Lichtgeschwindigkeit

„[…] Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden
„Prinzip der Relativität“ genannt werden wird) zur
Voraussetzung erheben und außerdem die mit ihm scheinbar
unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht im
leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom Bewegungszustande
des emitierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit V
fortpflanze.“ [http://www.pro-physik.de/Phy/pdfs/ger

(Link tut nicht)

Für die Unzulänglichkeiten der Forensoftware kann ich leider nichts. Vieleicht klappt es jetzt:

http://www.pro-physik.de/Phy/pdfs/ger_890_921.pdf

Wenn Du mal das Wort unterstreichen kannst, mit dem das gesagt
wird, was Du die ganze Zeit behauptest, dann finde ich es
vielleicht auch!

„[…] Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden „Prinzip der Relativität“ genannt werden wird) zur Voraussetzung erheben und außerdem die mit ihm scheinbar unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht im leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom Bewegungszustande des emitierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit V fortpflanze.“

Aber für die Ausbreitung des Schalls
gilt nun einmal das Relativitätsprinzip nicht, weil es ein
ausgezeichnetes Bezugssystem gibt, nämlich jenes, in welchem
die Luft ruht.

Was macht das Ruhesystem der Luft denn bitte zu einem ausgezeichneten Bezugssystem?

Viele Postings weiter oben hast Du darauf bestanden, dass die
Geschwindigkeit die Ableitung des Ortes nach der Zeit ist.
Diese Definition ist - bei freier Wahl des Bezugssystems! -
nicht auf den Schall anwendbar.

Wie bitte? Für diese abenteuerliche Behauptung hätte ich gern eine Begründung.

Wie kann man eigentlich nur so engstirnig sein zu behaupten,
dass etwas in einem Text steht, was da definitiv nicht drin
steht?

Wie kann man eigentlich nur so engstirnig sein zu behaupten, dass etwas nicht in einem Text steht, was da definitiv drin steht?

Hallo!

„[…] Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden
„Prinzip der Relativität“ genannt werden wird) zur
Voraussetzung erheben und außerdem die mit ihm scheinbar
unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht
im leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom
Bewegungszustande des emitierenden Körpers unabhängigen
Geschwindigkeit V fortpflanze.“

Das unterstrichene sagt nur, dass die Lichtgeschwindigkeit im Vakuum konstant ist. Es besagt nicht, dass die Lichtgeschwindigkeit invariant gegen Bezugssystemwechsel ist. Wieder zum Beispiel Schall: Die Schallgeschwindigkeit ist eine Konstante (bei gegebenen Werten für Druck und Dichte des Gases). Nichtsdestotrotz ist die Schallgeschwindigkeit nicht invariant gegen den Wechsel des Bezugssystems: Ein Flugzeug, das mit Schallgeschwindigkeit fliegt, beobachtet, dass sich Schallwellen nach vorne gar nicht ausbreiten und nach hinten mit der doppelten Geschwindigkeit.

Aber für die Ausbreitung des Schalls
gilt nun einmal das Relativitätsprinzip nicht, weil es ein
ausgezeichnetes Bezugssystem gibt, nämlich jenes, in welchem
die Luft ruht.

Was macht das Ruhesystem der Luft denn bitte zu einem
ausgezeichneten Bezugssystem?

Es ist das einzige Bezugssystem, in dem die Schallausbreitung isotrop ist.

Viele Postings weiter oben hast Du darauf bestanden, dass die
Geschwindigkeit die Ableitung des Ortes nach der Zeit ist.
Diese Definition ist - bei freier Wahl des Bezugssystems! -
nicht auf den Schall anwendbar.

Wie bitte? Für diese abenteuerliche Behauptung hätte ich gern
eine Begründung.

Siehe oben: Wenn ich die Schallgeschwindigkeit im Bezugssystem Flugzeug messe, so erhalte ich wahlweise v = 0 bzw. v = 680 m/s je nach Ausbreitungsrichtung. Wenn ich die Schallgeschwindigkeit im System Luft betrachte, erhalte ich unabhängig von der Richtung c = 340 m/s. Also lässt sich die Konstante „Schallgeschwindigkeit“, die von den Eigenschaften des Ausbreitungsmediums abhängt nach Deiner Messvorschrift nicht in jedem Bezugssystem bestimmen.

Der Gag bei Licht ist, dass die Ausbreitung in jedem Bezugssystem isotrop ist und dass die Ausbreitungsgeschwindigkeit in jedem Bezugssystm denselben Wert hat. Und das ergab sich daraus, dass Einstein das Relativitätsprinzip und die Unabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit vom Bewegungszustand des Senders uneingeschränkt auf das Licht anwendete.

Er schreibt das selbst so.
Tipler zitiert und interpretiert ihn so.
Nur Du bist der Meinung, dass die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit schon selbst ein Postulat war.

Michael

Hallo!

„[…] Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden
„Prinzip der Relativität“ genannt werden wird) zur
Voraussetzung erheben und außerdem die mit ihm scheinbar
unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht
im leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom
Bewegungszustande des emitierenden Körpers unabhängigen
Geschwindigkeit V fortpflanze.“

Das unterstrichene sagt nur, dass die Lichtgeschwindigkeit im
Vakuum konstant ist.

Das wird ja immer besser. Dann muss sie also noch nicht einmal isotrop sein?

Wieder zum Beispiel Schall: Die Schallgeschwindigkeit ist eine
Konstante (bei gegebenen Werten für Druck und Dichte des
Gases).

Dir ist schon klar, dass die Schallgeschwindigkeit nicht notwendigerweise die Geschwindigkeit ist, mit der sich der Schall fortpflanzt, oder?

Nichtsdestotrotz ist die Schallgeschwindigkeit nicht
invariant gegen den Wechsel des Bezugssystems

Nein, es ist Dir nicht klar. Dann verrate ich Dir jetzt, dass die Schallgeschwindigkeit der Betrag der Relativgeschwindigkeit des Schalls gegenüber seinem Ausbreitungsmedium ist [siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Schallgeschwindigkeit] und diese Größe ist bezugssysteminvariant. Was Du meinst, nennt man Schallschnelle [siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Schallschnelle] und das passt schon viel eher zum Thema. In seinem zweiten Postulat legt Einstein fest, dass diese Größe bei Licht einen bestimmten Wert hat und ich sehe keinen vernünftigen Grund für die Annahme, dass dieses Postulat nicht allgemeingültig ist.

Ein Flugzeug,
das mit Schallgeschwindigkeit fliegt, beobachtet, dass sich
Schallwellen nach vorne gar nicht ausbreiten und nach hinten
mit der doppelten Geschwindigkeit.

Und nach Deiner Interpretation des zweiten Postulates wäre sowas auch mit Licht möglich. Wenn Du allen Ernstes glaubst, dass man damit zur Lorentz-Transformation kommt, dann solltest Du uns dieses Kunststück einmal vorführen.

Aber für die Ausbreitung des Schalls
gilt nun einmal das Relativitätsprinzip nicht, weil es ein
ausgezeichnetes Bezugssystem gibt, nämlich jenes, in welchem
die Luft ruht.

Was macht das Ruhesystem der Luft denn bitte zu einem
ausgezeichneten Bezugssystem?

Es ist das einzige Bezugssystem, in dem die Schallausbreitung
isotrop ist.

Wenn ich also einen Ventilator aufstelle, ist das Bezugssystem plötzlich nicht mehr ausgezeichnet? Ich fürchte, Du weißt nicht wirklich, wovon Du da redest. Ausgezeichnet zu sein, ist eine Eigenschaft des Bezugssystems selbst und nicht von irgendwelchen Dingen, die in diesem Bezugssystemen beschrieben werden. Beispielsweise sind Inertialsysteme gegenüber beschleunigten Bezugssystemen ausgezeichnet. Es lässt sich objektv feststellen, ob ein Bezugssystem beschleunigt ist, oder nicht. Man kann aber nicht feststellen, ob es sich gleichförmig bewegt oder ruht. Ob es zufällig Ruhesystem von Luft, einem Lichtäther oder sogar der Quelle der kosmischen Hintergrundstrahlung ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Viele Postings weiter oben hast Du darauf bestanden, dass die
Geschwindigkeit die Ableitung des Ortes nach der Zeit ist.
Diese Definition ist - bei freier Wahl des Bezugssystems! -
nicht auf den Schall anwendbar.

Wie bitte? Für diese abenteuerliche Behauptung hätte ich gern
eine Begründung.

Siehe oben: Wenn ich die Schallgeschwindigkeit im Bezugssystem
Flugzeug messe, so erhalte ich wahlweise v = 0 bzw. v = 680
m/s je nach Ausbreitungsrichtung. Wenn ich die
Schallgeschwindigkeit im System Luft betrachte, erhalte ich
unabhängig von der Richtung c = 340 m/s. Also lässt sich die
Konstante „Schallgeschwindigkeit“, die von den Eigenschaften
des Ausbreitungsmediums abhängt nach Deiner Messvorschrift
nicht in jedem Bezugssystem bestimmen.

Nachdem Du Dich über die Schallgeschwindigkeit und die Schallschnelle informiert hast, erkennst Du jetzt hoffentlich selbst, warum das sinnfrei ist.

Der Gag bei Licht ist, dass die Ausbreitung in jedem
Bezugssystem isotrop ist und dass die
Ausbreitungsgeschwindigkeit in jedem Bezugssystm denselben
Wert hat.

Und genau das besagt das zweite Postulat. Und weil dieser Wert so bedeutend ist, spendiert Einstein ihm sogar noch innerhalb des Postulats ein eigenes Symbol, dass er dann im gesamten folgenden Text nur für die Vakuumlichtgeschwindigkeit verwendet.

Und das ergab sich daraus, dass Einstein das
Relativitätsprinzip und die Unabhängigkeit der
Lichtgeschwindigkeit vom Bewegungszustand des Senders
uneingeschränkt auf das Licht anwendete.

Das hast Du nun oft genug behauptet. Meinst Du nicht auch, dass es an der Zeit ist, vorzuführen, wie Du Dir das praktisch vorstellst? Vielleicht merkst Du dann selbst, warum das nicht geht.

Hallo!

Wieder zum Beispiel Schall: Die Schallgeschwindigkeit ist eine
Konstante (bei gegebenen Werten für Druck und Dichte des
Gases).

Dir ist schon klar, dass die Schallgeschwindigkeit nicht
notwendigerweise die Geschwindigkeit ist, mit der sich der
Schall fortpflanzt, oder?

Nichtsdestotrotz ist die Schallgeschwindigkeit nicht
invariant gegen den Wechsel des Bezugssystems

Nein, es ist Dir nicht klar. Dann verrate ich Dir jetzt, dass
die Schallgeschwindigkeit der Betrag der
Relativgeschwindigkeit des Schalls gegenüber seinem
Ausbreitungsmedium ist [siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schallgeschwindigkeit] und diese
Größe ist bezugssysteminvariant.

Okay, wenn Du so wortklauberisch sein möchtest, dann gebe ich zu, dass ich den Begriff „Schallgeschwindigkeit“ irreführend verwendet habe. Ich hätte besser „Geschwindigkeit des Schalls“ schreiben sollen.

Jedenfalls meine ich damit die erste zeitliche Ableitung der Position einer Wellenfront. (Der Einfachheit halber lasse ich mal die Dispersion außer acht).

Was Du meinst, nennt man
Schallschnelle

Großer Gott! Das hat ja nun wirklich nichts damit zu tun…

[siehe:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schallschnelle] und das passt
schon viel eher zum Thema. In seinem zweiten Postulat legt
Einstein fest, dass diese Größe bei Licht einen bestimmten
Wert hat und ich sehe keinen vernünftigen Grund für die
Annahme, dass dieses Postulat nicht allgemeingültig ist.

Ich nehme an, dass Du mit „diese Größe“ die Schallgeschwindigkeit meinst. Und dann gebe ich Dir an dieser Stelle vollkommen recht. Nur: Die Definition für Schallgeschwindigkeit war Deinen Worten zufolge: der Betrag der Relativgeschwindigkeit des Schalls zu seinem „Ausbreitungsmedium“. Analog für Licht heißt das: Die Lichtgeschwindigkeit ist der Betrag der Relativgeschwindigkeit des Lichts zu seinem Ausbreitungsmedium.

Der Unterschied zwischen Schall und Licht besteht nun darin, dass dieses „Ausbreitungsmedium“ nicht in einem bestimmten Bezugssystem ruht, sondern in jedem. (Ich hoffe, Du verzeihst mir die ungewöhnliche Ausdrucksweise, die ich nur verwende um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Licht und Schall besser hervorheben zu können). Das aber, mein lieber DrStupid, ist eine Aussage des ersten Postulats und nicht des zweiten. Wenn nämlich nur das zweite Postulat gelten würde, dann wäre eine schallähnliche Ausbreitung von Licht (Äther-Theorie) durchaus erlaubt.

Ein Flugzeug,
das mit Schallgeschwindigkeit fliegt, beobachtet, dass sich
Schallwellen nach vorne gar nicht ausbreiten und nach hinten
mit der doppelten Geschwindigkeit.

Und nach Deiner Interpretation des zweiten Postulates wäre
sowas auch mit Licht möglich. Wenn Du allen Ernstes glaubst,
dass man damit zur Lorentz-Transformation kommt, dann solltest
Du uns dieses Kunststück einmal vorführen.

Ich habe nie behauptet, dass die Lichtgeschwindigkeit nicht invariant wäre. Ich habe mich nur dagegen gewehrt, dass das ein Postulat der Speziellen Relativitätstheorie ist.

Was macht das Ruhesystem der Luft denn bitte zu einem
ausgezeichneten Bezugssystem?

Es ist das einzige Bezugssystem, in dem die Schallausbreitung
isotrop ist.

Wenn ich also einen Ventilator aufstelle, ist das Bezugssystem
plötzlich nicht mehr ausgezeichnet? Ich fürchte, Du weißt
nicht wirklich, wovon Du da redest. Ausgezeichnet zu sein, ist
eine Eigenschaft des Bezugssystems selbst und nicht von
irgendwelchen Dingen, die in diesem Bezugssystemen beschrieben
werden. Beispielsweise sind Inertialsysteme gegenüber
beschleunigten Bezugssystemen ausgezeichnet.
Es lässt sich
objektv feststellen, ob ein Bezugssystem beschleunigt ist,
oder nicht.

Es lässt sich auch objektiv feststellen, ob die Schallausbreitung in einem Bezugsystem isotrop ist oder nicht.

Man kann aber nicht feststellen, ob es sich
gleichförmig bewegt oder ruht. Ob es zufällig Ruhesystem von
Luft, einem Lichtäther oder sogar der Quelle der kosmischen
Hintergrundstrahlung ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Und das ist falsch! Wenn es einen Lichtäther gäbe, dann würde sich Licht nur in dem Bezugssystem isotrop ausbreiten, in dem der Äther ruht. Das würde dem Relativitätsprinzip widersprechen, welches besagt, dass alle Bezugssysteme (genauer: Inertialsysteme) einander gleichberechtigt sind.

Und das ergab sich daraus, dass Einstein das
Relativitätsprinzip und die Unabhängigkeit der
Lichtgeschwindigkeit vom Bewegungszustand des Senders
uneingeschränkt auf das Licht anwendete.

Das hast Du nun oft genug behauptet. Meinst Du nicht auch,
dass es an der Zeit ist, vorzuführen, wie Du Dir das praktisch
vorstellst? Vielleicht merkst Du dann selbst, warum das nicht
geht.

Wieso soll ich das vorführen? Einstein hat das doch getan! Ich bin derjenige von uns beiden, der Einsein wörtlich zitiert. Du behauptest felsenfest, dass im zweiten Postulat etwas von der Invarianz der Lichtgeschwindigkeit stünde, aber das ist nicht der Fall!

Ich zitiere nochmal den Tipler: „Jedes der beiden Postulate klingt, für sich genommen, durchaus vernünftig. Beide gemeinsam haben jedoch Konsequenzen die zunächst überraschen und dem gesunden Menschenverstand zu widersprechen scheinen. Beispielsweise kann man schließen, daß jeder Beobachter den gleichen Wert der Lichtgeschwindigkeit mißt, unabhängig von der relativen Bewegung von Quelle und Beobachter.“

So, jetzt kommt noch eine Friedenspfeife zum Abschluss: Vielleicht liegt unser Disput auch einzig und allein in der Frage, was explizit und implizit gesagt wurde. Ich versuche es mal mit einem Gleichnis:

Newton begründete seine Dynamik mit drei Axiomen.

  1. Trägheitssatz
  2. F = ma
  3. actio = reactio

Du wüdest nun sagen: Newton hat den Impulserhaltungssatz postuliert. Ich würde entgegnen, dass der Impulserhaltungssatz zwar zwingend aus den drei Axiomen folgt, aber selbst kein Postulat ist.

Einstein hat zwei Dinge postuliert:

  1. Intertialsysteme sind einander gleichberechtigt.
  2. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit von Licht ist unabhängig vom Bewegungszustand des Senders.

Daraus folgt zwingend, dass die Lichtgeschwindigkeit invariant ist. Aber das sit kein Postulat!

So, und jetzt ist die Diskussion für mich beendet!
Michael

In seinem zweiten Postulat legt
Einstein fest, dass diese Größe bei Licht einen bestimmten
Wert hat und ich sehe keinen vernünftigen Grund für die
Annahme, dass dieses Postulat nicht allgemeingültig ist.

Ich nehme an, dass Du mit „diese Größe“ die
Schallgeschwindigkeit meinst.

Nein, damit meine ich den Betrag der Geschwindigkeit, mit der sich Licht fortpflanzt, genauer gesagt der Frontgeschwindigkeit einer Lichtwelle.

Der Unterschied zwischen Schall und Licht besteht nun darin,
dass dieses „Ausbreitungsmedium“ nicht in einem bestimmten
Bezugssystem ruht, sondern in jedem. (Ich hoffe, Du verzeihst
mir die ungewöhnliche Ausdrucksweise, die ich nur verwende um
Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen Licht und Schall
besser hervorheben zu können). Das aber, mein lieber DrStupid,
ist eine Aussage des ersten Postulats und nicht des zweiten.

Genau umgekehrt. Das erste Postulat sagt nur etwas über Bezugssysteme aus. Mit Dingen, die in Bezugssystemen beschrieben werden (also beispielsweise der Ausbreitung von Lichtwellen), befasst es sich überhaupt nicht. Darum geht es erst im zweiten Postulat.

Wenn nämlich nur das zweite Postulat gelten würde, dann wäre
eine schallähnliche Ausbreitung von Licht (Äther-Theorie)
durchaus erlaubt.

Eben nicht. Wenn das zweite Postlat sowas erlauben würde, dann könnte das erste es auch nicht mehr verhindern. Beim Schall tut es das ja schließlich auch nicht. Warum dann also beim Licht? Ohne die Forderung, dass die Lichtgeschwindigkeit invariant zu sein hat, verhält sich Licht genau so wie eine Schallwelle und weil die problemlos klassisch beschrieben werden können, gäbe es keinen Grund, die Galilei-Transformation aufzugeben. Und nur für den Fall, dass Du es schon wieder vergessen hast: Das Relativitätsprinzip gehört auch zu den Grundlagen der klassischen Mechanik.

Ein Flugzeug,
das mit Schallgeschwindigkeit fliegt, beobachtet, dass sich
Schallwellen nach vorne gar nicht ausbreiten und nach hinten
mit der doppelten Geschwindigkeit.

Und nach Deiner Interpretation des zweiten Postulates wäre
sowas auch mit Licht möglich. Wenn Du allen Ernstes glaubst,
dass man damit zur Lorentz-Transformation kommt, dann solltest
Du uns dieses Kunststück einmal vorführen.

Ich habe nie behauptet, dass die Lichtgeschwindigkeit nicht
invariant wäre.

Ich habe nicht behauptet, dass Du es behauptet hättest. Äußere Dich lieber zu dem, was ich oben geschrieben habe.

Was macht das Ruhesystem der Luft denn bitte zu einem
ausgezeichneten Bezugssystem?

Es ist das einzige Bezugssystem, in dem die Schallausbreitung
isotrop ist.

Wenn ich also einen Ventilator aufstelle, ist das Bezugssystem
plötzlich nicht mehr ausgezeichnet? Ich fürchte, Du weißt
nicht wirklich, wovon Du da redest. Ausgezeichnet zu sein, ist
eine Eigenschaft des Bezugssystems selbst und nicht von
irgendwelchen Dingen, die in diesem Bezugssystemen beschrieben
werden. Beispielsweise sind Inertialsysteme gegenüber
beschleunigten Bezugssystemen ausgezeichnet.
Es lässt sich
objektv feststellen, ob ein Bezugssystem beschleunigt ist,
oder nicht.

Es lässt sich auch objektiv feststellen, ob die
Schallausbreitung in einem Bezugsystem isotrop ist oder nicht.

Na und? Das ist keine Eigenschaft des Bezugssystems. Ich sagte doch schon, dass ich nur einen Ventilator anschalten muss und schon ist die Ausbreitung nicht mehr isotrop - wohlgemerkt im selben Bezugssystem. Daraus lassen sich also keine objektiven Aussagen über das Bezugssystem ableiten.

Man kann aber nicht feststellen, ob es sich
gleichförmig bewegt oder ruht. Ob es zufällig Ruhesystem von
Luft, einem Lichtäther oder sogar der Quelle der kosmischen
Hintergrundstrahlung ist, spielt dabei überhaupt keine Rolle.

Und das ist falsch! Wenn es einen Lichtäther gäbe, dann würde
sich Licht nur in dem Bezugssystem isotrop ausbreiten, in dem
der Äther ruht. Das würde dem Relativitätsprinzip
widersprechen, welches besagt, dass alle Bezugssysteme
(genauer: Inertialsysteme) einander gleichberechtigt sind.

Das erste Postulat verstehst Du also auch nicht! Das verbietet nicht, dass sich irgend etwas (egal ob Licht, Schall oder ansteckende Krankheiten) in genau einem Bezugssystem isotrop ausbreitet und in anderen nicht. Tatsächlich hat es überhaupt nichts damit zu tun, was sich in der realen Welt abspielt. Es geht dort ausschließlich um die Bezugssysteme selbst. Ob das Ausbreitungsmedium des Lichtes in einem Bezugsystem ruht oder nicht bzw. ob sich das Licht deshalb isotrop ausbreitet oder nicht, ist keine Eigenschaft des Bezugssystems, sondern des Ausbreitungsmediums. Genau wie bei Luft und Schall lässt sich daraus nichts über das Bezugssystem ableiten und deshalb kann das auch kein Kriterium bei der Frage sein, ob das Bezugssytem sich gegenüber anderen auszeichnet.

Und da Du meinen dezenten Hinweis auf die kosmische Hinterghrundstrahlung übersehen hast: Es gibt genau ein Inertialsystem, in dem die Dipolanisotropie des Mikrowellenhintergrundes verschwindet. Das verstößt auch nicht gegen das Relativitätsprinzip. Denn obwohl man an jedem Punkt des Universums objektiv feststellen kann, ob sich die Quelle der Hintergrundstrahlung gegenüber einem Inertialsystem gewegt hat oder nicht, kann man nicht feststellen, ob sich dieses Bezugssystem selbst bewegt.

Und das ergab sich daraus, dass Einstein das
Relativitätsprinzip und die Unabhängigkeit der
Lichtgeschwindigkeit vom Bewegungszustand des Senders
uneingeschränkt auf das Licht anwendete.

Das hast Du nun oft genug behauptet. Meinst Du nicht auch,
dass es an der Zeit ist, vorzuführen, wie Du Dir das praktisch
vorstellst? Vielleicht merkst Du dann selbst, warum das nicht
geht.

Wieso soll ich das vorführen?

Ist das Deine Art zu sagen, dass Du es nicht kannst?

Einstein hat das doch getan!

Das ist Deine Behauptung.

Ich bin derjenige von uns beiden, der Einsein wörtlich zitiert.

Ich auch.

Du
behauptest felsenfest, dass im zweiten Postulat etwas von der
Invarianz der Lichtgeschwindigkeit stünde, aber das ist nicht
der Fall!

Ich habe es zitiert und die betreffende Passage sogar unterstrichen. Wenn Du es nicht verstehst (oder verstehen willst), ist das nicht mein Problem.

Ich zitiere nochmal den Tipler:

Wenn wir uns schon über das Original nicht einigen können, hat es wenig Sinn, Sekundärliteratur ins Spiel zu bringen.

Du wüdest nun sagen: Newton hat den Impulserhaltungssatz
postuliert.

Mit dieser Vermutung liegst Du genauso falsch, wie mit Deiner Interpretationen der Einsteinschen Postulate.

Hallo DrStupid!

Hast Du eigentlich nur eine Sekunde lang mal darüber nachgedacht, ob Du Dich vielleicht irren könntest?

Genau umgekehrt. Das erste Postulat sagt nur etwas über
Bezugssysteme aus. Mit Dingen, die in Bezugssystemen
beschrieben werden (also beispielsweise der Ausbreitung von
Lichtwellen), befasst es sich überhaupt nicht. Darum geht es
erst im zweiten Postulat.

Das ist Quatsch! In „Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie“ beschreibt Albert Einstein ein Gedankenexperiment, in dem er die Geschwindigkeit eines Lichtstrahls untersucht, der vom Bahndamm ausgesendet und von einem Passagier im Zug beobachtet wird. Er schreibt:

„Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichtstrahls zum Wagen ergibt sich also als kleiner als c. Das Ergebnis widerspricht aber dem in §5 dargelegten Relativitätsprinzip. Das Gesetz der Lichtausbreitung im Vakuum müßte nämlich nach dem Relativitätsprinzip wie jedes andere allgemeine Naturgesetz für den Eisenbahnwagen als Bezugskörper gleich lauten wie für das Geleise als Bezugskörper.“

(Vergleich mal, was ich da jeweils unterstrichen habe!)

Aber natürlich weiß DrStupid besser über diese Dinge bescheid als Albert Einstein…

Wenn nämlich nur das zweite Postulat gelten würde, dann wäre
eine schallähnliche Ausbreitung von Licht (Äther-Theorie)
durchaus erlaubt.

Eben nicht. Wenn das zweite Postlat sowas erlauben würde, dann
könnte das erste es auch nicht mehr verhindern.

Das zweite Postulat macht schlicht und ergreifend keine Aussage über das „Ausbreitungsmedium“ von Licht. Folglich kann das zweite Postulat weder den Äther verbieten noch erlauben.

Beim Schall
tut es das ja schließlich auch nicht. Warum dann also beim
Licht?

Weil man das Relativitätsprinzip nicht auf den Schall anwenden kann - bzw. nicht so, wie man es gerne täte. (Wenn man es auf den Schall anwenden will, muss man die Eigenbewegung des Wellenträgers mitberücksichtigen. Dann stimmt es wieder. Für Licht gibt es aber keinen Wellenträger. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts ist eine Naturkonstante die - nach dem Relativitätsprinzip - in jedem Inertialsystem denselben Wert haben muss).

Das erste Postulat verstehst Du also auch nicht! Das verbietet
nicht, dass sich irgend etwas (egal ob Licht, Schall oder
ansteckende Krankheiten) in genau einem Bezugssystem isotrop
ausbreitet und in anderen nicht.

Wie ich weiter oben mit dem Einstein-Zitat belegt habe, war er selbst anderer Ansicht…

Und da Du meinen dezenten Hinweis auf die kosmische
Hinterghrundstrahlung übersehen hast: Es gibt genau ein
Inertialsystem, in dem die Dipolanisotropie des
Mikrowellenhintergrundes verschwindet. Das verstößt auch nicht
gegen das Relativitätsprinzip. Denn obwohl man an jedem Punkt
des Universums objektiv feststellen kann, ob sich die Quelle
der Hintergrundstrahlung gegenüber einem Inertialsystem gewegt
hat oder nicht, kann man nicht feststellen, ob sich dieses
Bezugssystem selbst bewegt.

Das habe ich nicht übersehen und ich bin sogar vollkommen damit einverstanden. Nur hast es nichts mit unserer Diskussion zu tun.

Wieso soll ich das vorführen?

Ist das Deine Art zu sagen, dass Du es nicht kannst?

Nein, das ist meine Art zu sagen, dass die Beweislast bei Dir liegt. In Einsteins zweitem Postulat steht nichts von „Invarianz“, es steht nicht drin, dass es keinen Äther gäbe, es steht nicht dirn, dass die Lichtgeschwindigkeit unabhängig von der Relativbewegung zwischen Sender und Empfänger ist - und dennoch behauptest Du beharrlich, dass es da drin stünde.

Inzwischen habe ich übrigens die Stelle gefunden, wo Einstein erstmals die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit erwähnt: „Mit Hilfe dieses Resultats ist es leicht die Größen ξ η und ζ zu ermitteln, indem man durch Gleichungen ausdrückt, daß sich das Licht (wie das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit in Verbindung mit dem Relativitätsprinzip verlangt) auch im bewegten System mit der Geschwindigkeit V fortpflanzt.“ (ZEbK, S. 899)

Daraus ist klar ersichtlich, dass beide Prinzipien Voraussetzungen für die Invarianz sind, und nicht dass die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit schon dasselbe sei wie die Invarianz (wie Du behauptest).

Ich habe es zitiert und die betreffende Passage sogar
unterstrichen. Wenn Du es nicht verstehst (oder verstehen
willst), ist das nicht mein Problem.

Ich zitiere nochmal den Tipler:

Wenn wir uns schon über das Original nicht einigen können, hat
es wenig Sinn, Sekundärliteratur ins Spiel zu bringen.

Wenn wir uns über das Original nicht einigen können, liegt das daran, dass einer von uns beiden richtig liegt und der andere falsch. Da würde es sich dann lohnen eine dritte Meinung einzuholen. Aber Du hast ja noch nicht einmal die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass Du derjenige sein könntest, der falsch liegt.

Schade eigentlich.

Michael

Wenn man das ignoriert und stur relativistisch
rechnet, kommt c heraus.

Ganz genau. Das habe ich vorhin schon mal geschrieben:
Galilei:

\Large
v_{ges.}=v_1+v_2

Völlig überholt!

Lorentz:

\Large
v_{ges.}=\frac{v_1+v_2}{1+\frac{v_1*v_2}{c^2}}

Setzen wir für eine der Geschwindigkeiten c ein, so erhält man
c und nicht 2xc oder Sonstiges…

Schön, daß Du Dir dies angelernt hast.
Ignorieren und einfach schön stur weitermachen, das erklärt alles.
Typisch SRT-Gläubigkeit.

Hast Du eigentlich nur eine Sekunde lang mal darüber
nachgedacht, ob Du Dich vielleicht irren könntest?

Ja, und Du?

Genau umgekehrt. Das erste Postulat sagt nur etwas über
Bezugssysteme aus. Mit Dingen, die in Bezugssystemen
beschrieben werden (also beispielsweise der Ausbreitung von
Lichtwellen), befasst es sich überhaupt nicht. Darum geht es
erst im zweiten Postulat.

Das ist Quatsch!

Nein, das ist kein Quatsch. Lies Dir das erste Postulat noch einmal ganz genau durch und denk darüber nach, was es aussagt und was nicht.

„Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichtstrahls zum Wagen
ergibt sich also als kleiner als c. Das Ergebnis widerspricht
aber dem in §5 dargelegten Relativitätsprinzip. Das Gesetz
der Lichtausbreitung im Vakuum müßte nämlich nach dem
Relativitätsprinzip wie jedes andere allgemeine Naturgesetz
für den Eisenbahnwagen als Bezugskörper gleich lauten wie für
das Geleise als Bezugskörper.“

(Vergleich mal, was ich da jeweils unterstrichen habe!)

Ich sehe da keinen Widerspruch. Natürlich wäre es ein Verstoß gegen das erste Postulat, wenn in einigen Bezugssystem gegen das zweite Postulat verstoßen wird und in anderen nicht. Das zweite Postulat ist schließlich ein Naturgesetz wie jedes andere auch und muss deshalb nach dem ersten Postulat in allen gleichberechtigten Bezugssystemen gleichermaßen gelten. Um den Inhalt solcher Gesetze kümmert sich das erste Postulat aber nicht. Das entspricht also genau dem, was ich oben schrieb.

Wenn nämlich nur das zweite Postulat gelten würde, dann wäre
eine schallähnliche Ausbreitung von Licht (Äther-Theorie)
durchaus erlaubt.

Eben nicht. Wenn das zweite Postlat sowas erlauben würde, dann
könnte das erste es auch nicht mehr verhindern.

Das zweite Postulat macht schlicht und ergreifend keine
Aussage über das „Ausbreitungsmedium“ von Licht. Folglich kann
das zweite Postulat weder den Äther verbieten noch erlauben.

Das hat hier auch niemand behauptet. Warum äußerst Du Dich nicht über das was ich schreibe und fängst statt dessen von etwas ganz anderem an?

Beim Schall
tut es das ja schließlich auch nicht. Warum dann also beim
Licht?

Weil man das Relativitätsprinzip nicht auf den Schall anwenden
kann

Natürlich nicht - genausowenig wie man es auf die Lichtausbreitung oder irgend einen anderen konkreten physikalischen Vorgang anwenden kann. Im Relativitätsprinzip geht es um Bezugssysteme.

Das erste Postulat verstehst Du also auch nicht! Das verbietet
nicht, dass sich irgend etwas (egal ob Licht, Schall oder
ansteckende Krankheiten) in genau einem Bezugssystem isotrop
ausbreitet und in anderen nicht.

Wie ich weiter oben mit dem Einstein-Zitat belegt habe, war er
selbst anderer Ansicht…

Davon kann ich in dem Zitat nichts erkennen.

Wieso soll ich das vorführen?

Ist das Deine Art zu sagen, dass Du es nicht kannst?

Nein, das ist meine Art zu sagen, dass die Beweislast bei Dir
liegt.

Ich habe Dir bereits anhand der Schallausbreitung gezeigt, dass es nicht möglich ist, allein aus dem ersten Postulat und der Unabhängigkeit der Ausbreitungsgeschgwindigkeit von der Bewegung der Quelle auf die Bezugssystemunabhängigkeit der Ausbreitungsgeschwindigkeit zu schließen. Wenn Du trotzdem das Gegenteil behauptest, liegt die Beweislast für diese Behauptung bei Dir.

In Einsteins zweitem Postulat steht nichts von
„Invarianz“

Natürlich steht das da. Ich habe Dir die betreffende Passage sogar unterstrichen. Wenn Licht sich stets mit V bewegen soll (und das fordert das zweite Postulat), dann darf es sich nicht mit anderen Geschwindigkeiten bewegen - auch nicht in anderen Bezugssystemen.

Inzwischen habe ich übrigens die Stelle gefunden, wo Einstein
erstmals die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit erwähnt: „Mit
Hilfe dieses Resultats ist es leicht die Größen ξ η und ζ zu
ermitteln, indem man durch Gleichungen ausdrückt, daß sich das
Licht (wie das Prinzip der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit
in Verbindung mit dem Relativitätsprinzip verlangt) auch im
bewegten System mit der Geschwindigkeit V fortpflanzt.“ (ZEbK,
S. 899)

Daraus ist klar ersichtlich, dass beide Prinzipien
Voraussetzungen für die Invarianz sind, und nicht dass die
Konstanz der Lichtgeschwindigkeit schon dasselbe sei wie die
Invarianz (wie Du behauptest).

Daraus ist klar ersichtlich, dass das zweite Postulat für die Ausbreitung von Licht nicht (wie Du behauptest) dasselbe aussagen kann, wie beispielsweise für Schall. Der Schall bewegt sich schließlich nicht in allen Bezugssystemen mit der gleichen Geschwindigkeit. Folglich kann wenigenstens eines der beiden Postulate für den Schall nicht gelten. Da das Relativitätsprinzip aber bereits in der klassischen Mechanik galt, kann das nur das zweite Postulat sein. Also wird dort die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit eingeführt. Und tatsächlich legt Einstein im zweiten Postulat fest, dass Licht sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit V fortzupflanzen hat. Würde sich Licht in irgend einem Bezugssystem mit einer anderen Geschwindigkeit fortpflanzen, wäre das ein unmittelbarer Verstoß gegen das zweite Postulat. Dass damit automatisch auch gegen das erste Postulat verstoßen wird, spielt dann keine Rolle mehr.

Ich probier’s mal anders:

Die Lichtgeschwindigkeit ist bezugssysteminvariant, wenn sie in allen Bezugssystemen den gleichen Betrag hat. In zwei willkürlich gewählten Bezugssystemen K und K’ muss für die jeweiligen Lichtgeschwindgeiten c und c’ also c=c’ gelten. Wie groß ist nun die Lichtgeschwindigkeit im Bezugssystem K? Ganz klar: Das zweite Postulat sagt c=V. Und im Bezugssystem K’? Auch klar: Das zweite Postulat sagt c’=V. Damit ist c=c’ erfüllt. Die Lichtgeschwindigkeit ist bezugssysteminvariant und das folgt allein aus dem zweiten Postulat. Das erste braucht man dazu nicht.

Hallo!

Hast Du eigentlich nur eine Sekunde lang mal darüber
nachgedacht, ob Du Dich vielleicht irren könntest?

Ja, und Du?

Ich habe mit Tipler ein Literaturzitat vorgelegt, das 100% meine Ansicht vertritt. Tipler ist nicht irgendein Populärwissenschaftlicher Kram, sondern ein Universtitätslehrbuch. Im Zweifelsfall vertraue ich dem mehr als Dir.

Noch ein anderes Zitat (das Du auch ablehnen wirst, weil es auch nicht Deine Meinung stützt):

„1) Das Relativitätsprinzip: Es gibt kein Mittel, absolute Geschwindigkeit zu messen.
Hierin ist die Identität der mechanischen Gesetze und Vorgänge in allen Inertialsystemen, aber auch darüber hinaus die Identität aller Naturgesetze überhaupt in allen gleichförmig-geradlinig zueinander bewegten Systemen (ob sie Inertialsysteme sind oder nicht) einbegriffen, und ganz speziell der negative Ausgang des Michelson-Versuchs. […]
2) Die Lichtgeschwindigkeit ist unabhängig von der Bewegung der Lichtquelle.
[…] Aus (1) und (2) folgt speziell:
Das Licht breitet sich in allen Inertialsystemen unabhängig von der Art seiner Quelle in allen Richtungen mit der gleichen Vakuumlichtgeschwindigkeit aus.“ H. Vogel: Gerthsen Physik

Du hast bisher nicht mehr zu Deiner Begründung angeführt als Deine persönliche Interpretation des Textes.

Genau umgekehrt. Das erste Postulat sagt nur etwas über
Bezugssysteme aus. Mit Dingen, die in Bezugssystemen
beschrieben werden (also beispielsweise der Ausbreitung von
Lichtwellen), befasst es sich überhaupt nicht. Darum geht es
erst im zweiten Postulat.

„Die Fortpflanzungsgeschwindigkeit des Lichtstrahls zum Wagen
ergibt sich also als kleiner als c. Das Ergebnis widerspricht
aber dem in §5 dargelegten Relativitätsprinzip. Das Gesetz
der Lichtausbreitung im Vakuum müßte nämlich nach dem
Relativitätsprinzip wie jedes andere allgemeine Naturgesetz
für den Eisenbahnwagen als Bezugskörper gleich lauten wie für
das Geleise als Bezugskörper.“

(Vergleich mal, was ich da jeweils unterstrichen habe!)

Ich sehe da keinen Widerspruch.

Nicht? Du behauptest, dass das erste Postulat nichts über die Lichtausbreitung aussagt. Einstein sagt, dass das Gesetz der Lichtausbreitung im Vakuum dem Relativitätsprinzip gehorchen muss. Das ist doch offensichtlich ein Widerspruch!

Um den
Inhalt solcher Gesetze kümmert sich das erste Postulat aber
nicht. Das entspricht also genau dem, was ich oben schrieb.

Natürlich schreibt das erste Postulat nicht die Gestalt der Gesetze vor, aber es ist sozusagen ein Rahmengesetz, dem alle anderen Gesetze unterliegen. Insofern macht das erste Postulat durchaus Aussagen darüber, welche Gesetze prinzipiell erlaubt sind und welche nicht. Und das gilt nun einmal auch für die Lichtausbreitung.

Wenn nämlich nur das zweite Postulat gelten würde, dann wäre
eine schallähnliche Ausbreitung von Licht (Äther-Theorie)
durchaus erlaubt.

Eben nicht. Wenn das zweite Postlat sowas erlauben würde, dann
könnte das erste es auch nicht mehr verhindern.

Das zweite Postulat macht schlicht und ergreifend keine
Aussage über das „Ausbreitungsmedium“ von Licht. Folglich kann
das zweite Postulat weder den Äther verbieten noch erlauben.

Das hat hier auch niemand behauptet. Warum äußerst Du Dich
nicht über das was ich schreibe und fängst statt dessen von
etwas ganz anderem an?

Die Existenz eines Ausbreitungsmediums von elektromagnetischen Wellen ist gleichbedeutend mit der Aussage, dass es ein einziges Bezugssystem gibt, in dem sich elektromagnetische Wellen nach den bekannten Gesetzen ausbreitet, sozusagen das System absoluter Ruhe. Ob das der Fall ist oder nicht, darüber macht das 2. Postulat keinerlei Aussage - und das ist der Kern unserer Auseinandersetzung. Ich hatte Dich gebeten, im Originaltext die entsprechende Passage zu unterstreichen. Folgendes hast Du unterstrichen:

„[…] Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden „Prinzip der Relativität“ genannt werden wird) zur Voraussetzung erheben und außerdem die mit ihm scheinbar unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht im leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom Bewegungszustande des emitierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit V fortpflanze.“

Genau diesen Satz könnte ich auch für Schall hinschreiben:

„dass sich der Schall in Luft stets mit einer bestimmten vom Bewegungszustande des emitierenden Körpers unabhängigen Geschwindigkeit V fortpflanze.“

Auch dieser Satz ist vollkommen richtig. Es wird in diesem Satz nämlich nicht gesagt, auf was sich die Geschwindigkeit des Lichts/Schalls bezieht. Im Falle von Schall ist es die ruhende Luft und man müsste darüber schreiben. Im Falle von Licht ist es egal in welchem Bezugssystem man die Geschwindigkeit misst. Dass es egal ist, ist aber eine Aussage des ersten Postulats!

In Einsteins zweitem Postulat steht nichts von
„Invarianz“

Natürlich steht das da. Ich habe Dir die betreffende Passage
sogar unterstrichen.

Nein, verdammt nochmal! (entschuldigung!) Was Du unterstrichen hast ist lediglich die Aussage, dass die Geschwindigkeit des Lichts konstant sei. Man kann sich fragen „konstant in Bezug auf was?“ und dann findet man in dem von Dir nicht unterstrichenen Teil „in Bezug auf den Bewegungszustand des Senders“. Es steht dort NICHT „in Bezug auf die Wahl des Bezugssystems“. Und wenn Du es hundertmal behauptest: Es steht dort nicht!

Vergiss nicht, dass vor diesem Paper nicht entschieden war, ob es überhaupt zulässig ist, die Lichtgeschwindigkeit in einem anderen Bezugssystem zu bestimmen. „Deshalb waren die führenden Theoretiker eher geneigt, das Relativitätsprinzip fallen zu lassen, …“ (A. Einstein in: Über die spezielle und die allgemeine Relativitätstheorie)

Wenn Licht sich stets mit V bewegen soll
(und das fordert das zweite Postulat), dann darf es sich nicht
mit anderen Geschwindigkeiten bewegen - auch nicht in anderen
Bezugssystemen.

"… auch nicht in anderen Bezugssystemen" ist eine Aussage des ersten Postulats!

Oder wo bitteschön spricht das zweite Postulat über Bezugssysteme? Das Wort „Bezugssystem“ taucht in ihm überhaupt nicht auf! Vielleicht nimmst Du das endlich mal zur Kenntnis! Wann immer Du sagst, dass das auch in einem anderen Bezugssystem gelten muss, dann wendest Du das erste Postulat an. Ich verstehe nicht, warum Du das nicht kapieren kannst!

Michael

Hallo!

Die Lichtgeschwindigkeit ist bezugssysteminvariant, wenn sie
in allen Bezugssystemen den gleichen Betrag hat. In zwei
willkürlich gewählten Bezugssystemen K und K’ muss für die
jeweiligen Lichtgeschwindgeiten c und c’ also c=c’ gelten. Wie
groß ist nun die Lichtgeschwindigkeit im Bezugssystem K? Ganz
klar: Das zweite Postulat sagt c=V. Und im Bezugssystem K’?
Auch klar: Das zweite Postulat sagt c’=V. Damit ist c=c’
erfüllt. Die Lichtgeschwindigkeit ist bezugssysteminvariant
und das folgt allein aus dem zweiten Postulat. Das erste
braucht man dazu nicht.

Sehr schön. Und woher hast Du die Aussage hergezaubert, dass das zweite Postulat sowohl in K als auch in K’ gilt? Gibt es vielleicht ein Prinzip, das besagt, dass wenn ein Gesetz in K gilt, dass es dann auch auf K’ anwendbar ist? Wie heißt dieses Prinzip? Na, klingelt’s?

Michael

Und woher hast Du die Aussage hergezaubert, dass
das zweite Postulat sowohl in K als auch in K’ gilt?

Im zweiten Postulat gibt es keinen Hinweis auf eine Einschränkung seines Gültigkeitsbereiches.

Hallo DrStupid,

Beim Schachspiel behält man auch in der Niederlage die Würde, wenn man rechtzeitig sein Scheitern erkennt und aufgibt…

Und woher hast Du die Aussage hergezaubert, dass
das zweite Postulat sowohl in K als auch in K’ gilt?

Im zweiten Postulat gibt es keinen Hinweis auf eine
Einschränkung seines Gültigkeitsbereiches.

Stimmt. Na und?

Du überträgst ein Gesetz aus einem Bezugssystem in ein anderes. Damit wendest Du das erste Postulat an - egal ob Dir das bewusst ist oder nicht.

Wir gehen spaßeshalber mal von falschen Voraussetzungen aus, und schauen, wo wir da hinkommen:

1’) Es gibt ein System absoluter Ruhe, in dem die physikalischen Gesetze gelten. Möchte man eine Aussage aus diesem System in ein relativ dazu bewegtes Bezugssystem übertragen, muss man die Galilei-Trafo anwenden.
2) Jeder Lichtstrahl bewegt sich im ruhenden Koordinatensystem mit der Geschwindigkeit V, unabhängig davon, ob dieser Lichtstrahl von einem ruhenden oder bewegten Körper emittiert wird.

Frage an Dich, DrStupid: Kommst Du auch mit den Postulaten 1’ und 2 zur Invarianz der Lichtgeschwindigkeit?

Wenn ja: Wie?

Wenn nein: Ich habe nur das erste Postulat verändert, nicht aber das zweite (sogar die Formulierung „im ruhenden Koordinatensystem“ stammt aus Einsteins Feder!). Also ist das erste Postulat eine notwendige Voraussetzung für die Invarianz und das zweite Postulat ist keine hinreichende Voraussetzung.

Michael

Du hast bisher nicht mehr zu Deiner Begründung angeführt als
Deine persönliche Interpretation des Textes.

Das ist falsch. Ich habe inhaltlich begründet, warum man den Text nicht so interpretieren kann, wie Du es gern hättest. Du versuchst Dich dagegen mit einem Autoritätsbeweis zu retten.

Nicht? Du behauptest, dass das erste Postulat nichts über die
Lichtausbreitung aussagt.

So ist es. Die Lichtausbreitung ist Inhalt des zweiten Postulates. Das erste Postulat befasst sich nur mit Bezugssystemen und nicht mit dem, was darin beschrieben wird.

Einstein sagt, dass das Gesetz der
Lichtausbreitung im Vakuum dem Relativitätsprinzip gehorchen
muss.

Und das tut es doch auch. Wenn die Lichtgeschwindigkeit - wie vom zweiten Postulat gefordert - stets den gleichen Wert hat, dann ist das erste Postulat in diesem Punkt automatisch erfüllt. Es gäbe nur dann ein Problem, wenn das zweite Postulat nicht in allen Bezugssystemen gleichermaßén gelten würde. Aber das wird bereits durch dessen allgemeingültige Formulierung von vorn herein ausgeschlossen. Anders wäre es, wenn Einstein die Lichtgeschwindigkeit im zweiten Postulat nicht zur Naturkonstante erklärt, sondern statt dessen nur gefordert hätte, dass die Lichtausbreitung isotrop zu sein hat. Dann würde man in der Tat noch das erste Postulat benötigen um auf die Bezugssysteminvarianz zu schließen. Einstein hat es sich aber einfacher gemacht und gleich beides in das zweite Postulat gesteckt.

Wenn nämlich nur das zweite Postulat gelten würde, dann wäre
eine schallähnliche Ausbreitung von Licht (Äther-Theorie)
durchaus erlaubt.

Eben nicht. Wenn das zweite Postlat sowas erlauben würde, dann
könnte das erste es auch nicht mehr verhindern.

Das zweite Postulat macht schlicht und ergreifend keine
Aussage über das „Ausbreitungsmedium“ von Licht. Folglich kann
das zweite Postulat weder den Äther verbieten noch erlauben.

Das hat hier auch niemand behauptet. Warum äußerst Du Dich
nicht über das was ich schreibe und fängst statt dessen von
etwas ganz anderem an?

Die Existenz eines Ausbreitungsmediums von elektromagnetischen
Wellen ist gleichbedeutend mit der Aussage, dass es ein
einziges Bezugssystem gibt, in dem sich elektromagnetische
Wellen nach den bekannten Gesetzen ausbreitet, sozusagen das
System absoluter Ruhe.

Du hast oben von einer „schallähnliche Ausbreitung von Licht (Äther-Theorie)“ gesprochen und die erzwingt genausowenig ein ausgezeichntes Bezugssystem, wie die Schallausbreitung selbst. Weder gelten im Ruhesystem des klassischen Lichtäthers (wir reden hier nicht über Maxwell) besondere Gesetze, noch lässt sich feststellen, ob es ruht oder nicht.

Bei Galilei-Transformation bewegt sich das Licht nach der Äther-Theorie in jedem Bezugssystem mit der Geschwindigkeit v=c+u, wobei u die Geschwindigkeit des Ätherwindes ist (den Michelson und Moreleay messen wollten). u=0 ist einfach nur ein Spezialfall dieses in allen Bezugssystemen gleichermaßen gültigen Gesetzes. Interessant wird es erst, wenn man v=c anstelle von v=c+u voraussetzt und genau das passiert im zweiten Postulat. Das Relativitäsprinzip wird von alldem nicht tangiert.

„[…] Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden
„Prinzip der Relativität“ genannt werden wird) zur
Voraussetzung erheben und außerdem die mit ihm scheinbar
unverträgliche Voraussetzung einführen, daß sich das Licht
im leeren Raume stets mit einer bestimmten, vom
Bewegungszustande des emitierenden Körpers unabhängigen
Geschwindigkeit V fortpflanze.“

Genau diesen Satz könnte ich auch für Schall hinschreiben:

„dass sich der Schall in Luft stets mit einer bestimmten vom
Bewegungszustande des emitierenden Körpers unabhängigen
Geschwindigkeit V fortpflanze.“

Das kannst Du zwar so hinschreiben, aber es steht offensichtlich im Widerspruch zu experimentellen Beobachtungen. Sobald die Luft sich nämlich bewegt, pflanzt sich der Schall nicht mehr mit einer bestimmten Geschwindigkeit V fort, sondern mit der Geschwindigkeit V+u. Wenn überhaupt, dann darfst Du diese Aussage nur für das Ruhesystem der Luft machen und das must Du dann auch dazu schreiben. Das kannst Du notfalls auch implizit tun, indem Du forderst, dass das Bezugssystem so zu wählen ist, dass die Aussage gilt. Eine derartige Einschränkung ist im zweiten Postulat aber weit und breit nicht zu finden.

Auch dieser Satz ist vollkommen richtig. Es wird in diesem
Satz nämlich nicht gesagt, auf was sich die Geschwindigkeit
des Lichts/Schalls bezieht. Im Falle von Schall ist es die
ruhende Luft

Geschwindigkeiten beziehen sich immer auf Bezugssysteme. Wird kein Bezugssystem vorgegeben, ist es frei wählbar.

Im Falle von
Licht ist es egal in welchem Bezugssystem man die
Geschwindigkeit misst. Dass es egal ist, ist aber eine Aussage
des ersten Postulats!

Nein, das ist eine Aussage des zweiten Postulates, indem dort ohne Einschränkung der freien Wahl des Bezugssystems festgelegt wird, dass Licht sich im Vakuum mit einer bestimmten Geschwindigkeit auszubreiten hat. Ohne die Beschränkung auf das Vakuum würde das Postulat übrigens genauso experimentellen Beobachtungen widersprechen, wie Deine obige Behauptung über den Schall.

In Einsteins zweitem Postulat steht nichts von
„Invarianz“

Natürlich steht das da. Ich habe Dir die betreffende Passage
sogar unterstrichen.

Nein, verdammt nochmal! (entschuldigung!) Was Du unterstrichen
hast ist lediglich die Aussage, dass die Geschwindigkeit des
Lichts konstant sei.

Nein. Die Konstanz der Lichtgeschwindigkeit ist darin zwar ebenfalls enthalten, aber die Festlegung auf einen bestimmten Wert geht weit darüber hinaus. Sie beinhaltet auch mehr als die Isotropie der Lichtgeschwindigkeit. Indem Einstein der Vakuumlichtgeschwindigkeit einen bestimmten Wert zuordnet, legt er fest, dass sie von nichts abhängt - weder von der Bewegung der Quelle, noch von der Zeit oder der Richtung und auch nicht von der Wahl des Bezugssystem - einfach von gar nichts. Der Wert ist immer und überall derselbe. Es gibt nicht die Spur eines Hinweises darauf, dass das zweite Postulat nicht allgemeingültig ist.

Man kann sich fragen „konstant in Bezug
auf was?“ und dann findet man in dem von Dir nicht
unterstrichenen Teil „in Bezug auf den Bewegungszustand des
Senders“.

Wenn das eine Einschränkung wäre, käme man damit niemals zur Lorentz-Transformation. Die Unabhängigkeit der Lichtgeschwindigkeit von der Bewegung der Quelle war nämlich schon in der klassischen Äthertheorie genauso unumstritten wie das Relativitätsprinzip. Das dürfte wohl auch der Grund dafür sein, dass Einstein diesen Aspekt besonders hervor hebt. Er erleichtert dem Leser (von dem er damals annehmen konnte, dass er ein Anhänger der Äthertheorie ist) den Zugang zu seiner Arbeit. Darüber hinaus hat es keine Bedeutung. Aus damaliger Sicht mag diese redundante Bemerkung von Vorteil gewesen sein, aber heute führt sie nur noch zu Verwirrung, wie Du hier eindrucksvoll beweist.

Wenn Licht sich stets mit V bewegen soll
(und das fordert das zweite Postulat), dann darf es sich nicht
mit anderen Geschwindigkeiten bewegen - auch nicht in anderen
Bezugssystemen.

"… auch nicht in anderen Bezugssystemen" ist eine Aussage
des ersten Postulats!

Na und? Es macht doch nichts, wenn die beiden Postulate übereinstimmende Aussagen machen. Nur widersprechen dürfen sie sich nicht.

Oder wo bitteschön spricht das zweite Postulat über
Bezugssysteme?

Das frage ich Dich. Du tust doch die ganze Zeit so, als wäre es nur für ein Bezugssystem formuliert und es bedürfe zusätzlich des ersten Postulates, um seine Gültigkeit auf alle Bezugssysteme auszudehnen. Tatsächlich wird die Gültigkeit des zweiten Postulates aber gar nicht erst auf ein Bezugssystem beschränkt.

Das Wort „Bezugssystem“ taucht in ihm überhaupt nicht auf!

Eben!

Im zweiten Postulat gibt es keinen Hinweis auf eine
Einschränkung seines Gültigkeitsbereiches.

Stimmt. Na und?

Wie kommst Du dann auf die Idee, dass ich es nicht in jedem beliebigen Bezugssytsm anwenden darf, sondern erst einmal das erste Postulat umn Erlaubnis fragen muss?

Du überträgst ein Gesetz aus einem Bezugssystem in ein
anderes.

Dazu müsste es erst einmal auf ein Bezugssystem beschränkt sein, wofür es keine Hinweis gibt. Oder kannst Du mir einen nennen?

Wir gehen spaßeshalber mal von falschen Voraussetzungen aus,
und schauen, wo wir da hinkommen:

1’) Es gibt ein System absoluter Ruhe, in dem die
physikalischen Gesetze gelten. […]

Was soll das? Das ist noch nicht einmal klassische Mechanik.

Hallo DrStupid!

Du überträgst ein Gesetz aus einem Bezugssystem in ein
anderes.

Dazu müsste es erst einmal auf ein Bezugssystem beschränkt
sein, wofür es keine Hinweis gibt. Oder kannst Du mir einen
nennen?

Wir leben in einer Zeit nach Einstein, in der es selbstverständlich ist, dass das Relativitätsprinzip uneingeschränkt gilt. Vor seiner Zeit war das jedoch durchaus nicht selbstverständlich. Deswegen hat Einstein das Relativitätsprinzip auf die Optik ausgedehnt und als Postulat seiner Herleitung voran gestellt.

Wir gehen spaßeshalber mal von falschen Voraussetzungen aus,
und schauen, wo wir da hinkommen:

1’) Es gibt ein System absoluter Ruhe, in dem die
physikalischen Gesetze gelten. […]

Was soll das? Das ist noch nicht einmal klassische Mechanik.

Ziemlich schwach, wie Du hier versuchst, meinen Widerspruchsbeweis zu untergraben.

Erstens: Mein Pseudo-Postulat 1’ schließt die klassische Mechanik ein, und zwar vollständig. Solange man sich nur auf die Mechanik beschränkt, ist das Hervorheben eines absolut ruhenden Bezugssystems unnötig. Der Unterschied ergibt sich erst, wenn man optische Phänomene mit hinzu nimmt.

Zweitens: Es ist völlig egal, wie realistisch das Postulat ist, das ich anstelle von Einsteins erstem Postulat stelle. Wenn die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit vom ersten Postulat unabhängig wäre, müsste man sie trotzdem zeigen können. Ebenso wenn das zweite Postulat hinreichend wäre. Beides ist jedoch offensichtlich nicht der Fall.

Es wäre nett, wenn Du auf diesen Beweis doch noch ein bisschen detaillierter eingehen könntest, denn so sieht es so aus als würdest Du Argumente einfach unter den Teppich kehren.

Worauf willst Du eigentlich hinaus? Du verlangst, dass sich eine Aussage, die in einem Bezugssystem gilt, auf andere Bezugssysteme übertragen lässt. Andererseits wehrst Du Dich dagegen, dies zu einer Voraussetzung zu erheben. Was soll das?

Und schließlich: Einstein sagt ausdrücklich als zweites Postulat: „Jeder Lichtstrahl bewegt sich im „ruhenden“ Koordinatensystem mit der bestimmten Geschwindigkeit V.“

Das einzige Argument, worauf Du Dich also stützst, nämlich dass Einstein offen gelassen habe, welches Bezugssystem gemeint ist, trifft gar nicht zu!

Wenn Du nicht in der Lage bist, weitere Argumente zu bringen, dann ist die Diskussion jetzt tatsächlich beendet. Dann habe ich halt Recht und Du Unrecht. Ich kann es nicht ändern, dass Du das Offensichtliche nicht einsiehst.

Michael

Sag doch einfach was Du willst. Wie wärs mit der Bitte
„Leite mir doch bitte die Lorentz-Transformation her.“
und ich werds gern machen. Tut mir Leid, aber ich kann es mir nicht leisten Formeln einfach „hinzunehmen“, das Dasein als Physiker fordert ein Hinterfragen solcher Dinge.
Ich verstehe ja, dass einem die Lorentz-Transformation im ersten Augenblick irrsinnig und widernatürlich erscheint, aber sie ist mathematisch herleitbar und nicht aus der Luft gegriffen (im Gegensatz zur Galilei-Transformation).

Gruß.

[Bei dieser Antwort wurde das Vollzitat nachträglich automatisiert entfernt]

Hallo DrStupid!

Du überträgst ein Gesetz aus einem Bezugssystem in ein
anderes.

Dazu müsste es erst einmal auf ein Bezugssystem beschränkt
sein, wofür es keine Hinweis gibt. Oder kannst Du mir einen
nennen?

Wir leben in einer Zeit nach Einstein, in der es
selbstverständlich ist, dass das Relativitätsprinzip
uneingeschränkt gilt. Vor seiner Zeit war das jedoch durchaus
nicht selbstverständlich.

Da irrst Du. Das Relativitätsprinzip war schon Jahrhunderte vor Einstein Bestandteil der klassischen Mechanik.

Deswegen hat Einstein das
Relativitätsprinzip auf die Optik ausgedehnt

Auch das haben schon andere vor ihm getan. Die Äther-Theorie unterliegt dem Relativitätsprinzip.

Wir gehen spaßeshalber mal von falschen Voraussetzungen aus,
und schauen, wo wir da hinkommen:

1’) Es gibt ein System absoluter Ruhe, in dem die
physikalischen Gesetze gelten. […]

Was soll das? Das ist noch nicht einmal klassische Mechanik.

Ziemlich schwach, wie Du hier versuchst, meinen
Widerspruchsbeweis zu untergraben.

Aus falschem folgt beliebiges. Das ist bekannt und muss von Dir nicht erst bewiesen werden.

Erstens: Mein Pseudo-Postulat 1’ schließt die klassische
Mechanik ein, und zwar vollständig.

Das ist doch Unsinn. Es gibt in der klassischen Mechanik kein absolut ruhendes Bezugssystem. Wie kannst Du behaupten, Dein Pseudo-Postulat würde die klassiesche Mechanik einschließen, wenn es deren Grundlagen bereits im ersten Satz widersricht?

Solange man sich nur auf
die Mechanik beschränkt, ist das Hervorheben eines absolut
ruhenden Bezugssystems unnötig.

Es ist nicht unnötig, sondern ganz einfach falsch.

Der Unterschied ergibt sich
erst, wenn man optische Phänomene mit hinzu nimmt.

Da gibt es keinen Unterschied. In der Optik hat ein absolutes Bezugsystem genausowenig verloren wie in der Mechanik.

Zweitens: Es ist völlig egal, wie realistisch das Postulat
ist, das ich anstelle von Einsteins erstem Postulat stelle.
Wenn die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit vom ersten
Postulat unabhängig wäre, müsste man sie trotzdem zeigen
können.

Nein, das müsste man nicht. Deshalb muss sie ja postuliert werden.

Ebenso wenn das zweite Postulat hinreichend wäre.

Das das zweite Postulat hinreichend ist, um die Bezugssysteminvarianz zu beweisen, habe ich schon demonstriert.

Beides ist jedoch offensichtlich nicht der Fall.

Offensichtlich nicht.

Es wäre nett, wenn Du auf diesen Beweis doch noch ein bisschen
detaillierter eingehen könntest, denn so sieht es so aus als
würdest Du Argumente einfach unter den Teppich kehren.

Warum soll ich auf Deinen „Beweis“ detaillierter eingehen, wenn mir schon der erste Satz sinnlos erscheint?

Worauf willst Du eigentlich hinaus? Du verlangst, dass sich
eine Aussage, die in einem Bezugssystem gilt, auf andere
Bezugssysteme übertragen lässt.

Von welcher Aussage sprichst Du? Doch hoffentlich nicht vom zweiten Postlat!? Wenn doch, dann belege endlich Deine Behauptung, das sei nur für ein Bezugsystem gültig.

Und schließlich: Einstein sagt ausdrücklich als zweites
Postulat: „Jeder Lichtstrahl bewegt sich im „ruhenden“
Koordinatensystem
mit der bestimmten Geschwindigkeit V.“

Das einzige Argument, worauf Du Dich also stützst, nämlich
dass Einstein offen gelassen habe, welches Bezugssystem
gemeint ist, trifft gar nicht zu!

Und welches ist das „ruhende“ Bezugssystem? Woran erkennt man es?

Wenn Du nicht in der Lage bist, weitere Argumente zu bringen,
dann ist die Diskussion jetzt tatsächlich beendet. Dann habe
ich halt Recht und Du Unrecht. Ich kann es nicht ändern, dass
Du das Offensichtliche nicht einsiehst.

dito

Schlichtungsversuch
Hallo DrStupid!

In unserem langen Disput wurde viel Porzellan zerschlagen und unsere Punkte erschienen unvereinbar. Inzwischen glaube ich den Grund allen Übels gefunden zu haben. Er liegt gar nicht in der speziellen Relativitätstheorie selbst, sondern in unserer Vorstellung darüber, wie man eine Welt ohne Relativitätstheorie beschreiben würde.

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, sähe bei Dir eine nichtrelativistische Welt in etwa so aus: Das Universum ist von einem Äther erfüllt, der für die Ausbreitung des Lichts in etwa dieselbe Bedeutung hat wie die Luft für den Schall. Die reale Lichtgeschwindigkeit ergibt sich dann aus der Addition von c und der Relativgeschwindigkeit des Äthers zum Betrachter.

Meine Betrachtungsweise einer nichtrelativistischen Welt: Es gibt ein bestimmtes Koordinatensystem, in dem die Maxwellschen Gleichungen gelten. Alle Bezugssysteme, die relativ zu diesem ruhen bzw. gleichförmig bewegen, sind für alle mechanischen Fragestellungen vollkommen gleichberechtigt untereinander und mit diesem. Im so genannten „ruhenden“ Koordinatensystem breitet sich Licht mit der Geschwindigkei c aus. In allen anderen Bezugssystemen muss die Eigengeschwindigkeit des Systems abgezogen werden.

Wenn Du genau hinschaust, sind beide Darstellungsarten in ihren Aussagen vollkommen identisch.

Beide Betrachtungsweisen sind natürlich - da nichtrelativistisch - auch falsch, aber an unterschiedlichen Stellen. Du verwendest einen Äther, ich verwende ein absolut ruhendes Koordinatensystem.

Wenn man diese falschen Betrachtungsweisen durch eine neue bessere Version ersetzen möchte, dann muss man das durch die entsprechenden Postulate tun. In meinem Fall ist es wichtig zu betonen, dass alle Koordinatensysteme gleichberechtigt sind, also dass man die Maxwellschwen Gleichungen auch in jedem „bewegten“ Bezugssystem anwenden kann. In Deinem Fall ist es wichtig zu betonen, dass es gar keinen Äther gibt. Deswegen war es Dir wichtig, darauf hinzuweisen, dass im zweiten Postulat drin stünde, dass die Lichtgeschwindigkeit unabhängig vom Bewegungszustand des Beobachters sei (sozuagen vom „Ätherwind“.

Ich bin weiterhin der Meinung, dass das im zweiten Postulat gar nicht drinsteht. Deswegen war es mir wichtig, darauf hinzuweisen, dass das erste Postulat schon verlangt, dass alle Bezugssysteme gleichberechtigt sind. Damit war in meiner Nichtrelativistik der Mangel beseitigt. Für Dich war das unverständlich, weil man Deiner Meinung nach die absolute Ruhe gar nicht abschaffen konnte, weil sie vorher noch nicht da war. Stattdessen musste man den Ätherwind „abschaffen“, was man nach meiner Betrachtungsweise nicht postulieren musste, weil sich schon das erste Postulat darum gekümmert hatte. (Mir ist ziemlich klar, was ich meine, ich kann’s nur nicht ausdrücken und hoffe daher, dass Du mir trotzdem folgen kannst…)

Die Frage ist nun lediglich, welches falsche Präkonzept Einstein beseitigen wollte. Ich bin der Meinung, dass er gegen meins kämpfte, d.h. dass er sich dagegen wehrte, dass es ein für die Elektrodynamik ruhendes Koordinatensystem gibt.

Meine Gründe für diese Vermutung:

  • Der Begriff „Äther“ kommt bei Einstein fast nie vor.
  • Er spricht im 2. Postulat von einem „ruhenden Koordinatensystem“
  • Im zweiten Postulat wird der Sender und nicht der Beobachter betont. Von der relativen Bewegung zwischen Sender und Beobachter ist nicht die Rede.
  • Er erwähnt mehrfach, dass der Zustand absoluter Ruhe bedeutungslos sei.
  • Er behauptet, dass gewisse Gedankenexperimente dem Relativitätsprinzip widersprechen.
  • Er folgert die Invarianz der Lichtgeschwindigkeit und postuliert sie nicht (die Passage habe ich zitiert).

Ich glaube, dass man die Relativitätstheorie genauso auch mit folgenden Postulaten hätte herleiten können:

  1. (wie gehabt)
  2. Die Lichtgeschwindigkeit ist unabhängig von der Relativgeschwindigkeit zwischen Sender und Empfänger.

Das wäre dann eher Deine Sichtweise. Einstein hat aber anders formuliert.

Michael

Wenn ich Dich richtig verstanden habe, sähe bei Dir eine
nichtrelativistische Welt in etwa so aus: Das Universum ist
von einem Äther erfüllt, der für die Ausbreitung des Lichts in
etwa dieselbe Bedeutung hat wie die Luft für den Schall. Die
reale Lichtgeschwindigkeit ergibt sich dann aus der Addition
von c und der Relativgeschwindigkeit des Äthers zum
Betrachter.

Ja, genau das ist die Äthertheorie.

Meine Betrachtungsweise einer nichtrelativistischen Welt: Es
gibt ein bestimmtes Koordinatensystem, in dem die Maxwellschen
Gleichungen gelten. Alle Bezugssysteme, die relativ zu diesem
ruhen bzw. gleichförmig bewegen, sind für alle mechanischen
Fragestellungen vollkommen gleichberechtigt untereinander und
mit diesem. Im so genannten „ruhenden“ Koordinatensystem
breitet sich Licht mit der Geschwindigkei c aus. In allen
anderen Bezugssystemen muss die Eigengeschwindigkeit des
Systems abgezogen werden.

Wozu die unnötige Einführung eines ausgezeichnten Bezugssystems? Kann es sein, dass Du an dieser Stelle bereits von der Nichtexistenz eines Lichtäthers ausgehst? Das entspräche nicht dem Stand des Wissens vor Michelson und Morelay. Auch Maxwell ist in seiner Elektrodynamik von einem Lichtäther ausgegangen. Der hatte nur andere Eigenschaften als der klassisch-mechanische Lichtäther. Dass das Ergebnis am Ende auch ohne diesen Äther auskommt, ist damals nicht wahrgenommen worden - nicht einmal von Maxwell selbst.

Die Elektrodynamik gilt ja nicht nur für das Vakuum, sondern auch für optisch dichte Medien. Dort breiten sich Lichtwellen nur dann in alle Richtungen mit gleicher Geschwindigkeit gleich aus, wenn das Medium ruht. Andernfalls ist die Ausbreitungsgeschwindigeit von der Geschwindigkeit des Mediums abhängig. In Bewegungsrichtung des Mediums bewegt sich das Licht schneller als im ruhenden Medium und in entgegengesetzter Richtung langsamer. Wenn das Medium sich mit seiner eigenen Lichtgeschwindgkeit bewegt, kann die Wellenfront sogar still stehen. Das ist mittlerweile auch im Experiment gelungen.

Im Rahmen der Elektrodynamik konnte man den Lichtäther einfach als ein optisch dichtes Medium auffassen. Das wurde sogar durch die Tatsache unterstützt, dass die Vakuumlichtgeschwindigkeit endlich ist. Das bedeutet, dass Permittivität und Permeabilität des Vakuums von Null verschieden sein müssen. Da zum damaligen Zeitpunkt schwer vermittelbar gewesen wäre, dass ein leerer Raum messbare Eigenschaften hat (damit hat manch einer heute noch Probleme), lag es nahe, dies als Zeichen für die Anwesenheit eines Lichtäthers zu deuten. Von einem „wirklich leeren“ Raum würde man dann eine unendliche Lichtgeschwindigkeit erwarten. (Dann ginge die Lorentz-Transformation in die Galilei-Transformation über.)

Mit der Annahme, dass das Vakuum optisch dicht ist (weil es von einem Lichtäther ausgefüllt wird), macht die Elektrodynamik prinzipiell die gleichen Aussagen zur Lichtausbreitung wie die klassische Äthertheorie - nur auf einem viel komplizierteren Weg. Die Beschränkung ihres Gültigkeitsbereiches auf ein ausgezeichnetes Bezugssystem ist demnach genauso unnötig wie die Forderung nach einer bestimmten Transformation.

Wenn Du genau hinschaust, sind beide Darstellungsarten in
ihren Aussagen vollkommen identisch.

Und zwar mehr als Du denknst.

Beide Betrachtungsweisen sind natürlich - da
nichtrelativistisch - auch falsch, aber an unterschiedlichen
Stellen. Du verwendest einen Äther, ich verwende ein absolut
ruhendes Koordinatensystem.

Das Wahrheitskriterium der Naturwissenschasft ist die experimentelle Beobachtung. Um falsch zu sein, muss eine Aussage sie also experimentell falsifiziert werden. Das geschah in diesem Fall durch das Michelson-Moreley-Experiment, dessen Ergebnis der Annahme eines Lichtäters widersprach, weil der daraus resultierende Ätherwind nicht beobachtet wurde.

Wenn man diese falschen Betrachtungsweisen durch eine neue
bessere Version ersetzen möchte, dann muss man das durch die
entsprechenden Postulate tun.

Und am besten ist es, wenn man einfach das postuliert, was man beobachtet - „daß sich das Licht im leeren Raume stets mit einer bestimmten […] Geschwindigkeit V fortpflanze“. Genau das hat Einstein dann auch getan.