Leibspeise

Hallo zusammen!

Früher wurde einfach das gegessen, was auf den Tisch kam. Heutzutage sind wir viel wählerischer geworden und melden Extrawünsche an.

Babies lieben Süßes, Kinder mögen meist kein Fleisch, viele Jugendliche könnten sich von Chips und Cola oder dgl. ernähren, und im späteren Leben hat wohl auch jeder Erwachsene (phasenweise) ein Leibgericht.
Wenn man jetzt einfach mal das Wort „gesunde Ernährung“ ausklammert, ist das Lieblingsgericht für den einen meist ein Kaiserschmarrn, den anderen ein Schweinebraten, für viele ein Schnitzel, Pizza…. um nur einige Favoriten zu nennen.

Jetzt frage ich einfach mal in die Runde, welches Lieblingsgericht habt ihr momentan, und was meint ihr, woher diese Vorliebe(n) komm(t)en?

Lg und ein schönes WE!

lilli

Hallo Lilli,

Jetzt frage ich einfach mal in die Runde, welches
Lieblingsgericht habt ihr momentan, und was meint ihr, woher
diese Vorliebe(n) komm(t)en?

ich gehe davon aus, dass viele Lieblingsgerichte, oder zumindest die Richtung aus der sie stammen, damit zu tun haben, mit welcher Art von Ernährung oder konkreter mit welchen Gerichten man aufgewachsen ist - einerseits konkret in der Familie, andererseits allgemein in der Kultur.

Ich mochte z.B. als Kind (und immer noch) diese ganzen „Kinderspeisen“ a la Milchreis, Fischstäbchen, Essen in „lustiger“ Form, deutlich Gezuckertes nicht - weil es das zu Hause schlichtweg nicht gab (und unterwegs nur, wenn absolut nichts anderes aufzutreiben war). Ich war enttäuscht, wenn mir dies woanders vorgesetzt wurde.
Dafür mochte ich als Kind (auch unter Schulalter) schon Dinge, die Kinder angeblich „normalerweise“ nicht mögen: Oliven, Kapern, Kraut (auch roh ein Stück vom Weißkohl runter), Sardinen, streng riechenden Käse (z.B. Romandour), Bitterschokolade… Sowas war für mich 'ne Belohnung wie für andere Süßigkeiten :wink:
Kenne auch andere, bei denen es sich als Kind so verhielt.

Jetzt frage ich einfach mal in die Runde, welches Lieblingsgericht :habt ihr momentan,

Aktuelle Leibspeise - mich da auf eine zu beschränken, dürfte schwer sein.
Ich nenne mal drei: :wink:

  • Bami Goreng
  • Süßkartoffeln in Tandoori-Kokos-Sauce mit Gewürzreis
  • Spaghetti aglio olio

Was ich nicht mag:

  • Produkte vom toten Tier
  • wabbelige oder breiige Speisen (vom Gummibärchen über den Kaugummi bis hin zum Milchreis)
  • „künstliche“ Produkte, damit meine ich z.B. diese "Frucht"joghurts die kaum echte Früchte enthalten, „Maggifix“, Fertigsoßen u.ä. (schmeckt so, wie es ist: künstlich)
  • extrem fettige Speisen (ich bin kein „Fettvermeider“ und muss auch nicht aufs Gewicht achten, aber z.B. gedämpftes Gemüse schmeckt mir um Längen lieber als selbiges in frittierter Form)

Viele Grüße,
Nina

Was, außer Plauderwert, erwartest du dir von der Beantwortung dieser Frage?
Mit Wissen hat es eher weniger zu tun.

Gruß
Elke

Hallo,

also ich würde die Antwort von Nina nicht unbedingt als „Plauderei“ abtun, aber wenn der Mod hier auch die Meinung vertritt, dass mein Posting besser ins PB passt, dann kann er es natürlich gerne verschieben.

Viele Grüße
lilli

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Hallo,

Früher wurde einfach das gegessen, was auf den Tisch kam.
Heutzutage sind wir viel wählerischer geworden und melden
Extrawünsche an.

Was genau willst du mit dieser Aussage bezwecken? Essen „kommt“ nicht auf den Tisch (leider!), man bringt es sich selber auf den Tisch. Und deshalb kann man auch auswählen, was man essen möchte, und was nicht.

Das sollte auch für Kinder gelten - auch wenn diese noch nicht in der Lage sind, das Essen selbst einzukaufen und zuzubereiten.

Ich meine damit nicht, dass man jedem Wunsch der Kleinen nach Eis oder Pizza nachgeben sollte. Aber gewisse Vorlieben sollte man berücksichtigen und entsprechend handeln. Wenn ein Kind Karotten eben lieber mag als Erbsen, na dann nimmt es sich von den Karotten mehr, von den Erbsen weniger.

… Kinder mögen meist kein Fleisch …

Ja. Es ist eigentlich schade, das man ihnen das Fleischessen angewöhnt.

Jetzt frage ich einfach mal in die Runde, welches
Lieblingsgericht habt ihr momentan …

Eigentlich gar keines. Ich esse mal dies, mal das. Momentan mag ich in Scheiben geschnittenen Tofu, gesalzen, auf einer Scheibe Toastbrot oder einem halben Brötchen ganz gerne.

Ich mag vegetarische Gerichte, die „nach was schmecken“, also z.B. eine Gemüsepizza oder einen Auflauf. Gegen Hühnchen und Fisch habe ich auch nichts einzuwenden - aber ich halte es für schädlich, jeden Tag Fleisch zu essen und finde daher, dass es falsch ist, seinen Kindern so eine Ernährung „anzugewöhnen“.

Schöne Grüße

Petra

Tja, mein all-time favorite:

Frikasee.

Bevorzugt von meiner Mutter, also ohne Erbsen, dafür mit Hackbällchen zum Huhn dazu. Das einzige Gemüse, dass in Frikasee gehört ist Spargel. Fertig, aus :smile:

Ansonsten alles wo viel Fleisch drin ist. Auf die meisten Gemüsearten könnte ich zugegebenerweise problemlos verzichten.

Das Kinder oft kein Fleisch mögen halte ich für eine merkwürdige Theorie. Ist das irgendwo belegt? Würde mich wundern, denn Fleisch ist mit großen Abstand das schmackhafteste, was unser Speiseplan zu bieten hat (und energietechnisch auch mit das Sinnvollste).

Hallo!

Hallo,

Früher wurde einfach das gegessen, was auf den Tisch kam.
Heutzutage sind wir viel wählerischer geworden und melden
Extrawünsche an.

Was genau willst du mit dieser Aussage bezwecken? Essen
„kommt“ nicht auf den Tisch (leider!), man bringt es sich
selber auf den Tisch. Und deshalb kann man auch auswählen, was
man essen möchte, und was nicht.

Das Essen, kommt tatsächlich auf den Tisch. Nämlich von denen, die dich in den ersten Lebensjahren begleiten.
Selber gestaltest du dein Essen, wenn du dazu in der Lage bist. Ab welchem Zeitraum, liegt an der persönlichen Reife.

Das sollte auch für Kinder gelten - auch wenn diese noch nicht
in der Lage sind, das Essen selbst einzukaufen und
zuzubereiten.

Wir haben unser Kind breits beim Einkaufen mit entscheiden lassen, was „Auf den Tisch kommt“. Auch das Zubereiten macht richtigen Spass, wenn es gemeinsam geschieht.
Am Anfang haben wir es mit probieren und beobachten einbezogen.

Ich meine damit nicht, dass man jedem Wunsch der Kleinen nach
Eis oder Pizza nachgeben sollte. Aber gewisse Vorlieben sollte
man berücksichtigen und entsprechend handeln. Wenn ein Kind
Karotten eben lieber mag als Erbsen, na dann nimmt es sich von
den Karotten mehr, von den Erbsen weniger.

Wir lassen uns von unserem Kind heute gern bekochen, weil wir den Grundstein für ausgewogene Ernährung zeitig gelegt haben.

… Kinder mögen meist kein Fleisch …

Ja. Es ist eigentlich schade, das man ihnen das Fleischessen
angewöhnt.

Sehr richtig. Da haben wir das mit dem „Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt“

Jetzt frage ich einfach mal in die Runde, welches
Lieblingsgericht habt ihr momentan …

Eigentlich gar keines. Ich esse mal dies, mal das. Momentan
mag ich in Scheiben geschnittenen Tofu, gesalzen, auf einer
Scheibe Toastbrot oder einem halben Brötchen ganz gerne.

Ich mag vegetarische Gerichte, die „nach was schmecken“, also
z.B. eine Gemüsepizza oder einen Auflauf. Gegen Hühnchen und
Fisch habe ich auch nichts einzuwenden - aber ich halte es für
schädlich, jeden Tag Fleisch zu essen und finde daher, dass es
falsch ist, seinen Kindern so eine Ernährung „anzugewöhnen“.

Schöne Grüße

Petra

Kann ich nur zustimmen.

Gruß

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Mein Favorit ist Schweineschnitzel Wiener Art, schmeckt mir besser als das Orginale :stuck_out_tongue:

Das Kindern Fleisch essen anerzogen wird halte ich ebenfalls für sehr weit hergeholt. Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere gab es da dubiose Dinge wie Fenchel in Tomatensauce (Das absolut wiederlichste Gericht das ich je auf dem Teller hatte) das hat vermutlich den Nährwert eines Glas Saftes.

Ich hab mich als Kind schon über jedes Fleisch oder Fischgericht gefreut. Diese „gesunde“ Ernährung im Kindesalter hat dazu beigetragen, dass ich heutzutage alles „ungesunde“ schmackhaft finde.

Auf ausgewogene Ernährung bei Kindern zu achten ist schon sinnig. Aber von Körnern und Rohkost kann ein Kind nicht wachsen. Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen.

Hallo apfelfred,

Auf ausgewogene Ernährung bei Kindern zu achten ist schon
sinnig. Aber von Körnern und Rohkost kann ein Kind nicht
wachsen. Auch wenn es manche nicht wahrhaben wollen.

vorweg: Natürlich reichen Körner und Rohkost nicht. Ich würde ein Kind nie allein davon ernähren, und mich selbst genauso wenig.

Aber: Was ist mit Menschen, die in Kulturen (oder Familien) mit wenig Fleischverzehr aufwachsen - sind die alle dumm und schwächlich? (Nein, ich rede nicht von Hungerszeiten und dementsprechend ausgemergelten Kindern, sondern einfach von ausgewogener Mischkost mit evl. nur alle zwei Wochen Fleisch, oder solches, das wir zumeist nicht als „Fleisch“ bezeichnen würden wie z.B. nur Fisch und Meeresfrüchte oder Insekten.) Wenn die Kalorienmenge stimmt, genug Eiweiß, Eisen, Fett, Mineralstoffe, Vitamine… enthalten ist, ist dies kein Problem.

Ob ein Kind also klein oder groß ist, hängt sicherlich von mehr Dingen ab als, wie oft es Fleisch bekommt: Größe der Eltern (ich bin z.B. klein und zierlich, du könntest evl. meinen dies käme von der Ernährung, aber meine Eltern die durchaus bei Schweinebraten und Würsten zulangen, sind ebenfalls klein, mein Vater z.B. ist 1,58 m „groß“ und meine Mutter 1,65 m, da könnte ich kaum eine Riesin sein), Mangelernährung (die es mit oder ohne Fleisch geben kann).
Oft wird vieles dann pauschal als „fleischarme“ oder „vegetarische“ Ernährung bezeichnet, was dann wieder die tatsächlich fleischarme oder vegetarische ausgewogene (!) Ernährung in Misskredit bringt, wenn auf zurückgebliebene oder gar verhungerte „vegetarisch“ ernährte Kinder hingewiesen wird (wenn man dann genauere Informationen erhält, was diese Kinder gegessen haben und was nicht, kommt häufig ans Tageslicht, dass diese Kinder schlichtweg mangelernährt waren und es z.B. nur rohes Gemüse nach Empfehlung irgendeiner Sekte, und das auch noch zu wenig, gab - was aber definitiv nicht einer ausgewogenen veg. Ernährung oder fleischarmen Ernährung entspricht).

Ich habe auch schon Jugendliche und Erwachsene erlebt, die behaupteten, Vegetarier oder Veganer zu sein - was eigentlich auch stimmte, denn Fleisch oder andere tierische Produkte aßen sie nicht.
Nebenbei aßen sie aber diverse andere Dinge ebenfalls nicht; in Wirklichkeit waren sie magersüchtig und haben eine vegetarische oder vegane Ernährung (nebst ggf. noch Allergien) vorgeschoben, um möglichst viele Nahrungsmittel ablehnen zu können.
Wer zufällig nur solche „Vegetarier“ kennt, kann vorschnell zu dem Schluss kommen, veg. Ernährung sähe generell so aus.

Das Kindern Fleisch essen anerzogen wird halte ich ebenfalls für :sehr weit hergeholt.

Ich würde es auch nicht so extrem sehen. Was aber dennoch oft zu beobachten ist: Ein Kind schafft seine Portion kaum mehr, isst immer langsamer, auf dem Teller liegt noch etwas Fleisch und etwas Gemüse, die Eltern dann: „Iss wenigstens das Fleisch.“

Viele Grüße,
Nina

Naja, so wie ich das sehe, ist eine vegetarische Ernährung ein Luxus, den uns unser Status als Industrienation erlaubt. Freut euch darüber.

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Ich würde es auch nicht so extrem sehen. Was aber dennoch oft
zu beobachten ist: Ein Kind schafft seine Portion kaum mehr,
isst immer langsamer, auf dem Teller liegt noch etwas Fleisch
und etwas Gemüse, die Eltern dann: „Iss wenigstens das
Fleisch.“

Das liegt aber daran, dass es jedem normalen Menschen weh tun sollte Essen wegzuwerfen. Und das Gemüse hat in diesem Fall einfach den Stellenwert nach dem Fleisch weil dieses teurer ist.

Sushi, Austern und Kaviar

nur vom Geschmack her jetzt

und sonst viel fisch und fleisch-filet

Das Kinder oft kein Fleisch mögen halte ich für eine
merkwürdige Theorie. Ist das irgendwo belegt?

Hallo,

hmm, so richtig belegen kann man das wohl nicht, aber ich denke, wenn man z. Bsp. Kleinkinder zwischen einem Fleischgericht und einem Eis wählen lässt, dann würden sich wohl die meisten Kleinkinder für das Eis entscheiden, oder?

Liebe Grüße und danke für eure Postings!
lilli

Ich schätze, wenn man Kleinkinder zwischen Gemüse und Eis wählen läßt gewinnt Eis auch? Mögen Kinder deswegen auch kein Gemüse? Ich schätze mal es lassen sich eine ganze Reihe von Nahrungsmitteln finden, bei denen Kinder unter normalen Umständen Eis vorziehen… der Vergleich hinkt ganz gewaltig.

Meine Zustimmung
Hallo Zerschmetterling,

Ich schätze, wenn man Kleinkinder zwischen Gemüse und Eis
wählen läßt gewinnt Eis auch? Mögen Kinder deswegen auch kein
Gemüse? Ich schätze mal es lassen sich eine ganze Reihe von
Nahrungsmitteln finden, bei denen Kinder unter normalen
Umständen Eis vorziehen… der Vergleich hinkt ganz gewaltig.

da kann ich dir nur zustimmen. Genauso dürfte es bei Erwachsenen auch ausgehen.
Eis (oder ein Stück Schokolade) wird einfach als Belohnung empfunden, anderes Essen (in unserem Land!) als „etwas, das immer da ist“.
Ein Kind bei uns (das immer über angemessene Kleidung verfügt) würde wohl auch bei der Wahl zwischen einer neuen Winterjacke und einem Plüschtier sich für letzteres entscheiden.

viele Grüße,
Nina

Hallo Zerschmetterling!

Naja, so wie ich das sehe, ist eine vegetarische Ernährung ein
Luxus, den uns unser Status als Industrienation erlaubt. Freut
euch darüber.

Eine völlig vegetarische _kann_ Luxus sein (wie bei jeder Ernährung hängt dies aber von den genauen Bestandteilen ab). Wennauch diese völlig mit einheimischen Produkten und ohne jegliche Nahrungsergänzungsmittel möglich ist.
Was ist daran Luxus, wenn ich mir morgens aufs Brot nicht eine Scheibe Wurst oder Schinken lege, sondern den weglasse und stattdessen einen einheimischen Apfel dazu esse?
Was ist daran Luxus, wenn ich nicht mittags in der Arbeit einen Hamburger verdrücke, sondern gekochten geschrotenen Weizen mit einer geraspelten Rübe esse?
Ich wüsste auch nicht, warum mein Salatteller durch das Weglassen von Thunfisch luxuriöser würde.
Und was ist daran Luxus, wenn mein Grillteller nicht aus Steak plus Kartoffeln besteht, sondern einfach aus der doppelten Menge Kartoffeln ohne das Steak?
In vielen Ländern ist genau das der Unterschied zwischen einem Arme-Leute-Essen und einem für reiche: Das für arme Leute ist (meist) ohne Fleisch.
Vegetarische Ernährung braucht weder importiertes Soja (oder überhaupt Soja) noch „Flugobst/-gemüse“ noch irgendwelche hochverarbeiteten Produkte. Hin und wieder importiertes Obst und Gemüse und auch Getreideprodukte und Nüsse isst du aber als Nichtvegetarier sicherlich auch, oder? Und evl. auch das ein oder andere importierte Stück Fleisch oder andere tierische Produkt - Mastenten aus Polen, Lamm aus Neuseeland, Springbock aus Afrika, Salami aus Italien, Käse aus Griechenland, Muscheln aus Spanien, Garnelen aus Asien? Isst du nichts industriell Verarbeitetes - kein gekauftes Speiseeis, kein Bier, keine Erfrischungsgetränke, keine Süßigkeiten, keine Chips, kein Brot oder Kuchen mit Herkunft „Backfabrik“?
Auch all dies wäre als Nicht-Industrienation kaum möglich.

Vegetarische Ernährung wird meiner Meinung nach dann zum Luxus, wenn Ernährung mit Fleisch einfacher stattfände, wenn das Land so karg ist dass man darauf z.B. nur Ziegen weiden lassen kann. In unseren Breiten werden jedoch Tiere zu einem hohen Anteil mit Pflanzen gefüttert, die genauso gut der menschlichen Ernährung dienen könnten (ich denke da u.a. an Kartoffeln, Lupinien, Rüben, Mais, Soja).

Importierte Lebensmittel esse ich übrigens zu einem - gemessen an dem, was für Ernährung in unserem Land typisch ist - unterdurchschnittlichen Anteil, ebenso industriell Verarbeitetes.
Geht problemlos, und regionale/saisonale Ware schmeckt mir jedenfalls um Längen besser als „Flugobst/-gemüse“.

Eine sehr fleischarme Ernährung gehört beileibe nicht in die Kategorie „Luxus“. Überleg mal, was in etwa deine Urgroßeltern oder Großeltern gegessen haben (falls sie nicht reich waren), oder wenn möglich, frage sie. Auf deren Speiseplan standen vor allem einheimisches Obst und Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte… und hin und wieder Fleisch; meine Oma selbst erwähnte noch voller Stolz, dass man mit einem Huhn dreimal eine Familie satt bekommen würde. Die Familie bestand aus vier Personen plus ggf. ihren eigenen Großeltern, da kannst du dir den Anteil des Huhns (und entsprechend anderer Zutaten) an den drei Gerichten für je diese mind. vier Personen vorstellen… Und derart riesig wie ein heutiges Masthuhn dürfte der garteneigene Misthaufenbewohner auch nicht gewesen sein. Den einen Tag gab’s für jeden einen Hühnerschenkel bzw. eine halbe Hühnerbrust, den anderen Tag Frikassee aus den abgefizzelten Resten und den Innereien, an Tag Nr. 3 wurde die Kaskade (Gerippe) für einen Eintopf ausgekocht.

Viele Menschen auf der Welt ernähren sich heutzutage immer noch so; diese Nationen tendieren erst mit der „Verwestlichung“ hin von selten(st) zu täglich oder fast täglich Fleisch.

Kurz und gut: Ich habe nichts dagegen, wenn jemand Fleisch isst. Fleisch ist ein mögliches Nahrungsmittel, der Mensch ist ein omnivores Lebewesen. Ich finde jedoch, dass der Fleischverzehr hin zu einem Maß zugenommen hat, das weder ökologisch vertretbar noch gesund ist. Häufig wird sich dann gerechtfertigt, vegetarische Ernährung bestünde aus hochverarbeiteten importierten Lebensmitteln, anders als mit täglich Fleisch habe man keine Kraft und Fleisch sei schon immer üppig auf dem Speiseplan gestanden - da möge man sich mal erkundigen, wie sich noch vor nicht 100 Jahren zuallermeist ernährt wurde und was viele dieser Menschen körperlich leisten mussten.

Viele Grüße,
Nina

Hallo apfelfred,

Das liegt aber daran, dass es jedem normalen Menschen weh tun
sollte Essen wegzuwerfen.

das ist ganz klar; ich werfe natürlich Essen auch nur ungern weg - sowas kommt bei mir allerseltenst vor und wenn, dann ärger ich mich drüber. Wegen „nicht geschafft“ passiert das schon gar nicht; eher, wenn ich etwas kaufe, das sich dann als verdorben herausstellt (Joghurt, der schon unterm Deckel geschimmelt hat) oder ich mir die Mehlmotten eingeschleppt habe.
Ich komme aus einer eher armen Familie und habe selbst (bin Studentin, kein Bafög etc.) ein sehr geringes Budget zur Verfügung - da ginge Essen wegwerfen auch arg spürbar ans Konto.

Aber: Wenn jemand seine Portion nicht schafft, heißt das noch lange nicht, dass damit Essen weggeworfen werden muss!
Was spricht dagegen, es in den Kühlschrank zu stellen (Anmerkung: klar ist mir bewusst, dass nicht jeder auf der Welt einen Kühlschrank hat… aber ich kenne „Iss wenigstens dein Fleisch“ auch aus europäischen gutsituierten Familien) oder einfach so stehen zu lassen und kurz darauf aufzuessen?

Und das Gemüse hat in diesem Fall
einfach den Stellenwert nach dem Fleisch weil dieses teurer
ist.

Es machte noch Sinn, als Fleisch echte Mangelware war und es darauf ankam, dass das Kind sich auf jeden Fall die Kalorien bzw. Nährstoffe aus dem Fleisch holt (und diese nicht an jemanden „verloren gehen“, der’s stattdessen aufisst).

Viele Grüße,
Nina

Du warst im Grunde schon auf dem richtigen Dampfer. Eine vegetarische Ernährung ist meines Erachtens deswegen ein Luxus, weil sie nur deswegen so populär ist, weil das Angebot an vegetarischen Nahrungsmitteln bei uns recht groß ist.

Ich habe meine Zweifel, dass es noch so viele Vegetarier gäbe, wenn man sich auf regionale Produkte, womöglich noch mit saisonaler Verfügbarkeit, beschränken müsste. Irgendwannn hängen einem die Äpfel nämlich zum Hals raus, und ich glaube dass ist eine der wenigen Obstsorten, die es früher auch im Winter gab.

Ein weiterer Aspekt besteht darin, dass unser Lebensstil inzwischen physisch so anspruchslos geworden ist, dass wir uns sogar ‚künstlich‘ Bewegung verschaffen müssen.

Wenn man über längere Zeit schwere physische Arbeit verrichten muss, stellt man schnell fest, dass weit schwerer ist, seinen Energie und Nährstoffbedarf über rein pflanzliche Nahrung zu decken als über eine Mischkost.

Aufgrund dieser zwei Aspekte halte ich Vegetarismus für einen Luxus :smile:

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Hallo Zerschmetterling,

Du warst im Grunde schon auf dem richtigen Dampfer. Eine
vegetarische Ernährung ist meines Erachtens deswegen ein
Luxus, weil sie nur deswegen so populär ist, weil das Angebot
an vegetarischen Nahrungsmitteln bei uns recht groß ist.

da würde ich aber zwischen „Wellness-Vegetarier“ (mal so salopp bezeichnet) und zwischen Leuten, die sich einfach vollwertig aber ohne Fleisch ernähren, unterscheiden.
Mit „Wellness-Vegetarier“ meine ich eher solche, die hochverarbeitete Spezialprodukte konsumieren a la „vegetarischer 'Wurst’salat aus der Packung“, auf den Grill ihr Fake-Hähnchen legen (auch sowas gibt es *schüttel*), lauter importiertes Obst und Gemüse möglichst exotischer Herkunft, dazu Nahrungsergänzungsmittel, irgendwelche künstlichen Getränke…
Daneben gibt es aber auch Leute, die sich schlichtweg mit ganz normalen, wenig verarbeiteten und einheimischen Lebensmitteln ernähren und schlichtweg kein Fleisch essen.

Ich habe meine Zweifel, dass es noch so viele Vegetarier gäbe,
wenn man sich auf regionale Produkte, womöglich noch mit
saisonaler Verfügbarkeit, beschränken müsste. Irgendwannn
hängen einem die Äpfel nämlich zum Hals raus, und ich glaube
dass ist eine der wenigen Obstsorten, die es früher auch im
Winter gab.

Als ich noch bei meinen Eltern gewohnt habe, war ca. 95 % des Gemüses und Obstes, das wir gegessen haben, einheimisch - und zwar aus dem eigenen Garten.
Wenn man wenig Geld hat, aber ein geerbtes Grundstück auf dem Land, und ein wenig Motivation dazu, wird man dieses zur Eigenversorgung nutzen.
Es gab mal (!) gekauftes Obst wie Orangen, aber selten - ansonsten alles aus dem einheimischen Garten. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich als Kind (Kindergartenalter) erfuhr, dass meine Oma in der Stadt keinen Garten hat und ich mich ernstlich fragte, woher sie ihr Essen bekommt :wink:
Was ist schlimm daran, sich auf saisonal verfügbares Obst und Gemüse zu „beschränken“? Ich finde eher, damit tut man sich was Gutes: Statt meinetwegen irgendwelche verwässerten „Flugerdbeeren“ im Winter zu essen, freue ich mich lieber auf die deutsche Erdbeersaison und genieße dann aus vollen Zügen.

Dass einem einheimisches Obst und Gemüse „zum Halse raus hängt“, glaube ich nicht - es gibt ja wirklich vielfältige Sorten, auch Apfel ist nicht gleich Apfel. Schade, dass viele Sorten nicht mehr sehr bekannt sind.
Ferner kann man etliches an Obst auch trocknen (ich denke da z.B. an die Trockenpflaumen, getrocknete Heidelbeeren etc.) und einmachen (Marmelade, Kompott, Mus).
Auch Gemüse lässt sich übern Winter lagern, sogar wenn weder Gefrier- noch Kühlschrank zur Verfügung stehen - dem Keller sei dank und der Möglichkeit, einzukochen.

Ein weiterer Aspekt besteht darin, dass unser Lebensstil
inzwischen physisch so anspruchslos geworden ist, dass wir uns
sogar ‚künstlich‘ Bewegung verschaffen müssen.

Das stimmt in der Tat, hat aber mit vegetarischer Ernährung nichts zu tun.

Wenn man über längere Zeit schwere physische Arbeit verrichten
muss, stellt man schnell fest, dass weit schwerer ist, seinen
Energie und Nährstoffbedarf über rein pflanzliche Nahrung zu
decken als über eine Mischkost.

Das stimmt so nicht. Frage (dich) mal bzw. informiere dich, was früher eine Magd, ein Knecht etc. gearbeitet haben und was üblicherweise auf deren Teller lag.
Noch ca. 70 - 80 Prozent unserer Groß- und Urgroßeltern haben Fleisch eher selten (weniger als einmal pro Woche) gesehen; deren Lebensstil war aber in den meisten Fällen physisch um Längen anstrengender als heutzutage in unserem Lande.
Oder was ein indischer Rikschafahrer leistet und isst (oder auch so ziemlich jeder andere Inder abseits von Festtagen und „neumodischer“, also aus dem Westen übernommener Ernährung). Die meisten Inder (außer Moslems) leben vegetarisch; Gemeinschaftsverpflegung ist - außer, es handelt sich z.B. um eine Hochzeit - generell vegetarisch. Ca. 40 % der Inder sind Vegetarier, die restlichen ernähren sich von einer Mischkost mit wenig Fleisch.
Es gibt „sogar“ sich vegetarisch ernährende Profisportler.
Das ist alles problemlos mit vegetarischer Ernährung möglich - die sollte dann natürlich nicht aus „Tomate und Blattsalat“ bestehen, keine Frage. Aber mit Hülsenfrüchten, Wurzeln (Kartoffeln, Manjok, Süßkartoffeln…), Getreide etc. ist das kein Problem.

Viele Grüße,
Nina

Hallo Nina!

Volle Zustimmung mit ganz kleiner Einschränkung: Solange vegetarisch keine „Glaubenssache“ wird, nicht aus dem Kopf, sondern aus dem Bauch kommt, sich übers Essen und Wohlbefinden definiert.

Koche selber regelmäßig. Von den rund 150 Rezepten sind 30 „Renner“. Viel Regionales / Saisonales (leider nur von Markt, Gärtnerei und Fleischer). Häufig Eintöpfe oder (besonders jetzt) Gemüsepfannen: Bunte Zutaten, satter Schluck Extra Vergine, Fleisch dabei unnötig, manchmal frische Pellkartoffeln, Butter, Salz. Aber auch knusprige Fisch- und Fleischbraten, Hühnergerichte, Käse, Blutwurst … Spargel, Erdbeeren, Tomaten, Gurken satt - wenn sie in der Nähe reif sind.

Da wurde schon mancher Vegetarier schwach :smile:

Auch früher wurden auf dem Dorf regelmäßig Fleischprodukte verzehrt: Wurst, Speck, Brühe. Anderswo sicher Fisch. Jagd nicht zu vergessen. Und Braten sonntags.

mfG