Hallo!
Warum sollte die Nutzung einer nicht billigen Ressource durch
häufig gutsituierte Akademiker- und Beamtenkinder kostenlos
sein?
Und genau das ist der Punkt: häufig!
Und der Rest?
Soll das häufig durch ausschließlich ersetzt werden? Ich meine, dann machen die Studiengebühren ja auch Sinn!
Soviel zum Klassenkampf.
Aber apropros nicht günstige Ressource: Wenn man bei der Stadt eine Ausbildung macht, zahlt die nicht billige Ressource der Berufsschule (
damit der Dreisatz auch beim dritten Mal nicht verstanden wird) wer?
Aber das Wesentliche ist wirklich:
Die Würdigung der Arbeit von Akademikern durch die Gesellschaft spricht durch die Erhebung von Studiengebühren und -bedingungen Bände.
Dabei finde ich es nicht unvernünftig, dass wenn jemand durch seine Ausbildung in die Lage versetzt wird, ein erheblich höheres Gehalt als der Durchschnitt zu verdienen, er dafür auch etwas investiert. Dies kann aber nur Post-Hoc überprüft werden. Und auch keinesfalls pauschal.
Und der gesellschaftliche Nutzen durch Akademiker?
Jemand im Management in der Privatwirtschaft stellt seine durch das Studium gewonnene Erkenntnis eher nicht der Allgemeinheit zur Verfügung sondern behält den Profit daraus eher für sich.
Anders aber ganz furchtbar viele Menschen, die auf ihr Wissen aufbauend weiter Forschen um den Fortschritt voranzutreiben und der Allgemeinheit kundtun. Die bekommen auch hier ihre Arbeit - die eventuell wichtiger erscheinen kann als die des Managements - nicht ausreichend vergütet.
Natürlich sind die Studiengebühren ein politischer Selbstläufer: viele Nicht-Akademiker haben nicht die leiseste Ahnung, was ein Mensch nach dem Studium so verdient. Studien zeigen, dass die Gehaltsschätzungen für Akademikerberufe in der Nicht-Akademiker-Population um ein vielfaches zu hoch ausfallen. Natürlich schürt das Sozialneid, aber für eine Fehleinschätzung kann der Akademiker indes nichts.
Wenn ich nun behaupte, dass ein Psychologie-Absolvent ein Jahr nach Abschluss der Berufsausbildung (wenn er einen Job hat) im Mittel 11,80 EUR/Stunde verdient, scheint dies vielleicht unrealistisch als Hochschulabgänger. Dennoch ist dies bittere Realität (zur Lektüre sei die irgendeine Absolventenbefragung der DGP, z.B. 2003 oder 2004, empfohlen). Bleibt er an der Universität, so sind sein absolutes Maximum als Hochschuzlprofessor ca. 40 EUR/brutto die Stunde (nach 10 Jahren Berufsausbildung) - ich bin mir selber nicht ganz sicher, wieviel ein Handwerker pro Stunde verdient, aber es ist zumindest vergleichbar.
Übrigens ähnlich verhält es sich mit einem Arzt im Krankenhaus. Bei Ihm kommen dann auch noch die wirklich miesesten Arbeitsbedingungen hinzu.
Also ich weiß nicht - irgendetwas hat für mich einen schalen Beigeschmack in dieser Debatte.
Lieben Gruß
Patrick
