Lehrerfortbildungen - Terminplanung

Hallo miteinander,

wie fast jede Woche (nein, keine Übertreibung !) fallen bei meiner Tochter (6. Klasse Gymnasium, B-W, G8) einzelne Stunden aus, weil die jeweilige Lehrkraft angeblich kurzfristig auf Schulung ist. Langsam ärgert mich das wirklich ! Zugegeben, an dieser Schule läuft organisatorisch vieles zum Haareraufen, vielleicht liegt es auch daran, deshalb die Frage:

Bei rund 13 Wochen unterrichtsfreier Zeit, davon 6 Wochen Urlaub und demnach 7 Wochen Zeitausgleich, Vorbereitung und ähnlichem, müßte es doch möglich sein, dass bereits zu Schuljahresbeginn an einer Schule festgelegt wird, welcher Lehrer wann auf welche Fortbildung gehen soll. Diese könnte dann in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden, die Lehrkräfte hätten ausreichend Zeit, sich mit der privaten Urlaubsplanung daran zu orientieren und es würde nicht so viel Unterricht ausfallen.

Falls das Argument kommt, die Lehrer seien dadurch zu sehr eingeschränkt (das hat mir einmal eine Lehrerin privat geklagt, die in den Sommerferien eine ganze Woche auf Schulung sollte und das als Zumutung empfand…), weise ich darauf hin, dass erstens Eltern auch durch die Ferienzeiten eingeschränkt sind und es zweitens viele Arbeitnehmer mit saisonaler Urlaubssperre gibt. So habe ich jahrelang zwischen Weihnachten und Neujahr gearbeitet, das war einfach nötig in meinem Beruf, Pech gehabt.

Vielleicht ist es ja nur an der Schule meiner Tochter so chaotisch, und anderswo funktioniert die Sache mit der Fortbildung ? Das würde mich sehr interessieren. Und zur Klarstellung: Es geht mir NICHT darum, dass Lehrer angeblich zu wenig arbeiten !!!

Neugierige Grüße,

Inselchen

Auch hallo,

Du kannst dir auf http://www.lehrerfortbildung-bw.de gerne mal die Datenbank ansehen, in der die Fortbildungen verzeichnet sind. Und du wirst sehen, dass es auch in der unterrichtsfreien Zeit Fortbildungen gibt.

Es gibt auch nichtschulische Träger, die in den Ferien Fortbildungen anbieten, z.B. Deutsche Physikalische Gesellschaft. Ebenso gibt es Fortbildungsmöglichkeiten an Wochenenden, allerdings haben dann die Lehrer häufig die Kosten für Anreise, Unterbringung und Kursgebühren selbst zu tragen. Ich erinnere mich an meine Zeit ausserhalb der Schule und da hat mein Arbeitgeber die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und die Seminargebühren, die sicher im 4stelligen Eurobereich lagen selbstverständlich übernommen. Ebenso gibt es KollegInnen die nebenher ein Fernstudium im Bereich Bildungsmanagement o.ä. aufgenommen haben.

Ein Lehrer kann nur dann auf Fortbildung gehen, wenn eine Fortbildung angeboten wird und auch die Kostenübernahme geklärt ist. Zur Zeit gibt es in BW natürlich enormen Fortbildungsbedarf wg. G8, NWT, neue Form der Abituraufgaben. Diese Fortbildungen können schlicht nicht alle in den Ferien stattfinden, weil auch die Menge der Fortbildner und Räume begrenzt ist.

Der von dem Lehrer zu haltende Unterricht kann natürlich nicht stattfinden. An vielen Schulen gibt es deswegen für diesen Fall die Möglichkeit, dass der abwesende Lehrer eine Aufgabe stellt, die in der Zeit bearbeitet werden soll. Diese muss dann natürlich nachbesprochen werden, es muss die Möglichkeit einer Aufsicht gewährleistet sein und noch einige kleine Randbedingungen müssen erfüllt sein. Wenn allerdings 10 Englischlehrer auf einen Schlag zu einer angeordneten Fortbildung müssen ergeben sich ganz andere Probleme … . Man sollte auch daran denken, dass es für Überstunden keinen Freizeitausgleich gibt, das wäre wiederum ein Unterrichtsausfall an einer anderen Stelle.

Die Fortbildungsplanung zum Beginn des Schuljahres ist auch unmöglich. Wenn ein Lehrer auf eine Fortbildung geht, dann sollte er dieses spezifische Wissen auch anwenden können. Zu diesem Zeitpunkt ist allerdings oft noch garnicht bekannt, welche Fortbildung angeboten werden können, weil das für die Schulverwaltung immer mit Kosten verbunden ist und der Etat für diese Veranstaltungen ja auch beschränkt ist.

Vielleicht beantwortet das deine Fragen noch nicht erschöpfend, … dann einfach nachfragen.

Gruß
MK

Hallo,

nun ja, wir Fortbilder sind da nicht so ganz unschuldig oder sollte ich sagen, das System? Warum sollten wir unsere Fortbildungen in die Ferienzeit legen, wenn Lehrer dort ihre wohlverdienten Ferien haben. Diese Fortbildungen werden kaum besucht, damit machen wir also keinen Gewinn. Übrigens handhaben wir das in der Wirtschaft ebenso. Fortbildungen in der Sommerzeit werden kaum wahrgenommen, daher unterbreiten wir Betrieben in dieser Zeit nur Sonderangebote als Lockangebote. Da sind wir schon auf unseren Vorteil bedacht - und wer ist das in der Wirtschaft nicht. Seminare, die in die Schulzeit gelegt werden, werden jedenfalls so besucht, dass es sich lohnt, diese auch anzubieten. Allerdings bieten wir auch viel an Wochenenden an.

Die Seminare, die von staatlicher Seite angeboten werden, werden meistens von Lehrern angeboten. Warum sollten diese ihre ganzen Ferien für die verschiedensten Seminare, die sie halten müssen, opfern? Soweit sollte man auch mal denken. Übrigens werden staatliche Fortbildungen oft auf Tage verlegt, an denen die meisten Schulen keinen Nachmittagsunterricht haben - sofern es sich denn um Nachmittagsveranstaltungen handelt. Hier opfern Lehrer sehr wohl ihre freien Stunden oder die Stunden, die sie für die Unterrichtsvorbereitung nutzen würden und die sie dann auf den Abend verlegen müssen. Es gibt Tage, die werden in verschiedenen Bundesländern als nachmittagsfrei erwünscht - es ist die Schulleitung, die sich nicht immer daran hält oder gar halten kann.

Die Seminare werden also von jemand angeboten. Und wann die angeboten werden, hängt vom Anbieter ab, nicht von den Lehrern. Ich muss dich also leider enttäuschen und dir sagen, dass wir in diesem Fall die Übeltäter sind und nicht die Lehrer. Schade, nicht? Ist es doch immer so einfach, die Lehrer oder die Schule als schuldige darzustellen. Aber wir sind es zur Abwechslung mal.

Ja, aber bei der Einstellung gegenüber Schule wundert mich vieles nicht mehr. Diese Einstellung geben wir nämlich fleißig unseren Kindern weiter. Ich bin über deine Beiträge und die Einstellung, die daraus spricht, doch manchmal sehr verwundert. Auch wenn es sein kann, dass deine Kinder auf eine Schule gehen, die so manch einem das Haareraufen lehrt. Aber so schwer es fällt, ich würde mir manchmal etwas mehr Respekt wünschen gegenüber dem, was in diesem Job von vielen geleistet wird. Zu unrecht werden da alle in einen Topf geworfen und mir scheint, als würde man nur noch die wenigen schwarzen Schafe sehen und werten. Und das, was dabei geleistet wird, wird absolut aus den Augen verloren. Ich muss gestehen, mir würde es schwer fallen, jedes Jahr von vorne zu beginnen, den Glauben an die Erziehung nicht zu verlieren und jedes Jahr neu, Kinder zu unterrichten, die zu Unselbstständigkeit, Ignoranz und Ichbezogenheit erzogen wurden und nie gelernt haben respektvoll mit anderen umzugehen, weil sie in ihrer Erziehung nie Grenzen kennen gelernt haben. Und bei jedem Wehwehchen war Mama oder Papa schließlich auch gleich beim Lehrer, um ich zu beschweren - daher kann der ja nicht viel taugen…einer mit so vielen Ferien, frei einteilbarem Freizeitvergnügen und wenig Stress, wenn er Jahr für Jahr sein Material aus den Schubladen ziehen kann. Warum bist du eigentlich nicht Lehrerin geworden? Umschulungen lohnen sich noch, für den bestbezahlten Halbtagsjob werden zukünftig viele Lehrer benötigt. Falls du einen renommierten Anbieter in Sachen Fortbildung suchst, einfach melden… :wink:

Grüße von Kim

Liebe Corinne,
das was du da vorbringst kann doch nicht ernsthaft eine Erklärung sein für eine Reduzierung des Bildungsangebots für unsere Kinder. Das nimmt ja mittlerweile erschütternde Formen an wie viele Stunden da ausfallen. Warum sollen denn für den Berufstand Lehrer und für die Branche öffentliche Bildung permanent andere Regeln gelten als für jede andere Unternehmung?
Die paar? schwarzen Schafe (wie du sie nennst) werden doch de facto von einem Heer von Mitläufern in diesem Berufstand gestützt und mitgezogen. In jeder anderen Arbeitsumgebung würden diese Leute auf die Straße gesetzt und/oder würden deren Mitarbeiter ein solches Verhalten nicht tolerieren.
Übrigens, auf der einen Seite wehrst du dich vehement gegen Pauschalisierungen gegenüber Lehrern, andererseits bist du aber sofort bereit Pauschalbehauptungen gegenüber Eltern, Kindern und Erziehungsmethoden rauszulassen. Keine feine Art.
Ich halte eine gewisse Pauschalisierung gegenüber Lehrern für legitim, weil jeder der auf der Schule war, weiß, wie außerordentlich abhängig die eigene schulische Leistung von der Arbeitsleistung des entsprechenden Lehrers ist und weil es sich nicht um ein paar schwarze Schafe handeln kann, wenn man mit Eltern in der gesamten Republik über dieses Thema redet und wirklich jeder von 1-5 Lehrern an seiner Schule berichten kann. Das sind nicht ein paar schwarze Schafe - das ist ein Trend.
Gruß D.K.

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Polemik
Hallo Corinna,

Warum sollten wir unsere
Fortbildungen in die Ferienzeit legen, wenn Lehrer dort ihre
wohlverdienten Ferien haben.

Lies meine Frage bitte genauer. Ich habe nie behauptet, Lehrer hätten ihren Urlaub nicht verdient. Und ich habe auch zu keiner Zeit gesagt, dass Lehrer grundsätzlich zu viel frei haben, sondern bin mir bewußt, dass 13 Wochen unterrichtsfrei nicht automatisch 13 Wochen lässige Freizeit bedeuten. Ich sehe aber gerade durch die viele unterrichtfreie Zeit eine Möglichkeit, Unterrichtsausfall zu vermeiden oder wenigstens zu reduzieren.

Diese Fortbildungen werden kaum
besucht, damit machen wir also keinen Gewinn. Übrigens
handhaben wir das in der Wirtschaft ebenso. Fortbildungen in
der Sommerzeit werden kaum wahrgenommen, daher unterbreiten
wir Betrieben in dieser Zeit nur Sonderangebote als
Lockangebote.

Ferien sind nicht nur in der Sommerzeit, aber ich kann Deinem Argument folgen.

Die Seminare, die von staatlicher Seite angeboten werden,
werden meistens von Lehrern angeboten. Warum sollten diese
ihre ganzen Ferien für die verschiedensten Seminare, die sie
halten müssen, opfern? Soweit sollte man auch mal denken.
Übrigens werden staatliche Fortbildungen oft auf Tage verlegt,
an denen die meisten Schulen keinen Nachmittagsunterricht
haben - sofern es sich denn um Nachmittagsveranstaltungen
handelt. Hier opfern Lehrer sehr wohl ihre freien Stunden oder
die Stunden, die sie für die Unterrichtsvorbereitung nutzen
würden und die sie dann auf den Abend verlegen müssen.

Wobei sie ja auch einen Zeitausgleich haben durch die Ferien. In der freien Wirtschaft nennt man das „Überstunden abgleiten“, zumindest theoretisch, denn in vielen Betrieben findet so etwas gar nicht mehr statt.

Ich muss dich also leider enttäuschen und dir sagen,
dass wir in diesem Fall die Übeltäter sind und nicht die
Lehrer. Schade, nicht? Ist es doch immer so einfach, die
Lehrer oder die Schule als schuldige darzustellen. Aber wir
sind es zur Abwechslung mal.

Hast Du schlecht geschlafen ? Was soll das, meine Frage bezog sich auf organisatorische Dinge. Man wird doch auch einmal darüber nachdenken dürfen, wie man den ständigen Stundenausfall langfristig in den Griff bekommen könnte, zumindest theoretisch ? Ich lasse mich hier gerne belehren, warum das nicht geht - sofern es sich um sachliche Gründe und nicht Polemik handelt.

Ja, aber bei der Einstellung gegenüber Schule wundert mich
vieles nicht mehr. Diese Einstellung geben wir nämlich fleißig
unseren Kindern weiter. Ich bin über deine Beiträge und die
Einstellung, die daraus spricht, doch manchmal sehr
verwundert.

Liebe Corinna, ich gehöre zu den Doofen, die trotz Job und dreier Kinder viel ehrenamtliche Arbeit an Schule und Kindergarten leistet (und dann, ähnlich wie Lehrer auf privater Fortbildung, abends die verlorene Bürozeit nachholt). Ich habe zu den allermeisten Lehrern ein sehr gutes Verhältnis, aber es gibt an der Schule meiner Tochter gravierende Probleme, die auch die „altgedienten“ Lehrer teilweise zur Verzweiflung bringen. Oder wie interpretierst Du beispielsweise eine Aussage des sehr guten älteren Mathelehrers, die so anfängt: „Ich darf ja nicht über Kollegen schimpfen, aber ich verstehe nicht, warum sie dasunddas einfach nicht auf die Reihe kriegen und ihr und eure Eltern das ausbaden müssen!“ - gerichtet an die Klasse, übrigens.

Ich war selbst auf einer anderen Schule und kenne solche Zustände gar nicht. Meine Einstellung der Institution Schule gegenüber ist grundsätzlich sehr positiv, aber im Prinzip spielt das hier gar keine Rolle.

ich würde mir manchmal etwas mehr Respekt
wünschen gegenüber dem, was in diesem Job von vielen geleistet
wird.

Den Respekt habe ich und drücke ihn den Lehrern gegenüber auch aus.

Zu unrecht werden da alle in einen Topf geworfen und mir
scheint, als würde man nur noch die wenigen schwarzen Schafe
sehen und werten. Und das, was dabei geleistet wird, wird
absolut aus den Augen verloren. Ich muss gestehen, mir würde
es schwer fallen, jedes Jahr von vorne zu beginnen, den
Glauben an die Erziehung nicht zu verlieren und jedes Jahr
neu, Kinder zu unterrichten, die zu Unselbstständigkeit,
Ignoranz und Ichbezogenheit erzogen wurden und nie gelernt
haben respektvoll mit anderen umzugehen, weil sie in ihrer
Erziehung nie Grenzen kennen gelernt haben. Und bei jedem
Wehwehchen war Mama oder Papa schließlich auch gleich beim
Lehrer, um ich zu beschweren - daher kann der ja nicht viel
taugen…einer mit so vielen Ferien, frei einteilbarem
Freizeitvergnügen und wenig Stress, wenn er Jahr für Jahr sein
Material aus den Schubladen ziehen kann.

Hier wirfst DU alle Eltern in einen Topf. Sehr kontraproduktiv…

Warum bist du
eigentlich nicht Lehrerin geworden? Umschulungen lohnen sich
noch, für den bestbezahlten Halbtagsjob werden zukünftig viele
Lehrer benötigt. Falls du einen renommierten Anbieter in
Sachen Fortbildung suchst, einfach melden… :wink:

Es gibt nichts, was mich am Lehrerberuf reizen würde, nein, danke. Aber nochmal, komm von Deiner Palme - ICH habe nie von einem gut bezahlten Halbtagsjob gesprochen.

Viele Grüße,

Inselchen

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Hallo Martin,

danke für die Antwort, das brachte mich schon weiter - und ergab neue Fragen :wink:

Es gibt auch nichtschulische Träger, die in den Ferien
Fortbildungen anbieten, z.B. Deutsche Physikalische
Gesellschaft.

Wie läuft das eigentlich, melden die Lehrer den Wunsch nach Fortbildung an, sucht die Schulleitung etwas heraus, wird gemeinsam beschlossen, wer wohin geht, gibt es ein Hickhack unter Lehrern, wer vielleicht bevorzugt wird (kenne ich so aus meiner Angestelltenzeit - Zickenalarm halt) ?

Ebenso gibt es Fortbildungsmöglichkeiten an
Wochenenden, allerdings haben dann die Lehrer häufig die
Kosten für Anreise, Unterbringung und Kursgebühren selbst zu
tragen.

DAS kann es aber auch nicht sein. Ich bin - wie sicher viele Eltern - davon ausgegangen, dass Lehrer auf Fortbildung höchstens den abendlichen Discobesuch aus eigener Tasche bezahlen müssen, analog den Gepflogenheiten der freien Wirtschaft (solange es keine VW-Manager sind :wink:).

Ich erinnere mich an meine Zeit ausserhalb der Schule
und da hat mein Arbeitgeber die Kosten für Unterkunft,
Verpflegung und die Seminargebühren, die sicher im 4stelligen
Eurobereich lagen selbstverständlich übernommen. Ebenso gibt
es KollegInnen die nebenher ein Fernstudium im Bereich
Bildungsmanagement o.ä. aufgenommen haben.

Eben.

Ein Lehrer kann nur dann auf Fortbildung gehen, wenn eine
Fortbildung angeboten wird und auch die Kostenübernahme
geklärt ist. Zur Zeit gibt es in BW natürlich enormen
Fortbildungsbedarf wg. G8, NWT, neue Form der Abituraufgaben.
Diese Fortbildungen können schlicht nicht alle in den Ferien
stattfinden, weil auch die Menge der Fortbildner und Räume
begrenzt ist.

Das sehe ich ein. Vielleicht wäre es auch förderlich, wenn Eltern davon erfahren würden, wenn Lehrer in den Ferien auf Seminar waren. Man hat als Außenstehender wirklich das Gefühl, dass das Lehrerteam eigentlich nie auch nur annähernd vollständig an der Schule ist. Da es bei Krankheit natürlich keine Vertretungslehrer gibt, wird es in den nächsten Monaten garantiert noch komplizierter, und es ist mir ein Rätsel, wie unter solchen Umständen der Lehrplan eingehalten werden soll.

Der von dem Lehrer zu haltende Unterricht kann natürlich nicht
stattfinden. An vielen Schulen gibt es deswegen für diesen
Fall die Möglichkeit, dass der abwesende Lehrer eine Aufgabe
stellt, die in der Zeit bearbeitet werden soll. Diese muss
dann natürlich nachbesprochen werden, es muss die Möglichkeit
einer Aufsicht gewährleistet sein und noch einige kleine
Randbedingungen müssen erfüllt sein.

Ja, die Randbedingungen *seufz*, mit denen stimmt bei uns leider auch einiges nicht. Dafür können aber die Lehrer nichts, das hängt doch am Organisationstalent einer Schulleitung und/oder an den klammen Finanzen.

Man
sollte auch daran denken, dass es für Überstunden keinen
Freizeitausgleich gibt, das wäre wiederum ein
Unterrichtsausfall an einer anderen Stelle.

Bei rund 13 Wochen unterrichtsfrei, abzüglich 6 Wochen Urlaub, bleiben doch 7 Wochen Rest. Davon 2 Wochen Weiterbildung (was in Reinform nicht geht, das sehe ich jetzt ein), verbleiben 5 Wochen. Reicht das nicht für Unterrichtsvorbereitung und Überstundenabgleich ? Bitte nicht gleich schimpfen, ich meine es nicht provokativ, und mir ist klar, dass es auch auf die Fächerkombination und die Schulart ankommt. Ich möchte auch gar keine Berechnung, nur eine grobe Einschätzung, denn ich lese einerseits immer von Überstunden, kann aber nicht immer verstehen, wo dann diese unterrichtsfreien Wochen tatsächlich bleiben.

Und wenn es so sehr viele Überstunden sind, dann wäre es an der Zeit, grundsätzliches zu ändern, denn es sollte nicht sein, dass jemand schon auf dem Papier gar nicht im normalen Zeitrahmen bleiben kann.

Die Fortbildungsplanung zum Beginn des Schuljahres ist auch
unmöglich. Wenn ein Lehrer auf eine Fortbildung geht, dann
sollte er dieses spezifische Wissen auch anwenden können. Zu
diesem Zeitpunkt ist allerdings oft noch garnicht bekannt,
welche Fortbildung angeboten werden können, weil das für die
Schulverwaltung immer mit Kosten verbunden ist und der Etat
für diese Veranstaltungen ja auch beschränkt ist.

Habe ich das richtig verstanden: Man muss Etat, Themen und Veranstaltungsangebot beachten, und das ist am Anfang eines Schuljahres noch nicht möglich ?

Vielleicht beantwortet das deine Fragen noch nicht
erschöpfend, … dann einfach nachfragen.

Danke, habe ich hiermit gemacht :wink:

Viele Grüße,

Inselchen

Hallo Inselchen,

Wie läuft das eigentlich, melden die Lehrer den Wunsch nach
Fortbildung an, sucht die Schulleitung etwas heraus, wird
gemeinsam beschlossen, wer wohin geht, gibt es ein Hickhack
unter Lehrern, wer vielleicht bevorzugt wird (kenne ich so aus
meiner Angestelltenzeit - Zickenalarm halt) ?

Zu Beginn des Kalenderhalbjahres (nicht etwa des Schuljahres) erscheint ein Katalog der staatlichen bzw. staatlich finanzierten Lehrerfortbildungsinstitute, und zwar übergreifend für alle Schularten. Zumindest hier in RLP ist die Quantität und erst recht die Qualität dessen was angeboten wird zumindest für den gymnasialen Bereich eher dürftig.Theoretisch kann dann jeder Lehrer suchen was er für seine Fächer/ seine Funktionen/ seine Weiterbildungsinteressen findet und sich anmelden, wenn seine Schulleitung ihn dafür freistellt. Ob sie das tut oder nicht, ist im Prinzip ihr überlassen, allerdings hat jeder Lehrer das Recht auf bis zu 6 Fortbildungstage im Jahr während der Unterrichtszeit und außerdem grundsätzlich die Pflicht, sich regelmäßig fortzubilden.

Ebenso gibt es Fortbildungsmöglichkeiten an
Wochenenden, allerdings haben dann die Lehrer häufig die
Kosten für Anreise, Unterbringung und Kursgebühren selbst zu
tragen.

DAS kann es aber auch nicht sein. Ich bin - wie sicher viele
Eltern - davon ausgegangen, dass Lehrer auf Fortbildung
höchstens den abendlichen Discobesuch aus eigener Tasche
bezahlen müssen, analog den Gepflogenheiten der freien
Wirtschaft (solange es keine VW-Manager sind :wink:).

Die staatlich finanzierten Fortbildungsseminare sind im Allgemeinen kostenfrei, jedoch nicht immer die Unterkunft und Verpflegung. Von den Gepflogenheiten der freien Wirtschaft können wir nur träumen - du glaubst doch nicht im Ernst, dass z.B. Dienstreisen wie Klassenfahrten voll bezahlt werden? Die Kosten für die begleitenden Lehrer werden z.T. auf die teilnehmenden Schüler umgelegt, z.T. aber auch von den Lehrern selbst getragen. Fortbildungsangebote von nicht staatlichen Veranstaltern sind praktisch immer selbst zu bezahlen.

Ein Lehrer kann nur dann auf Fortbildung gehen, wenn eine
Fortbildung angeboten wird und auch die Kostenübernahme
geklärt ist.

Allerdings gibt es eine Erklärung des zuständigen Ministeriums in RLP, dass die Finanzierung der Reise durch den Lehrer selbst ebenfalls legal ist. Das sind wir aber froh…

Vielleicht wäre es auch förderlich, wenn
Eltern davon erfahren würden, wenn Lehrer in den Ferien auf
Seminar waren. Man hat als Außenstehender wirklich das Gefühl,
dass das Lehrerteam eigentlich nie auch nur annähernd
vollständig an der Schule ist. Da es bei Krankheit natürlich
keine Vertretungslehrer gibt, wird es in den nächsten Monaten
garantiert noch komplizierter, und es ist mir ein Rätsel, wie
unter solchen Umständen der Lehrplan eingehalten werden soll.

An manchen Schulen existiert eine Schuljahresschrift, in der auch die besuchten Seminare und Fortbildungen der einzelnen Lehrer verzeichnet sind. Finde ich gut, weil es auch dem Image der Kollegen dient, die die Angebote wahrnehmen. Manche Lehrer sind nämlich seit Jahren „fortbildungsresistent“.

Ja, die Randbedingungen *seufz*, mit denen stimmt bei uns
leider auch einiges nicht. Dafür können aber die Lehrer
nichts, das hängt doch am Organisationstalent einer
Schulleitung und/oder an den klammen Finanzen.

Dem Organisationstalent des Vertretungsplanmachers sind Grenzen gesetzt: wenn ein Kollege an einem Tag ohnehin schon 7 Stunden durchgehend unterrichtet, ist eine zusätzliche Vertretung wohl kaum zumutbar (und glaub mir, 7 Stunden Unterricht sind nicht vergleichbar mit 7 Std. Bürotätigkeit…). Kollegen über 55 dürfen zu zusätzlichen Vertretungen laut Gesetz nicht herangezogen werden. Da entbrennt dann bei gewissen Leuten der Streit zwischen Lehrer („ich bin über 55“) und Vertretungsplaner („aber in diesm Monat sind Ihnen bereits 2 Std. ausgefallen, die müssen Sie nacharbeiten“). Unerfreuliche Sache.

Anmerkung noch von mir zu Ferien und Urlaub: Ich würde noch heute meine gesamten Ferien gegen die übliche Zahl von Jahresurlaubstagen tauschen, wenn ich die nehmen könnte wann ich mag und sie in der Tat frei wären von allem was mit Schule zu tun hat. Jetzt wo meine Kinder erwachsen sind würde ich für mein Leben gern mal Anfang März zum Skifahren, Im Juni nach Italien oder im September ins Gebirge fahren. aber da muss ich wohl bis 65 warten (denn vorher lassen sie uns - im Gegensatz zur Wirtschaft, wo man oft schon mit 58 den „golden handshake“ bekommt, nicht raus, zumindest nicht ohne erhebliche Einbußen.)
Gruß Orchidee

Hallo,

nebenbei bemerkt, ist meine Name Kim oder Corinne :smile:

Wenn du das alles so interpretieren magst, darfst du das gerne tun. Das steht jedem frei und stört mich ehrlich gesagt auch nicht.

Viele Grüße von Kim, die etwas belustigt ist.

Hallo,

Liebe Corinne,
das was du da vorbringst kann doch nicht ernsthaft eine
Erklärung sein für eine Reduzierung des Bildungsangebots für
unsere Kinder.

An sich hoffe ich ja, dass Schüler etwas davon haben, dass ihre Lehrer sich fortbilden. Wie Schulen Fortbildungen legen, die sie buchen wollen, liegt nicht in unserer Entscheidungsmacht. Aber es ist nun mal Tatsache, dass wir - wie auch andere Unternehmen - im Schulbereich nie auf die Idee kommen würden, Seminare überwiegend in den Ferien anzubieten. Logischerweise halten wir uns an die Statistiken, die uns zeigen, welche Bereiche von wem, wann am ehesten besucht werden. Dafür betreiben wir natürlich auch Marktforschung. Selbstlos sind wir da keineswegs. Und wo man nicht selbstlos ist, gibt es Gruppen, die darunter leiden. Das kann ich nicht abstreiten.

Das nimmt ja mittlerweile erschütternde Formen
an wie viele Stunden da ausfallen.

Wie gesagt, wie das gehandhabt wird, liegt bei den Schulen und meine Darstellung betrifft sicherlich nur einen Teilaspekt, warum Stunden ausfallen. Gründe für Stundenausfälle liegen ja nicht nur darin, dass Lehrer ständig Fortbildungen besuchen würden. Da sollte man unterscheiden. Stellt sich natürlich die Frage, wie Stundenausfälle begründet werden und warum es keine Alternativangebote gibt.

Ob ich das gutheiße, dass so viele Stunden ausfallen - steht auf einem ganz anderen Stern. Es ging zunächst einmal darum zu klären, warum Seminare oft nicht in den Ferien stattfinden. Ich mag auch noch mal zu bedenken geben, dass die staatlichen Fortbildungsangebote von Lehrern gegeben werden, die nicht alle ihre Seminare nur allein in die Ferienzeit legen können und wollen.

Warum sollen denn für den
Berufstand Lehrer und für die Branche öffentliche Bildung
permanent andere Regeln gelten als für jede andere
Unternehmung?

Von welchen Regeln sprichst du? Wenn wir Fortbildungen in Unternehmen anbieten, dann finden diese auch zur Arbeitszeit statt, für die sie freigestellt werden müssen. Ebenso gibt es hier auch Wochenendseminare - diese wiederum gibt es ebenso für Lehrer, Wochenendseminare sind aber teurer. Auch mit ein Grund, warum man auch in der Woche Angebote unterbreitet. Das muss man auch sagen. Ich sehe da keine unterschiedliche Handhabung. Nur die Folge mag eine andere sein. Aber wenn ein Arbeitnehmer auf eine Fortbildung geht, kostet ihn das auch Arbeitszeit, in der er eventuell Dinge zu erledigen hätte, auf die Kollegen warten.

Die paar? schwarzen Schafe (wie du sie nennst) werden doch de
facto von einem Heer von Mitläufern in diesem Berufstand
gestützt und mitgezogen. In jeder anderen Arbeitsumgebung
würden diese Leute auf die Straße gesetzt und/oder würden
deren Mitarbeiter ein solches Verhalten nicht tolerieren.

Da wäre ich persönlich sehr dafür.

Ich erlebe in Gesprächen mit Lehrern eine ähnliche Stimmung. Die sind nämlich von diesen schwarzen Schafen ziemlich angeödet, weil sie dem Berufsstand des Lehrers ein schlechtes Image geben. Ich bin auch der Meinung, dass es nicht die Kollegen sind, die diese schwarzen Schafe mitziehen. Denn diese schwarzen Schafe gehören meist zu den Kollegen, die auch nicht viel im Kollegium tun, was wiederum bedeutet, dass die anderen Mehraufwand haben. Aber liegen bleiben darf das, was erledigt werden muss, auch nicht. Wie sollen sich also die Kollegen wehren? Schließlich entscheiden sie nicht über den Verbleib des schwarzen Schafes an ihrer Schule, sie haben aber die Folgen zu tragen (schlechter Ruf, Verärgerung der Eltern, Mehraufwand usw.). Und auch die Schulleitung hat in diesem Bereich nicht viel zu sagen. Das schwarze Schaf wird meist versetzt und dann hat eine andere Schule damit zu kämpfen - das Problem ist damit aber nicht aus der Welt geschafft.

Ich denke, die meisten Lehrer haben nichts gegen eine Einführung des Leistungsprinzips. Viele, mit denen ich spreche, würden auch sofort auf Verbeamtung verzichten, wenn sie die gleichen Möglichkeiten und Rechte hätten wie in der Wirtschaft. Lehrer sein heißt nämlich nicht nur Vergünstigungen haben.

Übrigens, auf der einen Seite wehrst du dich vehement gegen
Pauschalisierungen gegenüber Lehrern, andererseits bist du
aber sofort bereit Pauschalbehauptungen gegenüber Eltern,
Kindern und Erziehungsmethoden rauszulassen.

Dies war nicht als Pauschalisierung gemeint. Es war lediglich eine Darstellung, warum ich es mir schwer vorstelle, Lehrer zu sein, weil mich persönlich gerade diese Punkte stören würden. Und es ist nicht abzustreiten, dass diese Aspekte den Lehrerberuf mittlerweile bestimmen. Klar ist das ein Angriff auf Eltern, aber ich denke, wer seine Kinder im besten Gewissen erzieht, muss sich durch meine Aussage wirklich nicht angegriffen fühlen. Ich bin auch Mutter und weiß wovon ich rede und ich kenne in meiner Familie die Schwierigkeit der Erziehung - gerade weil mein Sohn noch ein Einzelkind ist, was sich aber garantiert ändern wird. Wir leben nun einmal in einer Gesellschaft, die geprägt ist vom „Einzelkindertum“, vom Massenmedienkonsum und hoher Scheidungsrate (Man sachaue sich die Statistiken nur mal an!) und daraus ergeben sich logischerweise die von mir aufgezählten Gefahren wie noch viele andere.

Ich halte eine gewisse Pauschalisierung gegenüber Lehrern für
legitim, weil jeder der auf der Schule war, weiß, wie
außerordentlich abhängig die eigene schulische Leistung von
der Arbeitsleistung des entsprechenden Lehrers ist und weil es
sich nicht um ein paar schwarze Schafe handeln kann, wenn man
mit Eltern in der gesamten Republik über dieses Thema redet
und wirklich jeder von 1-5 Lehrern an seiner Schule berichten
kann. Das sind nicht ein paar schwarze Schafe - das ist ein
Trend.

1-5 Lehrern…hm, und wie sieht das im Betrieb aus? Da gibt es genauso schwarze Schafe und man kommt auf die gleiche Anzahl. Ist das ein Trend? Oder wird deswegen gleich die ganze Branche verbannt?
Ich maße mir wirklich an, zu sagen, ich kenne Berufe der Wirtschaft und Berufe des Beamtentums. Und Lehrer in den Himmel heben, das ist nicht meine Absicht. Aber ich finde, man darf nicht aus den Augen verlieren, dass jeder Beruf und jeder, der darin arbeitet mit ganz eigenen berufspezifischen Problemen zu kämpfen hat, Lehrer wie Manager. Es gibt überall schwarze Schafe, aber es gibt genauso Leistungen, die man anerkennen sollte. Und der Lehrerberuf ist nun einmal einer der Berufe, der ständiger Kritik ausgesetzt ist - eben aus dem Grund, weil wir alle glauben mitreden zu können, was diesen Beruf betrifft, weil wir alle die Schule kennen. Aber Schüler sein und Lehrer sein - das sind zwei verschiedene Welten. Schließlich maße ich mir auch nicht an, zu sagen, der Bäckerberuf ist ein leichtes Handwerk, weil ich perfekt backen kann. Auch mit der Vergangenheit Schüler gewesen zu sein, werden wir nicht zum Experten für den Beruf des Lehrers.

Viele Grüße von Kim

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Hi Inselchen,

Meine Einstellung der Institution Schule
gegenüber ist grundsätzlich sehr positiv

Dann möchte ich dich an einen deiner Sätze aus einem anderen Thread erinnern! Man beachte vor allem den letzten Part…

Wenn ich vermute, dass sicher viele Lehrer so denken wie Du, wird
mein Bild von der Institution Schule nicht besser.

Aber du hast eine positive Einstellung gegenüber Schule, so so…

Polemik, so so…

Genauso stell ich mir Eltern vor, die ernst genommen werden wollen *hüstel*

Gruß Phil

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Hallo Kim,

es ist doch eigentlich ein oranisatorisches Problem und anscheinend ist es in der öffentlichen Bildung nicht möglich bzw. nicht erstrebt, effizient zu arbeiten. Das meine ich mit „anderen Regeln“.
Wenn ich eine Fortbildung plane, dann trete ich sie tatsächlich nur dann an, wenn ich sicher bin, daß meine Kollegen die evtl. anfallende Arbeitsleistung erbringen können oder wenn der zu erwartende Schaden kleiner ist als der Stornobetrag.

Ehrlich gesagt kann ich diese Verantwortung-Schieberei nicht mehr hören. Lehrer zeigt auf den Schulleiter, der auf die Politik und die auf das Beamtentum. Interessiert mich doch nicht. Ich zahle hier Steuern damit meine Kinder eine vernünftige Ausbildung erhalten um einmal einen verantwortungsvollen Job ausfüllen zu können und damit sie nicht Beamte werden müssen. Und so lange dieser Mißstand, warum auch immer, besteht, werde ich und hoffentlich viele andere dieses Bildungsystem mit seinen Akteuren kritisieren, den schlechten Ruf mit der Wahrheit bestätigen und Veränderung fordern. Wenn die guten Lehrer dies auch kontinuierlich täten, dann würden bestimmt auch mal die eine oder andere Stelle genug haben und Änderungen bringen. Wenn allerdings die Verantwortung weiter so einfach und bequem nach oben durchgegeben kann dann ist das für mich nichts als eine Ausrede.

Gruß D.K.

Hallo,

nun, ich arbeite nicht in diesem Job. Und dennoch wage ich zu sagen, dass das nicht viel mit Ausreden zu tun hat, sondern mit der Struktur. Auch sehe ich da keine großen Unterschiede zum Arbeitsleben in der Wirtschaft. Und wenn ich von meiner Erfahrung aus in den wirtschaftlichen Sektor schaue, hatte ich als Manager auch genügend Probleme „schwarze Schafe“ wirklich effektiv aus der Abteilung zu entfernen. Denn man muss sich bei einem guten Betriebsrat auch bei Offensichtlichkeit eine gute Argumentationsgrundlage erarbeiten, damit man nachweisen kann, dass das schwarze Schaf geschäftsschädigend ist. Es ist ja auch in gewisser Form gut, dass es noch nicht so einfach geht. Ich sehe da keine so großen Unterschiede und frage mich, wo du arbeitest, dass du die Möglichkeit hast, dies anders zu erleben.

Viele Grüße von Kim

Hallo kleine Insel,

Wie läuft das eigentlich, melden die Lehrer den Wunsch nach
Fortbildung an, sucht die Schulleitung etwas heraus, wird
gemeinsam beschlossen, wer wohin geht, gibt es ein Hickhack
unter Lehrern, wer vielleicht bevorzugt wird (kenne ich so aus
meiner Angestelltenzeit - Zickenalarm halt) ?

Ich kann es nur von meinem Fachbereich direkt beantworten. Es gibt ein Rundschreiben vom Fachabteilungsleiter, wer Interesse hat meldet sich, bei mehreren Interessenten spricht man sich ab, es funktioniert.

DAS kann es aber auch nicht sein. Ich bin - wie sicher viele
Eltern - davon ausgegangen, dass Lehrer auf Fortbildung
höchstens den abendlichen Discobesuch aus eigener Tasche
bezahlen müssen, analog den Gepflogenheiten der freien
Wirtschaft (solange es keine VW-Manager sind :wink:).

Wie schon anderswo beantwortet, es gibt die öffentlichen Fortbildungen, die auch im Katalog verzeichnet sind. Die sind für die Lehrkräfte kostenneutral. Fortbildungen von freien Trägern sind in der Regel just for fun und müssen - je nach Bundesland - durch die Lehrkräfte finanziert werden.

Das sehe ich ein. Vielleicht wäre es auch förderlich, wenn
Eltern davon erfahren würden, wenn Lehrer in den Ferien auf
Seminar waren. Man hat als Außenstehender wirklich das Gefühl,
dass das Lehrerteam eigentlich nie auch nur annähernd
vollständig an der Schule ist. Da es bei Krankheit natürlich
keine Vertretungslehrer gibt, wird es in den nächsten Monaten
garantiert noch komplizierter, und es ist mir ein Rätsel, wie
unter solchen Umständen der Lehrplan eingehalten werden soll.

Besorg dir einfach einen Bildungsplan, vielleicht gibts für Ba-Wü noch einen G9 Plan bei http://www.bildung-staerkt-menschen.de (von mir gibt es keinen Kommentar zu dem Namen der URL) oder bei http://www.schule-bw.de , dort findest du zu jedem Fach Richtwerte, wieviel Zeit für die einzelnen Themen zu berücksichtigen sind. Wenn du das addierst, die Zeit für Klassenarbeiten und Rückgaben doch dazuzählst, das Schuljahr mit 40 Wochen ansetzt, dann ergibt sich immer noch eine Differenz, die für Krankheit, Projektunterricht, Exkursionen oder sonstiges zur Verfügung steht. Bei G8 sieht es anders aus, aber so verschieden doch wieder nicht. Wenn viel ausfällt muss der Lehrer seine Schwerpunkte eben anders setzen und auf diese Situation auch flexibel reagieren (den Lehrer im nächsten Jahr informieren, dass evtl . noch etwas nachzuholen ist, … )

Ja, die Randbedingungen *seufz*, mit denen stimmt bei uns
leider auch einiges nicht. Dafür können aber die Lehrer
nichts, das hängt doch am Organisationstalent einer
Schulleitung und/oder an den klammen Finanzen.

Wäre das nicht mal ein Punkt für die nächste Schulkonferenz oder ist mit der Schulleitung nicht zu reden (das ist ein ganz anderes Thema und ich kann davon ein Liedchen singen)?

Bei rund 13 Wochen unterrichtsfrei, abzüglich 6 Wochen Urlaub,
bleiben doch 7 Wochen Rest. Davon 2 Wochen Weiterbildung (was
in Reinform nicht geht, das sehe ich jetzt ein), verbleiben 5
Wochen. Reicht das nicht für Unterrichtsvorbereitung und
Überstundenabgleich ? Bitte nicht gleich schimpfen, ich meine
es nicht provokativ, und mir ist klar, dass es auch auf die
Fächerkombination und die Schulart ankommt. Ich möchte auch
gar keine Berechnung, nur eine grobe Einschätzung, denn ich
lese einerseits immer von Überstunden, kann aber nicht immer
verstehen, wo dann diese unterrichtsfreien Wochen tatsächlich
bleiben.

Und wenn es so sehr viele Überstunden sind, dann wäre es an
der Zeit, grundsätzliches zu ändern, denn es sollte nicht
sein, dass jemand schon auf dem Papier gar nicht im normalen
Zeitrahmen bleiben kann.

Nur ein paar Fragen:

Lehrer gelten ja als sogenannte Akademiker. Welcher Arbeitgeber stellt einen Akademiker ein, unter der Voraussetzung, dass er nur einen 75% Job bekommt, weil er das 100% Pensum ja garnicht bewältigen kann?

In welcher Berufsgruppe ist in kurzer Zeit die Arbeitszeit um 10% erhöht worden?

Ein Problem könnte auch sein, dass die Arbeitszeit der Lehrer nicht vernünftig erfasst wird. Ich hatte z.B. gestern 2 Stunden Unterricht, bin jedoch um 6:30 aus dem Haus und abends kurz nach 19:00 zurück gekommen. Alles andere waren sonstige dienstliche Verpflichtungen.

Wo sind die 5 Wochen? Die findest du in der normalen Unterrichtszeit. 25 Unterrichtsstunden sind auch für alte Schlachtschiffe nicht einfach aus der Schublade zu ziehen. Beispielrechnungen des Landesrechnungshofes zeigen, was ein Lehrer in einer normalen Unterrichtswoche arbeitet und in der Jahresrechnung braucht man eben die Ferien um die Arbeitszeit auszugleichen. Die Lehrer sind sogar vom Landesrechnungshof angewiesen selbst über ihre Arbeitszeit zu wachen und sich so vor Selbstausbeutung zu schützen.

Habe ich das richtig verstanden: Man muss Etat, Themen und
Veranstaltungsangebot beachten, und das ist am Anfang eines
Schuljahres noch nicht möglich ?

Natürlich ist das möglich, nur wird das auch an unserer Schule nicht gemacht, weil man auf die offizielle Einladung zur Fortbildung wartet, weil sich in dem Katalog kaum jemand zurecht findet.

Gruß
M.

Hallo D.K.,

es ist doch eigentlich ein oranisatorisches Problem und
anscheinend ist es in der öffentlichen Bildung nicht möglich
bzw. nicht erstrebt, effizient zu arbeiten. Das meine ich mit
„anderen Regeln“.
Wenn ich eine Fortbildung plane, dann trete ich sie
tatsächlich nur dann an, wenn ich sicher bin, daß meine
Kollegen die evtl. anfallende Arbeitsleistung erbringen können
oder wenn der zu erwartende Schaden kleiner ist als der
Stornobetrag.

Nach diesen Regeln wären Fortbildungen nur in den Ferien möglich, bzw. an Schultagen an denen alle interessierten Kollegen gleichzeitig keinen Unterricht hätten. Wenn man sich wirklich die Mühe macht nachzudenken, wieviele Schulen und Lehrer mit Fortbildungsbedarf vorhanden sind muss man feststellen, dass die vorhandenen Fortbildungsangebote nicht alle in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden können. Die Anzahl der Lehrer findet man bei allen statistischen Landesämtern.

In einem betrieblichen Ablauf haben nicht alle Tätigkeiten eine Aussenwirkung, insbesondere wenn sie nur eventuell anfallen. D.h. es können auch einige Abläufe zeitlich gestreckt oder verlegt werden. Der Unterricht würde nicht nur eventuell anfallen, er würde tatsächlich anfallen.

Es gibt die Möglichkeit,
dass der Unterricht ausfällt (in der eigenen Schulzeit war das äußerst beliebt und sind wir deswegen blöder oder haben wir uns im Berufsleben nicht durchgesetzt? Und diejenigen, die Probleme im Berufsleben haben bzw. hatten, haben sie die Probleme weil Unterricht ausgefallen ist?),
dass die Klasse Arbeitsaufträge erhält (ist z.B. in einem Experimentalfach/Sport/Musik nicht immer möglich, wenn kein Fachlehrer vertreten kann. Nein, es ist nicht immer möglich einen entsprechenden Fachlehrer zu finden. Stundenpläne sind komplex, eine Erläuterung kann hier nicht geschehen. ),
es wird ein anderer Fachunterricht erteilt,
der normalerweise stattfindende Unterricht wird an einen anderen Tag verlegt (Das bedeutet, dass die Fortbildungszeit als Überstunden abgegolten werden müssen und die Kinder einen zusätzlichen Nachmittag an Unterricht bekommen, was mit Musikschule, Fussballverein oder sonstwas auf gar keinen Fall gemacht werden darf, vielleicht fährt da an dem Tag auch kein öffentliches Verkehrsmittel, … ).
es wird ein x-beliebiger Kollege in die Klasse gesetzt, der keinen Schüler kennt und die Klasse ruhig hält, für die Schüler fällt nichts aus, die Eltern bekommen nichts mit und alle sind glücklich obwohl faktisch Unterricht ausfällt. Und diese Aufsichten tauchen in keiner amtlichen Statistik auf, was ich hier auch nicht gut finde.

Und noch was, ich gebe zu, dass ich Beamter bin, insofern bin ich natürlich Schuld an der ganzen Bildungsmisere, ich versage dabei alle Schüler zu einem verantwortungsvollen Job zu führen und zu allem Übel werde ich auch noch von den Eltern bezahlt.

Also bezahlen sich die Lehrer zum Teil auch selbst oder ist es mir entgangen, dass ich Steuern zahle?
Wenn für die Eltern die Lehrer einen geringen Stellenwert haben und sich die Eltern ihren Kindern gegenüber auch so äußern (und das tun sie), dann kann ein Lehrer machen was er will, er wird die Schüler nie erreichen können, weil seine Arbeit vom Elternhaus bereits sabotiert wurde.

So lange die Einstellung in vielen Köpfen steckt, dass Beamte keine vernünftige Ausbildung haben, dass sie keinen verantwortungsvollen Job haben, solange … aber darum geht es hier nicht.

Es ist mir schlicht zu blöd, jetzt noch alles aufzuzählen, was in Nicht-Behörden alles falsch läuft.

Es soll übrigens Bundesländer geben, in denen Lehrer Angestellte sind, an unserer Schule gibt es da so einige. Ich bin mir sicher, dass jetzt dann auch noch alle Angestellten keine vernünftige Ausbildung haben oder nur die angestellten Lehrer?

Gruß
MK

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Hallo D.K.,

es ist doch eigentlich ein oranisatorisches Problem und
anscheinend ist es in der öffentlichen Bildung nicht möglich
bzw. nicht erstrebt, effizient zu arbeiten. Das meine ich mit
„anderen Regeln“.
Wenn ich eine Fortbildung plane, dann trete ich sie
tatsächlich nur dann an, wenn ich sicher bin, daß meine
Kollegen die evtl. anfallende Arbeitsleistung erbringen können
oder wenn der zu erwartende Schaden kleiner ist als der
Stornobetrag.

Nach diesen Regeln wären Fortbildungen nur in den Ferien
möglich,

Du sagst es! Und von Lehrern bekomme ich ja auch immer wieder zu hören, daß Ferien keinesfalls Urlaub bedeutet. Wo ist also das Problem?

bzw. an Schultagen an denen alle interessierten
Kollegen gleichzeitig keinen Unterricht hätten.

Gleiches Problem bei uns…da kann dann nicht jeder Kollege gehen. Soll ja auch kein Betriebsausflug sein sondern eine möglichst gezielte Schulung.

In einem betrieblichen Ablauf haben nicht alle Tätigkeiten
eine Aussenwirkung, insbesondere wenn sie nur eventuell
anfallen. D.h. es können auch einige Abläufe zeitlich
gestreckt oder verlegt werden. Der Unterricht würde nicht nur
eventuell anfallen, er würde tatsächlich anfallen.

Hier gebe ich dir recht und weise darauf hin, daß sich ja dann die Ferienzeiten geradezu aufdrängen als Schulungszeit.

Es gibt die Möglichkeit,
dass der Unterricht ausfällt (in der eigenen Schulzeit war das
äußerst beliebt und sind wir deswegen blöder oder haben wir
uns im Berufsleben nicht durchgesetzt? Und diejenigen, die
Probleme im Berufsleben haben bzw. hatten, haben sie die
Probleme weil Unterricht ausgefallen ist?),
dass die Klasse Arbeitsaufträge erhält (ist z.B. in einem
Experimentalfach/Sport/Musik nicht immer möglich, wenn kein
Fachlehrer vertreten kann. Nein, es ist nicht immer möglich
einen entsprechenden Fachlehrer zu finden. Stundenpläne sind
komplex, eine Erläuterung kann hier nicht geschehen. ),
es wird ein anderer Fachunterricht erteilt,
der normalerweise stattfindende Unterricht wird an einen
anderen Tag verlegt (Das bedeutet, dass die Fortbildungszeit
als Überstunden abgegolten werden müssen und die Kinder einen
zusätzlichen Nachmittag an Unterricht bekommen, was mit
Musikschule, Fussballverein oder sonstwas auf gar keinen Fall
gemacht werden darf, vielleicht fährt da an dem Tag auch kein
öffentliches Verkehrsmittel, … ).
es wird ein x-beliebiger Kollege in die Klasse gesetzt, der
keinen Schüler kennt und die Klasse ruhig hält, für die
Schüler fällt nichts aus, die Eltern bekommen nichts mit und
alle sind glücklich obwohl faktisch Unterricht ausfällt. Und
diese Aufsichten tauchen in keiner amtlichen Statistik auf,
was ich hier auch nicht gut finde.

Noch ein Argument mal die Ferienzeit für Sinnvolleres als für Pseudourlaub zu nutzen.

Und noch was, ich gebe zu, dass ich Beamter bin, insofern bin
ich natürlich Schuld an der ganzen Bildungsmisere, ich versage
dabei alle Schüler zu einem verantwortungsvollen Job zu führen
und zu allem Übel werde ich auch noch von den Eltern bezahlt.

Mich interessiert Schuld überhaupt nicht, aber mich interessiert was du dagegen tust, gegen die Bildungsmisere, gegen den schlechten Ruf der öffentlichen Bildung und seiner Akteure? Was tust du, außer angepaßt mitschwimmen und auf die anderen verweisen?
Ich sage übrigens, daß der Unterricht in der Regel ziemlich gut ist, wenn er stattfindet.
Was ist übel daran von Eltern bezahlt zu werden bzw. von der ganzen Gesellschaft? Weißt du, da muß ich hier auch immer schmunzeln wenn hier Kollegen über unsere nervenden Kunden lästern, wenn man sie dann fragt woher eigentlich ihr Gehalt herkommt dann sagen sie „vom Chef“.
Da fehlt halt der Blick über den Tellerrand.

Also bezahlen sich die Lehrer zum Teil auch selbst oder ist es
mir entgangen, dass ich Steuern zahle?

Nein, sicher bezahlst du dich selbst mit (na ja mit geringerem Steuersatz) genauso wie der Arbeiter bei DaimlerChrysler wenn er sich eine A-Klasse kauft. Wo ist das Problem?

Wenn für die Eltern die Lehrer einen geringen Stellenwert
haben und sich die Eltern ihren Kindern gegenüber auch so
äußern (und das tun sie), dann kann ein Lehrer machen was er
will, er wird die Schüler nie erreichen können, weil seine
Arbeit vom Elternhaus bereits sabotiert wurde.

Entschuldige bitte, aber das ist doch Quatsch, hat zu dir ernsthaft schon mal ein Schüler gesagt, lassen sie mich in Ruhe, mein Vater sagt sie sind ein überbezahlter Nichtstuer? Wenn du Schüler nicht erreichst dann hat das persönliche Gründe. Ganz sicher.

So lange die Einstellung in vielen Köpfen steckt, dass Beamte
keine vernünftige Ausbildung haben, dass sie keinen
verantwortungsvollen Job haben, solange … aber darum geht es
hier nicht.

Schau mal, jeder Mensch hat zwangsläufig mit Beamten zu tun und jeder den ich kenne macht die gleiche Erfahrung, bei mind. jedem zweiten Kontakt ist kein Zug, kein Streben dahinter außer der Staat will Geld vom Bürger. Es trottet so vor sich hin, niemand will wirklich was verbessern selbst wenn die Verbesserung auf der Hand liegt, letargisch, desinteressiert. Kann man damit leben wenn es sein muß, aber wenn es um Bildung geht will ich das nicht akzeptieren, weil es sich um die Zukunft unserer Kinder handelt.

Es ist mir schlicht zu blöd, jetzt noch alles aufzuzählen, was
in Nicht-Behörden alles falsch läuft.

Behauptet ja auch niemand, daß es da nichts zu kritisieren gibt. Aber gibt Unrecht + Unrecht = Recht? Und bestraft da nicht der Markt sofort und unbarmherzig?

Gruß D.K.

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Hallo!

Nein, sicher bezahlst du dich selbst mit (na ja mit geringerem
Steuersatz)

?? Für mich gilt dieselbe Steuertabelle wie für dich!!
Orchidee

Ich weiß ja nicht wie es bei euch ist, aber als Berufschullehrer könnte ich locker Brutto ca. 20% weniger verdienen und hätte das Gleiche Netto raus wie jetzt.
Und oute dich jetzt bitte nicht als Mathe- oder Physiklehrerin mit Spitzfindigkeiten wie Unterschied zwischen Steuern und Sozialversicherungen. Du weißt selbst wie wenig Abgaben zweckgebunden sind.

Gruß D.K.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo D.K.,

Nach diesen Regeln wären Fortbildungen nur in den Ferien
möglich,

Du sagst es! Und von Lehrern bekomme ich ja auch immer wieder
zu hören, daß Ferien keinesfalls Urlaub bedeutet. Wo ist also
das Problem?

Wenn man sich wirklich die Mühe macht nachzudenken, wieviele Schulen und Lehrer mit Fortbildungsbedarf vorhanden sind muss man feststellen, dass die vorhandenen Fortbildungsangebote nicht alle in der unterrichtsfreien Zeit stattfinden können. Die Anzahl der Lehrer findet man bei allen statistischen Landesämtern. Für Baden-Württemberg, z.B. http://www.statistik-bw.de/BildungKultur/Landeskennz… allerdings fehlen da noch die beruflichen Schulen.

bzw. an Schultagen an denen alle interessierten
Kollegen gleichzeitig keinen Unterricht hätten.

Gleiches Problem bei uns…da kann dann nicht jeder Kollege
gehen. Soll ja auch kein Betriebsausflug sein sondern eine

Ich meine die Kollegen, die an 432 verschiedenen Gymnasien arbeiten, nicht nur die an meiner Schule.

möglichst gezielte Schulung.

Z.B. Neue Medien im Physikunterricht, da geht dann einer hin und der multipliziert das in der Fachschaft. Die Fachschaft wird dann während der Kooperationszeit (Zeitfenster in dem kein Unterricht stattfindet) weitergebildet. Allerdings fällt dann der Unterricht des einen Kollegen am Fortbildungstag aus.

In einem betrieblichen Ablauf haben nicht alle Tätigkeiten

eventuell anfallen, er würde tatsächlich anfallen.

Hier gebe ich dir recht und weise darauf hin, daß sich ja dann
die Ferienzeiten geradezu aufdrängen als Schulungszeit.

Da sagt ja auch keiner was dagegen. Allerdings sind die Ferien ja auch als Arbeitszeitausgleich für die Lehrer da. Ich nehme an, dass kein normaler Angestellter mit Tarifvertrag auf Dauer ohne Ersatz weit über 40 Stunden die Woche arbeitet (Die offizielle Arbeitszeitberechnung gibts beim Landesrechnungshof, aber Beamte können ja nicht rechnen :wink: ). Natürlich gibt es Kollegen, die ihren Unterricht nicht mehr so vor- und nachbereiten wie es sein soll, es gibt Kollegen die sich abseilen. Allerdings fehlt bisher bei vielen Schulleitern der Mut die entsprechenden Sanktionen die das Beamtenrecht bietet anzuwenden, vielleicht weil die Erfahrungen fehlen und vielleicht eine gewisse Angst, als einer der ersten einen Fehler zu machen.

Es gibt die Möglichkeit,
dass alle sind glücklich obwohl faktisch Unterricht ausfällt. Und
diese Aufsichten tauchen in keiner amtlichen Statistik auf,
was ich hier auch nicht gut finde.

Noch ein Argument mal die Ferienzeit für Sinnvolleres als für
Pseudourlaub zu nutzen.

s.o.

Mich interessiert Schuld überhaupt nicht, aber mich
interessiert was du dagegen tust, gegen die Bildungsmisere,
gegen den schlechten Ruf der öffentlichen Bildung und seiner
Akteure? Was tust du, außer angepaßt mitschwimmen und auf die
anderen verweisen?
Ich sage übrigens, daß der Unterricht in der Regel ziemlich
gut ist, wenn er stattfindet.
Was ist übel daran von Eltern bezahlt zu werden bzw. von der
ganzen Gesellschaft? Weißt du, da muß ich hier auch immer
schmunzeln wenn hier Kollegen über unsere nervenden Kunden
lästern, wenn man sie dann fragt woher eigentlich ihr Gehalt
herkommt dann sagen sie „vom Chef“.
Da fehlt halt der Blick über den Tellerrand.

Gegen die Bildungsmisere tue ich folgendes:
Es wurde ein Ganztagesbetrieb eingeführt, obwohl die Mittel und Räume dafür fehlen.
Es wird eine neue Rhythmisierung des Schultags eingeführt und Gespräche mit den Verkehrsbetrieben und der Bundesbahn geführt, damit deren Fahrplan auf unsere Bedürfnisse Rücksicht nimmt und nicht unser Stundenmodell vom Zugfahrplan bestimmt wird.
Es werden Kooperationen mit Vereinen durchgeführt.
Schüler werden zu Mentoren ausgebildet.
Lehrer werden zu Fortbildungen geschickt um neue Unterrichtsformen kennen zu lernen.
Das Kurrikulum wird mit Rücksicht auf die örtlichen Gegebenheiten angepasst.
Evaluationsmodelle werden eingeführt und überprüft.
Qualitätsmanagement wird eingeführt (Dilbert lässt grüßen).
Schülerzentrierte Unterrichtsformen werden eingeführt und konsequent angewendet.
Es werden Teams eingefordert, falls die nicht schon existieren um gemeinsam Unterricht vorzubereiten.
Viele Schlagworte, die allerdings auch mit Inhalt gefüllt werden. Warum das nicht schon längst passiert ist? Es ist müssig darüber nachzudenken. Es passiert und nicht erst seit Pisa. Und das dauert eben weil Lehrer hier eben selber noch Schulungsbedarf haben und das Geld fehlt für jede Schule eine entsprechende Fachkraft einzustellen.

Nein, sicher bezahlst du dich selbst mit (na ja mit geringerem
Steuersatz) genauso wie der Arbeiter bei DaimlerChrysler wenn
er sich eine A-Klasse kauft. Wo ist das Problem?

Nirgends, nur dass er einen Firmenrabatt bekommt und ich nicht (zur Mitarbeitermotivation s.u.)

Wenn für die Eltern die Lehrer einen geringen Stellenwert
haben und sich die Eltern ihren Kindern gegenüber auch so
äußern (und das tun sie), dann kann ein Lehrer machen was er
will, er wird die Schüler nie erreichen können, weil seine
Arbeit vom Elternhaus bereits sabotiert wurde.

Entschuldige bitte, aber das ist doch Quatsch, hat zu dir
ernsthaft schon mal ein Schüler gesagt, lassen sie mich in
Ruhe, mein Vater sagt sie sind ein überbezahlter Nichtstuer?

Nein, aber die Provokation: Ich werde auch mal Lehrer, da braucht man ja nichts zu arbeiten, hat jede Menge Ferien und die Kohle stimmt auch noch, sagt … .

Wenn du Schüler nicht erreichst dann hat das persönliche
Gründe. Ganz sicher.

Ich glaube, dass ich meine Schüler erreiche, ganz sicher!

So lange die Einstellung in vielen Köpfen steckt, dass Beamte
keine vernünftige Ausbildung haben, dass sie keinen
verantwortungsvollen Job haben, solange … aber darum geht es
hier nicht.

Schau mal, jeder Mensch hat zwangsläufig mit Beamten zu tun
und jeder den ich kenne macht die gleiche Erfahrung, bei mind.
jedem zweiten Kontakt ist kein Zug, kein Streben dahinter
außer der Staat will Geld vom Bürger. Es trottet so vor sich
hin, niemand will wirklich was verbessern selbst wenn die
Verbesserung auf der Hand liegt, letargisch, desinteressiert.
Kann man damit leben wenn es sein muß, aber wenn es um Bildung
geht will ich das nicht akzeptieren, weil es sich um die
Zukunft unserer Kinder handelt.

Im Vertrieb hatte ich meine Motivation:
Umsatzziel erreicht -> Prämie X
Umsatzziel übererfüllt -> ganz große Prämie, sonstige Benefits

Und jetzt?
Die Schulleiter können Leistungsstufen (etwas mehr Geld) vergeben, allerdings ist die Anzahl vorgegeben. Es gibt das Dilemma, dass eigentlich vier Kollegen diese Prämie verdient hätten (Umsatzziel übererfüllt), allerdings dürfen nur zwei die Prämie bekommen.
Ein motivierter Kollege bewirbt sich um eine Leitungsfunktion, durchläuft das Bewerbungsverfahren und bekommt die Stelle. Allerdings gibt es die Bezahlung für diese Stelle erst wenn diverse Wartefristen erfüllt sind. Bei mir dauert das noch bis 2007. Kommentar von altgedienten: du musst nur warten, dann kommt es schon, hauptsache die Arbeit mit den Kindern macht Spaß.
Von meinen vorschulischen Vorstellungsgesprächen kenne ich noch die Frage nach den Zielen: Was ist in den nächsten 5, 10 Jahren, was wollen sie da erreicht haben. Dieses Denken fängt in den Schulen erst an, und viele sperren sich gegen dieses Denken. Karrieremöglichkeiten in der Schule sind fast nicht vorhanden.

Behauptet ja auch niemand, daß es da nichts zu kritisieren
gibt. Aber gibt Unrecht + Unrecht = Recht? Und bestraft da
nicht der Markt sofort und unbarmherzig?

An den Schulen läuft nicht alles rund, wie überall. Nur kann man die Probleme, die an jeder Schule anders sind, nicht mit Schlagworten lösen (Fortbildungen in den Ferien). Eine kooperative Schulleitung und eine engagierte Elternschaft kann unheimlich viel erreichen, wenn man miteinander redet und die Probleme offen anspricht. Dafür gibt es die entsprechenden Gremien. Warum nicht mit dem Schulleiter einen Termin ausmachen, der Termin wird sich finden lassen, wenn es um Stundenausfall geht kann man auch mit dem stv. Schulleiter ein Gespräch suchen. Und ich bin mir sicher, dass es ein gutes Gespräch wird, wenn man die Probleme des anderen erkennen kann und will. Es geht nicht darum wer Recht hat, sondern was das Beste für die Schüler ist.

Gruß

MK

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Besorg dir einfach einen Bildungsplan, vielleicht gibts für
Ba-Wü noch einen G9 Plan bei
http://www.bildung-staerkt-menschen.de (von mir gibt es keinen
Kommentar zu dem Namen der URL) oder bei
http://www.schule-bw.de , dort findest du zu jedem Fach
Richtwerte, wieviel Zeit für die einzelnen Themen zu
berücksichtigen sind. Wenn du das addierst, die Zeit für
Klassenarbeiten und Rückgaben doch dazuzählst, das Schuljahr
mit 40 Wochen ansetzt, dann ergibt sich immer noch eine
Differenz, die für Krankheit, Projektunterricht, Exkursionen
oder sonstiges zur Verfügung steht. Bei G8 sieht es anders
aus, aber so verschieden doch wieder nicht. Wenn viel ausfällt
muss der Lehrer seine Schwerpunkte eben anders setzen und auf
diese Situation auch flexibel reagieren (den Lehrer im
nächsten Jahr informieren, dass evtl . noch etwas nachzuholen
ist, … )

Kann ich nicht nachvollziehen. Immer dieses Theater mit „G8“. Das funktionierte in Sachsen „von Anfang an“ so und zig Jahrzehnte in dem Land, dessen Name häufig einen Verdrängungsreflex auslöst, sogar noch um Welten besser.

MfG

Gegen die Bildungsmisere tue ich folgendes:
Es wurde ein Ganztagesbetrieb eingeführt, obwohl die Mittel
und Räume dafür fehlen.
Es wird eine neue Rhythmisierung des Schultags eingeführt und
Gespräche mit den Verkehrsbetrieben und der Bundesbahn
geführt, damit deren Fahrplan auf unsere Bedürfnisse Rücksicht
nimmt und nicht unser Stundenmodell vom Zugfahrplan bestimmt
wird.
Es werden Kooperationen mit Vereinen durchgeführt.
Schüler werden zu Mentoren ausgebildet.
Lehrer werden zu Fortbildungen geschickt um neue
Unterrichtsformen kennen zu lernen.
Das Kurrikulum wird mit Rücksicht auf die örtlichen
Gegebenheiten angepasst.
Evaluationsmodelle werden eingeführt und überprüft.
Qualitätsmanagement wird eingeführt (Dilbert lässt grüßen).
Schülerzentrierte Unterrichtsformen werden eingeführt und
konsequent angewendet.
Es werden Teams eingefordert, falls die nicht schon existieren
um gemeinsam Unterricht vorzubereiten.
Viele Schlagworte, die allerdings auch mit Inhalt gefüllt
werden. Warum das nicht schon längst passiert ist? Es ist
müssig darüber nachzudenken. Es passiert und nicht erst seit
Pisa. Und das dauert eben weil Lehrer hier eben selber noch
Schulungsbedarf haben und das Geld fehlt für jede Schule eine
entsprechende Fachkraft einzustellen.

Klingt auf der einen Seite extrem nach Worthülse (aber diesen schwammigen Ausdruck in diesen politischen Sphären gibt es nicht erst seit heute) und andererseits planlos ziellos.

Ich erachte es überhaupt nicht für müßig, warum das nicht schon geschehen ist, bspw. warum nicht schon 1990?

Frag unsere finnischen Freunde, was die in den 1970ern in den heutigen Neuen Ländern eigentlich nur getan haben.

MfG Robert