schaffen (Sonntag bis tief in die Nacht noch Dokumentationen anfertigen, et cetera!).

Wenn das in der Schweiz anders ist, bitte schön. Aber wir sind hier nicht in der Schweiz. :smile:

MfG

Hallo Orchidee,

Über das eigentliche Thema diskutier ich lieber mal nicht…

  • Freie Wahl der Grundschule durch die Eltern

Dann aber auch: verbindliche Kriterien für den Übergang von
der Grundschule auf die weiterbildenden Schulen und nicht mehr
das Gutdünken der (zwangsläufig voreingenommenen) Eltern!

Hier aber noch den Zusatz „,und nicht nach Gutdünken der Lehrer“

Warum? Weil, wenn es nach meinem Klassenlehrer damals gegangen wäre hätte ich nur die Sonderschule („Hilfschule“ seine Worte!!!) besuchen dürfen und nichts anderes. Ich kann froh sein das a) mein Realschulrektor die Orientierungsstufe auch als solche angesehen hat und das b) meine Mutter sich damals für mich einsetzte.

Ich hab trotz meiner Faulheit einen Abschluß mit Schnitt 2,2 gebaut und habe das Vertrauen das in meine eigene Beurteilung gesetzt wurde (denn ich wollte auf die Realschule) voll erfüllt.

Es ist immer wieder erschreckend wie sehr Lehrer Eltern die Fähigkeit absprechen, ihr Kind beurteilen zu können. So etwas nenn ich Betriebsblind, so wenig wie wir wissen was ein Lehrer Nachmittags macht, so weinig weiß ein Lehrer was seine Schüler Nachmittags machen und können.

Schöne Grüße
Andrea

???
Hi

Das wird definitiv NICHT durchgeführt. Sowas kam erst ein
einziges Mal, und das im Grundstudium, vor.

In Bayern und Baden-Württemberg ist die Evaluierung gesetztlich vorgeschrieben. In Bayern hat das sogar schon Mite der 90er angefangen.

Auch das kann ganz bestimmt nicht „flächendeckend“ sein, denn
diese Entwicklung beobachte ich mit Interesse und auch hier
ist in der Breite der Unilandschaft noch überhaupt nichts
angekommen.

Was erzählst Du??? Mann! Wenn Du mal eine überregionale Tageszeitung nach Professuren durchsiehst wirst Du sehen, daß es nur noch W-Professuren gibt. Das betrifft natürlich nicht die Profs. die zu C-Konditionen eingestellt wurden.

Freilich habe ich recht wenige Einblicke in die FH-Landschaft.
Aber was dort passiert, hebt mich als Unistudent sowieso nicht
an.

Da gibt’s keine großen Unterschiede. FH: W2 Uni: W2 oder W3.

Ich bspw. bin HiWi an einer vollen C4-Professur und der Prof
hat soviel Kohle übrig, daß er noch zig Leute einstellen
könnte.

Und woher hat er die Kohle? Bestimmt nicht vom Land. Drittmittel bekommt er nur, wenn er gut arbeitet. Und für Dich ist das auch gut - schließlich fällt ein Teil des Geldes für Deine HiWi-Stunden ab.

Abgesehen von der Situation an kleinen Unis, ist JEDER
Student, jede zu betreuende Übung etc. eine Behinderung des
wissenschaftlichen Mitarbeiters auf dem Weg zu seinem Doktor.
Diese Einschätzung hört man von etwas erfahreneren Studenten
oder den Mitarbeitern selbst immer und immer wieder.

Das ist sicher richtig. Allerdings wurde an meinem Institut die Beutreuung der Studis mit hoher Priorität durchgeführt. Schließlich will man ja auch für sich werben um später gute Mitarbeiter zu bekommen.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, daß sich das Hauptinteresse
des Studenten - DIE LEHRE - bessert, wenn dem Professor das
Geld FÜR SEINE PROFESSUR gekürzt wird. Seine Bezüge bekommt er
im Wesentlichen weiterhin, so daß hier immer noch kein
PERSÖNLICHES Interesse gegeben ist.

Doch: Keine Betreuung - keine Mitarbeiter. Oder würdest Du an einem Institut promovieren wollen wo man Dich als Stdi scheiße behandelt hat?

Sparmaßnahmen und Einschränkungen werden immer zuerst auf
Kosten DER LEHRE durchgeführt. Unsere Mathedozentin für
Elektrotechniker im Grundstudium konnte ein Lied davon singen.
Sie war immer der Meinung, daß man in Mathematik 2
(mehrdimensionale Infinitesimalrechnung, Vektoranalysis,
Tensoranalysis, Funktionentheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie)
deutlich mehr Stunden an Vorlesung und Übung brauchen würde,
damit man nicht wie ein Bekloppter durch den Stoff ackern
müßte.

Das denkt so ziemlich jeder Prof. über seine Lehrveranstaltung.

Das ganze Gegenteil war der Fall - die Stunden waren zu dem
Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren auf das minimalst
Mögliche reduziert worden.

Häh? Gerade die Lehrverplichtung eines Profs. ist festgeschrieben. Man spart also kein Geld in dem man vorhandenen Profs. Veranstaltungen entzieht.

Das ist die Realität in der deutschen Unilandschaft.

Im direkten Vergleich herrschen da an normalen Gymnasien,
Realschulen und Grundschulen PARADIESISCHE Zustände.

Wie bitte?
Ich glaube Du hast den Switch zwischen Schule und Uni nich so ganz gebacken bekommen. Warte mal ab, bis Du Dein Grundstudium hinter Dir hast. Deine Vertiefungsfächer im Hauptstudium wirst Du im Kreise weniger Kommilitonen in Seminarräumen haben. Genau wie in der Schule - nur daß Du von besser qualifizierten Kräften unterrichtet wirst.

Gruß
Tom

Hi!

Natürlich ist mir klar, daß die Lehrer die hier posten wohl eher zu den engagierten Vertretern ihrer Zunft gehören. Allerdings habe ich eben oft den Eindruck, daß die sog. Pädagogen nur sehr eingeschränkt beurteilen können wie es ist nicht in einer Schule zu arbeiten. 13 Jahre Schule, anschließend ein paar Jährchen an der Uni und schwupps zurück in die Schule: Immer die selbe Soße. Wenn das auch nicht auf alle Lehrkräfte zutrifft so aber auf die meisten.

Deine Aussage ein Schüler sieht nur 50% des Lehrerberufs und könne sich kein vollständiges Bild machen ist doch eine bloße Schutzbehauptung. Die Lehrer sind verdammt noch mal dazu da guten Unterricht zu machen. Fertig. Und davon bekommt man als Schüler 100% mit.

Und mich würde wirklich mal interessieren wie engagierte und verantwortungsvolle Lehrer wie Du mit Kollegen umgehen die für den miesen Ruf verantwortlich sind. Ihr könnt nix machen, den auch der unfähigste Vollidiot darf weiter auf Kinder losgelassen werden. Das ist doch der Wahnsinn. Und leugne bitte nicht, daß es die gibt.
Und wenn ich mich in meinem Freundeskreis umsehe, fast alles Menschen mit Hochschulhintergrund, so ist die persönlich Erfahrung mit Lehrern überwiegend negativ. Klar, unreflektierter Stammtisch und nicht repräsentativ.

Ich könnte Dir hunderte Geschichten von Pädagogen erzählen die ich in den letzten Jahren erlebt habe. Das ist unglaublich was da auf Fortbildungen abgeht. Und meine persönlichen Erfahrungen sind eben noch dazu katastrophal. Die wenigen guten Beispiele können den Rest nicht kompensieren. Wenn Du ständig Schmerzen beim Zahnarzt hast, dann ist es Dir auch egal, daß es irgendwo Zahnärzte gibt die ohne Schmerzen zuzufügen behandeln können.

Die deutschen Lehrer liegen an der Weltspitze was die Bezüge angeht und im unteren Mittelfeld bei der Arbeitsbelastung. Dennoch ist das System hier marode, wie unter anderem (!!!) PISA zeigt. Schuld sollen dann immer die Schüler sein.

Gruß
Tom

Hallo,

Natürlich ist mir klar, daß die Lehrer die hier posten wohl
eher zu den engagierten Vertretern ihrer Zunft gehören.
Allerdings habe ich eben oft den Eindruck, daß die sog.
Pädagogen nur sehr eingeschränkt beurteilen können wie es ist
nicht in einer Schule zu arbeiten. 13 Jahre Schule,
anschließend ein paar Jährchen an der Uni und schwupps zurück
in die Schule: Immer die selbe Soße. Wenn das auch nicht auf
alle Lehrkräfte zutrifft so aber auf die meisten.

Naja, man kennt natürlich als Lehrer nicht nur Lehrer. Ich habe einen Mann, der im Marketingbereich viele Jahre tätig war, bevor er sich selbständig gemacht hat. Ich habe einen großen Bekanntenkreis, in dem fast keine Lehrer sind. Ich lebe nicht im Wolkenkuckucksheim. Dass es Lehrer gibt, auf die deine Bemerkung zutrifft ist unstreitig. Wie gesagt: Gibt immer solche und solche.

Deine Aussage ein Schüler sieht nur 50% des Lehrerberufs und
könne sich kein vollständiges Bild machen ist doch eine bloße
Schutzbehauptung. Die Lehrer sind verdammt noch mal dazu da
guten Unterricht zu machen. Fertig. Und davon bekommt man als
Schüler 100% mit.

Ja, klar. Aber wie viel Arbeit der Lehrer aufwendet, damit sein Untericht gut ist weiß der Schüler nicht. Wie lange er für die Korrekturen braucht, wenn er nicht nur rote Striche an den Rand macht, auch nicht.

Und mich würde wirklich mal interessieren wie engagierte und
verantwortungsvolle Lehrer wie Du mit Kollegen umgehen die für
den miesen Ruf verantwortlich sind. Ihr könnt nix machen, den
auch der unfähigste Vollidiot darf weiter auf Kinder
losgelassen werden. Das ist doch der Wahnsinn. Und leugne
bitte nicht, daß es die gibt.

Nein, das leugne ich weiß Gott nicht. Wie gehen wir mit denen um? Ich bin in der Schulleitung in einer Position, die mich schon mit gewissen „Machtmitteln“ ausstattet. Und glaube mir, die nutzen wir. Wir haben durchaus Kenntnis darüber, wer im Kollegium einen lauen Job fährt, schlechten Unterricht macht, kein Engagement zeigt. etc. Wir bemühen uns nach Kräften, diesen Vertretern unseres Berufs, die unseren Ruf beschädigen, das Leben schwer zu machen. Aber was wir halt nicht können ist: sie rausschmeißen. Das hat übrigens nicht mal unbedingt was mit dem Beamtenstatus zu tun. Auch wenn sie "nur " Angestellte des öD sind, wird man sie nach arbeitsrechtlichen Bedingungen nicht los. Man kann nur: den Schaden begrenzen (lasse so einen nicht länger als ein Jahr in einer Klasse unterrichten, guck ihm auf die Finger, biete ihm Hilfe durch qualifizierte Kollegen an, setze ihn unter Druck etc.)! Die Schule ist nicht der Arbeitgeber.

Und wenn ich mich in meinem Freundeskreis umsehe, fast alles
Menschen mit Hochschulhintergrund, so ist die persönlich
Erfahrung mit Lehrern überwiegend negativ. Klar,
unreflektierter Stammtisch und nicht repräsentativ.

Zumindest erstaunlich. Ich hatte z.B. gestern einen sehr vergnüglichen Abend mit meinen frisch entlassenen Abiturienten (grins:in der Spielbank, hatten sie mir zum Abiball geschenkt - einen Abend angewandte Mathematik…), an dem sehr offen über die Erfahrungen in der Schule geredet wurde, und die waren wirklich nicht durchgehend negativ, eger im Gegenteil. Ich habe viel Kontakt mit Ehemaligen, die Rückmeldungen sind eigentlich recht positiv.

Ich könnte Dir hunderte Geschichten von Pädagogen erzählen die
ich in den letzten Jahren erlebt habe. Das ist unglaublich was
da auf Fortbildungen abgeht. Und meine persönlichen
Erfahrungen sind eben noch dazu katastrophal. Die wenigen
guten Beispiele können den Rest nicht kompensieren. Wenn Du
ständig Schmerzen beim Zahnarzt hast, dann ist es Dir auch
egal, daß es irgendwo Zahnärzte gibt die ohne Schmerzen
zuzufügen behandeln können.

Wo um alles in der Welt bist du zur Schule gegangen (und wann) dass du so traumatische Erlebnisse davongetragen hast??
Was meine Erfahrungen mit Fortbildungen angeht: die sind allerdings miserabel. Fachlich in der Regel schlecht vorbereitet, Zielgruppe viel zu breit gestreut, zeitlich ausufernd redundant anstatt flott durchgeplant, aber für den Staat immer teuer. Wenn schon einer seinen Vortrag damit anfängt, mir eine Folie vorzulesen, die ich auf dem Tisch und mithilfe OH-Projektor an der Wand habe, weiß ich schon wie es weitergeht (ok, auch pauschalisiert, aber vielfältig erlebt)

Die deutschen Lehrer liegen an der Weltspitze was die Bezüge
angeht und im unteren Mittelfeld bei der Arbeitsbelastung.

Na da kenne ich aber auch andere Untersuchungen…

Dennoch ist das System hier marode, wie unter anderem (!!!)
PISA zeigt. Schuld sollen dann immer die Schüler sein.

Nein. An Pisa sind nicht die Schüler schuld, aber das ist ein weites Feld. Das geht in Richtung Gesellschftspolitik, Immigration, Arbeitsmarkt, auch Schulsystem, aber nicht zum größten Teil. Ich weiß, es gibt hier im Forum einen Experten, der an der Studie mitgearbeitet hat, dem will ich nicht vorgreifen. Aber wer sagt: an Pisa sind die Lehrer schuld, der springt zu kurz.
Gruß Orchidee

Hallo nochmal.

Um es Dir nochmals unter die Nase zu reiben: Es geht hier nicht um BaWü oder Bayern und was da vielleicht gesetzlih vorgeschrieben ist.
Die Bundesrepublik besteht nicht nur aus BaWü und Bayern und ich kenne durchaus genug berichte, wo diese Evaluierungsmaßnahmen schlicht den Leuten am Arsch vorbeigingen.

Du denkst wohl auch, nur weil jemand 'mal was als Gesetz niederlegt, platzt dann gleich die ganze Welt auf.

Wenn ich von Unilandschaft spreche, meine ich die ganze Republik. Deine Äußerungen sind durch die Bank weg viel zu eng gefaßt und damit unsachlich, wenn ein anderer von einem ganz anderen Rahmen spricht.

Auch das kann ganz bestimmt nicht „flächendeckend“ sein, denn
diese Entwicklung beobachte ich mit Interesse und auch hier
ist in der Breite der Unilandschaft noch überhaupt nichts
angekommen.

Was erzählst Du??? Mann! Wenn Du mal eine überregionale
Tageszeitung nach Professuren durchsiehst wirst Du sehen, daß
es nur noch W-Professuren gibt. Das betrifft natürlich nicht
die Profs. die zu C-Konditionen eingestellt wurden.

Dann übersiehst Du aber immer noch, daß etwas Eingeführtes nicht gleich Usus wird. Die Übergangsphase wird entsprechend lange dauern. Daher auch meine Äußerungen, in der *Breite* der (gesamten) *Unilandschaft* sei noch nichts bis wenig angekommen.

Abgesehen von der Situation an kleinen Unis, ist JEDER
Student, jede zu betreuende Übung etc. eine Behinderung des
wissenschaftlichen Mitarbeiters auf dem Weg zu seinem Doktor.
Diese Einschätzung hört man von etwas erfahreneren Studenten
oder den Mitarbeitern selbst immer und immer wieder.

Das ist sicher richtig. Allerdings wurde an meinem Institut
die Beutreuung der Studis mit hoher Priorität durchgeführt.
Schließlich will man ja auch für sich werben um später gute
Mitarbeiter zu bekommen.

Das ist ja schön - nur gehst Du mit Deinen persönlichen Erfahrungen und Meinungen dadurch nur noch weiter am Thema vorbei. Hier haben bisher so gut wie alle Leute, mich eingeschlossen, durch die Bank weg, stets vom System im allgemeinen gesprochen. Und Du führst nun Fallbeispiele und Gegenbeispiele mit absolutem Tunnelblick an.
So klappt das einfach nicht.

Du glaubst doch nicht ernsthaft, daß sich das Hauptinteresse
des Studenten - DIE LEHRE - bessert, wenn dem Professor das
Geld FÜR SEINE PROFESSUR gekürzt wird. Seine Bezüge bekommt er
im Wesentlichen weiterhin, so daß hier immer noch kein
PERSÖNLICHES Interesse gegeben ist.

Doch: Keine Betreuung - keine Mitarbeiter. Oder würdest Du an
einem Institut promovieren wollen wo man Dich als Stdi scheiße
behandelt hat?

Hier läufst Du aber gehörig an den Baum. So gut wie jede Professur hat mehrere Fächer mit oft sehr unterschiedlichen Leuten im Angebot. Und ja, es kommt in der Realität TATSÄCHLICH vor, daß Studenten an eine Professur gehen als HiWi, obwohl es da in einem Fach grottenschlecht zuging. Das ist sogar an der Tagesordnung auf die ganze Breite interpoliert.

Mit Promotion ist das auch so eine Sache - dies tun schließlich die Mitarbeiter dort. Diese müssen aber nicht zwangsläufig überhaupt aus der Gegend kommen.
Es gibt Professuren mit einem Stab von Mitarbeitern, die überall aus der Republik herkommen, nur nicht aus der Gegend da.

Du übersiehst brutal die Realität des Alltags, also was alles möglich ist.

Sparmaßnahmen und Einschränkungen werden immer zuerst auf
Kosten DER LEHRE durchgeführt. Unsere Mathedozentin für
Elektrotechniker im Grundstudium konnte ein Lied davon singen.
Sie war immer der Meinung, daß man in Mathematik 2
(mehrdimensionale Infinitesimalrechnung, Vektoranalysis,
Tensoranalysis, Funktionentheorie, Wahrscheinlichkeitstheorie)
deutlich mehr Stunden an Vorlesung und Übung brauchen würde,
damit man nicht wie ein Bekloppter durch den Stoff ackern
müßte.

Das denkt so ziemlich jeder Prof. über seine
Lehrveranstaltung.

Ich sagte Dozentin - das ist auch jemand, der „nur“ eine Übung hält. Und die engagierten Übungsleiter leiden am meisten durch Finanzkürzung.

Das ganze Gegenteil war der Fall - die Stunden waren zu dem
Zeitpunkt bereits seit einigen Jahren auf das minimalst
Mögliche reduziert worden.

Häh? Gerade die Lehrverplichtung eines Profs. ist
festgeschrieben. Man spart also kein Geld in dem man
vorhandenen Profs. Veranstaltungen entzieht.

Die Ansage war eindeutig: Es gab insgesamt weniger Geld für die Professur, also wurden sofort alle weiterführenden Lehrverantstaltungen vom Idealmaß auf das nötigste Maß zurückgefahren.

Das Problem haben dann die Studenten, da natürlich die Klausuren nicht weniger schwierig werden.

Das ist die Realität in der deutschen Unilandschaft.

Im direkten Vergleich herrschen da an normalen Gymnasien,
Realschulen und Grundschulen PARADIESISCHE Zustände.

Wie bitte?
Ich glaube Du hast den Switch zwischen Schule und Uni nich so
ganz gebacken bekommen. Warte mal ab, bis Du Dein Grundstudium
hinter Dir hast. Deine Vertiefungsfächer im Hauptstudium wirst
Du im Kreise weniger Kommilitonen in Seminarräumen haben.
Genau wie in der Schule - nur daß Du von besser qualifizierten
Kräften unterrichtet wirst.

Lol, meine beiden Grundstudien habe ich schon längere Zeit hinter mir und ich bin vergleichsweise oft an Schulen, in der Nachhilfe etc… Zwischen diesen Systemen liegen Welten und mit Deinen Bemerkungen bezüglich Lehrern und jetzt auch Deine absolut eingeschränkte Wahrnehmung realer Unilandschaft zeigen einfach nur, daß Du weder bei dem einen Themenkomplex, noch bei dem anderen Themenkomplex wirklich den Durchblick hast. Lehrerfortbildung hin oder her.

Zum Schluß noch: Was willst Du einem Lehrer eigentlich an Fortbildung andrehen? Das bißchen Wissenszuwachs in den Spezialgebieten eines Lehrers kann der sich auch ohne Probleme selbst und dann auch umfangreicher aneignen. Gute Lehrer verfahren ja auch genau so. Didaktik und Methodik sind das Problem, denn mit wissenschaftlicher Pädagogik kommt man im Ministerium nach oben, aber nicht durch zu den Schülern.

Seit Jahren bemängeln die Referendare die Theoretisierung der pädagogischen Herangehensweise. Woher nimmst Du dann den Irrglauben, über den Lehreralltag etwas zu wissen, wenn Du nicht selbst entsprechend lange vor Schülern gestanden hast?

Selbst solche Fortbildungsseminare geben doch Null Einblick in die Routine eines Berufs.

P.S. Seminare gibt es bei Ingenieurwissenschaftlern als Lehrstoffvermittlung defacto nicht. Selbst in meinem Zweitstudium Mathematik kam das bisher so gut wie nicht vor.

P.P.S. An dem Punkt mit den „besser qualifizierten Fachkräften“ mußte ich laut lachen. Nur weil jemand fachlich qualifiziert ist, ist er es noch nicht didaktisch. Auch im Hauptstudium gibt es die gleichen grundlegenden Probleme: Wissenschaftliche Mitarbeiter kommen an eine Professur und plötzlich heißt es „Du machst die und die Übung…“. Diese Person hat aber im allgemeinen noch nie etwas von Methodik und Didaktik gehört, kann sich also als Glücksfall in der Lehre - oder eher wahrscheinlich - als Reinfall erweisen.

MfG

Guten Morgen Meister des Lichts,

ok, ich glaube wir beide kommen nicht auf einen Nenner. Ist mir auch egal. Daß Du mir vorwirfst ich hätte keine Ahnung von der Unilandschaft ist einfach nur grotesk. Ich hab da ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel als Du, und wahrscheinlich auch mehr Unis als Student und Dozent von innen gesehen.

Du denkst wohl auch, nur weil jemand 'mal was als Gesetz
niederlegt, platzt dann gleich die ganze Welt auf.

Wenn etwas gesetzlich niedergelegt wird, dann ist die Universität als Einrichtung eines Bundeslandes verpflichtet dies sofort umzusetzen.

Wenn ich von Unilandschaft spreche, meine ich die ganze
Republik. Deine Äußerungen sind durch die Bank weg viel zu eng
gefaßt und damit unsachlich, wenn ein anderer von einem ganz
anderen Rahmen spricht.

Ich auch. Tut mir leid, daß ich nicht immer alles komplett generalisiere sondern versuche es an Einzelbeispielen zu erläutern. Bei meinen Studis kam das immer besser an :smile:

Dann übersiehst Du aber immer noch, daß etwas Eingeführtes
nicht gleich Usus wird. Die Übergangsphase wird entsprechend
lange dauern. Daher auch meine Äußerungen, in der *Breite* der
(gesamten) *Unilandschaft* sei noch nichts bis wenig
angekommen.

Nochmal: Es gibt keine Übergangsphase
Seit 2 Jahren exostiert nur noch die W Besoldung bei Neuberufungen. Altprofs sind daon nicht betroffen.

Das ist ja schön - nur gehst Du mit Deinen persönlichen
Erfahrungen und Meinungen dadurch nur noch weiter am Thema
vorbei.

Danke für den Hinweis. Ich werde in Zukunft versuchen nicht mehr auf Grundlage meiner persönlichen Meinung zu argumentieren. :smile:

Du glaubst doch nicht ernsthaft, daß sich das Hauptinteresse
des Studenten - DIE LEHRE - bessert, wenn dem Professor das

hat?

Hier läufst Du aber gehörig an den Baum. So gut wie jede
Professur hat mehrere Fächer mit oft sehr unterschiedlichen
Leuten im Angebot. Und ja, es kommt in der Realität
TATSÄCHLICH vor, daß Studenten an eine Professur gehen als
HiWi, obwohl es da in einem Fach grottenschlecht zuging. Das
ist sogar an der Tagesordnung auf die ganze Breite
interpoliert.

Das ist Käse und entspricht nicht meiner Interpolation auf die Breite. Oder besser: Der Interpolation vieler meiner Kollegen an vielen verschiedenen Unis auf die Breite. :smile:

Du übersiehst brutal die Realität des Alltags, also was alles
möglich ist.

Hör mal zu Stud-Ing.: Ich hab mich jahrelang durch zwei Studien gequält und anschließend noch 60h Woche über 5 Jahre promoviert. Dabei muste ich Übungen vor hunderten von Studenten halten und auch Ansprechpartner un Betreuern für ihre Fragen sein. Ich bin bei der Evaluierung dabei stets gut weggekommen. Erzähl Du mir also nicht was harter Uni Alltag bedeutet. Erkenne lieber an, daß es noch andere Minungen ausser der des Meister des Lichtes gibt, und daß Lebenserfahreungen prägen. Letztere pauschal abzuwerten zeugt jedenfalls nicht gerade von einem guten Stil.

Ich sagte Dozentin - das ist auch jemand, der „nur“ eine Übung
hält. Und die engagierten Übungsleiter leiden am meisten durch
Finanzkürzung.

Nicht wenn der Prof ordentlich Drittmittel ranschafft. Die von Dir oft beschworene Realität sieht so aus, daß die Mitarbeiter mehrheitlicht aus Drittmitteln finanziert werden.

Die Ansage war eindeutig: Es gab insgesamt weniger Geld für
die Professur, also wurden sofort alle weiterführenden
Lehrverantstaltungen vom Idealmaß auf das nötigste Maß
zurückgefahren.

Das kann der Prof aber nicht entscheiden. Und die Prodekane für die Lehre hüten sich i.d.R. Veranstalltungen zu streichen. Da muß der Prof durch. Er wird gezwungen Dritmittel einzuwerben, da er sonst den Lehrauftrag nicht erfüllen kann.

Den Rest spare ich mir zu kommentieren. Nur soviel: Erkenne einfach an, daß Du mit jemanden diskutierst der überwiegend miserable Erfahrungen mit Lehrern auf allen Ebenen gemacht hat. Bestärkt werde ich durch Aussagen aus dem Freundeskreis und den Medien. Und wenn Dir an einer Diskussion gelegen ist, dann kommentiere doch mal meine Vorschläge zur Leistungsbesoldung von Lehrern, anstatt nur auf Unis rumzureiten.

Gruß
Tom

1 „Gefällt mir“

Hi Orchidee!

Ja, klar. Aber wie viel Arbeit der Lehrer aufwendet, damit
sein Untericht gut ist weiß der Schüler nicht. Wie lange er
für die Korrekturen braucht, wenn er nicht nur rote Striche an
den Rand macht, auch nicht.

Natürlich sieht das ein Schüler, so dämlich sind die meisten ja auch nicht :smile: Ein Schüler sieht sogar, daß es einen riesen Unterschied macht ob man Deutsch / Geschichte oder Mathe / Sport unterrichtet.

Nein, das leugne ich weiß Gott nicht. Wie gehen wir mit denen
um? Ich bin in der Schulleitung in einer Position, die mich
schon mit gewissen „Machtmitteln“ ausstattet. Und glaube mir,
die nutzen wir. Wir haben durchaus Kenntnis darüber, wer im
Kollegium einen lauen Job fährt, schlechten Unterricht macht,
kein Engagement zeigt. etc. Wir bemühen uns nach Kräften,
diesen Vertretern unseres Berufs, die unseren Ruf beschädigen,
das Leben schwer zu machen. Aber was wir halt nicht können
ist: sie rausschmeißen. Das hat übrigens nicht mal unbedingt
was mit dem Beamtenstatus zu tun. Auch wenn sie "nur "
Angestellte des öD sind, wird man sie nach arbeitsrechtlichen
Bedingungen nicht los. Man kann nur: den Schaden begrenzen
(lasse so einen nicht länger als ein Jahr in einer Klasse
unterrichten, guck ihm auf die Finger, biete ihm Hilfe durch
qualifizierte Kollegen an, setze ihn unter Druck etc.)! Die
Schule ist nicht der Arbeitgeber.

Und genau das ist die Katastrophe! So etwas kann man sich nirgendwo sonst leisten. Du siehst doch in Deinem privaten Umfeld sicherlich wie es ist in einem Job zu arbeiten der einem jederzeit gekündigt werden kann. Macht ein Arzt ständig Fehler wird ihm die Zulassung entzogen. Ist ein Dienstleister nicht in der Lage seine Kunden zu befriedigen verliert er eben die. Nur an einer ultrawichtigen Institution wie der Schule ist davon nix zu sehen. Gute Lehrer bekommen keinen Bonus, schlechte dürfen machen mwas sie wollen ohne den um den Job bangen zu müssen. Das ist doch eigentlich unglaublich. Nur irgendwie scheint sich jeder mit diesem System zu engagieren anstelle dagegen anzukämpfen.

Wo um alles in der Welt bist du zur Schule gegangen (und wann)
dass du so traumatische Erlebnisse davongetragen hast??

Grundschule und Gymnasium in Nordbayern. Im Gym gab es z.B. Typen die mit dem Klassenbuch 10 - 20 Mal auf den Tisch eines Schülers eingeschlagen haben der zum wiederholten Mal einen Fehler produzierte. Mathelehrer die Schüler einfach nicht am Unterricht teilnehmen liesen um den Eltern dan zu sagen, der Schüler sei so unfähig, daß er besser auf die Realschule gehöre. Lehrer. die nach zwei Jahren in einer Klasse die Eltern auf dem Elternabend immer noch einem Paßfoto des Schülers fragten, weil sie sich den Namen nicht merken konnten. Musiklehrer die bei der kleinsten Störung in Tränen ausbrachen. Ach diese Liste könnte ich beliebig fortsetzen. Übrigens haben mich die Erlebnisse nicht traumatisiert, sondern einfach eine innere Emigration von der Institution Schule bewirkt die bis heute anhält.
Das schlimme ist nur Orchidee: Mein gesamter Freundeskreis, weit verstreut über Deutschland und Europa, hat die selben Geschichten zu erzählen. Das scheint nichts ungewöhnliches zu sein. Der Erfolg des „Lehrerhasser Buchs“ spricht auch dafür. Der Ruf der Lehrer kommt ja schließlich nicht von nichts.

Gruß
Tom

Hallo,

ich bin Lehrerin und habe mir gerade jeden Artikel durchgelesen. Die Zeit habe ich mir abgezwackt. Eigentlich müsste ich Klassenarbeiten nachschauen und Unterricht vorbereiten (heute ist Sonntag). Dann dauerts heute Abend eine Stunde länger, die Zeit musste sei.
Dieses Posting hat mich wütend gemacht, weil es an der Realität völlig vorbei geht. Aber andere haben zur „Ehrenrettung“ schon alles gesagt. Ich möchte mich nicht wiederholen.
Ich freue mich sehr, dass es eine breite Masse gibt, die sich mit dem Beruf des Lehrers gut auskennt. Ich habe lange in der freien Wirtschaft gearbeitet und würde, wenn ich noch könnte, wieder zurück gehen. Der Beruf des Lehrers ist sehr, sehr anstrengend. Mein Partner macht viele Überstunden, aber an meine Müdikeit am Abend kommt er nicht heran. Es ist auch emotional anstrengend, wenn man zum 15-ten Mal sagen muss, dass man in der Schule seine Unterlagen dabei haben muss und bitte auch seine Jacke im Unterricht auszieht. Auch Begründungen zu diesen Beispielen helfen nicht weiter. Ich könnte weitere 1000 Beispiele bringen, die mir den Glauben an eine gute Zukunft in Deutschland rauben. Dieses ist nur ein ganz kleiner Teil meiner Arbeit, mit der ich mich jeden Tag beschäftigen muss. Aber wie gesagt, das Meiste steht hier schon.

Lieben Gruß
Numbat3

Hallo,

die Lehrer genießen hierzulande einen überaus
bescheidenen Ruf. Ich würde gerne wissen ob der Eurer
Meinung nach gerechtfertigt ist.

Meiner Meinung nach ist das nicht gerechtfertigt.
Ich bin selbst keine (Schul-)Lehrerin, sondern lediglich an der Uni. Fachwissenschaft ist das eine, Fachdidaktik ein ungleich schwereres Geschäft, mühselig und im Erfolg wesentlich unkontrollierbarer.
Jedem Lehrerpolemiker sei daher folgendes angeraten: Man wähle eine SChule (Mittelstufe, keine Privatschule), stelle sich 4-5 Unterrichtsstunden in einem Fach seiner Wahl vor den verschiedenen Klassen, konzipiere vorher den Unterricht und das Lernziel. Jeder, der es dann schafft, diesen Schülern etwas beizubringen (wohlgemerkt das selbstgewählte Lernziel), dabei auch den schlimmsten Störer zu einem mitschülerfreundlichen Verhalten zu bewegen, auch den schwächsten Schüler nicht zu übersehen und den besten Schülern ausrecheichend Anregung für das eigenstänidge Weitergeben zu geben, der kann dann auch weiter polemisieren.
Diese ganze Lehrerdiskussion ist tatsächlich auf demselben Niveau wie unsere Fußballnationaltrainerdiskussionen, wo wir auch alle meinen, mitreden zu können, weil wir ja schließlich alle auf dem Sofa sitzen und Fernsehn schauen…
M.E. hat die zunehmende Lehrerpolemik viel mit einem allgemeinen gesellschaftlichen Phänomen zu tun, wahrscheinlich so alt wie die Menschheit, aber im Moment angesichts politischer HIlflosigkeit ziemlich en vogue: Wir hauen drauf! Es sind die Ostdeutschen am allen SChule, oder die kinderlosen über 30, und eben und immer die Lehrer. Von den Lehrern wird dabei etwas verlangt, was die Gesellschaft selbst nicht bereit ist, zu tun: Erziehen! Der Lehrer ist schuld, wenn das sozial verwahloste Kind sich nicht in die Gemeinschaft integrieren kann, und natürlich ist es sein persönliches Defizit, wenn er die neuerdings in Massen auftretenden hochbegabten Kinder nicht erkennt. Wenn die Kinder ihre Hausaufgaben nicht machen, hat der Lehrer nicht genug motiviert, wenn sie anderen Kindern an den Haaren ziehen, hat er nicht genug Autorität.
Es ist gut, dass wir nicht mehr in den 50ern leben, damals gab es eine erdrückende Macht der Lehrer. Aber wenn man heute die gesmte Erziehungsverantwortung letztlich einer Berufsgruppe zuschustert, deren Autorität grundsätzlich und spätestens dann, wenn dieser Mensch in dem eigenen Kind nicht den kleinen wißbegierigen Engel sehen kann, ständig ins Absurde kehrt, darf man sich über manche Probleme nicht wundern.
Ob das Universitätssystem mit der Evaluierung der Lehre in seiner momentanen Form eine Besserung bringt, wage ich zu bezweifeln.
Zunächst versucht Evaluierung etwas zu verobjektivieren, was nicht immer zu objektivieren ist. An der Uni erlebe ich Semester für Semester, dass immer mehr Studenten das Niveau einer Veranstaltung bestimmen, der angeblich positive „Konkurrenzdruck“ zwischen den Fakultäten, WEttbewerb genannt, hat auf den untergeordneten Dozenten zur Folge, dass er von oben die Direktive bekommt (natürlich inoffiziell), dass letztlich jeder durchkommen muss. An der Uni m.E. absurd.
Der Dozent darf sich mit jeder Unverschämtheit auseinandersetzen und selbst eine aus Wikipedia kopierter und daher abgelehnte Hausarbeit zwingt ihn zu einem bürokratischen Akt, bei dem er sich rechtfertigen muss, warum denn nun ein Student durchfällt. Dieser durchgefallene Student fällt dann übrigens so oder so negativ in der Lehrleistungsbillanz auf.
Frustration des DOzenten darf aber nicht sein, selbst nach dem 4. Wikipedia-Artikel (vielmehr ist es seine Schuld - denn da Anfängeraufgaben im Internet ihre Lösungen haben, darf man eben keine Anfängeraufgaben nicht mehr stellen) - der Dozent an der Uni muss sich hier nur mit Studenten herumärgern, mir tut jeder Lehrer leid, der sich dann auch noch mit hysterischen Eltern herumschlagen muss, die im Kopieren eines Internetartikel den Beweis für Hochbegabung sehen.

  • Leistungsaghängige Besoldung. Basierend auf den
    besuchten Fortbildungen, den Evaluierungen sowie
    anderen Kriterien (wie Betreuung von AG’s etc. etc.).
  • Aufhebung des Berufsbeamtenstatus
  • Sicherstellung der Unabhängigkeit von Lehrenden! Verpflichtende Fortbildung und Evaluierung durch Profis ja! Pädagogisches Engagement nicht nur Bürokratisierung einengen! Die Pädagogische Eigenverantwortung des einzelnen Lehrers stärken und nicht durch Veraltungsbeamte und einen angeblichen Wettbewerb einschränken, der den Blick für das Beste des Kindes einschränkt.
    Erziehungsverantwortung der Eltern stärken und einfordern!
  • Freie Wahl der Grundschule durch die Eltern

Keine amerikanischen Verhältnisse! Diese Deine Forderung hat „Restgrundschulen“ zur Folge - sozailes Verhalten, Rücksicht auf Schwächere zu nehmen gehören nun mal auch notwendig auf den Lehrplan.

Grüße,
Taju,
die auch manch bekloppten Lehrer hatte, aber einen bekloppten Lehrer nicht grundsätzlich für eine Entshculdigung hält, nichts zu lernen.

Ahoi.

Daß Du mir vorwirfst ich hätte keine Ahnung von
der Unilandschaft ist einfach nur grotesk. Ich hab da ein paar
Jährchen mehr auf dem Buckel als Du, und wahrscheinlich auch
mehr Unis als Student und Dozent von innen gesehen.

Du vergißt den entscheidenden Haken dabei und hast demzufolge schlecht gelesen - ich habe Dir vorgeworfen, daß Dein Blick so stark ins Unlogische verzerrt ist, daß Du Deine Erfahrungen sofort auf jeden Studiengang, jede Uni oder sonst etwas pauschalisiert hast.

Und wenn es nunmal so ist, daß leitungsorientierte Bezahlung auf der Breite noch nicht durchgeschlagen ist, und selbst wenn, dann die etwaigen Kürzungen auf dem Rücken der Lehre ausgetragen werden, dann kannst Du Dich auf den Kopf stellen und sonst was für Geschichten erzählen. Fakt ist, läßt man den Störfaktor „Eltern“ beim Themenkomplex Schule weg, sind das im Verhältnis zur Uni paradiesische Zustände FÜR DEN SCHÜLER.

Sicher, im Endeffekt kann man natürlich resignativ sagen „Du hast es doch so gut wie überstanden, und das gar nicht mal schlecht, und gelernt hast Du auch viel…“. Dies ändert aber nichts daran, daß selbst an einer gut betreuten Uni oft für den Lernenden viele Ecken und Kanten exisitieren.

Wenn Du im Grundstudium nur an einer Stelle den falschen Choleriker oder Dozentenidioten sitzen hast, kann es passieren, daß Du wegen sonst was nicht einmal bis ins Hauptstudium kommst.
Man sagt ja nicht, der Abschluß muß hinterhergeschmissen werden, ganz im Gegenteil, aber es gibt einfach momentan keine effektive Möglichkeit auf Lehre und Lehrklima einflußzunehmen.

Klausuren sind doch das beste Beispiel. Wenn der entsprechende Professor er nicht einsieht, daß es eine relativ starke Vornote über die ganze Vorlesung ermittelt geben sollte, steht man dumm da und muß sich auf das Glück am Prüfungstag verlassen. Daß man also das Richtige gelernt hat, daß dann auch halbwegs passende Aufgaben drankommen, daß man nich krank wird et cetera et cetera et cetera.

Würde hier wirklich eine Leistungsorientiertheit und eine Evaluation massiv Einzug halten, wäre vielerorts das System der „Klausur = Fachnote“ längst gebrochen.

Wenn ich von Unilandschaft spreche, meine ich die ganze
Republik. Deine Äußerungen sind durch die Bank weg viel zu eng
gefaßt und damit unsachlich, wenn ein anderer von einem ganz
anderen Rahmen spricht.

Ich auch. Tut mir leid, daß ich nicht immer alles komplett
generalisiere sondern versuche es an Einzelbeispielen zu
erläutern.

Du stellst dann nur fälschlicherweise die Beispiele (also gewissermaßen den Tunnelblick) als der Wahrheit letzten Schluß hin und folgerst eben aus diesen Beispiel auf alles Weitere. Universität besteht aber nicht nur aus Ingenieurwissenschaften, Naturwissenschaften und Mathematik.

Ohne BWL bspw. wüßte ich gar nicht, wo man die vielen Mädchen hübschen hernehmen sollte. :smile: :smile: :smile:

Nochmal: Es gibt keine Übergangsphase
Seit 2 Jahren exostiert nur noch die W Besoldung bei
Neuberufungen. Altprofs sind davon nicht betroffen.

Also hat man automatisch eine Übergangsphase. Solange Rückstände eines anderen Systems vorhanden sind, ist man immer in einer Übergangsphase.

Nochmal Dein Stolperstein: Nur weil es plötzlich heißt „W-Besoldung“ ist nicht die Unilandschaft automatisch eine flächendeckende „W-Besoldung“. Erst nach und nach wenn auch die C-Professuren absorbiert sein werden, dann kannst Du wieder mit Deiner „Leistungsorientiertheit der Besoldung“ etc. anfangen.

Als Ingenieur müßtest Du diesen Gedankengang eigentlich hoch und heilig verstanden haben - denn nur weil ich irgendwo etwas in eine *schwarze Kiste* hineinschicke, muß noch lange nichts herauskommen, oder das herauskommen, was man erwartet oder vermutet hat.

Oder technischer für Dich: Die Unilandschaft hat wie jedes System eine Zeitkonstante.

Du übersiehst brutal die Realität des Alltags, also was alles
möglich ist.

Hör mal zu Stud-Ing.: Ich hab mich jahrelang durch zwei
Studien gequält und anschließend noch 60h Woche über 5 Jahre
promoviert. Dabei muste ich Übungen vor hunderten von
Studenten halten und auch Ansprechpartner un Betreuern für
ihre Fragen sein. Ich bin bei der Evaluierung dabei stets gut
weggekommen. Erzähl Du mir also nicht was harter Uni Alltag
bedeutet.

Das werte ich gar nicht ab - aber Deine Schlußfolgerungen daraus müssen einfach abgewertet werden, weil sie mehrheitlich unlogisch sind.

Du siehst alles nur einseitig aus Deiner persönlichen Meinung heraus:

* schlechte Erfahrungen mit Lehrern auf Deinem Lebensweg + ein paar Berichte aus dem Bekanntenkreis + dubiose Medienberichte = katastrophale Lehrersituation

* tolle Unierfahrungen, tolle Evaluationsergebnisse = empfehlenswerte Situation an Unis

  • das ist die grobe Vereinfachung von dem, was Du hier zu dem ganzen Thema gesagt hast.

Bei einer Erörterung würdest Du damit kaum auf eine gute Note kommen, weil jede Auseinandersetzung mit der anderen Seite der Medaille fehlt, ebenso wie das Einräumen etwaiger anderer Fakten- und Erfahrungswerte.

Wenn man Dir für so diesen Erkenntnisgewinn (Feststellungscharakter) über die eigene Meinung bügeln muß, nehm ich das - wie immer - gerne in Kauf.

Es gibt da diesen berühmten Unterschied zwischen eigener Meinung und persönlichem Standpunkt. Deine eigene Meinung ist verfassungsrechtlich geschützt, aber nicht über Kritik erhaben; dagegen ist ein persönlicher Standpunkt immer ein reflektierter, erörternder Gedankgengang.

Toleranz heißt nicht, daß man die eigene Meinung anderer Leute nicht als den Blödsinn entlarven kann, den sie manchmal darstellen.

Die Ansage war eindeutig: Es gab insgesamt weniger Geld für
die Professur, also wurden sofort alle weiterführenden
Lehrverantstaltungen vom Idealmaß auf das nötigste Maß
zurückgefahren.

Das kann der Prof aber nicht entscheiden. Und die Prodekane
für die Lehre hüten sich i.d.R. Veranstalltungen zu streichen.
Da muß der Prof durch. Er wird gezwungen Drittmittel
einzuwerben, da er sonst den Lehrauftrag nicht erfüllen kann.

Diese Umstellung ist schon Jahre her, da gab es diese Diskussion in dem Maße noch gar nicht. Der Prof. hat damals einfach Konsequenzen gezogen und andere Prioritäten gesetzt. Das wurde dann eben so hingebogen, daß die Lehre verknappt wurde.

Ich als Student fand diese Aussage einfach nur schade, denn es ist ein bißchen dünn, zu komplizierten Themen der Höheren Mathematik eine oder zwei Übungen zu haben, die dann am besten noch alle Nuancen abdecken sollen.

Nur soviel: Erkenne einfach an, daß Du mit jemanden diskutierst der
überwiegend miserable Erfahrungen mit Lehrern auf allen Ebenen
gemacht hat.

Wie gesagt: Es ist unter diesen Umständen trotzdem unlogisch, dann derart zu generalisieren, wie Du es tust - also ohne Regulativ, ohne andere Blickwinkel.

Und wenn Dir an einer Diskussion gelegen ist,
dann kommentiere doch mal meine Vorschläge zur
Leistungsbesoldung von Lehrern, anstatt nur auf Unis
rumzureiten.

Meiner Meinung nach müßte man sogar das Einkommen der Lehrer anheben. Ich bin ja nun desöfteren in Schulen, in nachschulischen Horten, in Klassen, stehe vor Klassen/Klassenarbeitsgruppen.

Solange die Schüler einigermaßen gesunden Menschenverstand, ein wenig Willen und vorallem halbwegs Benehmen mitbringen, macht diese Sache riesig viel Spaß.

Spätestens wenn aber solche mißratenen, großmäuligen Bälger das angenehme Klima aufmischen, und man gleichzeitig keine griffige Handhabe zur Maßregelung hat, ist es vorbei mit dem Spaß.
Und in solchen Momenten sage ich mir immer „Ich wöllte diesen Beruf dann nicht ausüben…Respekt vor den Menschen, die sich damit herumschlagen.“

Um also überhaupt wieder Anreiz zu schaffen, müßte man das Geld für den Beruf nach oben schrauben, gleichzeitig natürlich, wie in manchen Bundesländern schon Jahre üblich, das Berufsbeamtentum abschaffen und mehr Handhabe zum Aushebeln von Lehrern bereitstellen.

Das ist aber nur ein kleiner Teil: Das ganze System muß reinstalliert werden. Geregelte, kostenfreie Kindergartenbetreuung 7.00 bis 16.00 Uhr. Zusätzlich Angebote für Eltern, die in einem anderen Zeitfenster arbeiten. Standardmäßige Hortbetreuung direkt nach der Schule. Das erfordert natürlich einen Speiseraum und eine Schulküche, selbst daran mangelt es in weiten Teilen Deutschlands. Vorallem in den Alten Ländern. Die ganze Erziehung muß wieder auf eine Situation zurechtgerückt werden, daß nämlich bis auf die ersten Jahre das Kind mehrheitlich nicht bei den Eltern ist und damit auch anderenorts erzogen und betreut werden muß. Sprich: Schulen und Kindergärten müssen wieder weg von der reinen Bildungsanstalt zur Erziehungsanstalt kommen. Hinzu kommt eine allgemeine Bildungsreform: zentralstaatliche Organisation und Vereinheitlichung der Bildung, Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems hin zu einer 10klassigen Standardschule und anschließender gymnasialer Oberstufe, wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt werden und eine entsprechende Lehrerbeurteilung positiv ausfällt. Ach und so kann man diese Dinge stundenlang fortsetzen.

Es ist eben falsch, sich die Lehrer herauszugreifen und da nun an allen möglichen Reglern zu drehen.

MfG

Hallo Tom,

Natürlich sieht das ein Schüler, so dämlich sind die meisten
ja auch nicht :smile:

Das ist wohl weniger eine Frage der Dämlichkeit als des Einblicks. Jeder Studienreferendar kann ein Lied davon singen, wie man als Berufsanfänger den Vorbereitungsaufwand unterschätzt. Versteh mich bitte richtig: ich beklage mich nicht über zu viel Arbeit. Ich möchte nur, dass sie zumindest nicht rundweg abgeleugnet wird…

Ein Schüler sieht sogar, daß es einen riesen
Unterschied macht ob man Deutsch / Geschichte oder Mathe /
Sport unterrichtet.

Hmm, das kommt mir mal wieder so vor wie „Tante Emma spricht das Vorurteil der Woche“. Man kann Deutschunterricht so machen, dass man die Stunden von vor 5 Jahren grad noch mal hält (gibt es ), man hat Geschichtsbücher, die alle Quellentexte enthalten, die man benützen möchte, Geschichte ist kein Klassenarbeitsfach, also fast null Korrektur in der SekI. Man kann Deutsch so unterrichten, dass man pro Stunde 2 Stunden Vorbereitung braucht. Gibt es auch. Man kann Mathe so unterrichten, dass man die Schüler grad die Aufgaben im Buch rechnen lässt. Man kann aber auch eine andere Aufgaben- und Bearbeitungskultur entwickeln. Man kann Mathe auch so unterrichten, dass die Leute später an der Uni nicht meinen, die Dozenten reden chinesisch und im ersten Semester Maschbau wegen Mathe das Handtuch werfen. Dann bekommt man allerdings auch nicht die Rückmeldungen von seinen Ehemaligen, die du deinen Lehrern gibst. Wir haben ein recht junges und engagiertes Kollegium, gerade in den naturwissenschaftlichen Fächern. Da wird richtig gut gearbeitet.

Und genau das ist die Katastrophe! So etwas kann man sich
nirgendwo sonst leisten. Du siehst doch in Deinem privaten
Umfeld sicherlich wie es ist in einem Job zu arbeiten der
einem jederzeit gekündigt werden kann. Macht ein Arzt ständig
Fehler wird ihm die Zulassung entzogen. Ist ein Dienstleister
nicht in der Lage seine Kunden zu befriedigen verliert er eben
die. Nur an einer ultrawichtigen Institution wie der Schule
ist davon nix zu sehen. Gute Lehrer bekommen keinen Bonus,
schlechte dürfen machen mwas sie wollen ohne den um den Job
bangen zu müssen. Das ist doch eigentlich unglaublich. Nur
irgendwie scheint sich jeder mit diesem System zu engagieren
anstelle dagegen anzukämpfen.

Nein, das siehst du falsch. Wir kämpfen wie die Löwen. Unserem zuständigen Referenten in der Schulaufsicht werden die Ohren klingeln. Das Problem ist: wenn ein Lehrer nicht nachweisbare Formfehler macht, ist er schwer zu packen. Einen haben wir drangekriegt als er im mündlichen Abitur Absprachen mit den Abiturienten getroffen hatte (was er nicht darf) und sich dann nicht daran gehalten hat (was zudem eine moralische Sauerei ist). Wenn einer „nur“ schlechten Unterricht macht, können wir nicht mehr tun, als ihn darauf hinzuweisen, ihm schlechte Beurteilungen geben, etc, habe ich alles in einem früheren Posting schon geschrieben. Ich bin die erste, die den Beamtenstatus für Lehrer streicht, wenn wir nachvollziehbare Kriterien zur Leistungsbeurteilung haben. Das allerdings ist schwierig - wir erwirtschaften halt nicht Geld. (Übrigens: bis ein Arzt die Zulassung verliert muss er schon einige Leute auf dem Gewissen haben. Besser klappt das bei Versicherungsbetrug, aber auch da haben wir doch schon diverse schwarze Schafe mit einem blauen Auge (und der Zulassung) davonkommen sehen…) Das Problem mit dem Beamtenstatus ist übrigens in der Realität ein ganz anderes: Ein Beamter kostet den Staat, so lange er im aktiven Dienst ist, weniger als ein Angestellter (denn für den Arbeitgeber entfällt der Arbeitgeberanteil an Sozial-und Krankenversicherung und Beihilfe muss er nur zu einem gewissen Prozentsatz und nur im tatsächlichen Krankheitsfall zahlen). Eine Freundin von mir war eine Zeit lang für das Land Baden-Württemberg damit beschäftigt, genau das konkret zu berechnen. Man hat dann aus Kostengründen von der Überführung der Lehrerschaft ins Angestelltenverhältnis abgesehen.

Grundschule und Gymnasium in Nordbayern.

Schau an: ich auch. Aber ich hatte, von ein paar Spinnern abgesehen, eigentlich ganz gute Lehrer. Meinen Mathelehrer finde ich heute noch klasse (aber der ist ja nun leider aD…)

Der Ruf der Lehrer kommt ja schließlich nicht von nichts.

Naja, ich höre auch andere Töne als nur schlechte über den Ruf der Lehrer. Und wenn ich auf die Stammtischparole von wegen „vormittags Recht und nachmittags frei“ frage, warum derjenige denn dann diesen „easy-going-job“ nicht gelernt hat („bei der Aufnahmeprüfung zum Sportstudium durchgefallen?“) sondern so ein armer bemitleidenswerter Arzt geworden ist (oder Anwalt oder Ingenieur etc) hört man dann oft: Mit den unerzogenen Gören möchte ich mich nicht abgeben. Dann denkt man sich halt den Rest oder?
Gruß Orchidee

Hallo!

In Bayern und Baden-Württemberg ist die Evaluierung
gesetztlich vorgeschrieben. In Bayern hat das sogar schon Mite
der 90er angefangen.

Was heißt „gesetzlich vorgeschrieben“? Ich bn seit vier Semestern an einer bayerischen Uni und habe bisher bei einem Prof einen Fragebogen am Ende des Semesters ausfüllen dürfen. Der war aber eher schlecht als recht gemacht und alles andere als offiziell und auswertungsfähig.

Ist jeder Dozent verpflichtet, am Ende seiner Veranstaltung eine Evaluierung zu machen, und darf er das, wenn er es will?!

Grüße!

Hi Orchidee,

ok ich erkenne an, daß es Kollegien gibt wo es so läuft wie Du sagst. Dennoch existiert auch die dunkle Seite. Meine Ex-Freundin ist Lehrerin an einem Gymnasium wo der Direktor die Klinke von seiner Bürotür abgeschraubt hat um nicht von Kollegen gestört zu werden.

Ich halte nach wie vor das Bildungssystem deutscher Prägung für ein Auslaufmodell, daß an vielen Stellen verbesserungswürdig und reformbedürftig ist. Und ich werde mich auch in Zukunft als „Laie“ zu Wort melden und die Diskussion über die Ausgestalltung des Lehrerberufs nicht alleine den Lehrern überlassen.

Gruß
Tom

Hallo Tom,

ok ich erkenne an, daß es Kollegien gibt wo es so läuft wie Du
sagst. Dennoch existiert auch die dunkle Seite. Meine
Ex-Freundin ist Lehrerin an einem Gymnasium wo der Direktor
die Klinke von seiner Bürotür abgeschraubt hat um nicht von
Kollegen gestört zu werden.

Ja, ich weiß, solche Idioten gibt es. Und das Schlimme ist: wenn du so einen Chef hast kannst du nur noch einen Versetzungsantrag stellen, wobei die Erfolgsaussichten schwer abzuschätzen sind. Da würde man dann gern den unkündbaren Beamtenjob gegen einen zwar kündbaren, aber einen mit Karriereaussichten in einem anderen Unternehmen eintauschen. Dummerweise geht das in unserem Beruf praktisch nicht.

Ich halte nach wie vor das Bildungssystem deutscher Prägung
für ein Auslaufmodell, daß an vielen Stellen
verbesserungswürdig und reformbedürftig ist.

Auslaufmodell würde ich nicht sagen (wir „produzieren“ noch immer richtig gute Absolventen, nur leider auch zu viele schlechte), aber reformbedürftig sehr wohl.

Und ich werde
mich auch in Zukunft als „Laie“ zu Wort melden und die
Diskussion über die Ausgestalltung des Lehrerberufs nicht
alleine den Lehrern überlassen.

Kannst du ja auch, so lange wir auf sachlicher Ebene und - wie der Lateiner sagt „sine ira et studio“ diskutieren.
Gruß Orchidee
PS: Wie ist der Schnee in Zermatt?

Hallo.

Genau solche Berichte kenne ich auch - und zwar durch die Bank weg.

Das meinte ich damit, daß gut und gerne sonst etwas in einem Gesetzestext stehen kann. Damit ist aber noch lange nicht eine Umsetzung garantiert. :smile:

MfG