Lesen oder anhören?

Hallo zusammen,

wir hatten letztens mal eine Diskussion, in der es darum ging, was denn ‚besser‘ ist: ein ‚normales‘ Buch oder ein Hörbuch.

Ich war eindeutig für das Hörbuch:
Man kann nebenher immernoch andere Sachen machen, wie aufräumen, oder, was ich sehr gerne mache, Zeitungen austragen.
Außerdem strengt das Hören niemals so an, wie das Lesen. Man kann sich irgendwo hinchillen, sogar die Augen schließen und der CD lauschen.
Außerdem ist es doch viel cooler, wenn der Vorleser jeder Person noch ein bisschen Charakter gibt, indem er versucht, sie beim Sprechen zu imitieren.

Gut, einen klaren Nachteil hat das Hörbuch sicherlich: der Preis. Aber wenn man sich ein bisschen im Freundeskreis umsieht, bekommt man das doch meistens auch so.

Jetzt wollte ich euch hier mal fragen, wie ihr dazu steht: Buch oder Hörbuch? Lesen oder Vorlesen lassen?

lg, Juli

Hallo Juli,

Ich war eindeutig für das Hörbuch:

dann ist das für Dich die bessere Alternative.

Für mich ist das nichts.
Ich muß in einem Sessel/Sofa sitzen oder auf dem Bett liegen, meine Ruhe haben und mich dann in das Buch versenken.
Wehe dem, der mich dann stört!

Ein Hörbuch würde in das eine Ohr reingehen und aus dem anderen wieder raus.

Du siehst, wir treffen uns nicht, aber für jeden von uns ist seine Lösung die jeweils beste.

Gandalf

Hallo Julia,

Ich bevorzuge es selber zu lesen. Insbesondere bei schwierigerer Literatur (klar, ist Ansichtssache) hätte ich sonst bedenken, etwas zu „verpassen“. Erst recht, wenn ich nebenbei noch was mache, wie Bügeln oder was weiss ich.

Auch auf das „Leben einhauchen“ durch den Vorleser kann ich gerne verzichten. Das mach ich lieber selber! Daher bin ich auch meist enttäuscht, wenn ich einen Film zu einem Buch sehe, das ich schon gelesen habe.

biba und viel Spass beim Zuhören!

Dirk.Pegasus

Das hängt vom Lesetyp ab. Ich bin für beides. Gute Bücher und Fachbücher lese ich, Fachbücher schon wegen der Illustrationen und Grafiken. Lesen ist für mich spannender als Hören. Aber: Ich habe auch einige Hörbücher für Autofahren, Arbeitsweg, Pause, Zeitdruck. Geichte höre ich oder auch Bücher, die ich nicht so toll finde. harry Potter habe ich als Hörbuch erlebt. Aber fesselnde Bücher immer als Lesen, ist auch besser für das Vorstellungsvermögen. Mach doch mal den Versuch: Lese mal einen Text - und dann höre ihn dir als Hörbuch an.
ALSO: Jeder nach seiner Fason.
Gruß Michael

Hallo Juli,

ich denke auch, dass beides seine Vorzüge hat. Ich lese sehr viel und all die Sachen, die ich nicht zu lesen schaffe, höre ich dann beim Bügeln usw. als Hörbuch, aber wirklich nur „leichte Kost“.
Viele Sachen muss man einfach lesen, damit einem nichts entgeht, oder man einzelne Stellen nochmal lesen kann.
Auch finde ich, dass es sehr von der Stimme abhängt, ob mir ein Hörbuch gefällt oder nicht. ich habe schon manchmal nach dem Buch noch das Hörbuch gehört, weil der Sprecher so toll ist.
z. B. Sven Regener: Herr Lehmann usw.

Viele Grüße
Judith

Hi,

lesen. Nie Hören - außer ich verliere irgendwann mein Augenlicht.

Alle die Gründe, die aus Deiner Sicht für ein Höruch sprechen, sprechen für mich dagegen. Man tut Sachen nebenher, die einen vom Hören ablenken (ich mach das immer beim Fernsehen - frag mich nicht nach dem Inhalt der Sendungen). Man kann sich nciht so leicht eine Szene, einen abschnitt, eine Aussgae noch einmal anhören. Man kann sich eine Szene nicht betrachten. Man kann sich nicht selbst die Figuren vorstellen. Man kann nicht mehr selber denken.

Schade um das Buch.

Die Franzi

Hallo Juli

was denn ‚besser‘ ist: ein ‚normales‘ Buch oder ein Hörbuch.

Gar keine Frage! Natürlich das BUCH!

Man kann nebenher immernoch andere Sachen machen,
wie aufräumen, oder, was ich sehr gerne mache, Zeitungen austragen.

Ich will nebenbei gar nichts anderes machen. Ich will mich auf das Buch konzentrieren und in der Geschichte versinken, ohne Einflüsse und Ablenkungen von außerhalb.

Außerdem strengt das Hören niemals so an, wie das Lesen. Man
kann sich irgendwo hinchillen, sogar die Augen schließen und
der CD lauschen.

Also sehr anstrengend finde ich das Lesen auf dem Sofa auch nicht.

Außerdem ist es doch viel cooler, wenn der Vorleser jeder
Person noch ein bisschen Charakter gibt, indem er versucht,
sie beim Sprechen zu imitieren.

Und genau da liegt meines Erachtens die Stärke des Buches. Man selber, niemand anderer, haucht allein durch seine eigenen Vorstellungen den Charakteren Leben ein.

Gut, einen klaren Nachteil hat das Hörbuch sicherlich: der
Preis.

Du sagst es selbst. Auch beim Preis ist das Buch der Gewinner. Ich lese durchschnittlich 45-50 Bücher im Jahr und kaufe diese meistens für 1-2 Euro + VK bei eBay. Was ich für die selben Hörbücher ausgeben würde, möchte ich lieber nicht ausrechnen.

Aber wenn man sich ein bisschen im Freundeskreis
umsieht, bekommt man das doch meistens auch so.

Nun, ich möchte das lesen, worauf ich gerade Spass habe - und nicht, was irgendein Freund gerade herumliegen hat.
Und da kommen wir doch gleich auch zu einem weiteren Punkt. Die Auswahl an Büchern ist, vorsichtig ausgedrückt, geringfügig höher.

Jetzt wollte ich euch hier mal fragen, wie ihr dazu steht:
Buch oder Hörbuch? Lesen oder Vorlesen lassen?

Und der wichtigste Aspekt beim Lesen für mich.
Ich kann selbst das Tempo bestimmen. Ich bin eher ein langsamer Leser. Ich lese Sätze oder auch Absätze oft zweimal. Und ich schwenke gerne gedanklich ab. Zum Beispiel wenn ich Parallelen zu meinem eigenem Leben entdecke oder wenn ich mir auszumalen versuche, wie die Geschichte wohl weitergeht.

Aber wie immer ist natürlich das am Besten, was einem persönlich am Meisten liegt. Wohlfühlen muss man sich dabei - egal, ob es nun beim Lesen oder beim Zuhören ist.

Gruß
schatten

Hallo Juli,

meine Entscheidung ist hier ganz klar: „Normales“ Buch zum Selberlesen.

Ich habe mir auch schon einige Hörbücher ausgeliehen bzw. sie angehört, bevor ich sie verschenkt habe (denn ich kenne da auch so einen Hörbuchfan). Bei irgendwelcher Trivialliteratur ist es ok. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Geschichte nicht so richtig „bei mir ankommt“ wie bei einem echten Buch.

Woran das liegt, weiß ich nicht. Vielleicht daran, dass man das Tempo nicht selbst bestimmt? Oder daran, dass man auch dann „weiterlesen“ kann, wenn man geistig abgeschaltet hat?

Man kann nebenher immernoch andere Sachen machen, wie
aufräumen, oder, was ich sehr gerne mache, Zeitungen
austragen.

Ja, ok, das kann man. Auch Autofahren gehört zu diesen anderen Tätigkeiten.

Aber ein Hörbuch ist und bleibt für mich eine Notlösung.

Außerdem ist es doch viel cooler, wenn der Vorleser jeder
Person noch ein bisschen Charakter gibt, indem er versucht,
sie beim Sprechen zu imitieren.

Das finde ich überhaupt nicht cool. Es stört mich sehr! Ich stelle mir die Personen gerne selber vor und möchte nicht eine Interpretation „vorgesetzt“ bekommen.

Lesen oder Vorlesen lassen?

Wenn ich doch irgendwann mal eine Greencard bekomme und in Amiland überall mit dem Auto hinfahren muss, werde ich mir Hörbücher anhören. Ansonsten bleibe ich ganz sicher bei der Papierversion.

Schöne Grüße

Petra

das erstaut mich aber
Hi zusammen,

das erstaut mich aber, dass ausschließlich alle für das normale Buch sind!
Da muss ich das wohl spädestens im nächsten Urlaub noch mal ausprobieren…
Ich schaff bloß nie den Anfang, wenn es einmal spannend ist und so, dann les ich auch gerne weiter, aber sonst fehlt mir irgendwie die Motivation. (eigentlich ja schade).

lg, Juli

Hallo,

noch eine für deine Sammlung: Ich bevorzuge das gelesene Buch.

Dennoch bin ich keine Hörbuch-Verächterin, ich hole mir sehr oft Hörbücher aus der Stadtbibliothek. Dies sind aber fast alle ohne Ausnahme Krimis, die man eben „nebenbei“ hören kann (es ist eine Methode, wie ich mich zur Hausarbeit überreden kann).

Wie die anderen vor mir, stört mich bei Hörbüchern, dass ich nicht selbst das Tempo bestimmen kann, dass es nervig ist, wenn ich mal zurückblättern will oder wenn ich etwas überprüfen will, was einige SEiten (Minuten) vorher war, es behindert meine Phantasie - gerade das letzte ist eben das, was mir am meisten bei gehörten Büchern fehlt und weshalb ich das nie mit Büchern machen würde, die mich wirklich interessieren. Mein Kopfkino beim Lesen ist eigentlich immer soviel besser, als alles, was jemand auf eine CD pressen kann.

Gruß
Elke

PS: Ich bin ein ziemlicher Pedant bei sowas, aber es kann mir die ganze Freude an der Geschichte versauen, wenn ich Hörbücher höre und fremdsprachliche Worte oder Namen falsch ausgesprochen werden - es ist doch wirklich nicht zuviel verlangt, dass ein Regisseur (und ja, Hörbücher haben Regisseure genau wie Hörspiele, Filme etc.) einfach einen Muttersprachler fragt, besonders bei Sprachen wie Englisch oder Italienisch, wo das relativ leicht zu erreichen ist.

Hallo,

ich find Hörbücher meistens ätzend, weil ich das nicht haben kann, wenn ein Erzähler alle möglichen Stimmen nachmacht. Hingegen Hörspiele finde ich sehr schön, die sind atmosphärisch und bringen viel mehr von dem Buch rüber. Trotz allem bevorzuge ich das Buch; ich kann mich darauf besser konzentrieren. Ich komme auch besser in die Geschichte wieder rein als beim Hörbuch.

Grüße

Doppelstrategie
Ich finde lesen und hören gleichermassen schön und möchte für mich keine entweder-oder-Entscheidung treffen. Jedes Medium hat Vorzüge und Nachteile.

Kürzlich, bei einen endlosen Autofahrt, habe ich Pascal Merciers
Nachtzug nach Lissabon gehört. Das hatte ich vorher bereits gelesen und hatte viel Freude daran, die Geschichte nun vorgelesen zu bekommen.
Ebenso ging es mit mit „Quatemberkinder“ von Tim Krohn. Das habe ich vor allem deshalb als Hörbuch gekauft, weil es mich interessiert hat, wie sich Krohns deutsch-schweizerische Kunstsprache gesprochen anhören würde. Hat sich gelohnt.

Ein weiteres Buch, „Das Buch des Vaters“ von Urs Widmer hatte ich vor dem Hören nicht gelesen und es war kein Genuss. Ich habe ständig den Faden verloren und die Stimme des Autors fand ich auch nicht angenehm. Hätte er lieber einen Profi-Sprecher genommen. Beim anschliessenden Nachlesen fand ich Buch dann doch beachtenswert.
Umgekehrt ging es mir mit „Stolz und Voruteil“ von Jane Austen. Das Hörbuch hatte ich zuerst gehört und es hat mich gefesselt, das Buch war mir zu langatmig.

Einfache Lektüre, insbesondere Krimis, liebe ich in der Hörbuchvarinate. Mein Liebling: Glennkill von Leonie Swann, gelesen von Andrea Sawatzky.
In die gleiche Richtung Qualität gehen auch die Hörbücher von Carlos Ruiz Zafón, „Der Schatten des Windes“ und „Das Spiel des Engels“. Der Inhalt kommt durch eine gute Regie und eine ausgezeichnete Sprecherstimme optimal rüber.
Es stand schon in einem anderen Posting: die Unterstützung bei der Hausbarbeit ist enorm :wink:

Was mich an Hörbüchern ausserdem fasziniert: das Gefühl, mit meinem iPod in der Tasche eine kleine Bibliothek dabeizuhaben. (Ich bin sehr anfällig für Miniaturisierungen aller Art.)

Freundliche Grüsse
Luisa

Moin,

manchmal ist das Hörbuch sogar besser als das Buch, wenn auch nicht sehr oft. Das beste Beispiel ist sicher Heinz Strunks „Fleisch ist mein Gemüse“, bei dem das Hörbuch sehr genial ist und mehr Spaß macht als das Buch.
Ich persönlich mag es sehr, wenn der Autor selbst liest, daß ist manchmal einfach super. Sehr begeistert bin ich z.B. auch von den Lesungen von Max Goldt und Sven Regener die -wie Strunk- die besten Interpreten ihrer eigenen Texte sind.
Allerdings sollte man sich auch für eine Lesung die nötige Zeit und Ruhe gönnen und finde es nicht gerade prickelnd, mir vorzustellen, ein gutes Hörbuch nebenbei beim Zeitungsaustragen oder so anzuhören.

Grüße
Markus

Servus,

Ich persönlich mag es sehr, wenn der Autor selbst liest, daß
ist manchmal einfach super.

Hier gebe ich dir in vielen Fällen recht, aber wenn der Autor Martin Walser heißt, dann eher nicht so sehr :smile:

Ich bin ein echter Hörbuchfan - ich höre ausschließlich im Auto: bin pro Woche 2x fast 2 Stunden und 2x eine Stunde alleine unterwegs, da kommt schon was zusammen!

Angefangen hat die Hörerei damit, daß ich Bücher kennenlernen wollte, von denen ich genau wußte, daß ich sie nicht lesen KANN. Umberto Eco ist z.B. so ein Fall (ich liebe übrigens die Hörfassung von „Baudolino“!), Martin Walser, Sandor Marai…

Lange Rede, gar kein Sinn :wink:
Für mich gibt es „Leseautoren“ und „Hörautoren“; wobei ich sagen muß, daß ich aus Zeitgründen mehr höre als lese. Die Stunden im Auto sitze ich eh ab, so oder so.

Einige meiner Lieblingshörbücher (falls das wer wissen will):
Baudolino (Umberto Eco)
Pompeji (Robert Harris)
Der zerbrochene Himmel (Andrea Camilleri)
Wandlungen einer Ehe (Sanor Marai)
Frau Sartoris (Elke Schmitter)

Und das mit Abstand schlechteste:
Illuminati von Dan Brown
Mein Mann und ich waren auf der Rückfahrt von Neapel nach Hause, „Illuminati“ war das einzige, das wir noch nicht kannten - ich hab irgendwann gesagt: „Wenn der jetzt noch EIN EINZIGES MAL ‚seine Muskeln brannten wie Feuer‘ sagt, schmeiß ich den ganzen Packen aus dem Fenster!“
Tja, manchmal muß man stark sein :wink:

So, das ist jetzt lang geworden…
Viele Grüße,
die höragnes

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Servus,

Alle die Gründe, die aus Deiner Sicht für ein Höruch
sprechen, sprechen für mich dagegen. Man tut Sachen nebenher,
die einen vom Hören ablenken

Ich höre nur im Auto. Auf diesen Fahrten bin ich alleine und die Strecke kennt mein Auto schon fast alleine. Abgelenkt bin ich da kaum. Und selbst wenn: Man darf auch mal einen Track wiederholen :smile:

(ich mach das immer beim
Fernsehen - frag mich nicht nach dem Inhalt der Sendungen).

*lach* Fernsehen ist ja auch nicht so wichtig :smile:

Man kann sich nciht so leicht eine Szene, einen abschnitt,
eine Aussgae noch einmal anhören. Man kann sich eine Szene
nicht betrachten. Man kann sich nicht selbst die Figuren
vorstellen. Man kann nicht mehr selber denken.

Das ist Quatsch.

Schade um das Buch.

Wenn du meinst…

Gruß,
agnes

Hallo Agnes

Einige meiner Lieblingshörbücher (falls das wer wissen will):

ICH ICH!!
Danke für die Tipps! Gibts mehr davon?

Freundliche Grüsse
Luisa

Walser lesen oder anhören?
Servus Agnes,

neugierhalber: Was stört Dich an Walser, wenn er Walser liest?

Nungut, ich kanns nicht gut beurteilen, weil die Hörzeugnisse, die ich von ihm habe („laif“ und auf LP), vor ungefähr dreißig Jahren gehört und/oder aufgenommen worden sind. Aber seine Lesungen aus der Anselm-Christlein-Trilogie haben mir sehr gut gefallen.

Wonderfitzig -

MM

Hallo zusammen,
find ich ja interessant, dass sich hier vor allem die Buch-Fans melden…
Ich selbst höre keine Hörbücher, vor allem, weil mich akustische Dauerberieselung ohnehin eher stört und weil ich irgendwann zwischendurch einfach nicht mehr hinhöre und folglich nichts mehr mitkriege.

Lang bevor sie Hörbücher hießen, gab es schon Kindercassetten mit Geschichten. So haben wir bei längeren Autofahrten Kästner, Lindgren, Preußler u.ä. gehört (ohne Kopfhörer). Besonders gefallen hat mir Manfred Steffen als Sprecher. Einmal brachte ein Radiosender eine Lesung von ihm, „Geschichten vom Franz“ - wunderbar! Dann kamen die als Cassette bzw. CD heraus, aber gelesen von der Autorin Christine Nöstlinger - schrecklich! Dann nehme ich doch lieber das Buch zur Hand.

Autorenlesung schön und gut, aber dann muss der Autor auch ein guter Sprecher sein. Es kann ja auch nicht jeder Sprecher tolle Geschichten schreiben.

Gruß
Jette

Wie die anderen vor mir, stört mich bei Hörbüchern, […]
dass es nervig ist, wenn ich mal zurückblättern will […]

Hallo, Elke,
genau das ist es, was bei Hörbüchern nachteilig ist.
Dabei gibt es ein Verfahren, dass es ermöglicht zielgenau in einem Hörbuch zu blättern und Lesezeichen zu setzen etc.: Blinde verwenden dieses Verfahren, es heißt DAISY http://de.wikipedia.org/wiki/DAISY-H%C3%B6rbuch Da es aber etwas aufwändiger zu produzieren ist und auch das Abspielgerät einige Funktionen haben muss, die ein normaler MP3-Player nicht hat, hat DAISY leider bisher nicht die Verbereitung erfahren, die ihm zu wünschen wäre.

Gruß
Eckard

Hi,

Ich höre nur im Auto. Auf diesen Fahrten bin ich alleine und die :Strecke kennt mein Auto schon fast alleine. Abgelenkt bin ich da kaum.

Abgelenkt vom Fahren schon… aber ich fahr ja nicht auto und begegne dir daher nicht.

Man kann sich nciht so leicht eine Szene, einen abschnitt,
eine Aussgae noch einmal anhören. Man kann sich eine Szene
nicht betrachten. Man kann sich nicht selbst die Figuren
vorstellen. Man kann nicht mehr selber denken.

Das ist Quatsch.

Es ist mit mehr aufwand verbunden als in einem Buch eine Zeile oder einen Absatz höher zuspringen. Im Buch braucht es nur die Augen, beim Hörbuch den Griff zur Taste, den Blick auf die Anzeige, warten …
mit „eine Szene betrachten“ meine ich, einen Absatz wie ein Bild zu betrachten und zwischen wörten hin- und herzuspringen und als Ganzes auf sich wirken zu lassen. Natürlich muss man sich auch bei einem Hörbuch die Optik der Figur noch selber denken, aber da ist einem die Fantasie schon eingeschränkt, weil uns die Stimme und die Intonation des Sprechers schon einiges wegnehmen bzw. suggerieren. Die Interpretation der Figur durch den Leser beeinflusst die Art und Weise, wie er sie liest (sonst kann er sie ja nciht vorlesen), und das wiederum formt das bild, das wir beim Hören bekommen. Beim Hören ist man also nciht mehr so frei wie beim Lesen. Ich möchte doch an dem arbeiten, was der Autor mir anbietet, nicht an dem, was ein Sprecher mir vorfiltert. Ähnliches gilt für das „selber denken.“
Ich habe den Herrn der Ringe angefangen zu lesen, als der erste Film im Kino war. Ein Freund hatte lange genug auf mich eingeredet. Ich habe den HdR erst fertig gelesen, bevor ich mir irgendeinen der drei Filme angesehen habe. Nach der Lektüre war ich unsterblich in Legolas verliebt, soweit das bei einer Romanfigur möglich ist :wink: … Dann kam der Film… Und Legolas war ein Milchgesicht und blond und überhaupt… vollkommen uncool. Ich habe den HdR seither zwei weitere Male gelesen, aber meine eigene Vorstellung von den Hauptfiguren ist durch die Bilder aus dem Film ersetzt, was ich besonders bei Legolas schade finde :frowning:. Es ist so, als wäre jemand Fremdes in eine private WElt eingedrungen. Jetzt weiß ja jeder, wie Legolas etc. in meinem Kopf aussehen… und klingen… und sich bewegen.
Verstehe mich richtig, ich finde die Verfilmung sehr gelungen, und sehe sie auch gerne wieder (ein Freund hat die Videos), aber etwas ist jetzt kaputt und wird nicht wiederkommen :frowning: Und ich werde immer, wenn ich die Möglichkeit habe, das Buch lesen, bevor ich mir die Verfilmung (oder Vertonung) anschaue.

Die Franzi

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