Hallo Jürgen!
Aber apropros nicht günstige Ressource: Wenn man bei der Stadt
eine Ausbildung macht, zahlt die nicht billige Ressource der
Berufsschule (
damit der Dreisatz auch beim dritten Mal nicht verstanden
wird) wer?Dass bei einer städtischen Ausbildung die Gesellschaft die
Schule zahlt, ist für mich durchaus noch nachvollziehbar. Aber
warum soll ein zukünftiger Meister für seine Ausbildung
zahlen, ein zukünftiger Akademiker aber nicht?
Ich sehe den Unterschied zum Hochschulprofessor oder Lehrer nicht? Die arbeiten für das Land? Bei Landesbehörden zahlt die Gesellschaft, für die Schulen und Hochschulen zahlt jeder selber?
Die Würdigung der Arbeit von Akademikern durch die
Gesellschaft spricht durch die Erhebung von Studiengebühren
und -bedingungen Bände.Quatsch. Die Würdigung der Arbeit von Akademikern ist das
deutlich überduchschnittliche Einkommen nach der Ausbildung
und das niedrige Arbeitslosigkeitsrisiko. Das sollte
eigentlich reichen. Vor Ende der Ausbildung ist ein Akademiker
schlicht ungelernt.
Du solltest wirklich nicht in Mittelwerten denken. Denn das beduetet, dass man Sonderfälle übersieht.
Dabei finde ich es nicht unvernünftig, dass wenn jemand durch
seine Ausbildung in die Lage versetzt wird, ein erheblich
höheres Gehalt als der Durchschnitt zu verdienen, er dafür
auch etwas investiert. Dies kann aber nur Post-Hoc überprüft
werden. Und auch keinesfalls pauschal.Na ja. Mit ein bisschen Empirie lässt sich durchaus auch ein
Zusammenhang ante-hoc ermitteln:wink:
Ja, aber das fehlt wohl?
Und der gesellschaftliche Nutzen durch Akademiker?
Jemand im Management in der Privatwirtschaft stellt seine
durch das Studium gewonnene Erkenntnis eher nicht der
Allgemeinheit zur Verfügung sondern behält den Profit daraus
eher für sich.Wie kommst Du dazu? Jeder Manager ist für x Arbeitsplätze und
damit für n*x Menschen mitverantwortlich. Das reicht doch wohl
für gesellschaftliches Engagement, oder?
Deine Logik ist mir nicht unbekannt, aber für mein Gefühl verkehrt herum: da der Manager Produktionsstätten verwaltet, gäbe es ohne Arbeiter keine Manager. Ohne Arzt keinen Versicherungskaufmann.
Wohl aber vielleicht anders herum?
Diese Berufe verdienen erst einmal durch die Produktivität eines anderen.
Ich möchte damit keinesfalls behaupten, diese Berufe sind überflüssig, aber in Deutschland wird zuviel verwaltet. Das Recht, die Betriebe, das Gesundheitswesen - all das ist ein riesen Apparat an Verwaltern. Die kosten Millionen, und man behauptet, ohne das geht es nicht.
Das weiß man aber nicht.
Und man wird es auch nie wissen, denn dazu ist das Kapital in unserer Gesellschaft schon viel zu ungleich verteilt.
Studiengebühren indes sind für mich nur ein weiterer Schritt in dieser Ungleichgewichtung - die Kontrastierung zwischen den Kindern armer und reicher Menschen.
Natürlich sind die Studiengebühren ein politischer
Selbstläufer: viele Nicht-Akademiker haben nicht die leiseste
Ahnung, was ein Mensch nach dem Studium so verdient. Studien
zeigen, dass die Gehaltsschätzungen für Akademikerberufe in
der Nicht-Akademiker-Population um ein vielfaches zu hoch
ausfallen. Natürlich schürt das Sozialneid, aber für eine
Fehleinschätzung kann der Akademiker indes nichts.Die meiste Akademiker die ich kenne verdienen weit
überdurchschnittlich …
Und wenn nicht jetzt, dann in ein paar Jahren. Was ich von den
Arbeitern in meiner Umgebung nicht behaupten kann.
Dann bewegst Du Dich eben in prädestinierten Kreisen. Ich kenne sehr viele Akademiker, die nicht überdurchschnittlich verdienen.
Auf die Beispiele eines Hochschulprofessors oder Doktoranden in der Forschung & Lehre mochtest Du ja nicht eingehen.
Lieben Gruß
Patrick
Nebenbei: Um sich das zu sparen, wurden letztendlich die Studienkredite geschaffen. Entweder arbeiten, länger studieren und schuldenfrei oder auf Pump, zügig durch und Schulden.