LernArbeit mit 'Gebühren' bestrafen?

Hallo Jürgen!

Aber apropros nicht günstige Ressource: Wenn man bei der Stadt
eine Ausbildung macht, zahlt die nicht billige Ressource der
Berufsschule (
damit der Dreisatz auch beim dritten Mal nicht verstanden
wird) wer?

Dass bei einer städtischen Ausbildung die Gesellschaft die
Schule zahlt, ist für mich durchaus noch nachvollziehbar. Aber
warum soll ein zukünftiger Meister für seine Ausbildung
zahlen, ein zukünftiger Akademiker aber nicht?

Ich sehe den Unterschied zum Hochschulprofessor oder Lehrer nicht? Die arbeiten für das Land? Bei Landesbehörden zahlt die Gesellschaft, für die Schulen und Hochschulen zahlt jeder selber?

Die Würdigung der Arbeit von Akademikern durch die
Gesellschaft spricht durch die Erhebung von Studiengebühren
und -bedingungen Bände.

Quatsch. Die Würdigung der Arbeit von Akademikern ist das
deutlich überduchschnittliche Einkommen nach der Ausbildung
und das niedrige Arbeitslosigkeitsrisiko. Das sollte
eigentlich reichen. Vor Ende der Ausbildung ist ein Akademiker
schlicht ungelernt.

Du solltest wirklich nicht in Mittelwerten denken. Denn das beduetet, dass man Sonderfälle übersieht.

Dabei finde ich es nicht unvernünftig, dass wenn jemand durch
seine Ausbildung in die Lage versetzt wird, ein erheblich
höheres Gehalt als der Durchschnitt zu verdienen, er dafür
auch etwas investiert. Dies kann aber nur Post-Hoc überprüft
werden. Und auch keinesfalls pauschal.

Na ja. Mit ein bisschen Empirie lässt sich durchaus auch ein
Zusammenhang ante-hoc ermitteln:wink:

Ja, aber das fehlt wohl?

Und der gesellschaftliche Nutzen durch Akademiker?

Jemand im Management in der Privatwirtschaft stellt seine
durch das Studium gewonnene Erkenntnis eher nicht der
Allgemeinheit zur Verfügung sondern behält den Profit daraus
eher für sich.

Wie kommst Du dazu? Jeder Manager ist für x Arbeitsplätze und
damit für n*x Menschen mitverantwortlich. Das reicht doch wohl
für gesellschaftliches Engagement, oder?

Deine Logik ist mir nicht unbekannt, aber für mein Gefühl verkehrt herum: da der Manager Produktionsstätten verwaltet, gäbe es ohne Arbeiter keine Manager. Ohne Arzt keinen Versicherungskaufmann.

Wohl aber vielleicht anders herum?

Diese Berufe verdienen erst einmal durch die Produktivität eines anderen.

Ich möchte damit keinesfalls behaupten, diese Berufe sind überflüssig, aber in Deutschland wird zuviel verwaltet. Das Recht, die Betriebe, das Gesundheitswesen - all das ist ein riesen Apparat an Verwaltern. Die kosten Millionen, und man behauptet, ohne das geht es nicht.

Das weiß man aber nicht.

Und man wird es auch nie wissen, denn dazu ist das Kapital in unserer Gesellschaft schon viel zu ungleich verteilt.

Studiengebühren indes sind für mich nur ein weiterer Schritt in dieser Ungleichgewichtung - die Kontrastierung zwischen den Kindern armer und reicher Menschen.

Natürlich sind die Studiengebühren ein politischer
Selbstläufer: viele Nicht-Akademiker haben nicht die leiseste
Ahnung, was ein Mensch nach dem Studium so verdient. Studien
zeigen, dass die Gehaltsschätzungen für Akademikerberufe in
der Nicht-Akademiker-Population um ein vielfaches zu hoch
ausfallen. Natürlich schürt das Sozialneid, aber für eine
Fehleinschätzung kann der Akademiker indes nichts.

Die meiste Akademiker die ich kenne verdienen weit
überdurchschnittlich …
Und wenn nicht jetzt, dann in ein paar Jahren. Was ich von den
Arbeitern in meiner Umgebung nicht behaupten kann.

Dann bewegst Du Dich eben in prädestinierten Kreisen. Ich kenne sehr viele Akademiker, die nicht überdurchschnittlich verdienen.

Auf die Beispiele eines Hochschulprofessors oder Doktoranden in der Forschung & Lehre mochtest Du ja nicht eingehen.

Lieben Gruß
Patrick

Hallo!

Das tut man schon wenn man sich
vergegenwärtigt, dass diese Menschen weniger als ein
Handwerker pro STunde verdient.

Dir ist ein „normales“ Handwerkereinkommen bekannt? Oder schließt Du von den verrechneten Stundensätzen tatsächlich auf das Einkommen eines Handwerkers? Oder vergleichst Du gar das Unternehmer(!)-Einkommen eines selbständigen Handwerkers mit dem eines angestellten Forschers?

Dies alles ist weiter auseinander als Äpfel von Birnen von Kirschen.

Grüße
Jürgen

Hi Christian,

schon mal was vom GleichheitsGrundsatz gehört?

Durchaus. Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, verstehe ich in diesem Zusammenhang nicht, dass zukünftige Meister offenbar schlechter gestellt sind als Studenten, um ein Beispiel zu nennen.

Studierende sind in der Regel Erwachsene, die ihr Kostbarstes,
ihre LebensZeit als Investition einbringen, um nach dem
Studium diese Investition zur WertSchöpfung, letztlich für
alle, einzusetzen.

Genau, ich habe studiert, weil ich die Welt großzügig und uneigennützig retten wollte. Und alle meine Kommilitonen genauso. Ich schmeiß mich weg …

Warum also dieser PersonenGruppe nicht auch eine
GrundSicherung, d.h. sozial verträgliche LebensUmstände
eingeschlossen Wohnen, als Gleiche unter Gleichen zu gönnen
und sie statt dessen vergleichsweise kräftig zur Kasse zu
bitten oder gar noch einen Funktionärs- und FörderungsApparat,
zusätzlich zum lukrativen SchuldenDienst, Parkinson läßt
grüßen, einzuführen?

Jeder soll an diesem Gemeinwesen nach seiner Fähigkeit und seinem persönlichen Nutzenerwerb daraus beteiligt werden. Nebenbei: Wir reden meines Wissens aktuell von ~1300 EUR im Jahr.

Grüße
Jürgen

Hallo Patrick,

Ich sehe den Unterschied zum Hochschulprofessor oder Lehrer
nicht? Die arbeiten für das Land? Bei Landesbehörden zahlt die
Gesellschaft, für die Schulen und Hochschulen zahlt jeder
selber?

Nun ja, in die Schule geht jeder (Schulpflicht), studieren tun ich denke ~30%.

Die Würdigung der Arbeit von Akademikern durch die
Gesellschaft spricht durch die Erhebung von Studiengebühren
und -bedingungen Bände.

Quatsch. Die Würdigung der Arbeit von Akademikern ist das
deutlich überduchschnittliche Einkommen nach der Ausbildung
und das niedrige Arbeitslosigkeitsrisiko. Das sollte
eigentlich reichen. Vor Ende der Ausbildung ist ein Akademiker
schlicht ungelernt.

Du solltest wirklich nicht in Mittelwerten denken. Denn das
beduetet, dass man Sonderfälle übersieht.

Ja und? Als Akademiker muss man sich schon aktiv bemühren, arbeitslos zu bleiben. Gut, wer in München einen Job als Tiefseeforscher anstrebt, könnte darunter fallen. Ansonsten war die Arbeitslosigkeit bei Akademikern selbst in der Krisenphase vor 3 Jahren deutlich niedriger als beim Rest der Gesellschaft.

Wie kommst Du dazu? Jeder Manager ist für x Arbeitsplätze und
damit für n*x Menschen mitverantwortlich. Das reicht doch wohl
für gesellschaftliches Engagement, oder?

Deine Logik ist mir nicht unbekannt, aber für mein Gefühl
verkehrt herum: da der Manager Produktionsstätten verwaltet,
gäbe es ohne Arbeiter keine Manager. Ohne Arzt keinen
Versicherungskaufmann.

Wohl aber vielleicht anders herum?

Bezweifele ich, aber das ist eine Henne/Ei-Diskussion. Jeder hat in diesem Räderwerk seinen Verantwortungsbereich. Und Manager haben letztendlich den, über Weichenstellungen und Invest- und Entwicklungsentscheidungen die Zukunft des Unternehmens und damit der Beschäftigung zu sichern.

Diese Berufe verdienen erst einmal durch die Produktivität
eines anderen.

Wie gesagt, sie sichern aber langfristig die Beschäftigung. Das ganze ist eine Symbiose.

Ich möchte damit keinesfalls behaupten, diese Berufe sind
überflüssig, aber in Deutschland wird zuviel verwaltet. Das
Recht, die Betriebe, das Gesundheitswesen - all das ist ein
riesen Apparat an Verwaltern. Die kosten Millionen, und man
behauptet, ohne das geht es nicht.

Teils teils. Komplexe Strukturen brauchen Verwaltung, um zu funktionieren. Vielleicht bin ich aber hier ein bisschen vorbelastet, da ich ein kleiner Manager in einer großen Struktur bin und - bei aller Selbständigkeit meiner Mitarbeiter - mir nicht überflüssig vorkomme:wink:

Und man wird es auch nie wissen, denn dazu ist das Kapital in
unserer Gesellschaft schon viel zu ungleich verteilt.

Das ist ein Behauptung, mehr nicht.

Studiengebühren indes sind für mich nur ein weiterer Schritt
in dieser Ungleichgewichtung - die Kontrastierung zwischen den
Kindern armer und reicher Menschen.

Die Gefahr bestreite ich nicht, alleine ich halte die Diskussion für viel zu einseitg. Wenn über eine Studiengebühr z.B. Studenten eine deutlich bessere Ausbildung bekämen als ohne, dann würde ich persönlich über eine Studiengebühr nicht mehr diskutieren, sondern alleine über die Ausgestalung von Erleichterungen für begabte Benachteiligte.

Dann bewegst Du Dich eben in prädestinierten Kreisen. Ich
kenne sehr viele Akademiker, die nicht überdurchschnittlich
verdienen.

Auf die Beispiele eines Hochschulprofessors oder Doktoranden
in der Forschung & Lehre mochtest Du ja nicht eingehen.

Ein Uniprofessor wird sicher nicht reich, verdient aber überdurchschnittlich. Ein Doktorand in weiterhin in der Ausbildung, was seine eigene, persönliche Entscheidung ist.

Grüße
Jürgen

Hallo auch!

Ich glaube, jetzt kommen wir auf den Punkt - bzw. Du verstehst mich endlich!

Dir ist ein „normales“ Handwerkereinkommen bekannt? Oder
schließt Du von den verrechneten Stundensätzen tatsächlich auf
das Einkommen eines Handwerkers? Oder vergleichst Du gar das
Unternehmer(!)-Einkommen eines selbständigen Handwerkers mit
dem eines angestellten Forschers?

Das Handwerkermeister-Unternehmereinkommen (Ausbildung voll finanziert) mit dem des angestellten Forschers (Ausbildung selbstständig finanziert)!

Dies alles ist weiter auseinander als Äpfel von Birnen von
Kirschen.

Eben! Genauso wie die Einkommensmöglichkeiten eines in der Forschung & Lehre tätigen Menschen im Vergleich zu einem in der freien Wirtschaft tätigen Juristen oder Managers.

Deswegen plädiere ich auch für Abgaben, welche sich nach dem tatsächlichem späteren Einkommen des Akademikers orientieren.

Denn sonst hätten wir es ja: Äpfel zu Birnen zu Kirschen!

Lieben Gruß
Patrick

Hallo,

Als Ingenieur vielleicht; deswegen mein Vorschlag, Gebühren zu
staffeln. In den Geisteswissenschaften sieht das ganz schön
anders aus; auch bei hervorragend Qualifizierten häufen sich
die befristeten, unsicheren Jobs; wie viele Philosophen kennst
du etwa, die nach dem Studium in einen lukrativen, sicheren
Job eingestiegen sind? „Sollen sie doch Ingenieure werden“,
magst du denken, aber bei der Argumentation kann ich dann
nicht mehr folgen.

Nun ja, ganz so hart würde ich das nicht fordern. Aber ehrlich gesagt: Wer wissentlich einen Beruf ergreift, der ein späteres „Überleben“ absehbar nicht ermöglicht, betreibt offenbar „Liebhaberei“. Mein Mitleid mit dem anschließenden prekären Zustand ist hier tatsächlich rel. gering.

Ich stimme mit Dir bestenfalls in einem überein: Da Geisteswissenschaften von der Ausbildung deutlich günstiger sind, wäre eine Staffelung vorstellbar …

Allerdings verstehe ich die Diskussion nicht wirklich. Meines Wissens sind die Rückzahlkonditionen der Darlehen an Studiendauer und anschließendes Einkommen gekoppelt. Passt doch, oder?

Meine Thesen:
a) Alles was kostenlos ist, wird verschwendet, weil „wertlos“.

Ein deutsches Diplom wurde bisher als wertlos angesehen, weil
es keine Studiengebühren gab?

Nicht das Diplom an sich, alleine das Studium. Was man z.B. daran sah, dass sich nach Einführung der Studiengebühren die Anzahl der Studenten an mancher Uni drastisch reduziert hat. Auch bin ich sicher, dass sich jemand gut überlegt, ob er ein Bummelsemester einlegt, wenn es plötzlich 500 oder 1000 EUR kostet. Selbstverwirklichung hin oder her, es geht um öffentlich bereitgestellte Ressourcen. Und für mich ist weiterhin das unglaublich hohe Durchschnittsalter der Absolventen schier nicht nachvollziehbar …

Glaub ich nicht. Und ich nehme
mein Studium keineswegs ernster, seit ich Gebühren zahle, im
Gegenteil; die Zeit, die ich mit Arbeiten verbringe, fehlt mir
signifikant.

Meine These: Ich glaube nicht, dass Du weniger arbeiten würdest, wenn Du Dir die 500 EUR (?) pro Semester sparen könntest. Kannst mich aber gerne korrigieren.:wink: Nebenbei: Um sich das zu sparen, wurden letztendlich die Studienkredite geschaffen. Entweder arbeiten, länger studieren und schuldenfrei oder auf Pump, zügig durch und Schulden.

Was ich komisch finde ist, dass in D eine persönliche finanzielle Investition in Bildung so unvorstellbar ist (z.B. im Vergleich zum Kredit z.B. für ein neues Auto)

Meinetwegen… Gebührenfreiheit für alle BAFöG-Empfänger wäre
dann das Minimum. Ehrlich, 80 Prozent meiner Kommilitonen
haben diesen komischen Studienkredit aufgenommen; das macht
man auch nicht mal eben so, wenn man die Gebühren auch anders
zusammenkriegen würde.

Passt doch. Ich finde es nicht tragisch, als Akademiker nachträglich das Studium zu bezahlen, das einem deutlich bessere Berufs- und Einkommenschancen eröffnet.

Grüße
Jürgen

Hallo Patrick,

Ich sehe den Unterschied zum Hochschulprofessor oder Lehrer
nicht? Die arbeiten für das Land? Bei Landesbehörden zahlt die
Gesellschaft, für die Schulen und Hochschulen zahlt jeder
selber?

Nun ja, in die Schule geht jeder (Schulpflicht), studieren tun
ich denke ~30%.

Na ich meinte das anders: Die Ausbildung bei einem Amt oder einer Behörde (Berufsschule) für einen später verbeamteten Menschen wird übernommen, aber der ebenfalls an der gleichen Behörde angestellte Lehrer oder Professor darf selbst finanzieren.

Die Würdigung der Arbeit von Akademikern durch die
Gesellschaft spricht durch die Erhebung von Studiengebühren
und -bedingungen Bände.

Quatsch. Die Würdigung der Arbeit von Akademikern ist das
deutlich überduchschnittliche Einkommen nach der Ausbildung
und das niedrige Arbeitslosigkeitsrisiko. Das sollte
eigentlich reichen. Vor Ende der Ausbildung ist ein Akademiker
schlicht ungelernt.

Du solltest wirklich nicht in Mittelwerten denken. Denn das
beduetet, dass man Sonderfälle übersieht.

Ja und? Als Akademiker muss man sich schon aktiv bemühren,
arbeitslos zu bleiben. Gut, wer in München einen Job als
Tiefseeforscher anstrebt, könnte darunter fallen. Ansonsten
war die Arbeitslosigkeit bei Akademikern selbst in der
Krisenphase vor 3 Jahren deutlich niedriger als beim Rest der
Gesellschaft.

Du weichst von den Mittelwerten für Löhnen auf die Wahrscheinlichkeit der Arbeitslosigkeit aus. Das zeigt mir deutlich, dass Du den Unterschied in Akademikergehältern wahrnimmst.

Wie kommst Du dazu? Jeder Manager ist für x Arbeitsplätze und
damit für n*x Menschen mitverantwortlich. Das reicht doch wohl
für gesellschaftliches Engagement, oder?

Deine Logik ist mir nicht unbekannt, aber für mein Gefühl
verkehrt herum: da der Manager Produktionsstätten verwaltet,
gäbe es ohne Arbeiter keine Manager. Ohne Arzt keinen
Versicherungskaufmann.

Wohl aber vielleicht anders herum?

Bezweifele ich, aber das ist eine Henne/Ei-Diskussion. Jeder
hat in diesem Räderwerk seinen Verantwortungsbereich. Und
Manager haben letztendlich den, über Weichenstellungen und
Invest- und Entwicklungsentscheidungen die Zukunft des
Unternehmens und damit der Beschäftigung zu sichern.

Die Frage wäre, ob sich diese Arbeit nicht auch ohne Management durch den Markt täte. Management hat manchmal die Maximierung eines Unternehmens hinsichtlich des Gewinns zum Auftrag. Dies kann auf der anderen Seite wieder Arbeitsplätze kosten. Z.B. bei der Konkurrenz. Dadurch das in der Telekommunikation es jetzt mehrere Betriebe gibt, gibt es nicht zwingend mehr Arbeitsplätze in der Brache. Nur teilt man vielleicht nicht so gerne mit den anderen… :wink:

Diese Berufe verdienen erst einmal durch die Produktivität
eines anderen.

Wie gesagt, sie sichern aber langfristig die Beschäftigung.

Das ist auch nur eine Hypothese.

Das ganze ist eine Symbiose.

Im übrigen sehe ich es aber genauso - ein Geben und Nehmen. Nur sollten das beide Seiten nicht vergessen.

Ich möchte damit keinesfalls behaupten, diese Berufe sind
überflüssig, aber in Deutschland wird zuviel verwaltet. Das
Recht, die Betriebe, das Gesundheitswesen - all das ist ein
riesen Apparat an Verwaltern. Die kosten Millionen, und man
behauptet, ohne das geht es nicht.

Teils teils. Komplexe Strukturen brauchen Verwaltung, um zu
funktionieren. Vielleicht bin ich aber hier ein bisschen
vorbelastet, da ich ein kleiner Manager in einer großen
Struktur bin und - bei aller Selbständigkeit meiner
Mitarbeiter - mir nicht überflüssig vorkomme:wink:

Ja, aber nicht zuviel. Vielleicht bin ich da vorbelastet, denn ich habe ja nun auch drei Jahre an der Uni gearbeitet. Da wird eindeutig zuviel verwaltet - und deswegen sind die Strukturen auch so komplex…

Und man wird es auch nie wissen, denn dazu ist das Kapital in
unserer Gesellschaft schon viel zu ungleich verteilt.

Das ist ein Behauptung, mehr nicht.

Nein, dass ist es. 10% halten 50% des Besitzes. Selbst als Nicht-Mathematiker müsste man einräumen, dass ein Test auf Inhomogenität mit einer Gleichverteiltheit hoch signifikant würde.

Studiengebühren indes sind für mich nur ein weiterer Schritt
in dieser Ungleichgewichtung - die Kontrastierung zwischen den
Kindern armer und reicher Menschen.

Die Gefahr bestreite ich nicht, alleine ich halte die
Diskussion für viel zu einseitg. Wenn über eine Studiengebühr
z.B. Studenten eine deutlich bessere Ausbildung bekämen als
ohne, dann würde ich persönlich über eine Studiengebühr nicht
mehr diskutieren, sondern alleine über die Ausgestalung von
Erleichterungen für begabte Benachteiligte.

Na, aber das war ja das Ausgangsthema: ist der Bevölkerung Bildung, der Erhalt von Wissen sowie Forschung sowenig wert, dass man es denjenigen, die es kratzt, selber überlässt? Das ist Ausverkauf. Im Übrigen - wenn es sich denn realisieren würde, hätte ich für bessere Ausbildungsbedingungen auch gerne bezahlt.

Dann bewegst Du Dich eben in prädestinierten Kreisen. Ich
kenne sehr viele Akademiker, die nicht überdurchschnittlich
verdienen.

Auf die Beispiele eines Hochschulprofessors oder Doktoranden
in der Forschung & Lehre mochtest Du ja nicht eingehen.

Ein Uniprofessor wird sicher nicht reich, verdient aber
überdurchschnittlich. Ein Doktorand in weiterhin in der
Ausbildung, was seine eigene, persönliche Entscheidung ist.

Es sind alles ganz eigene, persönliche Entscheidungen. Wenn sie manche Menschen trotz der bescheidenen Bedingungen in Deutschland nicht träfen, stünde dieses Land schon längst im Schatten!

Lieben Gruß
Patrick

Hi Chris,

sollte hier nicht Dein Versuch, „SPRACHLICHER KLARHEIT“,
allenfalls als in den Dienst vom Thema weg zu führen, damit
als nicht gelungen zu sehen sein?

ich denke nein.

Vielleicht wurde zu Hause Dein Prof. von der Trauten
filetiert, weil er nicht Bügeln wollte und er suchte sich so
den Ausgleich bei Studiosus, die ihm Voraus waren, nur Du hast
es nicht gemerkt, wie Du anscheinend auch die Thematik hier
versäumst?

Auch ein Nein.
Der Mann war richtig gut, nicht nur in seinem Fach zudem streng aber gerecht.
Das Filetieren hat er Studies vorbehalten, die fachliche Flachheit mit Schwulst tünchen wollten. Das haben nicht nur mein Prof und ich gemerkt, sondern auch die meisten anderen.
Genau wie die meisten hier klar erkennen, daß Deine Art zu Schreibseln knapp daneben ist.

Beides eine Überlegung wert, oder?

Tu Dir keinen Zwang an.

Gandalf

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Dir ist ein „normales“ Handwerkereinkommen bekannt? Oder
schließt Du von den verrechneten Stundensätzen tatsächlich auf
das Einkommen eines Handwerkers?

Handwerker verdienen oft sehr gut, da fast alle nebenher schwarz arbeiten. Manche ich kenne einige die wesentlich mehr als meine 36k€ haben.

Als Vorschlag habe ich ein Ähnliches system wie im Ausland im Auge. Da gibt es reichlich Stipendien für Bedürftige Studenten. Auch die Gebühren sind nicht überall gleich. Je nach Fachgebiet und Uni schwankt das. Außerdem muß in Deutschland endlich eine höhere Gebühr für Ausländer her, die nicht aus EU-Ländern stammen. Der Staat muß für jeden Studienplatz reichlich zuschießen, um die Kosten zu decken. Warum soll das für fremde Fachkräfte auch so sein?

LernArbeit mit ‚Gebühren‘ belohnen!
Hallo - und schöne Weihnachten!

Ich für mich kann sagen, dass ich die Einführung der
Studiengebühren absolut für den falschen Weg halte.

Ich würde nicht nur kassieren, sondern für GUTE Leistungen auch wieder zurückzahlen. Nach folgendem Prinzip, das sowohl in der Oberstufe von Schulen als auch an Unis anwendbar ist:
Am Semester- oder Schuljahresbegin zahlt jeder pauschal 300 Euros, das wird auf die zu absolvierenden Prüfungen umgelegt. Wenn es 10 Prüfungen (=Schulaufgaben) gibt, können pro Prüfung maximal 15 Punkte erreicht werden. Pro erreichtem Punkt gibt vier Euros zurück.

Wenn sich jemand anstrengt und immer volle Punktzahl schafft, hat er am Ende 600 Euro eingenommen und 300 Euros verdient.

Wer nur mittlere Ergebnisse um 8 Punkte abliefert, kann sich über 320 Euros freuen und hat nur 20 Euros verdient. Er ist eben im Mittelfeld und hat zumindest nicht draufgezahlt.

Die Dummen und Faulen zahlen drauf (erzieherische Massnahme!): Wenn sie in 10 Prüfungen nur 20 Euros einsammeln, kommen sie sehr schnell auf die Idee, sich vielleicht mehr anzustrengen oder sich mal um richtige Arbeit zu bemühen.

Über stetige kleine Änderungen am Geldbeutel erwischt man die Leute am sichersten.

tschüss

herbert

@herbert

Von mir kam auch erst ein Vorschlag, der 2 Beiträge weiter oben ist. Danach sollen die Gebühren unterschiedlich sein und Stipendien für Leistungsfähige geschaffen werden.

Glaubensfrage zwischen Gemeinwohl und Eigennutz

warum eigentlich LernArbeit, d.h. Investition in unsere
Zukunft, wie Studieren, mit einer ZwangsAbgabe belasten?

Im Kern geht es bei der Frage, ob Studieren gebührenpflichtig sein soll oder nicht, darum, wer die Hochschulausbildung bezahlt: tut dies die Allgemeinheit, indem ein Teil des Steueraufkommens hierfür verwendet wird, oder tun es vorrangig diejenigen, die diese Einrichtung tatsächlich nutzen, indem sie für die Nutzung eine Gebühr entrichten.

Beide Finanzierungsmodelle haben ihre Berechtigung:

  1. Die Finanzierung durch die Allgemeinheit reflektiert die Tatsache, dass ein allgemeines, insbesondere volkswirtschaftliches, Interesse daran besteht, Menschen mit Hochschulausbildung hervorzubringen. Denn Menschen mit Hochschulausbildung können Funktionen übernehmen, die für das Funktionieren der Wirtschaft (aber auch der Gesellschaft im allgemeinen) in besonderem Maße nützlich sind, weil sie z.B. imstande sind, durch Forschung & Entwicklung neue technische Erkenntnisse gewinnen, die die Grundlage neuer wirtschaftlicher Unternehmungen sein können, in komplexen Unternehmenssituationen strategisch richtige Entscheidungen zu treffen, die den Geschäftserfolg von Unternehmen für die Zukunft sichern, oder als Mediziner, Anwälte, Unternehmensberater, Architekten o.ä. High-End-Dienstleistungen zu erbringen, auf die eine moderne Gesellschaft ungern verzichtet. Die Finanzierung durch die Allgemeinheit entspricht mit anderen Worten dem Umstand, dass die Hochschulausbildung eine über den individuellen Vorteil klar hinausgehende, mittelbare Gemeinwohlbedeutung hat.

  2. Die (Mit-)Finanzierung der Hochschulausbildung durch ihre Nutzer trägt dagegen der Tatsache Rechnung, dass die universitäre Ausbildung von unmittelbarem Vorteil allein für eben diese Nutzer ist, indem sie diesen den Zugang zu besserer Bildung, intellektuell herausfordernden, höher bezahlten Beschäftigungen und damit letztlich einem höheren Lebensstandard eröffnet. So gesehen ist die Hochschulausbildung eine Institution, die der Staat in erster Linie zum persönlichen Nutzen einzelner vorhält. Es entspricht einem allgemeinen Prinzip unserer Rechtsordnung, die Kosten für die Bereitstellung bzw. Erhaltung von Ressourcen, die primär privatnützig verwendet werden, denjenigen auferlegt werden, die diese Ressource tatsächlich nutzen und dadurch die Entstehung dieser Kosten überhaupt erst veranlassen (Verursacherprinzip). Ebenso wie die Studierenden die Kosten der Hochschulausbildung, tragen etwa die Privathaushalte die Kosten für ihren Wasser- und Stromverbrauch, die Transportunternehmen die Aufwendungen für die Erhaltung des Autobahnnetzes, auf dem sie ihr Geschäft betreiben, (LKW-Maut) und die emittierenden Industriebetriebe die (symbolischen) Kosten für die Inanspruchnahme des Gemeingutes Luft zum Vorteil ihres individuellen Betriebs (Emissionshandel). Studiengebühren sorgen mit anderen Worten lediglich dafür, dass diejenigen, die unmittelbaren Nutzen aus der Hochschulausbildung ziehen, auch deren Lasten zu tragen haben.

  3. Für die Frage nach den Studiengebühren ergibt sich daraus: Wer die Gemeinwohldimension der Hochschulausbildung in den Vordergrund stellt, wird eine Finanzierung durch die Allgemeinheit wählen. Wer dagegen ihre Privatnützigkeit stärker betont, wird den Studenten in die Tasche fassen.

Dies zeigt, dass die Entscheidung für oder gegen Studiengebühren keine Entscheidung ist, die nach den Kriterien objektiv falsch oder objektiv richtig getroffen werden kann, sondern eine, die von der allgemein- und gesellschaftspolitischen Orientierung des Entscheidungsträgers abhängt.

  1. Persönlich halte ich Studiengebühren für politisch völlig verfehlt. Ich bin überzeugt, dass die Deutsche Volkswirtschaft mit Volkswirtschaften insbesondere im osteuropäischen und asiatischen Raum in Bezug auf Allerweltsprodukte bzw. Leistungen, die durch schlichte Man- bzw. Maschinenpower unter einfachen Bedingungen erstellt werden können, auf absehbare Zeit nicht wird konkurrieren können und daher ihr Heil in High-End-Produkten und -Dienstleistungen suchen muß. Das setzt Menschen voraus, die auf einem solchen Niveau entwickeln, beraten und wirtschaftlich entscheiden können. Hierfür wiederum dürfte die Hochschulausbildung in höchstem Maße nützlich sein. Daher sollte unsere Gesellschaft ein vitales Interesse daran haben, dass ihre Mitglieder unabhängig von ihrer individuellen finanziellen Ausstattung die Möglichkeit haben, eine solche Ausbildung zu erwerben.

Studiengebühren dagegen „riechen“ nach einem nicht mehr zeitgemäßen Gesellschaftskonzept, dessen Richtgröße eine (nicht universitär gebildete) Werktätigenklasse ist und die jede Form von Besitzstand - und sei es auch nur eine bessere Ausbildung verbunden mit der mehr oder weniger konkreten, theoretischen Aussicht auf einen überdurchschnittlich bezahlten Arbeitsplatz - als gemeinschädlichen Eigennutz diskreditiert und sanktioniert.

Es sollte einleuchten, daß diese MüheWaltung, schließlich sind
wir EINE Gesellschaft, deren Zukunft weitestgehend und in
wachsendem Maße von Kreativität abhängt, deren wesentliche
Voraussetzung dankenswerter Weise Studenten sich aneignen,
nicht mit einer solchen Abgabe belastet sein, die am Ende zu
einem SchuldVerhältnis führt, das bei Abstinenz des Marktes,
gibt es überhaupt einen funktionierenden ArbeitsMarkt, den
LeistungsErbringer im Regen stehen läßt?

Es ist zwar richtig, dass sich guter und intelligenter Sprachgebrauch (auch) durch seinen Variantenreichtum auszeichet; die Verunstaltung der Rechtschreibung und die krampfhafte Unkenntlichmachung eigentlich banaler Inhalte in Gliedsatzverhauen und überflüssigem Schwulst fällt allerdings nicht darunter - insbesondere dann nicht, wenn man sich in der eigenen Bleiwüste verläuft und nicht mehr erkennt, dass wichtige Dinge fehlen, wie ein Prädikat zum Beispiel …