Das schwache Ä. ist das, von dem wir reden. Es setzt unbedingt
und unter allen Umständen die träge und die schwere Masse
gleich.
Ich habe anhand eines Beispiels erläutert, warum das nicht der
Fall ist.
http://de.wikipedia.org/wiki/Äquivalenzprinzip_(Physik)
Das ist genau die unzulässige Verallgemeinerung des
Äquivalenzprinzips, die ich in meinem letzten Posting
kritisiert habe.
Ich frage mich ernsthaft, welchen Quellen du überhaupt traust. Daß du mir nicht glaubst: OK, damit kann ich umgehen, leider erschließt sich durch eine derartige Verweigerungshaltung halt auch keine Diskussion, denn dann brauche ich nicht zu argumnetieren, wenn ein schlichtes „stimmt nicht“ folgt.
Daß du der Wikipedia nicht glaubst, ist ja im Prinzip nicht von vornherein schlecht, denn es bedarf schon eines gewissen Maßes an Medienkompetenz, die Inhalte dort kritisch zu lesen, also: auch OK.
Aber ich finde, es ist der Punkt erreicht, wo du dich eventuell mal der Fachliteratur widem solltest, von Leuten geschrieben, die „ganz bestimmt mehr von der ART verstehen, als wir beide“. Ich habe dir ja bereits ein Buch genannt. Wenn du dann auch mit „Stimmt nicht.“ aussteigst, dann ist dir wirklich nicht zu helfen.
Meinst du nicht, daß derartige „Paradoxa“, wie du sie beschreibst, möglicherweise durch einen Denkfehler deinerseits zu begründen sind? Oder bist du der Meinung, daß die Community seit etwa 90 Jahren einem Bären aufgesessen ist oder sich über derlei Dinge noch nie Gedanken gemacht hat?
Aus welchem Grund sollte sich ein SL herausbilden?
Weil sich die schwere Masse und damit die Gravitation erhöht.
Irgendwann wird die Gravitation größer als die anderen drei
Wechselwirkungen und der Körper kollabiert.
Nur weil die Masse groß ist?
Weil die schwere Masse größer wird.
Bitte nenne mir eine Beweiskette (in Skizzen reicht) der Art
„Masse groß“ --> SL
Du scheinst permanent zu vergessen, daß zu einem SL mehr gehört als lediglich eine große Masse. Genaugenommen ist nicht die Größe die Masse relevant, sondern die Kombination „Masse auf hinreichend wenig Raum“, die zum SL führt, rotierend oder auch nicht.
Wenn sich dein Teilchen geradlinig bewegt, ist offensichtlich die Bedingung eines beschränkten Raums nicht gegeben, denn die Masse bewegt sich ja auf einer unbeschränkten Kurve. Sind wir uns in dieser schlichten Feststellung einig?
Sicher nicht, denn gleichzeitig müßtest du
dafür sorgen, daß die Masse auf einen kleinen Raum beschränkt
bleibt. Deine Masse müßte sich daher sagen wir mal in einer
kleinen Kreisbahn bewegen.
Kreisbahn? Ich spreche von einem geradlinig bewegten Körper.
Eben darum mein Vorschlag, eine räumliche Beschränkung durch eine Kreisbahn zu betrachten.
Dann würde in der Tat ein SL die Folge sein
Da bin ich mir gar nicht so sicher. Ein rotierendes System
wird nicht durch die Schwarzschild- sondern durch die
Kerr-Metrik beschrieben und da gibt es zwei Ereignishorizonte.
Um zu einem schwarzen Loch zu kollabieren, muß die Masse des
Körpers im inneren Ereignishorizont verschwinden und der ist
bei gleicher Gesamtenergie um so kleiner, je schneller sich
der Körper dreht. Deshalb ist die Frage, ob ein Körper allein
durch Erhöhung seiner Rotationsgeschwindigkeit zum schwarzen
Loch kollabieren kann, gar nicht so leicht zu beantworten. Ich
habe diese Frage schon Leuten gestellt, die weit mehr von der
ART verstehen, als wir beide, aber noch nie eine Antwort
erhalten.
Daß es schwer ist, dies zu beantworten, ist prinzipiell richtig. Es gibt zum einen keinen experimentellen Nachweis für eine real-existierende Kerr-Außenraumlösung im Universum (für jede sandere SL m.E. aber ebenfalls nicht). Zum anderen ist aus mathematischer Sicht keine Innenraumlösung bekannt, an die sich die Außenlösung anschmiegen könnte. Das heißt nicht, daß es sie nicht gibt, sondern zunächst nur, daß man keine kennt. Dieser Sachverhalt wiederum ist aber wohlbekannt. Wenn die von dir befragten Leute „mehr von der ART verstehen als wir beide“, dann müßten sie dir dies bestätigen können.
Aber das ist ein anderes Thema. In meinem Beispiel rotiert
nichts.
Tja, sorry, aber dann ist da auch kein SL. Ist ja offensichtlich experimentell auch nicht bestätigt.
Man müßte sich ein Experiment ausdenken, in dem die thermische
Bewegung von Teilchen in einem Körper relativistisch wird, und
dann dessen Gravitation messen.
Auch das ist ein anderes Thema, weil sich dabei die Ruhemasse
erhöht. In meinem Beispiel bleibt die Ruhemasse des Körpers
konstant. Lediglich seine träge Masse erhöht sich und dabei
zeigt sich, daß sich die schwere Masse nicht im selben Maß
erhöhen kann.
Materie besteht aus Atomen/Molekülen whatsoever, OK? Diese sind in ständiger Bewegung. Die Ruhemasse des ruhenden Körpers, die wir messen können, ist also grundsätzlich die Summe der bewegten Massen der Komponenten minus Bindungsenergie, soweit einverstanden?
Steigen die bewegten Massen der Atome durch Erhöhung der Temperatur, dann steigt die Ruhemasse des Körpers, soweit klar?
Wenn jetzt nachgewiesen werden kann (durch einfaches Wiegen), daß die schwere Masse des Körpers um den leicht zu berechnenden Betrag zunimmt, dann ist das schwache Ä. wiederum bestätigt. Leider denke ich, ist dieses Gedankenexperiment nicht so einfach realisierbar.
Oliver